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Trackvfiykeit seiner Herrscher zurSckweist, d«m würde das Voll

in der Vorherrschaft des Militarismus im großen Völkerbund willkommen sein. Aber die einzige siche« Grrördlage ist nur ein vollständiger Sieg.

Ter Friede muß von solcher Art sein, daß er sich dein ge­funden Menschenverstand und dem Genüssen der Nationen von selbst empfiehlt. Er darf nicht von extremen Leuten irgendnxlcher Partei diktiert werden. Wir könnten den Deutschen nicht erlauben, pms einen erniedrigenden Frieden mrfAuzwingen. Wir werden Boeder selbst den Prester Frieden anrvehmen, noch ihn unseren Feinden auf-nüngen; sobald eirre richtige Art Friede geiichert ist, können wir mit rnl-igen Nerven und gutem Gewissen daran gehen, die neue Welt auftubauen, in der diejenigen, die viel geopfert baden, in Frieden und Sichmheit zufrieden wohnen können. Wir müssen aus (den Lehren dieses Krieges lernen, daß sich dos Reich M einer festeren, geschlossenen Macht ausbilde, als sie es jetzt ist. Zn dem Augenblick. in dem der Krieg vorüber ist funb die Arbeit des (Wiederaufbaues beginnt, ist viel über die Borbeverkung des Krieges nach dem Krieg gesprochen worden. Es ist ebenst, ipjch-ig, ixn Frieden nach dem Kriege vorzubereiten."

Starker, anhaltender Beifall begrüßte den Schluß der Rede

Beim Frühstück mit dem Lordmayor bemerkte Lloyd George: ?lls er zuletzt in Manchester gewesen sei, hätten, einige Menschen von einem Kompromiß gesprochen und gesagt: .Laßt uns doch einen iVerhcnrdlrmgsfrieden schließen!" Seine Antwort daraus sei gewesen, daß es kein Kompromiß geben könne. Mit erhobener .Stimme erklärte Lloyd George unter lautem Beifall:Wir ^werden bis zum Ende weiter kämpfen."

Die Mütter von Lancafhire widmen dem Premierminister ^An­erkennung und erklären, daß er mit Rücksicht auf das große Ver­trauen, das er den Alliierten einflöße, und mit Rücklicht aut seine außergewöhnliche Triebkraft und ^Entschlossenheit und seine weitausblickende Kriegspolitik am Ruder Aeiben und die Alliierten zum Siege führen müsse.

London. 13. Sept. (Reuter.) Aus Manchester wird ge­meldet, daß Lloyd George an einer Erkaltung mit starkem Fieber erkrankt ist und daß er infolgedessen vielleicht außerstande sein wird, allen seinen Verpflichtungen in Lancafhire nachzu-

kommcn.

Die Kohlennot in England.

Bern. 13. Sept. (WTB. Nichtamtlich ) Die Kohle nkri si s, der stk» m den letzten Tagen bereitsDaily Mail" undMör- mng-Post" in alarmierenden Leitartikeln geäußert haben, wird jetzt von der gesamten englischen Presse lebhaft erörtert und ruft Stimmen des größten UnLvillcns über die mangelnde Voraussicht der Regierung hervor, sowie die Forderung, durch sofottige Zu­rücksendung der ms .Hver eingestellten Grubenarbeiter in den Kohlengruben Abhilfe zu schaffen.Daily News" gibt vor zwei Tagen an. es sei anttlich erklärt daß dieKvhlenlage" so ernst ist, wie sie nur sein kann und erheblich ernster, als die Nahrungs- mittellave je gnmscn ist. Die Zeitung sagt dazu: Die Krisis, die so wohlbegrürrdeten ,Alarm verursaclst. beruht direkt aus einen Opportunisinus der Regierung, die ihr Augenmerk immer nur aut die Bedürftnsse der Gegeirwart rickMe urw Verpflichtungen übernahm, die. ohne nationales Mißgeschick zu verursachen, nicht eing-halten werden können. Sie weist aut die vom Kohlenkow- trolleur bekcnnttgegebene Statistik hin, in der der ersichtliche Rück­gang der Köhlen sördcrung bereits im Januar, Februar und März sehr ausgesprochen war. und tadelt Lloyd George scharf, daß er trotzdem die Einberufung weiterer 50 000 Grubenarbeiter im April zuließ, derselben Oftlbenarl>eiter, die jetzt von per konser­vativen Presse als Paziftsven und Bolschewisten verschrieen wür­den. Tie Kohle, sagtDaily News", ist heute des Lebensblut der Mim«, und der leistungsfähige Kohlenhauer leistet der natio­nalen Sache in den Kohlengruben.von Südwales veickLich ebenso wickitigen Dienst, wie er vor Cambvai und Douai zu leisten vermag. Daily Ehnrnicle" schreibt: Diese ziigespitztt Lage ist hie Folge der kurzsichtigen sclmxurkenden V-'littk des Kriegskabmetts. Krhle ist nicht nur das allernötigste Rohrwodukt für die Kriegs sühn mg, sondern das Lebenselemrnt für die Einheit der Mliierten. Aehn- lich schreibenWestminster Gazette" und Evening News",Man­chester Guardian" deutet an. daß die kurzsichtige Entblößung der Kohlengruben von der notwendigen Arbeiterschatt auf Bestimmung und aus bestimnrte Zusage der englischen Regierung, gewisse neue Quoten an Lectten zu stellen, beruhe. Die Zeitung sagt, die gegen- wärtige Arbeitsteilung der Alliierten ist falsch und unwirtschaftlich Die Feh^baftiakeit wird in grellstes LrrlL gesetzt durch die Krisis in der Kohlenförderung und im Schiffsbau.

