Ausgabe 
6.3.1915
 
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Sicherheit sich aufopfernden Patrioten schuldig sind. Wie weit läßt, aus diese,n Gesichtspunkt betrachtet, der sterbende Krieger den un­sterblichen Dichter hinter sich? Seine Werke dienen jetzt als Lor­beer«. die er um sein Grab pflanzt , aber wenn dieses Grab nicht den Patrioten einschlösse: würden diese Lorbeeren lvohl so schön grünen?" _

Menschen, die mit Tiere» wcttlausen.

Der Wettlaus mit schnellfüßigen Tieren ist eine uralte mensch­liche Gewohnheit. Kinder lausen mit Hunden um die Wette, gröbere Knaben versuchen, mit Pferden Schritt zu halten, und selbst für den Envachsenen hat eS einen besonderen Reiz, es durch Krastanswendung seiner Gliedmaße,! nnt schnellfüßigen Tieren aufzunehmen. Der Wettlaus zwischen Mann und Pferd ist in früheren Zeiten eine häufige Belustigung gewesen: so berichtet Hermann Grimm, daß Piero von Medici sich auf einen Spanier, der in seinem Marstall diente, ebensoviel lvie ans Michelangelo zugute tat. weil er so schnellfüßig!war. daß er im Lauf ein Pferd u, gestreckter Karriere überholen konnte. Zuweilen lmirde der Wett-- laus zwischen Mann und Pferd, lvie dieNaturwissenschaftliche Wochenschrift" in einem hübschen Aussatze rnittcilt, in grausamer Form angestellt. Als der Ausstand des Herzogs von Monmonth von den Truppen Jakobs II. im Westen Englands niedergeschla­gen .)var, wurden die Gefangenen haufenweise hingerichtet. Fe- verSham leitete diese Hinrichtungen. Macaulau sagt von ihm, daß er die Gesetze der Engländer nickst kannte und sich um ihre Ge­fühle nicht kümmerte, da er an den kriegerischen llebermut Frank­reichs gewöhnt lvar. Er machte einen, der Gefangenen, einem jungen Manne, der wegen seiner Schnelligkeit im Lausen beruh,nt ,var, Hoffnung, daß er mit dem Leben davon kommen könne, lvenn er 7ms einen: Wettlanfe mit dem Fohlen der Marschen sieg­reich hervorginge. Noch heute ist der etwa dreiviertel englische Merlen (ungefähr 1,2 Kilometer lange Raum, den dieser Mann mit den, Pferd durchlief, es am Ziel hinter sich lassend, durch Mark­zeichen ans dem Moore angegeben, wo suh die Hinrichtung ab- spielte. Feversham jedoch schämte sich incht der Niedrigkeit, den Unglücklichen, der dock die verlangte Leistung vollbracht hatte, mit vielen anderen Gefangenen zusammen anfknüpfen zu lassen.

