znrückzuwerfen. Die großherzogliche Division unter dem Prinzen Emil bildete cm diesem Tage die Avantgarde. Ihr wurde die Aufgabe, über FrenderSheim und Lampertsheim zu marschieren, letzteren Ort, sowie Mundelsheim mrd die Wingertshöhen, mo der Feind stark postiert ivar, zu besetzen und weg;nnehmen.

Itnfi 3 Uhr nachmittags begann seitens der ^hessischen Di­vision die Attacke aus Lanrpertsheinr, das alsbald weggenornruen nmrde. Ter Feind zeigte sich hierauf verstärkt zu Mundels­heim, das chm auf eine Zeit entrissen wurde, jedoch auf die Tauer nicht behauptet werden konnte. Die hessische Truppcn- abteilung wurde zum Weichen gebracht, da der linke Flügel durch die etwas zu nick gebliebenen Truppen nicht vollständig ge­deckt war. Prinz E:n!il erneuerte mit verstärkter Truppenzahl die Augriffe auf Mundelsheim. Unter Anführung des Oberst­leutnants P r i n z e n v o n W i t t g en st e i n erstürmte das 1. Ba­taillon Leibgarde die Weinbergshöhe. Ihm folgte das 1. Bataillon Leibregiment und das 1. Bataillon Prinz Emil zur Unterstübung. Unter einem Hagel von Kartätschen wurde Mundelsheim genom­men. Auf den: linken Flügel bemächtigte sich die württenrbergische Division der Dörfer Reichsstadt und Saffelsweiherl-eim, woraus sich der Feind uach^Straßburg zurückzog. Bei den Hessen bestand der Verlust an Voten. aus 2 Offizieren 31 Mann, an Verwun­deten aus 14 Offizieren und 267 Mann, an Vermißten ans 13 Mann. Hierauf rückte die Division ins Innere von Frankreich und bezog an der Rhone und Loire Kantonierungen. Das zweite Bataillon des Regiments Erbgroßherzog blieb vor Kehl stehen.

Nach der entscheidenden Niederlage von Waterloo, der Ab­dankung Napoleons und der Kapitulation von Paris zogen sich die Friedensverhaudlimgen mit Frankreich noch bis zum No­vember 1815 hin, bis zu welcher Zeit ein Teil der verbündeten Heere als Okkupationstruppen ffn Lande verblieb. Von den hes­sischen Truppen kehrte am ersten das, 2. Bataillon Erb­großherzog zurück. Ende November folgten die übrigen hessischen Truppenteile, die in drei Kolonnen der Bergstraße entlang ihren Marsch in die Heimat nahmen. Damit endigten die Waffentaten des hessischen Kontingents, dessen Mannschaften sich während einer Kriegsperiode von 23 Jahren ff: zehn Feldzügen ruhmvoll be­währt halten-

vermischtes.

* Rußlands I a g d k o m m a n ö o 5. Im heutigen Kriege und besonders bei den jetzt an der bessarabischen (Grenze tobenden Kämpfen verwenden die Russen häufig zu An klärungsnnternehm- ungen die sogenannten Jagdkommoudos. Es sind das 30 bis btt Mann von jeden: Regiment, die bereils in Friedenszeiten neben einigen: Kasernenhoidienst unter de: Leitung von Offizieren nun Kampfe gegen wilde Tiere verwandt werden. Die 'Möglichkeit dieser Leute zur Betätigung ist natürlich je nach der Lage ihrer Garnison eine sehr verschiedene. Während die Jagdkommandos des Kaukasus, Urals, nördlichen Rußland und vieler Gegenden Sibiriens ständig Beschäftigung haben, da hier an Wölfen, Bären, Luchsen, mancherorts auch Tigern, Ueberfluß herrscht, ,st ihr Be­tätigungsfeld ff: de,: stärker bevölkerten Gegenden des Zarenreiches selbstverständlich ern beschränkteres. Aber nicht nur der Reichtum oder Mangel an reißenden Deren ist für die Beschäftigung des

g agdkommandos ausschlaggebend, sondern auch die Haltung ihrer sstziere. Meist sind es, schon «wegen der damit verbundenen An­strengungen, jüngere Herren des Regiments, denen die Führung einer solchen Abteilung anvertraut wird. Eine strenge Aussicht der höheren Stellen, ob das Jaqdkoimnando fleißig arbeitet oder in ein Dorf zieht und dort nichts tut, kann selbstverständlich schon wegen der Entfernungen :md mangelnden Verbindungen nicht geübt werden. AuS all diesen Gründen nun ergibt sich, daß die Aus­bildung der zur Ausübung des WaidwerkeS ausgesandte,: Soldale»i eine sehr verschiedenartige ist. Während einige Regimenter über tadellos gesckn! ^r und damit für der: Ernstfall auis beste zu allen Schleich , ansgebildete Le»ite in ihren Jagdkommandos verfüge,:, da de. i age Aufenthalt im Urwalde wilder, zerklüfteter, wenig von Meitichei: betretener Gebirge die Sinne schärft, haben andere Heeresabterlungen des Zaren nur Kiliidschaster Sem Namen nach an ihren Waidrnannsabteilnngen.

