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Nr. 253 Zweites Statt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag. 28. Moder (9(8

Mi). Deutscher Reichstag.

197 Sitzung« vom 26. Oktober.

Am BundesratStifche: Gröber, v. Mann, Scheuch, Trimborn.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten. Auf der Tagesordnung steht die Debatte eines Ge­setzentwurfes auf

Abänderung des Artikels 11 der Reichs-Verfassung.

(Zustimmung des Reichstages und Bundesrats zu Kriegserklä­rungen.' Hierzu liegt ein Llbänderungsanttag der Mehrheitspar­teien vor.

Abg. Graf W e st a r p (Kons.) erhebt Einspruch gegen die Beratung des Abmrderuugsantrags. da dieser einen neuen Ge­setzentwurf da tt teile. Ter Antrag sei erst heute vormittag vor­gelegt worden. Tie Fraktionen hätten noch nicht dazu Stellung nehmen können, in solcher Uebereilnng sollten grundlegende Gesetze nicht gewacht werden.

Präsident Fehrenbach: AbänderungZanträge sind jederzeit zulässig, wenn sie im wesentlichen in Verbindung lrrit der Haupt­frage stehen. In früheren Fällen sind weirergehende Anträge ebenfalls zugelassen worden.

Abg. Gröber (Zentr.): Auch bei der Lex. Heinze wurden Anttäg? zugelassen, die ganz andere Gegenstände des Strafgesetz­buches betraft.!. In diesem Fall liandelt es sich nicht um neue Vor­schläge. Sie sind schon vor V-/ 2 Jahren bei der Verffassungsdebatte hervorgetreten.

Abg W e st a r p (Kons.): In diesen Fällen ist aber von nie­mand Einspruch erhoben worden. Wir. aber erheben Einspruch. In diesem Fall handelt es sich um euren Initiativantrag, von dem das Wohl und Wehe des Reiches abhängt. Deshalb müssen die drei Lesungen kassiert werden.

Abg. Ebert lSoz.): Nicht einfacher Widerspruch darf ent­scheiden, sondern die Mehrheit muß entschecden.

Nach weiterer Aussprach zur Geschäftsordnung wird die Zulassung dieses AbänderungSanttages beschlossen.

Abg. Müller- Meiningen (Fvrtschr.): Diese Anregungen sind im Verfcssungsaussckiuß vor längerer Zeit schon erörtert roorden. An die Stelle der movalifchen Berantwo r tl ichke it des Reichskanzlers soll die staatsrechtlich Verantwortung treten. Auch Bismarck bat in Jena 1892 zugegeben, daß de Rechte des Reichs­tages zu schlecht weg gekommen sind gegenüber den Rechten des Bundesrates. In Zukunft sollen alle administrativen und politi­schen Akte des Generalstabes unter die Verantwortung des Reichs­kanzlers fallen. Jetzt müssen alle diese Reformen durchgesührt werden, nicht unserer Feinde wegen, sondern um unserer selbst willen.

Tie Abänderungsanttäge der unabhängigen Sozialdemo­kraten, die das Wahlrecht, Aufhebung der Ersten Kammer usw. betreffen, können nicht zur Verhandlung gestellt werden, da sie nicht von 30. sondern nur von 24 Mitgliedern unterstützt werden.

Alg. List-Eßlingen (Natl.): Es ist auch notwendig, daß alle Zweige der ausübenden Gewalt dem Einfluß der Regierung untergeordnet werden. Das nationale Interesse gebietet, die Ver­fassungsänderung schnellstens geltendes Recht werden zu lassen, damit dem Ausland ieder Vorwand genommen wird. Wir stim­men dem Antrag zu.

