„Nein, ich möchte jetzt gleich etwas essen. Bei Ihrer Frage fallt mir ein, daß ich tüchtigen Hunger habe. In fünf Minuten komme ich hinunter."
„In fünf Minuten wird alles bereit sein. Ich empfehle mich dem Herrn Baron."
Rückwärts gehend, mit mehrfachen Verbeugungen, verlies; der Direktor das Zimmer. Bassow brachte schnell seine Toilette in Ordnung, und erst, als er im Speisesaal an einem klernen Tisch allein saß, nahm er sich Zeit, über das Gehörte genauer nachzndenken. Die Ausbeute seiner Nachforschung war bisher nur gering. Hundert Leute konnten an seinen Vetter telephoniert haben, und niemand vermochte mit Bestimmtheit zu sagen, ob die plötzliche Abreise wirklich als Folge dieser Tel-ephonunterhaltung anzNsehen war. Und doch ~~ ,1? wehr er über das Gehörte nachdachte, um so mehr schien es ifyrti an Bedeutung zu gewinnen.
Mitten im Essen sprang erlauf, ging an das Telephon, das damals auch feinem Vetter die unbekannte Bot- schast übermittelt hatte, und ließ die Verbindung mit Gar- wnn Herstellen. Mit jäher Freude- vernahm er kurz darauf die Stimme der Baronin, die selbst herangekommen war. Er ri??* Ie ' v* an lbnein Tage von dort aus irgend eine Bot chaft an den Verstorbenen ergangen sei, ' die seine beschleunigte Abreise veranlaßt haben könnte. Doch war eine bestimmte Verneinung die Antwort. Weder die Baronin ^?ch biuer der Beamten hatte damals nach Berlin telepho- Porten des Dankes, die viel wärmer klangen, als es der Anlaß erforderte, beendete Bassow die Unterredung und nahm die unterbrochene Mahlzeit wieder auf .Die soeben vorgenommene Feststellung war nötig ge- ßlj?.! 1 t e !f ^danken weiterspinnen konnten an eiiiem 7 Eurem Faden, der sich vielleicht ver-
P ll yj konnte zu einem Netze für den Schuldigen. Wenn
^elten^ll^ £ ic f €r Schuldige war! Denn auf ihn
KEen alle Kombinationen des Grtlbelnden hin. Breitenbach war an jenem Tage in Rostock gewesen, er hatte nach Mrer Aussage am Abend mit Bassows Vetter Wer den Verkauf eurer Landparzelle verhandelt, er konnte sehr wohl Mittags telephoniert und so die vorzeitige Wreise veranlaßt haben. Das alles war freilich an sich noch in keiner Weise ° 5 ?stend fto jh„, aBer daß ex diesen harmlosen Vorgang verschwiegen, daß er die Begegnung mit dem so kurz daraus als eine zufällige hingestellt hatte, das konnte
Ba sow Znlr KW« 1 « Verdacht verstärken. Und £ baß ;ener geschäftliche Handel zwischen
©coaiifc an einen Verdacht gegen Breitenbach laa ibr w
MHPM'ZkLMs
“(AS “S -J%£
«.Sä ÄÄ l£ $&stäg
HrTiir^ s I£ = abwechselnd mit Erwägungen wie der
Ätt MÄ bie^Ä ™ iJt
purrasi' asr hr
MiAS ft SU»“Ä"SS *'
ffJ ob Ws um enÄffi*
M'ges Zusammentreffen gehandelt h«tte
Bassow wußte nicht, in welchem der Hotels in Rostock Breitenbach damals gewohnt hatte. Die Zahl der für einen Kavalier tu Betracht kommenden Häuser war aber nur> gering, und schon im zweiten, bei dem er vorfuhr, sagte man ihm, daß der Gesuchte in der Tat am zweiten Juli y 1 ?? ^wohnt habe. Das Fremdenbuch erteilte diese Auskunft Mit Bestimmtheit. Weiter aber war nichts mehi: zu erfahren. Dre Kellner hätten gewechselt, uiid es war im Hotel aus keine Werse festzustellen, ob damals Breitenbach! telephoniert hatte oder nicht.
Für Bassow blieb nun fein anderer Weg als der Versal, Telephon amte na chzu fragen und nachzu-
war ihm der Umstand günstig, daß jenes Gespräch m der geschaftsstillen Mittagszeit stattgesunden hatte, m der eine einzige Telephonistin den Dienst versah. Sem vonrehmer Name machte den höheren Beamten, den ^zunächst um Auskunft bat, geschmeidig und höflich, und ^^e^zer Zeit hielt Bassow einen Zettel in der Hand, wül 0^? Wohnung Und Name der Telephonistin verzeichnet friv'ruVß e m Juli mittags Dienst gehabt hatte.
fonradiue Börner, und als Charakteristik fügte oder^ip ist eine sehr kränkliche Person,
liebe ^b^dbt sich s wenigstens ein. Wir haben unsere
meistens mit solchen Damen aus n f | J Standen. Ihr verstorbener Vater war nämlich Offizier, ein verdienter, tapferer Offizier — Majestät selbst anck, wKranz bei seinem Tode. Darum haben wir trotz der vielen Kränkelet nicht ge- was unter anderen Umständen wohl schon ge- schehen wäre. Aber dre Tochter solch eines Offiziers — ^ an T ^icht iv-ah-r, Herr Baron?" Bassow horte nur mit halbem Ohr auf die Worte des ^^otljchen Mauries. Haus und Name dieser kränklichen Kvnradine Börner interessierten ihn weit mehr und als er ^erfragt l)atte, daß die Gesuchte ganz in der M-L des «wohne -- „Was ja der Pünktlichkeit wegen sehr
wahr?" — nahm er dankend Abschied und begab sich auf die Suche. 1 ' ■
Das bezeichuete Haus war bald gefunden eins der {$?«/Backsteiiihäuser mit abgetreppteui Giebel t>r 1 noch besitzt, und in dem die Wohnungen
L ben oberen Stockwerken immer kleiner uud enger die rzcnfter immer schmaler werden. Auf anfangs Heller "und breiter, dann dunkler und steiler emvorleitender g-,
zuleßtdu^^ -^ch Linan in dem alteri Kasten und machte zuletzt vor emer Korridortür Halt, auf der eiue S, karte die Wohnung von Konradine Börner, oder vielmehr von ihrer Mutter, der verwitweten ^tou £L £ mtftlnbtflte (Sin altmodischer Glockenzng mit tamSm §o4gitif hing rechts neben der Tür, und Bassow wecktp ^ ?rner Hilfe den Laut einer hell uiid blechern klinqeiiden Bewegung, gesetzt, sich nie ?viedev ' doch, end-
ii ach drück-
hatte, ließ ein'
vernehmen, und eine ebenso müde und sctzlev>ie-,w- fragte durch das Holz der Tür hindurch. de"T
draußen? Ich kann jetzt nicht nnfmaAn" da
Sie SiMiUe ^rner sprechen. Sind
^ das bin ich. Aber ich kann wirklich nicht mtf
d) % p1 e l e " U ! fj ? n cit l andermal wiederkommen ^
aus Ggrchim.
(Fortsetzung folgt.)
nur oder M-
Die Abrechnung.
Bon Martin Pros kau er.
(Nachdruck verboten.)
MMMZNM
fororit «


