an bcm schreckliche. jähen Zipammenbruch müsse geprüft und die Schuldigen müßten zur ReckZenschaft gezogen werden. J^re %uxua= gekehrten Soldaten fanden das Vrrterlcn»d verändert. Wenn ihnen zugerufen wurde, das Haus sei bereits Treu gebaut und schon woyn- lich eingerichtet, so stimme das nicht: denn die Gesetze würoen nacht geachtet, das Heeresgut werde verschleudert, unser Kredit rm ous- urnde sei total vernichtet, die Sozialisten konnten nrclft verr wewen über den Bolschewismus, das Bürgertum müsse Mithelfen Gme alte Welt, das Reich Bismarcks, sei zusommengesturzt, ev gelte nun, eine neue Ordnung $u schassen. Deshalb seien jetzt die Männer und zum ersten Male auch die Frouerr zur Wahl aufgerufen sur die konslituiereirde Nationalversammlung. ^ ^
Frau Larrdgerichtsrat Schn dt führte aus, dass den, Frauen über Nacht das Stimmrechjt z-ngefallen sei, um das sie m ihren Vereinen so laiige gekäirrpft Hütten, daß barmt btc Frauen aber auch Pflichten übernehnren müßten. Sie erinnerte an dre Emrg- fdt intb Begeisterung aller deutschen Parteien rm August 1814 Mi die Mitarbeit der Frauen an allen Forderungen, die dre 'Not des Krieges an sie gestellt lxrbe. Jetzt gelte es für dre r^ramm, die aber rwch lange nicht alle zu erstrebende Rechte rn der Gleichstellung mit dem Manne erlangt hätten, mitzuarbeiten, dre pvlr- tischen Versammlungen zu besuchen, um dre Kenntnisse zu ertl^rtcrn, die Gleichgültigen auszurütteln und vor allzu radikalen Forderung m der Zeit zu warnen. M ar , .
Hierauf betonte Professor fl) r. R v l o f f rn fernen .lns- führnngen. daß der Zusammenbruch des alten, Reiches Den Jto» tionalliberalcn besonders schmerzlich (fei, weil sie Mit dem Staat Bismarcks so eng und imrig verwachen waren. Es Felle, letzt ftir sie. mitzuarbeiten, um die politische Einheit^des Rcuhes als Vorbedingung unserer Existenz M erhalten. Gute Monarchisten könnten nicht über Macht umlernen, es sei falsch, zu beharrptcn, derr Kaißn treffe schwere Schuld, seine Flucht nach Holland |ei keine Falinenflncht. sondern eine sittliche Pflicht gewesen, um Unruheli im Laude zu verhüten. D^ie Deutsche Volkspartei lverde die jetzige Regierurrg in ihren Bestrebungen ,Ruhe und OÄmnng zu schaffen, unterstützen und auch die republikanische staatsform anerkennen, wenn sie für die Größe des Deutschen Reiches not'i wendig sei. Sie 'wolle aber keine Gemeinschaft mit den Parteien die uns in das namenlose Elend hineingeführt hätten, nacht mit hen Konservativen und nicht mit Tirpitz und Reden t low, die durch ihre maßlosen Welteroberimgspläne imc-' um den letzten Rest von Sympathie in der Welt in Amerika den .Kriegswillen hervorgerufen und den Verdacht erweckt hätten, Deutschland Mhre keinen Verteidigungskrieg, sondern einen Eroberungskrieg, die aber auch durch ihren fvrtgesetzterls Widerstand gegen das allgemeine Wahlrecht in Preußen die Autors tät des Staates erschüttert hätten. Auch die alten Führer der Nationalliberalen Partei. Fuhrmann, Beckmeifter und Lehmann, seien als Führer der neuen Partei abzulehnen, weil sie sich in allen Mitteln vergriffen hätten. Sodann Irefte aber auch die Sozialdemokratie ein großes Maß von Schuld «nm Zllstrmmenbruich. weil sie in dem Augenblick des Wassenstillltands- angebotes uns durch -die Revolution wehr- und willenlos^ gemackst -habe. Mcht der Mangel an Lebensmitteln, nicht die Sehnfucht Nach Freiheit habe den Zusammenbruch hervorgeruftn. sondern der Mangel an .Pflichtgefühl, Mi Pttriotismiis. die Beeinfttft- sung der Arbeiter im internationalen Sinne sei die Ursache. Tie Führer der Sozialdemokratie haben die Führerschaft nicht zu behaupten vermocht, um nun mich den radikalen Forderungen entgegenzutreten und geordnete Zustärrde wiederherznstrllen. _ Ja der Regierung kömie jram mit den Mehrheitssozialisten zusammengehen, aber bei den Wia'hken müsse die Scheidung eintreten. Dre Stellung der Deutschen (Volk^partei zum Zentrum als einer konfessionellen Parten sei gegeben. Gegenüber der deur- scheu demokratischen Partei lMüsse er eine stark staatliche Regierung, auch in der auswärtigen Pvlittk betonen.