Mg. Tr. v. Graefe (Kons.): Ich stimme dem Vizekanzler darin zu, daß es im 5. Kriegsjahr nicht zweckmäßig ist, Experi­mente zu machen. Tie Verfassungsänderung, die vorgenommen wird, um Wilson zu beruhig'n. ist nur ein Stück des Schwanzes, den wie dem Reichs Hunde abschlagen sollen. Wie ist es in dem Falle, wenn unsere Flotte plötzlich überfallen ioitt>? Soll dir Regierung da auch erst die Zustimmung des Reichstages abwarten? Wie dann, wenn die Legislaturpnnode abgelanfen ist? Müssen da erst die Neuwahlen abgewartet werden? Ter Reichskanzler ist auch preußischer Mmisterprä,ident. Durch die Verfassungsände­rung wird der föderative Charakter des Reiches vollkommen beseitigt.

Abg. Landsberg (Soz.): Mit voller Ehrlichkeit geben wir zu, daß diese Anträge von größter BÄuuttung sind. Durch sie wird die Regieruugsgewalt in entscheidenden Punkten in die Hand des Volkes gelegt. Herr v. Graiefe hat nicht gewußt, daß die bayerischen, sächsischen und württembergischen Offiziere schon jetzt unter Gegenzeichnung ernannt werden. Unsere Anträge sind nur eine Wiederlsecstellung eines Zustandes, wie er bis 1861 bestanden hat. Daß auch in einem parlamentarisch regierten Lande der König nicht ohne Einfluß zu sein braucht, beweist Eduard VII. Keiner von uns will einen Frieden der Schmach, der nationalen Zerslückekong. - Jeder will das Beste einsetzen, um von Deutschland em namenloses Unglück aktzuwenden. Bricht die Front im Westen zusammen, so haben wir unser Schicksal nicht mehr in der Hand. Tann sind wir nur noch Objekt der Friedens Verhandlungen. Und die Front muß zusammenbrechen, wenn im Jnlande der Bürger­krieg tobt. Tie Mehrheit des Reichstags ist gewillt und kräftig genug, der Freiheit im deutschen Volke eine Gasse zu bahnen. (Beifall links.)

Mg. Bernstein (Unabh. Soz.): Wir wollen einen wahren Völkerbund schaffen, nicht einen Bund der Staaten. Damit ent­fallen auch die Schwierigkeiten und Streitigkeiten über die Ab­grenzung der einzelnen StaatengebUde. Je radikaler wir ooraehen, desto besser wird der Frieden. Es kann keine verbrecherischere Hand­lung begangen werden als diejenige, die heute von den Herren der Rechten und deren Organen betrieben wird, den Friedein zu h-inLerrveiben und das deutsche Volk darüber zu täuschen, was auf dem Spien steht, wenn der Frieden nicht zustande kommt.

Kriegsminister Scheu ch: Wir können nichts in den ?lnträgen Knden, waS das feste Gefüge des Heeres erschüttern konnte. Be­sonders ist das persönliche Verhältnis zwischen König und Offizier durch die Anträge nicht berührt. Die deutsche Maunestreue tvird auch in Zukunft im Bestehen- unseres Heeres die beste Stütze feiiL (Beifall.)

Tie Anträge der Unabhmrgigon Sozialdemokraten werden dem Verfassung saus schuß überwiesen. Tie Mehrheitsanträge werden sodann in den Einzelabstimmungen und bei der Gesauit- iabstimmüng gegen die Stimmen der Konservativen und einiger Mitglieder der Deutschen Fraktion angenommen. (Beifall.)

Der Präsident wird ermächtigt, Tag und Tagesordnung der nächsten Sitzung anzuberaumen.

Schluß 5-/4 Uhr.

Aus Stadt und Land.

Gießen, hen 28. Oktober 1918.

Kartosfclbezugsscheine.