Daily News" berichtet, daß die Eisrmbahngesessschaften im Be­griff find, die Fahrpläne weiter einzuschränken und Maßnahmen zur Einsck^änkung der Heizung und Beleuch­tung in 3000 Stationen des Königreiches einzuführen.

Umtriebe in Rumänien.

Bukarest, 13. Sept. (WTB.) Aus die Anfrage eines Mit­gliedes der österreichischen Delegation, ob es richtig sei, daß im Wnertthaltsorte des rumänischen Königs und in einflußreichen ru­mänischen Kreisen Anzeichen für eine neuerliche feindliche Haltung gegen die Mittelmächte wahrzunehmen seien, antwortete Gral Bu- rian bekannllich, daß die österreichische Regierung allerdings An­laß habe, gewisse Vorkommnisse im besetzten Gebiet Rumäniens nnt größter Aufmerksamkeit zu verfolgen und daß sie nötigenfalls derartigen Machenschaften mit aller Energie entgegentreven werde. Werzu schreibtLumina":Wir Een, daß man die Redens- ar^en der Kriegsurheber, die alles Jweresse daran haben, unsere ofstntlrche Me-mung irre zu führen, nicht übertreiben darf, trotzdem müssen wir der erlisten Erklärung des Ministers des Aeilßeren der benachbarten Monarchie volle Aufmerksainkeit widmen. Wir müssen rnsl^sondere herporh-ben. wie wahnsinnig die Halbing eines Testes derJassyer Presse ilnd wie verbrecherisch die der Politiker ist. die sich mcht damit hegnügen. uns schon einmal ins Unglück gestürzt zu gaben, wndern die uns neuen Gefahren und Demütigungen aus- letzen. Die Entente bedarf nicht der Unterstützung der volitischen Abenteurer tn Fassy. mrd wir brauchen die Unterstütze mg der Entente nicht. Man weiß, daß sie uns diese Unterstütze mg mich wegen cmserer -geographischen Lage Nicht geben könnte. Diese Lage änderte sich also alle Prahlereien, die uns schon lange ungeheuer schaden, ohne uns im geringsten Nutzen bringen zu köirnen."

§ ii .i. '

Lenin- Befinden.

» Moskau, 12 &> D t MTB.) Meldung des Wien K. Telegraphen-Korrrspvndenz-Bureaus. lieber den C lundheitszustand Len i n s ist heule der folgende Bericht au gegeben worden: Puls 90, Atmung 22. Das Befinden ist tt 'Eich besser. Don morgen ab ist dem Kranken das Sitz,

Amerikanische Truppen in Archangelsk.