Bon solchen Lausleistungen des Menschen ist heutzutage, we­nigstens bei den weißen Rassen, nichts nrehr betannt. Professor W. I. McGee von: Smithsonian Jnstiknte in Washington will je­doch vor einiaen Jahren bei einer Expedition nach Kalifornien den Stamm der Scri-Jltdianer genau erforscht und dabei sesd- gestellt haben, daß diese Leute unübertreffliche Läufer sind: bas unwirtliche Klima ihrer Heimat zwingt sie dazu, allen Tiere«, deren sie habhaft werden können, nrit der größten Geschicklichkeit nachzustellen. Schon die kleinen Knaben üben sich daher in, schnel­len Lause, so berichtet der amerikanische Gelehrte, und sämtliche Mitglieder dieses Stammes bringen es darin zu hervorragenden Leistungen. Tie Knaben brimren es fertig, die Wolfshunde, mit denen sie ausnwchsen. im Lause einzubolen, nachdem sie ihnen einen beträchtlichen Vorsprung gegeben haben. Wtck belustigen sie sich damit, Hasen in vollem Lauf aus weiter Ebene lebendig zu sangen, ohne daßZie dazu icgeirb welche Wurfgeschosse oder Fangmittel be­nutzen. Selbst dtwonsliegende Vogel holen sie ein »urd reißen ihnen Schwanzfedern aus. 2luch die Frauen belustigen sich damit. Hasen ohne Hilfsmittel zu jagen, und die crivachsenen Mänrrer sind im­stande, auf den steinigen Ebenen den schnellsten Hirsch das leicht­füßigste Pferd einzubolen. McGee veranstaltete ein Wettrennen zwischen einem Seri-Jndiane, und einem Pferd, wobei er letzteres als Preis aussetzte. Das Tier wurde losgclasseu und zu äußerster Schnelligkeit angetrieben: nach kurzer Zeit aior lvar ihm der In­dianer schon aus den Fersen. McGee erzählt, daß er sich in vollem Lans aus den Rücken des Pierdes geschwungen, mit der einen Hand zwischen dessen Obren, nüt der anderen in die Sckmauze gegriffen habe, und daß im nächsten Mgenblicke sich das Tier mit gebroche­nem Rückgrat aus der Erde wälzte. Tie ..Naturwissenschaftliche Wochenschrift" nennt diese MitteÜnngeu etioas unwahrscheinlich. Man kann wobt unbedenklich noch weiter gehen und sie in das Reich der Fabel verweisen, denn die Unterschiede der Geschwindig­keit -wischen Pferd, Hund oder Hasen einerseits und Menschen andererseits sind groß. Die besten menschlichen Läufer, weiße so­wohl wie Indianer, die bei großen Sportveranstaltungen gesiegt und Höchstleistungen ausgestellt haben, haben bisher noch nie eine Ge- sckgvindigkeit von 10 Metern in der Sekunde erreicht: für 100 Mtr. waren bisher wenigstens 10,4 Sekunden nötig, und beim Aus­steller: neuer Höchstleistungen hat es sich immer nur um fünftel oder zehntel Sekunden gehandelt. um die die alte Höchstleistung unterboten wurde. Was leistet dagegen ein Pferd? Rennpferde haben in mittellcnmcn Nennen einzeln gemessene Strecken von hun­dert Metern in 5 Sekunden, also ,nebr als doppelt so schnell znrück- izelcgt: bei längeren Nennen legen gute Rennpfe,dc immer noch an die 16 Meter in der Sekunde zurück und ein gewöhnliches Reit­pferd bringt es beim schnellen Galopp noch immVr auf 12 Meter oder etwas mehr. Hunde können aus kurzen Strecken mit dem Renn­pferde Schritt halten, und selbst der gemeinste Torfköter legt 100 Meter in 7 b'rs 8 Sekunden zuriick, so daß kein Mensch ihm

einen Vorsprung geben und ihn dann «nholgn kann Hasen sind selbstverständlich schneller, als die schnellsten Hunde, denn bei den Wettrennen von Windhunden, wie man sie in Amerika, England und einzelnen andern Ländern kerurt. brauchen Hvei sorgfältig ge- übte Windhunde gewöhnlich längere Zeit, bis Pie den schnellfüßigen Hasen zur Strecke bringen.

vermischte».

