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arten. Die Zahl der eutweudeteu Wer^euge. Oefe», Treib- »emen und Säcke ist ungeheuer groß.

Köln, 5. Dez. Mir dem hurtigen Taste'ist der Telegraphen- imw Telephonverb? hr infolge der feindlichen Besetzung unterbrochen ^nfolP? der aufgesetzten .Geldprämien für Bergung von Ge schützen auf dem rechten R hei nufer vor der feindlichen Besetzung bietet Köln ein eigenartiges Bild. Entlassene Soldaten halbw üchsige Burschen und die Schuljugend haben sich vor die Protzen und die leichten Geschütze gespannt und retten das kostbare Material iK^r txm Feind, der heute abend oder morgen früh eurzieht.

Vier deutfthe Republiken?

Köln,.6. Dez.Vier Republiken statt 26 Bundesstaaten^ tragt das rheinisck-e Zentrumsblatt, die ,Löln. Volksztg." an, in­dem es ausführt: Eine natürliche und gesunde Entwicklung drängt darauf hin, daß sich mrs dem bisherige:! Staatengewimmel vier Avoße leistungsfähige Republiken bilden und sich als künftiges Deutschland zusammenschließen. Im einzelnen könnten diese vier Republiken wie folgt sich gestalten:

1. Rheinisch-westfälische Republik: Rhernproviuz, Westfalen, Heffen-Nai fern, Großlierzogtum Hessen, Baden, R Hern Pfalz.

2. Tonanländer-Republik: Württemberg, Bayern, Deutsch- Oesterreich (Tirol bis Bozen, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Ober- und Niederösterr<nch).

3. Nordostsee-Republik: Oldenburg, Hannover, Hansaftädte, >LchlesUng-Holstein, Mecklenburg, Pommern, Westpreußen, Ost Preußen.

4. Mitteldeittsche Republik: Lllle übrigen mitteldeutschen Bim des stauten, Königreich Sachen, die Pwvinzen Sachsen, Branden­burg, Schlesien und Polen.

Zusammenschluß der Beamtenschaft.

Berlin, 5. Dez. (WTB.) Nach gründlicher Vorbereitung ist der einheitliche Zusammenschluß der gesamten deutschen Be amtenschaft auf Mrerkschaftlicher Grundlage unter Zustim nnmg aller beteiligten Verbände unDeutschen Beamten-Bund^ erfolgt. Der Bimd umfaßt sämtliche Großorganisotionen der Beo amten imd LohtLr mit ca. V-( 2 Ddilliomm Mrtaliedern und stellt damit die einzige Otesamtvertrctung der deutschen Beamtenschaft dar.

^ Die Sozialisierung von Wirtschaftsbetritbrn.

. .Derlin, 5. Dez. (WB.) Hente mittag trat im Reichs- wirtsckaftsrat die von den Volksbeauftragten berufene Kom­mission zur VorbcreitnngderSozialisierung von wirtschaftsamt die von den Volksbeauftragten berufene K o m - -grüßung durch den Staatssekretär des Reichswirffchaftsämts Tr. Müller beschäftigte sich die Kommission eingel-ond mit der Art ihrer Geschäftsführung und mit der Vorbereitung ihrer besonderen Arbeit.

Tumulte in Posen.

Posen, 5. Dez. (WTB.) Wie schon mehrfach, so wurde auch in der vergangenen Nacht wieder ein Angriffauf das Korps- bekleidungsamt in der Nollcndorsstraße versucht. Eine Bande Soldaten irnd Zivilisten, etwa 80 Ma:m stark, überrumpelte den Dopp elposten mrd setzte sich in den Besitz eines Maschinengewehrs. Danach erfolgte ein Uebersall auf die Kaserne der Maschrnengewehrkompagn ie des 6. Grenadier- Regiments, wobei es die Angreifer vermutlich auf die Bellci- o ungs magcrzine abgesehen hatten. Es kam zu einem regelrechten Kamps, wobei auf beiden Seiten Maschinengewehre und Ö ü ii o g r fl it( t t c it tu Tätigkeit traten. Schließlich gelang es, tee Angreifer zu überwältigen und gegen 35 Mann festzunehmen' Bon den Ungei ähr 20 zum Teil schwer Verwundeten ist einer seinen Berletzimgen erlegen.

Aus Heften.

Das hessische Wahlgesetz.

Die Zahl der Abgeordneten zur Volkskammer der Republik Hessen bettägt 70: also nicht 58, wie es in dem vom Wolfs- ' Bureau verbreiteten Bericht irrtümlich hieß.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 7. Dezember 1918.

Beaufsichtigung der Jugend!

.Die Klagen mehren sich, daß ein großer Teil unserer Jugend in der Kriegszeit mehr und mehr verwahrlost ist. Die gestrige Bekanntmachung des Arbeiter- und Soldatenrates an der Spitze unseres Blattes bestättgt die schlimmsten Wahrnehmungen. Gerade letzt, rn der schwersten Uebergangsperiode, macht sich das Treiben unerzogener Kinder auf Schritt und Tritt bemerkbar. Das wider­liche Anbetteln der Kriegsgefangenen, die diebischen Angriffe «ruf fremdes Eigentum werden nach den Androhungen des Arbeiter-- imb Soldatenrates hoffentlich aufhören. Besonders wirkungsvoll

^ feilt, wenn die Namen der Eltern, die ihre Kinder auffichtslos umherstreisen lassen, in den Zeitungen veröffentlicht werden, damit sie von ihren Mitbürgern richttg bewertet werden tennen^ Aber die Jugendlichen selbst sollten auch nicht mit zarten ?Nngerspitzen <m gerührt werden. Die Zeit ist rauh und hart; warum loll man ängstlich an den alten Vorschriften sesthalten, daß aus­schließlich den Eltern ein Züchttgungsrecht zustehe! Tüchtige Maul- Ichellen zur rechten Zeit für einen Schlingel, her bei einer Un- gehongkeit erwiicht wird, sind das richtige Mittel, dem Unftig' entgrgenzuwirten. Wie oft sieht man jetzt Knaben .hinten an den Autos und Wagen hängen, ohne daß die Passanten kräftigt genug dagegen ein schr eiten! Sv verunglückte gestern nachmittag der Sohn Otto,des Postaushelfers Funk, Riegrlpsad 32, schwer, iNdem er von einem Bagagewagen, auf den er aufgesprungen war, heravnel und unter die Räder geriet. Das eine Rad ging ihm über den Kopf und das Gesicht und beschädigte ihm das Gebiß, das mrdere Rad ging ihm über den Rücken. Blutüberströmt wurde ec von Ltameraden seinen Eltern überbracht. Ganze Banden hantieren' lärmend mit Feuerwerkskörpern und veranstaltan Szenen, die mnr( im Frieden für unmöglich gehalten hätte. Nicht selten handelt es sich mroer auch um scharfe Geschosse, sogar Gewehre und Waisen, die irgejndwv gestohlen worden sind oder vielleicht auch von unvorsichtigen und gewissenlosen Feldgrauen gegen kleine; Dnmstlefttungcn oder Gaben in die Hände von Kindern gelangen. Nicht ichars genug kann davor gewarnt werden! Aus den Zei- trrngen ist zu ersehen, daß schon zahlreiche ernste Unfälle dadurch vorgekommen lind! Rücksichtslos muß jedermann gegen Wichen Unfug einschreiten, denn er nimmt sonst immer schlimmere Formen an. schule und Lehrer sind gegenwärtig beim Erziehungst werk leider sehr eingeschränkt; umso entsästedener müssen alle anderen Instanzen Zusammenwirken, um Abhilfe zu schaffen Unsere Schutzmannschaft erläßt heute eine öffentliche Erklärung, in deck He sich von dem alten System abwendet. Wir begrüßen das, denn bisher ist neben dem Paragraphendas RecÄ, das in uns geff könnt" ist. leider allzu kurz gekommen. Wer itm dem wachsenden ^ugendübermut zu steuern, fällten unsere Schutzleute noch strenger verfahren als bisher. Die Rückkehr der Väster aus dem Felde! wirL> gteichtzeitig das ihrige tun. Natürlich befürworten

wir nn allgemeinen keine grobe und sttenge Er­

ziehungsmethode. Aber es hatte gerade noch, ' gefehlt daß das neue preußische Kultusministerium in schlimmster Ver­kennung der Zeitnotwendigkeiten die Bildung vonSchülerräten"! anreat! Auch dein höheren Scläck klaffen könnte eine solche Se.b iv r:val.u <*" nur ziimVerderb w rdeu Tie preuss'cheVvlks- regiernng" vertritt, wie in so vielem anderen, auch in dieser An-, gelegenheit nur einen ganz verschwindenden Bruchteil der Be- völterung. Haus und Schule werden die größten Anstrengungent machen müssen, um die Jugend von verkehrten Bahnen fern­zuhalten.

