i"
396
feilt Geringerer als SchltMMM führte es mit warmen Worten ein; später haben auch NdendelSsohn, Gabe, Liszt (der na begeistertes Büchlein über Franz veröffentlicht hat» imb Richard Wagner ihre Bewnnberung für den Hallenser Meister mit Nach drrrck ausgesprockrn und betätigt, ftiir Franz bvod>cii nun nach und nach bessere Zeiten an. Cr wurde jetzt „jemand"! er lvar der angeselxmsw Musiklehrer der Stadt, wirkte als Organist an St. Ulrich, bekleidete die Stellung des Universitätsmusiklehrers und leitete die Hallenser Singakademie. Nach und nach wurde er der „alte Franz!", oine in der Siaalestadt wohlbekannte Personliä-keit, bereit Erscheinung jetzt SchaperS Denkmal auch den späteren Ge schlechter!! getreulich aufbewahrt tjiat. Dabei ging Franz als Künstler, ohne nach rechts tlnd links zu sehen, unbeirrbar seinen oigenen Weg. Me hat er sich dazu verleiden lassen, das Gebiet zu überschreiten, das er als das seinige empfand und ansah: das Gebiet des Liedes. Er sagte einmal, indem. ec sich mit Ricl-ard Wagner verglich! „Mck>ard Wagner ist der Mann iveiter Wünc, ich verschmähe solche Schleuder undgehe lieber mit demSpitzhanimer auf einen Fleck los." Sein Werk umfasst im gdnzen nnist nrehr als 279 Lierder, aber „in dieser Arurut welche Fülle!" Tie Eigenart des Franzschen Liedes^liegt toolrl zunächst und vor allem in seinem tiefen Verständnisse für das Dicht ernvrt ltnd in seiner unerschüttealick-en Ackjtnng davor. Er ist kein Dramatiker, er ist ganz Lyriker. Er erfaßt das Gedicht von seinem Kerne ans und baut auf diese,n Grunde die Vertonung auf. --tu der Strophenform bat er immer festgehalten. Seine Mleiodien sind schlechthirt, Nar, sein, einprägsam.' die Töne, die ec ans seiner Harfe hat, mannigfaltig: fte gfrlten vom tiefsten Leide lstnüber bis zum neckischen Uebernrute. Ein Hauch zartester Empfindung, de,n Dufte einer Blüte unvergleichbar, ist zuletzt das, n-as an seinen Liedern das eigentlich Franzsche ausmacht.
Ein scknveres Geschick betraf den Meister noch in seinen alten Tagen. Er verlor das Gchör. Hart, hart wurde es ihm, sich in dies Leid zu schicken, und ber durch viel Bcrkeitnung ohnelstn sclwn rockst t^erbitt-erteKünstler, konnte in seinen späterenJahrcu zntveilen gar scharf über Mensckstn, Leben und Kunst licki äußern Aber inrnrer reicher strömte dock) auch dafür in das stille Künstlerhaus zu Halle der Dank mrd die Mlerkennung der musikalischen Welt, die mit den Jahren immer stärker empfand, was sie an Franz besaß. Vs er ach v4. Oktober 1892 die Augen zum einigem Schlafe schloß/ wirr er bereits unter die klassischen Meister der deutschen Tonkunst und besonders des deutschen Liedes ausgerückt. Ec ist und bleibt nach Liszts schönem Worte eilt „Fixstern deutscher' Lyrik".
vermischtes.
* D e r M a r i t n f a \ t v i Nt Kinderlieb. Ten Marienkäfer, jene« kleine Tierchen mit den sieden dunklen Punkten aus d«ln roten Leibchen, sehen wir jetzt ivieder überall im Garten, in Feld und 91», ttinherschwätinen. Schon die vielen Namen, die ihr»t das Volk gegeben hat, ivie Sommerkälbchen, GottcSkühlein. Herr- gottskälblein. Frauenküblein, Sonnenkäfer, Gotteskalb, Sonne- küken ufiv. beweisen, ivelche Zuneigung die Menschen dem Marienkäfer entgegen bringen. Bet unseren Vorfahren in der altheidnischen Zelt galt er als Bote der Liebe und als Wettervorhersage».-. Heute ist er !ta>ne»ttlich in der Kinder»velt gern gesehen, und überall im deutschen Sprachgebiet lehrt die Mutter de>t Kindern, daß man einen Marienkäser nicht töten dürfe. Auch in Kinderltedern kommt dieser fteiue 5läler oft vor. So siltgeit die Kinder int Nord>veste»t Deutschlands: Dünne, Sunne, Katharine,
lat de StlUtte schielte, lat den Regen öwer gähn, dat wi tonnt na Schale gähn.
