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Der ehemalige Kronprinz

^ erbet m, 21. Nov. (WTB. NichtamtlO Wie die Blätter

hat fug brr eh emaHepe Kronprinz heute vorm irrem foß ©toalniai icach Ovftermang auf der Insel Wleringen uJinocrlo^ begeben, um dort Aufenthalt zu nehmen.

Am dem Reiche.

Erleichterung der Bezugscheinpfticht.

^ov. Wie dieTextilwache" erfahrt, steht eine §?^rr rIe f^J Cr ^& ber r Bezugscheinpflicht bevor.

aus die <yrcih|tc gesetzt rverden: Tischwäsche, Kragen, Dor^nndm und Sclpcuerlücher, uxrhrfcheinlich auch Lxgct-entuck-er, ferner sollen alle undichten ^^ewebe bezuascheinfrej fe "Ä bauEvollene Kleiderstoffe, wie es zuvor

^uf Bettwal che sollen Bezugscheine wietx-r mtsgegeben werden Tu Befbandspruftmg soll zum großen Teil tvogsallen. Es >oH Melmehr bei einscul^r Bedarfsprüsuug gegen einen Bezugschein ern Wintercleid und ein Wintermantel ohne weiteres gewährt werden. Tu kommunale Beschlagnahme der Tischwäsche wird auf- ^^oben. I7n Dezember werden weitere Erleichterungen der Bezug- scheuMrcht cintteten. Man hofft bis zum April du Bezugschein- 5-^ut ganz beierttgt Ml haben. Die Kauflcute werden jedoch^ ersucht die amtliche LeVannttnachimg hierüber abzuwarten.

Deutsche demokratische Partei.

Berlin, 20. NovDie Fortschrittliche Volks- vartei und ern erheblicher Teil Der N a t i ona l l i bera len yabe n sich mit den Unterzeichnern des demofratisch'n Aufrufes vom 16. S^vember 1918 auf die Grundsatz-^ dieses Aufrufes ver- ty] 1 ] g 1 Ire grotze demokratische Partei ist damit ins Leben getreten Su fuhrt den Namen Deutsche demokratische Partei.

-^lE^^'^tzung des in Bildung begriffenen vorläufigen geschaftsmhrenden Vorstandes wird alsbald bekanntgegeben wer- demSobald es du Verhaltmsse gestatten, soll ein auf breitester demokratisck-er Grimdlage gewählter Delegierteutag die Verfassung U7w die gelchastsiührende Leitung der Partei unter Berücksichti gmrg aller deuttchcn Landcsteile endgültig fesrlegen.

stit den Kämpfen vom 3. Oktober als vennißt gemeldet wurde hat heute aus englischer Gesäugen schaff geschrieben.

vesftn-Nassau.

F*- a. M., 21. Nov. Der Polizeipräsident teilt

m einer Beranntmachung mit, daß alle Lebensmittel in P r x v a t h aus Haltungenbeschlag nahmt sind. Wer mehr nne 3 Pfund Getreidcmehl. 4 Pfund Zucker, 1 Pfund Butter. ^ 1 3 dfund Fleischwaren in seinem Haushalt besitzt,

hat diese Men^n an bestimmten Sammelstellen zum gesetzlichen Höchstpreis abzuliefern. Zuwiderhandlung wird mit strengsten Strafen geahndet. Nur Selbstversorger sind von dieser Beiordnung nicht betroffen.

Eingesandt.

I? 1 «? 00 ! 1 aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel

lloermmmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berauuoorttug.)

Arbeiter- und Solda ten-Nat und Bucheckern- JJJ Ttt m l u n g. Ta^Wiesbadener Tagblatt" bringt in seiner Abend-2lusgäbe vom 13. Noveurber 1918 unter der SpitzeTic Bewegung in Wiesbaden" unter anderem auch folgenden Bericht: Eine anücreMaßnahme des Rats, die sicherlich in weiteren Kreisen mit großer Befriedigimg ausgenommen tverden ivird, bezieht sich auf die Bucheckeim-ammlung und geht dahin, daß die Sanunler mchts mehr abzuliefern brauchen, sondern ihren ganzenVorrat behalten und in der Oelnrühle für sich schlagen lissen können/ Sicherlich ^uürde eine gleiche Maßnahme durch den hiesigen Arbeiter- und Soldaten-Rat bei den Bürgern Gießens mit gleich großer Befriedigung begrüßt und der Oelversorgurig vieler unserer Mit­bürger ein bedeutender Vorschub geleistet werden, der um sc hoher bewertet loerden niuß. als der Vorteil dieser Maßnrhmc gerade vielen Minderbemittelten unserer Stadt aus einer fühl baren Not helfen würde.

