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N? 2Z9

*68. Jahrgang

Der fcictitBtr Anzei-rr erscheint täglich, außer bonntagS. Beilaaen: Gtehener.«kamitte, ibiötter;

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Mittwoch, rr. November M«

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Unsere Regmungsgewalten.

Ne Berliner Konferenz der Einzelstaaten, beim Verlauf wir gestern noch in einem Teil der Auflage mittellen konnten, ha: keine Ueberraschungen ergeben. Es sind dnrchtveg sozialistische Re­gierungen, die jetzt das Heft in der .Hand l-aben, nnd sie wollen zielbewußt ans die sozialistische Republik losstenern. Darum halten sie im allgemeinen fest an dem vorläufigen Macht besitz der Arbeiter- nnd Soldatenräte, deren einheitliche Zusammenfassung in dev nächsten Zeit auf besonderen Tagungen erstrebt werden soll. Recht bestimmt nnd ziemlich einhellig ist jedoch die Einberufung einer Nationalversammlung gefordert morden. Dr. Solf und Erzberger erhielten alsbelastete" Persönlichkeiten eine Art von Mißtrauens­votum, mtd es ist, trotzdem Cbert die beiden Herren in Schutz nahm, nicht ausgeschlossen, daß die Reichsregierung im rern sozia­listischen Sinn umgestaltet werden wird. Auch dagegen, daß dw (»eiden genannten Herren noch deutsche Wortführer gegenüber den Feinden sind, wurde Einspruch erhoben. Es wäre aber wwwom wir bekanntlich keine besonderen Freunde Erzbergers sind doch bedauerlich, wenn die bisherigen Sprecher bei den Waffensttll- standÄierbandlungen durch andere Persöiüichueiten ersetzt werdery würden. Der Feind würde daraus nicht gerade entnehmen, daß bei uns in Deutschland die geforderte Ordnung und Sicherheit einer festen Regierung bestehen.

Die Konferenz der Bundesstaaten.

Berlin, 26. Nov. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, haben fick) in der gestrigen Konferenz der deutschen Bun­des st aalen folgende Vertreter für die Einberufung der Nationalversammlung außer den Regierungsver­tretern ausgesprochen: Ullrich-Hessen, Heimann-Württcm- berg, Crispien-Württemberg, Geiß-Baden, Eisner-Bayern ^bedingt), Haas-Baden, Gradnauer-Sachsen. Dagegen haben sich erklärt: Mergcs-B raunschweig und Geitner-Gotha.

Der Vorschlag, ein Reichspräsidium zu schaffen, wurde nur zur Keuntnis genommen. Eine Abstimmung dar­über erfolgte nicht.

Der Waffenstillstand.

S paa. 25. Nov. In der heutigere Sitzung erklärte der fran- «Ksische Vorsitzende, Paß für die Berechnung der Räu- rnungsfrist nach Tag und Stunde die Unterzeichnung des Vertrages am 11. däovember 6 Uhr vormittags deutscher Zeit gilt. Es ixntrbe ferner der Antrag von dem' französischen Vor sitzenden gestellt, während der Besetzung des linksrheinischen Ge­bietes und der Brückenköpfe zur Regelung gewisser militärischer Fragen als Verbindungsoffiziere der örtlichen deutschen Verwal­tungsbehörden jedem v ber dvei großen Brückenköpfe und für die bayerische Pfalz je einen Generalstabsoffizier anzugliedern. Eine Mrtwvrt auf den Antrag ist noch nicht gegeben.

Berlin, 26. Nov. (Priv.-Tel.) Ueber die Verhandlungen der Waffenstillstandskommission vom 24. November wird noch gemeldet: Zur beschleunigten Regelung der Gefangenen frage luden die deutschen Vertreter die Vertreter der Alliierten zu Besprechungen nach Berlin ein. Die Einladung wurde angenommen. Die Vertreter Englands, Frankreichs und Amerikas sollen in einigen Tagen in Berlin eintreffen. Der fran­zösische Vertreter wird vorher in Spaa mit der GefangenenkomMis­sion Fühlung nehmen. Von deutscher Seite wurde ferner

aller Dänen klüglich nahe sein wird.

der Wiedervereinigung seiner Erfüllung

Der Ssldatenrat bei der Armee Mackensen.

