österreichische Befehlsbereich. Doch ist die Heeresgruppe Macken sen stark mit österreichischen und die österreichische stark mit deutschen Truppen untersetzt. Anfang September wird Feldmarschall von Mackensen Oberbefehlshaber der gegen Serbien bestimmten Truppen, und General von Linsingen tritt an seine Stelle. Doch "kommt dies in den amtlichen Berichten «us naheliegenden Gründen erst sehr viel später, etlva Mitte Oktober, zum Ausdruck.
Unverkennbar ist in diesem Wschnitt auch das Zahlenverhältnis für die Verbündeten erheblich günstiger geivordcn, teils wohl wegen eigener Nachschübe, teils aber — und zwar aus diesem Grunde hauptsächlich — wegen der ungeheuren bisherigen Verluste der Russen. An Gefangenen hatten sie seit dem Dunajee- Durchbruch rund drei viertel Million Menschen verloren. Dazu die ungeheuren blutigen Verluste nnb die Verminderung des Kampfwertes, welche ein so lange anhaltender Rückzug auch auf die übrig gebliebenen Truppen unvermeidlich ausüben mich.
Es war daher ein ununterbrochener Siegeszug, welcher die sechs Wochen zwischen dem Fall von Warschau und demjenigen von Wilna ausfüllte.
6. August. Die Armeen der Generale von Scholtz und von Gallwitz brechen den russischen Widerstand zwischen Lomza und Bugmündung (mittleres Polen). Vorläufiges Ergebnis: 14 000 Gefangene, 6 Geschütze, 69 Maschinengewehre usw.
10. August. Truppen der Arrnee von Scholtz erstürmen Lomza; einschließlich der Kämpfe der beiden vorhergehenden Tage 10 000 Gefangene.
, 17. 'August. Die Festung Kowno (Gouvernement Suwalki) wird im Sturm geminunen; 4000 Gefangene.
19. August. Die Festung Neu-Georgiewsk (westlich von Warschau), die einzige der russischen Festungen, bei der es überhaupt zu einer eigentlichen Belagerung kaut, wird im Sturm genommen. 85 000 Gefangene (darunter 15 Generale), über 700 Geschütze und ungewöhnlich viel Kriegsmaterial.
. 21.—23. Llugust. Tie Heeresgruppe des Generalfeldmarsämlls Prinz Leopold von Bayern, welche südlich des Narew über die Eisenbahnlinie Bialhstok—Brest-Litowsk auf den Bialowicskaforst vordruigt, macht in diesen drei Tagen 11000 Gefangene und erbeutet 25 Maschinengewehre.
25. August. Brest-Litowsk wird in den frühen Morgenstunden von Westen her durch österreichische 'Truppen unter Feld- marschäll-Leutnant v. Arz und von Nordwesten her durch das 22. braiidenburgische Reservekorps gestürmt.
26. dlugust. General v. Beseler wird zum Generalgouverneur des ganzen unter deutscher Verwaltung stehenden Gebietes im Osten ernannt. Der Sitz der Verwaltung wird von Kalisch nach Warschau verlegt.
26. August. Tie Festung Olita wird kampflos von den Russen geräumt.
27. August Die russische Front in Ostgalizien wird zwischen Gologorh und Brzezany ui einer Breite von 30 Klm. erneut eingedruckt. 6000 Gefangene, die Zahl steigt am nächsten Tage auf
31. August. Monatsergebnis an Gefangenen und Beute: Von den deutschen Truppen genommen: 2000 Offiziere, 297 000 Mann, 3000 Geschütze, 7000 Maschinengewehre; von den öster- rerchischen Truppen 190 Offiziere, 53 090 Mann, 34 Geschütze, 23 Maschinengewehre.
3 ; ^vtember Ter Brückenkopf von Friedrichstadt wird gestürmt; 3400 Gefangene.