In einem anderen Lied, da- fast überall in Deutschland mit Dialektverschiedenheite»t gestlngelt lvird, heißt e»:
Sunneküken flieg, di Voder iS in Krieg, di Moder iS in Pommerland,
Pommerland iS affebranttt,
Sunneküken flieg.
Noch in tnanchen auberen Liedern, die reist von Kindern dratlßen aus den Feldern, Wiesen und Wegelt gesungen werden, mußte der Marienkäfer den Text liefern.
'Niederschlag u n b (& r »item enge, lieber ben Ein- flud, den der Nege>tniederschlag aus die Erträgnisse der Ernte anS- übt, hat man natürlich gewisse Eriahrnngen aus der Praxi». Der Landmann weiß genau, ob eS zu viel oder zu wenig geregnet hat. Aber über Einzelsrageu, ivie etiva der Regen sich auf verschiedene Jahreszeiten am zweckmäßigsten zu verteilen hat, darüber herrschen zurzeit noch auseinandergehende Anschauungen. So gibt es Stimmen, ivie die des Hallifchen Professors für Landwirtschaft Prot. W o h l t- manu, die sich dahin aussprechen, daß die Hohe der Ernte im wesentlichen von der Höhe deS Niederschlages abhängig ist, die im Winter gefallen sind. Ein heißer trockener Sommer bringt auch dann noch gute Ernten, wenn der Winter regenreich geiveien ist. Dagegen drückt ein regenreicher Sommer die Getreideernte^ stark herunter. Das Negenbedürfni» im ganzen genommen ist a»>ch für die Sominerlnonate recht beträchtlich. Aber ein einziger recht
zeitiger Regen, sei e» ein natürlicher, fei es ein künstlicher, verursacht eine außerordentlich hohe Ertragssteigerung. Dem gegenüber vertritt Geh. Rat Prof. Krüger in der Deutschen Land- lvirtschaftlichen Presse andere Anschaulmgen. Indem er aus die Ergebnisse von diesbezüglichen Untersuchungen verweist, kommt er zu den» Schluffe, daß der Winterregeu sich als einflußlos auf die Erträgnisse der Ernte aller Feldfrüchte eriveisl, während mit der Menge des SoinmerregenS die Ernte, wenn auch nicht au»uahms- los, zu steigen scheint. Dabei kommt es weniger aus die in einer längeren Zeit im ganzen fatleitbe Regenmenge an als auf deren Derteillmg über die Zeit. Scho»» eine kurze Durstzett kann kür die Erntehöhe verhängnisvoll werden. Dttrslzeiteu aber müssen ein« treten, wenn eine an sich genügende Regenmenge in ungünstiger Verteilung über die Zeit fällt. Es kommt also daraus an, aus »vieviel Regentage sich die Gejanuwassermenge verteilt und auf die Höbe der au einzelnen Tagen fallenden Niederschläge. So fiel die Ernte vo»t 1914 m größeren Gebreten deshalb so ungünstig aus, ivcil der Juli eine auüeiorbentCidie Hitze und Dürre brachte, nicht tveil zil viel Regen gefallen wäre.
