auch im Kleinen, oit Nebensächlichen scheint mit iester Hand alles dem deutschen Geiste dienstbar gemacht . . . Daß die Welt des Panoramas nicht stillsteht, sondern sich weiter dreht, dafür sorgen die mehr denn je sich drängenden Zeitereignisse, und da unser Heer auf alle Fronten verteilt steht, so wird man u: diesem ersten Kriegs-Panorama allenthalben seinen Siegeszug verfolgen können.
* Die englische Zeppelin-Konkurrenz. Als etwas ganz neiles wird in der „Stampa" nntgeterlt, daß die Engländer von nun a,i — wenn auch etwas verspätet — ben Konkurrenzkampf mit dein Bau der großen deiitschen Kriegslilstschiffe auf- nehinen wollen. „Die neueii englischen Flugzeuge," so heißt es dort, „bedeuteii schon einen großeii Fortschritt gegenüber dei:en,d:e man bei Ausbruch des Krieges hatte. Sie sind viel nuderstauds- sähkger geivorden. Mehrere Flugzeuge sind eigens z::r Verfolgung der Zeppeliiie erbaut wordeii. Sie rönnen in der Almute auf 300 m steigen und in verhältnismäßiger Gefchwiudigkeit niedergehen. Bisher geschah es öfters, daß die Genfer der Aeroplane, die auf die Jagd ausgingen, menn sie glücklich die Hohe der Zeppeline erreicht hatten, die derrtscher: Luftschiffe in der rasenden Geschwindigkeit, die ihre Molore ihnen erlauben, unversehrt ent- fchwmden ' sahen. Auch ist es vorgekommen, daß mancher Flieger beim Niedergehen nach fruchtloser Zeppelmfagd das Leben einbüßte." „Das alles," so fügt die „Stampa" hoffnungs- freudig hinzu, ..wird bei den neuen englischen Flugzeugen vernneden
»Der K i n o - N o m a n des M a t i n. Ter M a t i n hat in Paris eine Einrichtung begründet, die gewissermaßen eine Revolution des Zeitungsromans bedeutet. Es ist die Einführung des sog. Kino-Romans, der aus Amerika stammt und dort auch bereits ausgeführt wurde. Die Einrichtung besteht darin, daß der in einer Zeitung ir: Fortsetzungen lanfenbe Roman gleichzeitig nn Film vorgeführt wird. Dies geschieht, indem man die Handlung von je acht Fortsetzungen verfilmt und ain Ende jeder Wochs tu sämtlichen Kinos abrollen läßt. Auf diese Weise sollen die Leser der Zeitung den Kinos als Publikum gewonnen werden, und umgekehrt soll das Kino sein Publikum dadurch veranlagen, die be- trefferrde Zeitung zu halten. Der erste Kino-Roman dieser Art wurde in einer amerikanischen Stadt gedruckt und verfilmt, und die Pariser Presse behauptet hoffnungsfreudig, daß das betreffeiide amerikanische Blatt durch diese Einrichtung eine lliizahl neuer Abonnenten gewoimcn habe. Um ganz sicher zu gehen, hat der Matin sich seinen ersten Kino-Roman auch in Amerika schreiben lafleu. Er führt den verführerischen Titel „Die geheirnrüsvollen Wunder von New York" und ist von Pierre Decourcelles für ben französischen Geschmack umgearbeitet. Der geschäftliche Erfolg des Kino-Romans bleibt noch abzuwarten. Jedenfalls läßt sich aber schon heute die Behauptung aufstellen, daß diese stolz angckündigte „Revolution" nicht gerade befruchtend aui den literarischen Wert der Romane wirten dürfte.
vüchertisch.
