A«K Stadt «nd Land.
.Gießen, den 27. November 1918.
Lebensmittel.
** Freibank. Ttonnerstag den 28. dLovemder werden von «—4 Uhr die Nummern 1051—1240 beliefert.
* Kartoffelversorgung. Tie Marten, die in der vorigen Woche nicht beliefert UHNDen komtten, belialten ihv: Gültigkeit. Kartoffeln sind heute zu haben bei R n m p f und Drechsler.
** A rbei ts j ub il äum. Ter Schreiner Georg Schneider aus Gießen konnte gestern auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Emil H. Müller zurückblicken. Durch Fleiß und treue Pflichterfüllung hat er sich die volle Zufriedenheit seiner Arbeit- (jefor erworben, die ihn aus diesem Airlaß im Beisein aller Mitarbeiter herzlichst beglückwünschten.
** Beförderung. Ter Gefreite Ludwig Schmitt, Sohn des 'Kaufmanns Ludwig Schmitt dahier, wurde zum Unteroffizier befördert und zum Offiziers-Aspiranten ernannt.
** Landwirtschafts-Pferde. Freitag den 29. d. M.. 9 Uhr vormittags, werden in Wetzlar, Faarplatz, zirka 160 schwere, mrttelschiwere und leichte Wirtschafts-Pferde mit Ge- sckärren mrd zircka 60 Wagen des A. O. K. 3 öffentlick) meistbietend gegen Barzahlung ohne Haftung für Fehler usw. versteigert. Siehe Anzeige.
** Kraftstrombeschrä nkung. In Ergänzung der Be- kanntmackmng vom 20. d. M. werden die .Krafffstromverbrmicher dringend ersucht, ihre Kraftentnahme auf den Zeitraum von vorm. 8 Uhr bis nachm. 4 Uhr zu beschränken, anderrrfalls gänzliche Abschaltung erfolgen muß. Des Ferneren werden die Lichtver- braucker infolge der Kohlenlage dringend ersucht, größte Sparsamkeit zu üben. '
** Zur Ersparung von Heizung und Beleuchtung werden die Dienststunden der städtischen Dienststellen vom 28. ds. Mts. ab bis aus weiteres von 87* Uhr vormittags bis 37r Uhr nachmittags festgesetzt. Das De mobilmach nngs-- bureau bleibt von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags ^öffnet.
** Verhaftung eines Pvstwagenräubers. Am 26. d. M. gegen 5 Uhr nachmittags wurde am hiesigen Bahnhof ein Mensch betroffen, der einen Postwagen beraubte, worauf seine Fest- nahmie durch die Bahnhofskmrmandantur erfolgte. Auf den: Wege zum Arresthaus unternahm er in der Bahnbofftraße einen Fluchtversuch. Als er aus dreimaliges Anrufen nicht stehen blieb, machte der ihn begleitende Soldat von seiner Waffe Gebrauch mch verletzte rhu unbedeutend am Bein. Es kommt hier ein unbekannter Mensch in Frage, der sich schon längere Zeit in verdächtiger Weise am Bahnhof umhergetrieben, dessen Personalien noch nicht festgestellt werden konnten, weil er sich in Widersprüche verwickelt hat und der offenbar diese Ticbstähle gewerbsmäßig betreibt. — Bedauerlich war ber dem Vorfall, daß das Publikum ParteisürdenDieb ergriff und den begleitenden Soldat und Schutzmann belästigten, und bedrohten.
** Gefährliche Mil chkanne n. Verlinkte Kannen zur Beförderung von Milch sind in erheblichem Umfange zum Verkauf angeboren worden. Solche Kannen gefährden die Gesundheit, insbesondere der Säuglinge. Ter Minister des Innern hat deshalb die Beamten und Sachverständigen für den Lebensmittelverkchr hieraus Hinweisen lassen. Die Erzeuger und Verkäufer von Milch sollen in geeigneter Weise gewarnt werden.
** Li cht spielhaus . .Bahnhofstraße 34. Wie bereits mehrfach angekündigt, wird von heute ab die Lichffpiel-Oper „Ter, Wafftnsckxmied" aufgeführt. Die Vorstellungen finden bis einschließlich Freitag täglich um 3.30, 6.00 und 8.30 Uhr statt. Näheres siehe im Anzeigenteil. »
Landkreis Gießen.