Berlin. 26. Nov. (WTB.) Vom Oberkommando Scholtz.ist folgender Fnnkspruch an den Soldatenrat rn Berlm eingegangen: Aus den Soldatenräton der einzelner! Truppenkörper der Armee Mackensen lftt sich ie.ru Zentralrat für die S ü d o st s r o n t gebildet. Wir stehen auf dem Boden der neuen Volksregierung und verurteilen mit Euch jede radikale Bestrebung, die geeignet ist, bolsckiewistische Ideen aufkonrmen zu lassen. Wer erbitten auch die tatkräftige Unterstützung unserer Be,trebungen, die hier liegenden Truppen der Südostfcont baldigst nach der Heimat zu bringen. Ä

Der Zentvalvat der Südostfront Leint Oberkommando Mackensen.

Bei der Heeresgruppe Mackensen befinden sich auch truppen der 11. Armee und die ans der Türkei zurückgekchrten Truppen einschließlich der 16. Landwehrdivision.

Die tschechisch-slowakische Republik.

Prag 25. ,Nov. Die Tschechen setzen die Besetzung Deutsch-Böhmens durch üschccho-slowa kisches Miltt ar trotz dem Protest der Deutschen sysimnatisch fort. In den letzte^ Tagen wurden Bergreichenstein, Doxan, Neuern, ^otaab und ^uschkau durch tschechische Militärposten besetzt.

Die Italiener in Südtirol.

Innsbruck, 26. Nov. (WTB.) Wie der BozenerTirols" meldet, lfaben die Italiener in Südtirol durch Maueran,chlag bekanntgeinacht, daß die Besetzung des Landes bis zum Reschen- scheidock, dem Brenner und bis Doblach erchgültig anz-ufehen sei.

Die Ausliesernng des Kaisers?

London, 25. Nov. (WTB.) Rentermeldung. Der Korre­spondent Reuters in Belgien meldet dom 24. November: Ich er­fahre aus guter Quelle, daß die von der französischen Regierung» befragten Rechtssachverständigei! nach Untersuchung der Auge legenheit erklärten, daß es die Pflicht Hollands sei, die Aus li'efernng des früheren deutschen Kaisers zu befehlen, nnd daß der Kaiser, da er keine offizielle Erklärung über seine Thron- abdankung abgegeben habe, nicht das Recht hat, als Privatperfon betrachtet zu werden, auch keine Ansprüche auf eine Zuflucht in Holland geltend machen kann. Die Alliierten erwägen ein ge­meinsames Vorgehen, bei welchem die Auslieferung des Kaisers gefordert werden soll.

Die Europareise Wilsons.

Paris, 26. Nov. (WTB. Drahtlos.)Petit Parvien" mel det: Präsident Wilson wird, wenn er nach Europa kommt, in einem französischen n.rd nicht in eine.ic emMchen Hafen landen. Tie Abreise ist auf den 4. Dezember festgesetzt. Prinz Murat stellte sein Palais in der Rue Monseau dom Präsidenten während seines AnfOithaltes in Paris zur Verfügung. Das Anerbieten isst von der amerikanischen Botschaft angenommen worden.

Die Reise Hoovers.

London, 25. Nov. (Reuter.) Ter amerikanische Lebensmittel­kontrolleur H o o v e r reifte heute morgen nach Paris ab.

# _ . w . , , die

Erlaubnis zum Abtransport einer Division deutscher Truppen? > aus der Krim aus dem Seewege Sebastopoldllkolajew erbeten, .da eisenbahntechnische Schwierigkeiten einem Abtransport zu Lande im Wege stehen.

Den Vertretern ist weiter mitgeteilt worden, daß man versucht, jetzt ihren Wünschen entsprechend, in Deutschland das Bahu­pe rsonal für den Betrieb der den Alliierten aus geliefer­ten Linien zusammenzuziehen. Die 3000 Lokomottven, die sich »noch im Osten und auf dem Balkan befinden und von uns in Er­füllung der Wassenstillstandsbedingungen angeüoten worden sind, sind nicht Beute-Lokomotiven, sondern sind durchweg deutscher Dcrkimft. i.