® * r r ^20. Nov.bieStraßburger P o st" hat mtt dem heuttgen Tage chr Ersch einen eingestellt.

Aus Stadt und kand.

G i e ß e n, den 22. November 1918. t&bt - ^em^fe&erFQuf, Marktlauben. Zum fon ^^. ( ^ rbcnii>CI t' Weißrüben. Rolerüben, Erdkoylraben, Endrvchen, Weißkraut, Wirsing, Sellerie und Lauch.

** In der geh Sitzung der Stadtverordneten wurde gestern beschlossen, daß der Stadtvorstand das zurück- ^r. 116 vor dem Stadthaus feierlich empfangen!

® * e Philosophische Fakultät unserer Universität veranstaltet noch im lausenden Semester be sondere Kurse für Kriegsteilnehmer. Es sollen Ergänzungs krirse für Studierende mit Notreiffprüfung, Einführungs- rirrse mr Ansänger und Wiederholungskurse für Forlgeschrid- lene re nach Bedürfnis eingerichtet werden. Näheres sagen ore Anschläge am schwarzen Brett der Universität. Beson­dere r^erienkurse sind in Aussicht, genommen.

- Der Privatdozent Dr. Derlitzki wurde durch

das Ministerium zum Abteilungsvorsteher für Pflanzen- Hroduktronslehre an dem Landwirtschaftlichen Institut des teilt.

nV 1 * Hochzeit begehen am 26. November Zug. fuhver August Ulrich und Frau Nkrrgarethe geb. Hilft

** Eine Borstandssitzung der hiesigen Ver- kehrsbeamten (Post- und Eisenbahn-Fachvereinei fand vor- Astern a bend ra t Eisenbahw-Hotel statt, die den Zusammenschluß dieser Beamten bezwackto und Stellung zur neuen Regierung aahm. Dv Redner bedauerten, daß keiner der gegangenen Minister «auch nur ein Wort der Anerkennung für diese Beamten gefunden habe: trotzdem gerade Post, und Äsenbahnbedienstete aniopfernd Dienst getan und der bisherige Regierung treu zur Seite ge- standen hatten. Dre Beamten begrüßen deshalb die Worte des neuen Reichskanzlers als ein gutes Zeichen und waren alle darin enng, auch rernerhin treu zur Regierung zu stehen und für ge. regelten Betrieb und Ordnung ihre ganze Kraft einzusetzen. Es wurde beschlossen, Anschluß nicht Unterordnung an den .Arberter- und Soldatenrat zu suchen, um vorerst durch diesen die Wims che der .Verkehrsbcanrtcn bei der Regierimg vvrznbringen. Außerdem soll demnächst eine größere Versammlung statpirrden, zu ozr Die polittschen Führer mib städttschen Vertreter eingeladen werden und m tvcldrr in freier Aussprache die Forderungen der. Beamtensck>wft zur Sprache kommen sollen.

Die Handwerkskammer zu Darmstadt bat, mtt Ruchrcht auf die ttefgreisende Veränderung aller Verhältnisse, beveffs in den ersten Tagen der polittschen Bewegung dem hessi­schen Arbeite» und Gvdxrtenvat ihre Mitarbeit zunächst im Rahmen - der bisherigen gesetzlichen Ausgaben angeboren, die auch an^ gamnmTn werden ist.

Inder hiesigen Oberrealschule wird der Unter- SzL? 1 beschränktem Umfange eingettchtet werden, worüber die ^.rrektton m einer Bekmnrtmachung in dem vorliegenden Blatte nähere Mrtteilurrg mackst.