K. G r v ßen - B u se<f, 27. Nov. Am letzten Sonntag fand auf Anregung des Bezirks Verbands Gießen der Ortsgewerbever- me be; Gastwirt Aug. Gerlach eine außerotdenllich gut besuchte Versammlung statt, zu der außer den Mitgliedern des hiesigen Ottsgewerbevereins sämtliche hiesigen Gewerbetreibenden eingeladen waren. Nach einer Begrüßung durch Prof. Tr. Krausmüller - Gießen, der auf die Wichtigkeit eines Zusammenschlusses der Gewerbetreibenden hmwies, hielt Berufsgenossenschasts- sekretär H. Kirchner-Gießen einen Vortrag über das neue Umsatz fteu erg esetz. Redner behandelte zunächst den Umsang der Steuerpsticht, die Befrerungsvorschriften sowie den Steum'atz usw., um sich dann' nrit der Buchführungspflicht, der Steuererklärung iewre dem Reckttsnttttelweg zu beschäftigen. An den Porttag schloß sich eine reg' Aussprache die sich auch ans Rohstoffversorgung, die Einrichtung eines Kursus für einfache Buchführung und sonstige Handwetterfragen erstreckte.
** Kesselbach. 25. Nov Kanonier Heinrich Schnell, der einzige Sohn von Heinrich Schnell, der seit den Kämpen vom 25. September vermißt war, hat am 22. November aus englischer Gefangenschaft geschrieben.
** Lich, 25. Nov. Ter seit 14, Oktober vermißte Grenadier Heinrich H e l l e r von hier hat geschrieben, daß er sich in frrnzön- icher Gefangenschaft beftndet.
Kreis Büdingen.
ba. Hirzenhain, 26. Nov. Infolge Einstellung der Muni- twnsfabrrk fcftetbot demnächst weibliche Arbeitskräfte sowie auch Hilfsdienstpflichtiqe aus den Diensten des Buderuswerkes. Die Werksleittmg gibt durch Anschlag bekannt, daß sie beschlossen hat, allen jetzt aus den Diensten des Werkes schadenden Arbeitern und Arbeiterinnen das für Weihnachten vorgesehene Geschenk schon jetzt auszuzahlen.
A Nidda. 24. Nov. Am heutigen Totenfeste fand in der Hxrngelischen Kirche hier eine Gedächtnisfeier für die Opfer des Weltkrieges aus dem Kirchspiel Nidda statt, die seit der letzten Ferer den Heldentod gestorben sind. Die Gemeinde beteiligte sich sehr zahlreich an der Feier. Pfarrer Hermann hielt die Gedächtnis
rcbe über den Text' Es bleiben Glaube Liebe, Hoffnung. Von den 8 Helden standen die meisten im Alter von von 20 bis 30
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AAven, einer war 46 Jahre alt. Es waren aus Nidda: Gefreiter Albert Hvfmann. Ludwig Wirth, August Zoll, aus Unterschmitten: Otto Repp, Friedrich Uhl und Karl Lein, aus Kohixm: Otto Uhl und aus Michelnau Richard Wenzel.
^ Orlenberg, 27. Nov. Am Totensonntag fand die Gedächtnisfeier für, den Pionier Gefreiten Wilhelm Günther statt. Eine .Kollekte bei dieser Gelegenheit für die Nationalstiftung ergab 95 Mark. Im benachbarten Usenborn fand ebenfalls eine Gedächtnisfeier für den Gefallenen Wilhelm Politsch statt, dessen Bruder bereits in diesem Sommer gefallen ist.
Kreis Alsfeld.
** Nieder-Ohmen, 25. Nov. Auch in unserer Gemeinde ist man zur Gründung eines Bürgerrates geschritten. Als Ber- tteter der Landwirtschaft gehören ihm an: Hch. Graulich, Ludwig Alexander Loth, Friedrich Berg: als Vertteter der Arbeiter: Hch Seibett, Friedr. Laub, Hch. Erb. Friedrich Becker: als Vertreter der Bahnbeamten: Jvhs. Reinig: als Vertteter der Gewerbe- tteibenden: Schneidermeister Steuernagel: als Vertteter der Beamten: Lehrer Dem. Letzterem wurde auch der Vorsitz übertragen Ferner wurde beschlossen, auch zwei der heimkehrenden .Krieges in den Bürgettat aufzunehmen.
