GÜd r u ß la n d b d r 5 c r e i 1 1 u, irm in IknMano wieder bis Konstitution einzuführen, die Usurpatoren des Bolschewismus zunichte zu machen und die Bolschewisten und ihre Horden für vogelfrei zu erklären. Die Ententemächte erkennen in Rußland nur dre gegerc die Svwjetregierung kämpfenden Truppen au. Als solche werden die freiwilligen Regimenter und Kosakenarinven angesehen Bon allen anderen OrganisatioTren verlangt die Entente die Her ausgabe der Waffen. ^
Aus dem Reiche.
Der Thronverzicht in Baden.
Karlsruhe,23. Nov. (WTB.) Die badische vorlän- NFe Regierung erklärt: Großherzog Friedrich II. hat dem Throne entsagt. Er und seine Familie, ihre Freiheit, ihre Ehre und ihr Leben genießen den Schutz der badischen Republik. Die Aenderung der ntaatsform in Baden ist die Folge bre weltpoltti'chen und gesamten deutschen Entwicklung. Der Großherzog hat im Interesse des badischen Volkes die Folgerungen aus der von ihrn persönlich nicht verschuldeten Lage Mögen. Das badisck-e Volk anerkennt die Liebe zur badischen Heimat, die der'Großherzog auch wieder in dem Ent- Muß der letzten Tage bestätigt hat: cs gedenkt der Werke edler Menschlichkeit der Großherzogin-Mutter und der Ver- dienftc des Prinzen Max von Baden um die Demokratie srerung Deutschlands urrd um den Gedanken der Völkerver- stcmdigung. Eine neue Zeit ist angebrochen. Alle Badener rufen wir auf zur Mitarbeit im Kainpse für die Freiheit und Vas gleiche Recht. Vorwärts mit aller Kraft! Es lebe die Republik Baven!
Die „Deutsche Volkspartei".
Berlin, 23. Nov. (WTB.) Der Ernst der Stunde Erlangt den Zusammenschluß aller Volkskreise, die die Reichseinheit schirmen, die freiheitlichen Errungenschaften sichern imd ein geordiretes Staats- und Wirtschaftsleben ausrecht erhalten wollen. Nack) diesem Gebot will die Deutsche Volkspartei handeln, die sich auf Grund von Vereinbarungen zwischen den Mitgliedern der bisherigen Fortschrittlichen Volkspartei und der Nationalliberalen Par- tn rmter Zugrundelegung eines den Forderungen des Gesamt liberal Ismus entsprechenden Programms gebildet hat. Der vorläufige Ausschuß, der aus folgenden Herren besteht: Friedberg, Wiener, Prinz zu Schönaich-Carolath, Rießc-r, Stresemann, Kopsch, Frau Klara Mende-Völker, veröffentlicht folgenden Aufruf: „Wir fordern alle Anhänger freiheit- 1" ^®^ aa ^ au fföf[wng, die jegliche Reaktion entschieden bekämpfen, aber auch jeder politischen und wirtschaftlichen Vergewaltigung entschlossen entgegentreten wollen, zum Beitritt zur Deutschen Volkspartei auf. In schwerer Zeit rufen wir das deutsche Volk auf, über die Zukunft der Nation selbst zu entsa-eiden. Der Zusammentritt der Nationalversammlung ist die erste Voraussetzung einer demokratischen Staatsentwicklung, die wir erstreben. Ohne Volksabstimmung kein Friede, kein Brot, keine Wohlfahrt. Auf dem Boden der durch dre Umwälzung geschaffenen Tatsachen kämpfen wir für ein Großdeutschland vom Brenner bis zum Belt, für Freiheit,
Gültige Lebenzmittelmarien
für die 48. Woche, vom 25. Nov. bis 1. Dez. m'8.
Vro t (1850 Gramm Brot oder 1385 Gramm Mehl):
Prwt pro.Klg. .... 45 Pf.
Weizenbrvtmchl pro Klg.56
Krankenbrot pro Klg.64
Kvankenbrolbäcker: T. Müller, Bahnhofftraße m K. Euler, Ludwigsplatz.
