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nickt hören, wa- her Bader und der Reiter zu besprechen haben, die ihn pflegen sollen. Sprecht mir, Ihr zwei, Mar Wachcnrott hört Euch nicht. .La. das Wirtsmädel, so eine Teufelsdirn!" — Wer ist txis? Max. sprechen Sie von Traute? Ach nein! Teufelsdirn! Traute ist ein Engel, die den Wunden geküßt hat. — ..Soll wohl den letzten Sommer gesehen haben! Ein Jammer mn das Bild von einem Madel!" — Ter Fähnrich wird ganz still. Die Augen schließen sich. Tie Lippen bewegen sich nimmer. Er horcht. — ..Wann gebt'S denn zum Regiment? Morgen schon! Und »vas wird die Straf fein? Tie Straf? Run, wenn S gnädig kommt, der Scheiterhaufen. Hat kaiserlich Volk verraten wollen und auf einen Offizier geschossen. Machen kurz Gericht m einem solchen Fall. Der Rittmeister soll's nit mitansehn wollen. Öeifet ja, er ist auch in die Tirn versclwssen gewesen! Soll gesagt haben, wofür denn das Regiment seinen Prownen hall!
Max Wachenrott, beiß die Zähne ein! Warst Du der auf den man geschossen hat? War Traute der unbekamlle Retter? Gehts um Dich, um Dein Mädchen? Gehtsum Dem Glück? Ach nein. Fähnrich, Du träumst! Schlafe! Morgen scheint die Sonne, nnd Traute lvird Dem sein . . . und alles ist gut . . .
^^Das Frührot sandte feurige Strahlen aus. Vom Hahnenschrei erwachte der Fähnrich aus einem schweren, traumzerquälten Scklaf. Da stand mit grauenerregender Deutlichkeit vor chm, was gestern das arme Hirn nicht hatte fassen können. Heute srüh sichren sie Traute zum Regiment! . ^ f .
Herunter vom Lager. In die Klerder, m Koller und Ättneln! Ten Pallasch her! Wo ist er? Gilt gleich! Geht muh ohne Pallasch, muß ohne gehn! Der Helm! Wo ist der Helm? Der Fähnrich wird ohne Helm reiten? Run leise hinunter tn Den Stall zum Schimmel Der Platz ist leer. Jsts dem Fahnrrch nicht, als ob der Schimmel geblutet habe? Gleichviel, nimmt er Fußhollens Rappen. Sattel auf. Eisen in» Maul! DmauS ! Leise, mein Roß, sie schlafen noch? Run auf den Gmtt. DrA sich das Roß, oder bist du trunken, Max Wachenrott? Ruhe! Festfitzen! Run zum Tor! Der Soldat öffnet. Was. der Fähnrich ist wieder aus den Beinen? Und hieß doch, mttn wisse nicht, ob er davvnkommen wird? Ein Teufelsjunge, der Fähnrich!
Und der Rappe trabt gegen die Heerstraße.
Der Kuckuck ruft wieder im Buchenschlaa. Drei Reiter traben in den jungen Morgen, zwischen sich ein mnaes Weib .Wovon sprechen sie? Wovon anders als vom Fähnrich, der mit FuA hollen- Rappen heut in der Früh zum Tor hmauS ist. Weiß keiner wohin! Muß noch im Fieber gewesen sein. Der Rittmeister hat den Wachtposten am Tor in den Turm werfen lassen. Tie drei sollen schn, ob der Fähnrich weiter die Heerstraße entlang geritten ist und gleich einen Boten senden. Der Rittmeister kamt nicht viel Leut entbehren, denn in der Rächt hat mün versucht, den gefangenen Rat zu befreien.
Ein reiterloS Pferd kommt den kleinen Zug entgegen Fuß- hollen- Rappe wiehert laut den Morgengruß. Ter Wachtmeister ist erblaßt, er ahnt nichts Gutes. Vorwärts!
