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So ist z. B. vl Leipzig eineZeitung mll Sttknuymi undZer- Word«: mrd in Mülheim (Rrchr, sind Druckereien stlllgclegt ,md an PlaLttssrulen ist xnr Selbsthilfe argen diese Zeitung anfgears«: worden und in Mühlheim (Ruhr) ftnd Druckereien stillgelegt und Platten zerschlagen ,vorden, weil sich die deutsche Bolkspartei und die Z«ttrums Partei in Flugblättern gegen die BerhLftung von Mülhümer Bürgern warrdte. Aehnliche Vorgänge werden ans zahlr^>er: anderen Städten gemeldet. Die Rei chs regierung verwahrt sich aufs entschiedenste gegen jede ge­waltsame Beschränkung des freien Wortes. Sie fordert von den Arbeiter- und Soldatenräten die völlige Auf rechterhaltnng der Pressefreiheit, die eine ihrer ersten Programm punkte ist. Es wird die Ausgabe der Reichs konfe venz der Arbeiter- und Soldatenräte sein, zu erwägen, wie gegen lokale Organfl-ationen vvrzngehei: sei, die sich solche willkürlichen Hcmdllmgen zuschulden ftymmeit lassen. Der Rat der Volksbeauf- tragten: Ebert, Haase, Scheidemann, Landsberg, Tittmann, Barth Die zwangsweise Umfangsöeschrönkung der Zeitungen.

Magdeburg, 12. Der. Der Vorsitzende des Vereins Deut­scher Zeitungsverleger hat an das Reichswirtschaftsamt ein Telegramm gerichtet, in dem er im Namen der dem Verein an- geschlossenen 1600 Zeitungen feine dringende Bitte erneuert, das Reichswirtschaftsamt wolle hie angefochtene Verordnung über die UmfangsbeschränkungderZeit ungenaufheben oder suspendieren, mindestens aber erklären und sofort durch das Wolsfbureau erklären lassen, daß die Strafandrohung bis Neujahr unwirksam sein solle, da jeder Tag des Fortbestehens der Ver ordnung dein Wirtschaftsleben und der Presse gerade in der gegen­wärtige: Weihnachts-Geschäftszeit, von der bei vielen Zeitungen der Erfolg des ganzen Jahres abhänge, nie wieder gutzumachenden Schaden zufügr.

Keine Einberufung des Reichstags.

Berlin, 11. Dez. Die Mitteilungen desBerl. Tagebl" Mer eine unmittelbar bevorstehende Einberufung des dentschenReichstages oder scher Berattmgen der Regierung, in solchem Sinne entbehren jeder Begründung.

Thysftn und Stinms unschuldig.

Dortmund, 12. Dez. (WTB.) Ein Kriminalbeamter aus Berlin und ein Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates aus,' Mülheim waren heute hier, um die Angelegenheit Thyssens Stinnes zu untersuchen. Der Urheber der An schul - digungeu ist ein Kellner namens Robert Börsch: dieser ist Schriftführer des SicherheitsMrSschirsfeS des Arbeiter- mrd.Sol datenrntes in Dortmund. Bei der heutigen Vernehmung gab Börsch zu, daß er die Anschuldigungen erdichtete. Daraufhin wurde Börsch verhaftet.

