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vke deutsche Antwottnote an Wilson.

Berlin, 27. Okt. (MTB. Amtlich.) Die deutsche Ant Krortnole hat folgenden Wortlaut:

Die deutsche R-rgierung hat von der Antwort des Präsidenten, der Bereinigen Stauten Kenntnis genommen.

Der Präsident kennt die tiefgreifenden Wandlungen, die sich in dem deutschen Verfassuugsleb«: vollzogen Huden urrd vollzieh«: Tie FriedcnSvcrhandlung-err werden von einer Volksregie- rung geführt, in der«: Händen die entscheidenden Machtbefug­nisse tatsächlich und verfassungsmäßig ruhen. Ihr sind auch die militärischen Gewalten unterstellt.

Die Drattsche Regierung sieht nunmehr den Vorschlägen für einen Waffen still stand entgegen, der einen Frieden der Gerechtig­keit ranleitet, wie ihn der Präsident in seinen Kundgebungen gekennzeichnet hat.

gez.: Sols, Staatssekretär des Auswärtigen.

.. Washington, 26. Oft. (WTB.) Reuter. In amtlichen dlchlvmatischnr Kreisen wird betont: Tie Note des Präsidenten' Wilson deutet <m, daß die Bereftrigten Staaten aushör«:, be­sonders mir der deutschen Negierung zu verhmrdeln. Tie künfti­ge Mitteilungen werden von de?: alliiertcn Regierungen und den Bereinigten ^ Staat«:, die in Uebereinstimmung handeln, g e - meinschaftlich abgegeben werden.

Die WaffenstrllftandSfrage.

Washington, 26. Okt. (WTB.) Rrarter. Oberst House, der persönliche Brattreter des-Präsidenten Wilson und Admiral Ben son, Ch« der Secstreitkräste. die in Paris angekomrn«: sind, norden die Bereinigten Staaten bei der Beschlußfassung über das deutsche Gesuch um Waffrnftsslstand und die EirAeitung von r)rnedensverhandlungM vertrererr.

Ein Wahlaufruf Wilsons.

Washington, 26.Okt. (WTB.) Reuter. Wilson hat emcn elufruf an das Volk erlassen, bei den Novemberwahlen tür den demokratischen Kongreß zu stimme?:, wenn sein Vorgehen in diesem kritisch«! Zeitabschkfttt gebilligt werde.

Wilfon und die Entente.

Rotterdam, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem ,,Nuuwe Rotterd. Cour." schreibt, derManchester Guar dran" in eiiwm Leitartikel: Natürlich spricht der Präsident in allem, was den Frieden und die Bedingungen für einen Waffen strtlst<) betrifft, ?rur für sich selbst. Er kann nicht zugleich 'eure Verbürgten festlegrar Man kann aber bestimmt annehmen daß er sie um Rat gefragt hat und sie von vornherein.ihre völlige Rtttarorat ziuxesagt lyaben. Die militärischen Beding?:?: gen lausen tatsächlich auf eine Kapitulation hinaus. Sie ivollen aber, obwohl dein deutsch«: Volk die Macht genoinme?: wrw, weiteren Widerstand zu bieten, gleichzeitig Garantien, die in den Bedingungen enthalten sind, die der Präsident anbot, durch die die Alliierten aber nicht gebunden sind. Wilson hat d:e Alliierten gefragt, ob sie die Bedingungen, dre er als Grundlage für einen Waffenstillstand ansstellte, annehme?:, und er hat darauf keine erhalten. Wir glauben aber nicht, daß irgendeine wlEiche Me:nnngsverschiedenheit zwischen uns und dem Präsi­denten besteht DerManchester Guardian" zweifelt nicht daran d-atz die Deutschen die militärischen Bedingungen und die Alliier­ten dw Grundsätze Wilsons annehmen werden. Das Blatt legt den letzten Teil der 9Lote Wilsons so aus, daß die bisherigen Aendc- Regierung seiner Meinung nach den Abschluß eures Waffenstillstandes möglich machen, daß aber noch uxrttro Äscherungen notwendig sind, ehe ein Friede geschlossen werden rann.

Ein englischer Gewaltpolitiker.