Professor Dr. Gmelin führte aus, daß bei dem Versuch der Verschmelzung der Ncttionaltiberalen Partei mit der Demv- koatischen Partei die Gefahr bestand, daß dann viele Demokr aten- Irvach links und viele Nationalliberale nach rechts abgeschwernt lptren. In vielen Fragen könne man ja ganz gut zusammengehen/ «wer trotzdem sei die Trennung aus taktischen Pfründen richtig. Zwar hüben Demokraten und Sozialdemokraten im Krüge ihre Scliuldigkeit getan, aber jetzt schienen 'sie das Nattonalgeftlhl, das Nationalbewusstsein mehr oder weniger über Bord werfen zu wollen. Die Grundlage der Einheit des Reiches sei das dnttsche Nationalgefühl: dieses sei in der auswärtigen Politik des alten Reiches übertrieben worden, weil man sich auf die Macht am besten zu stützen glaubte, auch im Kampfe mit der ganzen Welt. So habe sich Deutschland auf den Friedenskonferenzerl im Haag stets ablehnend verhalten, während England und Frankreich in dieser Zeit mehrere Streitigkeiten durch Schiedsgerichte erledigt hätten und so zu einer engeren Verbindung mW Einkreisung Deutschlands gekommen seien, während wir uns nur auf Oesterreich-Ungarn sttitzen konnten. Unsere auswärtige Verwaltung verschmähte die Mittel der Schiedsgerichte, lehnte die Vorschläge im Haag ab und beugte sich vor der Milttärgewalt. Die Drohung Wilsons wurde jetzt nicht beachtet, die Hoffnung auf Revolution in den feindlichen Ländern erftlllte sich nicht. Die Entente brauche jetzt eine verhandlungsfähige deutsche Regierung, um Frieden zu schließen. So war es auch 1871 in Frankreich, wo Bismarck die Republik unterstützt habe, um mit Frankreich zum Frieden zu komnken. Der Fehler unserer alten Regierung war das antokrcttische System, baS zu dem demokratischen England, Frankreich und Amerika nicht paßte: unsere jetzige Re« gierung kann sich nicht auf eine Volksvertretung sttitzen. die Entente erkenne die Soldaten- und Arbeiterräte nicht an. Zwar seien jetzt die Verhandlungen über die auswärtige Politik öffentlich, aber die Veröffentlichung der Dokumente über die Schild mn Kriege hätten die FriÄ>eirsaussichlen nicht gebessert, die Chauvinisten in den feindlichen Ländern wollen den Frieden hinausschieben. Unsere frühere Regierung sei oft anmaßend rmd l>och- faljrrcnb gewesen, der jetzigen Regierung fehle es an Beständigkeit imb Festigkeit, der Wechsel in den Aemtern der auswärttgen Politik sei verwerflich. Unsere jetzige Lage sei derienigen Frankreichs zu vergleichen nach dem Sturze Napoleons I. Damals habe die heilige Allianz die Beauffübtigirng Frankreichs übernommen, wie es bei uus jetzt durch einen Völkerbund kommen wird. Aber ein Taillerand hal>e bald die Gleichberechtigung Frankreichs durch ein schlag-, fertiges Heer erreich. So müsse mich jetzt unser Heer nach dem Zusammenbruch des preußischen Militarismus umgestaltet werden, vor allem müsse die Dssz-iplrn wiederhrrgestellt werden, damit wir unsere 'Grerrzen im Osten schützen können und wieder bündnis- falflg werden. In der Frage der Trennung von Staat und Kirche liege ein Hauptgrund der Scheidung zwischen der Deutschen Volkspartei uad der Demokratie. Doch sei vielleich eine Listenverbindung bei der Wahl ratsam, was der Redner an dem Beispiel der Wablen in Anhalt und Strelitz erörterte. Die Heranziehung des Volkes zur Mitregierung durch die Selbstverwaltung sei. wie 1807, ein Mittel zur Wiedergeburt. Nur durch Selbstzrubit und durch die Pflege des Veranttvvrtlichsteitsgefühts könne die Niederlage überwimden werden. Der Redner erörtert dies an dem Beispiel Frankreichs nach 1870 und an dem Polenreich.