Berlin, 12. Dez. (WTB.) Zur Der Haftung der rhei^ nischenGroßindustrielken bringt dieB. Z. am Mittag" Darstellungen von Fritz Thyssen und Stinnes. Fritz Thyssen erzählt tr. ä.: Erst int Moabiter Untersuchungsgefängnis, wo sie vom Polizeipräsidenten Eichhorn vernommen wurden, erfuhren die Ver­hafteten, wessen sie beschuldigt wurden. Sie boten sofort den Beweis! dafür an, daß sie an dem fraglichen Tage gar nicht in Dortmund gewesen sein könnten und daß August Thyssen sen. sogar am Bahn-i Hofe in Mülheim festgenommen wurde, als er gerade von einer mehrtägigen Reise zurückkam. Die angebotenen Zeugen, ,mteri denen sich auch der Oberbürgermeister von Mülheim, Lemke, befand, wurden aber vom Polizeipräsidenten abgrlehnt und nicht befragt. Wie Stinnes u. a. mittrilt, war er erst am Tage seiner Vechafttmg «rls Leutnant aus dem Felde heimgekehrt und wurde zu seiner großen Ueberraschung aus seinem Arbeitszimmer geholt, da die Beauftragten des Arbeiter- und Söldatenvates ihn zul sprechen wünschten. Diese erklärten ihn sofort für verhaftet und führten ihn ohne Federlesen in das Mülleimer Gefängnis. In Mülheim seien weder Schriftstücke noch sonst irgendwelche Ur­kunden beschlagnahmt worden. Es lag offenbar eine Verwechslung ruft einer Versammlung von Zementinteressenten, die am 4. Dez. in Dortmund stattgesmrden hatte, vor. Tie Herren haben dem Arbeiter- und Soldatenrat sowohl die Präsenzliste wie das Pro­tokoll zu den Verhandlungen zur Verfügung gestellt: daraus hat sich ergeben, daß keiner der Verhafteten in Tortmmrd gewesen ist.

Hu» State und Cattd«

Gießen, den 13. Dezember 1918.

Zrrr Heimkehr der 116 er am 13. Dezember 1918.

Kränze ranken um die Fenster, von den Giebeln flattern Fahnen, Grüßen flatternd, grüßen rankend langersehnte Karawanen, Heißersehnte? Seid willkommen Väter, Gatten, Söhne, Brüder, Was uns auch das Herz bedrücket, heute sinkt's in Jubel nieder. Heut' sei ausgelöscht, daß anders wir uns eure Heimkehr dachten. Wenn von hohen (Äockentürmen bunte Siegeswimpel lachten. Kehrt ihr doch als Unbesiegte! Schicksal ift's und

Schuldverkettung

Andrer, wenn aus euren Daten nicht erwuchs der Heimat Rettung.

! Viel, was grundtief schien verankert, hat sich morsch im Sturm

erwiesen

Aber aus des Alten Trümmern wird bald neues Leben sprießen: Freiheit gründet ihre Hallen, Gleichheit pflanzet die Standarte, Völkerbund und Völkerfrieden sieht mm: von der Zukunft Warte! Mögen alle Träume reifen, jede Hoffnung sich erfüllen; Mitzuschaffen ist geladen jeder, der von gutem Willen; Mitznschaffen seid vor allem ihr berufen, wackre Streiter,

Wie bis jetzt wir auf euch bauten, hoffen wir <mf euch auch Weiber: Schirmt die Freiheit, die erstanden aber weist ihr auch die Wege, Daß sie sittigend die Ordnung und das Recht als Schwestern hege, Daß die Vielen, die mit Trauer nach Vergangnem rückwärts blicken. Sich voll Glauben vorwärts schauend in die neue Ordnung schicken, Daß das neue Reich vertrauend alle Söhne warm umfasse,

Keinen, der milbauen möchte, nicht den letzten, seitwärts lasse! t-> -- Und so grüßen wir euch freudig, einer Welt habt ihr mit z Taten

Dargetan, was in der Welt vermögen deutsche Kameraden Einer Welt habt ihr getrotzt als ein einig Volk in Waffen Nun gilt's eine Zukunft gründen als ein eifrig Volk im

Schaffen!

Die wir unbesiegt im Streite, laßt uns mutig vorwärts

sehen,

UnbesiegbarinderArbeit, werden wir nicht untergehen!

Hermann Steingoetter.

Leben-mittel.

Städtischer Wildverkauf. In den Städtischen Dildverkaussstellen, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, wird Samstag den 14. ds. Mts. auf die Bestellausweise 550700 Wlldfleisch gegen. Ablieferung der FleischmarLn der 51. Woche abgegeben. Aui den Wochenäbschnitt entfall«: 500 Gramm. Ter Berkaas findet von morgens 8 Uhr bis nachnrittags 6 Uhr statt.