— Earl Spitz weg als Dichter. Die humorvollen Verse und schnurrigen Sprüche des Münchener Altmeisters sind jetzt eben in einem Büchlein erschienen, das gewiß überall gern ausgenommen werden ivird, und das eigentlich wie kauin etn anderes Buch tu dieser niederen Preislage sich für Misere Feld- grauen eignet. Es ist betitelt „Reime und Bilder" und-nn Delphin-Verlag München crfd)ienen. (Preis 50 Pfg.) Es sind köstliche Probeii jener geruhigen, heiteren Lebensphilosophie, durch die ein anbecer Malerdichter - Wilhelm Busch — sich in Deutschland alle Herzen gewann, und durch die gerade in den jetziger: Zeitläuften manche Sorge — wenn auch nur für Augenblicke — von dem Leser und Betrachter gescheucht werden kann. Das Büchlein enthält nämlich außer Spitzwegs Gedichte»: und einem kurzer: launigen Lebensabriß von Hermann Uhde-Bernays noch 24 der schönster: Bilder des Künstlers ii: bester:: Mattkunstdruck. . Eine entzückende Gescheukgabe für jedermann, vor allein aber wird es unserer: Feldgrauen willkommen seir:.
— Hel er: e Christ all er, Vor: Liebe. Novellen und Skizzer:. Ir: Originallcinwandband Mk. 3.20 (Fr. 4,—), Nach der vieler: Kriegslikeratur wird man gerne wieder r:ach etwas anderem greifen. Zu den bester: Erscheiruingen dieses Jahres gehört unstreitig dieser Noveller:bar:d von Heler:e E h r i fr a l l e r. Wer die Schriftstellerin kennt — und sie besitzt bereits einen großen Leserkreis — wird sich freuen, sie wieder auf ihrer:: ureigensten Gebiete, der Scelenschitderung der Frau, zu treffe::. „Seht wie Frauen lieben", das ist das Motto, das über jede dieser Erzählungen gesetzt werden könnte. Dieses Thenn: versteht sie wie feine andere zu varneren und bis in die feinsten Regungen der Frauenseele zu verfolge::.- Dazwischen finde,: sich ihre einzig-schöner: Naturschilde- rungea des Echwarzivaldes und Odenwaldes. Kurz, es ist ein Buch, mit dem jedermann — besonders _ bei unseren Damen — immer und überall ivird Freude bereiter: köm:er:. Auch die hübsche "Ausstattung inacht das Buch zu Geschcnkzweckcr: besorrders geeignet.
— Der Bauer aus der Stang'. Rornan vor: Haus Schrott-Fiechtl. Gehestet Mk. 3.—, in Leinen gebunden Mk. 4.—. Verlag vor: Grethlein L Co.. G. rn. b. H. in Leipzig.
— Als ein ga,:z Eigener im besten Sinne tritt Han8 Schrott-Fiechtl auch ir: diesem neuesten Roman, vor den Leser. Es ist ein Buch aus dem Bergland Droh ein echtes Heimatbuch, durchströmt vom Duit der Scholle und der Bergmattrn, erfüllt vor: der herben Kraft ur:d trotzigen Sicherheit des Alpenvolkes. Jrn Mittelpunkt der schlichten, gradlinigen, fast unscheinbaren Handlung stehen ein junger Bergbauer, ein ganzer Mensch von kerngesundem Schlag und ein hellheißes, junges Weib, die beide erst im Lauie der Zeit in harter Arbeit sich recht zusammenfinden, bis schließlich durch die Bäuerin das Glück des Hauses fest gegründet wird. Was Hans Schrott- Fiechtel in dieser:: kargen Geschehe:: an echter Bauernart festgehalten, rvas er an bäuerlicher Psychologie, an knltrrrellen Gedarcken und Ernpsiudunger: hmeingetragen hat, zeigt ihr: wieder als ersten Kenner Tiroler Bauerntums. Reir: und tief leuchtet er hinein in die unkomplizierte Bauernnatnr.
