chen mtb Senuneln nach 11 otunbcu noch fcoUtomateit irisch und knusperig ist. Man kann also -am Llbend gebackenes LLeißdrot in entsprechenden. kräftig ventilierten Trockenvorrichtnngen unabhängig vom Ferrchtigkeitsgehalt der Luft und der Witterung mrt knusperiger Rinde bis zum Verkauf am nächsten Morgen aufbewahren, wenn der Bäcker nur dafür ^orge trägt, daß die Krume derartig aus^ gebacken ist. daß sie dieselbe Zeit hindurch frisch blecht, £te Unter- suchnnqen von Katz haben aber nicht ^nur ihre Bckentung für die jetzige Kriegs zeit. Auf die sozialen Schäden der Nachtarvert ,m Bäckereibetrieb ist schon viellach hingewiesen worden.. Da letzt dre Möglichkeit besteht, am Abend gebackenes Weißbrot brs zum nächsten Morgen frisch zu erlnüten. kann die Nachtbäckerei vn'tlercht auch nach dem Kriege eine nicht unwesentliche Einschränkung erfahren. _
vermischtes.
• Ein Frankt ireur-A ns cbtag vor 222 Jahren. DaS Franktireurwesen, unter dein unsere Truppen bekanntlich vor- wiegend am belgischen Kriegsschauplätzen zu leiben hatten, ist keineswegs erst neueren Datums, oder gar. wie vielfach angenommen wird, eine „Errungenschaft* des Feldzuges 1870/71. Im Buche der Geschichte fehlt es feit Jahrhunderten nicht an Beispielen hurteriistiger Ueberiälle von Nichtsoldaten cuif feindliche Truvoen- verbande. Und e4 ist heute für nnS von besonderen, Interesse, daran zu erinnern, daß diese verabfcheunugSwucdige Art der Kriegs- fnhrung besonders bei der Bevölkerung der Gebiete um Lüttich und Namnr anscheinend als gehelttgtellebertteferuna gilt. Wurde doch gerade in Namnr vor genau 222 Jahren ein wenig bekannter, aber überaus bezeichnender Franklireur-Anschlag auigedeckt. Tie französische»» Memoirenschreiber Bhllivve von Dangea»» und Louis von Soiiil-Sitnoit, von denen letzterer als Offizier in der Armee Ludwigs XIV. Augenzeuge des intereffauleii Vorfalles wurde, erwähnen in ihren Sch ldernugen übereinst»m»»»end diese geschichtliche Tatsache. ES »var iin Sommer des Jahres 1692, als L»»d,vig XIV., der sich durch den Aacknmer Friede»» von 1668 die Niederlande z»»m erbittertsten Feinde gemacht batte, an der Spitze seiner Arinee das ftmf be estigte Namnr nach kaurn einmonatlicher Belagerui»g ein- nahm. Trotzdem König Ludwig sich als äußerst humaner Eroberer erwies, zeigte es sich doch, daß gegenüber der Bevölkerung NamnrS scharfes Mißtrauen a,n Platze war. Zur Vorsicht liest »nan, ehe der König in die Stadt enizog, eine peinlich ge»»a»»e Durchsuchung der Feste nach Kriegsmaterial und Waffen vornehmen. die zu einen» überraschenden Ergebnis führte. In den» Kellergewölbe ei»»es Klosters, daS erst auf wiederholte energische Aufforderung seine Pforten öffnete, fand »nan eine grobe Menge Pulver u»»d nicht weui er als 1250 Bomben. Es »var offenbar, dast es stch hier un» ein vorbereitetes Franktireur-Komplott handelte, dessen Gelingen für die siegreichen Truppen u»»d König Ludwig selbst »m> berechenbare Folgen hätte haben können. Ob»uohl die A»»sdeckung des helmtückifchen Anschlages die strengsten Strastnaßregeln berauS- forderte, ließ es der König dabei bewendcn, das geinndene Bomben- material zu beschlagnah»nen und den Abt des Klosters seiner Stellung zu entheben.
