bar sind alle Wahlberechtigten, die am Wahltag leit myrdeftenSl einem Jahr Preußen sind. Auf 100 000 Einwohner entfällt im allgenxinen ein Abgeordneter: in l23 Wahlkreisen, die sich ant die Provinzen und Regierungsbezirke Milehnen, fverden insgefantt 401 Abgeordiiete gewählt. Die Wahlen firrden am 26. Januar statt.
ZentrumsbnnühnrMn für eine unabhängige Republik Odcrschlesien.
Breslau, 21°. Dez. (WTB.) Tie oberschlesische Zentrums- presse enthält in ihrer Auflage vom 18. Dezember eine übereilt-, stimmend lautende Erklärung, die zur Bildung einer unabhängigen Republik Oberschlesien unter der Garantie Deutschlands, Polens und des Tschechenstaates aunorderl. Lierzu teüt das polnische Kattowitzer Blatt „Gazeta Ludowa" vom 20. d. M. mit, daß die Anhänger diefer Idee bereits drei Abgesandte nach Prag geschickt hätten, um dort mit Masaryk zu verhandeln Dieser hat erklärt, daß die Tscl)echen Anspruch auf Teile von Oberschlesien maclien würden, aber einer Republik Oberl'chlesien sympathisch gegenüberstäirden. Alles hänge von der Entente ab. Ec sandte einen Kurier rmch Paris, um über diese! Frage Bescheid zu erhalten.
Die Abschaffung der Rangabzeichen.
Berlin. 21. Dez. (WTB.) Seit dein Beschluß des Rcichs- kongresses der Arbeiter- und Soldatenräte über das Ablegen von Orden. Ehrenzeichen und Rangabzeichen geht bei der Reichsregicrung eine außerordentlich große Anzahl von Telegrammen großer und kleiner Formationen ein, die alle gegen diesen Beschluß protestieren und rn ihrer Mehrzahl ihn als einen Angriff auf ihre Ehre und eme Herabwürdigung des einzel-ren und der Formation bezeichnen. Es muß embrücll ch ■ a mt h ngmn? en focrdcm, daß es sich um ci e.r o dyn die Ehre berührenden Angriff weder 1 )anoelt, noch daß ein solcher beabsichtigt niar. Tie Orden und Rangabzeichen, für deren, Ablegung sich der Reichskongreß der Arbeiter- und Soldatenräte entschieden hat. sind Kennzeichen des einstigen, heute nicht mehr bestehenden Militarismus. Die Verdienste des einzelnen und das erworbene Recht sollen auch unter den neuen Verhältnissen unangetastet bleiben.
Die Arbeitslöhne.
Berlin, 21. Dez. (WB.) Die außerordentlich hohen Lo hn ste i gern ng en, die gegenwärtig an der Tagesordnung sind, stellen ?mr scheinbar eine Verbesserung der wirtschaftlicl-en Lage des Arbeiters dar: fr™ Einkommen wird lediglich nominell^ aufgebessert, in Wahrheit.sührl eine Erhöhung nur zu einem nocl)l stärkeren Anziehen der Leberrsmittel- und späterhin der Rohsdoff- und Mietpreise. Es ist hohe Zeit, daß die Lohnfestsetzung loiever in die Bahn des Tarifvertrags zurückkchrt uiid den gewerkschaftlichen Einflüssen zugänglich ivird. Ebenso muß die Anordnlrnj-g von Arbeitsniederlegungen, für die der Augenblick sicher so un-, günstig wie möglich gewählt ist, ausschließlich den Berufsvereuren der Arbeiter überlassen bleiben Von dem Unternehmer muß weitgehende Rücksickst aus die Lebensbedingungen seiner Arbeiter verlangt w-.'rden, aber auch von deren Seite ist Rücksicht auf die Produktivität des Betriebs zu nehmen, ohne die die' kapitalistische Wirtschaftsführung ebenso unmöglich, wie die Vergesellschaftung ist
Ar?s Stadt unO Cnnfc.
Riegen, den 23. Dezember 1918.
Lebensmittel.