. _ Deru, 27^0kt. In derMorning Post" vom 22. Oktober schrerot Oberst Repingtou, es sei eine militärische Notwendig- kert, Frankreich durch die Rheingrenze strategisch zu sichern Durch den Zerfall Oesterreich-Ungarns, den schon die nächste Generation Italiens bedauern und bereuen werde, sei Deutschland für die Zukunft ebenso gestärkt wie durch den Zerfall Rußlands. Wie auch immer sonst die Friedensbedingungen lauten mocyten. diese beiden Ereignisse blieben für Teutschland ein abso­luter Gewinn. Deshalb müßten die Weltmächte dem Beispiel der Römer folgen lirtb den Rhein als Schutzgrenze gegen einen küuf ttgen deutschen Angriff festlegen.

Minifterrat in Paris.

fc ^ ^Enisterrat, der gestern nachmittag

stattfand, gaben Elemencvau .und Prh^on Erklärungen über die Lage vom militLristzen .und düLomattschen Gesichtspunkt aus ab ^le?nenceau Wirte aus die Lage werde unausgesetzt Gegend sta.ru) der Beratungen der alliierten Regierungen sein, bei denen ge- memsanre Attuhnöiu^en getroffen werde?: würden. Der Minifterrat wrrd am Trenstag wieder im Elpsöe xusammentveten

Die österreichische «ntwort an Wilson.

Wien, 27. Okt. Nach Blättermeldnngen ist die österreichisch- iungarische Antwortnote an Wilson bereits fertiggestellt und heute bo?^ maßgebende?: Stellen vorgelegt worden. Die Note ist, wie die Blätter erfahren, in s e h r e n t g eg en kv m mre n dern) Tone gehaltrm Sie loird heute, spätestens morgen abgesandt.

Der Zerfall Oesterreichs.

. Wien, 27. Okt. (Meldung d. W. K. K. T. K. B.) Tie Blätter berichten über eine lSitzmrg Her deutsch-radikalen Rcichsparteileitung, die sich für engsten Anschluß an b ü ^^k s che Reich aussprach.

Wre dem L. A. aus Wie?: berichtet nßrd, bestättgen die Blät^r den Eirrtritt dos Professors Redlich als Finanzminister ins Kabinett, dem mit Airsimhine des Justtzmiussters, der durch nner: höheren Beamten des Justi znss nifteriums ersetzt werden soll, alle früheren Minister angehören müssen.

Die Umwandlung in Ungarn.

Budapest, 26. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) In einer Nacht- tt»?fferenz der Vertreter der Karolhipartei, der Sozial­demokraten und der Radikalen Nmrde die Bildung eines ungarischen Nation« lrates beschlossen. Ter National­rat erließ eine Proklamation an das ungarische Volk, walche in 12 Punkten das Programm des Natioualrates zusammen­saßt ? das verlangt: Unverzügliche EntfeiTnung des jetzigen korrupten Regiernngssystems, u?iverweilte Sicherung der voll­ständigen Uiurbhängigkeit Ungarns sowohl anße?:politisch wie witt- schastl:ch und militärisch, die ungarländrsck)en Heere si?ch aus dem Ausland znrückz.?:berusen, die ausländischen in die Heimat zurück­zubefördern, dem hoffnungslosen Krieg muß sofort ein Ende ge­rnacht werden. Bei Friedensschluß dürfen allein die Interessen Ungarns maßgebend sein, unter ^lussösung des derrtschen Bünd­nisses, Auflösung des Abgeordneterrhauses, Ausschreibung der Nen- N-ahlen, Einführung des allgemeinen, gleich«: ?rnd gcheirnen, sich auch auf die Frauen erstreckendes Wahlrecht. Das Selbstbestim- mungsrecht der Völker müsse urrverzüglich gesichert iverden, für die nicht ungarisch sprechend«: VMer des Larrdes im Sinne der Wilsonsch«: Prinzipien, ?ind das Bereftis- und Versarninlungs­recht gewährt werden, Abschaffung der Zensur, - Pressefreiheit, Amnestie für polittsche Vergehen, großzügige sozialpoliaschc Re- fornien, Anerkennung der neuentstondenen Ukrcri?rischen. polni­schen, tschechischen, südslawischeu und deutsch-österreichischen Natio­nalstaaten. Zum allgemeinen Friedenskongreß müssen zur Ver­tretung Unga?7ns Männer entsandt werden, die vorbehaltlos An­hang«: der Abrüstung, des obligatorischen Schiedsgerichts und der Liga der Natoucn sind. Ter letzte Programmpu??kc betrifft die Mchtigkeitserkiärung des Drest-Litowsker und des Bukarester Frie- densverttages.