Nach den seinerzeit veröffentlichten, vom Großh. Ministerium des Innern genehmigten Bestimmungen Großherz oglihen Kreis­amts Gießen über die Versorgung mit Wiutevkartoffeln dürfen Kar- toffelbezngs scheine, die zum Bi uge von Kartoffeln von Land­witten berechtigen, nicht mehw ausgestellt werden. Anträge in dieser Richtung sind daher zwecklos. Tie Belieferung rechtzeitig aus- geswlller Kartoffelbezugsschnne kann bis Ende des Monats nock) er­folgen. Tie für den Bezug -von^ Kartoffeln von einer Städt. Verkaufsstelle gültigen Wiiiterkartosfel-Bcf.e lausweise verlieren am 15. November ihre Gültigkeit. Soweit sie bis zu diesenr Zeitpunkt nicht eingelöst sind, -erfolgt die Belieferung mit Kartoffeln nur aus Wochienkartofselmarken. Diese Maßregeln sind nottoendig, um rechtzeitig einen U eberblick über den Stand der Kattosselvcrsorgung in der Stadt Gießen M gewinnen. Solveit die Lieferung von Kartoffeln nicht unmittelbar durch Erzeuger an die Verbrauä-er erfolgt ist, müssen die erfott-ettichen Kartoffelnrengen bei dem Kommunalverband Gießen von der Stadt angefordert werden.

*

** A!uszeichnu ng. Dein Landsturmmann Robert H ans- tnann von hier, Sohn der Wilh. Hausmann Witwe, wurde das Eiserire Kreuz verliehen.

Konferenz der Hessischen Bergwerksbe­triebsleiter. Tie Betriebsleiter der hessischen Bergwerke wa­ren am 23. ds. Mts. in Benshcim zur 49. Betttebsleiterkonferenz versammelt. In Aubettacht der Wichtigkeit der Taaesordmmg waren auch die Kriegsamtstelle Frankfurt a. M., das Stellv. Ge­neralkommando und der Beauftragte des Kriegsmrnisteriums für Manganerzbergbmi vertteten. Tie Verhandlungen betrasen zunächst die Fragen der Arbeiwrbefchaffung, der Zurückstellung uwd Rekla­mationen und ihren Zusammeul-ang mit der Aufrechterhaltung der Produktiv. Eure besonders lebhafte Aussprache knüpfte sich cm das Referat des Bergassefsors Tr. Wemmer-Gießen über die Lohnsätze für Kriegsgefangene. Aich über die Versorgung der Arbeiter mit Schuhwerk und besonders mit Kleidung entspann sich eine längere Erörterung. Auf die Notwendigkeit, die Leute immer wieder auf den Gebrauch von Holzschnhen zu verweisen und dem meist un­begründeten Vorutteil dagegen entgegenzntteten, wurde mit allem Nackidruck hingewiesen. Es wurde auch schul eine Reihe von Bei­spielen mitgtteilt, wo die Ueberwindung dieses Bcirurteils voll ge- lrmgen ist.' Bei Besprechmg der Verpslegrmgssragcn wurde auf die Ungleichmäßigkeiten hingewiesen, die noch in der Verteilung der Schwer- und Schwerstarbeiterzeilagen begehen, und die Möglich­keiten zum Ausgleich solcher Vett'chedenheiten Wurden besprochen. Wegen Beschaffung von Futtermitteln für die Grube^cherdc wurden erneute Verhandlungen mit der Landessuttermittclstelle als not­wendig bezeichn et. Weiter wurde eine Reihe von Fragen der Arb-eiterversicherung, die Ausgabe neuer Vorschriften über Unfall­verhütung und Unfallbehandlung und einige bemerkenswerte Un­fälle selbst besprochen. Tie Neuauflage des gedruckten Bergwerks- Verzeichnisses auf Kosten des Betriebsleiterfonds wurde angeregt. Eine noch weiter zu verfolgende Frage ist die erhöhte Nutzbar­machung der Oedländereien, wie Halden, alte Tagebaue und Schlammteichflächen, durch Bepflanzung mit kriegswichtigen Pflan­zen, wozu t*m Fack/enten besonders der sogenannte verbesserte Ginster empfohlen wird. Endlich wurde nock die Pe'chasftmgs- möglichkeit und Tr auch rar seit von Tamp'l-istzügen behandelt, die für die nächste Zukunft wohl mehr als' bisher Verwendung finden werden. Ein Teil der Anwesender besichttgte im Anschluß an die Sitzung noch die Deutsche Feuerlöscher-Bauanstalt G. m.h. H. A. Wintrich & Goetz in Bens heim, die in dankenswerter Bereit­willigkeit ihren Feuerlöscher im Betrieb vorführte.

