1$tüfteln schritt er hin nud> her. So verloren- in seine Gedanken, daß- er ein halblautes Klopfen überhörte, das nun von der Tür her scholl. Erst ein zweites, stärkeres Mn pochei^ weckte seine Aiiftnerksaniteit.
„Herein!"
Und schnell gab et sich wieder Haltung.
Hannes Neusch trat Wer die Schwelle Der? Und zu so ungewöhnlicher Stunde? m zuckte es in Bertsch auf, mit hellseherischer
Gewißheit: Die Schicksals stunde war da! Er fühlte sein Herz pochen, hoch bis zmn Halse hinauf, aber keine Miene an ihm zuckte, wie er jetzt scherzend sagte:
„Na, lieber Rensch, was verschafft mir denn das Vergnügen? Sic brauchen wohl noch einen Manu am Spieltisch drunten?" ' '
„Doch nicht, Herr Bertsch, es ist nicht an dem." Alle Sinne gespannt, fühlte Gerhard Bertsch, lvie sich auch der andere bemühte, recht unbefangen zu scheinen. „Ich hörte nur alv eben, dast Sie auf Ihrem Zimmer waren, da wollt' ich die Gelegenheit mal wahruehmen, mit Ihnen etwas zu bereden."
„So, so Nun, dann nehmen Sie Platz. Also — worum handelt es sich?"
m m 15 ^gen der Streitigkeit zwischen unseren
Grüften Rensch ließ, sich bedächtig Bertsch gegenüber am Sosatische nieder. „So kann das doch nicht weiterqehen." ^ „Warum nicht, lieber Neusch?" In aller Ruhe klappte Bertsch die Zigarrenkiste ans. „Oder wird Ihnen drüben die Sache etwa unbequem?"
„Uns? I — fein Gedanke!"
.. also! Da können wir ja doch beiderseits die ae- Uchtliche^ Entscheidung in Gemütsruhe abwarten. — Aber wollen Sie denn nicht nehmen?"
„Doch, danke vielmals."
Ein wenig hastig griff Rensch in die Stifte.-
dazu, und das Lchnen ward ihn, -ur Gewißheit: Die drüben waren am Ende. Sie wollten
3* <■?“** 77 - f - e n ™£ ten! Jetzt nur kalt »lut bewahrt und sich nicht bluffen lassen. ’
So reichte er denn seinein Gast Feuer hin imd setzte sich .^ber die Zigarre in Branö. Behaglich lehnte er ich hieraiif in die Sofaecke zurück.
fc „Ä® e ""' ä °lso auch bei Jhiwn nicht pressiert, lieber verstehe das^nicht recht " " " weiterqehen können? Ich
. ^ ich meinte das auch nicht unsertwegen. Wir Gehrten können das \a ruhig mitansehen, aber unsere Leute Schade?,'" ^ wie unsere ^ die kommen fobet m
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u - ."^wiß, hoch nicht — das weiß ich wohl. Aber es £ uicht ansbleiben. Sie haben doch auch
stark etnsch-ränken müssen und können auf die Dauer Ihre Leute nicht beschäftigen." T
r, r , rt r"S er s^t Ihnen das, mein Bester? Hier!" Und Bertsch schob sein ent Besucher eilten Situationsriß hin, der vor ilun aus den; Tische lag, „Sie verstehen ja auch, so viel von der
wiim^ ! m “ ®i e t ,d ? bas hier mal an. Aufschlie- Lorrichlungsarbeiten auf der elften und zwölf-
€l, . t neuer Tagesschacht im westlichen Grnbcn- Unlage einer Preßluftleitung für maschinelle Bobrnna die ganze Grube, Bau einer elektrischen Wasserhaltung
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9<ie hatte Bertschs Stimme kühler und aleichaültiaer flttl entscheideiideu Ang 9 nb?ick. 9
foi.ru>' i 5 ian ? guifl ;* H 110 Deu ^audesbauk. Aber diese Ruhe machte ihn rrre. Und imn sagte er sich: In wenn's
A < i uar ' 001,11 stand's freilich aussichtslos Nr die eiaene Sache. Dann war nichts mehr zu hoffen. 9 °
c . 5 sog-stark aii seiner Zigarre, damit der Dampf
lerne Betroffenheit dem Gegner verhüllen möchte. Aber der tackelte schwelgend in sich hinein. Unbeweglich lehnte er tu der Sofaecke und blickte den Rauchkringeln seiltet Zigarre nach, als interessiere ihn das mehr als die ganze Unterhaltung. ' 3 0
Diese Gelassenheit entschied bei Reusch und besiegte seme letzten Bedenken. Ihre Sache war nun doch einmal verloren, wer durfte es ihm da verdenken, wenll er nun wenigstens noch seinen eigenen Vorteil wahrnahm? Und er sandte einen Blick zu Bertsch hin, vorsichtig, einstweilen nur sondierend.