3 ’ o?££ te 2} b - er - Die Festung Grodno mit sämtlichen Forts fallt; 3600 Gefangene, 6 schwere Geschütze.
6. September, Oesterreichischer Sieg bei Podkamien (Nord- ostecke von Galizien), zunächst 3000 Gefangene, in den beiden nächsten Tagen weitere 5000.
11. September. Wesentliche, bei den Russen an der Sereth- Lime anaekommene Verstärkungen geben ihnen eine gewaltige zahlenmäßige Uebermacht und ermöglichen ihnen vorübergehende Erfolge über die Oesterreicher.
13. September. Geschlossenes Vorrücken aller drei deutschen < Ortsgruppen im Osten; im Hindeuburgschen Befehlsbereich werden 5200 Gefangene gemacht, 17 Munitionswagen, l3 Maschinengewehre, ^sowie viel sonstiges Kriegsgerät erbeutet.
. 1?- September. Zusammenbruch der russischen Gegenoffensive
rn Ostgalrzien, dre Russen ziehen sich in Unordnung wiederum an den Sereth zurück.
18 September. Wilna wird von Teilen der Armee des Genoralobersten v. Eichhorn besetzt; 22 000 Gefangene, 3 Geschütze, 72 Maschinengewehre, viel Bagage.
Beschränkung macht erst den wahren Meister! Und diese Beschränkung finden wir nach dem Falle Wilnas in dem Plane der deutschen Heeresleitung, sich nämlich in Rußland mit dem blsher Erreichten vorläufig zu begnügen und das Kriegsziel: „Die vollige^Niederwerfung der Gesamtheit unserer Feinde" an anderer stelle zu erzwingen. Das alles natürlich unbeschadet des tzotrebens, auch hier nicht nur unsere Stellungen dauernd zu befestigen und, wo es ohne Einsatz großer Opfer Niöglich ist, auch noch weiter vorzuschieben, sowie namentlich die währeiid des Sommcr- felozuges allmählich herangereiften Früchte (Riga, Tünaburg usw.)
nachträglich einzuernken. Schon Anfang September aber fanden- wie wir nachträglich erfahren haben, erhebliche Truppenverschiebuu- gen nach dem Westen statt nnd die Balkan-Armee wird neu gebildet; zweifellos also sind wir mit der Einnahme von Wilna auf dem Punkte angekommen, von dem ab sich unsere Taktik dem moskowitischen Koloß gegenüber ändert. Westrnßland ist erobert und sicher in unserer Hand! Ter Höhepunkt des Krieges ist erreicht! Das inzwischen angebahnte Bündnis mit Bulgarien ermöglicht uns, eine neue, große, kühn entworfene und sorgsant vorbereitete Aufgabe in Angriff zu nehmen!
vermischtes.
* K »i o b l a il ch als Heilmittel gegen Darm
k a t a r r h, Cholera und Dysenterie. Sehr glücklich^ Erfolge mit der Verwendung von Knoblauch als Heilmittel bei gefährlichen Darmerkranknngen hat der österreichische Arzt Dr. Eugen Marcovici erzielt. Er verwendet, ivie cm Bericht der bei Dr. Walther Rothschild in Berlin-Wilmersdorf erscheinenden »Klinisch-Therapeutischen Wochenschrift" mitteilt, nuf Grund älterer, der Wissenschaft bekannt gewordenen Erfahrungen, den Knoblauch zur Erzielilirg einer Hemmung auf die Bakterienentwicklung im Darm. Zuerst ivandte er bei emigeii Fällen von chronischen Darnikatarrhen die gewöhnlichen Knoblauchknocken in rohem Zustande in Gaben von ein bis zivei Knolle», verbunden mit dreimal 0,5 Salol täglich, a»i; und bei allen behandelten Fällen wurde ein Verschwinden der unangenehmen Symptome, ein rasches Wtederauftreten des Appetits und eine vorteilhafte Einwirkung aut den gesamten Organismus ohne