Kreis Frledberg.
oa. Friedberg. 26. Nov. Ter „Oberhess. Anz." teilt mit: .Heute nackt wurde wieder ein auf der Strecke Friedberg- Roßbach stehender Eisenbahnzug, der mit Militärgut beladen war, überfallen. Bei bem Ueberfalt entwickelte sich ein regelrechtes Feuergefecht zwischen Posten und Zivilpersonen. Wie rjcklig es ist, daß der hiesige Arbeiter- und Soldatenrat rücksichtslos durckgreift. beweisen dergleichen Fälle aufs neue Die niedriwn JMdrkte >md bei vielen Leuten so entwickelt
baß man rt,fT bi- rWf/wmrPin ffKinimm» (Zi 5'
bahnzüge Umgegend Soldalcnc Dabei bes -ei'ühtt tw
■■■ ?. r i o bt r o, 25. Nov. Ein Posten stehender Soldat wollte
einem katnetaoen me Einrichtung eine? Armeerevolvers crllären.
I^lhuß losging und den Kanter ao-en tvr zu Boden streckte.'— I Die Kinder der Stadtschule erhalten in zwei Sälen sogenanntes Notunterricbt. — Do rhe im. Nach schwerer Verwundung starb in einem Reservelazarett der Leutnant d. R. Ernst Papst In Haber des Eisernen Kreuzes.
r s ^ 0 ? sta d t, 25. Nov. Nach 40monatiger treuer Pflichterfüllung starb fürs Vaterland der Schütze Karl Kull- m an n Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessisck-en Tapfrr- keitsmedackle. — Fauerbach. Nach kurzer Krankheit starb nach 50monatig^r treiier Pflichterfüllung der Landsturmmann Friedrich Karl B e ch t o l d. — Wennings. Ten Heldentod starb der Pwmer §ß-org Groth. — Borsdorf. In einem Kriegslazarett starb nach dveiiährtger treuer Pflich erfüllung der Landsturmmann ?ours Weide. — Nidda. Aus amerikanischer Gefangenschaft jchneb der Musketier Theodor H e i n e ck.
^ Kreis Wetzlar.
m .We tzlar, 26. Nov. Bei Tießmbach wurden drei auf dem Bahngbns stehende Eisenbahmvaggvns beraubt. Der eine Wagen barg Wein für die Mirigsdergcr Lazarette, der zweite Feldpvst- pakete, der drrttc die Möbel einer Flüchtlingsfamilre.
Hessen-Nassau.
ö * ^ Nov. Der Magistrat cnvarb vor- icAr/1 1 ^ Genehmigung der Sodtverordn-^ensitzimg den .0 b00^.u d at re ec g ojt t St i .brü h der M Ueldeut chnn Har>
! ^"dpuilrie bei Dietesheim zwisck-en Hanau uuo Mülheim am Main, ^/as Steirimaterial ist für die städtischen Straßen- bauzwecke gitt braucHar und deckt für 3^-40 Jahre den städtischen ^dedarf. Es ,oll ans Kraftwagen nach dem nur 15 Kilometer entfern-, ten Frankfurt befördert iverden. Ten Berechrungen zufolge erspart 5 l r C n™5 Q ™ ön . Gestücksteinen in jedem der ersten drei Jahve schon J'J 000 Mark gegenüber den Syndikatspreis-en. Die Gesamtkosten für den Erwerb des Steinbruchs stellen ,ich auf 170 000 Mark - Frankfurt a. M., 26. Nov. Der Einzug, von mT o/ ll ? l, cl I i n Frarrffutt erfolgt erst anfangs nächster ^ Dezember trifft die 213. Division, etwa
20 000 Mann, mit General p. d. Marwitz an der Spitze und dem Ltabe des Armemberkomni-andos 5 hier ein. Ten Truppen me am Tage vor dem Eimnarsch in den Tärfevn westlich vor Frank- rsind, wird von der Stadt bei Bocken heim ein Mülcker Emvfan g geboten, an den sich eine Parade sck>ließen wrrd. Tre 213. Drvision setzt sich aus mitteldeutschen Truppen zu- lamnren. ckußcr dic)em Durchzug sind für Frankfurt keine arößeren > gigcklostenen Truppenkörper zu erwarten.