Washington, 12. Sept. (WTB.) Meldung des Re lerschen Bureaus. Die Ankunft amerikanischerTrul

v lT L? rd>an , ae ^ f wird amtlich mitgeteilt. Ihre Zo wird nicht angegeben.

vle Gewerkschaftsführer belm Reichrkanzler

13 Sept. Tie Vorständekonferenz der Gewersscho beschlossen, eine Delegation zum Neichskanzle rrfcj « U £l * w -J5# oordermigen der Arbeiter vorzutra VA^- 6 Rcrchskanzlcr. wmf verkling, folgende

politische Reichsleitimg sei mit der Obersten Seeresleil vSNu, rmig ui der Erstretnmg de« v e r st -! n d i g un g s f r Krieg werde nutz, eine Minute ling^ ^

*1 C p'sbertgen st-rieden«-nge ^ hnlachend zurüägewiesen worden. ^ ^-^aupiinsmus die ganze feindliche P JZl 'ff' tT0 ^ >fin Holle er zuversichtlich, daß wir dem 7HU näbn kirn, ali man allgemein glaube. Jedensotl« seim Rist

vcgkvwv s und HeeveSkettuny einmLtig sege« j^de Er­oberung: darüber bestünden keine MeimmsSverschiedenheitew und seien keine Befürchtungen nötig.

Zum allgemeiTven Wahlrecht Vnne er nur wiederholen, daß er damit steheundfalle. Er wwrdeve sich dah seine Worte bezweifelt wüvdvn. Man müsse doch begreifen, daß die bisherigon maßgebenden Parteien durcil die Wahlreform beunrichigt seien. Auch) das Herrenhaus habe seine verfassuidgsniäßigen Re^e. Aber deswegen gefa er nicht einen Sclwitt vom gleichen Wahlreckü ab und. sobald feststehe, daß keine Verständigung zu erzielen sei, sei er sofort zur Auflöswrg entschlossen.

Staatssekretär Wallraf gab Mißgriffe im Vereins- pnd Versammlungsvccht und im ZentraVvesen M. Er erbat sich die Vorlegung des Aiaterials. In der nächbcn Wo<k-e fänden mit den einzelnen GeneralkommaiÄvs neue eittsckMdende Bespvechungenj statt.

Staatssekretär v. W a l d o w bedauerte, daß die Verspätung der/ Ernte noch keine Uebersicht zulasse. Scl-ärfeve Mittel zur Erfassung der Lebensmittel stünden nicht &ix Gebote. Der Schleichhandel in lleinen Mengen käme den Arbeitern zugute und lasse sich kaum Unterdrücken. Die Körnercrnte sei wohl um 15 Prozent besser als im Vorjahr, die Kartoffelernte schlechter. Die Versorgiurg der Indu­strie werde vom 1. Oktober an besser werden. Die Wiederherstellung der vollen Brotrationen trete bestimmt ein. Eine erheb­liche Erhöhung der Kartosselration könne er nicht in Aussicht stellen, da das ungünstige Wetter die Ernte beeinträchtrge und Eisenbahnen und Gemeinden bei größeren Mengen unüberwmdlicl)e Transportsäyvierigleiten hätten. Die fleischlosen .Wochen müssen beibehalten werdcni, um die Milch- und Fettversorgung nicht zu gefährden. Die allgemeine Verbesserung der Ernährung könne er leider nicht in Aussicht stellen, aber ganz, bestimmt werde sie nicht schlech'er werden. .

Staatssekretär v. Stein schilderte die Schwierigkeiten in der Bell ei dungsfrage.

Reicl)stagsabgeordneter Leyien entgegnete, bei den hoff- mmgslosen Auskünften über die Ernährungsfrage sei die Arbeits­zeit nicht länger durckMcführen. Er ging dann auf die Verdächti­gungen der Gewerkschaften durch das stellverttetende General­kommando des 6. Armeekorps ein.

Dann schloß Reiäiiskmrzler Graf Hertling die Zusammenkunft mit Worten des Dankes für die hoffentlich nutzbringende Aus­sprache.

Talaat Pascha in Berlin.

Berlin, 13. Sept. (Priv.-Tes.) Wie zuverlässig ver­lautet, ist Großvesir Talaat Pascha von dem Verlaufe der politischen Besprechungen durchaus befriedigt. Der Groß?- vesir wird voraussichtlich auf seinen Wunsch denrnüchst vom Kaiser empfangen werden.

Au§ dem Re!che.

Aus der PostverwalttlNg.

B e r l i n, 3. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem be­reits vor einiger Zeit im Bereich der Postverwaltung ein Sachverständigen-Ausschuß zur Prüfung von Personal-Refonnen in Wirksamkeit ist, wird jetzt auf An­ordnung des Staatssekretärs des Reicl)spostamts einAus­schuß für Verbesserungen im Postbetriebe" gebildet. Im Ausschuß, der von Zeit zu Zeit zu Beratungen zusammentreten wird, sind außer Mitgliedern des Reichs- Postamts höhere und mittlere Beamte sowie Unterbeamte aus allen Teilen des Reichs vertreten.