** Die Arbeitgeber in Stadt und Land werden Veröffentlichung des städtischen Arbeitsnach­

weises Großen ausgewrdert. ihren Bedarf an Arbeitskräften um­gehend dort mitzutrilen. Näheres ist aus der Bekanntmachimg im Inseratenteil zu ersehen.

iaul- und Klauenseuche ist nach eirver amt­lichen eNi ttt klung in unserem Stadtbezirk aufgctauckst. Wir veriveifen aus die entsprechende Bekanntmachung im Inseratenteil.

Landkreis Gießen.

tu 21 Nov. Ter San.-Uittervff. K. Kling,

N.-I.-R. 221 1. Kvnrp., der am 8. Oktober als vermißt gemeldet »ourde, hat am 14. November mls englischer Gefangenschaft ae schrieben.

Kreis Schotten.

o Gedern 21. Nov. Unter Leitung des Gemeindeintz. nmglieds Krankeukassenreästier Ger lach fand gestern abend im Gasthaus zur Traube eine überaus stark besuchte Bürgerver- s a nr m l u n g statt, in welcher in einmütigster Weise die Grün­dung eines gemeinsamen Arbeiter-, Bauern - und Bür ger-Rats erfolgte. Zum Vorsitzenden des Rates wurde Forst- tneutier Klingelh-ffer gewählt. Alle drei (öruppen werden je Bedarf zu gemeinschaftlichen Beratungen zusammenttcten.

Starkenburg und Nheinhessen.

RMK. Darmstadt, 20. Nov. In der heutigen Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrates fcn 'stete Dr. Wolfs tm Namen des Recht aussästpfes über f i tc t Btt707 be r. die Ein­richtung eines Revolittionsgenchtes, das sich aus den Herren Metwr. Delo, Loos. Nordmann. Müller, Elsässer und dem ?lntraq- ste.ler zummmem'etzt Tie Verbrechen des Raubes, Mordes, der Plicn^rimg, gegen die Sittlichkeit und gewaltsames Vorgehen gegen d^e fetzige Regierungsgewalt sollen mit dem Tode bestraft werden In der erngehenden Äus'prache traben Wolfs und Tr. Quesffl für dr^ ausoaldige Genehmigung ein, da man einem Notstand abhelsen Mw die Maßregel nur vorübergehend sei. Es seien sonst bolchennjttsche Zustände wie m Rußland zu befürchten. Sofort nach der versassunggebenden Versammlung werde man wieder crjtittm und duner ticis Weitere überlassen. Nach weiteren Erürte- rung.m über die ZwistigkeUen in Berlin wurde der Antrag ange nontmen. .

Kreis Wetzlar.

^^^osdorf, 21. Nov. Ter Unteroffizier Mlh Weber vom FüftllerMeg-t.. Nr .80, 2. Komp., Sohn des Phll. Weber, der

Sitzung dev Studtvevovdneten.

z. Gießen, 21. November 1918. Tie heutige Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. di< unter Konttolle des Arbeiter- und Soldatenrates ftattsand, hatd eine außergewöhnlich lange Tagesordnung von 28 Punkten zu be raten und dehnte sich trotz vielfach glatter Erledigung des Var liegenden länger aus, als wie bishec gewohnt. Ter stetig zu nchmenoc Platzmangel verbietet den üblichm ausführlichen Bericht Anwesend waren: Oberbürgermeister Keller, die Beigeord­neten Grünewald, Emrnelius und Krenzien, sowie du Stadtverordneten Ebel, Faber, Heichelheim, Jann Krumm,^Lerb, Löber. Orbrg. Plan?, Schaffstädt L>rmon, Sommer. Vetters, Wimmenauer und Winn Unter Mitteilungen gedachte Oberbürgermeister Keller ü ehrenden Worten des verstorbenen Ehrenbürgers Gafsky unL Huhn, sowie ihrer Verdienste um

Stadt Gießen.

Punkt 2 betraf die weitere Veschafftmg von P a p i e r n 0 t - ge Id. Aus Borsch'ag des Finanzausschusses wurde die Aufettigunc von weiteren 200 000 Mk. Papiergeld beschlossen. Das in Ansertr gung besuchliche Nickelgeld hofft man in den nächsten Tagen aus- geben zu können. Einjtw-ftlen besteht die Schwierigkeit, es herzu- schassen, da die Anferttgung auswärts geschehen ist.