** Bro tverteilung. Das -aus Beständen der Heeresverwaltung übernommene Brot soll am 23. und 24. ds. Mts. ..markenfrei" gegen Abgabe des oberen Aufdrucks der 52. Wochenbrotmarke (52. Woche, vom 23.-29. Dezember) in den hiesigen Bäckereien zum Perkairf kommen. Es entfällt auf die Person iy 2 , Psicnd. Der Preis für Kommißbrot beträgt pro Pfmrd 20 Pfg., das in hiesigen Bäckereien erbackene Brot pro Pfund 23 Pfg.
** Zwiebel-Verteilung. Von Dienstag den 24. bis Dvgnstag den 31. J Dezember 1918 gelangen gegen Vorlage der Lebensmittelkarte und Maabe des Bezugsabschnittes Nr. 13
t wiebeln zur Ausgabe. Auf den Absckxnitt entfallen 2 Pfund wiebeln. >
m * Einschränkungder Milchverso rg un g. Seitens des Lebensmittelamtes lutrb uns geschrieben: In der letzten
Woche war es infolge der geringen Zufuhr von Vollmilch nur unter oußewiden blichen Schwierigkeiten möglich, die Bezugsberechtigten Nrit der ihnen zustehenden Vollmilch yii beliefern. Wie in allen «Jahren ist gerade vor dem Weihnachtsfeste infolge des Kuchen- ' backeus der ländlichen Bevölkerung ein weiterer Rückgang der 'Anli'ferung zu verzeichnen. Es werden deshalb, falls am 24. d. Mts. nicht genügend Vollmilch vorhanden sein sollte, an diesem Tage nur Kinder im 1. und 2. Lebensjahr und Stillend« beliesert werden. Diese Maßnahme wird selbstverständlich nur im äußersten Notfall erfolgen. In der Folge erfolgt die Lieferung dann wieder regelmäßig.
** Keks und Bo nbons werden ab heute mittag in verschiedenen Geschäften verLruft, die aus dem Anzeigenteil zu ersehen sind.
** Freibank. Dienstag den 24. Dezember werden von 2—4 Uhr die Nummern 881—1000 beliefert.
T *
** P ers o nalna chri chten. Uebertrvgen wurde am 12. Dezember dem Lehrer Ludwig H orn zu Schwanheim vom 1. Dez. ab, eine Lehrerstelle <m der Volksschule zu Elmshausen, Kr. Bens- heim. Elmonnt wurde am '18. Dctz. der Kanzleidiener bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt Ludwig Treutel zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Darmstadt I. Am 9. Dez. d. I. wurde der Kontrollbeamte der Lokalkassenstellen für den Bezirk Gießen, Finanzrat Emil S ch u d t, zum Finanzamtmann bei der Hauptstcvats lasse unter Belasst (ng des Ehavakters „Finanzrat" mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an ernannt. In den Ruhestand versetzt wurde am 10. Dezember der Lehrer an der -Volksschule zu Ober-Ingelheim im Kreise Bingen Philipp Heß Mrs sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate während 34Jahren geleisteten Dienste wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Januar 1919 ab. In den Ruhestand versetzt wurde am 14. Dezember die Lehrerin an der höheren Bürger-Mädchen-) Schule zu Oppenheim Emilie Glock auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ihrer dem Staate während 18 Jahren geleisteten Dienste vom 16. Dezember 1918 ab.
** Der goldene Sonntag hat unfern Ladeninhabern durchschnittlich kein gutes Geschäft gebracht. Es fehlte besonders die kaufkräftige Kundschaft aus der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt, welche wegen der fehlenden Eiseirbahnverbindung igusgeblieben war. Auch der Mangel an Ware spielte für die meisten Zweige des Handels eine bedauerliche Rolle. An die hohen Preise für fast alle Waren hat man sich nachgerade gewöhnen müssen, jo daß es daran nicht gelegen hat, tvemi das Weihnachtsgeschäft trotz lebhaften Verkehrs auf den Straßen nicht so ausgtiMlen! ist wie mau ernxxrtet heute. Eine Ausnahme machen die Gold- und Silber- Warengeschäfte. die Geschäfte, welche mit Galanterie- und Luxuswaren handeln, und die Papierwaren- und Buchhändler. Diese haben heuer sogar ein gutes Geschäft gemacht, während die Textil- branche fait vollftäudig darniederliegt.
** Handwer kerver sammlung. In der heutigen Zeit, wo sich alle Berufs-täirde zur Wahrung ihrer Interessen vereinigen, ist es dringend notwendig, daß auch der Handwerker mit allen Kräften auf die Erfüllung seiner Wünsche hinwrrkt. Zu diesem Zwecke findet am Freitag den 27. l. M. (3. Feiertag) im Gewerbehaus, Kirchstr. 16, e ne Versammlung für Handwerker aller Berufszweige statt, die sich mit dem Zusammenschluß des Handwerks, der Errichtung einer Zen- * T . a J Geschäftsstelle sowie der Stellungnahme zu wrchtigenTagesfragen beschäftigen wird. Außer dem Referenten des Abends, Prof. Dr. K r a u s m ü l l e r. fverden der Leiter' der hiesigen Handwerker- und Belpatungsstelle sowie Vertreter der hier bestehenden HalidwerkerHachvereimgung zu den einzelnen Fragen Stellung nehmen. (S. Änzcnge.)
** Rohstoffversorgung der »Handwerker. Der Ortsaewerbeverein hat kürzlich in Gemjeinschast mit den ihm vngeschloisenen Fachverein igmrgen sich die Handwerker-Zentral-- genosftnschaft rn Darmstadt mit der Bitte gewandt, auf möglichst
baldige Zuteilung von Rohstoffen hinzrtwirken. Darauf ist von der Zentral-Genossenschaft folgende ^Antwort ein gegangen: Du Leimversorgung wird in der bewahrten Form Vorerft weitergeführt. Aus dem ,Felde heirngekehrte Kriegsteilnehmer, deren Betriebe bisl^er stille.lagen, werden durch besondere beschleunigte Zuteil,cngen in der erfvrderliclfen Weise besoiiders unterftützt. Im weiteren ivaren toir bemüht, bei der Räumung der zu besetzenden! Gebiete in jüngster Zeit von den frei iverdenden Roh-üoffen nach Möglichkeit, welche zur Verarbeitung für die hessisäfcn Handwerksbetriebe in Betracht kommen, zu sichern, was mrs beispielsweise in bezug auf Tuchstoffe in erheblichem Umfang gelungen ist. Diese Tuche werden in der nächsten Zeit ^u Zivilanzügen zn- geschnltten, im Auftrag der Reichsbekleidungsitelle, und zur Verarbeitung an unsere Verteilungsstellen (Schneider-Innungen) in Hessen ausgegeben, wodurch für diese Geiverbe für die nächsten Monate eine gewisse Ärbeitsreserve geschaffen ist Auch die Verteilungsstelle Gießen wird in angemessener Weise an^ der Ausführung dieser Arbeiten beteiligt. Für weitere Roh!>tofsbescl)>as- fungen stehen wir in Vorverhandlwrgeir und werdeir rncht verfehlen die beteiligten .Kreise entspreckvmd zu verftändigen, so- bald die einzelnen Pläne so weit spritchreif werden.
** Zur Berufswahl. Eine große Anzahl von Kmdern, dic in jedem Jahre mrs der Schule entlassen wird, erlernt keinen Beruf. Den Eltern ist es vor allem toichtig, daß die Kinder so schnell als möglich etwas verdienen. So 'treten die Kiraben als Gelegenheitsarbeiter oder dergleichen in irgendein Geschäft oder einen Betrieb. Sie arbeiten bald lfter, bald da, verdienen ivohl sofort Geld, stehen aber im späteren Leben weit hinter ben g>'lernten Arbeitern zurück. Den Eltern, Vormündern und Lchrertr kannicht dringend genug angeraten werdmr, belehrend einzuw'rken, oaß die der Schule entlassenen Kinder einen ihren körperlichen und geistigen Anlagen entsprecharden Beruf erlecnen, denn die Wahl des rich igen Berufs ist entscheidend für das Glück des Lebens. Der Ortsgewerbevercüz Gießen hat im Anschluß au die l>ereits bestehende 5)ani>werker- Beratungsstelle (Geiverd'haus, Kirchstraße 16) eine Lehrlingsoer m it ttungs stelle eingerichet, die sowohl den Hand- nerkern, wie auch den >Lehrlingen unentgeltlich zur Verfügung steht. . ,
** T ie Deutsche demokratische Partei hielt, che man uns schreibt, bis heute nenn Versammlungen ab, die sämtlich sehr gut besucht waren uiid den Rednern reichen Beifall eintrugen. So z. B. ani Sonntag (22.) in Leihgestern und Steinberg-Watzen- born, wo Justäzrat Gr ü n ewa l d-Gießen vor einer 150 bis 250 Leute zählenden Zuhörerschaft das Programm der Partei unter nahezu einstimmig?! Zustimmung der Amvese,rde,i entwickelte.