Es braucht nicht weit. Da liegt an der Wegkehre mitten auf der Straße der Fähnrich Wachenrott. Grün und golden huschen die Dichter um ihn her. Äon der Halde ruft lockend der Kuckuck. Der Fähnrich hat ein weiße- Tuchlern in der Rechten und regt sich nicht.
Mordblei! Der Wachtmeister ist ein rauher Gesell. Wer hat ihn je weinen sehn? Run aber rollen über sem verwittert Wolfs- aesicht die heißen Tränen. Zum zweiten Mal wirft sich ein junge- Weib neben dem Fähnrich nieder, aber diesmal ist's ein Toter, den sie im Arme hält.
Ach Traute, hättest du an jenem Maienabend auS der ungeschickten Knabenband daS weiße Tuch genommen! Warum spottetest du deines Herzen- und eines Jungen, der es mit reiner Hand erobern wollte?
Arme Traute .... Dito Stoun.
vermischtes.
• Der durchsichtige Sonnenschirm. Unsere Großmütter haben Sonnenschirmchen gekannt, kleine, kokette Gebilde au- Seide, mit Spitzen und Rosetten verziert, mir einem zierlichen, ellenbeinernen Stiel, die bei alldem nicht größer waren, als ein rechtschaffener Suppenteller. Wir haben Sonnenschirme gesehen, die sich wie da» Dach einer chinesischen Pagode in allerlei bizarr geschweiften Linien auftürmten. DaS neueste ist jetzt der durchsichtige Sonnenschirm, der berufen scheint, den eleganten Damen von New Pork für diesen Sommer al- Spielzeug zu dienen. Der alte Sonnenschirm, den man in allen möglich»», Farben trug, hatte ja so mannigfache Nachteile. Er mußte, wenn der Anzug geschmackvoll sein sollte, mit dem Kleid irgendwie übereinstimmen. Aber nicht immer war da» magische Licht, da- da» Gesicht der Trägerin dann färbte, ihrer Erscheinung günstig, und noch viel seltener mar eS gesund. Denn e» ist eine bereit- sestgestellte Tatsache. daß unter Umständen die Färbung eine- SonnensthIrmeS aus dein au sich in seiner Zusammensetzung harmlosen Sonnenlicht den schädlichen Strahlen allein Durchgang zu gewähren und die andern gerade abzuhalten fähig ist. Der neue durchsichtige
Sonnenschirm hat dagegen den Vorteil, da» Licht, so wie e» ist, durchsallen zu lassen, aber schön zart, avgedämpst, ein voetische- „Mondscheinlicht" erzeugend. Er ist ganz au» einem besonder- dazu geeigneten, dichten und doch durchsichtigen Gazetüll gemacht, und nur am Rande entlang mit einer koketten Garnierung von Seide und künstlichen Blumen geschmückt; eine andere Form ist die eine- hochgewölbten, achteckigen Setdenschirm», in dem oben eine Kuppel, eine Art „Oberlicht" au- dem neuen Schirmstoff eingelassen ist. Wer etwa- auf sich hält, tragt natürlich zu diesem »Kokettier-Sonnenschirm", wie man ihn nennt, und nicht mit Unrecht, denn er scheint die Rolle übernehme», zu wollen, die der Fächer sonst spielte, einen „Kokettierhut*. Das ist eine Art Turban, zu dem ein Schleier aus demselben durchsichtigen Tüll gehört, der nur bis zur Rase oder bis zum Mund lose und glatt herabsällt. Alan scheint also ein wenig Fatime und SobSide au» Tausend und einer Nacht kopieren zu wollen.