** Freibank. Samstag den 14. Dezember 1918 von 2 bis 4 Uhr von Nummer 211310.

** Die Ausgabe der Fleischkarten findet am Samstag in sämtlichen Bezirken statt.

*

** S chulna chrtch ten. Ernannt wurde der Oberlehrer an der Realschule und dem P-rogymnasrnm in Dieburg Karl Nau­mann zmn Oberlehrer an der Oberrealschule in Heppenheim a. d. B., ferner der Oberlehrer an der höheren Mädcheiffchule und dem Lehrerinnenseminar in Mainz Professor Phflipv Ru pp -um Oberlehrer an dem Gymnasium in Worms; der Lehramts assessor Friedrich Michel aus Groß-Umstadt zum Oberlehrer an der höheren Mädchenschule uild dem Lehverinnenseminar in Mainz; der Lehramtsassessor Heirrrich Nolda aus Mainz zum Oberlehrer am der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar in Ddcrmz. Uebertt-rgen wurde der Lehrerin an der Höheren Düvger-/Mädchen-)schule in Alzey Friederike Markendorf abte Lehrerinstelle an der Höheren Bürger-<Mädchen-)schule zu Densheim.

** Gemeindesteuer. Das im Monat November d. I fällig gewesene 4. Ziel Gemeüchesteuern uno Kanalgebühren kann »och bi4 zum 4. Januar 1919 ohne Kosten bezahlt wetboL,

U

** Oeffenkkiche Bücherhalle. Iw November wurden 1700 Bände ansg^ir>m. Davon femnnen auf: Erzählende Literatur 1049, Zeitschriften 193. Juaendschviften 149, Literaturgeschichte 10, Gedichte und Dramen 28, Länder- und Völkerkunde 33, Kulturge­schichte 15, Geschichte und Biographien 66, KunstgestAchte 9, Natur­wissenschaft und Technologie 55, Heer- und Se«vesen 4, Gesund- beitslehre 12, Religion imb Philosophie 33, Staatsnässenschast 11, Sprachnnfferrscktcäl 10, Fremdsprachliches 23 Bände. Noch auswärts kamen 42 Bände.

** Allgem. Verein für Armen- und Kranken- flege. Auch in diesem Jahre konnte die Hausversammlung erst hr verspätet abgehalten werden. Der Vereins Vorsitzende, Pfarrer, Schdoabe, erstattete den Jalwesberi>cht für das Geschäftsjahr 1917, der ein Bild der umfangreichen Tätigkeit und der Größe der Auf­gaben des Vereins gibt. Aus demselben sei der Allgemeinheit mit- getellt: DieHelfer-Klbteilung" urtter Leitung von Pfarrer Aus- felb imterstützte 43 Personen durch Darreichen von Mahlzeiten Anppcnzetteln), Milch, Brennstoff, barem Geld usw. In den vier Kirchengemeinden wurde von den Schwestern in 624 Familien ge­pflegt und 23 202 Pflegebesuche gemacht, 15 TaAepslegen und 314 Nachtwachen übernommen In dem Ev. Schwesternhaus wur­den 382 Kranke mit 5577 Vcrpflegungstagen ausgenommen, in dem mit dem Schwesternhaus verbulüftnen Lazarett 375 Soldaten mit 15 620 Verpflegmlgstagen. Neben den Diakonissen waren in der Pflege Frau Professor Hölflbaum, Frau Pfarrer Schorlemmer, Frl. Anm Koch und Frl. Sauer tätig. Das Hospiz wurde von 11 Damen besucht, in der Krippe des Vereins tourten 62 Kinder mit 6368 Ber- pflegilngstagen «ifgenilMMren. Die Waisenpsk^e wird wie früher in Verbindung mit der st<Dt. Sammel- und Berufsvrrmlrndschrft ge­übt. Die Zahl der Mündel ist aus 371 gestiegen. Günstig wttterent- Nnckelt hat sich die Krie^vvlksküche und Jr>g-n dspr'uug des Berteis, dw inzwischen nach dem früheren Cafs Lest verlegt werden mußte. Im Arhre 1917 wurden 134 735 Liter Essen (1916 = 97 882 Liter), also täglich durchschnittlich 369 (1916: 3 ö 0) Liter ausgegeben. Die Ausgaben des Vereins sind nach dem Bericht auch in dem ab- FelaufenLN Geschäftsjahr loixder erheblich gestiegen; immer größer werden die Anforderungen, die :m Jtzttereffe der Armen und) Kranken an den Verein und insbesondere an deffen Mittel gestellt werden. Es bedarf kaum der Erwährcmrg, daß die schwere Zeit, die über unser Vaterland herein gebrockt: ist, eine weitere Steigerung dieser Änfvrderlmgen bringen wird. Deshalb ergeA an die Ein^ wohner unserer Stadt die herzliche und dringende Bitte, in immer größeren: Maße in dem Verein mitzuarberter: und namentlich seiner Ziele durch reichlichere Gaben zu gedenken. Men det«n aber, die tat Verein bisher schon unterstützt haben, sei auch hier herzlichst gedmrkt.