irgendwelche Nebcnstörungen erzielt. Des weiteren hat Marcovici in einem Wiener Garmsonsspitale 40 schwere und mittelschwere Fälle von Dysenterie behandelt, und zivar wurde diesmal ein Präparat gebraucht, welches aus ausgesilchten, gesunden Knoblauchknocken hergestellt >var, die bei möglichst niedriger Temperatur getrocknet wurden. Die trockenen Knocken wurden zu feinem Pulver vermahlen, von dem 0,4 mit 0.1 Salol zu Tabletten gepreßt wurde. Dieses kknoblauchpräparat, das mit dem Namen Allphen bezeichnet wird, erwies eine außerordentlich günstige Wirkung ans die behandelten Dysenteriesäcke. Die gleiche Erfahrung wurde bei weiteren 30 Fäcken dieser Krankheit tm Asolierspitcile Wiesel bürg gemacht. Daselbst hat nun Marcovici im Verein mit Dr. Max Schmitt auch noch 24 Fälle von Cholera mit Allohen behandelt, und zivar mit so günstigem Erfolge, daß bte Krankheits- erschcimmgen innerhalb von 3 bis 6 Tagen verschwunden waren. Die Rekonvaleszenz war kurz und ohne folgenden chronischen Darmkatarrh. Es scheint hiernach, daß die Heilkunde im Knoblauch, zumal in der Form des Ackpheupräparates, ein sehr beachtenswertes Mittel im Kampfe gegen die Darmerkrankuugen gewonnen hat.
* Die größte B o g e n b r ü ck e der Welt. Der Ban der größten eisernen Bogendrücke der Welt wurde, ivie der „American Scientific" berichtet, im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten aus- gesührt. Die Brücke wird die Gleisdämme der Pennsylvania- und der New-Haven-Bahnen in New Port verbinden. Zu diesem Zivecke muß der East River überquert werden, und dies geschieht durch den netten Brückenbau, der atts Stahlbogen in einer Spannungsweite von über 300 m besteht. Die viergleisige Brücke, die nahezu fertiggestellt ist. steckt aber nur einen Teil des ganzen ViadtlkteS dar, der selbst der größte auf beiben «Seiten des Ozeans sein wird. Die gaitze Konstruktion, die die beiden genannten Eisenbahnlinien verbinden lvird und von Lang Jslaitd nach The Broux führt, muß sich über eine Länge von 6185 m erstrecken. Die Herstellung des gesamten Baues erfordert nicht weniger als 72 000 Tonnen des besten Stahls. Demnach ivird die Brücke an Materialverbratlch, an Größe. Geivicht und Kostenailfivand einen Weltrekord bedenlen.
"Aufrichtig! Allch Frankreich ist in diesen Kriegszeiten keineswegs dllrch Ueberfluß an Lebensmitteln gesegnet, tute sich aus folgendem, vor einem Pariser 33iftualtenlabeu angebrachten Plakat entnehmen läßt: „Täglich A»rkilnst einer Ladung \ a st rischer Eier 51 t billigen Preisen l . .
Logogriph.
Mit e bin ich am Wagen tief verborgen,
Doch ich allein nmß alle ßciften tragen;
Dil hättest keine Nacht und keinen Morgen, Wollt' ich einmal der Welt den Dienst versagen.
Mit t bin ich ein Ding au§ Holz und Eisen, Vernichtet ist, ivas ich einmal erfasse.
Mit en siehst bu mich auf Schweizerreisen An einem See als Berg mit hohler Gasse. (Auflösung in nächster ^innrer.)
Auflösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummer i Weiß Schwarz
1. Dg5 — c 6 Db 5 nimmt e 5
2. L li 4 — d 8 f K a 5 — b 5
3. Sf 7 — d 6 f ffltatt.
Schristleitung: Aug. Goetz. Notatioiisdruck und Verlag der Vrühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