!. u ' 23. Nov. Am lstengen Nordbahnhyse wurde heute
M/h der Babnarbeiter- O e st r i ck aus Ostl-eim bei Ausübung seines Tienstt^. aus unaufgeklärte Weise erschossen. Es kvnnte noch nicht festgestellt werden, wer den Schulz abgegeben hat, doch wird allgemein angeiwmmen, daß am Balmb/e sich herum treiben des E^rndel d»Oi Tod des Mannes aus ixnn Ge'mssen hat. Ein anderer Arberter wurde ebenfalls am Nordbahnhofe durch einen Schuß schwer verletzt.
~ . , = ö a n a u. 26. Nov. Ans dem Modewarenhaus von Karl ^ ohne, Nürnberger Straße 35. ^wurden durch nächt- Einbruch Herren- und Tamcnklmder, Seidenstoffe und Pelze im Werte von annähernd 110 009 M gcktoblen Außerdem röubten dre Einbreck^ den Kassensckwank samt Inhalt und sämtliche Geschäftsbücher. 1500 Mark Belohnuiig setzte die bestohlene Firma auf die WndererlanguiTig des Tiebsgutes aus.
■ut-l ^ Nov. Der Arbeiter- und Soldalennat dahier gibt folgendes bekannt: Leit einigen Tagen besteht in Idstein eine AA^s^^^khe' ber es in den letzrten Damm gelungen ist, Schleichhändler und Hamsterer, die von der Westfront uad) der Heimat initern>eg3, in Idstein abzufangen. Gestern abend wurden hier zwei Wagen angehalten, die größere Bestände Lebensmittel hierberbttngen wollten. Der Fühttc war Tr. Spengler von der Nachrichtenabteiluiw, Armee Antwerpen. Spengler wollte die Sachen bei seinem Schwiegervater, Sanitätsrat Dr. Klein, abladen Der Wert der Lebensmittel bettägt ungefähr 20 000 Mk., außer« den zwei Gespannen. Lebensmittel und Gespanne wurden vorläufig zur Berfügirng des Stellv. Generalkommmidos gestellt. — Gestern früh wurde ein Wagen bayerischer Soldaten mit zwei Pferden an geilten der ebenfalls Bestände an Lebensmitteln mit sich fühtte. die hier beschlagnahmt wurden. — Zwei Autos, die gestern mittag beladen hier dnrchkamen, wurden nach telephonischer Be?rachrichti gung des Generalkommandos in Frankfutt dotthin übersühtt.
I - lWTB.) Bereits vor einigen Tagen hatte
ein Offizier mit zwei UTttervffizieven eine der von dem Triumph- > bogen vor dem Bahnhof wehenden roten Fahnen herab- zu r eisen versucht. Heute Mh 57r llhr erschienen Leutnant Kttig-r. Rittmeister Kvoska und ein dritter Offizier, dessen Nrmen rnckt seitgeitellt werden konnte, und rissen beide rote Folwen herab um sie zri zerreißen. Auf die von dem Posten alarmierte Wacht- inannschaft schoß Leuttrant Krüger mit dem Gewehr. Er Mirde dar auf von der Wack»e tödlich verletzt. Der Rittmeister tvurde gestellt und a b ge^fü hr t, der dritte Offizier ebenfalls. Ter Zentral- Arbetter- urrd Soldalennat tvarnt in einem Aufruf vor Beleidigungen der roten Fahne, die unnach'ichllich geahndet werden müßten und verweist auf das Beispiel der Sozialdemokratie, die trotz ihrer Ansichten die schwarz-weiße und schwarzMeiß-wte Fahne unbeanstandet lasse.