"Heuschrecken als menschliche Nahrung. Es ist verbürgte Tatsache, daß ff: Arabien und Nordasrika Heu- schrecken heute ebenso als Speise dienen, wie zur Zeit Johannes des Täufers, und daher bilden diese auch einen Handelsartikel. D,e Eingeborenen reißen den Tieren die Flügel und Flügeldecken ans und rosten sie. Es scheint eine Grillenart, und zwar Gryllug uneola, zu fein, die so bereitet :n der Berberei genossen ivtrd. Tie Anwohner der Senegal trocknen eine andere Art, derer: Leib gelb und schwarz gefleckt ist und d:e gepulvert wird, um dann als Mehl zil die.ien. Es wird auch erzählt, daß die schwarze, lederartlge Heuschrecke, welche die Araber E^enielseselE nennen, von den Afri- kanern verspeist wird. In Aiarokko werden die Heuschrecken nachts in -^acke gesammelt, zuerst in Wasser und Salz gekocht ilild dann gctiocknet. otur bie weicheren Körperteile iverden gegessen, ebenso

wie wir Seetrebse (Me er Heuschrecken) genießeti, denen sie im Ge»

schmacke ähnlich sein sollen.

Vüchertisch.

- Hochland, Inhalt des Januarheftes: Soziologische Neu­orientierung l«>id die Ausgabe der deutschen Katholiken Bon Dr. Max Scheler. - Willlvolitrsche Zukunslsahmmgeu eines Romo.n- tikers. Von Dr. Llizian Pfleger. Judith. Roman von Peter Dörfler. Ern Besuch in Wltua Von Prinz Johann Georg von Sachsen. T,e völkerrechtliche Stellung Aegyptens und des Si>ez- kanals. Von Dr. H. Wehberp. ^ onapanes Zug nach Aegypten. .Von Tr. Paul Holzhausen. Kleine Bausteine: Radowitz und die deutsche Revolution. Von Dr. Kl. Lösch r. Der Ausstieg des Arbeiterstandes im Wandel des deutschen Wortschatzes. Bon Dr. Seiöenberger. NochmalsDie katholische Aufgabe". Von Tr. F. Blei. ^ Kritik: Martin SpahnsBismarck". Von Th. Brauer. Max Schelers Abhandlinigen und Auflätze. Von Tr. Dietrich von Hiloebrand. Neue Romane Von Franz Herwig. Rundschau: Kriegsbetrachlung. Geständnisse Olliviers Jug'ndlvebr. Jos. Rue- derer. Deutsche Kriegsdichtung. Theater. Von: Büchermarkt. Unsere Kunstbeilagen.

Das i ft Rußland. Von Olga Wohlbrück. Verlag von Otto Janke, Berlin 81V. Preis btt Psg. D,e Verfasserin hat vor dem Kriege lange Zert in Rußland gelebt und schildert uns aus eigenster Erfahrung Eharakter und Wese:: des russischen Volkes in meisterhafter Form.

Gieszerrer Haussrauerr-Berein.

Die K r i e g s k o st a u s st e l l u n g von Frau Priester und ihr Vortrag haben uns, wie dies durch unsere Bestre­bungen schon öfters geschehen ist, erneut auf unsere eiweiß­haltigen Früchte hingewiesen, die einen volüvertigen Ersatz für Fleisch bieten. Wir wenden uns heute mit unserem Appell nicht nur an die Hausfrauen, sondern mehr noch an die Haus Herren, diesen Ersatz für Fleisch an einem Tage in der Woche gutzuheißen. In dieser Woche ist es der Freitag.

.Wochen-Küchenzettel.

Sonntag: Gerstenflockensuppe mit Maggi, gefüllter Kalbs- bug, Bohnensalat ans Weck's Gläsern, Salzkartoffeln, Apfelsinen­speise.*'!

Montag: Apfelsuppe, Kartoffelgemüse, Frankfurter Würst­chen, Gurken.

Dienstag: Gemüsesuppe (Brühe von Kalbsbratenkuochen), Apfelschnecken. *s

Mittwoch: Sagosnppe, gekochtes Ochsensleisch, Wirsingge­müse, Bratkartoffeln.

Donnerstag: Grünkernsuppe, Lungenmus, gestoßene Kar­toffeln.

E reitag: Gerstcnsuppe, Rotkraut, Kartoffelbrei, Kastanien, a m s t a g: Hermgskartoffeln, Rote Rüben.

Kochanweisungen.

Apfelsinenspeise: 6 Apfelfinen, 1 Zitrone, V* Pfund Zucker, 14 Blatt weiße, 2 Blatt rote Gelatine, 1 Liter Wasser. Saft der Früchte, Wasser und Zucker kocht man auf, gibt die auf­gelöste Gelatine zu, läßt sie mitkochen und schüttet das ganze in eine naßgemachte Form. Gestürzt mit Vanilletunke.

Apfelschnecken: Ein gut aufgegangener, ziemlich steifer Hefenteig ohne Fett und Eier, wird ansgevollt, in lange, 10 Zenti­meter breite Stücke geschnitten, diese mit ganz fein geschnitzelten Aepfeln, Zucker, Zimt, Korinthen, Zitrone bestreut, znsammen- gerollt und aufrecht nebeneinander in eine Form gesetzt, nochmals aufgehen lassen, mit Butter bestrichen und gebacken,

*1 Siehe Kochanweisung.

Charade.

Das Erste bereitet dir Wohlbehagen Durch schattige Kühle an sonnigen Tagen.

Das Zweite holl bald, wenn du seöbnst dem Genuß, Dem Geld und dem Gut und dich selber zum Schluß.

Das Ganze verdrießlich beim Rundtanze brummt; Doch kommt es zur Ruh', ist es plötzlich verstummt. Auch ist es als Meister der Töne bekannt,

Der Hunderte reizender Walzer erfand.

(Auflösung in nächster Nnnrmer.)

Auslösung des Rätsels in voriger Nummer i

Wien Wein.

Schristleitung: Aug. Goctz. Rotationsdruck und Verlag der Brühi'schen Unwerntäls-Buch- und Lleiiidruckerel, R. Lange, Greßen.