Rumänische Truppen in der Dobrndscha.

Wien, 27. Okt. Der Berichterstatter der N. Fr. Presse meldet aus Czerno?oit:^R u m ä n i s ch e T r u p p e n nickten in die Dobrndscha ein. Tie Rumänen sind entschlossen, ihre letzte Karte ausznspielen und glauben diesinal entschieden Glück zu haben. Tie Veränderungen in Oesterreich und die Lostren?:ungs^ absicküen der Ungarn lverden, wie sie glauben, die Geburt Grost- rumäniens beschleunige?:. Das Erscheinen der Alliierten an der rumänisck*en Gr«rze riß selbst besonn«« Elemente in den Kriegs­wirbel. Tie Nationalisten beherrschen die Lage.

Der Abwehrkampf im westen.

Berlin, 27. Okt. (WTB.) Am Morgen dos 25. d. M schicke der Gegner nach, zweistündigem Tronvntelfeuer im Abschnitt ztoyck-en der Oise und Se rre seine Infanterie in tiefer Staf­felung hinter zahlreichen Tmiks gegen die deutschen Linien vor. Ostprxußlsck^e schwere und leichte Maschi?«nge?vehrschützen, die den Gegner auf nahe Entfernung hermikoinmen ließen, vermochten acht dieser Ta?:ks benvgungsunfähig zu schießen. Die Bedienung wurde durch panzerduvchfchlagende Munition getötet. An einer anderen teile griffen auf schmalem Raume 12 Panzerwagen an. 10 wurden zusam??iengeschossen. Die ran 1 Steinbruch, nördlich von Villers le Sec, anrennend«r lvurden von leichten und schiv-erelij Wiascküneng«r>ehren, die auch diesmal die'feindliche Infanterie dicht herankommen ließen, buchstäblich niedergemäht. Dennoch dauer­ten die hartnäckigen Angriffe des Feindes den ganzen Tag fort. Mit schweren Opfern konnte er schließlich in den Ott eiubringen und südlich davon eine Einbuchtung der deutschen Linie vollziehen. NackMiittags 6 Uhr 30 setzte nach einstündigem heftigstenr Arttl- leriefeuer erneut ein zusammrngefaßber^ Jnfanterie-Aingriss ein. Tie gedrängten, dicht auseinanderfolgeuden Sch«warmlinien rückten vo?i Tanks begleitet, bis vor die deutschen D'rahthlindernisse. Hier brachten aus näch.ster ^ Nähe Maschinengewehrgarben den Wigriff zum Stehen. Auch hierbei wuvoen Tanks vernichtet. Besonders zeichnete sich Ofsiziersstellver.veter Steinbacher aus,' er macküc einen der Kampfwagen, der im Begriff stand, das d«ttsche Draht­hindernis niederzuwalzen, mit einer geballten Handgranatenladunig» Unschädlich: einen zweiten erlegte Steinbacher ?:ördlich von Villers le Sec nnt Maschinen gewehrfeuer. ^

Rücktritt Llldenüorffs.

Berlin, 26. Okt. (WTB. Amtlich.) S. M. der Kaiser utw Konrg haben den General der Infanterie Luden- d v r s f. Ersten Generalquartiermeister und im Frieden Kom­mandeur der 25. Infanterie-Brigade, heute in Genehmigung fernes Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension z u r Drsposition gestellt.

Gleichzeitig haben S. M. mit einer Order an den Gene­ral zu bestimmen geruht, daß das Niederrheinische Füsilier- Regrment Nr. 39, dessen Chef der General bereits seit länge­rer Zeit war, fortan den Namerl Ludendorff führen soll