** Erhöhung der Eisenbahntarife. Es ist damit zu rechnen, daß für das gegeiovarlig lausende Haushaltsjahr 19l8 ein Defizit von V-U Milliarden bei der Eisenbahrrvenvaltung chrttret-en wird, und es sind keinerlei Momente vorhanden, die für das Jahr 1919 günstigere Aussichten stellen. Ter jetzt eingesührte Achtsttmdentag fordert,cine rechnungsmäßige Mehrausgabe von 192 Millionen Marck, und dairn sirrd große Neueinstellungen notwendig, um den Fuhrpark wieder in Ordnung zu brirrgen, vor allem auch um deswillen, well allein die Prmchisch-Hesfffche Eiferstahngemeinschast 4400 Lokomotiven und über 100 000 Güter­wagen an die Feinde ausliefevn muß, und daß etwa 14M erstklassige Lokomotiven in Polen, in Rumänien und in Oesterreich-Ungarn zurückgeblieben sind. Der BeschädigungsFustand der Lokomotiven beträgt zur Zeit 32 Prozent. Es ist daher geplant, einen all- gerneruen Zuschlag auf alle Gütertarife in Höhe von 60 Prozent erntveten zu lassen. Auch beim Personenverkehr soll eine Staffeürug in den Zusck-lägen eiutreten. Die 4. Masse soll nttt 20 Pv^ent die 3. Klafft mit 25 ProMmt. die zweite mit 35 Prozent und die erste Masse mit 100 Prozent mehr als bZÄher belastet werden. Der Vorortverkehr, der Arbeiter- und Schulnverkehr sollen keine Zuschläge erhalten, namenttich auch mit Rücksicht aus eine gesunde Wohnungspolitik. Für die Zukunft ist ?? Klasseneinteilung in Aussicht genommen. Es soll kmrfttg nur noch zwei Klaffen geben, eine gepolsterte und eine ungepolsterte. und für die neuzuerrichtenden eleLrisch betrie- ibenen Strecken soll überhaupt nur eine Klafft geführt werden.

