tötet mit mehrere schwer verwundet; ovn den Sicher- ÄertsMannschaften ist niemand verlebt worden.
Dir Franzosen in Elsaß-Lolhcingen.
Berlin. 4. Dez. (WTB.) Der französische Svvmmandant von Slraßburg hat etwa 10 0 deutsche Bürger aus-, gewiesen N7ch in Kckhl über die deutscher Linien abgeschobeni. Artter den Ausgewiesenen befindet sich eine große Unzahl von Hcmgesehenen Persönlichkeiten, KaufKutm. Anwälten, ein Ober-, ifthulrat und nenn Dozenten der Universität. Die Ausgewiesenen! wußten Straßburg unter Zurücklassung ihrer Hobe innerhalb 24 Stunden ,verlassen und kamen ohne Barmittel im badischett Gebiet an. Die Reichslettung hat durch die WaffensMstandskom- > Mission telegraphisch zunächst 10 000 Mk., für eine Hilfsaktion^ 'ber badischen Regierung zur Verfügung gestellt imd wird weitero Mittel bereit halten.
Aus Stadt und
Gießen, den 5. Dezember 1918. Lebensmittel.
** Wildverkauf. In den Städt. Wildverkaufsstellen. bei fecitoi die Vorbestellung erfolgt ist. wird am Samstag den 7. d. M. ans die Beftellausweise 950—1000 und 500—550 Wildfleisch 'gegen Ablieferung der Fleischmcrrlrn der 50. Woche abgegeben. Auf den Wochenabschnitt entfallen 500 Gramm. Ter Verkauf findet von morgens 8 bis nachmittags 6 Uhr statt.
** Städtischer Pferde fleischverkauf. Am Samstag wird im städtischen Schlachthos Pfevdesleisch auf die Nummern 1—150 gegen Abgabe der Bestellmarken abgegeben. Ter Verkauf dauert von 6—12 Uhr vormittags und von 2—3 Uhr nachmittags. Von 3— 41/2 Uhr nachmittags werden Köpfe und Organe vchre Bestellmarken abgegeben. (Siehe Bekanntmachung in heutiger Nr.)
l *
** Der Arbei ter- und Solldatenrat sendet unA folgeride Zuschrift: Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Anhänger des alten Regimes am Werke sind, unlautere Gerüchte;
über die Tätigkeit der A.- und S.-Räte zu verbreiten. Auch der'
Gießener A.- und S.-Rot wird nicht verschont, einmal heißt es,
er sei ansgelöst, das aridere Mal wird von Veruntreuung und Verl>aftuna geredet, kurzum, man glaubt, durch diese Stimmungsmache denselben in Mißkredit zu bringen. Es wird in der heutiges Bekanntmachung schon daraus hingewiesen, daß gegen Verbreitet solcher Gerüchte rücksichtslos vorgegangen wird. Wohl sind es keiE! Herren von Adel, Rang und Titel, welche den 2L.- und S.-Nätcn! angehören, aber Männer aus dem Volk, die insbesondere das Wer-, trauen der Arbeiterschaft und Soldaten besitzen und sich ihre^ großen Venrrrtwvrtnng voll bewußt sind. Ihr erstes Ziel ist, Ruhe, Ordnung und Volksernährung weiter zu sichern, sie tretet ferner dafür ein, daß jeder gleiches Rocht und ^oeiheit haben wird. Deuffchland ist «ms dem Wege zur sozialistischen Republik. Tie Republik ist der vollkommenste Msdrnck der Volksherrschaft unter denen keine dünne Herrenbaste mehr im Wahn leben kann, daß sie zum Herrschen geboren ist, sondern unter der jeder Staatsbürger gleichen Toll an der Bestimmung der Staatspolitik hat. Sie sichert jedem Tüchtigen den Platz. der ihm zukommt.