Zrrm Schlüsse sprach noch Regierungsassessor Din geldey der die herbe Kritik an den Männern nicht billigte, denen wir vier Jahre zugejubelt hätten. Die Ge'ahr im Innern bedntte eine sozialdemokratische Mehrheit in der zu wählenden Nationalversammlung, die dann durch die Bergesellschastung der Produktftms-« mittel das Wirtschaftsleben mit der Vernichtung der Emzeleri- fixrrrnt untergrabe und die geistigen Grundlagen der Einheit des deutschen Volkes'durch die Trennung von Kirche und Staat zerstöre. Daß nach Mm Zusammenbruch die Ordnung noch einigermaßni auf- reä)twl)alten blieb, sei nicht das Verdienst der Soldatenräte, sondern der Beamten, die weiter im Dienste ihre Pflicht erfüllten. Unter großem Beifall wandte er sich zum Schluß noch gegen die „Frankfurter ftrttimo" und gegen das „Berliner Tageblatt". .Um der Mutschen Ehre und des deutschen Selbstbewußtseius willen forderte er dann zur allgemeinen Beteiligung au der Wahl aus.
Hieraus schloß der Vorsitzende mit e'nem kurzen Schlußwort die Dersammssmo. die allen diesen offenherzigen, sachlich^ und von Datertondsliebe getragenen Ausführungen mit großer Auftnerffam- keit gefolgt war.
Aus Stadt und Lund.
Lebensmittel.
** Lebensmiltelkarten-Ausgabe. Die Ausgabe der Brot-, Butter-, Zucker-, Nährmittel- und Karteffelmarken geschieht am Freitag den 20. ds. Mts. für die Bezugsberechtigten mit den Buchstaben A—K, am Smnstag den 21. ds. Mts. für dre Bezugsbereckstigten mit den Buchstaben L—Z.
** S tadtifcher P ferdefl eischverkauf. Der rm 'tädttschen Sckflachthof eingerichtete PfcrdcsleisckUverkaus erfreut sich eines regen Zufpruches. Das Fleisch umb zu 50 Planmg^ für das Pfund abgegeben. Durchweg kommen solche Tiere zur Schlachtung, die infolge der langen Märsche lahm geworden frnd rmd niast weiter können. Tie Schlachtungen erfolgen unter Auftccht des stäoiischien Schlachthofs. Es ist also Gewähr geboten, daß einwandfreies Fleisch zum Verkauf kommt. Der Verkauf wurde rm Schlachithof eingerichtet, da dort die nötigen Verkanssemrrchtungen zur Verfügung standen und besonde'oe Auftvendungen hierfür nickst zu machen waren. Auf diese Weise war es möglich, -as Fier ich zu dem billigen Preise von 50 Pfennigen für das Pfum» a^u- etzen. Nackdem der erste Andrang jetzt vorbei ist, erfolgt der Verkauf ohne Vorbestellung. _ _ .
** Freibank. Freitag den 20. Dezember, von 2—4 Uhr, von Nummer 601—700.
** Ein sechzigjähriges Doktorjubiläum. Geheimrat Dr. Alex. Naumann, als Professor und Direktor des chemischen Laboratoriums in Gießen, sett 1. Ort. 1^15 im Ruhestand, beging am 17. Dez. 1918 sein s e ch z i g t a h ri g e s Doktorjubiläum, welches zu erleben nur überaus selten lemand beschieden ist. ^ .
