Ausgabe 
25.11.1915
 
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Güte des Hergesteltten überzeugen kann» Tägliche Bortrage.musi­kalische nnd andere Darbietnngen sargen zum übrigen noch dafür, der höchst sehenswerten Ausstellung immer neuen Reiz zu ver­leihen. ._ ' ör -

Vermischtes.

* Schmetterlinge als Touristen. Das alljährlich zu beobachtende Wandern vonTieren hat schon seit.langem dre Naturforsclrer zu genaueren Untersuchungen über dieses Problem angeregt. Solche Wanderungen, die sich entweder nn Umkreis des Aufenthalts einer Tiergattung oder aber über wette Landstrecken in großen Scharen vollziehen, sind besonders in ^rJ",ektenwelt eine häufig wiederkehrende Erscheinung. Die Arten di^er Ände­rungen ereignen sich aber mit so mannigfache, und üNlndverschtedcne Weise daß cs der Forschung bisher noch nicht gelungen ist, gemeingültige Regeln für die Ursachen, die Dauer und die natur- wissensäwftlichen Zusammenhänge der Jnwktenw^de^gen fest- zustellen. Wie in einem denJnsektenkreisen aewchnnten Mfsah im nächsten Heft des Prometheus ausgesührt wird, ist die Annahme, daß der Hunger das treibende Moment für solcl)e Wanderungen sei durchaus nicht in allen Fällen richtig Be' den '^estgercisttm Insekten, den Heuschrecken, mag dies tatsächlich zutreffen. Die in der Pflanzenwelt durch ziehende Heuschrcckenschwarme angerich- teten Verheerungen zeigen zur Genüge, daß es der Hungertried ich der diese Tiere in gewaltigen Massen über Land treibt. Toch auch bei den Heuschreckenwanderungen müssen noch andere Ursachen mitwirkend sein, da auch der grüßte Heuschreckenschwarm keines­wegs von der unteren Donau bis nach dem Worden Europas zu reisen brauchte wie es in Wirklichkeit oft geschieht, um bloß seinen Hunger zu stillen. Eine Wanderung im Umkreis weniger Dörfer würde ausreichend sein, um dem größten Heuschrecken­schwarm genügende Nahrung zu die teil. Noch rätselhafter er­scheinen die regelmäßigen Gesellschaftsreisen der^llen, die in ihrer Geschlossenheit dem rastlosen Naturell dieser Tiere wider­sprechen. dkuumehr versucht der bekannte Entomologe Professor Sajo im Prometheus, diese Naturschau!piele aus psychologischen Ursachen herzuleiten. Hierbei soll die Erregung des Nervensystems die wichtigste Rolle spielen, da die Insekten außerordentlich nervöser Mtur sind. Es ist anzunehmen, baß diese Nervosität der Insekten eine Folgeerscheinung ihres aufreibenden Daseinskampfes ist. Der reinste TypuS solcher nervösen Jnsektenwanderer smd die Schmetter­linge, die ein regelrechtes, ungebundenes Touristenreben suhreni Ganz besonders ist der Distelsalter (Vanessa cardui) als Tourist be­gannt. Diese Neigung sclseint auch die Hnuptnrsache für sein inter­nationales Auftreten zu sein. Denn die schonen -Ulelsatter sind in der ganzen Welt bekannt; sie kommen in fast allen Regionen vor in der Tiefebene ebenso gut wie int Hochgebirge. In vergan­genen Jahren haben die großen Wanderzüge dieser geflügelten Juristen in Europa gewaltiges Aussehen erregt. So konnte man vom 3.-8. Juni 1879 mehrere große Züge von Distelfallern über Straßburg beobachten. Ein ander Mal bedeckten sogar unzählige Distelfalter die Schneeflächen beim Hospiz, von St. Gotthard. Hieran konnte man am deutlichsten erkennen, daß es sich bei den Schmetterlingen nicht um eine massenhafte Nahrungssuche, sondern ganz einfach um einen nervösen Reisetrieb handelte. Denn man wird zugeben müssen, daß die Schmetterlinge nicht die Schnee­regionen des Hochgebirges aussuchen mußten, um die Disteln zu finden, denen sie ihre Nahrung entnehmen. Fünf Tage nach dieser Ueberraschung auf dem St. Gotthard, am 10. Juli, wurden die Schmetterlingzüge in Frankreich beobachtet, und 14 Tage später- waren sie in den verschiedensten Gegenden zu erblicken, in St. Gal­len, Karlsruhe, Rennes und Paris. Zu den Schmetterlmgstouristen zählen auch die sog. Gammasulen, die zu der Art der Spanner gehören. Sie erschienen einmal in dichten Wolken sogar über dem Meere vor dem Leuchturm von Helgoland. Auch die Kohlweißlinge sind eifrige Touristen, deren Reisen sich meist in der Rtchtung von Norden nach Süden bewegen. Man hat Kohllveißluigs-üge beobachtet, deren Breite sich über eine Meile ausdehnte.

- Originelle Meldung. Beim Uebergang nach Alsen (am 89. Juni 1864) schickte General von Maustein nach der Landung einen Ulanen, der sich durch ein feindliches Dragoner­pferd beritten gemacht hatte, an das Ufer der. Augnstenburger Föhrde, um zu sehen, ob feindliche Schiffe darin seien. Nach kaum einer halben Stunde kehrte der Reiter zurück und meldete mit ernster militärischer Dienstmiene wörtlich:Ick melde mir von Patrouille zurück. In der Augustenburger Fährde lag ein Kanonenboot. Als eS mir sah, erschrak es und bampfte ab."

Vüchertisch.

Um selbständig in Modedingen zu werden, muß daS Wesen der Mode genau verstanden werden. Nur aus diesem richtigen Verständnis der Mode wird der deutsche Einfluß aus die Modegestaltilng erwachsen können. Deshalb ist das be­deutsame Werk Dr. Norbert SternsMode und Kultur-, erschienen im Verlag der E u r o v ä i s ch e n M o d e n z e i t u n g in Dresden, so sehr dem Zeitbedürsnis entsprechend, weil cs

mit philosophischer Gvündlichkeit in das vielgestaltige Wesen der Mode einführt. Vor imS liegen die Liefermigen 5 und 6 des Werkes, in denen mode-philosophische Studien überKokottentum und Mode",Masken und Mode", sowie überdas Groteske in der Mode" enthalten sind. In der dem Autor eigenen, tempera­mentvollen, geistreichen Form werden mit der fortschreitenden Behandlung des vielseitigen Stoffes weitere Wege aus dem Labyrinth der Mode freigelegt, denen jeder Leser und jede Leserin mit großem Interesse folgen muß. Beim Erforschen der so mannigsaliigen Zusammenhänge zwischen Entstehung und Aus­gestaltung der Mode wird es jedem Denkenden klar werden, wie gründlich und vielseitig der Boden für die erfolgreiche Entwickl»mg einer deutschen Mode bearbeitet werden muß.Mode und Kultur", welches Anspruch auf Beachtung aller Gebildeten und an der Mode interessierten Kreise hat, ist sowohl in zwei vornehm aus- aestatteten Bänden für Mk. 15. als auch in 13 Lieferungen für ie Mk. 1.20 zu beziehen. ,

- Als 103 5. Band vonK ü rschners B ü ch e r f ch a tz - Hermann Hillger Verlag, Berlin-Leipzig erschien der Roman M i r a s Seele" der Schriftstellerin Andrea Carel.

- Dürerbnnd-Kalender 1916. Der 9. Jahrgang des Dürerbund-KalenderS, derG e f u n d b r u n n e n für 1916", ist erschienen. Durch eine kleine Auswahl vorzüglicher Gedichte und Feldpostbriefe, durch eine Sammlung von Aussprüchen der Führer aus allen Gebieten und aus alleli Parteilagern, sowie durch mehrere besondere Aussätze umreißt er zunächst ein klares Bild unserer großen, ernsten Zeit. Doch müßte er keine Gabe des DürerbundeS fein, wenn er bloß rückschauend und nicht wegweisend wäre. Er konnte seine Augen nicht verschließen gegenüber dem, was uns an Aufgaben erwuchs, er durste nicht vorübergehen, wo noch zu bessern ist. Ein Volk, da8 gewillt ist, weiten Teilen der Erde den Stempel feines Geistes auszndrücken, muß selbst kern­gesund sein, und diese Tatsache ließ als Recht und Pflicht erscheinen, zu heilen, zu stärken, den Blick zu schärfen. Eine schöne Reihe wertvollster Aufsätze für das neue Deutschland enthält der Kalender aus seinen 192 Seiten, und auch für den häuslichen Kreis bringt er mancherlei schöne, a»lch manche lustige Gaben. Vom Kalendarirnn bis zu den statistischen Zusammenstellungen der letzten Ceiteli durch­zieht echt deutscher Geist daS Büchlein, von dem wir nur wünschen fönnen, daß es in recht viele Familien einziehen möge. Auch unsere Feldgrauen im Osten und Westen und Süden werden sich sicher über das schmucke Bändchen freuen, das für nur 60 Pfennige (in Posten vo,i über 50 Stück für 50 Pfg.) auch den weniger Wohl­habenden zugänglich ist. Eine schmucke Geschenkailsgabe kostet 1 Mark.

Turnen und Sport im Leben des deutschen Studenten von Freiherr von S e ck ^n d o r \ f. Sonder­druck ausAkademische Rundschau- Leipzig, Verlag von K. F. Koehler. Preis 30 Pfg. Ter auf dem Deiltschen Wissenschaster- tag zu Frankfurt a. M. 1914 gehaltene Vortrag des Hauptmanns Karl Frhr. v. Seckendorfs enthält als wohlgeluiigeiie Studie das Wesentliche über die Frage von Sport und Turnen im Leben des Studenten. An Hand reichen, statistischen Materials werden die Gründe der mangelhafte ,\ körperlichen Pflege der deutschen Schul­jugend höherer und mittlerer Lehranstalten und der Studenten­schaft aufgedeckt und gleichzeitig die Wege zur Gesundung gewiesen.

Feldgraue Lieder. Krieg?- nnd Soldatenlieder von 1914/15. Im Aufträge des Kaiser Wilhelm-Danks. Verein der Soldatemrennde. gesammelt nnd herailsgegeben von Robert Gers- bach. 3. Auflage. 41.-70. Tausend. Pre,S 25 Pig., in Partien bedeutend billiger. Verlag Kameradschaft. E. G. m. b. H. Berlin W. 35. __ Wie schnell sich dieses schöne Liederbüchlein die Gunst der vaterländischen Sänger in feldgrauer Uniform und im bürgerlichen Rock erworben hat, davon zeugt die Tatsache, daß schon nach so kurzer Zeit eine Neuauflage, das 41.70. Tausend notwendig wurde. Brachte der Herausgeber in den ersten beiden Auflagen nur Lieder, die nach allgemein bekannten Weisen zu singen sind, so hat er in die Neuauflage außerdem die Texte von 48 schnell be­liebt gewordenen, neu vertonten Kriegsliedern ausgenommen.

Magisches Quadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats sind dieBuchstaben AAAABD DDDEsSSS U U derart einzutragen, daß die wagerechten u. senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bebeuteu:

1. Fluß in Italien.

2. Eine Spielkarte.

3. Schweizerischer Staatsmann.

4. Eine Hügelkette.

Aussösuna in nächster Nummer.

Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer i

Weiß. Schwarz.

1. Lg5 h6f Kg7 U6

2. Sd6 f6f K h 6 h 5

3. g 2 - g 4 f und matt.

ffchrlstlestitiia: Äug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UmversitätS.Buch- und Cteindrackerei. N. Lange. Gieße»