Nr. 225 Zweiter Blatt
(Siefienet Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Montag. 23 . September
Arrs Stadt und Land.
Gieheu, den 23. September 1918.
** Amtliche Personalnachrichten. Ter Grvßherzog empfing am 21. Sept. zum Vortrag: den Staatsminister Tr. v. Ewald, den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geh. Rat v. R ö m - Held: außerdem den Major v. Klippstein und den Haupt- mann Mo r ne weg. — Ter Großherzog I)at am 17. August d. I. dem Minister der Finanzen Tr. Johannes Becker Exzellenz zu Tarmstadt die Erlaubnis zur Annahme uird zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 1. Klasse erteilt. — Der Großherzog hat am 31. August d. I. den Vortragenden Räten im Ministerium der Finanzen Geheimen Obersinanzrat Georg Seist und Geheimen Oberbaurat Ludwig Hummel zu Tarmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihnen vom König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 3 .Klasse, an demselben Tage den Buchhaltern bei dem Ministerium der Finanzen Rechmmgsräten Georg Lang und Georg Leiser, sowie dem technischen Revisor bei diesem Ministerium Rechnungsrat Theodor Petry — sämtlich zu Darm stadt — die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihnen vom König von Preußen verliehenen Roten Adlervrdens 4. Klasse erteilt.
** Tie Großherzogliche Handelskammer Gießen teilt amtlich mit: Durch die Bekanntmachung betreffend die Anmeldung des im Inland befindlichen Vermögens von Angehörigen feindlicher Staaten mrd betreffend die Anmeldung von Auslandsforderungen vom 30. Januar 1918 (RGBl. S. 67) ist die Verpflichtung zur Anmeldung des in Deutschland befindlichen feindlichen Vermögens ans die Angehörigen von Japan, Portugal, Italien, Vereinigte Staaten von Nordamerika, Panama, Kuba, Liam, Liberia, China, Brasilier: ausgedehnt. Aus den in überaus geringer Anzahl bei dem Treuhänder für das feindliche Vermögen erngegangenen Anmeldungen ist ersichtlich, daß noch sehr erhebliche im Jnlande befindlichie Bernrögenswerte unserer Feinde, namentlich der Amerikaner, nicht zur Anmeldung gelangt lind. Bei der Rücksichtslosig-keit, mit per unsere Feinde der: Wirtschaftskrieg führen, bei der ungeheuren Summe, die nach Mitteilung der Tagespresse namentlich der amerikanische Treuhänder an deutschen Werten in Feirrdesftrnd beschlagnahmt hat, ist es eine nationale Pflicht iedes Deutsche, die in seinem .Besitz befindlichen feindlichen Werte, Guthaben der Feinde, Nachjlastwerte, Grundstücke und dergleichen, unverzüglich zur Anmeldung zu bringen. Tie Kammer ersucht noch- rnals aus das dringendste alle diejenigen, die feindliche Vermögenswerte hinter sich haben, unverzüglich ihrer Anmeldepflicht zu genügen, wobei sie darauf besonders hinweist, daß das Unterlassen nach der Verordnung betreffend den Treuhänder für das feindliche Vermögen vom 19. April 1917 (RGBl. S. 363) unter Strafe gestellt ist. Tie dlnnreldungen haben unmittelbar bei dem Treuhänder für das feindliche Vermögen, Berlin W 8, Kronenstr. 42/43, zu erfolgen, der auf Anfordern dre nötigen Anmeldeformulare übersendet.
** Zuweisun g oon Hülsenfrü chiten. Auch in diesem Erntelahr geh.m bei der Reichsgetreidestelle zahlreiche Anträge mm industriellen Werken, Stadtverwaltungen usw. au: Sonderzuweisungen oder Gestattung des freihändige:: Aufkaufs von Hülsenfrüchten ein. Diese Anträge sind zwecklos. Im Einvernehinen mtt dem Staatssekretär des Kriegsernährungsamts werden sie ausnahmslos abgelehirt, da die Rcichsgetreidestelle alle erfaßbaren Bestände zur Deckung des Bedarfs für Heer und Marine wrd zur gleichmäßigen Belieferung von Hülsenfrüchten an die in der Kriegswirtschaft tätige Bevölkerung braucht.