Me schaffenden Kräfte sollen an den Gütern der Kultur teil- haben, nicht wie bisher, nw nur wenige über dite Schätze deck Zivilisation verfügten. Der Sozialismus will ni,cht „teilen", indem er dem Wohll-abenden feine Gelder abnimmt, indem er den Bauen- von Haus und Hof jagt, sondern er will die Produktionsmittel vergesellschaftlichen, d. h. die großen Betriebe ebenso in Staatseigentum überführen, wiie heute Eisenbahn turrd Post Staats-s eigentuin sind, nrrr daß ihre (Ankünfte nicht, wße bisl)er, den; Interessen der herrschenden Schichten, sondern dem Wohle des ganzen Volkes zugute kommen. Wir wollen keine Anarchie und keinen Bolschetvismus, auch der Gießener A- und S.-Rat steht vollkommen auf dem Boden der jetzigen Regierung,, welche sich !aus Mehrheits- und Unabhängigen Sozialisten zusammerffetzt.
Pflickt eines jck»en ist, es, am Bau des neuen Deutschland rmtzuwirken; die Gelegenheit dazu bietet die von Männern und Frauen unterschiedslos zu wählende Nationalversammlrmg, auö dererc Beratungen die endgültige neue Staatsform hervorgeheu wird. Bis dahur liegt die Macht in den Händen der A.- und S.-Räte, und wer will bestreiten, daß sie es bis jetzt nicht meisterhaft ferttg gebracht hatten, die Ruhe, Ordnmrg Und Sicherheit auf- 'recht zu erhalten/ Sollte es anders kommen, so tragen diejenigen die Schuld, die am Werke sind, die Errungenschaften der Revolution zu untergraben. Also seid gewarnt! K. *
** Tic 116er, welche über Aache:: den SUtckmarsch vnge- weten. haben sich von dort aus auf ihrem Weg, zuerst wett östtich wenden müssen, um andere Format wnen, weltt-e hie direkte Strecke benutzen mußten, in ihren Bewegumgen rricht' zu hindern, sie werden erst südlich ettrschwenken, wenn diese Behinderung in Fortfall gekommen ist. Vorerst ist noch nicht bekannt, wenn unfex Regiment in die Garnison zurückkehrt. Auch die zuständige Stelle des Armee-Oberkommandos, tvelches von lfter aus Pen Rückmarsch der über Gießen kommenden Truppen leitet, hat keine Nachricht, Wenn das Regiment hier eintrifft, frühestens kann dies jedoch erst q? den ersten Tagen der kommeirden Woche der Fall sein.
** Tie durchmarschierenden Truppen. In den nattlslen drei Tagen werden die Spitzen der 6. Bayerischen Reserve-Tivision irrub der 80. Reserve-Division auf ihrem Rückmarsch masere Stadt passieren, denen die Formationen dieser Korps dann auf dem Fuße durch Gießen folgen werden. — Tie Armeegruppe von Lindeg ui st, 7. Reserve-Division, wird in den Tagen vom 11.—14. ds. Mts. ihr Ober-Kommando in Gießen haben. Das Sturm-Bataillon I von der 1. Armee, von dem -10 Mann fett einigen Tagen in Bürgerguartier untergebracht sind, hat gestern Berstättkmrg erhalten, da sich 30 Mann Mienenwerfer hier ein fanden, zu denen noch 20 Mann, ein Flammen- werserzug, stoßen wird. Die neu an'kommenden Leitte werden in der Mädchenschütte, Nord-Anlage, ein llnderSoirmren siirden. Von dem Sturm dato illon I werdtm wetter 150 Mann erwartet, die sich! von Neuwied her in Marsch setzen.
** Diebstahl. In der Nacht vom 3. auf 4. l. Mts. wurde in der Bismarckstraße aus einem dort haltenden Wagen einerf Kraftwagenkolonne «ne einen Zentner schwere Geldkiste mit Be-, legen, Rechnungen und 3—3500 Mk. entwendet. Es wird vermutet, daß der Täter, der über den Aufenthaltsort der Kiste orientiert war. diese irgendwo geöffnet und das Geld entnommen hat. Wer über den Verbleib der Kiste mit Inhalt Auskunft geben kann. wird ersucht, der Kriminalabteilung des Polizeiamts dahiett Mtttettung zu machen.