Lebensmittel.

. . **.Keine Butter. Vom Lebensmittelamt wird mitgeteitt, daß infolge Nichtbelieferung der Stadt Gießen durch die Landest Milch- und Fettstelle fttr die 50. Woche, 9. bis 13. ^z., vorerst weder Butter noch Margarine zur Ausgabe gelangen kann. Sobald Butler oder Margarine emtrirft wird dies bekanntgegeben.

** Die 3. Ausgabestelle für Lebensmittel­marken, seither im Amtsgericht, Ost-Anlage Nr. 15, wird vom 10. d. M. ab nach dem LebenSmittelamt, Ost-Anlage Nr 11 Zim­mer Nr. 6, verlegt.

** Törr-Mischobst-Ausgabe Von heute ab wird t^lrch von 912 Uln vorm, und 24 Uhr nachm, in der Städt.

Obst- und Gemüseverkaufs stelle «Atarktlanven) gegen Abgabe der Obstmarken 646 556 Dörrmischobst verkauft. Tie Obst­marten 7 4 6 6 5 6 verlieren mit dem 10. d. M. ihre Gülttgteit.

** Abgabe von Teer. Nac^rem das Reichsmarineamt die Teerbeschlagnahme aufgehoben hat, kann vom Städt. Gas- und Wasserwerk jede gewünschte Teermenge znm Streichen der Papp­dächer abgegeben werden.

** Abgabe von Holzwolle. Für Ernquartterungszwecke wird auf dem städt. Holzplatz, Stteinstraße, Holzwolle? in Mengen von 5 Kilogramm (für einen Alarm ausreichend) zum Preise von 1 Mk. abgegeben.

*

** Durchmarsch. Gestern mittag rückte mit klingendem Spiel das Straßburger Infanterie-Regiment 144, von der Frankfurter Straße kommend, über den Seltersweg. Tic Mannschaften toaren mit Blumen geschmückt. Einzelne Geschäfts­inhaber verteilten an die Truppen Zigaretten und Zigarren, die dankbar angenommen wurden. Gesten ttafen zur Verfügung des Armee-Ober-Kvmmandos etwa 100 Mann der Feld-Telegraphen- knnd -Fernsprecher-Abteilung der 1. Armee in unserer Stadt ein und bezogen in der Mädchenschule an der Nordanlage Quartier.

** Eine praktischeVerkehrseinrichtung hat man seit zwei Tagen am Bahnhof getroffen. Ter Zugang und Ausgang zu den Zügen für Militär ist aus der großen Vorlalle zwischen dem Fürstenpavitton rrnd dem Hauptgebäude perlegt. Tie Mecklenburger Grenadiere, welche am Eingang der Halle zu drei Mann Posten stehen, sorgen dafür, daß diese Anordnung streng von den Soldaten beachtet wird. Die Halle ist nun nur für die Zivilpersonen frei und der Verkehr darin wickelt sich jetzt weit ruhiger ab.

** Gefangenen-Abtransporte. Am Donnerstag abend verließen 800 englische Gefangene unser Lager, um über Kobleirz nach Rotterdam, von wo aus sie per Schiff transportiert werden, die Reise in die Heimat zu machen. Gestern; abend traten 2 00 0 Franzosen die Heimreise an. Das Ge­fangenenlager wird nun bald vollständig geräumt sein. Es soll, wie man hört, teilweise mit Russen belegt werden.

** Zur Beruhigung der Quartiergeber wird uns vom Einquartterungsamt mitgeteilt, daß llnterkunftsssteine nur an solcke Mckitärpersonen abgegeben tverdeu, die eine Be- cheinigung über ordmrngsgemäß erft>lgte Entlausung besitzen.