** Die Amtsräume des H auptste u e r a m t s sino am 25. ds. Mts., dem ersten Weihnachlsfeiertage, von vorinitt-rgs 11—12 Uhr zur Abfertigung von aus dem Auslt.ibe eingehenden
den Zusagen von Fvch verfügte der französisck-e Ortskommaitvcuik- idaß alle männlichen Personen, die nicht bereits vor dem Äräeg daselbst ansässig nraren, interniert werden, wenn fte fich nchiL innerhalb 48 Stu,ü>en entfernen. Diese Anor-mnng trifft eine große Anzahl Eisenbahnbe-anrte und viele hundert Arbeiter d«c dortigen Hau ptwer kst ä t te , der größten für die Entente arbeitenden Lokomotivwerkstatte, die dadurch vollständig lalMgelegt wird. Diese Maßnahrne macht es Deutschlmrd unmöglich . die in Tner läbernommene Ablie eiTUng von Lokomotiven durchzuführen. Bon der Waffen still st-cmdskom Mission in Span ist Protest eingelegt wordm.. Ti-? deutsche W.i'f nstillüandtL>?mmission.
^ Frankfurt ä. M., .2 Dz. Die Ue e g-an s.oege von dem besetzten Gebiet in die neutrale Zone ivuroen am ^amsrag oon den Franzosen durch mächtige Drahtverhaue abgespcrct.
Höchst, 22. Dez. (WTB.) Der französijche Platzkomm a n d a n t von H ö ch st ordnete an, daß der gesamte Verkehr zwischen dem besetzten Gebiet und der neutralen^ Zone, also auch zwischen Höchst und Frankfurt a. M., völlig gesperrt wird. Me erteilten Pässe sind als ungültig erklärt ivorden. Die Franzosen rissen in der Grenzstadt Nied die Schienen austHier- durch entsteht in den Vororten Frankfurts in kürzester Frist Ar- lieitslosigkeit. Die französische Besetzung ordnete gleichzeitig die Gestellung von Geiseln an, welche das Wohlverhal^c der Arbeiter gewährleisten sollen. Gegen diefe Verordnung, die zum Wortlaut oes Waffrnstillstcmdsabkmnmens in Wi.erspruch steht, ist Protest erhoben tvorden. Die deutsche Waffenstillstandskommission.
=3 Frankfurt a. M., 20. .Dez. Einer Anordnung der französischen Militärverwaltung in Höchst a. M. zufolge wurde der .Verlauf der Besatzungsgrenze gegen Frmrkfurt wie folgt frstA'setzt: Ter Westvcurd von Neu-Isenburgs die Straße Ne u-J,carba rg—Niederrod, die Eisenbahn westlich Niederrad, brr dAain bis Niddamündung, die Nidda vom Main bis Rödelheim (dieses nicht besetzt), die Linie Rödelheim nach Oberursel, von hier in den Taunus nach Arnolds Hain. Oberursel wird nicht besetzt. Diese Grenze gilt als endgültig. Tie Bewohner der besetzten Zone die endgültig in die nicht besetzte Zone übersiedelst wollen, müssen dies dem Administrateur militaire srancais in Höchst durch Vermittlrmg ihres Landrats anzeigen. Für den besetzten Teil des Oberbaunustreises wird in Cronberg ein neuer Landvat eingesetzt.
Berlin .22. Dez. (WTB.) Die deutsche Waffenstillstands- konlmission ist nach der Entscheid,mg der Alliierten nicht in der Lage, Ein- uird Ausreiseerlaubnisse in den besetzte,: Gebieten zu erteilen oder zu vermitteln. Sämtliche Ersuchen müssen an die lokalen Militärbehörden der Allier'«'' gerichtet werden.