Der englische Vertreter übergab im Aufträge der englischen Regierung eine sehr scharf gehaltene Erklärung iwer schlechte Be­handlung der britischen Gefangenen. Die verantwort­lichen Personen würden gegebenenfalls zur Verantwortung gezogerü werden, ferner voller Ersatz verlangt und die Bedingungen des> Waffenftlllstairdes evtl, mit Gewalt durchgesetzt werden.

Der deutsche Vertreter protestiert sodann gegen die vor­zeitige Bes'etzung von Ortschaften in der Pfalz und gegen die^vor- 'zeitige sGeftrngennahme deutscher Soldaten aul llnksrHernie chem Gebiete.

Ein srauz"stscher Aufruf an das Elsaß.

Spaa, 24. Nov. (WTB.) Heute ist General Nudant folgende Note überreickrt worden:

Pari s, 25. Nov. An alle! Aufruf an das Elsaß? Was für Wimder l)abt Ihr Straßburger nnd Elsässer vollbracht, indem Ihr trotz aller Bckcückungei!, trotz des verhaßten Joches, Eure treue, heilige Liebe zum Vaterland büvahrt l)gbt! Die Geschichte kennt Kocftcklos kein bereites Beispiel einer so bewundernswürdigen Treue. Ihr Soldaten 'habt helderunütig in den längsten Schlachten, die es jemals gab, gekämpft. Ihr seid ruhmbedeckt daraus heroor- gogangen. Die ftirckMrre Scknanke ist gefallen, der Adler der Grenzpfahle niedergÄnorfen. Wie einst kommt Frankreich zu Euch, Straßburger', wie eine Mutter zu ihrem lieben Kinde das es verloren und wiedergefunden Ijlat. Es wird nicht nur Eure Gewohn­heiten, Eure lokalen lleberlieferungen, Euren religiösen Glauben, Eure wirtsck?aftlichen NotwendigiVeiten achten, sondern auch Eure Wunden verbinden tmb in _ diesen schweren Tagen J£ure Er­nährung sicherstellen. In Vieser feierlichen, herrlichen Stunde, die der Triumph des Rechtes, der Gerechtigstleit und Freiheit über die brutale Gewalt brß!gt, wollen wir uns, Ihr befreiten Elsässer und befreienden Soldaten in der gleül»en Liebe vereinigen. Es lebe Frankreül,' ! Es lebe die Armee! Es lebe die Republik!

Nord schlcswig.

Kopenhagen, 26. Nov. (WTB.) Ritzan. Der Außen minister hat namens der Regierung am 25. November dem Reickstagsabgeordneten H. P. Haussen aus sein SckTreibcn bezüglich Nords chl es wi gs eine Antwort gesandt, in der es herßt: Die dänische Regierung, die mit tiefer Beftiedigrmg er­fahren hat, daß sich die politische Organisation der dänischen Nord- schleswiger Wählervereüre in ihrer Resolution vom 17. November für eine Lösung der .Frage ausgesprochen hat, roelckie mit dem von den Mitgliedern des dänischen Reichstages in der Geheim sttzung vom 23. Oktober answ'prochm-'n Wunsch und mit dein fühl # und dem Interesse des Volkes übereinstinrint, wird jetzt an die lRegitwung der assoziierten Mächte sich wenden, um bei den Verhandlungen über den Weltfrieden für das Recht der dänischen Nordscküeswiger Ancrbmiung zu erlangen. Tie dänische Regierung drückt, ihr sicheres Vertvawm auS, daß damit der brcnucmdc Wunsch

TaS Auswärtige Amt # gegen die Münchener Veröffentlichungen.

Berlin, 26. Nov. Das Auswärtige Amthal gegen die Veröffentlichung der bayerischen Regierung über die Vorgänge kurz vor Kriegsausbruch Einspruch eingelegt. Die Veröffent lichung muß gerade jetzt, wo uns von den Feinden auf dem Weg znm Frieden die größten Schwierigkeiten bereitet werden, wie ein schwerer Schlag für unsere politische Arbeit wir­ken. Unsere Feinde und Vertragsgegner werden sich dieses Material für ihre Zwecke sicher zu Nutzen machen. Die Veröffentliäiung durch die bayerisck>e Regierung ist darauf zurückzuführen, daß der jetzige Vertreter Bayerns in Bern, Professor Wilhelm Foerster, seiner Regierung auf Veranlassung einer Mittelsperson des ftanzösischen Ministerpräsidenten Clemencocrn geraten hat, Mitteilungen übeü die Vorgeschichte des Krieges zu verösfentlichen, weil ein Bekennt nis Deutschlands zur Schuld am Kriege dazu dienen würde, die Entente friedensgeneigter zu machen. Nach der Auffassung, de-: Auswärtigen Amtes unterliegt es aber keinen. Zweifel, daß Clemencem! nur darauf angekommen ist, uns ins Unrecht slchen. Es ist ein schwerer Irrtum, zu glauben, daß Clemencoan! ein Mam! iväre, der sich zur Milde stimmen ließ, wenn Deutsch land jetzt vor aller Welt sein Schuldbekenntnis ablcgt. Ein Polc tiker kann nach diesem Rezept nur verfahren, wenn er sich von dem El-arckkter Clemencxau ein, vollständig falsches Bild macht.

Auf Anordnung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes Tr. Solf, werden im Arrgenblick die Akten des Auswärtigen Amtes, soroeit sie sick) auf die Vorgänge vor und tei Kriegsaus­bruch beziehen, von dem Unterstoatssekvetär D. David einer Nachprüfung unterzogen.

Die Korrespondenz Hofsmann meldet: Im Ministerrat de Volksstaates Bayern lag heute folgerrde mündliche Erklärung der Herren Staatsminister v. Theleman n, v. Brenn in Nnd v. Knill in g vor: Wir erklären hiermit, daß wir von dem g-eftern durch die Presse bekanntgegebcnen Berichte des bayerischen Gesandten in Berlin mrd den darin behandelten Tatsachen bisher; weder amtlich raxi* privat die geringste Ztzenittnis erhielten ooer hatten. Dieser Erklärung der drei Herren sckÄvß sich auch frühere Verkehrsnrrnifter v. Seid lein an. Der Ministierrat schloß, von sich aus diese Erklärung zu veröffentlichen.

verschiedenen Orten ftan^öfisch gesinnte Bürgcrnwrster, dre bd Klnegsbeginn ans ihren Aenrtern schieden, »nieder ein.

Ludwigshafen, 25. Nov. Französische gruppen besetz­ten bereits mehrere Grenzorte am Südrand der Pfalz. An den tiefsten Stellen drangen sie 7 Kilometer meü m die Pfalz ein. Wie wir hören, ist gegen dieses vorzerttge EchrrWm m drst Pfalz durch die deutsche WasfensttNstandskommpnon Verwahrung eingelegt worden, dtach einer Meldung der Pfalz!, chen Ittmdschau aus Zweibrücken übcrlchritten Sonntag vormfttag t?tbt) cpc mu> frikanische Trllppen englischer und franzoMcher Ratto- nalität die lothringische Grenze und besetzten verjchredene Ort-

ck)aftei! und Höhen der Westpfalz. , _ . , , f _.

Spaa, 24. Nov. (WTB.) Heute x)t General Nudant folgende N o t e überreicht'worden: ^

Hierher gelangten Nachrichten zufolge ist seit der Besetzung Elsaß-Lothringens durch die Msiierttn der Verkehr zwüchen diesen Gebieten und dem übrigen Deutschland gänzlich untcrbrvch^r. Ti"s erstreckt sich nicht nur auf den Personen- und Güterverkehr, sondern auch den Telephon-, Telegramm!- und PoiLverkehr. Hwr- durch, ist auch der Zahlnugsverkelw zwischen Elsaß-Lothringen irnp dem übrigen Deutschland zum Stilssürnd gekommen. Wie ohne wer­teres ersichtlich, iverden hierdurch Folgen hervorgerufen, dre das Wirtschaftsleben in den elsaß-lothringischen Gebieten aufs schwerstr bedrohen. Die Lohngelder können an vielen Stellen nuht recht­zeitig beschafft werden. Ferner gehen die Gelder für aus geführte Lieferungen nicht an die EkTrpiangsberechti^ten ein &at bvet ' Tagen sind ähnliche Zustände auch kn den besetzten linksrhermichen Gebieten eingetreten, besonders in Saarbrücken. Es ward gebeten, diese unhaltbaren Zustände, namentlich auch^im Interesse der linksrheinischen Arbeiterschaft, die an erster Stelle hiervon betroffen wird, sofort abznstellen. gez. o. Haniol.

Slraßburg, 25. 0Lov. (WTB.) Nach einer M^mng der Agsnoe Havas hielt Marschall P z t a i n, von GeneralsCastelnau be-- gleitet, heute seinen feierlichen Einzug in Straßburp an der Spitze der Armee Gouraüd.

Die englische Flotte nach Kiel unterwegs.

London, 25. Nov. (Reuter.) Heute um 9 Uhr fuhren Vor­posteneinheiten der englischen Flotte nach Kiel ab, dar­unter eine Flolille von Minensuchern, die nach Kopenhagen fah-i ren, um die Dunddurch'sahrt von Helsingfors nach Kiel für gröbere Schiffe, die folgen werden, fteizumachen.

Fronttruppen und Arbeiter- rknd Soldatenräte.

i. Köln. 27.Nov. (Drahtn.) DieKöln. Ztg." meldet mrs Lennep: Die durch den wechs^elvollen Kampf um das Be- zirkskvmmando hervvrgerusene Spannung ist durch das Eingreifen, des Oberbürgermeisters und das Kommando der durchziehenden Truppen gelöst worden, noch ehe von Remscheid herbeigerufene, dem Arbeiter- und Soldatenrat ergebene Truppen eingetroffen waren, die die Absicht hatten, gefangen gesetzte Arbeiter und . Ma­trosen zu befreien. Uni die Bürgerschaft zu beruhigen, wurde gestern abend vom Bürgermeister ein Flugblatt ausgegeben, in dem versichert »vird, daß die Fwnttruppen nicht die Absicht gehabt hätten, die Arbeiter- und Soldatenräte zu beseitigen. 9kur nw der '-oldatenrat, toie hier, aus ungesetzlichem Wege zustande gekommen ,ei nnd unV'ehllche Handllrngen, wie beim Landsturmbataillon Lennep, Waffenabnahmc der Fronttrnvpen. Verschleuderung von H eros ignttnm u. a. m. begange t worden seien, ha c d r Solda er­rat ausgehoben iverden müssen. Dir bei dem Gegenangriff in Sicherheitshaft genommenen Personen wurden heute früh wieder in Freiheit gesetzt. Unter diesen befindet sich auch ciner^der Haupt­führer der Unabhängigen in Remscheid, Otto Braß Schriftleiter derRemscheider Arveiterstimme". Wie wir höreck, hat sich der Arbeiter - und Soldatenrat in Lennep frei)vill,ic aufgelöst. so daß also für ihn eine Neubildung erfolgen dürfte.

i. Köln, 27. Nov. (Drahtn.) DerKöln. Volksztg." zufolge haben Truppenteile der 6. Armee, die durch den Kreis o l i n g e n zogen, den örtlichen Arbeiter- und Soldatenrat abgesetzt, ebenso in W i er b o r f. Während der Sitzung des Demobilmachungsausschusses erschien ein Vertreter des Arbeiter- und Soldatenrates nnd erklärte, dir 9. Reserve. Division der 6. Armee habe die Truppen angewiesen, die rote Fahne von Len öffentlichen Gebäuden und Reg'.erungstafeln her- unterzuholen. Wenn txn: Befehl nicht zu rück genommen J^rde, »verde der Arbeiter- und Soldatenrat Alarni läuten und die Sicher- heitslvachen zu Gegeumaßnahmeir aus rufen. Tann werde es zu ftnen Bürgerkrieg kommen, für bei! sie die Verantwortung ab- Lehnen müßten. Ter Oberbürgermeister vertagte hierauf die Sitzmrg, um vermittelnd einzugreifen.

Die deiit?chnationale vollrpartei.