** Zeitweilige Garniionsverlegungen sind not­wendig, da das zu besetzende und das neuttäle Gebiet am 7. Dezem­ber geräumt sein muß. Nachstehende Ersatz'ormaiiouen werden ver­legt: Füsilier-Regiment 80 von Wiesbaden nach Braunsels, Jn- anterie-Regiment 61 von Fvanksurt a. M. nach Wetzlar, Infan­terie-Regiment 87 von Mainz nach Orb, Infanterie-Regiment 88 von Mainz nach Orb, Iw«rnterie-Regiment 115 von Darm städt nach Erbach i. O., Infanterie-Regiment 118 von Worms nach Bensh'im, Infanterie-Regiment 168 von Offenbach nach Butzbach, Tra-rvner- Regiment 6 von Mainz nach Hanau, Dragoner-Regiment 23 von Tarmstedt nach Laubach, Dragoner-Regiment 24 von Darmstadt nach Lauterbach (Oberst), Ersatz-Pferdedevot von Wiesbaden nach Hanau, Fußartillerie-Regiment 3 von Mainz nach Gelnhausen, Feldartt'llerie-Regiment 25 von Darinstedt nach Nidda-Ortenberg, Arttllerie-Regiment 27 von O^onsenheim nach Weilburg, Artillerie- Regiment 61 von Darmstadt nach Babenhausen, Artillerie-Regi­ment 63 von Frankfurt nach Schlüchtern-Steinau, Train-Llbtei- lung 18 von Darmstadt nach Di^burg-Gr. Umstadt. 2. Pionier-Jn- svektion von Mainz nach Seligenstadt, Pionier-Bataillon 21 von Mainz-Kastel nach Süigenstedt, Pionier-Bataillon 2d von Mainz- Kaste l nach Seligenstadt, Fea 9 von Darmstadt nach Als'eld, Lnft- cknffer-dlbteilung 2 von Tarmstedt nach Heppeirlveim a. B., Nach­richten- Ersatz-Abteiln?rg von Tarmstedt nach Gießen, 7>lak.- Abteilung 1 von Franksurt rrach Neuhvf, Unterofffzierschule von Biebrich nach Weilburg, Infanterie-Regiment 117 von Mainz nach Friedberg.

** Abgabe von Feldküchen und 'Kochkesseln. Von der Intendantur des Stellv. O-enevalkommandos des 18. Ar­meekorps wird mitgeteilt, daß saintliche Kochkessel im Train- depot sowie 20 Prozent aller beim Traindepot und den demobil- machenden Truppen vorhcrndencm Feldküchen an Stadtverwal­tungen und Fabriken verkauft werden. Die Verhandlungen erfolge^; durch die Intendantur des Stellv. Generalkommandos des 18. Ar­meekorps.

** Stadttheater. Auf die beiden Sonntagsvor­stellungen sei auch an dteser .Stelle ganz besonders hin ge­wiesen. Äm Nachmittag wird das historische LustspielTie Anna-Liese^^ gegeben, wälyr<nrd abends das liebenswürdige SingspielUnter der blühenden Linde"^ gegeben wird. Am Montag gelangt als neunte Vorstellung im Dienstag- Abonnement Sudermanns SchauspielSodoms Ende" zur Wiederholung.

** O berhessischer Knnstverein. Die Ausstellung Oberhessischer und Vogelsberger Motive ll>at sich fortgesetzt eines regen Besuches zu erfreuen, ebenso haben sck-on eine Anzahl Kunst­werke ihre Kauflieb Haber gefunden. Kommende Woche wird eine! teilweise Aenderung der Ausstellung vorgenommen. Die dlus- stellung ist geöffnet morgen Sonrttag von 11 bis 3 Uhr, am Mitt­woch und Freitag von 11 bis 1 Uhr.