** G r ü nbe r g. 6. Tez. Die hiesige BezittMasse unterhält ein Postscheckkonto bd dem Postscheckamt Frwckfurt a. M. (Nr. 1958) und Ueberwcisungs7oi tten bei d«r BezirckSsparkassen in Grünberg, in Gießen und in Laubach. Ten Einwohnern der in Betracht kommenden Orte wird zur Verminderung des Bargeldumlcrufs dringend' empfohlen, künftig ihre Steuern und sonstigen Schuldigkeiten an die staatliche Kasse durch Ueberweisung zu entrichten.
** Betriebs-Einstellung. Aus der Neben bahnst recke Grünberg — Lollar ist der Betrieb bis auf weiteres eingestellt.
Kreis Büdingen.
-- Büdingen .4. Dez. Für den Kreisbereich Büdingen wurde eine T u berkul ose- Für sorge fte I Ic ein gerichtet, deren Leitung Kreisarzt Dr. Fresenius- Büdingen übernahmt. Nidda erhält eine Zweigstelle.
Kreis Schotten.
0 Gedern, 6. Dez. Tie drei hiesigen Kriegs fürsorge-Orgw- nisationen: Rotes Kreuz, Alice-Frauenverein und Ortsausschuß für Kriegsfürsorge haben in Gasthäusern Berpflegungs-,' und Unterkunflsstellen für dnrchkommende entlassene oder versprengte Soldaten errichtet. — Aus englischer Gefangensclxfft schrieb der früher hier tätige Schulverivalter, jetzt sind. Phil. Kar!« Reichelt, Leutnant der Reserve, Inhaber des Eisernen Kreuzes' 2. Klasse und der Hessischen Dapferkeilsmedaille.
Starkeiümrg und Rheinhessen.
1 Ar Heilgen, 5. Dez. Zwei Soldaten eines durchs-iehenden Truppenteils wurden hatte früh infolge Gasvergiftung bewußtlos in ihrem Quartier ausgefunden. Tie sofort herheigecustne Tarmstädter Rettungswache vermochte sie trotz Mwendmrg von Sauerstoff-Apparaten nicht mehr ins Leben zurücktzurufen.
ch. Wörrstadt, 4. Tez,. Hier fand eine Volksversammlung statt. Tiefe amhM einstimmig folgende Erklärung an: „Tie in Wörrstadt tagende Volksversammlung begrüßt getreu den Ueberlieferungen von 1848 freudig die Begründung der demokratischen großdeutschen Republtt. Sie fordert dringeitt) zu deren Festlegung und Ausgestaltung die alsbaldige Einberufung irrtb Ausgestaltung einer konstituierenden Natioualverscunmllmg. Sie ielst ttr dieser den sichersten Schutz vor jeder Gewaltdiktatur von rechts wie 'jon links, den einzigen Wog zum baldigen Frieden NTttzl zur Erhaltung der deutschen RoichSeinhett, endlich die allein gesetzliche und zuverlässige Grundlage für den Wiederaufbau unseres
durch den Krieg so hart mttg-enommenen Berrrpr^, und Kulturlebens."
WrrttctMklS-
Hcssm-Nassau.
sc. Fulda- 4. Tez. Der Kreistag beschloß zur Aufftettiurg eines Kanalprojekts n.»cgen Verbindung des Jiheines mit der Weser einen Zuschuß von 3000 Mk. zu bewilligetr. ES haridelt sich um einen Sttckkanal Kassel—Bebra—Heesfeld—Fulda und durch diesen eine Verbindung mit dem Rl-ein zur drutzbarmachung der Schiffahrt besonders für schwere Güter.