Landkreis Gießen.

** Großen-Linden, 26. Oft Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde dem Bürgermei stereige Hilfen Winker H. Stein el, im Minkerzug 44, verliehen. Er ist Sohn des Schre me r U r ei stets Stemel.

)( Mainzlar, 25. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielten Schütze Ludwig Müller und Wehrmann Heinrich Schlapp. Schlapp befindet sich zur Zeit in französischer Gefangenschaft. Musketier Friedrich Rein befindet sich ebenfalls seit den letzten schweren Kämpfen in französischer Gefangenschaft. Vermißt ist Musketier Wilhelm Sommer.

Kreis Büdingen.

ba. L or b ach. 25. Okt. Leutnant d. Res. Heinrich H en s o hn. z. Zt. in einem Res.-Huf.-Regt. im Wesftn, wurde für schneidige Führmrg und dabei hervorragend bewiesene persönliche Tapfer­keit mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Die- bach a. H. Schütze Will-elm Blum erhielt das Eiserne Kreuz. Hainchen. Fritz Kaufmann, Res.-Jnf.-Megt. Nr. 222, wurde zum Unteroffizier befördett.

na. Nidda, 26. Okt. Vizefeldwebel Otto S ch w ö be l von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter .Klasse nnd der Hessi­schen Tapserkeitsniedaille, wurde zum Leutnant der Reserve be­fördert. Das Allgemeine Kttegsehrenzeichen wurde Gewerbe­lehrer End res verliehen. Auf Vorschlag des Hessischen Landes­vereins wurde dem Vorsitzenden des Zweigvereins' Nidda vom Rotzen Kreuz, Oberst z. D. Weimer, die Rote-Krauz-Medaille dritter Klasse verliehen.

Letzte NaÄiricbterr.

Dev neueste rZericht der Oeeresleitung.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Oktober.

W e stl i ch e r K r i e g s f cha u p l a tz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Keine größeren Kampfchaudlungen. Siwwest'ich von Deinze, östlich von Avelgenr und bei Artres (südlich der Schelde) wiesen wir feindliche Angriffe ab. Bei Säuberung einzelner Engländernester bei Famars und Engle-Fontaine machten wir Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Uebergangsversuche des Feindes über den Oise-Kanal bei Topigny wurden vereitelt. Zwischen Oise uild Seri-e nat^-

Gietzenev Stadttyearev.

Flachsmann als Erzieher.

Gießen, den 25. Oktober 1918.

Flachsmann als Erzieher war aktuell, als er 1900 im Schau­spielhaus zu Dresden zum ersten Male über die Bretter ging. Es wucbß aus einer Sttömung hervor, die den Geist des Untzer- rickstes zu reformieren begann -uud die eine Reihe ähnlicher Tendenz­stücke ivie Max DrttiersPwbekanoidatcn" uick> die Schülerromane tm Gefolge hatte, deren bevaimlester wohl Hermann HessesUn­term Rad" ist. Flachsmann als Erziel>er hat auch heute unter der PawleFreie Bahn dem Tüchtigen" eine gewisse Aktualität erreicht. Außerdem gewinnen bestimmte Vorgänge und ?6eirdungen unge- 'wottt eine Beziehuirg zu gewissen politischen Zeitereignissen, und» das trug nicht wenig dazu bei, dem wirksamen Theaterstück erhöhtes Interesse entgegenznbringeil. Obwohl Tendeirz stück, bas deir Teufel schwarz 'und den Engel weiß malt uiro dem Bösen prompt die Strafe, dem Guten ebenso prompt den verdienten Lohir werden läßt, wird Flachsmann sobald noch nicht in der Gunst des Publikums sinken: denn der Tendenz ist die Spitze genommen, weil sie sich nicht gegen ein Sy stein, sondern gegen einen unfäbigeii Popanz dieses Systems rrchttt: die einzelnen Lehrertypen sind bis znm Lchuldiener l)erab von Otto Ernst, der selbst Volksschullehrer war, feixt unterhaltsam ferrifi-ext; die im Grunde dürftige Handttllng wird durch humor­volle Eins alle des Schulwitzes und das Herausstellen fvrtaeschtt tte- ner Forderungen der Jugenderziehung auf das geschickteste belebt.