Der Thwnwech.sel in Anhalt.

Dessau, 13. Sept. (WTB.) Nach einem heute ver­öffentlichten Erlaß geht die Thronfolge im Herzog­tum Anhalt auf den siebzehnjährigen Prinzen Jo­achim E r n st, den ältesten Sohn des verstorbenen Herzogs Eduard über. Während der Minderjährigkeit des Herzogs führt Prinz Aribert von Anhalt die Regentschaft.

Der dayenstl-e Minister d-eS Innern an die Landwirte.

München, 13. Sept. (WTB.) In der außerordentlichen Knegstagung des bayerischen christlichen Bauern­vereins hielt der Minister des Innern v Breitreich eine längere Rede, worin er zunächst den bayerisäMn Landwirten für Uwe Leistungen und Opfer während dos Krieges lierzlichsten Dank u-nd vollste Anerke^mung russprach und darauf hinwies, daß es jetzt besonders gelte, Vertrauen und Einmütigkeit zwischen Regie­rung und Volk, Stadt^ und Land. Nord und Süd zu erhalten. Sodann gab der Minister einen lieber bl ick über unsere Ernäh- run aslage, wobei er insbesondere aus die schwere Schädigung der Versorg^mg durch den Schleichhandel hinnnes, der mit allen Mitteln bekämpft werden müsse. Er beleuck-tete dann die Gegensätze zwischen Stadt und Land mrd fuhr fort:

Bayern urrd das übrige Reich sind gegenseitig aufeinarider an­gewiesen. Im gegensntigen Zuian^menhalten und Unterstützung liegt die Stärke des Ganzen. Der Ruf nach kräftiger Jndustrialä- s i e r u n g Bayerns ist gerechtfertigt urrd begrüßensn»ert. Daliei darf aber die LandwirtsclZaft nicht zu kurz kommen. Der Rückzug der Armeen erschreckte manche, aber ich kann aus Grund vmr Mittei- lurrgen der militärischen Stetten aufs bestimmteste versichern, daß Anlaß ^ur Besorgnis nicht besteht. Die militärische Lage ist es daher mck^, di-" uns jetzt die so überaus ernste, ja woh! ernsteste und schwerste Zeit des K i g-s tu ch eben läßt, sondern dies beruht daran., bei vieleic Weimmil eingezogen und die seelische Unerschütterlichkeit und feste Entschlossenheit zum Durch­halten ins W<rnken gekommen ist. Diese Krankheit, dieses Gift darf nicht weiter um sich greifen, und wir dürfen nicht müde und siech werden. Unsere Feinde wissen sehr getrau, daß die Unerschütterlich- keit und Entschlossenheit im Heer und in der Heimat eine unserer stärksten Waffen sirrd, weshalb sie versuchen, diese Waffe aus alle Weise abzustumpfen durch alle möglichen Gerüchte.

In der gleichen Weise versuchen jetzt unsere Gegner der neunten Kriegsanleihe eittgegenzuarbeiten, aber sie wer­den auch bannt keinen Erfolg erzielen. Schon jetzt liegen außer­ordentlich gvoße Voramneldungen für die kommende Zksiegsanwihe vor. Tie politisckie Wirkung des Erfolges der neuen Kriegsanleihe ist außerordentlich wichig. Ein neuer Sieg der Heimat würde ge­rade jetzt, wo der Mut und Uebermrtt der Feinde so stark geivachsen ist, mit dazu beitragen, ihre hochgespannten Hosfnungerr und Er­wartungen herabzudrücken und dadurch mrsere Gegner dem Frie­densgedanken näher zu führen. Unser Ausharrungsvermö- ä e n kann und soll die neunte Kriegsanleihe belveisem Sie soll der Prüsstkän sein für unfern Willen zur Selbsterhaltung und für unser Selbstvertrauen. So Luge der Vernichtungswille unserer Feinde ungebrochen bleibt, müssen wir crushalten, dicrchhalten mrd zusammenhalten, sonst sind wir gegenüber der gewaltigen Ucber- macm der Feinde verloren. Bleiben wir einig, tun wir alle unsere PsLcht und mehr als unsere Pflicht, dann kommt der Friede, der uns und unsere skinder vor der Wiederkehr eine* ähnlichen Krieges schützt

