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kehle Nachrichten.

Aufrufe des BoHrugSauSschiusseS des ^ldattmraves bei der Obersten HceresleitMg.

Berlin, 24. Nvv. lWTB.) Der V oll s ngsaus sch u tz deS Soldatenrats bei der Obersten Heeresleitung erläßt folgenden Aufruf:

An die Arbeiter- und Soldatenräte der Heimat Mmevnden und Arbeiter!

Nach I>eifecm Ringen kehren unsere tapferen Krieger rn die Heimat zurück, nicht als Sieger, aber -auch nicht als Geschlagene. Jahrckang haben sie eurer furchtbaren Uebermacht widerstanden, und Unvergleichliches vollbracht. Der Willkommen in der Heimat soll dal-er nicht iveniger herzlich sein. sZdiqt Eueren Kameraden, daß das neue Vaterland ihre Taten zu würdigen und ihre gro^n Leideil zu achten weist Dcnm aber must man überall bemülst sein, die heimkehrenden Kämpfer nicht durch nicht böse genreinte, aber immerhin als kränkend empfundene Matznahmen im Sicherixnts- dienft zu behelligen. Den zersprengten Kameraden sind nach wie vor Waffen und Munition abzunehmen Geschlossenen: Truppenkörperit sind die Waffen unler allen,U in­st ändcn zu belassen. Alle ctroa hieran gcttrüpften^ Befürch­tungen entlxchren jeglicher Berechtigung, denn wir wissen auÄ Verhandlungen mit den Vertretern von Soldatenräten des Feld- lxr.es, daß die Frvnttrtippen ,meingeschränkt aus dem Boden der aus imsercr staatlichen Umwälzung hervor gegangenen Regierung Cbert Haasc stehen. Mit den Arbeiterbrüdern in der Heimat will auch das F-eldheer die Deinvkvatisierung und Sozialisierung un­seres Landes. D.shcckb erhebt er auf das schärfste Einspruch gegen alle Bestrebungen, die dahin führen, das Zustandekommen der von der jetzigen Regierung geplanten Notionalversammlungl zu hintertreiden. Die Feldtruppen wollen über den weiteren Aus­bau des Reiches mitentscheiden. Das Feldheer will den Frieden und den geordneten Aufbau des neuen Reiches und lehttl den Gedanken) ab, den Sieg über die bisherigen Diktatoren zur Erreichung einest twuen Diktatur zu mißbrauchen, weil diese den ersehnten iZ-rieden! vereiteln und das deutsche Volk dem H-ungcrtode preisgeben konnte.

Kameraden und Arbeiter! Ans tiefstem Herzen dankt euch das Feldheer für Eure befreiende Tat in der Heimat. Ihr habt die lang erstrebte Verjüngung Deutschlands durchgeführt und den heimkehrenden Brüdern die Vorbedingung für ein glücklicheres' Dasein geschaffen. Wo aber der Versuch gemacht werden sollte, unter Ausschaltung des Feldheeres und aller von dem arbeitenden' Volk stets verlangten Demokratien über den endgültigen Ausbau des Vaterlandes zu beschlictzen, bitten wir Euch, sich jenrm Be- streben mit allen Mitteln zu widersetzen.

Kameraden und Arbeiter! Wir setzen unser Bertraiun in Euch und grüßen Euch mit einem Hoch auf das neue Vaterland!

Berlin, 24. Nvv. (MTB.) Ter Vollzugsausschuß des Sol- davirrats bei der Obersten Heeresleitung erläßt folgenden Aufruf:

An alle Soldalenräte des FeldlZveres! Kameradat!

däoch leidet das Reich an den Rückivirkungen der glänzend ge- glückten Umwälzung und schon drohen unserer verjüngten Heimat neue Gefahren. Während wir die Waf'en aus der Hand zu freien gewillt sind, will das neuerstandene Polen unsere augen­blickliche Lage mißbrauchen: unstteitig deutsches Land soll dem großen deutschen Va^rrstrud entrisse:! werden. Unser aller Rechts­empfinden empört sich gegen ixsi Gedanken, daß unter Mißachtung

M HJEsBfrl'fline AhkitkUkr BfS öcrris Tülshü Ji«.

Rvman von %. H. Adams

(Nachdruck verboten,- <14

(Fortsetzung.)