** Stadttheater. Auf die am nächsten Samstag statt- indende 8. Faeitags-dlbonnenrentsvorstellung — es ist die achte und nicht die neunte, wie irrtümlicherweise auf dem Wochenspiel plan angegeben ist — sei auch an dieser Stelle hingewiesen. Gegeben wird Björn so ns Lustspiel „Wenn der junge Wein blüht ** Eine öffentliche Frauenversammlung ftndet hercte Donnerstag abend 8 Uhr im Stadtthertter statt. Herr Dr. Horneffer wird sprechen über: „Die Revolution und die deutsche Frau".
** Tie Deutsch-nationale Volksparter veranstaltet am Jreitag den 20. Dezember, abends S l / 2 Uhr, im Stadttheater eine Versammlung. Es tverden sprcchm u. a. die Herren Pfarrer Fritsch (Ruppertsburg), Gehcimrat Dr. Gyevrus. Ober Postschaffner North. ^ ^ , .
** Diebstahl. In der Nacht znm 18. Dezember wurde m einer hiesigen Zigarrenfabrik ein Einbruchsdiebstahl begangen, wobei dm Dieben eine Anzahl Zigarillos, 10 /20 oV garren, Marke „Iris mit Ring" "/re Marke „Rerngold mrt “ng" 13 / 2 o Marke „v. Mackensen mit Ring" 18 ( i0 Marke „Im lde mit "Ring" 20 / 2 o Marke „Bella Diana mft Ring" 6 / 20 Marke „Barbarossa Erwachen mit Ring" V 20 dito ohne Ring, m die Hände fielen, die in drei kleinen Körben sortgetragen ivurden. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
** Zulagen zur Altersrente. Nach einem Erlaß des Reichsvcrsicherungsamts erhalten rnmmehr ,auch die Empfänger von Altersrenten für die Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Tezeml'er 1919 eine im voraus zahkbare Zulage zu ihrer Rente in Höhe von 8 Mark monatlich. In den ehemals Großh. Hessischen Landgemeinden sind die - Z ulagegu.it tim^ear bei den Bürger- meislereien. in den Städten bei den Polizeiämtern bezw. -Revieren erhälttich.
Landkreis Gießen.
**Nieder-Bessingen, 18. Dez. Ersatz-Reservist Georg St-e i n im aktiven Jnf.-Regt. 22 erhielt das Eiserne Kreuz.
Kreis Büdingen.
e. Nidda, 17. Dez. Aus Gründen der Demobilisierung ist dir Strecke Friedberg—Nidda bis auf .weiteres ge sperrt. Um wenigstens die allernotwendigste Beförderung von Personen und Gütern bewerkstelligen zu können, ist zwischen Baienheim und Nidda ein Auto mobilverkehr eingerichtet. Die Strecke Friedberg—Hungair ist in regelrechtem Betrieb: leider findet man aber in der Richtung Nidda—Gelnhttusen meist keinen Anschluß, der sich bei einigermaßen gutem Willen unschöner bewerkstelligen ließe.
= Orlenberg, 17. Dcy. Gestern abend 8 Uhr fand hrer eme Bürgerversammlung statt, in der Pflarrer Kahn über die Umwandlung der A.- U. S.-Räte in Volksräte Vortrag hielt und die Bürger zu einigem Zusammenarbeiten auffvrderte. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Aussprache. in der mehrere Redner in Alrbetracht der s. Z. mcht gen.ügend bekannt gegebenen Wahl des A.- u. S.-Rates, der außerdem erfolgten Walstbeteiligung von auswärttgen Bürgern und der dadurch hervorgerufenen ttefgel-enden MiMmmung des größter Teils der Bevölkerung ettre vollständige Neuwahl forderten Man einigte sich auf Vorschlag des Redners und anderer Herren schließlich aus eine bloße Znwahl von 5 Landwirten m den schon bestehenden A- u. S.-Rat, der den Namen Volksrat führt. Es ^wurden gewählt die Herren Heinrich Jüngling. Georg Heinrich Hebbel. ..Wilbelm Pfeiffer I., Heinrich SKIst II. und Heinrich Strauber. Auch der Frauenverein soll das Recht haben, zwei Vertreter in den Vvlksrat zu entsenden.