* I o f f v c S a n »l a nt i t i s ch c r Orden. Jossres Feldherrn- rrchm hat die allerhöchste Anerkennung deS Königs von Annam geunden, der dem .französischen BeielilShaber in Anbetracht »de» Ruhme» seiner Großtaten, der von Mund 511 Mund läuft, feinen erhabene»» Orden KinvKhanh ve» liehen hat. Viel will daS an sich nicht eben besagen, denn der König von Anna»» ist bekanntermaßen ein Vasall Frankreich», der durchaus nach der Pfeife seines allmächtigen .Beschützers" zu tanze,, hat. Interessant aber ist der orientalische Prunk, der mit der Verleihung des Orden« an den General sich verknüpfte. Enthalte!, war er in einer Kassette, die ihrerseits »v»eder in 'einem rotgoldenen Lackkasten lag. Die Ver- ieihnngSlirkunde ist auf ein Stück Leide geschrieben, die auf zwei kurze, eisenbeingefaßte Stäbe atlfgetvickelt ist. Da Jossre der anna- mitlscheu Sprache nicht kundig ist, so ist diese Urkunde von einer Uebersetzung begleitet, durch die General Jossre seine» Rahme» im fernsten Osten versichert wird.
vüchertlsch.
— 1914. EinTagebu cb. Das netteste Heft von Pros. Edt»ard E n g e l S im Erscheinen begriffenem, schnell allgemein bekannt ge»vordenent kriegSgeschichtlichem Werk .19 14. Ein Ta gebucht (George Westermann, Braunschweig. Berlin, Hamburg) enthält folgende bemerkenswerte Au»sührung: In halb-
amtlichen deutschen Zeitungen wurden wir vor Monaten »iber- slüssigerwelse ermahnt, »ms einer weisen Mäßigung in den öffentlichen Urteilen über die feindlichen Staatsoberhäupter zu befleißigen. Dies geschieht ohne jede Er»nahnung in der gesamten deutschen und österreichische» Presse. Nun höre »non die Sprache, die ein Franzose von Ansehen gegen den Kaiser von Oesterreich führt. Im .Petit Journal" schreibt Stefan Pichon: .In Dieil weiß man noch nicht, ob der alte Manleiel Franz Joseph — ee vienx rnulet de Francis-Joseph — endlich von der Noltvettdigkeit überzeugt »st, das Kaiserreich gutwillig zu amputieren/ Di- .Kölnische Zettung* fügt hinzu: „In diese», Tone spricht heute ein ehemaliger Minister des Aeußeren in Frank»eich von dem las! 00jährige,» Herrscher Oesterreich-UnaarnS, mit der Rohelt einer Gesinnung und der Sprache, die einem solchen Greise gegenüber selbst ein Apache von Belleville anzuwenden noch zögert» würde/ Die „Kölnische Zeitung" irrt sich-, kein französischer Apache würde gleichviel >vem gegenüber mit irgendwelcher Roheit zögern, und Herr Pichon ist nicht der erste sranzosische Minister, der uns davon überze»lgt, daß im Punkte des Apachentunis die Gleichheit und Brüderlichkeit in Frankreich zur Regel geivorden sind. „Man streife den» Franzosen die meine Haut ab, und der Turko kommt zun» Vorschein" — dieser Ausspruch rührt von BiSmarck her und war das Ergebnis seiner im Kriege von 1870 gemachten ähnlichen Erfahrungen.
— Männer und Völker Unter diesem Titel beginnt jetzt im Verlag Ullstein u. Co., Berlin, eine neue Reihe von Schriften (jeder Band für 1 Mark) zu erscheinen, die, von deutschen Gelehrten verfaßt, die Gesamtliieit der durch den Krieg aufgeworfenen, »oeltpolitischen Fragen in einer auch dem Laienpudliknm zugänglichen Form behandeln werden. Den Anfang macht soeben der Band „Bi i s m a r ck s Erbe" von Professor Hans T e l b r ü ck, dessen politische Anschauungen bekanntlich recht häufig zum Widerspruch herausfordern. _
Artthmogriph.
12 2 überirdisches Wesen.
2 4 2 3 beliebtes Nahrungsmittel.
3 2 4 1 ein Naturprodukt.
4 3 2 5 2 griechische Göttin.
2 3 4 2 Stadt in Pennjylvanien.
6 2 5 5 2 3 Bezeichnung für eine bestimmte Zahl.
1 2 3 4 2 5 eine angenehme Zeit für Jung und Alt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer:
Leber, Leder, Leser.
Uchristleitung: Aug. Goeh. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UuiversitälS-Buch- und Steindruckerei, 3t. Lange, Gießen'