3. Kapitel

Eßalahad als Kupido

ScklahaD Jones schaute müde von seiner' Ardert rn der Dank auf. Sie war die veranLwvrtungsvotle, aber kaum ansprechende MtigVeit, entwertete Bcmk?wten zrr zählen. Den ganzen Tag über saß er in einem stickigen, oüstern, kleinen Bureau, das eigentlich Hin viereckiAer Wandschrank war, den inan ün dem hintern Teil des Gebäudes weggestellt hatte, isalahad rauchte. Es war ihm erlaubt, während der Arbeits­stunden zu rauchen. Es war ihm auch erlaubt, Kampfer zu streuen wegen der Ansteckungsgefahr. Beides war not­wendig, denn die Haufen von Banknoten, die sein Zimmer anfüllten, waren lauter Geldscheine, die aus dein Verkehr zurückgezogen wurden, iveil sie schmutzig oder zerrissen oder durch den Gebrauch abgenutzt waren, lind der vereinte Ge- c 'L',ct 3 iiu;* 2 ii Zahlmittel übertäübte selbst den Kampferduft und raubte dem Tabak seinen Reiz.

Am Mvrgcm kam Galahad gewöhnlich in sein Bureau mit einem Stoß Banknoten, der chm bis zum Kinn reichte, und ttxrrf den Haufen auf den schmierige?: Tisch, um sich

der Wiljonictxm p^nedensgrundsätzc kerndeutsche Brüder und Landes veile aewaltfanr abgetrennt rmd der polnischen Fremdherrschaft unteisttellt werden sollen

Kameraden: Mögen solche Absichten lauten wie sie wollen, ?ms mahnt dies-. Erscheinung vor Zwietracht und Auflösung Einig und geschlossen müssen ?orr uns um unsere vom Bertvaueu des rverktätigm Volkes gettvcpene Reickzsregicruny scharen. Nur dann wird sie das Matz an Ernstuß ASvörnen. um einen BölLrfrieden^ aufzutuum, der das deutsche Volk schützt vor natümaler Zerreißung ui?d auch ihm das Rocht auf Selbsdbestinuwmg sichert.

Gwtzes Hauptquartier, 24. November 1918.

Ein Dertrevertag der Truppen-Soldatrnrüte in Bod Ems.

Berlin, 24. Nvv. (WDB. Nichtamtlich.) Ter Vollzugs- ausschu tz des Soldatenrates bei O. H. L. erläßä heute auf vielfältige dringende Auffotzdorung von ?vrvnr- und Soldalen- räten fvlgonden Aufruf: An alle Dstdatenräde der Heeresgruppen des Armee-O der Kommandos der West-, Ost- mld Südostsrout zur schleunigsten Weiterlettung an die unterskelllen Generellwnunandos mid Divisionen: In zphlreiche?: Kundgebungen von Soldaten- raten des Feldheeves llonrmt zu uns der dringende .Wunsch auf sofortig: Einberufung des allgemeinen Vertreter­

tages der Truppen-Soldatenräte, deren Stimme bei der fireugestaltung der Dinge im Reich-nickst überhört werden soll. Einen solch«:: Vertretertag berufen wir hiermü m:f den 1. 12. vormittags 9 llT^rr nach Bad-Eins ein. Abe Tirnsion, r-edes Generaslommarido, Arniee-Ober-Konrnurndo und jede .Heeresgruppe die drei letzteren für die ihnen innnittelbcrc unterstehenden Trup­pen wollen je einen mit schriftlicher Vollmacht versehenen Ver­treter entsenden.

Soforttqe Eröffnung der Frirdensverhandlungrn gefordert.

Haag, 23. Nvv. DerNiewve Rotterdamsche Courant" meldet aus Paris: Tie schweizerisch: Rrglerung hat der Regie­rung der Verbündeten eine Mitteilung der deutschen Regierung übermittelt, worin gefordert wrrd: l. die unmittelbare Er­öffnung der Friedens verho n dl ungen, 2. die Ein­berufung einer deutsch-amerikanischen Konferenz im Haag, Berattlng über die Leben smitdelversorgung oer Mittel- mäckste. (Tie Vereinigen Staaten haben, nne man sich erinnern wird. s. Z. erklärt, daß sie in dreier Angelegen heu in engster Verbindung mit den Verbündeten handeln würden.)

Der Ex-Kaifer.