*r § * i s ka r t en Die technischen Lehranstalten zu Offenbach a. M. stellen zur 9. Kriegsanleihe Kriegsspar karten zu 1, 5 und 20 MS. her. Die Bestellungen der Kassen sind bei den Offenbacher Lehranstalten unmittelbar zu bewirken. Der Vertrieb der Kriegssparkarten darf bis zum 1. November erfolgen.
Landkreis Gießen.
l_t L a n g -Göns. 19. Seht. Dem Grenadier .Heinrich Leicht wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehe:: rc-c ** drnnster. 20 Sept. Geft. 'Paul Heß. Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen TapserLits medaille wmLe zum Unteroffizier befördert.
Letzte Nachrichten.
De» neueste Bericht der Heeresleitung.
<WTB.) Großes Hauptquartier, 23. Septbr. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz ye«res gruppe Krouprinz Rupp recht.
Bei örtlicher Untmiehmimg südlich von Neuve Lhapeile machten wir Gefangen«. Die Artillerietättgkeit lebte zwischen Ypern und La Bassee. beiderseits der Scarpe und am Kanalab sch,litt südlich von Marguwn auf.
Heeresgruppe Generalober st vonBoehn
In den Abschnitten östlich und südöstlich tun Epchli sowie Mischen Omignon-Bach und der Somme nahm der Arttllenekampf am Nachinitiage wieder gröbere Stärke an Jnfanteneangriffe. die de? Engländer gegen unsere Linien sullüstlrch von Epchy ri-5ttctt. wurden abgrwiescn Wie in den letzten Tagen ^icknetc sich! auch gestern die 0 Gards- Jnfanteric-Division besonders aus. Wahrend der Nacht hielt starke Fenectätigkeit mr. In 'nächtlichen Angriffen östlich von Epeh!, satzte der Kernö in einzelnen Grabenstücken Futz. Vor- selb kämpfe .an der Oise.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Ailette und Aisne flaute die GefechtStärigkett gestern ab. Erkundungsgefechte in der Champagne.
Heeresgruppe Gallwitz.
Zwischen der Cot« Lorraine und der Mosel war der Artilleriekampf am frühen Morgen zeitweilig gesteigert. Der Feind. der mit stärkeren Abteilungen gegen Haumonk. südlich von Danlptviteur und Rembercourt mrsttetz und mit Grkmümngsabteilungen mchrfach gegen unsere Stellungen heranfühlte, wurde abgewiesen. Westlich der Mosel schoben wir unsere Linien etwas vor.
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Leutnant Lörzer errang feinen 42., Leutnant Bäunrer feinen 36. Lustsieg.
Der Erste Generalquarriermeister Ludendorff.
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Der Kaiser über Elsalr-Lothringen.
Berlin, 23. Sept. Der Kriegsberichteestatter des „Bert. Lokalanz.". Ros ner, meldet aus dem Westen über eine Airsprache, die der Kaiser an einen Kreis um ihn versa.mmett1ev deutscher Und österreichisch-ungarischer Offiziere aus hier sann Kampf eingesetzten Einheiten richtete. Der Kaiser wandte sich zunächst an die deutschen Offiziere und sprach ihnen in warmen, tiefergreifenden Worten seinen Tank aus für das, was sie im Lause dieses Krieges für das Reich und seinen siegreichen Bestand, geleistet, und wandte sich dann an die Offiziere der uns bundesbrüderlich verbundenen Ar.nee. Er sagte: Und Sie, meine Herren, sind mit Ihren Verbänden zu uns an die Westt front gekommen als treue Kameraden und Hekstr, die uns hier in unseren schweren Kämpfen beistehen wollen, so wie wir vorher mehr als einmal als getreue Kameraden mrd Helfer zu JMen kamen, um Seite mi Seite mit Ihnen für unsere gemeinsame trete und starke Zukunft yii fechten. Auch Sie wissen, daß :mr hier vielleicht vor harte:: Kämpfen stehen und Sie wissen, wen Sie hier gegeirüber habe::. In Ameriva drüben ist das Wort gL- fallen, die Ameriöaner hätten den Willen, Elsaß-Lothringen, das die Franzosen sich nicht selbst erobern könnten, der französischest Republik als ein Geschenk aus ihrer Hand yu. übergeben. Es will scheinen, daß große Anstrengungen unternommen werben sollen, um Taten an diese großen Worte zu knüpfen. Auch Sie werden, wenn erst die rechte Stunde kommen soll, de:: Gegnern mit meine:: Truppnr die rechte Anllvort aus sein Unterfangen geben.
