Ausgabe 
1.7.1915
 
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§915 - Nr.

Donnerstag, den Juli

Lurück ;ur Scholle.

Konuin von Ewald Gerhard Deeliger. (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

diesem Nachmittag erschien Hugo wieder in Britz- heru»tergekommen aus Die Mutter Ag^,,»"^"lelnd die Hände zusammen, als sie ihren tzätt? es "blickte Zu einer Droschke von Zdurotschin /'s diesmal nicht gelangt. Der Pelz hing bei einen, des baiÄ Berlin, und der noble Anzug hatte im Lause .^ "^/^'"^leganz bis auf eir^n kümmerlichen 82r die Stillung seines Hungers und S S c b,t Mutter Aber für die grausamen Enttäu. Tr,-re- £ ÖUf L° eben uberstanden hatte, wußte sie keinen g^ch?h!ttte!^ch ÄU fcÖl ' eafItc ^' UK,S ber Junge alles durch.

Gesttitzt auf die sieben Millionen seiner Braut, hatte er seine zügellosen Jndividualitätsgelüste wieder hervorgeholt, JfSL *L em ^"lartilel nicht mir auf die Sozi alben, o- ??J: /"''dern «ich auf alle übrigen politischen Parteien geschin,pst, ohne die konservative auszunehmen. und >var so- chrk aus die Slraße geseh, worden, und das zu einer Zeit.

^iebenmrllionenbraut in starkem Verdacht >^abt hatte daß sie sich nach einem neuen Bermögensve» lvalter Und schon drei Tage später wurde Hugo von

^»rwrlf^' i* enn b<t dr«hst>lger hatte sich gestmden Hugo lies sich nach einer neuen Stellung die Füße wund Keiner wollte es mit ihm wagen, er hatte sich durch sein Verhalten um allen moralischen Kredit gebracht. Jetzt saß er b^E.>ilbt bei de» Fleischtöpfen der Heimat und ließ die rZ^ugel hangen.

Es -vird mir wohl nicht anderes übrig bleiben, alsach " p^losophierte er dem Gleichmut

Dw gute Mutter fiel fast in Ohnmacht. Hugo beruhigte sie etlva,', zündete sich eine von Vaters Zigarren an, streckte sich müde rn den alten Lehnstuhl und haderte mit dem bos- hasten schick,al. Als August Knorreck am Abend hetmkam war er nicht wenig überrascht. Hugo vorzufiiide». Mit brechender stimme erzählte die Mutter die jammervolle Leide,isge,chichte des söhncheivS und suchte ihn dafür zu erwärmen Doch August Knorreck hatte zmveileu ein sehr hartes Herz. ' 7

, , ia^e « triumphierend ^>as Hab ich kommen

selben. Was gedenkst du zu tun?"

erwiderte Hugo mit dem Phlegma eines un- velbesseiliche» Pechvogels. <ch,ch stelle an das Leben keinerlei Aiisolder,uigei, inehr Vielleicht gehe ichach Amerikaud tuerde Wethodistenprediger."

Hebe'" lachte August KnorreckWer's glaubt^

Hugo!" ries die Mutter.Das wirst du mir hoch nicht antuu!

,'Bleibt mir ein anderer Ausweg?" fragte er ftirn-» runzelnd.

Na!" ineinte der Vater gutgelaunt und steckte sich ein« Ff*»* a v kuriert zu sein Also du gehst nach

Halle und studierst weiter." ^

miä denn?" knurrte Hugo.Theologie?"

Was du willst, und ivozu d» am ineisten Lust hast. Aber

endlich. So noch unters

entscheiden mußt_

Zwei Jahre will ich di schnappt."

denken^" Rheologie!" entschied Hugo nach kurzem Nach-

Hugo!" rief die Mutter glücklich und fiel chm um

d^l Hals. Dann warf sie sich auf Hugos Gäsche, die in einem Zustande heimgekommen tvar. Hugo haderte nicht mehr mrt dem Schicksal, es hatte ja keinen Zweck, und zündete sich eine zweite Zigarre an.

. daS nicht weiter, tzen. Dann hat'- ge-

. wv Vlvt , u A c auutii waren unncner. DUNV

da war, überraschte s,e nicht sehr. Thomas Hauschild der in b« dunklen Eckc saß, beobachtete kie mit lauernden Blicken. Jue Eifersucht, die in rhm wachte, ließ ihn daS rechte spüren. Aber er l^tt« s,e mtt Moritz Gassel in Verdacht und nicht mrt dem Baron.

Was gab s denn?" fragt« August Knorreck und nahm den Zwicker herunter.

°-^!b«rte Hedwig.Cäcilie wollte nicht zu Bett Und es ist so furchtbar heiß draußen."

schilb"ch"aus ^ uichtS gemerkt!" platzte Thomas Hau.

Hedwig gab ihm keine Antnwrt. und er nahm bald die Mutze um zu Franz Wiegelt zu gehen Hugo fand endlich auch den Weg dahin. Ein paar Groschen hätte er noch Übrig Und schlimmstenfalls konnte Hebung arishelsen. Bei der sta," den ,a noch siebzig Mark.

An, nächsten Morgen besuchte er Moritz Gassel. der ^-nn-der schule hielt. Er erzählte ihm sein PrüfungS-

Ao sind Sie auch von der schwarzen Kuh getreten worden!" konstatierte Hugo mtt Genugtuung.Aber mir ist es doch noch ekliger ergangen. Zuerst Karl Zdurotschin und NUN die sieben Millionen!"

Ja!" meinte Moritz Gassel vergnügt.Mit dem Erben und imt dem Heiraten loar's nichts. Da werden Sie's lmlt doch mit der Arbeit versuchen müssen."

Noch was!" höhnte Hugo schlecht gelaunt, außerdem hatte er wieder seinen Kater.Arbeit ist für die Dummen!"

Wissen Sie das so genau?" erwiderte Moritz Gassel achend.Wenn Sie nun auch zu den Dummen gehören?"

Nein!" wies Hugo entrüstet zurück. ,Hch »oerde mir ern Lotterrelos kaufen. Bel dem Pech, das ich in der Ltebe habe!"

Als er nach Hause kam, rief ihn der Bater über den Hof.