* 2 6 7 16 Pfund K u n st l Eine höchst merkwürdige und annisante ttunstfchätzung hat sich in» Jahre 1738 der Doktor Johann Ehr»stian Kund»nann, Arzt z»» Breslau und Mitglied der katser- liehen Reichsakademie der Naturkunde, geleistet. Selbiger Kund- mann hat ln gedachten» Jahre ein Buch über berühmte Schlesier in Münzen erscheine,! laffen, »vorm er anhangioeife eine Beschreibung der vom Bresta»»er Karb»»,albischos Landgraf Friedrich von Hesse»»
>l Ehre», der heiligen Elisabeth in» dortigen Don»e genisteten Kapelle teserte. Diese Kapelle »var tu den Jahren 16 ü bis 1700 ,l>er- gestellt und »»»it Btldha,»erarbeiten geschmückt »vorden, die sämtlich in Ron» a»»S karrariscben» Marmor gefertigt imtrben. Diese Statue»» erregten die höchste Beivunderung des Breslauer Natnr- und Ku»»stk»nldigen, »md tim von dem Kunstwerte der Bildwerke auch den» Leser einen »vürdlgen Begriff zn vermittelrr, teilte er ihm in seiner Beschrekbung d»e folgenden Tatsache»» mit: »Tiese Statuen haben allein weit über 20 000 Rthl. gekostet, und daurit »nan ihre Größe und Korpulenz jud»zieren könne, setze des,vege»t jeder Statue Gewicht anher, und z»r»ar nach romanischen Genricht »vieget: Tie Heilige Elisabeth 3 600 Mund: Die zwei Engel an den blauen, marmornen Säulen 4!b6 Pfund: Tie drei Engel aus dem Altäre 1700 Pfund: Ter Kardinal 380b Pfund : Die Wahrheit 39 .6 Pfund: Tie E,vigkeit 4259 Pfund: Tie zivei Löwen über der Medaille 1500 Pfund: Die zrvei Knaben ans beiden Selten 1548 Piund.* 2l»»ßer diese»» ^ge,vicht»gen" Kunstwerke»» u»»»ß aber die Elisabeth- Kapelle noch »ve»tere 1994 Pfu»»d Ku»»st besesse»» haben, denn Dr. K»u»d,»»anu rechnet für sie in» ganzen eine Summe vo»» 26 718Pf»md heraus. Er war offenbar der Ansicht, »nan soll die K»n»stwerke »vage»», will »nan ihren Wert erkennew
* Josfres spanischer Ursprung. Ein französischer Journalist, der sich iir Rivesaltes in Französisch Katalonien befindet. bat eilte jüngere Schwester des Generalissimus Jossre ailfgesucht. die ih»n einige bemerkensiverte Angaben über ihre Familie inacht. „Unsere Familie ist," erklärte sie, „wenn wir den Dokumenten Glauben schenken. spanisch. llnfer Urgroßvater wurde ans politischen Gründe»» a»»s seiner Heimat vertrieben und
ist über die Pvrenäen nach Frankreich gekvimneu, um sich im Rivesaltes niederzulassen. Er hieß Gouftre, aber er gab seinem Namen die französische Form Jossre. Als er starb, übernahm mein Großvater die Leitung der Geschäfte: er verheiratete sich »md hatte mehrere Töchter und im Alter von 43 Jahren noch einen Sohn. Dieser Sohn lernte das Böttcherhandwerk und übte es lange Zeit aus. Er hatte elf Kinder, von denen nur drei Heute noch leben: der General, ein Finanzbeamter und ich." JossreS Schwester erzählte ltocl) manches von der Laufbahn des jetzigen Generalissimus und fügt hinzu, daß dieser in jeidem Jahr einige Wochen bei seinen» alte»» Vater zu »veilen pflegt. In seinem 5)ei»natsland spricht er katatonisch, spielt Karten mtb beschäftigt sich auch mit den Grabungsarbeiteu auf den väterlichen Gütern, die zur Ableitung der Wasser dienen.
* Der dickste Mann der Welt. Ten Rnhm, der dickste Mamt der Welt zu sein, kann kühnlich Mr. L. Lee ans TalkaS in Texas für ftch in Anspruch nehmen. Daß seine Wohlbeleibtheit nicht zu übertreten ist, ist ihm allgonrein in den Vereinigten Staaten bestätigt worden, wenn er sich dem neugierigen Publikum in seiner ganzen Massigkeit -zur Schau stellte. Sein Leibesumfang hat ihm auch reichen klingenden Erfolg eingetragen. deirn die Be- wohner der Bereinigten Staaten »vogeir die einfache Darstellung seiner ungeheuren Persön-lichkeit -reich mit Oold cnif, und heute besitzt er ein hübschas Landgut bei Dallas, auf dem er sich in Behagen und Rübe sein Bäuchlein »mistet, wenn er sich nicht gerade mit eben diesem Riesenenbonpomt ans Gastreisen durch die Barietss und Schaukabinette Amerikas befindet. Erstaunlich und gewaltig ist wirklich die Körperfülle dieses Mannes, mtb wenn er auf der Straße erscheint, so folgt ihm stets eine große Menge. Der 34- jährige Marrn wiegt 6 2 8 Pfund, und seine „Taille" inißt nicht weniger als 84 Zoll. Dabei erfreut er sich einer vorzüglichen Gesundheit und behauptet, in seinem Leben noch nicht einen Tag krank gewesen z»r sein.