General von Ludendorfs ist am 9. April 1865 geboren. Er «trat, kaum .17 Jahre alt, im Jahve 1882. aus dem Kadettenkorps als Leutnant beim Jnsantette-Regiment Nr. 57 ein. Am 14 April 1887 zur Marine-Infanterie versetzt, verblieb er dott bis zum Jahre 1890, uw er als Oberleutnant ms Leiö-Grenadrer-Megiment Sam alsbald aber zur Kriegsakademie kommandiett wurde. Von 1893 bis 1898 gehörte Ludendorff in verschiedenen iStellimgen dem Gy^valstabe an. Jnzivischen zum Hauptmwm befördert, wurde er 1898 .Kompagniechef im Jnsiarrterie^Regi?ni«tt Nr. 61 Es folgte zwei Jahre später die Versetzung ,in den Generalstab der 9. Division, später des 5. Arrneekorps. Am 18. Oktober 1902 ivurde Lndendorff in den Großen Generalstab beruf«?. Zum Major wir Ludendorfs 1901 «rufgerückt. Eine Kommandierung zum Admiral- stabe der Ma?:rne, verbunden mit einem Bordkommanda auf dem Linienschiff Wilhelm der Große", urtterbrach im Jahre 1905 die Tätigkeit im Generatstube. Es folgte die bis 1908 dauerndä Kommandierung als Lehrer an der Kttegsakademie. Ws Oberst- feutiwxnt trat 1908 in den Großen Generalstab als Abteilungschef z?rrück. Im Aprü 1911 zum Obersten ernannt, übernahm am 27 Januar 1913 LuDerchorff den Befehl über das Niederrheinische Füsilier-Regiment Nr. 39, dessen Chef er jseit November 1917 war. 1914 wurde er Kommandeur der 85. Jnfantette-Brigade. Bei Ausbruch des Krieges nmrde Ludendorff OberquattierMeister der 2. Ainnee.

An der Spitze einer Brigade drang Ludendorff als erster in Lütttch ein, wofür er mit dem Orden Pmrr le Mettte und den beiden Klassen des Eisernen .Kreuzes ausgezeichnet wurde. Am 22 Augwst wurde Ludendorfs zum Generalstabscki»ef Hindenburgs er­nannt. Er loar des Feldmarschrlls Berater an der Spitze der 8. und 9. Arm« und lxüm Oberkomniando-Ost In: November 1914 zum Generalleutnmit beföcdett, erfolgte am 29. Aumst 1916 die Ernennung zum General der Jnfa?tterie. Am gleichen Tag.- wurde Lud«rdorff die neugeschrffene Stellung des Erst«? Oien«wlauattiermeisters übettragen, als welcher er die deutschen Waffen zu großen Erfolgen sühtte. Das Gwßkrenz des Eisernen .Kreuts erfaßt Ludeiworsf am 24. Marz dieses Jahres, als die erivlgreicl/' deutsche Offensive eingeleitet wurde.

Ans bm Reiche.

Refvrmni in Sachsen

Okt. Dic SächsischeSt-aatAzeittrng meldet: Mit Rücksicht auf die N«igestaltt?ng der Negierung bat«: die Herre?: Staatsnrinister sämtlich den König, ihre Aemter zur Verfügung teilen zu dürs«i. Der??ig hat darauf allen Staatsministern em volles Verttauen versichctt, sich aber in Würdigung der von ihnen vorgetragenen Gründe bewog«: gesehen, 1*m Vorsitzenden Herrn Staatsminister i?n Gcsamtstaatsministcrium, Staatsmi??i- ter des Kultus mtb des üff«?tl?chen Unterrichts Dr. Beck und den Herrn Staatsmiarister der Fiiianzen v. Sendewitz auf deren er­neutes Ansuchen d«: von ihnen zu seinem großen Bedauern er­betenen Ueberttttt in den Ruhcsta?id unter Belassung von Titeln und Rang als Staatsminister zu bewillig«:.

26 Okt, (WTB.) Die sLchsischeStMt-z»eiümg" chverbt: Lerne M Lj-estat d«: König entließ den Staatsminist« m : fc t ^ u m b o n © cf ft ä b t cmf fän Aissuck-«: unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsnrinistevs aus seinen Lllmtern und vollzog nachsteheiche Ernenmingen: Justiz??nnister Staats- nvinister Tr. Heinze znm vorsitz.mden Staatsminisber und Mi­nister des Aeuß«m, Vttnistettaldiwttor Wrrkli.her Geheim« Rat Dr. Schroeder zum Finauzminister, Ministerialdirektor Geh Rat Dr. Koch zum Minister des J?rnevn, den Gesandten von Nostiz-Wallwitz zu?n Minister des Kultus und öffentlichen Unterrichts.