= Löhnberg, 26. Nov. Ter 14jährige Sohn dos Lehrers Gath nahm von einem hier einguattietten Militärautv einen Armeerevolvcr. Er hielt im Scherz die Waffe gegen sich, drückte i ab und sank ins Herz getroffen t o t zu Boden.
ch. St. Goar, 25. Nov. Eine Schiffsbrücke beftndet ftch Zwischen hier und St. Goarshmcken im Bau. Die Brücke wird fünf Divisionen der Armee von Gallwitz, die vom Hunsrück kom men, zur Ueberschreitung des Rheines dienen.
Fc. W i e s ba den , 25. Nov. Der Arbeiter- und Soldatcnrrt dahier hat beschlossen, von heute ab alle in Privathanshaltungerz des Stadtkreises Wiesbaden beftndlichen Vorräte an Getteidemehl, Fleisch, Fleischdauerwaren und Wurst, Fett, Zucker. Eiern als be^ schlagnahmt zu erklären und bis zum 20 November zur Ablieferimg zu bririyen. Für jeden Haushaltungsangehörigen dürfen zurückbehalten werden: drei Pfimd Getreidemehl, drei Pfnnd Fleisch, ein Pfund Fett, vier Pfund Zucker und 30 Eier. f
fc. Wiesbaden, 26. Nov. Die rote Flagge wurde nunmehr hier aus dem Schlosse gehißt.
fc. Worms. 26. Nov. In nichtöffentlicher Stadtverordneten sitznng wurde beschlossen, gegen zwei Stimmen, dem Rückttitts- gesuch des Oberbürgermeisters Köhler nicht stattzugeben, zumal in dieser schwierigen Zeit jede verfügbare Arbeitskraft in Anspruch genommen werden müsse.
Gustav ^chro er, Ter Herland vom Binsenhvfe. Ein Roman. (Grote,che Sammlung von Werken zeitgenüssisther Schttit- fteller Band 132.) Berlin G. Grote.
^ Die Lerche. Auswahl schwäbischer Tichttmg von den Wnsangen bis aus die Gegenwart. Von Luüloig Finckh. Gebunden 6 Mark. (Stuttgart. Deutsche Verlags-Anstalt).
von Glcichen-Rußwurm: Der
Qk)d,zAyte der vornehmen Welt im romanischan Mittelalter. Preis 11 Mk., gebunden 15 Mk Verlag Julius Hamann. Stuttgart. "
re t. Ziß a ^ 0 n vo r dent Feinde. Bon Leutnant Max Erhardt Führer cmen Ballonzugs. Mit 16 vorzüglichen Aufnahmen. Preis 3 Mark. Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart Hochland. Divnatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Erattr unb Kumt. Heransgegeben von Professor Karl Muth. ^hrl'ch 6 M du<l>handlung. Kempten und München. Viertel-
Letzte Nachrichten.
Airche «nv Schule.
-- F r a n k f u rt a. M., 25. Nov. In der heuttgen Magisttats- sitzimg wurde für Frankfurt als erste Sladt Preusrens die Einführung der Einheitsschule zum 1. April 1919 beschlossen
vermischtes.
* Der ehemalige „Oberbefehlshaber" Kaiser Karl. Der „Abend" bringt heute die auffehenerregende Ent- bülluna, daß Kaiser Karl sich für das Oberkommando über seine Armee nicht weiriger als 17s Millionen Kronen jährlich habe zahlen lassen. Interessant ist, daß der Kaiser auch für den Monat November die ganze Rctte ausbezahlt erhalten hat, oknvohl er bereits am 2. November das Ofrerfbmnuntbo nieder gelegt hat
Die Nationalliberalm uns die Deutsche Dcmokratischk Partei.