Butter: 40 Gramm.
Fleisch: WochenabschNitt 48.
Metzger für Fremde: Pirr, Neuen Baue.
_ r .. Urlauber: Rausch, Neustadt.
Kartoffeln: (Anteil 7 Pfund zum Preise von 56 Pf.). Nährmittel: Marke 11 (Nov. 18).
Aus die gelben Karten: 250 Gramm Suppen Fabrikate,
Auf die roten Karten: 500 Gramm Grieß,
Aus die blauen Karten: 200 Gramm Graupen, 100 Gramm Teigwaren und 100 Gramm Suppenfabrikate Grieß pro Pfund 48 Pf.
Graupen pro Pfund 44 Pf.
Teigwaren aus 80 o/o Mehl pro Pfund 66 Pf.
Teigwaren, Auszugsmehl, pro Pfund 88 Pf.
Urlauber: Duill, Asterweg.
Zugezogene: Verkaufsstelle des Konsumvereins Bleich strafte 16a.
Lebensmittel: Auf dem Mchnitt 6 der Lebensmittelkarte 250 Gm mm Marmelade zum Preise von 50 Pf. Der Abschnitt 6 ist am 27. November verfallen.
Seife: Marken für den Monat November.
(Anteil 125 Gramm Seifenpulver zum Preise von 15 Pf. und 50 Gramm K.-A.-Seise zum Preise von 20 Pf.) Zucker: Marke 11 (November 1918), Anteil 500 Gramm Konsumzucker pro Pfund 50 Pf.
Raffinierter Zucker pro Pfund 52 Pf.
Hutzucker im Ganzen mit Papier pro Pfund 50 Pf. Hutzucker, ausgewogen ohne Papier pro Pfund 52 Pf Würfelzucker pro Pfund 54 Pf.
Urlauber: Hecker, Brandgasse 4.
Zugezogene: Kovp, Bismarckstrafte 30.
S a c ch a r i n: Auf den Abschnitt 22 der Sußstoffkarte „H" blau ein Briefchen, und aus den Abschnitt 1 und 2 der Süß stvffkarte „G" (gelb) je eine Schachtel Süßstoff.
Gemüse: Stadt. Obst- und Gemüseverkaufsstelle Turmhaus am Brand:
Weißkraut, Wirsing, Rote Rüben und gelbe Rüben' zu den Tagespreisen.
** Das Fest ihrer Silbernen Hochzelt vegrhen morgen Johann Schmidt und Frau, Mottllestraße 32.
.** Beförderung. Tie beiden Torp.-Heizer Artur H e i ft l e r und Ka rl Appel von Gießen srnd am 20. November zu Torpedo F. T. Gasten ernannt worden.
- . ** Ter Waffenschmied a l s Lichtspieloper. Die S(üvd. Lich-tspittopern-<Aes. m. b. H., dre im Besitze des Beckischen ^'ilmpatentes ist, hat nach der Oper „Martha" nun auch Lortzmgx', Komische Oper „Der Wa neu schmiß" als Film mit Gesang, heraus- ^brack.it. Durch Vas Beckifche Patent ist ein vollständiges Jneinan« vergehen der Vorgänge aus der Leinwand mit dein Gesang im Or- chfflerraum erzielt, und nack) wenigen Möncten Ijcrt man sich die Illusionen zu eigen gemackst und kann der Ersatz-Or^r mit ganzer Aufmerksamkeit folgen. Tie Aufmachung des Opernfflms rst ge- di^'grm, die Photographie gut, die Darstellung ganz opecnhaft, nur durch die Naturszenen nrrrb der Rahinen über die Opernbühne hinaus erfreulich aufgefrischt. Tie Erstaufführung für Gießen findet Mittwoch, statt. Näheres ist aus dem Anzeigendest zu ersehen. Landkreis Gießen.