Umtriebe mit der nordschleswigschenFrage".

, Kristiania, 27. Okt. Die nordsKeswisckie Frage, die be­reits s«t «Niger Zeit die rrorwegistt^ Presse beschäftigt, ivird w«t-cr eifrig erörtert, teilweise in ei?:er Weise, als handle es sich um norivegisches Gebiet. Einige Blätter verlang«: dic Zurück­gabe von ganz NordschileÄvig bis zur Eider, oder sogar die Internatronalisierung des Kaiser-Will-elm-Känals und befürwor­ten die Jitterv ention der Mliietten beim Friedens sch,lnß, 0>egen diese verbcrndssreundlichen Sttnnnen wendet sich nacl)drücll.ich der bekannte norlvegisch? Theologe Eibi??g Berggrav Jensen :?: ein«?: Aussatz im Morgenbladct. Unter Hinweis Mrs die politisch: Gefahr die Skandinavien aus ein«n solchen Vorgehen ettvachson könne weist er bestimntt den Gedanken zuttick, ein«n geftUagenen Deutschs land NvrdschileÄvig avznringen, tritt aber warm dafür ein, dem ??«u«i T^eutschfland bm Gedanken der Durchlfühnurg von stächt und Gevochititzkeit auch im Nordgebiet naheMleg«: unter Betonung des Umstandes, daß der Gedanke eftver Grimziegulierung schön früher von amtlicher d«ttscher Stelle erwogen sei.

DersMmnlmtgen und Kundssebirngen in Berlin.

Berlin, 27 Okt. (Amtlich.) Im Anschluß an fünf Wahl- versammlrmgen, die die unabhängige sozialdemokra­tische Partei Deutschlands Sorrntag mittag in Berlin vmanstaltct Ixitte imb an denen insgesamt ft'inß bis seckfstausend, Mensch«: teil?:ahmcn, kam es an einigen Stell«: der Stadt zu einige?: unbedeutende ln Ruhestörungen, die von ber Pvlizei ohne Schwierigkeiten unterdrückt wurden. Vor der russü-

fchen Botschaft batte sich am späten Nachmittag eine große An­zahl unreifer Burschen versammelt, die dircch ihr lär?nendes Auf- treten zahlreiche Neugierige lierbeizogen. Tadr:rch w,rrde der Ver­kehr l^hindert, so daß er durch (krtigmf«: der SckKtznlannsäfaft geregelt werden mußte. Es fanden im ga??zen sechs FesftiahmeN statt. ..

Die Neuordnung in hesien.

Staats minister Tr. v. Ewald gab, wie schon kurz gemeldet ivurde am Sa?nswg i?n Veffassiurgsausschuß der Zweit«: Kammer eine Erklärung ab: die nach der Tarinst. Ztg. folgende^ Wottlaut hatte:

In meiner Aeußerung zur Finge der Revision des Wahl­rechts in der Sitzung der Zweit«: Kainmer vom 20. März d. I. pa be ich darum hin gewiesen, daß «ne abwattende .Haltung für Hessen sich insolange empfiehlt, als ?::ck>t die Wahlreckstsftage in Preußen geklärt ist. Nach den Mitteilu?rg«i in der Presse vo-ln 18. d. M. sind ?iunmehr die Beschlüsse des Wahlreck?>tsauSick>usses des Hervenlauses dran Plramm dieses Hauses zu ge gang«:, stiach diesen Vorschlägen -darf für Preußen die Eiiirführung d^ gleichen Wahlrechts ohne jede Zusatzsttmme und die Ei?:führ?rr:g der V«:hä1t- niswahl für größere Wahlkreis $ als gesichert betrackxtet we.rden, ?venn auch die Bestimmungen des Wahlgesetzes im übrigen in all«: EinzcllMten ?roch?:icht feststehen.

Tie Rc.grerimg trägt hiernach kein Bedrarkra:, heute schon zu «klären, daß sie die A u f h e b u n g des M e h r st i m m e n r e ch t S und die E i n f ü h r u ?r g d c r V e r h ä l t n: s wa h l für die Wahl­kreise, in denen inehrere Abgeordnete zu IväWen sind, Vorschlägen wird, wrarn noch dem Ergebnis der AussckMßwwhirndlungen Aais- sicht besteht, daß diese Vorschläge die erforderliche Dc-ehrhei-t finden rverdeu.