^ ,^u^kt 3 und 4. Für die von den Stadtv. Jann und S ch a s s st a dt geprüften Rechnimgen des städt. Gas- und Wasser- werkes sowie des städt. ElekttizitätsWerkes und der Straßenbahv sur 1915 wurde Genehmigung erteilt.

Punkt 5. Die Rechnungsabschlüsse deS Gas- und Wasser- werks für 1916 setzen sich »oie folgt zusammen: an ^^ 24 169^38 Mk.. Kapitalzinsen 24 752,99

Matt. Rücklagen 32 814 03 Mk., BetrielÄüberschuß 129 490.56 Matt Niederschlage 107,31 Mk.. Außenstände 640.32 Mk., Kredit­uberschreitun gen 86 675.43 Mk.

Tilgung 35 705,34 Mk., Kapitalzinsen UW- Mk. Rücklagen 18416.84 Wf Äetttebsübettchuß 42 927 43 ^"^^ände 246.57 Mk., Kreditübci-schreitnugen

Der Anttag der Betnebsdeputation auf Genehmigung wird erteilt. ,

Punkt 6. Der Rechnungsabschluß des Elektrizitäts- Werkes setzt sich zusammen mis: Tilgung 35 765,04 Mk.. Kapital- ^ 144M214 Mk.. Rücklagen 60 648.41 Mk., BetnebEer- hbuL »?6^7,äO^ Nud^chlLge 54 52 Mk Anßenständc 3 583.71 Mk., Kr^ntübcrschrntungen 500 964,31 Äk. Der Roch- nungsabschluß der Straßenbahn setzt sich zusammen' aus' Kap talzinsen 32 748,99 Mk , Betriebsü arschuß 22 228.25 Mk Knchituberschrntungen 44 638.46 Mk. Auch hierfür wird Genehim- gung erteilt.

Punkt 7. Die Rechnungsablage der Plockschen Stif- Einnahme 7 270^40 Mk., Ausgabe 6 644,75 Matt, Ueberschuß in bar 625,39 Mk. Die Genehmigung wird erteilt. \

®Wtt Arbeiter, und Soldatenrat erschienen die Mitglieder^ D rehl und Fourier, von demm Foutter erklärt, ^düngen der Stodtverordnetenv erf ammluug von heute ab der Kontrolle des A- und S.-Rates unterstielll sind, daß dev Rat aber nicht bsabsichtigtt, in den Gang der Sitzungen irgendwie hinderlich einzugweifen.

Oberbürgermeister Keller ettlärt hierzu, daß die Stadt­verwaltung einem Zusannnenarbeiten mit dem A.« und S.-Rat nicht cntgegenstehe, zumal, da dieser sich für Schutz und Sick-erheit der Stadt Gießen verbürgt habe.

c, berichtete Beigoordneter Krenzien über Punkt

812 Baugesuche. Einem Gesuch der Firma BänuMger um Erlich >tun g einer Unt^kunftshallc für Krieg s gefangene am Erd- uruterweg wurde zugestimmt. Im Bougesuch, G.wrg Ott für Bal-n- hofstraße 58 wurde die Entscheidung ausgesetzt. Die Erstellung erner Arbeiteruittettunft und einer Halle für Arbeiter der Ge- wettsck^lff Gicßener Brounsteinbergwerke am Leihgesterner Weg wurde genehnfigt, ebenso die Anlage eines Treppenhauses ims Hmrse von Franz Bette. Mäusburg. 10. unter der Voraussetzung, datz bis 1925 der geplante Neubau des Hauses erfolgt. Andern^ falls verfällt erwe Kautiionssumme von 1000 Matt, ohne daß em Recht aus Bestehenlassen der Treppe dadurch ettvirkt witt) Ge­nehmigt winde ferner ein hölzernes Einfahrtstor am Grundstück der ^strma Göbtt und Appel, Megelpfad 30.

Punkt 13. In Uebereiustimmung mit der Preiserhöhung der Proviinz-Ueberlaild-Zenttale werden auch die Preise der ^^Ueberland-Zentrale für Licht von 50 auf 60 Ps. für Kraft vou 25 ans 32 Pf. festgesetzt.

Dunkt 14. betraf den Bebauungsplan der obe- £ e ? & e ^.3 ur Erweiterung der Heyligkmstädt'scheu

Fabrik soll die obere Lielng^tvaße auf Antrag der Bandcputativn gegabelt> die Wllhelmstraße so ausgebaut werden, daß sie dcn Betteln ausnehmen kann.

Kleber diesem Punkt entwickelte sich eine längere Anssprache.

-Ltadtv. W i n n ettlärte sich Mr den Plan der Baudepittation

row?\ n 3 er r ebenfalls, beantragte aber vorher den Ausbau der Wchh.lmstnaßc. Oberbürgermeiiter Keller erklärt daß dies in den Notstandsarbeiteninbegriffen sei. Stadtv. Löber ist. grgen das Projekt, cr<is Oberbürgermeister Keller als eine Wiederheritellung eines fn'iheren Bebauungsplanes bezeichnet. Bei- deordn. Grünewald ist entschieden dagegen, daß einer der schönsten Straßen der Blick auf den Schiffenlvrg genonttnen loerde.

Stadtv. W l n n spricht nochmals für die Aenderung. Stadto Krumm wirft die Frage auf. ob die Häuser der Liekügstraste mcht mtwertet secen da sie nuu eine Sackgasse sei. Oberbürgenm Kelle r halt das Proiekt der Bandeputation für eine günstige

Gabelung sei keine Schädigung des Straßenbild^'s. Es ,er Pflicht der Stadt, die Industrie zu fördern, da sie Arbeits-' gelegenhnt schafft Beigeordn. Krenzien ist dagegen, die Zahl der Gußencr städtebaulichen Mettwürdigkeilen werde dadurch nur noch erhöht. Stadtv. P l a n k erklärt, daß die Bmideputatton mrr sckMeren Herzens zu ihrem Entschluß g»?8ommen sei. Stadtv. <0 i m 0 n betont, daß an dem öffentlichen Verkehr der Liebigstraße jeder mann Interesse habe. Stabtv. ö btv stimmt ban bei.

Stadtv. Sommer verlonyt, daß die Fabrik wenigstens' parallel zur Eisenbahnstrecke eine Passage schaffe. Beigeordn. Grüne­wald weist auf andere Städte hin, lvo Fabrikanlagen beiderseits von Straßen liegen. Tie Fabrik könne sich durch Untettülwung hl'lsen. Ein Weg an der Bahn vorbei sei nicht zu befürworten. Stadtv. Krumm schlägt vor, nochmals mft Heyligenstädt zu verhandeln. Stadtv. Vetters tritt der Ansicht bei, es liege cm allgemeinen Interesse, den Ausblick auf den Schifsenberg offen zu halten.

Bei der Abstinimung wird das Projekt der Baudeputation fast einitinimig abgclehnt.

Punkt 15. Tie Kosten für Erneuerung des 1896 einge­setzten Kessels der Stadt-Kaserne bettagen 2800 Matt. Sie werden bewilligt.

Punkt 17. Ilm der KleinwohmmgsN'ol zu steuern, hat das Stadtbauamt den Plan zweier .Hausbauten in der Mühlstraße Ecke Kleine Mühlstraße und Ecke Tiefenioeg, entworfen. Die Häuser sollen dreistöckig sein und insgesamt 20 Zweizimmerwohnun­gen zum Mietpreise von 260300 Mark, 12 Dreizimmerwohnun- gen znm Preise von 360400 Mark, eine Einzimmerwohnung und einen Laden enthalten. Ter Bauplaß steht mit 80 000 Matt zu Buch, die Kosten belaufen sich auf 250 000 Mark. Die Entwürff der Häuser sind recht anziehend.