-m. Hungen, 25. Nov. Auf dem Buderus'fchen Eisenstein- bergwerk im sog. „Heckenwald", stürzte der als Bergmann tätige anfangs der 30er I ahre stehende ledige Adolf E b e r f o h n von hrer^aus beträchtlicher Höhe ab und zog sich eine schwere Verletzung der ^chädeldecke zu, an deren Folgen er gestern früh starb. Ter Verstorbene hatte vor zwei Jahren im Felde eine schümre Venvnndnng am Kopfe erhalten, die ihn längere Zeit im Lazaretd. festhielt. Er wache darm für das genannte Werk reklamiert und svar die stütze ferner betagten Eltern, denen sich atlgenreine Teilnahme zuivendet, da sie bereits einen Sohn auf dem Schlachtfeld verloren haben.
^Inheiden, (Oberh.), 24. Nov. Infolge eines Rohrtwuches der Waiferleitung ist in den nördlichen Stadtteilen Frankfurts ern Wassermangel cstlgctreten, der sich in erster Lime in den oberen Stockwerken fühlbar macht.
Kreis Büdingen.
\A Nidda, 23. Nov. Gestern fand hier im „Gambrrnus" gutbesuchte Versammlung zur Gründung eines Arbeiter-
crne
** Frei
Ordnung und Gemeinwohl. Zustimmungserklärungen sind ru Een an die Geschäftsstelle der Deutschen Volksvartei, Berlin W 66, Wilhelmstraße 46/47.
A-endenmg der Reichsversicherungsordnung. Berlin, 23. Nov. (WTB.) Die Reichsversiche nssOrdnung sieht bei Betriebsbeamten und ähn- luyen Angestellten, Handlungs- und Apothekergehilfen, Leh- rern, Erziehern, Bühnerr- und Orchestermitgliedern sowie Schissern eine Höchstgrenze des jährlichen Arbeit s Verdienstes vor, über die hinaus sie der Kranken- verftcherungspflicht nicht unterliegen. Diese Grenze, die jetzt JoOO Mark beträgt, erweist sich bei den gegenwärtigen Teue rungsverhältnissen als durchaus unzureickwnd. Eine Verordnung des Rates der Volksbeauftragten setzt sie daher bis auf w^teres auf 5000 Mark herauf. Gleichzeitig wird die erst durch die Reichsversicherungsordnung eingesührte Höchstgrenze des jährlichen Gesamteinkommens von 4000 Mark bcseittgt, über die hinaus eine freiwillige Selbstversicherung und Wciterversicherung bei Krankenkassen nicht fortbestehen durste. Die neue ^Verordnung tritt am 2. Dezember 1 ^ 18, d. h. mit Beginn einer Arbeitswoche, in Kraft. Vcr- s^erungsberechtigte, die während des Krieges infolge Ueber- schrertws der angegebenen Höchstgrenzen aus ihren Kassen Mlsgefchieden ftnd, können sich binnen sechs Wochen nach dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften zur weiteren freiwilli glen Versicherung bei ihrer Krankenkasse rnelden. Die inzwischen trotz Ueberschreitens der Höchstgrenzen'tatsächlich fortgesetzte Mitgliedschaft soll nachträglich nicht mehr an- werden. Die wieder oder neuversicheruTrgspflichti- Mn Personen sind von ihren Arbeitgebern rechtzeitig bei der ^umelden: doch ist die erstmalige Meldefrist bis zum achten Tage nach dem 2. Dezember 1918 verlängert worden.