Tie Regierung ist ferner ber«t, mit dem Ausschuß über die ?vraterhin bestehendcn Wünsche zu beraten, um aus dran Ergebnis, dieser Beratungen die Grundlagen dafür zu entt:eh?n«:, welche nie-iteren Vorschläge zur Aendernng des Wahlgesetzes ?md der Ver- n»altimgsgesetze fach- und zeitgemäß fin£> u?ti) mit Aussicht auf Erfolg gemacht lverden können.

Hinsichttich der Verwaltungsgesetze darf sie übrigens auf ihr Sck-veib«: vom 10. August v. I. .an den Herrn Präsidenten der Zweiter Kammer besonders hiilweisen. ,

Ich benütze diese Gelegrarheit, um nffch, wie Sie gewiß auch ettvatten wevden, zu der in dies«: Tagen auch in anderen rattjel* staatlichen La?ck>tagen eröittmt«: Fr,me der Teilnahme von . Vertrauensmännern des Parlaments an den Regierungsgeschäftcn zu änße?m.

Nach der Entwicklung der innerpolitisch«: Verhältnisse' im Reich lMbe ich mich in Gemeinschaft nnt meinen beiden Kollegen! für verpflichtet gehalt«:, S. Königl. Hohl dran Großherzog übev diese Entwicklung und die polittschen Folgen, die sich daraus für Hessen ergeben künitten, Vortrag zu halten. S. K. Hoh. haben darcuis crklätt, daß er sich auch bisher schon bei Ausnxihl dev Minister nicht auf den «igeren Kreis der Staatsbeamten beschränkt, sich vielmehr stets bemüht habe, nur solche Männer zu berufen^ voi: denen er glaubte, annehmen zu dürfen, daß sie das Vettrauenj des Volkes genießen. Se. K. Hoh. lpaben sich aber im Einklang! mit unseren Vorschlägen nnd Wünschen bereit erklätt, in Zukunft solche Berufungen nicht vorzunehme?:, ohne daß durch vorhettges geeiguetes Benehmen festgestellt worden ist, daß die zu Berufenden! auch vom Vettrau«: der parlamenttrrischen Körperschaften ge^ tragen sind.

Im Vettaufe des' Vottrages haben wir, um die Bahn für diese Entwicklung freizumachen, gebeten, u?rs von unseren Aem- lern zu ^ntbinchen. Se. K. Hoh. haben darauf dran Rücktritt des Herrn Mnisters des^ Jkmcrn ?md mranran Rücktritt mit Rücksicht auf rmser vorgerücktes LebensÄter grundsätzlich zugesümmt und sich den Zeitpunkt zu bestimmen Vorbehalten, M den: dieser Rückttttt erfolgen soll, dic Genehnrigung des Rücktritts des im besten Manuesalt«: stehenden und toie kein anderer mit den Finanzverhältniss«: Hessens verttauten H«crn Ministers der Fi­nanzen aber abgelehrtt und dies auch mtt der Anriahme be- gttmdet, daß dieser dran Lande im Einvernehmen mit den Land- ständen?wch längere Zeit ersprießliche Dienste leisten köime.

* * *

Am Ticiisiag den 29. Oktober tritt die Zrveite Kanrmer zu ei?rer Bollvrassammlung zusam?nen. Gleichz-itig find«: Fraktions- sitzu?^en und eirre Sitzung des Sondraausschusjes für Bersassungs- fragen statt. >

I Darmstadl, 27. Okt. Am Dienstag vormittag 10*/, Uhr tritt die Zweite Kammer zu einer ganz plötzlich anberaumten Voll­sitzung zusan:men. Außer Mitteilungen stehen auf der Tages­ordnung zwei Punkte: Regierungsvorlage betr. Verlängerung des gegenwättigen Landtages und die einmalige Teuerungszulage für die Beamten.