1l Marburg, 4. Tcz. Infolge des Durchmarsches der 7. Armee gleicht das gesamte kurl-essische Ober Hessen einem großen Heerlager. Ununterbrochen marschieren aus allen Landstraßen des Lalpttals icnd der Seitentäler Truppen aller Waffengattungen crnd selbst die entlegensten Gebirgsdörser werden täglich mit Einmrartie- rung bedacht. Daß es die bi-Heren Oberhessen an Gastsreundlichkeit nicht fehlen lassen, wird allgemein anerkannt. 'Als sich heute früh die Kunde verbreitete, daß das im September 1914 hier in Marburg l-auptsüchlich aus Studierenden gebildete 24er Jägerbatattlmzj im Anmarsch sei, wurden sofort umfangreiche Vorkelwungen zum Empfang dieser Truppe, die aus allen Kriegsschauplätzen so ruhmvoll gekämpft hat, getroffen. Mittags gegen 1 Uhr erfolgte dann auch unter Glockengeläute und Böllerscl^lssen der Einzug in die ^taüt. In der Näl-e des „alten Wirtshauses an der Lahn" wurdni die Jäger vom Oberbürgermeister, vom Soldatenrat, vom Rektor der Uni;>ersität und anderen Herren begritßt und dmrn erfolgte der Weitermarsch dnr^ch die Straßen, in denen die sttcdentischen Korporationen, die Schüler rmd Schülerinnen und eine große Menschenmenge Spalier bildeten und die Jäger mtt Blumen überschütteten. Für morgen ist noch eine besondere Begrilßicngsfeiev rn den Lotadtsälen vorgesehen. Wann die 11er Jäger, das Reserve- Jagerbataillon und das Landsturmbadaillon kommen, ist noch nicht bekannt.
-- N 0 r d e n st a d t, 4. Dez. Tie Wiesbadener Strafkammer verurteilte den Landwirt Heinrich Wolfs von hier zu 700 Mk. Geldstrafe, weil er 16 Zentner Rindfleisch, in Bierfässern verpackt, heimlich nach Wiesbaden schaffen wollte. Wvlff war erst kurz zuvor wegen seiner gewissenhaften Milchlieferung prämiiert worden.
Eingesandt.
Gießen. 5. Dez.
In der Zett der Deinobilmachung. in der schwersten Wirtschaftskrise, in der auf den deutschen Arbeitsmarkt die Schar der Arbeitslosen täglich gewaltig anschwillt in der Ungezählte sorgenvoll den 9lnzeigen1eil der Zeitmigen nach einer Stelle und Erwerbs Möglichkeit durchsuchen, in einer solchen Zeit sperrt das Gar- nyoNkvmmaiido die Gießener ö f f e n t l i ck, e Lesehalle, die >r z ig Gttcs.enhLA ’ü; S elluug- und A ettsuchende, die Inserate der hessifck)en und groß«: deutschen Zeitunge.c oz,..e Unkosten durchzusehen Falls wirklich nach vier Kriegsjahren die Neueinrichtung einer Ortskommandanttcr in Gießen für ein paar Wochen unabweisbar war, mußte ein alleres Lokal gefunden tvegden, als die so gememnützige Lesehalle.
vermischter.
* SCft&of feitfcurg, 4.$«. ^7? Gcmemr>ck»llec,ium lchntc den Antrag des Arbeiter- und Soldarenrates auf B e w i l l i g u n g von 3 000 Mark zur Bestreitung seiner Amts kosten mtt allen gegen eme Stimme ab.
Ei-enbahnunfall.
or Stuttgart, 5. Tez. (WB.) Der „Staatsair^eiger" sck/reibt: Am Mlttwvck, den 4. Dezember, abend 11 Uhr 33 ist aus dem Bahnhof Sulzbatt,»-Murr der aus der Richtung Backnaug kom- m«ide Militärzug 6879 auf den Schluß des am Bahnhof auslanfenden Mttttärzuges 5127 aufgestoßen. Ein Soldat wurde getötet fünf Soldaten werden vermißt. Mehrere Güter- wagen entgleisten und sielen die Dammböschung lstnab. Mesentlittie Betriebsstörungen sind nicht entstanden. Ter Sachschaden ist ziern» lich erheblich. Tie Ursache des Unfalles ist zu frühe Rückmeldmrg des Zuges 5127 von Sulybach srach Oppemvetter und unterlassene Zurücknahme des Ernfal/rtssignals in die Haltestellung.
Die Grippe in Südafrika.
Lord Buxton kündigt an, daß die Grippe unter der ^uud schwarzen Bevölkerung Südafrikas bis jetzt über 50000 Opfer gefordert hat.
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