Vom Allgemeinen Eifenbehnerverband wird uns geschrieben: Die von den Vertrauensmännern unseres Verbandes gewählte Kommission hat die ihr aufgetragene Arbeit erledigt. Nach einem anr 8. November dem Eisenbahnministerium telegraphisch gestellten Ultimatum mit einer dreitägigen ^nst ist nne auherordentlick-e Teuerungszulage für den Monat Dezember bewilligt worden. Desgleichen ist eme solche für die Altpensionäre zugesagt. Namentlich aber hat der Minister entsprechend unseren Vorschlägen die Bildung einer Lohnkoinmisnon, bestehend aus den Vertretern der größeren gewerk,chaf1lichen Eisenbahnerverbände, bereits in die Wege geleitet. Diese Lohnkommission svird sich unverzüglich mit der Reform des gesamten Lohnwesens und der Erhöhung der Grundlöhne beschäftigen. Da diese Arbeit einige Zeit in Anspruch nehmen wird, hat der neue Eisenbahnminister auf unsere entsprechenden Anträge hin bereits letzt die Einführung des Achtstundentages und die Abschaffung aller Akkordarbeit angeordnet. Diese Zusagen sind in der heutigen schweren Zeit besonders erfreulich und werden gtewiß dazu dienen, die Eisenbahner in diesen Tagen, wo es so sehr auf sie ankomml, zur treuesten Pflichterfüllung an zuspornen
Au» Stadt und Cdnft*
Gießen, den 25. November 1918.
** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde anr 21. November der Dr. Georg Haupt aus Treptow mit Wirkung vom Tage seiner Entlassung aus dem preußisckien Staatsdienst zum Direktor des Gewerbemuseums und der Bibliotl-ek der Zentralstelle für die Gewerbe zu Darmstadt. — Der Direktor des Sxmgelischen Predigerfeminars in Friedberg, Geheimer Kirchmrat D. Dr. Jakob Schoell, dem die Stelle des evangelischen (^eneral- ftrperintendenten von Reutlingen mit dem Titel eines Prälaten mrter gleichzeitiger Ernennung zum Mitglied des evangelischen Konsistoriums und des evangelischen Oberschulrates zu Stuttgart im Nebenamt übertragen worden ist, wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dezember l. I. aus dem hessischen Kwch«üncnst entlassen.
^uS dem,Militär-Wochenblatt. Befördert: *ottt Li. d Res. Br^reldw. Wolffchlag (I Darmstadt) des Eisen- bahn-Rsgts. 4: zum Feldwlt. Offiziershellp. Rirl/mjann:, im Frieden im Trog.-Re>gt. 23.
, ^ . ba n k. Dienstag den 26. November 1918 werden von
2 bis 4 Uhr die Nummern 971 bis 1050 beliefert.
** Die rote Fahne an dem Regierungsgebäude. Wie uns mrs Ersuchen mitgeteilt wird, ist die rote Fahne an dem ReMerungsgebäude in Gießen auf Ersuchen des hiesigen Arbeiter- und Soldawnrats mrd in Befolg einer daraufhin eingeholten SBfcn mitg des Ministeriums des Innern angebracht worden. Wie wir erwhren, sind auch in Darmstadt tfuf den Regierungsgebäuden,
msbeiondere Miuisteri-Al, gleichfalls wte Fahnen m c ~ .
worden. >
** Das hessische Revolutionsgericht. Der hessische Arberter- und Svldatenrat errichtete ein Revolutionsgericht, das brs zur Wiederheritellung geordneter Verhältnisse z u st ä n d i g ist für dre sofortige Aburteilung von folgenden Vepdrechen: 1. Mord, 2. Plimderung, 3. Raub, 4. Notzaicht, 5. gegeirrcvvlutionäre, mit Gewalt unternommene Handlungen gegeii die herrschende Gewalt, insbesondere gegen den Bestand rrnd die Tätigest des Arbeiter- und Sowaterrvetes Darmstadt. Auf obige Verbrechen steht die Todesstrafe des Erschießens, bei mildernden Umstanden schwere Freiheitsstrafe. — Das Revvlutioirsgericht besteht aus '^Eben Mitgliedern, die vom Arbeiter- und Svldatenrat gewählt werden. Das Verfahren ist mündlich, öffentlich und direkt er erfolgt die Auffrahine eines VerhmidluilgSprotololls. Die Zeugen weiten eidlich vernommen. Der Eid ist der Nacheid. Die Zeugen- verirehmung-n werden eingehend protokolliert. Das Gericht wählt fernen Vorsitzenden, der Dc-rhandlurrgsleiter ist. Verhaftungen wegen der obigen Delikte liegen einer Beschluftkammer vor: drei Richter» des Revolittw'^gerichts ob. Zum S ch u l d s p r u ch ist Stimmen- Mehrheit mu mehr als vier Stinrmen erforderlich. Die Bollstteckuna der Urteile unterliegt der Militärgewalt bzw. der Staatsanwalt schaff. ,
Der 25 November, sonst ein schulfreier Tag, hat zum Lchmerze unserer Schulw^nd nach minisleriellcr Bestimmung nutzt mehr als hessisck-er vaterländischer Feierlag zu gelten.
