Ausgabe 
13.3.1915
 
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Llllyschen Heeres jufommeit »var, die ifju wegen seiner jkrunksestiakett schätzten, so hörte er viel, von dem andere nichts wußten. und er lvar cs auch, der zu Jan Ende des Jahres 1634 von jenen Verhandlungen sprach, die im ncich^ sten Jahre zum Vertrage von Haag ftlhren sollten, und in deren Verlaus sich England, Holland und Frankreich (ja. Jan. Frankreich! und Jan knurrte!) mit Dänemark gegen die Liga verbündeten.

Da also tauchte wieder Frankreich auf, Frankreich, das ihn so lange genarrt, und das Jan nun hoffte, endlich be­treten zu können. Ganz fern, als ein schönes und lockendes Zauberbild gleichsam, schwebte die Möglichkeit, die beiden Mädchen, an denen noch immer sein Herz hing, zu befreien. Denn von jenem holländischen Offizier, der aus dem spani scheu Lager vor Bergen nach Paris gereist war. hatte Jan erfahren müssen, das; inan den beiden Mädchen den Prozeß gemacht hatte, weil sie fremde La,idstreicher gedungen hätten, um zwei Offiziere Seiner allerchristlichen Majestät von Frankreich zu ermorden In der Tat hatte Herr Dnrante tn jenem Prozeß von Landstreichern gesprochen. Und während Jos6 Maria über diese Nachricht verächtlich gekachelt hatte, war Jan in eine solche Mut ausgebrochen, daß er wie ein Wahnsinniger die wildesten Schmähungen über Dnrante ge- schrien hatte. Damals war das Urteil ergangen und Seine Eminenz, der Walfisch, hatte es bestätigt, das; die beiden Mädckien in ein Pariser Kloster eingesperrt werden sollten. Ein Brief, den Jan in dieses Kloster mit Hilfe des Hollän ders hatte schmuggeln wollen, war aufgegriffen und die Folge war, daß an den General Tillh das Ersuchen des Kardinals ging. Jan. genannt von Werth, des Meuchelmordes im ordentlichen Prozeß überführt, nach Frankreich ausznlieferu. Jlvar hatte Tillh dieses Ersuchen abgelehnt. Aber mit einer Miene, die Jan alles Blut ans dem Gesicht getrieben, hatte der General ihm kühl gesagt, daß er zwar die französische Anschuldigung nicht glaiiben ,volle, daß aber auch er mannig sach Gelegenheit gehabt hätte, an Jan eine gewisse üble draufgängerische Unruhe wahrzunehmen. Er solle in Zukunft nichts tun, als seines Generals oder Obersten Befehleil sich trikt z,t akfomnivdicreii. Fortan stak Jan iit der eisernen Ma- chinerie des Heeres als ein winziges Rad. Es gab kein selb- tändiges Handeln mehr, keine frische Eigenmächtigkeit. Und wenn er abends beim Trunk saß, mußte JosS Maria ihm nicht selten scharf Einhalt gebieten, so vieler Becher glaubte Jan zu bedürfen, um des Grolles über seineVerurteilung", wie er sagte, Herr zu werden. Da also begann er wieder auf- ittileben, als es nun wirklich schien, als würden französische Soldaten auf denr Kampfplatz erscheinen, als würde (Gebe ein Regiment erscheinen vo,t einem gewissen Dnrante befehligt' Zackerbombenundslöh.

Damals verfolgte er die Nachrichten über die politischen fknchrlchten mit wahrer Wut. Er verlangte von Jos6 Maria wden Tag neues zu hören, und was er auch hörte, nichts war, das nicht Oel m das Feuer seines Hasses aus Richelieu ge gossen hatte Der war Frankreich, der war Dnrante. uub alles Uhu Falschheit und Schlange,iringeln. und Gift und Verrat. Der knechtete nn eigenen Lande die Hugenotten (mag er, denn r* . & ut katholisch, sagte Jan), aber draußen spielte er stch als Freund der bedrängten Protestanten im Reich auf. « n um . em . e ^ ^rund zu haben, vielleicht einen Fetzeck Landen.' von deutschem oder spanischem Besitz zu packen. Des­halb betrieb er den Haager Vertrag, deshalb stellte ec ein Heer auf, als der ,panische Statthalter in Mailand sich des Valtellms bemächtigte, um mit dem Reiche eine sichere Ver- b»,butt«j au &<ibf« . llnb biefe lebte Tal war cg. die Jan zu dem Entschluh brachte, die Fahne Tillv-g zu verlassen, denn lelbst in der Schlacht bei Lutter am Barrnbergc, in der die Liga d>e Diincn schlug, war er nicht au-) der Nachhut herau«-- gekommen. lind so trat er einc-Z Morgens, nach»s zwccllos vertanen Jahre» vor Tilli, hin: ..Herr General, nun ist'« genugund mit ihm verlieb Jos6 Maria das Heer. '

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« Ürnger Morgen, zu einern guten Tag!"

£ er f 3< l n nn einem klaren Herbfttnorgen

dem Quartier in Rinteln an der »u Pferde stieg und den AbbS mit heller Freude.

trtei Packpferden. und wie auch der Hei-bstwald bitter nach

Tod roch. Jan dünkte es der Tust deS Lebens zu sein, der frisch und göttlich in sein Inneres drang.

die Franzosen diesmal stand halten'?"

Das fragte er init sorgenvoller Hartnäckigkeit unauf­hörlich. Mer als sie nach Kloster Corvey kamen, war schon der Brief Ferdinands au den soi-äisrtnt-Herzog von Man­tua bekannt, in dem der Kaiser darauf bestand, daß Carlo das Herzogtum als kaiserlich Lehen und nur so empfangen sollte, andernfalls der Krieg unvermeidlich sei. Und in Münden hörten sie, daß Ludwig XIII. es unternommen hatte, den mantuaischen Herzog zu schützen, und in Würz­burg war's, wo Jan unter fürchterlichen Drohreden eine ganze Nacht durchzechke, weil 40000 Franzosen sich auf Oberitalien zu in Bewegung gesetzt hatten.

Ich möchte den Herzog Carlo küssen," schrie er,weil er die Franzosen in Schwung gebracht hat. Aber da er ein Rebell ist, lverde ich ihm den Hals abschneiden!"

Sie ritten nun in möglichster Eile, mitten im Winter, das wilde Tal der Tauber hinauf, trabten den Windungen der schnellen Altmühl nach, und als sie über die alte Brücke von Regensburg ritten, gerieten sie in ziehende kaiserliche Völker, die ans vollem Halse sangen:

Schön tanzt das Mädchen in Jlalija.

Schön tanzt der Floh, juchhe und hopsassa,

Und wenn Ostern kommt, uitb wenn Ostern kommt, Dann schlachten wir eine.« Bock Und dann tcs$t das Mädchen und dann tanzt der Floh Und dann wackelt ihr roter Rock."

Jos6 Maria sagte ßu Jan, er solle nicht hinhören, denn es sei ein unsittliches Lied und geeignet, sein Jüng- luigsherz *u verderben. Aber Jan schlug sich lachend auf den Schenkel, daß es knallte und sein Rappe zu tänzeln begann und rief:

Nun ist'mir's wieder wohl!"

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dlbbs Jos6 Maria erlitt in Negensburg einen bedenklichen Anfall von Frömmigkeit. Er war manche Tage in, Jesuitenkloster zu Gast und Jan sah ihn von den Fenstern seines Quartiers zuweilen mit Herren in schwarzen Kutten und kühlen lächelnden Gesichtern vor­dem Dom ans und ab gehen und ihren Reden lauschen, oder mit weiten eleganten Handbewegungen selbst reden. Wenn Jan an ihm vorbeiging: Guten Tag, Jws6 Maria so sah er ihn flüchtig an uno grüßte mit einem zerstreuten Ne,gen des Kopfes, als lvenn er sagen wollte: Ah schönen guten Tag, Herr Irgendwer. Mau dars sagen, daß dies Jan verdroß. Er sagte dann bei einer der kurzen Znsam- menkünste mit verteufelter Betonung eine Anzahl guter Sprichwörter her, ungefähr so:Ich hatte eine Base, die sagte immer: Tie Katze läßt das Mausen nicht. Oder er behauptete einmal, eine Liebste gehabt zu haben, die zu sagen Pflegte: Flöhe und Wanzen und Jesuiten, die brauchst du vom Herrgott nicht zu erbitten. Sie wollte damit sagen, daß cm Jesuit plötzlich da ist, man weiß nicht woher. ^ Darüber lächelte Jos6 Maria lveltscrn, und wenn er sich herbeilteß. etwas zu sagen, so geschah dies etwa so:

Guter Jan, du verstehst das nicht." OderGott dienen hat noch immer den Weltleutcn mißfallen."

Einmal sprach er davon, daß es keine entzückenderen Menschen gebe als die Jesuiten, und es sei eine große Ehre ihres Umgangs gewürdigt zu werden, denn sie hätten Für­stinnen und Königinnen zu Beichtkindern und Kurfürst Maxi- Milian pflege zu sagen, wenn ein Jesuit und ein Engel \n öleicfjcr Zeit zu ihm kämen, so grüße er erst den Pater und barm den Engel. Nur der Pöbel hasse die Jesuiten, weil sie sich mit ihm nicht gemeiti machten.

(Fortsetzung folgt.)

§relwiüiger vor!

Skizze von F r ei h e r r v o n S chl i cht.

, Zuständig zusanrmengeschossenen kleinen

französiscl^n Nest, b<j$ bev deutschen Pionierkompagnie al 0 Guati ticr zugewiesen roar, hatte der Hauptmann um die späte Nach- mittaaestunde seine Leute plötzlich und unerwartet antreten lassen Mid die standen nun auf dem Apellplatz und warteten daraus Wa­der vauvtinann ihnen zu sagen habe. '

^ stimme klang ernst und dienstlich, aber man hörte

es doch heraus, nne es chm ,n Wahrheit um'das Herz war. « uun sagte:Ich habe Euch zusammenaerufen. Pioniere, werl von höherer Seite das Vertrauen gerade in meine Ampagnie gesetzt