Die Ansichten über di eien Plan gehen sehr auseinander. ciiabto. Löber findet das Baukapital zu hoch, die Zinsen zu gering. Ferner wendet er sich asgen die Lage der Bauplätze und verlangt die Anlage außerhalb der Stadt als Klicknsiedlunien mit £ ^ffoortm. Krenzien betont die Verpflichtung der Ltadt, die Wüitenei der Bauplätze mitten im Weickrbild zu beseitigen Wichtig sei auch die Lage im Zentrum. Die Forderung nach Metn- ftedlungen mit Gärten unterschreibe er. halte aber auch Mietshäuser lür notivendig. Stadtt. Schaffstädt sttmmt Löber bei und wendet sich gegen Mietskasernen. Oberbürgerm Keller erllätt hn diesem Projekt handle es sich um keine Lösung der Kleins wolmungsfrage, sondern um die Möglichkeit einer schnellen Ab- hilff. Andere Projekte wurden im Einvernehmen mit den Bau­genossenschaften schnell und großzügig bearbeitet und der Stadt- verorduetenversmnmlung bald vorgelegt. Tie Frage der Finan­zierung mache noch Schwierigkeiten. Seiner Ansicht nach müsse bei den spätereii Projekten in Verbindung mit der Bauqerlossvnschaff mrd dem privaten Baukapital vorgegangen werden. Bei dem vor­liegenden Projekte handle es sich um Notstandsarbeiten. Stadtv Winn loci ft daraus hin, daß die Stadt dencnächst Wc'h.nmaen vonl Bewohnen ausschließen und dafür Er'atz schassen müsse. Wich­tig sei es auch, Arbeiter in der Stadt nxt.jnm zu haben. Bei- geordn. Krenzien erllätt, das Mietsetagenhaus sei nicht ganz zu entbehveu, der übergroßen dlnsdehrmng der Stadt wegen, durch die enorme Straßen- und Verkehrsbudgets entstehen würden. Tie ^>tadt wolle beide WolmungSarten fördern. Stadtt. Sommer hält die geplanten Hausbauten für die fluktuierende Bevölkerung ldringend erforderlich. Alle Siedlungsftagen müßten beschleumgt werdrm. Es sei eine Versündigung am Volke, wenn nicht kommu­nale Politik getrieben werde. Stadtt. Löber lehnt nochmals das Gübäude als ungeeignet ab. Stadtt. Ebel tritt, trotzdem er sich als Anhänger der Kleinwohmmgskolonien btteimt, für den Plan ein, zumal bei den jetzigen volitischen Strömungen man auf nimig Lust der Arbeiter veck/neii könne, eigene Siedlungen in Erb­baurecht zu erwerben. Oberbürgerm. Keller betont nochmals, wie wichtig es sei, ohne Rücksicht auf die Kostenftage sofort im' Avohinmgsmangel Abhilfe zu sckaf en. Stadtt. Krumm stimmt ttnn bei und hält die getränten Häuser bttpnders chinstig für Eisen­bahn- und Postbeamte, die nicht hier seßhaft Werten ivollten. Die otabt habe bisher in Wohnungsftagen noch drum etwas getan und muffe ihre nächsten Projekte schnell ausführen, entweder mit den Watugenoffenschafden. oder, ttenn diese zu langsami seien, allein., stadtt. Vetters hält die Gründe für den Bau der beiden Mets- bänffr emlchiftffend, dringt aber aus große, luftige Zimmer. stadtt. Heichelheim ist dafür, wenn die Rentabllitär keine Rolle spiele, sofort zu bauen. Stadtt. Schaffstädt fragt nach der Größe der Zimmer. Beigwttm. Krenzien gibt ihre Größe

^x5 Meter an. Stadtt. H ei che l hei m verlangt mög- Boigevttm. Krenzien gibt an. sie seien als Wohnküchen geplant. Oberbürgerm. Keller Bonrnrt rwch. mal3 auf die späkere Bautättgkeit zitrück und glaubt, daß man ,ogar dem Privaten Bau kapital Zuschüsse bewilligen müsse, eventuell durch Erlassung der Straßenbaukosten.

Bei der Abstsimnvmg, wird der Bau der beiden Mietshäuser mtt Ausnalffne von Stadtt. Löber einstimmig beschlossen.

Punkt 17. Für Notstandsarbeiten beantragt die Äntbeputation einen Kredit von 200000 Matt, die lxnv-illigt werden, zumal, da ein Telegramm vvrliegt, daß das Reich Zuschüsse zu diesen Arbeiten bewilligen werde.

Punkt 18. Beigeordneter Krenzüen berickttet über einen Antrag einmaliger Teuerungszulagen an Beamte. Lehrrr, Bedienstete und Arbeiter. Ter Staat hat kürzlich seinen Beamten eure fa!6c Zulage in Hohe von 70 v. H. der laufenden Ten» rungszulogen betzoilligt. Me sozialpoMsckne Kommission schlägt die gleiche Zulage vor mit der MaffvahmL. daß die am 19. Juli ge- leistete Abschlagszahlung anzurechnen sei. Unständige Arbeiter erhielten wie im Oktober und 0ttvencber im Dezember eine Zulage von 100 Matt.

