Vollkommene Konservierung ftattfindet, klar zu werden. M. Reuter Hot eine Betrachtung dieser Art im „Prometheus" veröffentlicht, die ein sehr günstiges Ergebnis für die Beirrte rinn a des „Eis- flcstsches" ergibt. Es ist vor allem nötig, daß das Gefrieren unmittelbar nach dem Schlachten einsetzt und bis zur Verlvendung des Fleisches aufrecht erhalten wird, wobei ein vollkommenes Durchfrieren bis in den innersten Kern stattfinden muß. Von welcher Dauer ajber dann eine genußfähige Aufbewahrung des Fleische sein kairn, zeigt die Tatsache, daß die Jakuten das seit! Jahrtausenden im Eis der Lena angesrorene M a m m u t f l e i s ch zu gewinnen suchen, um es an ihre Hunde zu verfüttern. Da die beim Gefrieren in Betracht kommenden Temperaturen nicht die geringste lebenerschwerende Wirkung auf die Bakteriell, Fäulniserreger usw. ausiiben, diese im Gegenteil für spätere „Arbeit" nach dem Austauen frisch und leistungsfähig erhalten, ist von hoher Bedeutung, daß nur das Fleisch von unbedingt gesunden Tieren verwendet wird, lind daß auch die Kühlräume peinlichst sauber und von jeder Infizierung durch Menschen oder andere Uebertragnng freigehalten werden. Dagegen ist es unwesentlich, welche Flisch- art oder welche Tierart für die Aufbewahrung herangezogen wird. Für die Verweisung von hygienisch einwandfreiem Fleisch und eine Ueberlvachung der Kühlräume ist in Deutschland durch entsprechende Gesetze und ausübende Kontrollheamte hinreichend gesorgt. Nach dem Auftauen soll das Gefrierfleisch nicht mehr lange Zeit der Luft ausgesetzt werden, auch ist eine Verarbeitung zu Hackfleisch, hauptsächlich im Sommer, dringend zu widerraten, da das durchnäßte Fleisch einen 'überaus günstigen Nährboden für schädliche Keime jeder.Art darstellt. Im übrigen sind die Gefahren der Fleischnahrung, wenn man von solchen sprechen kann, bdim Gefrierfleisch nicht größer als bei dem gewöhnlich zum Verkauf ausliegenden. Trotzdem bestehen immer noch gewisse Vorurteile gegen das Gefrierfleisch, die allerdings dadurch erklärlich werden, daß das Fleisch beim Austauen seine bisherige Frische verliert und leicht welk wird. Diese Erscheinung beruht aber auf einem rein physikalischen Vorgang, dem sog. „Reifungsprozeß", der unter der Einwirkung niederer Temperaturen 'Xvei j^>em Fleisch eintritt und eine Selbstauslösung der elementaren Bestandteile zur Folge hat. Das Gefrieren befördert diesen Prozeß, der beim Auftauen des Fleisches zu Tage tritt, aber es muß betont werden, daß der Nährwert zutage tritt, aber es Muß betont werden, daß der Nährwert des Fleisches in keiner Weise dadurch herabgesetzt wird.
* König Nikitas Gesetzbuch. Die Untertanen König Nikitas sind em recht eigenwilliges Volk, das in allen Lebensverhaltnissen mehr auf seine eigene Kraft als auf all das „Geschwätz" vertraut, womit andere Völker ihre „Papierfetzen" (so nennen die Montenegriner die Gesetzbücher) zu füllen pflegen. Jeder rechtschaffene Montenegriner verabscheut und verhöhnt dieses „Gewäsch" von ganzem Herzen. König Nikita aber, der durch abendländische Anschauungen augenscheinlich bedenklich beeinflußt ist, ließ znm Entsetzen feiner Untertanen ein Gesetzbuch verfassen, das zum mindesten ihren größten Exzessen einen Damm entgegensetzen sollte. Ein Studinin dieses Gesetzbuches, aus dem das „S v e n s k a Dag blad et" einige bezeichnende Proben mitteilt, gewährt einen interessanten Einblick in die Kulturznstände dieses Landes. Paragraph 28 lalltet z.B.: „Es ist in Friedenszeiten nicht zlltässig. daß eiile ganze Bande plündernd über die türkische Grenze dringe. Jedes Verbrechen, das ein Monteilegriner im fremden Lande begeht, wird gerichtlich ganz ebenso bestraft werden, als lväre es im eigenen Lande geschehen." Im Paragraph 34 heißt es: „Wer eineil un- schllldigen Montenegriner mit den Füßen stößt oder mit dem Pfeifenrohr (!) schlägt, soll 50 Dukaten Buße zahlen. Falls der Angegriffene aber sofort seinen Angreifer tötet, so soll die Sache als abgetan gelten. Tötet jedoch der Allgegrissene feinen Angreifer erst nach einer Stullde oder nach einem ganzen Tage, so sott er für vorsätzlichen Mord bestraft werden." Dle Blutrache wird in Paragraph 39 lläher präzisiert. „Es ist voil »im an streng verboten, bei Ausübung der Bliitrache an dem Schuldigen auch dessen unschuldigen Bruder zu töten." Paragraph 59 lautet: „Wer ei,len
Dieb ivährend seiner Tat niederschießt, erhält eine Belohnung von 20 Dukaten." Zum Schluß sei noch folgendes Verbot des 89. Paragraphen erwähnt: „Der Brauch bei Frauen llud Männern, sich beim Tode eines Familienmitgliedes die Haare abznscheren und das Gesicht zu zerfleischen, m>i wegen der Trauer so entstellt nmher- zllgehen, ist »licht mehr gestattet."
vüchertisch.
— „H e i m a t d i e n st im e r st e i» K r i e g s j a h r." (2. Kriegs- iahrbuch des Binldes Delltscher Frauenvereine 1918.) Im Anitrage des Bllildes Delltscher Franenvereine heransgegeben und bearbeitet von Dr. Elisabeth Altnlann-Gottheiner. Mit 4 Tafeln und 2 Ab- bildnngen im Text. Preis gebunden Mt. 4,—. Verlag von B. G. Tenbner, Leipzig und Berlin. (Ein Teil des Ertrages ist für den nationale,» Frauendienst bestimmt.) Während draußen in Feindesland deutsche Männer todesmutig Wacht halten, um das Vaterland zu schützen, stehen drinnen delltsche Frauen in heißem Bemühen, die schweren Schickfalsschläge, die der Krieg über ihr Vaterlaild gebracht hat, zu inilderi», die Wlderstalldskraft ihres
Volkes zu erhalten und zu festigen. Auch diese im Dienste der Heimat stehenden Kämpierinnen verdienen ein Denkmal ihrer Arbeit. Als dieses darf gelten das unter dem Titel „H e i m a t d i e n st im er st e n K rieg s j ah r" herausgegebene 2.Kriegsjahrbnch deS Bundes Deutscher Frauenvereine, das eine Zusammenfassung alles dessen bietet, was von ben Frauen im ersten Kriegsjahre aus dem Gebiete der sozialen Kriegsfürsorge geleistet wurde. Es redet in seiner Schlichtheit eine eindringliche Sprache von Aufopferungsfähigkeit nild stillem Heldenmut, und ist gleichzeitig ein Hohes Lied auf die D ganisationskraft der deutschen Frau. Es berichtet nach einem von Frau Jenny Apolant bearbeiteten Kapitel: „Organisatlon und Aufgaben der Kriegsfürsorge in den verschiedenen Städten" über alle einzelnen Zweige der Kriegsfürsorste, über Ernähiungs-, Wohnnngs- »nid Bekleidnngsfürsorge, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Wöchnerinnen-, Säuglings- und Krnderlürsorge, Fürsorge für Krieger-Witwen unb -Waisen, Flüchtiingsfürsorge, kriegSgemä-ße Lebensweise und Kriegsfürsorge au? den» Lande. Die Uebersichlen ützer die Kriegsarbeit des Blindes Deutscher Frauenvereine und die verschiedenen Berufs» Ulld Fachverbände bieten Anlaß z»l lehrreichen Vergleichen zwischen den Arbeitsmekhodel» in»d Hilfseinrichtungen verschiedener Städte und zeigen typische Bilder aus dem Heimat- dienst der deutschen Frauen. Der nur durch starke Erweiterullg seines Umfanges ermöglichten Verarbeituilg des ungehenren Materials tritt der für die Vereine so wichtige Adressenteil und das Kalendarium, das auch in diesem Jahre ivieder auf die Zeit bezügliche Aussprüche bekannter Frauen enthält, zur Seite.
— Wilhelm Bölsche. Die deutsche Landschaft in Vergangenheit und Gegenwart. Mit 145 Bildern und einem farbigen Kunstblatt. Erschieilen in der Sannnlung: „Lellchtende Stunden", — Eine Reihe schöller Bücher — herallsgegeben von Franz Goerke, Direktor der Urania, Berlin. (Vita, Deutsches Verlagshans, G. m. b. H., Berlm-Eharlottenbnrg. Preis: Kartoniert Mk. 1,75, gebundei» Mk. 2,80). — Bölsche's sonniger Geist führt uns in diesen» Bande der „Leuchtenden Stunoen" unter Heranziehung einer Fülle reizvoller Bilder durch die deutsche Landschaft. Delltiich schaut a»ls rtnserem schöllen Heimatbilde das Antlitz vergangeller Erdepochen: Die atieu Massengebirge kristallinischen Ursprungs in »mseren Mittelgebirgel», das Urmeer ans versteinerten Ozeantieren in der Eifel, Reste ll»»erhörter Ueppigkeit in lnlseren Sleinkohlengebieten. Von Deutschlands Wüstenzeit spricht die rötliche Klippe Helgolands, der rostrote Renaissancetrauln des Heidelberger Schlosses. Die großartigen Bilder der Jnralandschastei», der schwäbischen Gaue n»it ihren vor- weitlichen Niesentieren mrd Korallenriffei», ferner als praktische Geschenke urserner Tage: Die gewaltigen Kalilager, die weiße Kreide ans Rügen, der Bernstein der Wälder des Sailllandes, die Braunkohlenlager Böhmeils; weiter die ergreifenden Natnrkunstwerke der Sächsischen Schweiz, u. v. m. ivird uns hier mit ineisterlicher Dar- stellllngskraft vor Augen geführt.
— Die „Fliegenden Blätter" (Verlagsbllchhandlung Braun & Schneider, München) haben in der Erkenntnis, daß deutscher Frohsiiln, deutsche Kunst gerade jetzt in beu Tagen schwerster Prüfung und bitteren Leides mlserem Volke in Waffen und zu Hause doppelt nötig ist, sich während der ganzen bisherigen Kriegszeit nach Kräften bemüht, vo»i dem Guten das Beste zll bringen, »vas in Wort und Bild den Soldaten und denen daheiil» nicht mir ein vergessendes frohes Lachen abgeivinnen kann, sonder»i zugleich auch den Völkerkrieg in seinen erhebenden und Milt und Kraft stärkenden Zügen klar beleuchtet. Gleich den literarischen Beiträgen sind es, wie ans dem uns vorliegenden Halbjahrsbande hervorgeht, gerade jetzt im Kriege auch die zahlreichen und schönen Bilder von Künstlern ersten Ranges, die das vaterländische Empfinden erfreuen und befriedigen. Geschmack- und taktlose Beiträge haben »vir nirgends findeil können.
Rösselsprung.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Weiß Schwarz.
1) väl nimmt ä2-s 0? e nimmt <12.
2) T c 3 — e 3 Beliebig.
3) Turm oder Lauter gibt matt.
Schriitleituna: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühi'schen Unioersitäts°Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