26. Nov. Gestern abend fand in Berlin eine Bttfammlung des nationalliberalen Haupl.vereins mtt dem Thema Die Rcvollttion und ihre Folgen" Mtt. Dabei tant es zu lebhafteit Auseinandersetzungen über die neugegründet» deutsche Demokratische Parier und Deutsche Volks- Partei. Der Vorntzeirde Justizrat Marwitz führte aus, daß die GepnmrngZfrage, ob rnan den monarck>ischen Gedanken verlassen und pch zur Republik bekennen dürfe, keinetr praktischen Sinn mehr Umonarchischen Gedanken der Kristallisationspunkt fehle. Die alten Pnogmamme gelten nicht wehr, es gebe heute keine uatronalltbewrle chattet. Die Versuckiie zur Bereirrigurtg der beiden liberalen Richtungen, dre schon vor derMevolütton im Gange waren fereil vorläufig mtßlut^en. Der Vortragende warnte vor einer Mitch-maickchattec von Weßarp bis ^tegettvald und bat, diejenigen Lttmmeii zu imterstützen, die eine Vereinigung der demvkratisck-en Pattet mtt der Deutschen Bolkspartei anstweben. Dr. Strese- e r werde sich der Verernigvmg nicht widersetzen, Wfern E Grrmrtieir gege^ würden. Es könnten Zeiten kommen - ©JL2 lrr9er dre Hand ernvs anderen Bürgers ab.oeisen dürft tm Kampfe um Ruh- und Freiheit. Minister Dr. Friedberg erwartet, datz dte alten geistigen Traditionen in höherem Maße erhalten bletber», als es jetzt den Anschein habe, und empfiehlt . betten bürgerlichen Gruppen, gettennt zu rnarschieren. aber tm Wahlkampf veremt zu schlagen.
übrig-m TisLissionsrednern wurde die unbedingte ^wtwer-Digbett der Bereinigung und ihre MöglickKeit immer Tr. -ckiacht als Mitglied des vorboreitenden Aus- Temvkoatrschen Partei erklärte, daß das nationale ^chius vorhanden sei und in ausführlichem Äkttonspnogramm deutlich hervortteten »verde. r.r*: 1 ? Bttsammlung erklärte in einer Resolution, daß die Zer- ^ Büvgettums in ztoei selbständige
Umstanden vermieden weiden müsse, und ersuchte bat Vors band, entschieden auf den Zusammenschluß zu emer guoßeii bürgerlichen demokratischen Pattei hinzuwirken.
Eine Rede Lord Robert Cecils.
L o n d o n, 26. Nov. (WTB.) Reittermeldnng. LordRvberl Cectl hat gestern in Hitchin (Grafschaft Hettford) über die F r i c o c ns de d i In g u n gen gesprochen und betont, daß bie= r • ^VN deü im Kriege begangenen „Weltverbrechen" schuldig seien, bestraft werden müßten; keine Aussicht sei im ^mde weiter verbreitet und tiefer eingewurzelt als die, daß iebQe Jtepi€rm i fl bu m finem demokratischen Lande zur Macht gelange, dieser Ansicht Rcchiiung tragen müsse. Besonders diejenigen, die an den Mißhandlungen und Grausamkeiten gegen hilfllise Kriegs^ settm. müßten die schwere Hand der international len Rechtspflege zu suhlen bekommen. Die Bcstrafung inter- na tio nal e r Verbrechen sei die Grundlage des gonzen Be- grlffv emes Völkerbundes. Ein Völkerbund, der sein Dasein nicht mit dem Drangen auf Bestrafung derjenigen, die internationalev verbrechen schuldig seien, begänne, würde ein übler Scherz sein (Langanhaltender Beifall.) Dem Gegensatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer müsse ein Ende gemacht werden: die Arbeiter wMmi enae Fühlimg mit dem Unternehmen haben, in dem sie beschäftigt seßm. Auf Fragen wegen der B l o ck a d e gab Cecil zu, txbei gehler gemacht worden seien, aber im allgemeinen sei dies Verfahren richtig gewesen. Keine Blockade der Weltaeschichtt sn wirksamer gewesen als diese.
Holland und die Entente.