* . *

Tie Abgeordnet«: Reh und Henrich haben für die Re­vision der Verfassugsurkunde und des Wahl­gesetzes eine Reihe von Aitträgen eingereicht, die u .a. ver­langen: Beschränku?:g des Rechtes der Krone auf eine rein repräsentative Petätigimg: Beseitigung der Vorrechte des AdelD und der Standesherrcn, die sich auf Gebutt und Besitz stützen; Aufhebung der Familien-Fideikvn:misse sonne des Famileneigen- tums des Grvßherzoglichen L)auses: Beseittgurrg der bisherigen Ersten Kammer; Schaffung eines Sttmmrechtes für die Frauen: Beseittgu?:g aller Beschränkung«: des passiven Wahlrechts; gleich- inäßige Erneuermrg des gesamten Landtags alle drei Jahre.

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 28. Oktober 1918.

Einschränkung de- Eisenbahnverkehrs.

Der Minister der öffentlichen Arbeiten gibt üefaimt:

Tie zahlreichen Erkrankungen ander Grippe wirken schon längere Zeit in ganz «npsindlicher Wesse auf den Eisenbah??> ' betrieb ein. Tank der inzwisck-en durchgeffchrten Zugeinschränk?:?:gen! llo-nnte bis jetzt den Anforderung«: des Verkehrs noch einiger- . maßen «ttsprochen werden. Die starke Zunahme der Erkrankungen (es si?:d gegenwärtig 45 000 Bedienstete im Betriebe der Preußisch- Hessischen Staatsrasen bahn«: infolge der O^ttppe dienstunfähig) er- fordctt ab« schleunigst Aufhebung iveiterer Züge z?ir 0>«vi?n:img von Lokomottv- und Zugbegleittmgsperflmcck, um ranlste Schwirang- keitcn bei der Abünckluirg des kriegs?vichtig«: Und Nahrungsmittel. Verkehrs, insbesondere bei der Kartosfelversorgnng abzuiv'.'nden. Ta für Schnellzüge jetzt schon nur 20 v. H. der ZirgkiloMeter des letzt«: Friedraisfahrplanes gefahren werden, könne?: hier Einschränttrngen von Erfolg nicht mehr vorgrawmmen werden, zu?i:al diese Züge zün: Weitaus grüßten Teile dem Militärverkehr dien«:. Bei dieser ernsten Lage sah sich die Eis-onbahnverwialttmg datier genötigt, nun. mehr auch die P er son en z ü g e erheblich ei n z u s ch r än. len Und eilt«? großen Teil der zur Zeit fahreudrai Züge vorüber- 1 gehend crufzuheben. Bei diesen Eirsschä?:tüngen ivird nach Möglich­keit aus die Schrarung des amtlichen Berussvrackehrs soivie des Ver- Sehrs für die Rüsttr?rgsindi:sttie Rücksicht grarommen w^rde?^ Im Hinblick aus die zwingraidra: Gründe müss«: aber mich hier Ein­schränkungen d« Anfordenrngen an den Vettehr ein tretrar. Die Eis«lbah??verwnlt?mg «wartet von d«: armllchn Stell«: ?:??d den Dertrcttmgen der Nüsttingsindusttte, daß sie der schvierigra: Lage Rechnimg trag«: Und durch zweckentstwech«:de Maßnahme!: auf der: eingescknänktra: Fachplan Rücksicht nelMum. Im Berlin« Stadt-, Ringbahn- und VorortverVech soll zunächst nock) von Ein- sckiränkungen abgesehm lverden. Tie vorlwrfig nicht inech v«. kechend«! Personenzüge werden von den Essenbalmdirektionen ch- kanntgeegben werden.

Erj ist jetzt nrech denn je Wicht eures jeden, die von dev Els«chahnvcnvaltt:ng wied.-rholt «gangene Mahuu?:g zu veh-rzigrn und?ucr dan?r zu reis«:, wrarn unabwrasbar driirgrarde Oftünde vor- liegen.

** &nS fallende Züge. Ab 28. Oktober fall«: noch fol­gende Züge vör?'lb«>geh"i?d aus: T--Jug Eoblerrz ab 10,55 von?u, Frankfutt an 1,24 nassen.. T-'Zug Btainz ab 5,58, vorm, Coch lenz an 7,55, D-Zug Frankfutt ab 3^>4, Wln an 9.02 natim., T-Zug Köln ab 7,30 worin.. Franffutt an 12,07 nachm. D^^ua Wiesbaden ab 7,32 abends, Lndroigsl-afen an 9,07 imd T^Zug^da»