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Sie lebte, nur ein Unbedeutender Streifschuß au der linken Hand hatte sic getroffen. Und als sie die Augen ausschlug, und die deutsche Umform erkamite, als sie die Augen des sorgsam um sie bemühten Offiziers in tiefem Mitleid und in sttller Be- wmrderung auf ficf> gerichtet sah, da faltete sie die Hände in an dächtigem Darrt für die Rettung in letzter Stunde.

Draußen verl>allte langsam das Gewehrfeuer, das den fliehen den Kosaken nachgesandt wurde. Aus den Häusern aber loderte der Brand gegen den klaren Oktoberhirmnel aufschlagcnd. Schwar­zer Rauch lag irr dicken Schivaden über dem Dorfe, das noch vor einer Stunde eine Stätte des Friedens gewesen und ausgebrannte Mauern reckten ihre traurigen Reste gen Himmel.

vermischte».

Etwas von der alten E r d s ,v rr r st. Hindenburg hat den Ausspruch getan, daß in dein fetzigen Kriege die gesünderen Nerven siegen würden. Und die Franzosen haben 1870/71 be­hauptet, daß wir durch unsere Erbswurst und unser Sauerkraut gesiegt hätten. Beide haben recht: denn die gesünderen Nerven kann man auf die Dauer nur bei demfenigen Heere erwarten, dem die üeffereu und ergiebigeren Nährstoffe zugeführt werden. Und solch einen Nährstoff stellte die alte deutsche Erbswurst von 1870 in der Tat dar.^ Sie enthielt Erbsenmehl, Ntndersett. mageren Speck und Gewürze. Die Wurstmasse wurde in natürliche Därme oder in Hüllen aus wasserdichtem Papier gepreßt. Zn ihrer Her­stellung war in Berlin eine eigene Fabrik errichtet, die bet einer Tagesleistung von 100 000 Portionen im ganzen etwa 40 Millionen Portionen geliefert hat. Später wurde die Erbswurst auch in der Militärkonservenfabrik in Mainz hergestellt. Ihr Erfinder war der Berliner Koch Grünberg, und es »nutz ihm nachgerühmt werden, daß die Mischung ihrer Bestandteile eine glückliche war. Hundert Teile enthielten 16 Teile Eiweiß, 30 Teile Fett, 12 Teile Stärke, 13,2 Teile Gewürz einschließlich Salz und 28,6 Teile Waffer. Sie wurde in Supperüorm oder im ganzen gekocht als Wurst genoffen. Um ihre Einführung bei der Truppe hat sich der damalige In­tendant der zweiten Armee, Engelhard, verdient ge,nacht. Die Erbswurst war jahrelang haltbar, und wir dürfen in ihr die erste für Maffenernährrnrg brauchbare Konserve verehren. In der Folge wurde sie dann durch den Aufschwung der Konservensabrikation in Blechbüchsen fast ganz verdrängt. Tie Vervollkommnung der Transportmittel hat auch diese heute wieder in den Hintergrund treten lassen und dieGulaschkanone" ist an die Stelle der Erbs­wurst getreten. Möge sie ihren Zweck ebenso erfüllen, wie es 1870 die anfaiigs so vielfach versoöttelte Erbswurst getan hat, dann darf unS um den AuSgang des Krieges nicht bange fein.

* Eine A u S st e l l u n g m i t einem Eintrittspreise von 1000 Mark. Eine in den Modekreisen der ganzen Welt sehr bekannte Persönlichkeit ist Lady Tuff Gordon, die sich ganz der höheren iveiblichen Schneiderkunst geivtdmel und für den Ver­trieb ihrer Modefchöpfungen eine Firma »Lucile Ltd", gegründet hat, die in Paris, London und Nerv Port vertreten ist. Diese Firnra hat nun kürzlich in Neiv York eine Frühjahrsmoden-Aus- slellung veranstaltet, die als ein Ereignis für die Fachkreise und für die allerzahlungSfähigsten Gesellschaftsschichteil aufgemacht wurde. Der Eintrittspreis der Ausstellung betrug nämlich die Kleinigkeit von 250 Dollar« oder rund 1 >00 Mark. Dafür war aber au den beiden letzten Tagen der Ausstellung das Abzeichnen und selbst das Abmessen der einzelnen Modelle gestattet. Tie Ausstellung sand in eleganten RSu,nen der 5. Avenue statt und hatte gleich am ersten Tage sehr zahlreiche» Besuch. Auch war da mancherlei zii sehen, was nicht alltäglich genannt werden kann. Unter anderen, z. B. die Vorboten einer neue» Krinollnenmode, wie sie sich jedes­mal hervorwagen, wenn die Röcke, wie jetzt, weiter werden. Auch gab e» da ein Kleid, das schon um seines vielversprechenden NamenS wegen Interesse erregte, denn die Lady halte Ihn, den Namen »Rück' näher. Schatz", mit auf den Weg gegeben.

Die Küche im Kriege.

(Nachdruck dringend erwünscht.)

Hafergrütze. 200 Gramm Hafergrütze, 1 Ltr. Maaer- mrlch, 1 Ltr. Wasser, Salz, 20 Gramm Fett, zum Bestreuen Zucker und Zimt. Man setzt die Grütze mit kaltem Wasser und Salz aufs Feuer, läLt sie langsam 2 Stunden kochen und gießt nach und nach die Milch dazu. Mit Milch essen.

Porree-Kartoffeln: Porree wird gewaschen, ge­putzt und fern geschnitten und in Butter gedämpft. Dann werden die Kartofselscheiben wie vorher hineinqetan und rochen noch einmal mit der Tunke auf.

vüchertisch.