r ? 8CT - ) Davas. Die französische PnLsk be- spricht lebhaft die Haltung Hollands und die Handlungen des Haager Käbinetts. Der „Mattn" bezeichnet diese Handlungen als Niangel an Folgertchttgkert und fügt hinzu: Der Aufenthalt „s.Krisersu des Krönprinz.e^ er7 A ah he tätigsten Patteigänger in Holland verpflichte die Regierung der Niederlande zu gewissenhafterer Neuttalttät und zu größerer Besonnenheit als irgend eure andere. Die %?te der französischen Re- gr^ung fti dw erste Warnung. Das „Journal" spricht sein- Ulb^aschung darüber aus, daß die Haager Regierung ihre Ge- sMigveltsarte gegen Deutschland vervielfache, welche die Achtung sur die Besiegten mcht allein erkläreu könn-e. Die Regierungen SÄ Paris und Brüssel sähen sich gezwungen durch wieder- holte Einsprüche, eine Reihe bedauerlicher Tatsachen zu kennzeichnen. Petit Parrsien" erklärt, daß die Einsprüche der Ver- tteter der Alliierten sich wiederholt gerichtet hätten: 1. Gegen die Tuldung des Durchmarsches deutscher Truppen durch Limburg; £' d-re dem ehemaligen Kaiser Wilhelm geivähtte Gast
freundschaft; 3. gegen die Internierung von deutschen Torpedo- brwteil imd Mmensuchern in Holland, welche von Antwerpen auS- g'fahren seun, eine Handlung, die den Bedingungen des Waffenstillstandes zuwiderlaufe.
Haag, Z6. Nov. (WTB.) Korrespondenz-Bureau Anläßlich der m de Zneitungnr veröffentlichten Berichte von Pariser Blättern, wonach die holländische Regierung bei den Bereinigten Staateil als Vermittler auf getreten sei, um im Jitteresse Deutschlands für eine Milderung der Waffenstillstands- b e d i n g u n g e n zu wirken, erklärt das Ministerium des^ Aeußern. das; diese Berichte und infolgedessen auch die voii ihnen aus^ gehenden Betrachtmigen einer tatsächlichen Grundlage entbehren. Getreu den Richlliuien, die sie während des ganzen Kneges einhielt, jede Vermittlung, die nicht aus beiderseitigem Verlangen beruhte, zu vermeiden, enthiell sich auch die RSgierun» m der erwähnten Frage jeder Vermittlung.
Ungarn und die Kirche.
Budavrst, 25 Nov. (WDB.) Ter ungirrsche tithvlische Eplskovat mck dem ,Mrsdprimas Csemoch an inn spitze richtete an den Minrstervräsidemten Krvolyi ein Schreiben, worin er «Mt befe bte Kirche zur VernnrNirlmn» der demokratischen Bes ihre form chren hnntzu goei 4 neten Grundbesitz der Re- giertmg zur Verfügung stelle.
Amtlicher Teil.
etr.:
aus che Allgemeinheit keinerlei Rücksicht nimmt. Eisew- wurden — wie bereits gemeldet — mehrfach in der Friedbergs beraubt. Es will) daher vom Arbeiter- und at olles geschehen, um dergleichen Fälle zu vermeiden, kblagnahmte Lebensmittel weichen der Allgemeinheit zu-
vüchettlsch.
Infolge des Papier- und Platzmangels können vottäufig die Bucheingänge nur verzeichnet werden. Eine Besprechung ist nur in den
allerseltensten Fällen möglichi. wrunn
— Amsel Ga besä m, der Narr vom Kahlenberg. Roman I nuna" vo,i Joseph dlug. Lwr. 381 Seiten 8 °. Eirrschließlich Kriegs zu- lirbrr scklag geh. 6,50 Mk., «eb. 9,10 Mk. Verlag von Grethlein u.' Eo.
G. m. b H. in Leipzig
^ — DiehäuslicheKrankenpflege und das Verhalten bei ansteckenden Kvankhtt en, von Hofrat Dr. K. Doll-Karlsruhe.
114 S. 21 Abbildimgm. Max Hesse's Verlag, Berlin W15 Preis gebunden 2 ML.
Bekanntmachung.
Volkszählung, Viehzählung, Fortschreibung der ver- sorMmgsberechligten Bevölkerung.
Tie geplmlte Volkszählung am 4. Tezember kommt noch Mitteilung des Kriegserltährungsamts in Fvttfall, ebenso die Neuord^ der Fortschreibung der versorgimgsberechtigten Bevölfiw'rn^ die Viehzählung ist iwch kein Entsckwid gttroffeii, doch ist bereit Fortfall vom Kriegsernährungsamt ebenfalls beantragt.
Ob auch die bisherige Fortschreibmtg der Zivilbevölkeruiig wegfallen kann, ist noch ungewiß.
Gießen, den 25. November 1918.
.^eisantt Gießen..
J.L.: Lau flauia ns. j.
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