Da das Stück in Gießen zum letztenmal vor vier Jahren ge­geben wurde, datt sein Ii>l>alt als bekannt vorausgesetzt werden.

Tie tx itc:; Gegenspieler, schßvarz und weiß, wurden durch Adoli T e l e l y und Oskar F c t g c \ dargestellt. Mols Teleky

zeigte sich damit znm ersten Male in einer bedeutenderen Rolle. Er hatte das rcncdige Schaf FsachSmann, den Urkmidenfälscher, pedantt'scheu (?)eirieerdroßler, miserablen Bildungsschuster, bornier- tart Heuchler, lüsternen Niovalwächber und feigen Schuft zu einem menschenähnlichen Individuum umzuformen, das seine Stellung doch nich-t allein dem heiligen Buremtkrattics verdanken durfte. Die Umformimg gelang, und aus dem Phantom wurde eine menschliche Gestalt. Oskar Feigels Aufgabe war reziprok. Er hatte das Tugendlamm Flemrning, den genialen Jngeudbiwner, den Mann mit der idealen Forderung einen Kerl und keinen Maul­helden oder Musterknaben fern zu lassen. Auch dies gelang. Nun brachte nod,< Karl V o l ck als Regierung-Zsckpllrat md ttchtender Gott über Gut und Böse deu notwendigen Sck)sneid eines auf geklärten, scharfblickenden und zielbewußten Menschen mit, >md das Stück stand. In die geschickt abgesturften Lehrertypen teilten sich die Herren: Cutt Lerch. Wilhelm Koch, Carl Schaum, Artur Reppert und Rudolf Jelikokf, wobei die sich er­gebenden Sonderlichkeiteu der einzelnen Spezies genügend scharf ausgeprägt »vuvden, vom geisttötenden Pedant«! zum stumpf­sinnigen Pauker, vom gewissenlosen Verbildner bis zum tüchtigen Schulmann und zum Erziehnngsenthusiasten. Rcidolf Goll spielte den sich wickftigtue'ud«! SckMldiener überzeugend und Otto Conradi ebenso den jovialen Schulinspektor. Von den Damen gab Luise Delos6a mit kurz an gebunden er Schvoffheit die eman­zipierte Erzieherin, Fttedel Toerr die nur den Brvteriverb suchende Lehrerin, die in chrem Wesen ein süßes, liebebedürftiges Mädel geblieben ist. Ihr Spiel war sinsch, wenn auch im Glücks­jubel niäft ganz überzeugend. Kleinere Rollen paßten sich ein.

. In der Spülleitung erbvgchte Adolf Tel ety diesmal einen guten Befähig...uisn^chweis.. zz

men wir in vorletzter Nacht in dem vorspringenden Bogen zwischetl Origny und La Ferte stehende Truppen in die Linien westlich von Guiseöstlich von Ereey an der Serrc zurück. Der Feind griff unsere neuen Linien südlich von Guise an. Unler^Einbuß? zahlreicher Panze.'wagen wurde er abgcwiestn. Am Souche-Abschnitt sch-eilerten am frühen Morgen erneute Angriffe der Franzosen zwischen Froidment nnd P.erroponl Westlich der Aisne fanden gestern nur örtliche Kämpfe statt. Feindliche Angriffe gegen unsere auf dem Südufer der Aisne, südwestlich von Retel und bei Nilly stehenden Truppen wur­den abgewiefen. Auf den Aisne-Höhen östlich von Bouziers nahm der Artilleriekanrpf am Abend in Verbindung mit er­folglosen Angriffen des Gegners östlich von Ehestres vor­übergehend große Stärke an.