- Nationale Würde betitelt .Bühne und Welt' in ihrer r e ne Auseinandersetzung des Berliner Musik- schrntstellers Walter Dahms init G e o rg Hartman n, dem

Direktor des Deutschen Oper»,Hauses in Charlotteiiburg. Dahn,» hatte in seiner Eigenschaft als Musikreserent der Zeitschrift die Auf- Mhrung der französischen Oper »FraDiavolo" als eine »namenlose Dreistigkeit" und eine .nationale Würdelosigkeit" bezeichnet. Direktor Hartmann hat sich daraufhin beleidigt gesuhlt und dem Musik- lcyriststeller Dahms unter Androhung der Beleidigungsklage ,Ge- legenheit gegeben, sich in angemeffei,er Weise zu entschuldigen". ^iese Erklärung, in der Walter Dahms von seiner Kritik nicht» zurück,mmt, hat er zu einer Abrechnung mit der,, Geiste deS gegen­wärtigen Theaterbetriebes auSgestaltet. Die ganze Angelegenheit, me hier mit den, Abdruck des Briefwechsels in die Oeffentlichkeit kommt, wirst ein seltsaines Licht auf die Theaterziistände in Delltsch- lanv. Scharf gebt in, selben Heft Ernst Adolf Grein er mit dein ^.heatergeiste der Gegenwart mit seiner Abhandlung über »Die Ohnmacht deS Literatentums' in» Gericht. Besondere Er- wahnuna verdterit noch eine ausgezeichnete, gewissenhafte und scharf- slnniqe Abhandlung überDaS Theater in, Kulturleben der Gegen­wart , sodann eine Betrachtung über »Die neue Schaubühne' von A^x. von Gleichen-Rußwurm; auch Robert Walters Kennzeichnung des Irei, Shaw ist nicht ohne allgemeines Interesse. Zwei Nekrologe auf die Dichter Karl Engelhard und Alfred Walter Heymel beschließen neben Beiträgen von Max Bittrich, Hern,arm Burte, Wilhelm Kiefer, Adalbert LuntowSki und Paul Schulze- Berghof das wiederum zeitgeinäß inhaltsreiche Hell. Der Bilder- leu briitnt Szenenentwürse von Ernst Hahn. Zu beziehen durch jede Buchhandlung^ durch die Post und durch den Verlag (Verlag von ..Buhne und Welt". G. m. b. H.. Harnburg 36 ). Preis 60 Psg. da» Heft, 3,50 Mk. während des Krieges die Halbjahrsfolge.

Die beiden neuen Hefte 17 und 18 der K r i e g s z e i t f ch r i f tDer Völkerkrieg' (Verlag von Jul.

Stuttgart), die den östlichen Kriegsschauplatz vor, ullttte September bis Ende Oktober behandeln, reiben sich den vorhergehenden an Reichtum des Inhalts und Gediegenheit der Darstellung würdig an. Ein einleitender Aufsatz unterrichtet über die russischen Befestigungen tn den deutsch-russischen Grenzländern, oani, werden die Kämpfe in Ostpreußen, wie gewöhnlich an der Hand von Augenzeugenberichtei,. dargestellt: die kurze Belagerung von Oso,vice, die zweite russische Offensive gegen Ostpreußen, die nn Gouvernement Suwalki zun, Stehen kam, mit der Nebenaktion gegen Lyck. Sehr reizvoll schildert der Kriegsberichterstatter v. Koschutzky die tapfere Grenz,vacht im äußersten Nordosten, im sogenannten Entenschnabel. Den Mittelpunkt deS ganzen Ab- fchnttteS bildet das erste Vorgehen der vereinigten deutschen und osterreich,fch-nngarischen Armeen gegen Warschau und Jwangorod. Hierbei >vi,d auch die strategische Bedeutung Russisch-Polens ein­gehend erörtert. Besonders interessant ist die Schilderung der mneren Zustände in Warschau während der Annäherung der deutschen Truppen, die Beschreibung deü Eindruckes der Luftflotten- angriffe und ein Bericht des amerikanischen Korrespondenten Mc. Eullagh, der die Kämpfe auf russischer Seite miterlebt hat. Bon allen FestungSbelagerungen dieses Krieges bietet vielleicht keine so viel fesselnde, fast möchte man sagen romantische Einzelheiten, wie die von PrzemySl. Auch die alischließenden Kämpfe in Galizien oen Karpathen und der Bukowina gewinnen in der Darstellung deS .VolkerkriegS' mehr Farbe und Unmittelbarkeit als in den meist ziemlich knappen Berichten der, deutschen Tageszeitungen. Lehr hübsch ist die Würdigung des Obersten Fischer, der die Bukowina damals ans den Händen der Russen befreite: sie stammt aus der Feder des bekannten Schriftstellers Fr. Nowak. Zahl- ^lche Berichte zeugen von der innereii Geschlofferiheit der öfter« re,chtsch-ungarischen Armee. Deii polnische,» Legionen sind eln ctgener, aufschlußreicher Artikel und verschiedene der auch dieses -vcal vorzüglich ansgewählten Bilder geividmet. Der Inhalt des ganzen Abschnite» wird an» Schluß »n einem (verspätet in der Presse erschienen) von leitender militärischer Stelle gegebenen Ge- lanitbericht nochinals zlisaminengesaßt. Dann beginnt ein neuer Abschnitt über den Seekrieg, der im folgende«, Heft abgeschlossen werden soll. ^ "

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Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Logogriphs in voriger Nummer:

Linie, Linde.

Schn'tle.tnng: Anq. Goeb - Rotaliousdruck und Verlag der Brühl'sch^n NuirersitätS-Buch- und Steindruckere!, R. Lange. Gießen.