,|t cu — wenn die Dinge so stehen — da
ftaue ich >zhnen wohl noch etwas anderes zu sagen."
„So? Haben Sie noch loas auf dem Herzen?"
. "' s ?' 77 ^nttc Ihnen einen Vorschlag zu machen,
der auch Ihr Interesse wahrnimmt."
„Sehr freundlich, mein lieber Rensch, doch kaum nötig. Das besorge ich selber schon."
„Hören Sie mich nur erst einmal an! Also —" und sich vorneigend, dämpfte Rensch die Stimiiie —, „was wurden Sie dazu sagen, lvenn sich unsere Gewerkschaft bereit erklärte, den Prozeß gegen Sie zurückzuziehen?"
'/Das fände ich nur sehr vernünftig. Damit würden S,e sich viel Geld sparen."
... r 5 n ^buschs Gesicht spiegelte sich deutlich die Ente taufchung. Lar denn dem .andern gar nicht beizukommen? Aergerlich sagte er:
. . "Sie sind Ihrer.Sache allzu sicher, Herr Bertsch. Noch haben Sie ja deu Prozeß nicht gewonnen!"
,''^, anun betonen Sie das immer wieder so anaeleaent- lrch? Für lnich hat die Sache wirklich nicht die Wichtigkeit, wie Sie cmzunehmen scheinen."
fu . Y^ a 6?^ ^usch es endgültig auf, den Ueberlegenen zu sprelen. Gr war mir lioch der Mann, der sein Geschäft ins retne bringen wollte. So sagte er denn:
... lassen wir das auf sich beruhen. Aber eins
könnerl (Sie mxx doch nicht abstreiten: Es wäre Ihnen von größtem Interesse, wenn die Streitigkeiten mit unserer Grube aufhorteu und statt dessen ein gemeinsames Arbeiten Hand iii Hmtd stattfände."
y- . wäre mir das nur angenehm. Silid Sie viel-
.lncht seitens Ihrer Gewerken beauftragt, mir hierüber Vorschläge zu machen'?"
„Wenn auch das nicht grad —> aber ich wäre vielleicht tu der^Lage, Ihnen zu dieser Einigung zu verhelfen."
mr irisch maß den andern mir mit einem großen
Bl'ck. Da,m zuckte er die Achselw „Ja. wenn der Herr von Grund hier säße und nur das sagte! Aber Sie? Nee mein lieber Rensch!" 4
(Fortsetzung folgt.)
Der verdacht.
Emmi Kriegserlcbnis imcherzählt voll M ar g a r e t e^W o l f f - M e d e r.
Diese cilisame, schwermütige Landschaft Weiter Suwv! und Wiesen. Hinter de» Wiesen ein k^egswünder b-l§ Verbrannter Wald. Ulid hier die Reste eines polnischen Dorfes ,^Pompell hatte irgendwer von den Soldaten es getauft. Am Eingang der Trummerstatte stand der Name mit schöner deutlicher Surrst auf nuem Holzbrett verzeichnet, und dartmckpdie W and Äompagrueuummer der Sieger, die hier gestürmt hattem Und so nannte nun jeder das Nest und dre Einwo£ ^ war den Soldaten immerhin leichter sprechen als der eigentliche polnische Name. *
. Ä Schwertfeger sah mit seltsam tiefen, schauenden Auaeir m che Wecke Serne Kompagnie lag hinter dem Dorfe in eitieZ Schlos>e in Ruhestellung. Sie hatte gestern eine stars«» russtsche Feldbefestigung gestürmt, loar nicht mehr gefechtsstark £ ma $ Cte ?^-^üllung aus der Heimat. Da loeiter vorn E ^ststn und Feldern tobte der Kanipf. Die Russen ms Innere ihres Landes, brennende Dörfer säumten 0eu Gürtel. Dumpf grollend tönte Geschütz«
rJ?- cc stieg bläulicher Abendnebel aus dem Erdreich und egte sich wie eine sanfte Hülle über das traurige Dorf bic EE
Fe^/n «inhalier volniN^ aber stand in den imtete
In Kh h ff f Jude tut langen Kaftan. Er hielt etwas m vano imd betrachtete es aufinerkwm. F-rik erkannte in heil,
sS^ cl k r ® tno , clll , eu gebogenen russischen Säbel Der Alte wüstr die Klinge, schüttelte den Kopf, zog einen Wetzsteö' 7ns