— Die Leipziger „Illustrierte Zeitung" (Ver- lag I. I. Weber, Leipzig) erscheint in ihrer neuesten Nummer 3780 als Weihnachtsnunnner. Ein stimmungsvolles Bild „Stille Andacht in einer flandrischen Kirche-am Weihnachtsabend" von Walter! .Hammer, mit dem die ddrm'm-er eröffnet wird, gibt den ernsten Hrundton an, auf den das ganze Heft gestimmt ist. Noch, v-erstärkt wird dieser Eindruck durch das doppelseitig in: Vierfarbendruck wiedergegebene Bild „Christus tröstet einen verwundeten Krieger" von Pvofessor Walter Firle. Einen recht religiösen Charakter trägt auch das ebenfalls vierfarbig reproduzierte Bild „Auf Patrouille in der Weihuachtsnacht während der Christmette" von Professor Ludwig Koch. Nicht minder ansprechend sind die in Tiefdruck gebrachten Motive „Würterabend in Cleve" nach einer Radierung! vor: Professor Helmuth Liefegaug und „Weihnachtsfeier in einem Unterseeboot" von Felix Schworrnstädt. Der letztgenannte Künstler hat außerdem noch, zwei fesselnde Illustrationen beigesteuert: „Da- heinr" und „Draußen", die die großen Gegensätze, die der Krieg geschaffen, lebendig zur Anschauung bringen. Mit weiteren, ebenfalls zum Teil farbigen Bildern sind vertreten: Oskar Achenbach, Willy Specht, W. Ganse, Josef Correggio, Fritz Grotemeyer, Kurt Hasseulamp, Adolf G. Döring, Botho Hoefer. Von den textlichen Beiträgen verdient an erster Stelle genannt zu werden der Artikel „Weihnachtsgedan^en" von dem Berliner Oberhof Prediger! D. Trhander. Von allgemeinem Interesse sind auch die Ausführungen über „Das Ideal des ewigen Völkerfriedens" von Professor Arnold Rademacher in Bonn. Einen künstlerischen Abschluß! findet die Nummer in einer mehrseitigen, mit weniger bekannten, zum Teil auch farbigen Bildern ausgestatteten Würdigung Adolph Menzels.
— D r. Adolf K ö st e r , D i e st i l l e S ch l a ch t, Kriegsberichte aus den: Großer: Hauptquartier. Umschlagzeichmmg vor: Karl Arnold. Preis geheftet 1 Mark 50 Pf., in Pappband 2 Mark. Verlag vor: Albert Langen in Müncheu. — Adolf Köster, der längere Zeit im Großer: Hauptguartier als Kriegsberichterstatter aus den: westlichen Kriegsschauplatz weilte, sammelt in dieser:: Band feine fesselnder: Aussätze aus der Zeit vorn Febrrrar bis zum September 1915 über alles, rvas er ar: und hinter der Front irr Flandern, Belgier: und Nordfrankreich sah. — Die „strlle" Schlacht nennt der Verfasser sein Buch, weil es der: sogenannten „Stellungskrieg" beschreibt, der aber natürlich nicht so „still" ist, rvie der deutsche Bürger aus der Ferne glaubt.
— Eberhard Büchner, K r i e g s d o k u m e u t e. Der Weltkrieg 1914/15 in der Darstellung der zeitgenössische,: Presse. Vierter Baud: Von der Eroberung A i: t rv e r p e n s
bis zun: Fall Tsingtaus. Titel-, Umschlag-- und Einbandzeichnung vor: Professor F. H. Ehrucke Geheftet 3 Mark, in Leineubaud 4 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Sehr rasch ist der:: dritter: Bande der Buchner- scher: „Kriegsdvkumente" nun der vierte gefolgt. Er beginnt ::::t der Einnahme Antwerpens und endet mit der:: Falle von Tsingtau, umfaßt also die Ereignisse vor: Mitte Oktober bis Mitte Noveruber. Jeder Band zeigt es vor: neuern, daß uns hier cir: Orrelleiiiverk erster: Ranges- geboten wird, das nicht nur für der: Mitleveuder: vor: höchster:: Wert seir: muß, sondern für alle Zeiten seir:e dokurnentarische Bedeutung behalten wird. Das ausführliche Sachregister ist besonders nützlich und praktisch.
Rätsel.
Liebling der Frauen brr: ich, aufrichtig, und sicher kein Schmeichler. Wer mich zerstöret, den flicht jahrelang — sagt ,r:nn - das Glück. Hast du das p mir geraubt, bewahr' ich manch' tiefes GeheiinniS, Brichst du mich nun ohne Recht, hast bit die Freiheit verwirkt. Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummer:
B r a B r i e g Ariadne
Baden I ei n e
Schrtftleituug: Aug. Goctz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen


