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Nr 293

Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer SonntaqS. - Beilagen: Eichener Zmiüllenblätlrr; LreirdtaN

fLr dev Ureis Gießen.

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Erstes Viatt

168. Jahrgang

§reitag. 15.

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General-Anzeiger sür Gberhessen

Sankverkehr: Sewerbebank Hießen

Zwülingsrunddruck ».Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. ZteinöruSerei R. Lauge. Zchristleitung, Geschäftsstelle u.Druckerei: Zchnlstr. 7.

Dezember

Annahme vsn Anzeige»

f. die Tagesnurmner b»S zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbiudllchkeit

Seilenpretje: für örtliche Anzeigen 25 M..sürauswärtlg« 30 Bi., sür Reklamen Mk.1.- nebst 20"'tzTeue- rungSzusihlag;Blatzvor- schriil 20 % Austuilag. Hauvtichri'tleiter: Aug. Goetz. Berantivortlich sür Politik: ^lug. Goetz: für den übrigen Herl: llr. Renchold Zenz; sür beu AnzLlgenteü: H. Beck; sämtlich in Gießen.

Bekanntmachung

Detr.: Oeffentlickies Gesundheitswesen.

An alle Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte des Kreises

Gieren.

Me das Gesundheitswesen betreffenden Fragen, Anregungen kmd Beschiverden sind zunächst an das vom .'Hess. Arbeiter-, Bcmerw- und Soldatenrat, Ausschuß für öffentliches Gesundheits­wesen. lim Anschluß cm die einzelnen Kreisämter gebildete Gesundheitsamt zu richten.

Soweit ^ in der Macht des Gesundheitsamtes steht, wird dies von dort aus geregelt, falls dies nicht der Fall ist. ist eine Umerbreitung an den Ausschuß für öffentliches Geftmldheitswesen Mrch das örtliche Gcsundheitsanrt erforderlich.

Gießen, den 9. Dezember 1918. 9654L

Arbeiter- und Soldatenrat Siehe». Schindlmeier. Kiel.

Schulgemeinden" undSchölerräte".

Herr Tr. Schnell, Direktor der Oberrealschule zu Gießen, schreibt uns:

Die Einrichtung derSchulgemeinde" und desSchülerrats" Ist, Uwe Prof. Messer in seinen! Artikel dargelegt hat, den Fach­leuten durchaus niafts neues: ja, der diesen zu tbrunde liegen.de Ge­danke t«er Schülerselbstverrvaltung ist in vielen hessischen Schulen längst in die Tat umgesetzt ivorden. Angeregt durch die Förster'scheu Schriften hat^das hessische Vdinisterium vor etwa zel)-n Jahren die höheren Schulen veranlaßt, mit der Schülerselbstverwaltung praktische Versuche zu machen. Einen solchen Versuch stellt die in vieler! hessischen Schulen bestehende Einrichtung der Klassen-Ver- trauensniäuner dar. Tie Schüler der einzelnen Klassen ivählen ol-ne jede Beeinflussung durch den Lehrer einen Kauleraden zum Ver­trauensmann, defserr Amt «es nun ist, den Klassenführer oder' Direk­tor Wünsche J»or Klasse mitzuteilcn. auch sie von etwaigen Mißstim­mungen d r Klasse in Kenntnis zu sitze i und überhand eine innigere Verbindung zwischen Lel/v.rn und Sckiülern herzrrstellen. Ein an­derer derartiger Versuch ist die Heranziehung älterer Schüler zur Pausenaufsicht. Dies entspricht ja ganz und gar dein, was der neue preußische Erlaß fordert, wenn dort gesagt wird,der Schülerrat hat im Einvernehmen mit der Schulleitung und der Lehrerschaft für Ordnung zu sorgen".

Wie von Einsichtigen voransgesehen wurde, haben diese Ein­richtungen einen erkennbaren Einfluß auf den Geist der Schule nicht gehabt. Sow-it die Tätigkeit der Vertrauensmänner harmlos blieb, beschrankte sie sich darauf, dem Direktor oder Klassensührer kleine Klassenwünsche vorzutvagen, so wenn an schönen Tagen die Vertranensmmmer einer nach dem andern bei dem Direktor er­schienen., nur im Namen ihrer Klassen zu bitten, einen Schulspazier- gang nracheir zu dürfen. Weniger schön wurde die Sache aber, wenn sich der Vertrauensmann zu einer Beschwerdeinstanz gegen die Lehrer enllvickelte. Da kam der Herr Vertrauensmann mit dem Gesicht dos amtlich bestellten Anwalts und erklärte, der Herr Ober- Lel-rer Wacker hat dein Meier einen Fünfer gegeben und nach ein­stimmiger Ansicht der Klasse hat der Meier eine bessere Note per­dient ; oder der Müller hat eine Stunde Arrest wegen Vorsagens bekommen und der Krast, Becker und Huber können bez-eugen. daß er nicht vorgesagt hat. Ich habe selbst einen Treikäseh>ch von Quin­taner erlebt, der alle paar Tage in dieser W.üse Beschoerde bei mic sl'chrte. Al>gesehcm davon, daß bei dm Verhandlungen gewöhnlich nicht viel mehr als eine Mißstimnrung bei dem angeklagten Lehrer herauskommi, wird dadurch bei de:! Schülern ein Geist der An­sässigkeit hervorgericfen, der die allgemeine Schulzucht geradezu Unter höhlt. Außerdem enttmckelt sich bei dem Vertrau ensmmin da- dirrch, daß er Männer zwingt, sich geioissermaßen vor ihm zu reckw- fertigen, allmählich eine Anmaßung und Rechthaberei, die von: er­zieherischen Standpunkt viel sckstinrmer zu bvoerten ist. als eine kleine vermeintliche oder wirkliche Ungerechtigkeit, die ein Schüler einmal hrirnehmau muß. Viel ho r ausgenommen ist auch nickst bei der Einrichtung der Aufsicht durch Schüler. Da muß immer wieder ein Lehrer bestellt nvrden, der die Aussicht darliber führt, daß die auf­sicht-führenden SckstUer ihre Aufsicht riclstig führeu. Und dann kann ich die Tätigkeit des Schutzmannes überhaupt nicht als obren glück­lichen Erziehungssaktor ansehen.

Tie Anregungen des Ministeriums hatten semerzett bei Leh­rern mld Leitern ein williges Entgegenkonmlen gefunden. Wenn trotzdem dieser Versuch der Einführung einer Schülerselbstver- walttmg. man formt ruhig sagen, mißglückt ist, so liegt dies bl dem ganzen Wesen unserer SckIuleinrichtungeu begründet. Die Ai- regun.gen Försters gehen von Jnter:mten aus und auch dieSchul- gnneinde" rnck derSchülerrat" Whnekens sind Ernrickitungen/die in dessen Internat entstanden sind. Solche Anstalten ersetzen dein Zögling Schule und Familie. Ta form natürlich, nicht den ganzen Tag unter der strengen Aufsicht und Leitung des Lehrers gelernt werden: da fbrden sich die Zöglinge zu gemeinsamen, mehr selb­ständigen Unternehmungen zusammen, da werden Fragen und Meinun ^-^Verschiedenheiten an stauchen, die zu gemeinsamer Aus­sprache drangxm. das enge Zusammenleben fordert einen Ordnungs­dienst, und manches, was untere Schüler int Kreise der Familie oder im Freundeskreis verhandeln, muß im Internat selbst be­stochen werden. Ta mögenSchulgemeinden" undSchillerrate" zweckmäßig? EmrickMmgen sein. Sie wachsen dann naturgemäß aus den Bechältnissen der Mstalten.heraus. Unsere Schüler dagegen fonttn-m ncorgms um, 8 l / 2 Uhr und gehen um eins. In dieser Zeit haben sie 5 Lektionen!, die völlig mit geistiger Arbeit unter Leitung des Lehrers auZgefüllt sind. Zwischen den Lektionen liegen Pansen, die g:r<Ä>e zum Frühstücken und ein wenig Unterhalllmg ausrrickren. Die Zeit von 4'/; Sttrnden, die die Schüler beisammen sind, ist also so eingeteilt ur4> ausgenutzt, daß für gemeinsame freie Betätigimgen, die die Voraussetzungen jener parlamentarisck)eu Einrichtungen WieSchrilgernemde^' nridSchnlerräte" sbrd, über­haupt k ine Zeit und Gelegenheit bleibt.

Wenn ich merrrc Schüler von Obertertia bis Oberprima zu eink-rSchllgenrebide" zusamnrenriese, so hätten sie, das bin ich Überzeugt, icherl-crupt keinen Stoff zur Beratuirg. Worüber sollten sie st-vech>.m? Sollen, sie etwa becatcn, ivatche Lehrstoffe zu be­handeln, seien? Ich bin so altmodisch, zu meinen, daß der Schüler davon nichts versteht. Nur der form mitsprechen, der über der Sache stetst, ^ nicht der, der eben im Begriff ist, einzudringen. Sollen sie lauen Ordnurrgsdienst cinrichten? .Für die paar Minuten Pause branck^n wir den nicht, den versehen beffer die Lehrer, U7w> als Erzielßmgsmittel tan kst er nicht viel. Ja, darm bleiben als Beratungsstofs vllcder mrr die Beschverden über die Lehrer übrig. Man stelle sich mm vor, wie die Schiulbuben in öffentlicher S-ckpll- berMNmlnng über ilste Lehrer zu Gericht sitzen uiw was das dann für eine l-eramvachstnde Jugend gibt. Ta tvollen wir doch Irebm imsere Frnger davon lassen.

Ich bm der Meinung daß gerade der Krieg unseren seither!cten Erret.amg->ernrrchtungrn das glänzendste Zeugnis ausgestellt (ja!.

Jahve lang, bis vor einem halben Jahre, haben wir doch

alle geglaubt, daß sich das deutsche Volk in diesem Kriege herrlich bavahrt habe. Und ich habe diese Meimmg auch heute noch Wir haben uns tückstiger .gezeigt als jedes ebtßduc Volk, mit dem uür Krieg geführt haben. Wir haben ja auch nicht etioa durch Untüchtigkeit, sondern durch eine furchtbare politische Koustellation den Krieg verloren. Daß das deutsche Volk aber allen Völkern überlegen war, verdanFt es der ihm zuteil gewordenen Erziehung, von der die Schulerziehung zlvar nur einen Teil, aber einen sel>r wesentlickfen Teil ausmrckst. Unser Volk war geistig hervorragend geschult und loar zur Arbeit, Pflichltersüllung und selbstlosen Hingabe cm ein ideales Ziel erzogm. Das sind die Kräfte, die tvir uns erhalten müssen. Nur durch sie fonnen Unt unser Volk aus der Lage, in die es geraten ist, wieder hevausbringen, und darum dürfen wir an den seitherigen Grundlagen unserer Erziehnn'g, aus denen diese Kräfte hervorgelvachsen sind, nicht leichtfertig l-erumestperim entieren.

Gewiß sind unsere Schulen nicht Gebilde reichster Dollkonimen- heit. Vieles kann und soll besser werden. Die Frage ist mir, wo soll die Reform jetzt angesetzt werden. Nach meiner Meinung ist das größte Uebel, das rmseren höheren Schulen mchaft-et, die Schulverdrossen heit bei derr älteren Schülern. Mit ihrer Beseiti­gung würden die meisten sogenannten Schulfragen von selbst Wegfällen. Aber wo^her kommt die allgemeine Verdrossenheit? Offenbar daher, daß die Schüler die Schule nur als Ort der Be­vormundung, der harten Pflichterfüllung und erzkvungenen Arbeit kennen lernen, dessen Vorstellung sich im Bewußtsein mit der Er- imverung an viele Unxurnehmlichletten und nxmig Behagen assoziiert. Hier muß der Hebel angesetzt werden. Wir müssen Einrichtungen schaffen, daß die Vorstellung der Schule mehr von lu st betonte:; Gefühlen begleitet wird. Zu solchen Einrichtungen rechne ick N>eite, schöne, mit allen Mitteln, ausgerüstete Spielplätze, wenn iwöglich mit Gelegenheit zum Schwimmen und Rudern. Hier sollten die Schüler in der wänneren Jahres,zeit ihre ^Nachmittage, die alle frei von wissenschwstlichein Unterricht sein müssen, bei Spiel und Sport verbringen. Dabei ergeben sich dann die Bedin­gungen für die Verwirklichung der ^'öedanken von Förster, Kerschen- stviner und Wynefon ganz von selbst. Hier haben die Schüler Ge­legenheit zur Betättgung der sozialen Instinkte (Gründung von Spielverenugui'gen, Vermrstzlltung von Wettspielen, RuderfaHrten u. dgl.), zur Selbstregierung, zur freiwilligen Unterordnung bei gemeinsamen, selbstgewollten Aufgaben: die Führernaturen treten hervor und bringen sich zur Geltung. Die Lchrer kommen mit den Schülern^ in einen natürlichen Verkehr und können ihren erzieh­lichen Einfluß besonders wirksam ausüben. Ferner sollten im Schulgebäude .Lese- und Spielzimmer eingerichtet werden: gemüt­lich und geschmackvoll ausgestattet sollten sie den älteren Schülern für den Nachmittag und Abend zur Verfügung stehen. Größere Tageszeitungen und geecgnete Zeitschriften müßten aufliegen, und eme Bücherei, die von den Schülern in eigene Berwalllrng ge­nommen werden könnte, sollte vorhanden sein. Auch die Lehrer könnten sich hier cbcsinden, und d.- böte sich ihnen mancherlei Gelegenheit zu Besprechungen, für die im regelrechten Unterrichr forn Platz ist. So könnten sie im Anschluß an tne Lektüre der Wertung allgemein politische Belehrung^! ein fließen lassen: es böte sich Gelegenheit zu Anssprachen über Weltanschauungsfragen, für dre die älteren Schüler ein brennendes Interesse haben: Unter­haltungen, über literarische Tagessragen und bildende Kunst gaben nuntxfyrlei Anregungen: gelegentlich könnte auch einmal Musik gemacht und Tlteater gespielt werden. Aber alles sollte nicht schulmäßcg unterrichtend, sondern unterhaltend und anregend be- bandelt werden. Da kämen sich Lehrer uird Schüler näher. Manche ^vinge würden zu allgemeitren Debatten anrogen, und tvenn die Schüler sie einmal in parlamentarischer Form erledigen wolllen, dann möchten sie rulstg auch cirnnal Parlamentches spielen, ein Gegenstand von Bedeutung ist dies nicht. Nur für den Verkehr zwrschen Lehrer und Schüler lehne ich die parlameirtarische Ord­nung rundweg ab. Tie Wirkung des Erziehers beruht ganz ans seiner Persönlichkeit, und diese frrbujt sich nicht im parlamentari­schen sondern im patriarck-alischen Verhältnis zur Geltung ^

Tie neue preußische Negierung hat mit derSchulgemeinde" und demSchülerrat" die Sache von hinten angesangen. Ihre Anordnung ist von vornherein zum Tode verurteilt, >veil sie rz-ornien gibt und nicht für den Stoff sorgt, mit dem diese Formen' aus ge füllt, locrden können. Wenn sie in Wirklichkeit mid nicht auf dem Papier reformieren will, dann muß sie es schon anders ansangen.

Line Rede Lloyd Georges.

London ,11. Dcz. (WTB.) Rniter-Meldwig Jn cim-r» lammumg IN Bristol sagte LloydGeorge.IniidasMilitä dienstgesetz ausgehoben werde, sobald die Notwendigkc-ir daf mngehört habe. Es bestehe nicht die Absickst es zu erneuern. Ob: zukiMsttg die Tienstpflich! in irgendcin r Fornr nötig hebe:i werd haiigt nicht von den Ansichten irgendeines pollrischen Führers i sondern lintb ganz von den Friedensbadrngungen abl)ängen. Wtz wrr einen danerndai Frieden l)aben wollen, nruis-en roir die Diwi pflickstarmeen auf dem europäischen Kontinent beenden. Ueber Marine sagte Lloyd OKorge, sie sei keiiie Offensiv-, sondern ei ^Lesenslvwafse. Deshalb beabsichtige Eligtand nicht, sie auszuged

hat England whrhunderlalang vor der Jnvajian bewahrt. Ei land beabsichttgt nicht, seine Zukunst aufs Spiel zu setzen. We wir, sagte Lloyd George, auf der Friede-nsÜNiserenz nicht einen ^ ftai-id säsasm. der die Konsfkriptton auf der ganzen Well beend tlurme unvermeidlich eine Zeit kommen, da Großbritannien s weder m einen Kmrstikt würde stürzen müssen, weil es der Hau vertechiger der Freiheiten der Welt ist. lieber die Kriegsen '^a^^ung sagte Lloyd George: In jedem zivilisierte:! Lar der Willt werde bei Sprüht der verlierende Tell zur Zahlu verurtellr. Es harcdle sich nicht um eine Frage der Rache, sc .dern der Gereckstig^it Wir eihossen. sagte er. für die £ IMt, daß für die Völker diese owiindsätze für Reckst mrd Uwe ^^^.uvrden, nn-e für beu Einzel nun ischen. Acherdenr hc

der >wlsg in Deutschland wmiger gekostet als in England V mußten erne riKw Flvtte erhcllteii. Lloyd George sagte, er < um frinc falsche Meinung zu erweck ZE ^ K^ege jer der Reichtum Deutschlands auf 15 000 AJWX) JJftlIu>nen Pfund Sterling geschätzt worden. Die Re nimg betrage 24 000 Millionen Pfund, so daß der ganze Rei tum Deutschlands dafür mcht ausreichen würde. Bor ehric ^Wochen fei tx>nt Krcogskäbinett eine Kommission ernannt Word um me Lelsllmctssähigkeit Deutschlands zu untersuchen. Er glau daß der Wohlstand Deutschlands bisl>er imterschätzt worden ^ Etc Nwirscl-e nur ztvei Bedingungen zu machen: 1. daß nicht ' ulaxynmiirte Zeit eme große Besatznngsarmee rn Deutschlo gehalten lverden solle: 2. daß die Zinsen des Geldes^ nicht dadii abgetragen werden sollen, daß England mit billstzen Waren üb wtwc^ D^ffchlcryd l-abe eine Kriegsschuld von 6 <,,^Earden Pfund Sterling. Es sei klar daß die Kosten ! Eierten vor den Ktiegsfosten bezahlt tverden müßten. Bi Standpunkt der Gerechtigkeit haben ioir das absolute Recht ganzen Kriegskosten von Deutschland zu verlangen. Wir beabsi lttgtur auch, sie zu verlängern Bezüglich des Kaik«r^! wmi* 9h

George, es stehe zweifellos fest, daß er,Verbrechen gegen dce natio­nalen Rechte begangen habe und dafür zur Beranttvortung gv- ^txp werden müsse. Amerika tverde zweifellos derselben ANlicht sein. Der Klwnprinz sei sicher^ einer der Mitschuldigen, nach dem vorliegenden Beweismatcrial vielleicht der Hauptanstifter. Ueber die Deutschen in England sagte Lloyd George: Sie werven nicht lairge in diesem Lande sein. Ich kann ihnen versichern, dag man sie lstnausfeuern wird, und daß sie nicht rvieder hrnemrommen.