.** Realgymnasium Gießen. Wiederbeginn des Un terrrck-ts ist Mittwoch den 27. November. Siche Anzeigenteil.
** Schwarz-weiß-rot, Cs ist bemerkenswert, daß die FroiittriipPen vielfach schwarz-weiß-rotc Fähllrchen mit sich führen, während die aus der Etappe zurückkonimenden Truppen an den vor' hergehenden Tagen durchweg rote Fahiren führten.
** A u s dem Ge fangenenlager sind gestern und vorgestern große Transporte abgvgangen. Zumal die 'Franzosen zogen mtt lautem Gesang durch hie Stadt. Vielfach hörte man die Marseillaise. An Stelle der Tlbtransportierten toerden Russen erwartet. Es ist zu hoffen, daß mit dem Verscffoiuden der Engländer und Franzosen die sich täglich verschLiurmerrrden Zustände auf dem Trieb erne Besserung erfahren. Die mehrfach angedeltteten Unsitten sind trotz aller Mahnungen an die Bürgerschaft tuix noch tiefer erngerissen.
Gießener .Hochschul ge sellscha ft. Da die Behinderung des Herrn Professor Gmelin fortgefaUen ist, findet der Vortrag über du Verhältniswahl heute abend 8'A, Uhr ^ r ^ ö)a ^ des Vortesimgsgebändes der Uickversität" doch statt Wie wir hären, war Herr Prof. Gmelin für heute zu einem Vortrag über die Verhältiiiswahl ins Ministerrnm bercki, sein ^ scrr ^ T SJ r i^v OT7tl:ra .9ff mil ^ e °^ r <uckge:Mben werderr
Srue öffentliche Versammlung, der Privat-An- gestellten von Gießen und Umgegend findet Mitttvoch den 27 November abends 8 Uhr im .großen Saal des Gaschofs Hrnden- burg statt. -Lich- Anzeigenteil.
ac Gicßener H ausfranenverein ladet im
Anzeigenteil zu ferner dritten ordentlichen Hauptversamm lung auf Donnerstag den 28. Novemb:r, abends 8 Uhr in ten Saal des Hotels Fürstenhof ein. Nach Erledigung der latzungsmäßigen Tagesvrdimng wird ein Mitglied des Vereins u - be L" 2:ic ^. ll ^. ra ! 1 und das Wahlrecht" sprechen <nn Therna, das im Hinblick auf die kommende Wahl zur Nationalversammlung^ zu der auch die Frauen zu wählen haben und wahUar sind, von höchster Bedeutung ist. 2luf hauswirtschaftlichem Gebiet werden die Gebauers chm Einmachgläser im (^brauch gerecht Ferner werden Abwlon-Verschlüsse und weifte Weckringe im Gc- brauck vorgeführt. Eine kleine Kollektion von Schnl-en, die durch dre Lehrkräfte des Vereins angefertigt wurden, sollen dartun svas der Hauss chusterci leisten kamt. Neben diesen Schuhen sind ^hcn,. bw mittelst Klebeverfahrens repariert sftid Der imrd in kleinen Mengen abgegeben. Bemerkt sei noch daß der Saal geherzt wird. , ''
* v Landesverband Kriegsbeschädigter Zu ^^7^-N^^^Osb^icht vom 20. d. M. berichtigen die Buderusschen Eisenwerke Wetzlar, daß die Kmidigung eines Kriegs ^schlchigtm nur durch Versehen erfolgt ist. Außerdem habe der Betreffende von einer Bemerkung des KündigungSschreil,ens, eine Jerschiebun^ der Kuiidiguug nxaHe erfolgen, falls der davon B^Eene in wirhchafilich Not gerate, kmien Gebrauch geinacht Trotzdem hat sich die Firma bereit erklärt, den Herrn solauae weiter zu beschafttg^m, als dies die Rücksichl auf die heimkc-l renden Kneger gestattet. *
** Zur Stadtverordnetenversammlu ng. Im Be. -Ä -Roveinbei muß es bei Punkt 18 heißen. Stadto Ebel berichtet über nne VerscnnTnlung der städtischeii Arbeiter worm einige unständige Arbeiter erklärt hätten, keine Feue^ rungszulagen erhalten zu hrben.