** G ie ßener Hausfrauen-Verein. Die für den 28. November vorgesehene Hauptversammlung mußte verschoben werden und soll nunmehr den 10. T^ember, abends 8 Uhr, im Statztthectter sbattfinden. An die Harrptversammlung wird sich anschließen eine Aussprache über das den Frauen verliehene W ah l- r e ch t. Em Mitglied des Vereins, Frl. M. Dingcldein, und Herr Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Eck, werden hierzu das Wort isehmen. Auch die Hausfrau muß sich über ihre Rechte und Pflichten als wahlberechtigte Staatsbürgerin unterrichten. Deshalb hat der Vor-i stand Veranlassung genommen, seinen Mitgliedern hierzu Ge­legenheit zu geben. ,Ter Vorstand rechnet darauf, daß die Mit­glieder des Vereins- an der Versammlung vollzählig teilnehmen werden. In der der Hauptversammlung vovausgehent^n kleinen Ausstellung im Erfrischungsraum des Theaters werden unter an­derem .Gebauersche Ernmackzgläser im Gebrauch gezeigt. Bei der Vvrftihrung im Juli war eine Sterllffation der Deckel vmr 35 Minuten vorgesehen. Um dem Einwurf der ungenügenden Steri­lisation zu begegnen, hat die Fabrik die AbsMußmassr so ^her- gestellt, daß die Deckel 10 Minuten sterilisiert loevden können. Nach dieser verbesserten Methode sind inzwischen eine große An­zahl von Konservierungen vorgenommen worden. DaS Verfahren, hat sich^als einwandftei erwiesen und kann nach Gutachten von Sachverständigen empfohlen werden.

** Militärkonzert. Morgen Sonntag nachm. 4 1 / 2 Uhr findet auf der Liebigshühe ein Milit ärkonzert vom Musikkorps des Mecklenb. Gren.-Regts. Nr. 89 statt.

** HöhereundErweiterte M ädchen s chule. Vor­schule. Wir verweisen aus die in vorliegender Nummer abge­druckte Bdkanutmackvrng, betreffend Begiim des Unterrick)ts an der Vorschule der höheren und erweiterten Mädchenschule.

** Der Verein für Frauenstimmrecht veranstaltet am Sonntag, 8. Dezember, nachm. 5 Uhr, eine Frauen vor-; sammlung imPostkeller" mtt der Tagesordnung:Warum sollen die Frauen wählen?"

** Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81. Ab Deute bis einschließlich Montag wird der 1. Münchner Kunstfilm der Serie 191819, betiteltAch, wie ist's rwöglich dami . . gegeben. Das Filmwerk wurde nach dem cfleichnamigen deutschen Volbslied in vier Akten von Hans Forsten ersonnen, dlußerdem steht das 3 aktige LustspielRentier Wuppße im Schwitzbad" auf dem Spiel plan.

** Ein Zeichen des Kriegsendes. In den Herbergen tauchen die ersten reisenden Handwerksburschen wieder aus und suchen Beschäftigung.

** P ferdeversteigerungen. In der konunenden Woche werden in Gteßen mrs dem Trieb je 100 Pferde am Mon­tag.. Mittwoch und Freftag versteigert. Tie Versteigerungen beginnen vormittags 9 Uhr. Bescheinigungen, daß die Pferde in eigenem Betrieb benöttgt werden, sirid mitMbringen. Händler sind ausgeschlossen. (Vergleiche Bekänrttmackmng.)

** Vv rlra gs-Verlegung. Ter für morgen angckün- digte Vorttag des Herrn Prof. Dr. Büvker überGeruch und Geschmack" mußte verschoben werden.

** Wegen Raummangels mußte heute die Fortsetzung unseres Unterhaltungsromans fvrtbleiben.

Krcis Büvmaen.

4- Bergheim, 7. Dez. Gestern feierte Kirchenvorsteher Johannes Weitzel VII. mit seiner Frau Wilhelmine geb. Mohr in voller körperlicher und geistiger Frisck)e das Fest der goldeTie Hochzeit. Eine kirchliche Feier, bei der das Ober- Lonsisterium ein schöves Gesangbuch und die Gemeinde eine Bibel überreichen ließ, leitete die Feier ein. Ter Jubilar ist seit drei Jal>rzehnten Mitglied des Gemeinderates und des Kirchenvorstan- dcs. Der einzige Enkel ist leider im Weltkrieg gefallen.

4- Ortenberg, .7. Dez. Seit zwei Tagen herrscht in un­serem Städtchen ein buntes militärisches Treibeu Das Generalkommando 58 hat seinen Sitz hier aufgeschlagen, um von hier aus die zugehörigen und in der Umgegend einguartierten vier Divisionen zu demobilisieren. General von Kleist mit seinem Stab nahm aus dein hiesigen Schloß 'Wohnung. Unser Städtckien wird für etwa vier Wochen Standquartier tverden.