Die deut sche Was enstllis'.a nds ommvsion.
2lmtlicher Teil.
Wnh'nachts-PosMrketen geöftivet.
** Berichtigung. In der Besprechung Hessens Kunst in der Sonntagimmmer mußten aus Platzlmrv.gel nack)träglich toesent- liche Kürzungen vorgeiwmmerr worden. Durch ein Versehen^ sind hierbei bei Hessen buch 1918 einige Zeilen ausgefallen, so daß ein; sinnentstellender Passus entslairden ist. ■ Es muß richtig heißen: Dm Echpfriler des Buches bildet eine Novelle von Atfted Bock: „Alte Liebe", die auch dm Charakter des Hessenbuches am besten wabrt, denn sie gibt Land und Leute in kerniger Volks,raher Weife. Kasimir E d s ch m i d t, der sick» in der modernsten Literatur einen Namm gesckmffm hat, ist nrit dem Beitrag „Ter Lazo" vertrotm, der Abwendung eines Uebersättigten vo,ch der Ueberkullur, unr „von gauz unter her die Welt zu ^durchstoßen". Der Beitrag ist stark dl der Schilderineg gestrafften Erlebens, leidet aber noch au über gärigem Stilsuchm und ausgvdehntm Reslexioue,: inmittm knapper Scknlderung. — Auch in .unserer Ronlaufortsetzunr; ist durch Verschiuldm des teckflnischen Betriebes ein Satz fort ge b liebe u„ toodurch der ganze ZusammenhaM zerrissen wird. Es muß in der zweiten Spalte zu Beginn des erstm Absatzes heißm: „Als er am Nachmittag nach H<ruse kam, gab es einen Krach"
** Von der Feuerwehr. In letzter Zeit wurde die Feuerwache auf Oswalds Garten in mehreren Fällen zu Hilfe gerufen und cs gelang stets in kurzer Zeit, jede Gefahr zu beseitigen. — Unglaublich ist es jedoch, daß in der jetzigen ernsten Zeit Menschen daran Gefallen findc-n, die Feuerwache bösw!illig zu alarmieren. So vergeht eben kein Tag, an dem die Feuerwache nicht mehrere Male unilötig alarmiert wird. Diese Alarme kommen bald aus dem einen,, bald aus dem anderen Stadtviertel, so daß die Wache fast ständig unterwegs ist, wodurch leicht bei einem wirklich ausbrechenden Brand die Hilfe erst verspätet geleistet werden und großes Unglück entstehen ckann. Nach einer Bekanntmachung des Herrn Oberbürgermeisters ist die Belohnung für die Erfassung eines böswillig Alarmierenden verdoppelt worden und es ist im Interesse aller zu wünschen^ daß es gelingt, den oder die Täter zu emnitteln und einer exemplarischen Straft zuzuführen, um dadurch dem gwben Unfug zu steuern.
** Schwarz-Weiß-Lichtspiele (Seltersweg 81). M Dienstag bis Freitag 27. Dezenrber kommt der erste Teil des sechsakttgen sehr dramatisäfen .Kultur- und Au llärungssilms „Kei- mjendes Leben" zur Urauffülwung. Das Werk gibt sich deutlich äls Werbeftlm für eine bevölkerungspolittsche Idee. Ter Stoff ist von Tr. Paul Meißner mit kinotechnischem Geschick bearbeitet worden. Ein Besuch ist jedermann zu empahlen.
Landkreis Gießen.
** Alten-Buseck, 21. Dez. Der 51onsumverein hält seine General-Versammlung Sonntag dm 29. Dezember, abends 8 Ulyc, im Saale der Witwe Becker ab.
tt. Treis a. d. L., 23. T«z. In französische oder englische Gefangenschaft gerieten kurz vor dem Waffenstillstand noch folgende Soldaten aus unserer Gemeiilde: Gefr. Heinrich Michel, Gefr. Phil. Rock, Schütze G. K. Kehr, Unteroffizier Phil. Römer, Musketier Heinrich Nickel. — Zirm Vizeseldwebel wurde befördert UnteroM. Lehrer Walter. — Tie zum Besten der Säuglingspflege oahicr erhobene Haussammlung betrug 96 Mark.