** Aiifhebung von Haltestellen der Straßen bahn. Dre Halt.ffcllcn Kreuzpatz und Schüst.aße ^ Ecke SormOULraü^ '—' such bis au[ weiteres? aufgehoben.
und >soldatenra ts für unsere Stadt statt. Dr. Markus aus Büdingen hielt einen Vortrag über bcn Zweck und die Ziele dieser Einrillitung. Es wurden für den Arberterrat Platzmeister Stoll, Möbelsabritant Reuning und Bildhauer Bölzing gewählt, für den Svldatenrat Philipp Bechtold, Karl Petermann und Richard Orth. Heute rerlieft der Arbeiter- und Svldatenrat einen Aufruf an die Bürger, zu Ehren der durckisieherchen und Heimkehrenderi Krieger die Häuser zu schmücken.
Kreis Schotten.
= Scho t ten, 23. Nov. Der Begründer der hiesigen Süge- und Jmprägnierwerke ^J. Hinunelsbach mrd der Zweigwerke in Nidda und Eick-elsdorf, Josef Himmelsbach, stiftete aus Anlaß seines 70. Gedirrtstages 100 000 Mark zum Wohle bedürftiger Angestellteii und Arbeiter. Er selbst wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die heimische Industrie zum Kontmerzienrat ernannt Kreis Friedberg.
Q. Bad-Nauhe im, 23. Nov. In einer gestern abgehaltenen Versammlung, die von allen erwerbstätigen Kreisen irnserer 11*.^ außerordentlich gut besucht war, wurde ein 16gliedriger I Burger -und Bauernausschuß gewählt, der sich mit ixm Arbeiter-- und Soldaterrrat in Verbindung setzen soll und ihm seine Mitarbeit zum Schutze des Landes und der Jntereffen imsercs Bades anbieten wird. — Große Vorbereitungen sind hier für beit Empfang durch-ieheiider Trippen getroffen. An vier Stellen der Stadt können etwa 3000 Soldaten gespeist werden. Die Lebens- mittcl-Beschaffungsstelle hat die Abgabe von 100000 Portionen warmen Essens vorgesehen.
Swrkfndttrg und Rükinhesftn. ch. B i n ge n, 22. Nov. Die aus dem Westen heranflntenden Truppenmassen geflyai jetzt hinsichüich der AiHahl erheblich in die Höhe. Ist der letzten Nacht wellten in Bingen 1600 Mann, heute such wüder grö^oe Trupps angenommen, darimter ein Äg, der mit klingendem Spiel durch Bingen zog und mit einem Dampfer seine Weiterreise antvat. In den nächsten Tagen werden hier 8600 Mann erwartet, für die sämtliche öffentlichen Gebäude, Schulen und auch Privathäuser belegt wurden. Auch in -den Kirchen werden Loldaten unbergebracht. Tie Schulen wurden mit dem .heutigen Tage sämtlich ^schlossen.
vesftn-Nassau.