* Die schönste Amerikanerin. In New Port hat kürzlich ein Ausschuß von Künstlern getagt, der eine ähnliche Auf- gäbe zu lösen hatte, wie weiland Prinz Pari- auf dem Berge Iba. ES galt, unter den zahlreichen Wettbewerberinnen diejenige zu ermitteln, die den Anspruch aus den Ruhmestitel der schonsteil Amerikanerin besitze. Die Künstler entschiederl sich schließlich für Miß Justine Johnson, ein Küllsttermodett von Bern*, deren Photographie ben auSgesetzten Preis von 20 000 Mark erhielt. Fraglich bleibt nur, ob diele Entscheidung die Zustimmung de- amerikanischen PublikurnS und ganz besonder- — der amerikanischen Frauenwelt erhalten wirb. Miß Justine ist, nach ihrer Photographie zu urteilen, llichts weniger al» eine sogenannte klassische Schönheit, wohl aber eine hübsche junge Dame vo>» pikante», Reizen. Ob diese sie zu den, Anspruch berechtige»,, als die schönste der Ame»ika„ertnne», ausgezeichnet zu werden, das muß dahin- gestellt bleiben.
• Eine Höchstleistung im Tauchen. Seitdem die für
das Tallchwesen so bedelltsame Erfindung der Tauchglocke durch zahlreiche Apparate verbessert ist, haben die Bemühungen um einen Lauchrekord nicht geruht. Bisher schien es, als ob die von einen, englischen Taucher vor 7 Jahren erreichte Tiefe von 62 Dieter die äuverste Leistung bleiben sollte Jetzt aber »st, wie das .Technical World Magazine" milteilt, diese Leistung um volle 82 Meter übertroffen worden. Ter Matrose der amerikanischen Kriegsmarine, Drellishak» ist an, 8. November vor. Js. von Bord dcS Kriegsschiffe- .Walke" bi- auf 81 Meter Tiefe getaucht und hat in dieser beträchtliche», Tiefe 12 Minute», verweilt, eine Leistung, dt« um so beachtenSmetter ist, wenn man die Jahreszeit, in der sie auS- geiübrt wurde, in Betracht zieht. Mit Zuhille»ahn,e der besten, erst jüngst erfundenen Apparate und unter ärztlicher Aussicht ging der Taucher in die Tiefe. Durch eine automatlfche Vorrichtung wurde ihm Sauerstoff zugelührt; ein besonderer Apparat war nötig, um de», Sauerstoff durch einen gewaltigen Dr»»ck den, unter Waffer befindlichen Taucher zuz»,führen. In einer Tiefe von 10 Metern mußte er eine Viertelstunde ver»veilen, 'um sich an de», verstärkten Druck des Wasser- zu gewöhnen, und von 10 zu 10 Meter», wiederholte sich diele Pause. Besondere Vorkehrungen waren zur Verstärkung der Tauchglocke getroffen, die in der Tiefe von 81 Metern einen Druck von 114 Kg. auf de»» Ouadratzentirneter auSzuhalten hatte. Tie Schwierigkeit, den Tancber bet feinem Aufstieg wieder an den veränderten Truck zu gewöhnen, wurde mit Hilfe eine- »lnter Waffer geteuften gepanzerten Zylinder- gelüst, in den sich der Taucher nach geta»,er Arbeit begab, und der selbst für einen längeren Aufenthalt a»»fs beqnemfte eingerichtet ist. Natürlich führte der Taucher einen eigenen Fernsprecher »nit unter Wasser, durch de»» er seine Wünsche de», Beobachten, »nitteilen konnte. Albte 18 Minuten, die er unter Waffer verweile», sollte, abgelaufen waren, telephonierte er, daß er noch weitere 10 Minute», unten zu bleiben imstande fei. _
rlrithmogriph.
1 8 3 6 4 französische Stadt.
2 7 2 Stadt in Tirol.
8 2 14 eine Kulturpflanze.
4 2 7 6 2 4 russischer Schriftsteller der Gegenrvart.
6 7 6 2 4 ein Heldengedicht.
6 2 3 4 persische Provi»,z.
8 4 Figur au- dem Kartenspiel.
7 2 8 8 holländischer Maler.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Titel einer Magner- schen Oper.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung de- magif cben Quadrats in voriger Nummer»
I
8 | A
R
8 | 0 | D
A
A
1 D ! A
M
R | A I M ' -
A
Schriftleltung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Untversitätö-Bnch- und Steindrnckerti. R. Longe, Giehei^