Kreis Schotten.
e. Ulfa, 17. Dez. Der älteste Sohn des Gastwirts und Metzgnmeisters Christ. Müller^ der sett längerer Zeit als vermißt gweldet worden war, hat letzt aus englischer Gefangen sck>aft Nackricht gegeben.
8 Aus dem westlichen Vogelsberg, 18. Dez. Gestern haben die letzten Trnppendrrrchznge auf unseren HMlptstraßen stattgefunden. heute ist das lebendige Soldatenbisd von ihnen wieder versckftvunden Außer den mm gerade gewohnten Kolonnenwaqen mehrte sich seit Sormtag die Infanterie der 1. Armee, die meist mit klirrgendem Sdiele durch die Ortschaften zog oder in ihnen Quartier belegte. Die Truppen, die seit Sonntag kamen, haben in unseren Ortschaften Standquarttere bezogen. Sie leiern mtthin mit uns das Weihnachtssest in rmseren Heimatdörfern.
Starkenburg und Rheinhessen.
R.M. K. Tarmstadt. 17. Dez. Fünftausend Mark Belohnung werden von den Migehörigen einer fett Montag früh gegen 10 Uhr aus bcm hiesigen Städtischen Kranken Hanse wo sie seit etwa einem halben Jahre tätig war, verschwundmen Aerztin für denjenigen auSgefchrieben, der ü.ber den Aufenthalt der Dame genaue Auskunft geben kamt, so daß sie zur Rückkehr veranlaßt werden kann. Wer die Leiche einliefert, erhält drei Smtfenb Mark. Tie Dame hat sich anscheinend in der letzten Zeit in ihrer Tättgkeit etwas überarbeitet, nxrc nervös gewor den und verlieh anscheinend nach einer ihr erteilten unbedeu?- ten^den Rüge das Haus nachdem sie in Briefen ihre Absicht sich ein Leid anzntnn, rundgegeben hat. Alte damit zusammen hängenden Feststellungen bittet man an das Städttsche Kranken Haus zu richten.
RMK. Tarmstadt, 17. Dez. Wegen der widerrechtlich, art den nahezu 100 Wagen des seitherigen Grvßherzogs, entgegen der reichsgesetzlichen Verordnungen, zurückbehaltenen .Gu mmiberei- fnn gen . hat mmmehr der Redaktenr und ReichStagsabgeordnetg Dr. Qu esset, Delegierter des A- u. S.-Rates, gegen die früheren drei hessischen Minister v. Gnald, v. Hombergik wrd Tr. Becker bei der StaatsaMvalttckraft Strafantrag gestellt, und finden zur 'Zeit über den Tatbestand, refp. über Berechttgung dieser Anklage Vorerhebungen statt.
vessen-Nassau.
][ Marburg. 16. Dez. Unter der Bezeichrmng „Politische Akademie'^ bildete sich an der hiesigen Universität eine freie Bereinigung von Akademikern zur Berttefting politischer Mld'img Von Februar bis März nächster Jalwes werden hier besondere Lehrgänge für Kriegsteilnehmer abgehalten.
verinischte».
* Wechsel in der Schriftleitung von „Deutsche l ands Erneuerung". An Stelle des erkrankten Dr. Kühn Ijat Professor Dr. Haus Fvecherr von H. 1ebig die Schriftleittmg
wn ..TeurschlandL Ermmeruns" tLbernommc» Pwfessor von L«. big rst der Verfasser des mm frergegebenen Werkes „Dre PvlMk von Bethmann-Hollwegs".
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religlonsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge
(Süd-Anlage). Smnstag 21. Dez. Vorchöd.: 4 . 30 : nwrg.^ ^00» abds • 4 40 n 5 20 — Israelitische Ne1lglonsge,ellschnst. Lab^tt- feier am 21. Dez. Freitag abd.: 4.05; Samstag vorm.: 8.30: nachm.: 3.30; Sabbatausg.: 5.20. Wochengottesd.: morg. 7.10, abds.: 4.00.
Landwirtschaft.