Beratung für entlassene Kriegsteilneh­mer. In den rrachskM Tageü werden bedeutende Truppenmengen zur Entlassung kommen. Die Enttasftuen werden Auskunft m den verschiedeiren sozialen und wirtschaftlichen Fragen nötig haben. Einer Anosgung von draußen entsprechend hat der Bür­gerrat für Stadt und Kreis Gießen im Gewerbeh.rus in Gießen, Kirchstraße 161, eine Auskunfts- und Be ra- tungs stelle für entlassene Kriegsteilnehmer er­richtet. Außer der Beratung in allen sozia len urü> wirt­schaftlichen Fragen erfolgt die Anfertigung der notwendiges Schriftstücke durch die Mskunftsstelle kostenlos. U. a. sollen anch die Ratsuchenden "bei der Einreichung schriftlichen Offerten und bei Mfassung von Zeitungsanzeigen zur Erlangung einer Stellung iffw. durch die Auskunftsstelle unterstützt werden; für Bedürftige können die Kosten für Porto, Zeitungsanzeigen usw. üdernommerc werden, soweit die entlassenen Ädnegsteilicehmer vorerst oder über­haupt keine versicherun^pflichtige Beschäftigung aufnechmen, wird die Auskiinftstelle bemüht sein, zu verhüten, daß den Ratfuckien- den bezüglich der KKvnken- Md Jnvalidenversicher rung Nachteile erwachsen. Mit der Leitung der Auskunftstcllc wurde Bern ssgersffftn.scha ftsftkretär H. Kirchner-Gießen betraut der bereits über langjährige praktische Erfahrungen auf diesem) Gebiete verfügt.

** Zur Bekämpfung des Schleichhandels mit Vieh und Fleisch hat Großh. Ministerium des Innern intter oem 23. Oktober 1918 eine BeKauntmachlug erlaffen, und der Oberhessische Viehhandelsverband unter dein 8. November 19l8 eine Ausführungsverordnmrg dazu. Das Wesentliche daraus ist folgendes: Niemandem darf ,Vich vom Landwirt oder Händler übergeben werden der nicht einen vom Oberheffischen Biehhandels- verband mcsgestellten Erlanbnisschein vorzeigt. Die Befördenmg von Breh darf nur noch erfolgen auf Grund eines Beförderungs- cheines^ Dies ist für die Beförderung auf der Bahn ein besonder, vom Oberhessischen Biehbaridelsverband ausgestellter Frachtbrief, ür die Beförderung zu Wagen ober zu Fuß, wenn es sich um Niltz- urrd Zuchtvieh 'handelt, ein ebenfalls vom Oberhessifchen Vichkhandelsverl^and ausgestellter Befördermrgssckiein; «emr es sich aber um die Beförderung von Vieh zum Zwecke der Schtachtung an eine Sanunclslelle des Dberussischen Viehharrdelsvcrbandes handelt, ein von der Bürgermeisterei des Herkunftsortes des Tieres ausgestellter Befördermrgsschein. Zuwiderhandlungen gegen die vorstel-end mitgeteilten Bestimmungen werderr streng bestraft. Ins­besondere erfolgt die entsckMnigrevgslvse Beschllognahrve ledes Tieres, das ohne den erwähnten Erlaubnisschein erworben worden ist oder ohne den Beförderungsschein befördert wird.

** Erleichterungen im Wertpaketverkehr. Bis­her ist es aus Mängel an brairckcharen Verpackungsstoffeir. Bind­faden, Siegellack usw. den Absendern vielfach nicht möglich ge­wesen, bei Postpaketen von der Wertangabe Gebranch zu machen. Infolgedessen blieb bei den jetzigen hohen Preisen der Schadenersatz, der seitens der Postverwaltnng auf Grund des Postgesetzfts iri Verlust-- und Beschädigungsfällen zu leisten war, oft hinter dem wirklicheir Wert der Sendungen zurück. In ent gegen ko mm ernde r Weise hat nun der Staatssekretär des 9^ick>s^Post>amts verfügt, daß vonc 15. November ab bei Paketen mit einer Wertangabe bis 100 Mark v-ersu-ckisweise keine höheren Anforderungen an Ver­packung und Berschuß zu stellen sind, als an gewöhnlich Pakete ohne Wertangabe. Insbesondere wird bei den Paketen bis 100 Mark keine Versiegelung lmohr verlangt. Dadurch wird es jedem Absinder möglich gemacht. Pakete im Wert bis 100 Mark ohne tveiterej Schwierigkeiten unter Entrichtung der Bersichrimgsgebühr von 10 Pfennig als Wertpakete aufzuliefern. Gehen derartige Pakete ver­loren oder werden sie beschiWgt( «oder beraubt, fo wird bei der Ersatzleistung dir Wertangal-e zugrunde gelegt, sofern »ncht der angegebene Wert den gemeinen Wert der Sendimg Übersteigt. In diesem Fall wird mrr der letztere ersetzt. Aus Betriebsrücki sichten ist bei Paketen bis 100 Mar? der Wert nur auf den Paketen selbst anzugeben.