^ rankfurt a. M., 24. Nov. Die d. Armee mrter dem Oberbefehl des Generals der Kavallerie v. d. Marnntz wird auf ihrem Heimzu ge, wie wir aus sicherster Quelle erfahren, am 29. November den Rhein überschreiten. Ter Ueber- gang vollzieht sich in drei Heeressäulen an drei verschiedenen Punkten. Tie Haupttnasse, eine Doppelreihe, geht bei Mainz über dre Brücken und dann in zwei Reihen nach Osten. Tie südliche bewegt sich in der Richtung Groß-Oserau, Längen nach Settaenftadt und erreicht hier den Main; die Hauptgruppe, ebenfa ls vmr Mainz kommend, marschiert über Höchst—Frankfurt weuer. Der nördliche Flügel der Armee setzt bei Rüdesheim über den Rhem und geht nach Norden bis zur Lahn, wobei Ems wahrscheüilich nicht mehr berührt wird. Die ganze Durchmarschzeit der geioaltigeu Menschenmassen, sowie des miisangreichen Heeresparks durch unser Gebiet wird, falls alles glatt vonstatteir geht, auf 8—9 Tage berechnet. In Frankfurt werden täglich 20000 Mann einquartiert. jedoch ist für 30 000 Marrn U nterftrnft bereit gestellt.
L)0chschulnachrichten.
Eine Erklärung der Marburger theologischen Fakultät
„ st Marburg 23. Nov. Tie tl>evlogische Fakultät der hiesigen Unipscrsität erläßt folgende Erklärung: Die am 19. November erfolgte Nlitteilung über die Absicht der derzeitigen preußi- sckien Regierung hiiisichllich der Trennung von Staat und Kirche gibt Anlaß zu den schwerstm Bedenken. Die Ausffihrung dieser Msicht in der kurzen Frist von vier DLonateic würde die religiösen und kirchlichen Verhältnisse unseres Volkes in unk-eilvolle Verwirrrmg bringen und ganze kulturell wichtige Stände mit dem Ruin bedrohen. Die Ungereckstigkeit würde um so größer sein, als gerade jetzt unter dem Abbruch des Kriegs und dar Vorbereitung des Friedens imch außen und im Innern jede Mög!i?^keil einer 5n>mm,en Erledigung dieser ungeheuer tief greifeiiden Aufgabe fehlt. Eine Neuordnung des Verl-älttiisses voil Staat mid Kirche ist gewiß erforderlich. Liber sie darf weder durch ein diktatorisches Machtloort noch in Ueberstt'irzung vollzogen werden. Wir schlagen vielmehr, das protestantische Kirchcnn-esen betreffend, folgendes vor: 1. Ueber die Frage der Trennung des Staates von der Kirche entscheidet die baldigst ein zu berufende Nationalversammlung. 2. Nachdem die Natroiralversainmlung ihre Entscheidung hierüber getroffen hat. tocrden möglichst bald in den kün'tigen Teilstaaten Deutsch- laiids koustittiierende .Archenversammlungen eiiiberufen, hervor- gelxmd aus Wahlen der Mitglieder der einzelnen Archengemein- schäften, nach dem gleick,en Wahlrecht wie das zur Nationalversamm- limg. Sie entscheidet über Neuausbaii und Organisation der Arcke ülrer das Verhälttlis der ernzeliven Arckiengemernjchafteii miterein--. mvder und über das der frül-eren Landeskirchen zueinander. 3 Als Frist bis zur Neuordnung sind mindestens vier Jalyre anzi,setzen. Waln-end dieser vier Jahre (gehen die Leistungen des Staattis für die Arche unverändert fort.
Tlmtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Betr.: Demobilmachung: hier: Verpslegmrg.
Bäcker gesucht!
. Zlrr Brotversorgung der zu rückmarschierenden Truppen sind drrng-md Bäcker nötig. Bäcker w-rden deshalb aufaesordert, sich sofort bei dem Städtischen Arlvitsnachweis zu Gießeii. West' Anlage^zu melden. Tic HeeresveNvaltung zahlt höchste Taaclöhue oder Akkordlöhne.
Gießen, den 25. November 1918.
Kreisamt Gießen.
L. Langer man».