(BeifÄl.) cvx ^ c ^ n < w

London, 12. Dez. In einer anderen Rede sagte Lloyd George, die Negierung hat ihr Friedensprogramnt mitgeteilt. Es ist ein Programm strengster Gerechtigkeit. Es darf keine Rache geben; Gerechtigkeit ist nicht Rache. An deiijenigen. die dafür vecmttworllich sind, daß die Welt in dieses Elend ge-i stürzt wurde, muß strenge Gerechtigkeit geübt werden. Diejenigen^ die den Klneg begannen und ihn unterlrützten, müssen bis zum letzten Pfennig zahlen. (Lauter Beifall.) Wir werden zu die­sem Zwecke ihre Taschen untersuchen. (Gelacyter.) Es l>at keinen Zweck, l'wer einen Weltfrieden zu sprccheu, wenn man, Deutschland erlaubt, in dem Algenblick, wo der Krieg vorbei ist, feilte Armee von vier bis fünf Millionen Mann von neuen! auf-* Dieser Versuch muß von Anfang an vereitelt werden, und wenn das mit Deutschlaud geschieht, muß es auch hier geschehen. Test Schutz aber, den die Flotte gewährt, werden wir nicht au (geben, wer immer das auch verlangen möge.

London, 12. Te^. (WB.) Reuter. Das Kolonialamt verösfenllicht ein Weißbuch mit Erllärungeii von Häupt­lingen ans Samoa, Kamerun, Togvland, Südtvest-Afrika und Deutsch-Ost-Afrika, in derren die Häuptlinge den Wunsch aus- sp-reck-en, unter britischer Herrschaft zu bleiben.

Lord Grey über die Freiheit der Meere-

London, 12. Dez. (WB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus. Ter frühere Staatssekretär des Äeußern, Lord Grey, hielt in Tewsbnry eine Rede über die Freiheit der Meere, in der er sagte, .über diese Frage bestehe in England ein beträcht­liches Vorurteil,' das darauf zurlützuführO! sei, daß man sie für eine deutsche Frage halte. Sie stamme aber aus Anerika und sei von den Deutschen nur für ihre eigenen Zwecke ausgenommen! worden. Was bedeutet die Freiheit der Meere in Friedenszeiten? Wo inrmer die britische Flotte in Friedenszeilen m der Lage ge­wesen ist. Einfluß und Macht 'auszuüben, l-at sie diesen Einfluß un.parteiisch für die Freiheit der Meere für alle Völker ohne Unterschied ausgeübt. Die Bereinigten Staaten haben, so viel ick weiß, ein Gesetz, wodurch es fremden Schiffen verboten wird, Waren zwischen den Vereirngten Staaten Um> bm Philippinen zu verfrachten. Einige andere Länder haben ähnliche Bestimm mungen. Wir hatten niemals eine derartige Bestimmuna Wir sorgen in Friedenszeiteir in viel weitergehendem Maße für die Freiheit der Meere, als irgendein anderes Volk. Ich glaube/ wir sollten für die Tatsache, daß wir die britische Seemacht in FriiHenszeiten niemals dazu verwanden, das Befal/ren der Meere für uns selbst leichter zu machen ohne eS gleichtzettig auch unter denselben Bedingungen für andere erleichtern, ettvas mehr Anerkennung ernten, .als wir tatsächlich finden. Bozugtich der Freiheit der Meere in Kriegszeiten möchte ich sagen, daß die Vereinigten Staaten seit sie in den Krieg erntraten, nnt der Durchführung der Blockade nicht nur einverstanden waren, sondern auch mit allen Kräften dabei mitwirkten. In früheren Stadien des Krieges war die Blockade nickst annähernd so vollständig, 'mell die Vereinigten Staaten viele Einwände erhoben. Aber in den! späteren Kriegsjahren wurde die Blockade mit .Hllie der Ver­einigten Staaten vollständig genracht. Ohne diese Blockwe wäre der Krieg nicht gewonnen worden.