Kreis Alsfeld
— Alsfeld, 22. Dez. Durch das imvorsichtige Hantieren mit einer K?r,e wnrdnr in Loshauftn die Wirtschaf sg?baud? zweier Landwirte ein geäschert.
Hessen-Nassau.
X. Bad-Orb, 20. Dez. F-Ür Notstandsarbeiten hat der Magistrat einen Kredit von 80 386 Mk. vorgesehen, der von den Städtverordnetm bewilligt worden ist.
mr. F r a n k f u r t a. M., 20. Dez. Die dernokratisch!; IPartei Frankfurt bringt für den Bezirk Hessen-Nassau bei der Wahl zur Nationalversammlung folgende Kandidaten in Vorschlag: Prof. Max Weber. Heidelberg, Prof. Walther Schücking. Marbnrg, Bürgermeister Tr. Luppe, Frankfurt a. M., Bürgermeister Dr. Schwander, Straßburg, ftrt. Dr. Baum, Hamburg. Frl. Dr Schultz, Frankfurt a. M., ferner Dr. Heilbrurm. Frankfurt, Abgeordneter Nanmann. Generalsekretär Fecht, Arbeitersekretär Valzer, Kotzenberg, Stadtverordneter Ehlers, Dr. Helft, Dr. Trumpler. Oeser und Dr. Hans Maier.
^ a. M., 20. Dez. Das Zentrum stellt in
Hessen-Nassau bei der Wahl zur Nationalversammlung an erster Stelle den bisherigen Reick>stagsabgvordncten Rick:errd Müller Fulda, auf. An zweiter Stelle folgt ein Arbeitersekretär.
-- Frankfurt a. M., 22. Dez. Mit dem Sitz in Frankfurt a .M. wurde hier für Hessen und Hessen-Nassau auf Veranlassung der hessischen Regierung und des Oberpoäsidcnten in Kassel eine Landwirtschaftliche Zweig st eile errichtet.
X. Hanau, 20. Dez. Zum Direktor der hiesigen städtischen Oberrealschule ist der Direkwr der Realschule in Barth (Pommern), Dr. Franz Ost, gervählt.
, = 5? a f f e l % 22 . $«*. Tie Stadwermckmetenversammlung bewilligte 5 955 000 Mark für Notstandsarbeiten, die sofort in Angrift genommen werden sollen.
Maßnahmen der Franzosen im Brückenkopf Mainz.
Fran t f ur t a. M 23 Dez. Die deutsche Waffenstillstands- kommlsswn teilt dem WTB. nrit: Ter Vorort Nied bei Frankfurt M, ist gcshevi von den Frgn-vsen besetzt worden. Entgegen
Bekanntmachung.
Velr.: Unterricht der Husbeschlagschalle zu Gießen.
Mit dem 1. Jammr 1919 nimmt die Hufbeschlegschule zu Gicßm ihre Tätigkeit wieder auf und beginnt auf Grund der Lehr» ordrunig vom 19. Juan 1891 einen halbjährigen Unterrichtskursus zur Vorbereitung für die Prüfung zivecks Erlangung des Besähi- gmigsaustveises zur selbständigen Ausübung des HufbcschLag- getverbes.
Für die Teilnahme an dem Kurs kommen ;tur Schmiede in Frag?, welche die zur Erlernung des Hufbeschlags ilnumgänglich notwendige Handfertigkeit bereits besitzen.
Anmeldungeii haben zu erfolgen bei dem Kreisveterinärarzt Prof. Dr. föiell in Gießen, Wilhelmstraße 21, der auch zur Abgabe weiterer Auskünfte bereit ist.
Gießen, der: 21. Dezember 1918.
Kreisamt Gießen.
_ I. V.: L a n g e r m a n n. _
Bekanntmachung.
Auf Grund des Art. 16 der Verordnung über die Wahlen zur verfassunggebenden Volkskammer der Republik Hessen vom 3. Dezember 1918 fordere ich hierdurch die Wähler auf. Wahlvor- schlüge für die am 19. Januar 1919 stattsindenden Wahlen spätestens bis zum Moirtab den 30. Dezember d. I. bei mir einzu- reicheii. Es wird liier be: darauf hin gewiesen daß nur für unver- änderted Wahl Vorschläge gestimmt werden darf.