* Homevule tut Sing-Sing-Gefängnis. Der neue Direktor des großen amerikanischen Staatsgefängnisses von Srrrg-Sing, Thomas Mott Osborne, hat „ein neues System der Gefängnisdemotratie und -Justiz" eingesührt. das in kriminalistischen Kreisen Aufsehen erregen tvird. Er gewährt nämlich den Verbrechern vollständige Selbstverwaltung und behauptet, damit die besten Erfolge zn erzielen. In Sing-Siug hatte sich eine Bereinigung der Gefangenen gebildet, die sich „die Brüderschaft des goldenen G^etzes" nannte und aus solche»» Verbrechern besteht, die den Glauben an sich selbst und an ihre Zukunft noch nickt ausgegebeu habe»». Aus den Reihen dieser Brüderschaft bildete S'Sborne ein „Kabinett", das die Regierung über das große Gefängnis unter Mithilfe und Aufsicht des Direktors und seiner Untergebenen führt. Auch die Gerichtsbarkeit über ihre .Genossen steht diesen Sträflingen zu. und z»var entscheidet der sog. „Känguruh-Gerichtshof" über schlverere Verbrechen, »vie Aufruhr. Fluchtversuch, Widerstand, Schrnuggel nslv., während der „Gerichtshof der besonderen Sitzungen" leichtere Vergehen aburteilt. Die rechtspreckenden Verbrecher geben sich nicht viel mit Gefetzesparagravhen ab, sondern sie fällen ihr Urteil »rack dem gesunden MeuschenDerstand »md nach einer tiefgehenden Kenntnis ihrer Kameraden. Der Direktor bildet die Berufungsinstanz. Er hält auch öfters Sitzungen mit seinem ..Ministe rkabinett" ab, »un auf diese Weise alle berechtigten Wünsche der Gefangenen zu erjahren und die Vorschläge der „Regierung" entgeaenzunehmen. Verschiedene Veränderungen haben bereits in der Verwaltung von Sing Siirg stattgefunden. So ist z. B. die Erlaubnis des Briefschreibens für die Gefangenen bedeutend erweitert worden: der Sonntag, der bisher immer der eintönigste und langweiligste Tag in Sing Sing »var, wird durch Kinovor ftihrnngen erfreulicher gestaltet »»stv. Auch die Rechtsprechung der Sträflinge hat sich nacj» dem Bericht Osbornes durchaus bewährt Es wird dadurch eine bessere allgemeine Disziplin erreicht: die Gefangenen bewahren unter der Anfsicht ihrer Genossen bessere. Ordnung und zeigen größeren Eifer, so daß viel mehr Arbeit geleistet »oird. Die Absicht des Direktors geht dahin, „jedem Gefangenen Gelegercheit zur Besserung zu geben." Vertrauen erzeugt nach seiner Meinung Vertrauen, und die Zuversicht der Verbrecher in ihre eigenen sittlichen Kräfte wird durch die Zuversicht des Direktors gestärkt. „Wenn ich nur ein Prozent von ihnen vor künftigem Verbrechen danrit belvahren kann, sagte Osborne, „so biu ich zufrieden. Aber ich bin fest davon überzeugt, daß es beträchtlich mehr fein werden."
Logögllph.
Leuchtend dr»rchbrech' ich dar nächtliche Dunkel mit an
der Spitze;
Trag' ich im Haupte ein l ,^\ folg' ich dir ireitltcC) als Hund. Auflösung in nächster Nuiruuer.
Auslösung deS Zrtatenrätsels in voriger Nuinmer: Oh»»e Fe»»er nur roh, ohne Leide»» nicht sroh.
Schriftleitung: Aug. Goetz. - NotationSdr»»ck und Verlag der Brühl'sche»» Unirersitäts-B»»ch- und Steindrnckerer. R. Lange, Gießen.