London, 24. 'Mo. (WTB.) ,,Wackln Despatch" sagt, die Lage des Exkaisers erstil-w vielleicht schon morgen eine rreue Enttrncklung. Die Mliierten rvüßten genau, was aur dem Schlosse Amerongen vovgeh: u??d könnte?: beweisen, daß d"r Kaiser ein Faktor sei. den man in den Angelegenheitm Deursch- lonlt's noch nickt vernackstässigen dürfe. Clcmenceau habe be- bestimnrte Maßnahmen ^rtrvchm, die nickt oh.ie Einfluß auf die Lage sein gönnten. Das Ergebnis werde vielleicht schon in einigen Tagen bekannt werden.

Die Tderluftr der Amerikaner.

Washington, 23. Rov. (WTB.) Reuter. General Pt a r ch p-iltz? mit, daß die Ge sa m 1 ver l u ste d e s ä m e r i k a n i s che n Hilfsheeres bis zur Untern ickmung des Waffenstillstands- Vertrages 53169 Tote, 179 62'- Licr.vunpeu.- und 3323 EXstanqen? rrnd Vermißte betrugen. Die AmenLrner ualstnen 44 009 Deutsche g.-fangcn und erbeuteten 1400 Geschütze. March fügte hinzu, die Verluste der amettlHrnsckien Tr'.ppen in Rvrdrußlrrni» seien nicht schoer und di: Berickstc über die dortig: Lage seien ernrutigenr.

dann rn die Arbeit zu stürzen. Tag um Tag arbeitete er dort inmitten all der jetzt nxtrtloser! Zeiche?? des Reichtums, während sich draußen die sttahlende Sonne Australiens zwischen den Gebäuden hinavtasvet-e und umsonst versuchte, fein sckpnieritzes kleriEs Fenster zu erreichen. Auf seinem Tisch lagen Millione?: Millionen, in entwerteten Bank­noten. Wäre nicht Oer Entwertnngsstempel darauf gervofen, so hätte er reich sein können für sein ganzes Leben. 'Aber all diese?' Reichtum ttZar für ihn nur nutzloses Papier und dazu noch seh?' schmutziges und ttnangenehmes Papier.

Als Galahad mit dem letzten Banknotenbündel fertig war, gi?rg er Humus, um den Schmutz von seinen klebrigen Fingern zu waschen. Dann scheitelte er sorgfältig fein spär­liches Haar, nahm feinen f-eisen schwarten Hut, verschloß die Tür seiner Hrrndehütte von einem Bureau mrd ging hinaus. Als er in das freu-ndliche So-rrnenlicht hinei w schritt, richtete er sich empor. Er ivar aus seine?' Hülle herausgekrochen; er hatte den Bankbeamten in jener At­mosphäre vo?? Kampfer uno G?tmmiarabicu?n zurückgelassen. Jetzt war er Kupido, der unlvidersdehlick)e Gott der L::be.

Mtlnter wanderte er nack? Bloughs großem Import­geschäft. Ein wunderschöner Kommis ta?n an den Laden­tisch. Galahad verlangte achtungsvoll Herr?: Harare Lothian zu sprechen Herrn Horace Lolhia?:. Der präckstäge Kommis erklärte nmtt, daß er Herr Lothian sei.

Galahad war verblüfft. Er hatte eine ganz mindere Art von Liebhaber zu sehen erwartet. Er hatte' sich ihn ass

March kill* noch ntü, daß Koble»h «V . 3*1 vee Lu«irLurr?chev Vormarsches bestvmnt sei.

Amtlicher Teil.

Betanntmachna«'

Berr.. Lemob?lmack?mg: hier Pferdeverstei^erirng

Vom 28. l. M. ab finden täglich vvrmrttags von 10 ins I Uhr Pferdet»erstngeruntzen auf den?. Ttteo in Gietzen statt, den Bei- steigernmgen sind Beteiligt?- aus Landtoittschaft. J??dustrie. Handel u?rd Gewerbe zugelassen; Pferdehändler sind grundsätzlich aus­geschlossen J^rcr Teilrrehmer an der Berstcigermrg ?imß durch Vorlage eines Ausweises der Bürgern?eislercl seines Wohnort» dartm:, daß ec das Pferd zum ei^men Betrieb benötigt und nicht ?rdier ist. Auf Vorlage der laut Deinobilisierunasplan erforder­lichen Pferdekarle wird vorläufig verz-chtet

Der Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des KlreifeS rmstlen vorstehendes sofort orts­üblich bekanntmiuhe?: und Ausweise der eriuäbnten Art an d« Interessenten aushändigen

Gießen, den 25. Niwernver 1.918.