Mit der deutschnationalen Volkspartei, die sich mit erneut längeren Aufruf an die Oefsentlichkeit wendet, tritt in kurzer Zeit die dritte neue Partei vor das Volk. Sie umfaßt, wie die Liste der

der­

be

A»§ dem lleichr

Aus dem vom

arlsruhe, 26. Nov. Die Rheinbrücke

Feinde besetzten Gebiet.

konservativen v. Seemitz, Graf Moltke. v. Hahlem und Bvedt, bte Antisemiten Werner (Hersseld) und Schiele (Ncmmburgtz den christ­lichen Arbeiterführer Behrens, den Staalsminifter v. Delbrück und zuletzt den Ctief des früheren Zivilkabinetts des Kaisers u. a m. Das Programm der Partei iritt für ein starkes deutsches BolksmnA eil!, fordert die Rückkehr von der Diktatur einer einzelnen Klasse zu der nach den letzten Ereignissen allein möglichen parlamentari­schen Regierungssvrm, verlangt Freiheit in Wort und Schrift, Aufrechterhaltung des Grundsatzes der Privatwirtschcht, gesündere Bevölkernngs- und Siedelungspolitik, Ausbau dec Sozialpolitik. Boamtenfürsorge, Mittelstandsschutzverei nigung. die Verbesserung und freiheitliche Ausgestaltung der Gemeindeverfassung und toeiteste Mitarbeit der Frau im öffentlichen Leben.

Mit dieser neuen Gründung erhält das deutsche Parteileben­in Zukimst folgendes Bild: Ganz links stehen die Sozialisten, deren zwei größte Teile, die Unabhängigen und die Mchrl)eils'o ialisten, sich zusammentun werden. Tann folgt die Deutsche demokratische Partei, die aus dem Gros' der Fortschrittler und den linksgerich­teten Nationalliberalen besteht. Es folgt die Deutsche Volkspartei, die sich aus der Mehrheit der Nationalliberalen und den rechts­gerichteten Fovtschrittlern zusammeirsctzt. Das Zentrum bleibt wie seither die Verttetung der katholischen Volks teile. Die Rechte, also die bisherigen Konservativen, Freikonservativen und Antisemiten, gehen in der neuen Deutschnationalen Vosksparwi an».

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Berlin, 26. sttov. Wie demTa^wl»latt" gemeldet wird, »vill der Kultusininistrr Adolf H o f f m a n n ein Monopol r ü r sämtliche Schulbücher lierstellen. Sie sollen unter Aus- s'chaltimg des privaten Verlagsbuchhandels und der privaten Buch­handlungen vo»l Staats wogen verlegt und gedruckt »verden. , Ferner wird eine Verordnung vorbereitet, die den Frauen bis mit dem Vatikan bilden. In den südelsässi-i zur lltogelung der gesamten Kvmmunaltx-rf'assun^ die MögUckvkeit und Dörfern sind auch schwarze Kolonial- bieten soll, mit gleickMm Recht »aic die Männer in die städttscheu

bei Weiß

weil ist auf der badischen Seite seit dem 21. November von den Franzosen ^besetzt. Als von deutsck-cr Seite gegen dieses un gereckftserttgte Vorgehen protestimck »vurde, gab d^r ftanzösisch»

Offizier die Antnwrt, er habe Befehl hierzu. Die Franzosen fcir*f Soldaten der großen Nation nnd von Disziplin. Wenn er Sozial­demokraten vor sich hatte, dann stwäche er überhaupt nicht mit ihnen. Außerdem ließen die Franzosen am andern Tage verkünden, daß sie auf jeden deutsckfen Soldaten schießen »würben, der sich mit roter Schleife oder Fahne sehen ließe.

Vor', der ellässrschen Grenze wird berichtet: In Elsaß- Lothringen richten die Franzosen bis ^ur Wiederherstellung- der früheren Departements provisorische Zivilverwalttmgen eilt.

Die Frage der Kirchen würden träger wird den Gegenstand einer Vereinbarung scl^i» Städten

truppen zlur Besetzung LLngcttVikeu. Die Franzose« setzen chlDeputationen gervätzü: zu werden.