** Erleichterung der Bez uasscheinpfki cht für Oberbekleidung. Von berufener S e wird uns flefdjrirficai;

In den Kreisen der verbrauchnden Bevölkerung scheint noch Iveni d bekannt zu sein, daß in der Zeit bis zum 8. Ja-.ruar 1919 jede; zu versorgmde toeiblich Person 2 S>onderbezilgssck>eine, urrd zwar einen ftzr ein Kleid oder ein Tellstück der Oberkleidung, und einertz für Mantel (Jackett oder Uinhang^ oder für Stoffe zu diesen Gegen-, ständen ohne Prüfung des Bedarfs erl-alten kann. Tie gleich Vergünstigung wird für einen Männer- oder Knaben-WiTttermant^ genährt. Dieses ZugestmLmis der ReichbekleidungsisMe I>at gerads für die bevorstehende Weihnachtszeit eine er lieblich Bedeutung^ denn dadurck> ist wieder die MöHlichlkell vorl-anden, zu dem ftüher geübten Brauch zurüchrckehren, Geschenke in Form von Bekleid dungsgegerfftänden zu machen. Während der Kriegszeit war man von dieser Gepflogenheit notgedr-ingen aügewichn, weil die Be-^ schaffuny von BelleidungSgegenständen mit erheblichen Umständen verknüpft war. Tie Erleichterung in der Bezugsscheinpflich wird zweifellos begrüßt locrden mid dürfte manckiem Veranlassung geben- m der alten Sitte der Weihnachtsbeschäkung in Gestalt von Be- llcidungsgegenständen zurückzukehren, da diese Art des Besclienkt- werdans meistens mehr Freude auslöst, als wenn daS Geschenk nur in Form eines Geldbettages erfolgt.

** Zulagequittungen. Tie Lande sversiche^ rungsanstattHessen" in Tarmstadt ersuch uns, die Empfänger von Invaliden- Kranken-, Witwen-, Witweirkranken- und Witwerrenten darauf hinzuweiftn, daß 1. die monatlichen Zu- lagerr auch für das Jahr 1919 weitergezahlt werden, 2. daß llr der Art der Erchbung mrd QurttungÄeistung sich nichs geärcdertj^ hat. 3. daß die Abgabe der Zulagequittungcn wie im abgÄaufervenU Jahre in den Laichgemeinden .an die. Bürgermeistereien und in, deil Städten an die Polizeiämter bzw. die Polizeireviere erfolgt, und 4. daß der Versand der Zulagequittungen im Laufe des Mo-' nats Dezember so zeitig qescheht, daß die Renteirempfäuger in der Lage sind, solch rechtzeitig bei den zustäudigeu Stellen in Emp­fang zu nehmen. Weiter tvird wiederholt darauf aufmerksam ge^ macht, daß auch die Rentenempsäuger, die ihre Rente von einnr anderen als derHcMchn" Versicherungsanstalt (Vers.-Anstalll Nr. 25) beziehen, sich mit den erforderlichen Quittungssornub* l-aren zu versehen haben. Nur ist in diesen Fällen aus der Zulaae- quittuug die Versichrungsanstatt 25 in die betteffeude andere Nr. handschriftlich entsprechend zu ändern. Ferner erheisch der zur Zeit herrschende Papiermangel sparsamsten Verbrauch der .Quit­tungen seitens aller Beteiligten.