Losung und Feldgeschrei. In früheren.Kriegen war es iür die kämmenden Parteien sehr wichtig, ein Losungswort zu haben. Tenn im wilden Getümmel des Nahkampies tarnen die Feldabzeichen nicht inehr zur Geltung. da konnte sich einer dem anderen gegenübec nur durch das Losungswort auSwe,feu. Aehnlich verhielt es sich, wenn einzelne Trupps oder Schleich- patronillen im Dunkel auseinander stießen, oder wenn ein Einzelner sich den Vorposten näherte. Gewöhnlich galt daS Losungswort, da8 streng geheim gehalten wurde, kür das ganze Leer und auch für längere Zeit. Zur Verstärkung des Geheim­nisses fügte «nun dann noch ein besonderes Feldgeschrei bei, so daß der von einem Vorposten Angerusene zweimal Auskunft geben mußte. War das LosuugKwort in der Regel irgendein Name, der des Königs, eines Feldherrn, ein Schlachtort oder ein Siegeswunsch, so war das Feldge chrei immer ein Taufname. In den Kriegen der neueren Zeit hat man das Losungswort immer noch benutzt, auch in: siebziger Kriege. Gewöhnlich wählte man dabei ein Dopvelwort, z. B. Ge,vehrlauf. Wurde nun ein Mann angernien, jo sagte er die letzte Silbe -laut", und der Anrufer stellte nun seinerseits mit der Ergänzung des Wortes durch die ersten Silbe»Gewehr" sich als Freund vor. Tiefes Losungswort wurde jeden Tag für jede Armee neu angegeben. Auch jetzt tu, Weltkriege haben wir noch das Losimgswo^'. Es wird auch noch täglich von der höheren Stelle auSgegeben, aber es gelangt ott gar nicht mehr bis zu den kleinsten Gruppen. Die Verhältnisse habe»: sich eben geändert, und bei bei: Rtesenhceren der Jetztzeit taucher: ott Teile einer Armee überraschend neben 2U teilungei: einer andere»: Arn:ee derselben Partei auß so daß an eine Verständigung durch Losungsworte gar nicht zu denke« ist. Ta »nuß eben der Aus- kläruugsdt »ist emsegen u»id ieststellen, ob Freund oder Feind sich nähert. Posle»! und Patrouillen halten natürlich durch das Lofuugs- wort auch jetzt noch ihre Verbiudimg aufrecht. Daneben haben sich iin Felde beiln Sturm »vieder die alten Schlachtrufe ein- geführt, die so an^e,rerud wirken. So ,verden die Engländer von unsere,: Feldgraue«: ott mit den: RacheruiTsi,rgrau* erschreckt. Den Russen aber schalltHindenburg* schrecklich inS Ohr.

Die Kilche im Krie-?.

(Nachdruck dringend erwünscht.)

Roggen mehl-Brei: IV» Liter Wasser, 2.50 Gramm Ul'gesiebtes Roggenmeljl, Satz. 'Das Wasser lvird zum Kochen gebracht, und während es langsam kocht, das Mehl darai: gerührt, womit es ganz schwach eine halbe Stilnde kochen muß. Dann gibt nran Salz dazll, tut etwas Butter daran und ißt es mit süßer Milch.

Billige Fleischklößchen: 250 Gramm Fleisch, 525 Gramln Kartoffeln. 1 Ei, etwas Pfeffer, 15 Granun Salz. 10 Gramm Zwiebeln. Für ettiKi 6 Personen. 250 Gr gewiegtes gekochtes Fleisch werden mit den geriebenen Kar­toffeln mit Zwiebel und Gewürzen vermischt (rnan fatm auch etwas Bratensance daran tun). Aus dieser Masse wer­den kleine Klößchen geformt, die in Salzwasser kurz gekocht, mit Gemüse oder mit Gemüse und Kartoffeln gegessen werden.

Silbcurätfel.

au, ab, ckrl, de, de, der, e, e, Ile, &r, li, Ui, tu, me, ml, neu, pli, run, 8, sto, nun, taa, ter, ur, ne, nitt.

Al,S vorstehenden Silben und Buchstaben sollen acht Wörter gebildet und derart untcret,:a,»der gesetzt werden, daß die Anfangs­buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unter: nach obe,: gelesen ein geflügeltes Wort ergeben. Es bedeMen aber die einzelne»: Wörter der Rerhe nach folgendes i

1. Griechische Göttin.

2. Einen Mädchennamen, b. Gebirge in Asten.

4. Titel einer Operette.

6. Ein Raubtier.

6. Ruhestätte für irdische Ueberrest«.

7. Eine Halbinsel.

8. Männlichen Vornamen.

Auflösung in nächster Nummer,

Auslosung des Logogrivhs in voriger Nummer: Rachen, Rochen, Rechen.

Schrlstleituug: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießs^