Ausgabe 
10.3.1915
 
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spielers. der eben mit vorgelegtem Oberleib einen Stoß führt. Und dieses Bein steckt in einer Kose, prall und knapp, wie. Trikot. Benedek sagte sein Wort. Aber als der Betreffende nach getanem Stoß den Fuß wieder niederstellen wollte, konnte er eS nicht. Der Kom­mandierende dielt ihm den Knöchel fest.Hab' ich ihn endlich- Hab' ick den sauberen Vogel?" Der arme Teufel mußte ihn», immerfort festgelwlten, auf einem Fuß bis in die Mitte des Lokales nachtanzen, rvo ihn Benedek endlich losließ. Tann trat er.einen Schritt rückroärts, warf den Kopf in den Nacken nnd fragte:Sie? Ans Ehr nnd Gewissen? Waren Sie's, oder waren Sie's nicht?"

Exzellenz . . . ja?" stammelte jener zögernd nnd kaum ver­nehmbar.Ra, Ihr Glück, daß Sie's eingestehen. Tenn wissen's: mir bätten's doch kein x für ein 11 vorgemacht! l\mi paar solche Zahnstocher gibt'- in Verona nicht? Jetzt sagen'S selbst: wohin gehören Sie für die Frechheit, Ihren Kommandierenden an der Nase herum »führen?"Zum ... Profossen .. . Exzellenz ..."

Richtig. Und auf wielang?"Auf acht (TageHöher!"

,.... vierzehn Tage..Na, sagen wir: vierzehn Tüg'. Mer weil Sie ein ganzer Kerl sind und Kurasch' haben, so will ich Nachsicht obwalten lassen. Ihre Straf' soll sein, daß Sie mor­gen bei mir speisen, unb denen Herren haarklein die ganze G'schicht erzählen, wie sie sich zugetragen hat!"

* Chinesische K r i e g S l») r i k. CS scheint, als ob der Krieg auch in China unabwendbar geworden ist. Tie guten Chinesen, die gewiß wenig vor» Schiller wissen, muffen mit ihm sagen:Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dein bösen Nachbar nicht gefällt". Und in Frieden zn leben, ist immer ihr Streben gewesen. Das beweist auch ihre Literatur. In der ostasiatifchen Lyrik findet man kaum ein KrieaSgedicht. Ter Früh­ling wird besungen, die Pfirsichdlüte. der Mondschein, der auf alten Fichten spielt, die stille Rüde ländlicher Arbeit. Trifft man aber aus ein Soldatenlied sRiickert hat einiges der 9lrt mitt dem Chinesischen übersetzt), so ist man erstaunt, statt irischen Drauf­gängertums und Schlachtenfrxudiakeit nur Klagen zu hören über da» traurige Geschick des Krieges, über das Därniederllegen fried- ltcher Freuden. Eines dieser chinesischen Krlegslicder lautet:

-Als wir zogen aus.

Standen schön die Saaten;

Konnnen wir nach Haus Sind sie schlecht geraten.

Lange Reise,

Schmale Speiset O wa« ich ertrug Ungebühren Seit man führen Mich das Schwert ließ Statt den Pflug l*

Die Küche im Kriege.

(Nachdruck dringend erwünscht.)

Eine andereMohrr üben suppe: 3aroße Mohr­rüben. 1 kleine Zwiebel, 2 Eßlöffel Fett, 4 Eßlöffel Mehl, 1»/r Liter Wasser, 1 Teelöffel Petersilie, 1 Teelöffel Zucker, Salz. Die Moyrrttbeu werden geschabt, klein geschnitten und in dnn Wasser gargekocht, dann durchgestrichen. Fett, Zwie­beln und Mehl »verden geröstet und mit dem Mohrrnben- wasser aufaegossen. Nachdem die Suppe gut gekocht hat, wird sie mit Salz, Petersilie und Zucker abgeschmeckt. (Ten Zucker kann rnan auch fortlassen.) Man kann auch die .Hälfte Mohr­rüben streichen nnd oafiir Kartoffeln nehmen; man ver- ivendet dann aber einen Eßlöffel Mehl weniger.

Wer Wert ans Fleisch legt, kann natürlich jede dieser Gemüsesuppen auch mit einem Stück Fletsch kochen oder er kann sie ohne Fleisch als sättigendes Vorgericht vor einem leichten und billigen .Hauptgericht geben. Ein jeder muß sich hier von seinen Bedürsnifsen, seinen Mitteln ltitb feinem iKeschmacke leiten lassen. Die Rezepte sollen nur ein Finger­zeig sein, wie man für gute Ernährung sorgen und doch alles möglichst praktisch und wohlfeil einrichten kann. Auf das Buch von .Hindhede sei immer lvieder hingewresen. Es heißt: Dr. ined. Hindhede: Mein Ernährmrgssystem Verlag von H. Vobach lr. Co Berlin-Leipzig

vüchertisch.