** Erwerb der Staatsangehörigkeit, llm hie- vielen Zweifel zu bel-eben, die sich mit Hinblick auf die komrirmden Wahlen bezüglich des Enverbes der heffischen Staatsangesvrigkeits ergeben, sollen die hauptsächlichsten gesetzlichen Bestinnnungen nach« stehend erwähnt werden. Das Reichsgesetz vmn 22. Juli 1913 be­stimmt; § 3. Tie Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat wird erworben: 1. durch Gebittt (das Kind eenirfct die St. a scm ^örig-, Zeit des Vaters), 2. durch Legttimation (das legitimierte Krad er­wirbt die Staatsangehörigkeit des Vaters), 3. durch Eheschießung l()dye Frau erwirbt die Staatsangehörigkeit des Mannes), 4. für euren Deutschen dirrch Ausnahme, 5. für einen Ausländer durch Einbürgerung. § 7. Die dhrrnalyne muß einem Deutschen von j-edem Bundesstaat, in dessen Gebiet er sich medergelassen hat, auf ftinrn Mttag erterlt werden, falls kein Grund vorkiegt, der nach 3 bis 5 des Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. N-vember 1867 (Bundes-Gesetzblatt, Seite 55) die Abweisimg eines Neu- anz-iehenden oder die Versagung der Fortsetzung des Ausenthalls rechtfertigt. . § 16, Abs. 2. Die Aufnahme ober Einbürgerung er­streckt sich, insofern nicht in der Urkunde ein Vvrbelralt gemacht wird, zugleich auf die Eheftau und aus diejenigen Kinder, deren gesetzlicke Vertretturg dem Llusgenom'men'en oder Eingebürgerten) kraft elterlicher Geicxllt zusteht. Ausgen.omm«r sind Töchter, die verheiratet sirrd oder verheiratet gewesen sind.

** Vorsicht im Keller. Die Speisekartvffeln sind in diesem Jahre vielfach in nicht ttockerrem Zustande, manchmal so^ gar gmrz naß mrd mit nasser Erde und Sck-mutz behaftet in den! Keller gekommen; auch waren sie öfters nicht gut verl esen, es waren angcfaulte, von Engerlingen und Trahtwürmern angefressene und angehackle drunter. Deshalb ist es nötig, hier öfters nacytzusehen, siesorgfäktig aus zu lesen und aufs neue zu lagern, am besten in nicht zu tiefe Kisten und Kasten. Jetzt schadet ein U m - lagern den Kartoffeln noch irichts. Da sie uns unbedingt bis zur nächster Ernte ausreichen müssen, so versäume niemand diese kleine Arbeit: man scheue ja die kleine Mühe des Verlesens nicht, sonst wird man später die Folgen der Unterlassung schwer empftnden. Die Fäulniserreger, Pllze unD Backderien.grerftn auf dem Lager bald «aus die gesunden Knollen über und richten so manchmal große Zerstörungen an. Bei toodhtem, fvoftfveiem, gelindem Wetter öffne man die Keller sen ster. damit die durch die Ver­dunstung gebildete Feuck-Iigkoit, sowie die Kohlensäure und Wärme, die ^durch die Atmung entstehen, abgeleitet werden. Sobald ater die Temperatur sinkt, müssen die Kellerfenster geschlossen, bei starkem Fvofte gut verwahrt werden, denn die Kartoffel ist ftostempsind- lich hmd erfriert schon bei 23 Grad Kälte. Tie Keller­temperatur soll nicht unter den Nnllpunkt sinken mrd nicht «über 8 Grad Celsius steigen. Am besten ist es, im Keller ein« Thernwmeter ausznhängen und die Höhe der Temperatur zu bevb- achckr. Ratsam ist es anch, jeden Abend die Kellcrsenster zu schließen, lemi man kann me wissen, wie in der Nacht plötzlich ein «gwßer Temperatursturz eintteten kann. Kvllm-räilme, durch lvelche die Rohre der Zenttalheizung eines Hauses gehm, sind ungeeignet zkrr Wifbewahrrmg von Kartoffeln. Im Keller lagern anch die sivar Aepfel ,dre 7nan sich dieses Jahr kaufen formte. Auch die brauchen frische Luft und müssen gegen Frost geschützt werdet ebenso muß man auch hier öfters Nachsehen, und die angescmltenj anslesen. Znm Glück macht nmir in diesem Jahre die Beobachtung, daß sich die Aephel gut halten. Daß der Keller in der jetzigen umftcheren Zeit gegen Diebstahl besonders gesichert und geschützt sein muß, ist selbstverständlich.