Starkcnburg und Rticinhcssen.

I. T a rmstadt, 6. Dez. Kapellmeister Erich Kleiber vom hiesigen..Hoftheater erhielt einen Ruf als erster Kapellmeisler der Vereinigten Stadttheater in Barmen-Elberfeld, dem er in der nächslen Spielzeit Folge leisten wird. Felix von Weingart- ncr hat einen Freiheitsgesang gedichtet und verwnt. Hessen-Nassau.

sc. A u s N a s s a u , 5. Dez. Eine Versammlung von Kriegs^ teilnehmern aus dem Viohhandelsgewerbe beschäfttgte sich eingehend in Limburg mit deu Fragen der Reorganisation des Viehhandels und der Fleischversorgung undj beriet über die Besserung der Lebenslage der ans dem Felde heim^ kehrenden Viehhändler. Es wurde die Gründung des VereinsVer­einigte Viehhändler des Itegierungsbezirks Wiesbaden" beschlossen'. Die Versammlung erllärte sich gegen alle Elemente, die bei dev Vieh- und Fleischverso cgrmg das Gemeinwohl schwer geschädigt! haben. Sie formulierte die Forderung der Ersetzimg der zur Zeit im Viehhandels verband Frankfurt a. M. bzw. den Kommunal-« verbänden angcstellten Beamten und Viehhändler durch berufs­mäßige Viehhändler, die vor Kriegsausbruch unbescholten dies Ge­werbe ausgeübt lmben, mindestens zwei Jahre Kriegsteilnehmer waren und deshalb ihr Gewerbe nicht ausüben konnten. Die als­dann Migestellten Viehhändler sollen weder direkt noch indirekt; am Viehhandel oder Fleischgewerbe beteiligt sein. Ferner wurde die Einziehung sämtlicher Ausweis karten von Personen gefordert, die erst während des Krieges sich; dem Geiwerbe zugesellt haben da haupffächlich ans der Tättgkeit ihrer Kreise die meisten Un-- Zuträglichkeiten und Uebergriffe abzuleiten sein sollen.

Hochschnlnachrichten.

Eine Protestkundgebung der Marburger Studenten.

)l Marburg, 5. Dez. Das Kriegsende bezw. der Waffen­stillstand hat p mit sich gebracht, daß sich in den letzten Wochen die Zahl der Studierenden durch Feldgraue und Kriegsverletzte ganz erheblich vermehrte und bei der gleichzeitig einge'etzten Unter­bringung der täglich eintresfenden Truppen sich eine Wohnungs­kalamität herausgebildet hat. Nachdem nun in den verschie­denen Hörsälen der Universität etwa 500 Soldaten entzogen, b. h. dott in Massenquarlieren untergebracht sind, soll der Oberbürger­meister T r o j e die Aeußerung gebraucht haben, daß es angebracht sei, die Universität in diesem Zeiten ganz zu schließen. Ties.oeran- laßte gestern abend mehrere Hundert männliche und weibliche Stu­dierende, aus den Marktplatz vor das Rathaus zu ziehen und rmter den stürmischen RusenOberbürgermeister raus!" gegen den vorzeittgen Schluß der Vorlesungen zu protestieren. Zugleich überreichte eine Abordnung dem Oberbürgermeister ein diesbezüg­liches Schriftstück. Auf Einladung des letzteren und des inzwischen erschienenen Prorektors, Prof. Heitmüller, begab sich die Menge dann in die Aula der Universität, wo in einstürrdiger Aus­sprache tue Vorkommnisse geklärt wurden. Während der Ober­bürgermeister erllärte, daß es sich mir um ein Mißverständnis handeln könne, glaubte der Rektor, Prof. Gürber, daß er ge­neigt gewesen sei, den Oberbürgermeister in dem ihm vorgeworfenen Simre verstanden zu haben. Ter Llrbeiter- und Soldatenrat der Sttldenten drückte dem Rektor auch im Namen der Studenten seinen Dank für sein tatkräftiges Eintreten für die Reckfte der Studenten­schaft aus. Heute wird nun erklärt, daß die Gerückute ber vor­zeitigen Schließrmg der Vorlesungen auf einein Mißverständnis berul>en. Tie Weihnachtsserien dauern vom 20. Dezember 1918 bis 2. Jamiar 1919 und das Winterhalbjahr endet vorschrifts­mäßig am 1. Februar 1919.