Kreiscnnt Gießerr I. B.: Lang ermann

Bekanntmachung.

B e t r.: Verkehr mit Brotgetreide und Mehl.

Gemäß Verfügung des Direktoriums der Rerchsgetreidnttile

wird ab 1. Dezenrber 1918 die Tageskopftnetlge an Mehl für die liersorgungsberechtigle Bevölkerung von 200 Gramm auf 240 Grcrnrm erhöht. Die Erhöhung v^lrd aus Schwerarveinnzusage,ange- recknet, SchweNtarbeiierzulage ,vie bisher weiter gewährt, so daß für oitte beiden Gruppen die bisherige Gesanrtvation unverändert bleibt.

Reisebwtmacken sind vom 1. Dezember 1918 ab für reden Reise­tag je 0 Stück zusammen, alio über 30<ck Gramm Gebäck auszugeben.

Dem Oberbürgermeister zu Gießen und de?: Bürgermeistereien derLanogemeinden des Krei­ses witt> e???ipwhlen, vorstehende Bekam:tn?v.ch?rna ottsüblich zu veröffaulichen

Ä i e ß e n , den 22. November 1918.

Kreisamt Gießen I.B.: Langermann.

Be tr.: Teinvbilmachung: hier: D'.rrchmärsche.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger­meistereien der Landgemeinden des Kreises.

Das Gerreeralkvmmando des 18. Arrneekorps I>at mitgcteilt, r- es zur Regelung der Verpflegung dauernd über alle and, i n den einzelnen Ortschaften liegenden kleinen For??mtivncm des Feidbeenes unrerriciwet fein müsse, zumal sick d:e Mehrzah derselben ohne Br- naä-ricktimmg des Generalkommandos dort aufKfffcen. Wir sehrm deshalb von Fall zu Fall Ihrer Draht- oder Fernfprecknacknnchc entgegen wckcke d^rarckge Formatumen in rhwem Bezirk oorhindeir sind, unter Angabe ihrer Stärke, ebenso der Rackttckt. sobald eine derselben abgerückt oder eine neue erngervonen ist Gießen , den 24. Nvr^ember 1918.

Kreisamt Gieße:'

B.: Lang er mann.

einen immerhin älteren SDfcmn von stark ausgeprägter Per sönlichleir vorgestellt. Tatsächlich Galahad war von Sybils seltsamer Schönheit so überir^ältigt ge.oesen, daß er etwas Ueb er menschliches erwarvet hatte ?ftn Mittelding Mischen einem Napoleon und einen: Engel. Und dies kvar nur ein schöner Jüngling.

Und deurwa war dieser schlanke, dunkle, hübsche, schmachtende junge Mann, wie er sich gestehen rrrußte, einer jener Typen, die, io bgleich sie nicht fetten sind, imme?7hin sefset-nd cmssehen. Er rvar sehr gur gekleider, obgleich es G<rlabad schien, als seien seine Phantasiewestt und sein Schlips ein wenig zu ihsackralisch fttr einen einiache?: Kom­mis in Bloughs Geschäft. Sein glattrasiertes Gesicht zeigte Lippen, die etwas zu mädcherchaft für einen Marm waren, und ein Kinn, das ei??e zu weibische Rundung hatte. Doch mußte sich G«labad bei dieser raschen Pinirung gestehen, daß solch malerischer Menschentvv einem romantischer? Mädchen wie Srbyl als die Vollerwrrng aller Prcknnlichkeil erichernen müsse Vergebens suchte Galabad die Grtttäu schrtirg, die ihn durchkälrete. als plurnven ?öeid zu Boden zu ringen.

Was wünschen Sie^ fragte der Füngling ungeduldig und mit ern'er ÄLachlässigkeit, die sich reilwerse aus dem Bewußtsein seiner Stellung im .Kontor einer so großen Firrrra, wie die Blouglts es waren, teittveise aus Rrchtach ttmg vor Galahads un??erkennbar schäbiger Kleidung zu-- fa?nmenseyte. (Fottsetzung folgt.)

Ihre am 23. November 1918 in Nürirberg voll­zogene Trauung zeigen an

Walter Geilfus und Frau Irene

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