-- Darm stad t, 16. Dez. Nach einer Bekanntmachung des Landesernährungsamts, ergänzt durch eure lolche des Starkenburger Viehhandelsverbandes, wird von Antzmg 1919 ab das in der Provinz Starkenburg aufzubrrngende Schlachtvieh auf die einzelnen Gemeinden auf Grund der letzten Vrel^zahlung unter Berücksichtigung besorrderer Verhältnisse umgelegt, ^re Gemeinden sind verpflichtet, die hiernach wöchentllch auf Ue ertt» faflende Viehumlag' regelmäßig und vollständig dem Vreyhandels- v.wlmnd zur Verfügung zu stellerr und haben zu dreiem Zweck durck) eine örtliche Kommission das vvrlzandene Schlachtmey «Rm- der. Kälter, Schweine und Schafe) feststellen und bezeichnen zu lassen. Tie Wochenumlage jeder Gemeinde wird m Rrndern ies> gssotzt und ihr mitgeteilt, doch können in bestimmtem Verhaltms !ür Rinder mich Kälber, SÄoeine und SckZafe g'liefert werden. Tie Gemeinden haben es daher selbst in der Hand, ihren Rm^r- bestand zu sckwnen, indem sie die vorhandenen und entbehrli.chen Kälber, Schweine und Schafe, die jetzt vielfach durch unberechtigten Verkauf -rnd heimliche Schlacküung der Allgemeinheit entzogen werden, vollsländig erfassen und sie anstatt der Rinder zur .Ab* lieferung bringen.
vücherttsch.
Infolge des Papier- und Platzmangels können vorläufig die Buch« ein gange nur verzeichnet werderi. Eine Besprechung ist nur in den allerseltOisteri Fällen möglich.
— Medusa. Zeitgenössische Dichtungen, herausgegeben in Lieferungsheften vom Schwabinger Eigenverlag Dtünchen. — Die neue £ite rat ur f riti f, im gleichen Verlage. Bezugspreis für beide Schriften: Ausgabe A in Bütten lxniduumeriert chhrl. 36 Mk., bei freiem Bezug vierteljährlich 3 Mk. Ausgabe B jährlich 12 Mk., für Einzelnummern 1,50 Mk., vierteljährl. bezogen 3 Mk. .
— Ter Tabak. Anbau, Handel und Verarbeitung. Von Jacob Wolf. Zweite verbesserte und ergänzte Auflage. Mit 17 Mbildungen im Text. (110 S.) 8*. (Aus Natur und Geiltes- wclt Samn lung wisscuschchttich-gemeinverfländlichr Darstellungen, 416 Bcmdckien.) Geh. 1,20, gep. 1,50 Mk. Hierzu Teuerungs- zuschläge des Berlages und der Buchhaiidlu.ngen. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. 1018.
— Tie Weltbühne, der SchrNbuhne 14. Jahr. Wochenschrift für Politik, Kamst, Wirtschaft, hermisgegeben von Siegfri^> Jacob so hn, Nr. 47. Preis 60 Pfennige, 6,50 Mavk vierteljährlich, 22 Mark jährlich. Pnodmummern kostenfrei durch alle Buchbcnid- lungen und Po-stanstalten sowie durch den Verlag der Weltbühne, Charlottenburg, Dernburgftraßc 25.
Letzte NachrichteL
Die amerikanischen Friedensforderungen.
London ,18. Dez. (WTB.) Meldung des Reutersihen Bureaus. „Daily News" schreiben: Die g rundlegenden Argumente der amerikanischen Telegation in Paris werden folgende sein: 1. Ter Völkerbund müsse ein Teil des Friedens- Vertrages bttden. 2. Die Freiheit der Meere muß eine der hauptsächlichsten Prinzipien sein, die durch den Bund seitgeietzt werden, danrtt Amerika nicht eine Flotte bauen muß, -bie groß genug ist, um Sicherheit gegen jedes wttlkürliche Vorgehen durch das eine oder andere Polk zu schaffen. 3. Die gereckjten Ansprüche die an Deuffchland gestellt werden sollen, müssen festgesetzt und es muß bestimmt werden, wie weit und aus welckie Weise Dcutsckuand bezahlen kann und muß. 4. Die Präliminarverhandlungen köniisw vertraulich sein, aber die Endbeschlüsse der Kvnseoenz müssen öffentlich gefaßt werden. 5. Mle Friedensdelegierten müssen äls Vertreter der neilen Welt rmd rttcht als deren Beherrscher zusammen- knnmen. Jede andere 5xrltung würde einen Frieden bedeuten, der Haß hinterlasse, au§ dem dann wieder neue Kriege entstehen kön-' .nen. Wie verlautet, sind die amerikmttschen Tel egi w!en daiür, Deutschland in deii vor geschlagenen Völkerbund Mlszunehmen, wenn cntch unter der Bedingurrg eirrer Probezeit. Es wird von einem s^l-on fertig aus gearbeiteten Programm Lloyd Georges,. Clemen-- oeaus rmd Orlarrdos gespwchm, aber man nimmt an, daß ihre Verabredungen vorläufigen Elxwakter und den Zweck haben, eine feste Grundlage für Me Beratungen zu schaffen. Wie vwlarttet^ behandeln diese Verabredungen u. a. auch die Frage der Schadens- Vergütung.