Die Brramngen der Parteien.
Berlin, 23. Sept. Ter Staatssekretär des Answärttgen.
v. H.rntze hat am gestrigen Sonntag eine Anzahl Parteiführer
fangen, u. a nach der ,Mofs. Ztg." den ?)«UrumsabgMrdneten Er-- berger ur« den fortschrittliche:: Abgaoroneten Fischbeck. Heute wer- den d:e KonfevenzM bei dem Staatssekretär fortgesetzt. Es werden konservative and vatioimllibcrale FraMonsführer zu Worte romutten.
Vizekanzler v. Payer hat in den letzten Besprechungen mrt.den Abgeordneten der Mehrheitsparteien. u. a. mit den Abg. tzamsmann. Fischbcck, Neumann, Erzberger, Grober, HerÄd, Ebert -Lchewemann und Sübekum.verhandelt.
Der Beginn der Verhandlungen der Zentrums- frart:on, von denen gesagt wird, sie seien für das weitere Programm der Mehrheitsparteien von ausschlaggebender Bedeutung. : t auf 9 Uhr pormitt_7Z anbevauntt. Tie fortschrittliche Voll^ beginnt ihre Frartionssitzung Mittags um 12 Uhr. 'Abends /s7 Uhr ftndet die interfraktionelle Besprechung der Mehrbejts- parteren statt.
^^EtgliEd der Z-entrmnsfraLtion äußerte einem Vertreter ^ ^kalau^ngers" geg-müber: Es ist kein Geheinmis, daß innerhalb der Mehrheitsparteien Bestrebungen im Gange sind d:e eure andere Richtung emschlagen wollen und auf die Emführunql des Parlamentarismus abzielen. Aber sie gchen von einzeln sonlchkeiten und Gruppe:: innerhalb der MehcheitsParteien aus und mutzten, um Erfolg zu haben, selbst, erst die Mehrheit im Reichstag gewinnen. Ohne das Zentrum gibt es keine Mehrheit und das Zen- trmn hat bislrer noch immer aus dem StandpuM gestanden, dvges eu^en solchen Weg nrcht mitmachen wird. Nachdem der Kanzler unö Regrermtg ihren Teil der Abmachungen mit der Mehrh^t vollkommen erfüllt haben, besteht auck> nuht die geringste Veran- lassung für emen WecktA m der Regierungsftirm. Unsere Feinde ftnü allerdings warme Verfechter einer .Pvrlamentarisierung und Demokratisierung, :n Deutschland, aber wer da glaubt, daß die Herren Wilson. Lloyd George und Clemenosau keinen ichnlicheren Wunsch haben, uns ein gutes Bett zu machen, dem ist wohl nicht zu heuen.
Eine italienische Aufforderung an Oeftrrreich-Unganr.
Lugano, 22. Sept. „Corriere della Sera" fordert n: emem Lettarttkel, der nach seiner Form! nichit auf der Redaktion entstalst^n ist, ft: höflicher Weist Oesterreich-Ungarn auf territoriale Zugeständnisse zu machen und wenn es bevett st^ Ernste und anständige Zugeständnisse in dieser Hinsicht zu machen, sich vertraulich darüber austzusprechew Oesterreich-Ungam wurde schon Mittel nnd Wege hierzu finden.
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Kriegsanleihen hat das deutsche Volk schon ausgebracht; wir sind dadurch nicht ärmer geworden. Wenn wir das Erreichte nicht aufs Spiel setzen wollen, dürfen wir jetzt im letzten Augenblick nicht versagen. Darum alle Ersparnisse heraus! Wer keine hat, zeichne eine „Kriegsanleihe-Bersicherung". Schon bO—60 M. Jahresbeitrag ergeben 1000 M' Zeichnung. Wenn so jeder an seinem Teile tut. was er kann, wird sie alle anderen überragen, die deutsche Kriegsanleihe-Serie ^
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Allgemeiner Deutscher Versickerungs-Verein a. G.in Stutr- gart. Näheres durch die Generaldirektion in Stuttgart oder die Bezirksdirektton Frankfurt a. BL, Kcüserstr. 0fi IX
Es wird hierdurch bekanntgegeben, daß am
Dienstag den 24., Mittwoch den 25., Donners- tag den 26. und Freitag den 27. d. M. Obst und Gemüse wegen Ueberfüllung nicht angenommen wird.
Aß- M keiniisktriickMllliige da Stadt Eießc«.