Urrchliche Nachrichten«

Gottesdienst am Sonntag den 8. Dezember (2. Advent)

Evangelische Gemeinde.

In der Stadtkirche. 91/2: Pfr.-Aff. Liz. Reuning; 2 r Kmderk. f. d. Mark.-Gem. Pfr.-Aff. Liz. Reuning; 5: Pfr Mahr Beichte u. hl. Mendm. s. b. Matth.-Gem. In der Johannes krrche. &/ 2 : Pfr. Ausfeld; 2: Kinderk. f.d. Joh.-Gem. Pfr. Ausfeld: 5: Pft. Bechdolsheimer. Beichte U. hl. Abendm. f. d. Luk.- Gem-: 8: Bibelbespr. im Johannessaal. Kirchberg. Vorm. 10. Mainzlar. Nachm, l 1 /^.

ttatholische Gemeinde.

Fest der unbefleckten Empfängnis.

6V/: Beichtgel.; 7: Hl. Meffe, gcm Komm. d. Jungfr.; 8: Mst. d. hl. Komm.; 9: Hochamt m. Pred.; 11: Hl. Messe m. Pred ; 4 V 2 : Jüngl.-Kvngr. 5Vz: Christenl., darauf And.; Montag und Donnerstag, vornr. 7: Roratoamt: Dienstag u. Freitag, abds. 8: And. z. Erfleh, bald. Friedens; Samstag, nachm. 5 u. abds. 8: Beichtgel. Diaspora-Gottesdienst am 8. Dez.: Grünberg 9Vs, Hungen 91 / 2 .

Amtlicher Teil.

Betr.: Die Wahlen zur verfassunggebenden Volkskammer der Republik Hessen.

An den Oberbürgermeister zu Fließen und die Bürger­meistereien der L-alldgemeinden des .Kreises.

Nachdem die Wählen zur verfassunggebenden Volkskammer der Republik Hessen auf

Sonntagden 19. Januar 1919 anbercrumt worden sind, weisen wir Sie an, unverzüglich mit der Ausstellung der Wählerlisten zu beginnen und dabei die nach­stehend abgedrucktcn Artikel 3, 4, 5. 8, 33 zu beachten.

Personen, die nach dem 19. Januar 1899 geboren sind, dürfen in die Wählerliste nicht ausgenommen werden.

Tie Sttmmberechtigten sind in die Wählerliste nach alphabeti­scher Ordnung cinzutragen; ob nach Geschlechtern getrennte Wähler­listen angelegt tverden sollen, bleibt Ihnen überlassen.

In größeren Gemeinden, insbesondere in den Städten, dürfen die Wählerlisten auch in der Art angelegt werden, daß die Straßen nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Namen, innerhalb der Straße die Häuser nach ihrer Nummer und innerhalb jedes Hauses die Wahlbercchttgten in alphabetischer Reihenfolge eingetragen! werden.

Inwieweit bei den Vorarbeiten für die Aufstellung der Wähler­listen einzelne iTrdustrielle, kauftnännische u. dgl. Betriebe hinsicht­lich des von ihnen beschäftigten Personals behilflich sein können, wird dem Ermessen der Bürgermcisteiften anheiingestellt.

machen Ihnen Nie größte Gewissenhaftigkeit bei Anfftellima der W hlerlrst u zur Pflicht

Vor Au,nähme einer stimmberechtigten Pckrsolr in {Hie Wähler­liste ist sorgsälttg zu prüfen imd festznltcllen, ob bei ihr die Voraus­setzungen der Stimmberechtignng vorliegen (vgl. Art. 3).

Das Muster zur Wählerliste nebst den erforderlichen Einlage­bogen Ihnen in der erfvrderlicherr Zahl (doppelt) alsbald

zugehen.

Wir empfehlen Ihnen aber, sich sofort mit der Feststellung der Wahlberechtigten zu befassen, damit bei Einlauf der Formulare alsbald die Einträge bewirkt nx-rden können, ohne daß noch zeittanbende Vorerhebnngen nötig sind. ,

yöoch erforderlich windende Einlogeri können von der Herbert- schen Buchdruckerei. Darmstadt. Wendelstedlstraße 6, bezogen werden.