Die neuen WaffeuftillstandSverhandlnugen.

Trier, 12. Dez. (WTBst Die deutschen Delegierten der Waffenstillstandskommission sind nunmehr sämtlich in Trier angekommen. Nachdem gestern morgen Staatssekretäi Erzberger mit etwa 30 Personen und deren Begleitern von Berlin kommcmd im HotelZur Post" abgesttegen waren, kaincn gestern nachmittag die fünf deutschen Delegierten von Spaa, unter ihnen Oöeneral v. Winterseldt, an. Letztere wv-hncn rm Dom­hotel: es sind sielen Personen. Bei ihrer Ankimft mar der Haupt- bahnhof durch die amerifonischen Truppen abgesperrt. SonwU die Kdmmissionsmitglieder im Tomhotel als die im HotelZur Post" sind strengstens interniert. Niemand.hat zu ihnen Zutritt. Tie Vertreter der Alliierten find noch nicht mlgefommen. Heute wird Marschall Foch in Trier emtreffen.

Taft über den Völkerbund.

Neu York. 11. Dez. (WTBst Reuter. Taft erklärte bei einem Tiner im Lotns-Klnb: Wenn von der Friederiskonferenz kein Völkerbund errichtet werbe, so sei der Krieg ein Miß­erfolg. und es nmrden auch der FriedenÄiertrLg mld der nach- herige Friede Mißerfolge sein.

Die Gewaltherrschaft der Franzose».

Berlin. 12. Dez. (WTB.) Aus zuverlässiger Quelle er­fahren wir: Ettva 1000 junge Männer. Söhne vmr alt­deutschen Eltern, sind aus Straßburg zur Zwangsarbeit nach Belgien abgeführt worden.

Belgische Ausschreitungen in Aachen.

Amsterdam, 11. Dez. (WB.) We die s-ozialdemokrattsche ZeittmgHet Volk" aus Vaals meldet, haben mn Sonntag abend belgische Soldaten in Aachen s chw e r e Ausschreitu n- gen begangen. Sie plünderten $Ouftäbeu, mißhandelten Belvohner und erstachen einen Juwelier. Französische Soldaten stelllcn die Ordnung mit Waffengewalt ivieder her.

Die frühere Kaiserin ernstlich erkrankt.

Haag, 11. Dez. (WB.) WieHet Baderfond" meldet, ist die frühere deutsche Kaiserin in illmerongen an einem Herzleiden sehr ernstlich erkrankt. Ein Berliner Arzt wurde telegraphisch nach: Amerongen gerufen.

Eine schweizerische Einladung an Wilson.

Bern, 11. Dez. (WB.) sstdeldung der Schioeizerischen pescherragentur: Der Bundesrat hat dem Präsidenten Wilson mittellen lassen, daß er sich freuen würde, wenn Wilson anläßlick^ seiner Europa reife auch die Sckjavc'iz mit einem B e, u ch bcvlrrer wollte. Ter Bundesrat wirrde darin einen Benvis der Freund. schaft zwischen der größten und der ältesdeu Republik selum. Wllson wäre Gelegenhoil geboten, fick) persönlich von der Syinpatdie des Schweizer.Volkes zu überzeugen.

Art§ dem Reiche.

Die Aufrechterstastung der Vressi'fr-.'ilb'it.

Berlin .12. Dez. (WTB.) Der R a t der Bol ts bennf^ t r a gte n erläßt folgende Bekcrnnttnachittig für die P r e i s e s i > u heit: In den lehtten Tagen färben sich die Eingriffe von Vlr vra-. ttnd L-oldateirrLt-M in die Pressesroit.eit derart gehäuft, daß die Rnchsregrcrung ihnen auf das eutzchi«d«tste cmtgegenlwttn muL