Stadtv. Vetters regt an, die Unterschiede zwischen B» diensteken und unständigtzp Arbeitern auszugleichen, sowie den Lehrern und Bsamtem, die über 6000 Vdrtt bezitt-cn, keine Zu­lage zu gewähren. Oberbürgermeister Keller weist darauf hin, weder Reich noch Bundesstaaten zogen eine solche Grenze. Unständige Arbeiter seien die als Ersatz für die im Felde stehe irden angenommenen. Die Löhne seien ausgegli'chen. Stadv. Ebel berichtet über eine Versammlung der städtischen Arbeiter, worin die Arbeiter erklätt hätten, keine TeuerungsEzulagen erhalten zu lxrben. '

Oberbürgerm. Keller bestreitet dies und envälMt, auch die Kinderzulage sei allen Beamten angerechnet worden.

Punkt 19. Ms Beitrag an die Gesellschaft zur Förde­rung des oberhessischen Handwerks beantragt der Fi­nanzausschuß 5000 Mk., als laufenden Beitrag 250 Mk, als Garantiesumme 10 0-00 Mk. Ter Antrag wird bewilligt.

Punkt 2 0. In Anbetracht der Teuerung wurde das Kleidergeld der Schutzleute ab 1. April 1918 bis aus werteres von 75 auf 125 Mk., das der Hilfsschutzlertte von ZG auf 60 Mk. erhöht.

Punkt 21 . Ter Arbeiter- und Soldatenrat er­bittet zur Bestreittng seiner Kosten einen Kredit von 3000 Mk. Ter Finanzausschnß beantragt, die Stellungnabme der hessischen ?wegierung abznwarten und bis dahin die Entsck>eidung au-zzusctzm.

~ ^adtt. Ebel, der dem Anfang der Sitzung nickst beiwohnte, ttmmt auf die Erklärung des A.- u. S.-Rates zurück, daß die Atzung der Stadtverordneten unter seiner Kontrolle stattftnde. Er betont, die Aufsick>tsl>ehörde der StadtverordTretenversancmlungen sei lediglich das Ministerium des Innern. Ter örtlich" A - u S.-Rat ffn c>7.etzlich noch nicht legitimiert mck habe nicht das Reiht zu kontrollieren. Die Versammlimg werde aber der Macht »veichen i und keine ^chmengkeiten bereiten. Oberbürgermeister Keller ^ enoibcrte hierauf, das Reckst der Selbstverwaltung der Städte - bleibe in Kraft. Ter A.-- u. >L.-Ra1 habe bislier in die Verwaltung noch mcht eingegrisfen und werde auch nicht eingreifen. Stadtv. Krumm erklärte, da der A.- u. S.-Rat die Ordnung der Stadt aikfrechterbalte. handle er auch im Interesse der Stadt. Man möge daher jede Reibung dermeiden. Stadtv. Sommer wies darauf hin, die Stellung der örtlichen A- u. S.-Rate und beü Gesamträte sei noch im Fluß. Man müsse daher seststellen, wo A.- u. S.-Rat abhänge. Stadtv. Löber ft? Nir. Bewilligung des Kredites. Oberbürgermeister Keller rät, bie ftaatlick)e Regelung in den nächsten. Tagen abzun>arten

Stadtv Vetters spricht für Gewähnmg des Kredits. Die rühere gesetzliche Regekimg habe keine Rechtsgültigkeit mehr. Die wtzige Regierung sei maßgebend bis zur Wahl einer neuen Reme- rung. Tiirch Abstimmimg wird der Vorschlag des Finanzausschusses zum Beichlutz erleben.

Im späteren Verlauf der Sitzung wird der A.- u. S.-Rat noch mäls! um Gewälmung des Kredites vorstellig, da eS ihm cm den Mitteln fehle, sein Persoiial zu besolden

Oberbürgermeister Keller schlägt vor. vorlagSi^nse berr Kre- btt Lu bcunIliMi. Stadtv. Som iner ist ebcmjÄls dafür, da