--^.5 .Rückmarsch mit Hindernissen. Ein bayrllches Artlllerve-Regiment hatte in Gerolstein seine Geschütze auf der Eisenbahn mit dem BestimmunOort Gießen verladcnr, tvährerch Mannschaft und Troß auf die Fahrstraße mrgelvicsen waren und über Gienen unfern Nack-barvrt Reiskirchen erreichte. Hier erhielt die Truplie den Befehl, sich wieder nach Gießnr zu begeben und bre aus oem hiesigen Güterbahnhof verladenen Kaiwncn abzuholln- ^s^ch Lallor zu bringen und dort wieder zu verladen. Nachts gegen 12 Uhr rückte die Kolonne durch die im DunÄckn liegenden Straßen nach dem Personenbahnhof. Hier erfuhr der die Kolorme führende Wachtmeister, daß die Kanoneir auf dem Güterbahnhof ständen. Es wurde also Vehrt gemacht und nach dem Güterbal>nhof abgerückt In der stockdunklen Nacht wurden dann die Kvnoneü nach Lollar gebracht und dort aufs neue verladen. Und ivaruin? Nach den mllitcttischen Anordnungen gehört Gießen Bur ersten Berladrcngsq Zone für die heimkehrenden Truppen; für die bayrischen Truppen \mv aber die zweite Zone, zu der Lollar gehörte, bestimmt. Echt baruwarijche Ausdrücke wurde,: über diese Anordnung ftmt bei v*? 1 ber Preiß" nicht zu kurz kam. Aber Befehl ist Befehl. Nach Erledrgung ihrer schweren Aufgabe rückte,: die bayrischen Kmwn^re Widder über Gießen nack- Reiskirchen zurück, um von bott aus über Vogelsberg und Rhön nach .ihren lieben Bicr-i gefllvQl zu kommen.

Kreis Alsfeld.

8 AuS dem BogelSbe r g, 12. Tez. Nun erhält auch nnfer Vogelsberg ern Bild des Weltkrieges durch die heimziehenden Truppen. Waren auch seither schon einzelne Abteilungen ans den Hauptstraßen gezogen, so vergrößerten sich die Durchzüge seit Sonntag immer mehr. Ter H<-ercszug geht auf den Hauptadernt w:ch Alsfeld und Lauterbach. Heute zog ein sächsisches Arttlleriv- Reglment mrt grün-weißen Fahnen auf den Kanone:! unter den selten gehörten Mangen einer Militärkapelle in Ruppertenrod! und Ober-Ohmen en:. Auf den Straßen herrscht naturgemäß ditt Znstaiu). nne er sonst nicht vorkommt. Der mmufhörlrche Verkehr, der tägliche Nebel erzeugen ans den sonst so guten Sttaßen eine Schlammkruste. Tie Infanterie b^arf der Eiserllmhnbcförderung. da die langen Märsche ermüde,: wvd das Schuhwerk nicht in gutem Zustande i\t.

Mschliche Nachrichten«

Israelitische «eligionsgesellschast. Sabbatseier am 14. Dez. rNmtag add.: 4.00; Samstag vorm.: 8.30; nachm. 3.30; Sabbatz« «uögang: 5.15. Wochengotdätnenft: Mprg. 7.10, abds. 4.00. u.