He st 19 und 2 0 der K r i c g s z e i t s ch r i f tDer Völkerkrieg- (Verlag von Julius Hosfmann in Stuttgart, Preis »0 Pfg. pro be t) sind erschienen. Sie bieten nach der im vorher­gehenden Heft abgeschloffenen Schilderung der Schlachten in Ost »nid West eine willkommene Abwechslung: die Darstellung des -ee krieg es bis Anfang November, der heldenmütigen Verteidigung von Tsingtau und der Kämpfe in den deutschen Schutzgebieten. Die

freudigen Ueberraschnngen, die unsere tapferen Blaujacke»: uuS be­reitete»», baden so manches Mal unsere durch den lcmgwterfgen SchützeugrabenkrteH aus eine barte Probe gestellte Begeisterung zn neuen, helie»» Flammen enttacht; »venn sie h»er übersichtlich geordnet, d»irch zahlreiche Berichte von Augenzeugen lebendig ver­gegenwärtigt, vollchhltg an unt vorüberziehen, so nötige»» sie u»»S eine gewaltige Achtung ab vor dem Geilte, der alle, von» Ad,ntral bis zun» einfachen Matrose»», »n gleich hohe«»» Maße beseelt, iiber- haupt vor der innere»» Cinheit!ichkc,t der de»»tschen Marine, denn d»eCurden", dieSchar»,Horst', dieGneijenau", die »Karlsruhe", das UnterseebootU 9 nnd wie ste alle he»ßen, bilden keine A»»s- nah,neu, sondern die Regel. Mit tiefe»»» Schmerz liest der Te»»tsche die Schilderung des Ringens um KiarNschon Tie En'lttenmg über den heilntück,sehen Urberlall »vird »»icht verringert, »veun inan er­fährt, wie die Volksstiin»»»ung in Japan erst künstlich für den Krieg bearbeitet ,verden mufjtc, w,e sich die javanische Negierung »nit fclmö.'eut Gold von England ka»»len ließ r»nd »oie ste den Wider­stand bestinunter varla»ne»»tarijcher Gruppen z»» überwntden »v»»üte. Nur eines sei ehrlich zugegeben: in der Kriegsührnng selbst habe»» sich die Japaner als »n»ser hu»nansler nnd ritterlichster Gegner er­wiesen. In» ganze»» ist die Darnellung der»nple um Tstrlgtan eine der abgerundetsten deS ganze»» Werkes. Tie Kämpfe in beit deutschen Schl'tzgebreten haben für der» Gesamt verlaus des Krieges allerdings we»»ig Bedenrung. Ueber das Schicksal unserer Kalorien »vird aui den eruoväischen Schlachtfelder,r entschieden, damit »nögen sich die Freunde dculs her Koionlalpolitck trösten, die hier »nit bcrechtigtein Mißinut von der Besetznng Togo?, der Kaineruner und der Südrvestasrikanlschen Küste durch die Engländer lesen rn»d höre»», »vie sich diese dort bereits häuslich einrrchte»», in Lüde ritz­bucht z. B. schon mit den» Abbau der Tiainanten'eldcr beginne»». Ten znn» Teil außerordentlich fesselnden Schilderungen liegen die Mt:teil»lngen deS ReichskolonialaintS, Berichte der e,»glische»» Preffe und zahlreiche Privatbrie'e z»»grunde. Das Bildermaterial ist in den berden Heften »vieder sehr reichhaltig, die Revroduktio»» vor­züglich. Von jeder Kolorite ist eine Karte beigegeben.

A i S »l» a v cf. Für daS deutsche Volk dargestellt vo»» Gottlob Egel Haas, l.80. Tausend. Verlag der I. D. Cotta'schen Buchhandlung Nachsolger, Stuttgart nnd Berlin. In knnlilerifchern ll,»»schlag von Prot. Paul Haustein. 40 Pfg. Der durch seine zahlreiche»» Schriften auf den, Gebiete der »»eueren und neueste»» Geschichte rühmlich bekannte Cbccftubicutat Dr. Gottlob Egelbaaf bietet in diese»:» Büchlein ein Lebens- und Charakterbild des großen Kanzlers, das sich durch genreinverständ­liche, stiebende Tarstellling, durch historische Treue und Vollständig­keit ar»4zetch»»ct. Frei vor» anekdotische»»» Rankeniverk, ift die kleine Schritt doch reich an lebendigen Ei»»zelzüge»», deren Schilderung sich vielfach aus Bismarcks eigene Worte in feinen Briefen und Reden stützt, Tie mit zrve, Bildnisse»» »u,d einen» Briesiaksi»»»tle geschmückte Biographie ist für die weitesten Volks kreise beftunmt »mb eignet fick tn'olge ihres billigen Preises vortrefflich zur Massen- Verbreitung. Für größere Bezüge gervähre»» die Buchhandlungen ccniäßigte Preise. _

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Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer:

Oid BS'ind ^der ZSoseir Ibachs Onkel Veller laube lkier HVagen - Osteri» Lampe Vadel - Wlier Labe.

Charlotte Wolter.

Schristleltung: Aug. Goetz - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnlversitätL-Bnch- und Cteindruckerel, R. Lgnae. Gießen.