Bei der Einreichung der Wahlvorschläge ist das Folgende zu beachten:
1. In einem Wahlvorschlag dürfen nicht mehr als 70 Bewerber vor geschlagen werden. Kein Bewerber darf sich in mehr als einen Wahlvorschlag cmffiehmen lasten.
2. Die Vor geschlagenen sind nach Zu- und Vornamen, Beizeichen. Stand oder Beruf und Wohnort, bei verheirateten Frauen auch Geburtsnamen, zu bezeichnen und in erkennbarer Reihenfolge^ aufziiführen.
3. Jeder Wahlvorschlag muß von mindestens 50 in der Wählerliste eingetragenen Personen unterzeichnet sein. Die Unterzeichner der Wahl vor sch läge sollen ihren Unterschriften die Angabe ihres Berufes' oder Standes smvie ihres Wolmorts (auch Straße und Hauslmmmer ihrer Wohnung) beifügen. Dieselben Unterschriften sollen nicht unter mehreren Wahlvorschlägen stehen.
4. Dem Wahlvorschlag ist cmzufügen:
a) die Erklärung eines jeden Vorgeschlagenen, daß er der Aufnahme in den Wahlvorschlag zustimme,
b) eine amtliche Bescheinigung der Bürgermeisterei, daß die Unterzeichner des Wahlvorschlags in die Wählerliste ein- gettagen sirrd.
5. Jeder Wahl vor schlag soll mit einem mrs die Parteizugehörigkeit der Beiverber hinweisenden oder sonstigen Kennwort Verse l>en sein, das ihii von allen anderen Wahl vor schlagen deutlich unterscheidet. Das Kennwoi't darf weder gegen sttafgesetzliche Be- stimMimgen rroch gegen die guten Sitten verstoßen.
6. In dem Wahlvorschlag soll ein Vertrauensmann be- zeickmel^ werden, der für die Verhandlungen mit dem Landeswahlkommissar und der Landeswahlkommission, zur Rücknahme des Wahlvorschlags sonne zur Abgabe und Rücknahme von Verbin- dungserllarungeu bevollmächtigt ist. Jir derselben Weise kann ein Stellvertte<er des Vertrauensmanns bezeich:iet werden. Als Vertraue nsrnänner und Stellvertreter können auch Frauen benannt werden.
Zwei oder mehrere Wahlvorschläge köirneii in der Weife mit- einairder verbunden werden, daß sie anderen WahlVorschlägen gegenüber als ein einziger Wahlvorschlag anznsel>en und zu behandeln süid. In solchen Fällen müssen dic Unterzeichner der betreffenden Vorschläge oder die Vertraueiismüwier übereinstimmend spätestens am Dienstag den 9. Januar 1919 dem Landesfvahlkomuiissar gegenüber schriftlich erklären, daß die Vorschläge miteinander verbunden sein sollen. Jeder Wahlver- schlag darf nur einer Gruppe von verbundenen Wahlvorschlägen angehören.
Wahlvorschläge oder Verbindungen von solchen, die verspätet eingereicht oder erklärt siird, oder den gesetzlichen Erfordernissen nicht eiitsprechen, werden iiicht zugelasten.
Die Anschreiben sstid zu richten an den Laudeswahlkommissar in Darmstadt, Staatsministerinm, Neckarftraße 7.
Darm stadt, den 14. Dezember 1918.
Der Landeswahl kommistar.
Dr. Neid hart.
Bekanntmachung
Die von der Front zurückkehrenden Truppen haben viel Vieh zurückgebracht, welches größtenteils Maick- und Klauenseuche hat und daher zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche ab- geschilachtei werben muß. .Infolgedessen sind wir nicht in der Lage, in der näckstten Zeit Vieh von Landwirten abzunehmen. Wir bitten die Landwirte, 'das Vieh, das zur Wlieferung bestimmt war, trotz der Futtcrknappheit noch einige Zeit zu behalten. Würden wir das aufgenommene Vieh jetzt abnehmen, so würde im Früh- jaln eine außerordentliche Knappheit an Vieh und Fleisch cin- tteten c 10014c
.Gießen, den 21. Dezember 1918.
tvberhessischer Viehhandelsverband.
Der Vorsitzende: ' ^
Prof. Ro sende rg.