Heeresgruppe Gallwitz.

Auf den Höhen östlich der Maas wiesen wir Angriffe der Amerikairer am Walde von Consenvoyo und am Ormont- Walde ab.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die eingeleiteten Bewegungen wurden planmäßig weitergeführt. Südlich von Rudnik und Toyota erfolgreiche Nachhutkänrpse. Beiderseits der Morava besteht nur geringe Gefechtsfühlung mit dem Feinde.

Der Chef des Generalstabes des Feldheeres.

Gesterreichische Antwortnote an Wilson.

F r a n k s u r t a. M., 28. Okt. (Privattel.) Hiefigen Blättern zufolge hat die Antwortnote des Grasen Andvassy an Lansing fol­genden Wortlaut:

In Beantwottung der an die österreichische Regierung gerich­teten 9Äite des Herrn Präsidenten Wilson vom 18. d. M. und im Sinne des Entschlusses des Herrn Präsidenten, mit Oesterreich- Ungarn gesondett über die Frnge des Waffenstillstandes und des Friedens zu spreche^, beehtt sich die österreichisch-ungarische Re- rung zu erklären!, daß sie ebenso wie den früheren Kundgebungen^ des Herrn Präsidenten auch seinen in der letzten Note enthaltenen! Auffassungen über die Rechte der Völker Oesterreich-Ungarns speziell über jene der Tschecho-Slowaken und der Jugo-Slawen, zu'ttmmt, daß somit Oesterreich-Ungarn sämtliche Bedingungen! angerwmmen hat, von welchen der Herr Präsidertt den Eintritt in Verhandlungen über den Waffenstillstand und den Ftteden ab­hängig gemacht hat. Nach Ansicht der österreichisch-ungarische!^ Regierung steht sonach dem Beginn dieser Verhandlungen nichts mehr im Wege. Die österreichisch-ungattsche Regierung erklätt sich daher bereit, ohne das Ergebnis der anderen Verhandlungen abzu­warten, in Verhandlungen über den Frieden und über einen soforti­gen Waffenstillstand auf allen Fronten Oesterreich-Ungarns einzu­treten und bittet den Herrn Präsidenten Wilson, die diesfalligeick Einleitungen treffen zu wollen.

Kabinettslvech'el in Oesterreich.

Wien, 28. Ott... Der Kaiser hat mit Lands Treiben vom 27. Oktober die Demission des Ministeriums Hussarek angenommen und Hofrat Tr. Lammorsch zum Niiuisterpräsideitten ernannt.

NLiDerung der Zensur.

i. Köln, 28.Okt. (Dvahttr.) DieKreuMg." meldet aus Berlin: Ter Staatssekretär Gröber rvird am Montag mit Ver­tretern der Presse eine Besprechung abhalten, um Anregungen über die Milderung der Zensur zu empfangen. Am Montag nachmittag wird er mit den! Kttegsministcr eine entidjeibertbe Beratung haben. Die Friedensziele der Feinde.

London, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter-Meldung. Tie Konferenz der französischen, italienischen, belgischen und britischen Sektionen des inter­alliierten parlamentarischen Komitees nahm ein­stimmig folgende Resolutionen an: 1. Es ist wesenttich, daß 'die jetzt im Kampfe für die Freiheit vereinigten Nationen ihre enge und herzliche Verbindung beibehalven, bis die noch immer drohen­den Gefahren durch die vollkoinnrene Ueberwindung der feindlichen Mächte beseitigt wrd die Gefahr der künftigen Wiederkehr von Schrecknissen, wie die gegcnwättigen die Äienschhert heimsuchen, ab- gewandt ist. 2. Es ist von l-ervorragender >Bedcutulrg, daß die Re­gierungen der jetzt im Kampfe für die Freiheit vereinigten Nationen sc sott an die gemeinsamen Vorbevettungen eines S>chemas für die Wucherung und Enttvicklung der Gesellschaften, der Nationen nach dein Kttege und tz-ur Erreichung eines dauerhaften, durch das vereinigte Vorgehen der freien Völker gewährleisteten Friedens herantntt. 3. Tie Neugestaltung MittelouMpas inuß aus der Grundlage der Nationalitäten vor sich gehen, und zivar im Hinblick sowohl aus das Recks: der Völker, über ihr eigenes Geschick zu be­stimmen, als auf die Bürgschaften, die wesentlich sind für einen dauernden Frieden Europas. 4. Tie Verluste au Handelsschiffs raum durch den Unterseeboott'tteg müssen soweit als möglich durch Ab- lieserlmg feindlichen Schiffsraunis gmgemacht rverden. 5. Tvs Komitee stellt den im Krieg asso^ietten Regierungen die Notwendig­keit vor, daß die tttterallrietten Luftsvrertkräfte sick^ nötigenfalls an der Ueberioindung eines letzten feindlick-en Widerstandes durch einen Luftfeldzng über dem feindlichen Gebiet beteiligen. 6. Das Komitee fordett die affozietten Regierungen auf, unverzüglich eine Kommiffion zwecks Ernreihiung von Vottck/tägen für eine inter­nal io natt Luftgesetzgebuwg zwecks Einrichtung bestimmter Luft­verkehrslinien einzusetzen.

Der Widerstand der Oesterreicher.

Lugano, 27. Okt. Tie italienischen Blätter heben in ihrem Bericht über die Kämpfe an der ,Piave- und Grappafrvnt den außerordentlich- zähen Widerstand seitens der öster- veichis-chen Trupmn hervor. Die römischeEpoca" schreibt: Die österreichischen Truppen verteidigen ihre Stellungen bis zum äußersten irnt> führen mit verzweifelter Hartnäckigkeit Gegenangrifte aus.

Meuterei eines holländischen Regiments.

i. Köln, 28.-Okt. (Drahtn.) DieKveuzzrg." meldet aus Amsterdam: Im holländischen Militärlager Haarskamp hat das erste JnsaTttette-Regiinent gemeutert. Tie Hauptbaracken des La­gers wurden nieder gebrannt. Es gehen wilde Gerüchte um Man spricht von Toten und Verwundeten.

Bekanntmachung.

Betr.: Benürtschaftting der Runkelrüben. 8189c

Turck-i die Verordnung des .Herrn Reichskanzlers vom 9. März l. I. ist der Erzeugerhö'chstpreis für Runkelrüben Tickwurz) auf 1,50 Niork je Zentner festgesetzt worden. Tie von uns init Er- inüiäsäigung der Reichsstelle sin' Gemüse und Obst beioilligte Lie ferungsptämie von .50 Pf. je Zenttrer wrw für alle Runkelrüben bewilligt, die bis zum 3 0. N o v cmbei l. I. an uns ge­liefert iverden Wir bringen dies hiermit zur Kenntnis der Betei­ligten.

Mainz, den 25. Oktober 1918.

Hessische Landesgemüsestelle. Deru>altungsabtci1ung.

Der Vorsitzende: Werner, Reg-Rat.

B e t r.: Wie oben.

Dic Hessische LandeS-Gemiisestelle. VknoaltungSabteillmg.

an die

Großh. Bürgermeistereien der Landgemeindell des Landes.

Wir encpfthlen Ihnen, die vorsteliev'de Bekannttnachirng in Ihren Gemeinden ortsüblich« z-n verüfsentlickvn.

M a i n z, den 25. Oktober 1918

Ter Vorsitzende: W e nt c r, RegierungSrat.