Wilson in Paris.
Paris >18. Dez. (WTB.) Foch besuchte gestern abend den Präsidenten Wilson Und hatte eine halbstündige Besprechung mit ihm.
Rchabiliticrung Doktor Arons.
Berlin. 16. Dez. Das .pvOißische Kultusministerium ijct beim preußischen Staatsministerium die Rechrbilitierung deS frühe» mt Privatdozenten Doktor Leo Arons von der Berliner Universität beantragt. Professor Arons war seinerzeit wegen Bekimdimg sozialistischer Gesinnung aus rein tvlttischen Grürrden gemaßregelt worden. Mtt der Annahme dieses Antrages durch das Staatsmini» sterium ist nicht zu zweifeln. Die Fakultäten der Universität Berlin hatten übrigens seinerzeit gegen die Maßregelung protestiert und selbst, sckwn eine Relrabilitterung befürwortet. In Anerkennung seiner wissenschafllickjen Verdienste ist Lev Arons der P r 0 f e s s 0 » renlitel verlieherr jvvrden.
Ausschußsitzung des Zentrums in Frankfurt 0. M.
Berlin, 18. Dez. >Der Vorsitzende des NeickOausschusses der Zentrumspartei, Llbgeordneter Gröber, hat eine Aisschußsitzimg für Montag. 30. Dezember, nach Frankfurt a. M. unberufen.
Ausweisungm aus Elsaß-Lolh^ingen.
Müllheim (Baden), 18. UDez. (WTB.) Fm Laufe des gestrigen Nachmittag kamen über die Rheinbrücke bei Neuenbürg etwa 50 Familien ^insgesamt gegen 200 Köpfe aus dem Elsaß an. Es lxmdelte sich nm Beamte und Alldeutsche aus Mühlhausen, die mftt nur 30 Kilogramm (Gepäck ihren Wohirort verlasen mußten. Bei dem Abtransport wurden sievonderZivil- bevölkerung verhöhnt und mit Steinen beworfen. Die BelMtdlnng war Me derrkbar schlechteste. Die Ausge-' wiesenen wurden in Mülll-eim und Umgebung vorläufig unter- gebracÄ: 'eine Kommission mtt Regierungsrat Keller und dem Bürgermeister Witz (Neu>enburg) an der Spitze sorgt ftir Rat und Urtterkunft. Wettere Transporte von Arsgewiesenen sollen folgen.
Amtlicher Teil.
Betr.: Ferien.
An die Schulvorstände des Kreises.
Laut Derftigung des Ministeriums für Bildungswefen, W» , teilrmg für Schulangelegenheiten, sollen die diesjährrgen Weih, nachtsferien in den Volksschiulen gleichzeitig mtt denen der höyereüt Schnlni beginnen und schließen. Mit Rücksicht auf die vielfackjen Störungen des Schulbetriebs im laufenden Jahre haben die lnesigen höheren Schulen den Sck)«llschlnß. vor Weihnachten für den 21. De, zember 1918 nnd den Wiederbeginn des Unterrichts rm neuen Jahre für den 2. Jamrar 1919 vvrgeselien. Wir empfehlen Jhnen^ hiernach das Erforderliche für Me dorttgen Schulen anzuordirsn.
Gießen, den 18. Dezember 1918.
Die Kreissckulkommissttm.
J.V,: Langerminnn.