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Zuckerlreferunsen mW Zuckerpreise, haben den ReiäMagsabgeordTleten Dr. Werner veranlaßt, 1 an den Rerck>skmlzler zu wenden. Er erhielt folgende Aus'ku von dem mit der Antwort beauftragten Staatssekretär des Kftie. ernährungsamtes:

) Dre durch die Presse gegangene Mitteilung, daß^Deu ts ^ lrnd na ch de r Schwerz in e r h ebl i chen Meng Zucker liefert, ohne eine entsprechende Merrge Sckwkol> zu e^alten während Frankreich, ohne Zucker zu liefern, s mel Schokolade erhalte, ist nicht zutreffend. Die an die Schn gelieferten Zuckermengen kommen in Form von zuckerhaltü Lebensmitteln, !vie kondensierte Milch, Mmanelade imb Sch^ nbe, nach Deutschland zurück. Es ist nicht zu bezweifeln beträchtliäie Meirgen Schveizer Schokolade nach gehen, aber, soweit bekannt, erst nach Lieferung von Zucker durch Frankreich an die Schweiz.

2. ES ist richürg, d« der Zucker tn der Ukraine« einem sehr viel höheren Preise gekauft wird, als der Zuckerpreis in Deutschland beträgt. Der Grund liegt im wesentlichen einer­seits in der von der ukrainischen Regierung dem Zucker auf­erlegten Monopolabgabe, andererseits in der starken Erttwertung des Geldes in der Ukraine.

3. Ter Zucker für die Bienenfütterung wird auf Grund des sogenannten Preisausgleichs mrt dem Jndustriezuckev- zuschlag belegt, daher ist er teurer als der Zucker, der für den Verbrauch der Bevölkerung herausgegeben wird. Für die Bicnen- zücher spielt die Erhöhung des Preises indes ft-ine wesenttich« Rolle, da der von ihnen gewonnene Honig wesentlich teurer ist. Dagegen, daß Honig im Schleichhandel über den HöchstpreiÄ bezahlt wird, kann nur seitens der örttichen, mit der Bekämpfunqt des Preiswuä-ers und Scheichhandels betrauten Stellen vo-r- gegangen werden, deren Tätigkeit von hier unterstützt wird. Soweit sich Mißstände bei der Abnahme des Honigs durch die Abnahmestellen ergeben, bitte ich. sich an deren Vorgesetzte Be­hörde zu wenden, da dre Erfassung des Honigs nich von Reichs wegen erfolgt, sondern den Landesbehörden überlassen ist. Haussuchungen auf dem Lande und Mühlenfchlteßuugen.

Reichsda gsabgeordncber Dr. Werner bittet uns. mitzuttüen^ daß er mrmittelbar nach Einsetzen der Haussuchungen auf dem Lande bei den in Frage korrrmenden Behörden dagegen den ewschüdensten Einspruch erleben habe.

Auch in der Frage derMühlenschließungen durch einac Beauftragten der Re idj&grttzibc) teile hat Abg. Tr. Wermu, wie er uns ebenfalls schreibt, den ReichsVcnrzler um sck>leunige Abhüfe gebeten, einesteils in Rücksicht aus das M ühlengewerbe, andernp Heils wegen der zahlreichen dadrrcch geschädigten Landwirte und der daduoch geschassenen uwröligen Derbitteriurg, die ohne das Uebermaß eines lebensfremden Buccaukratisrnlus gar nicht aufkäme.

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Dr. Karl Petertz.

Mit Karl Peters ist einer der erfolgreichsten deutschen Koionial- proniere dahingogangen. Er hatte sich ursprünglich dem Studium! der Philosophie geroidmet und lxrbilitterte sich 1880 ftn Alter von 24 Zab^ er war am 27. September 1856 in Neuhans an der Elbe geboren als Privatdozent an der Berliner Univer- ität, wandte sich aber bald ganz kolonisatorischer Tächikert ru. Im Aufträge der von ihm gegrürrdeten' Gesellschaft für deutsche Kolonisation ging er 1884 zum ersten Male nach Oslaftika, sck^loß dort mtt 12 Negei'hällptlbigen Verttagc ab und legte so den Grurch zu unserem Schutzgebiet. 1891 wurde er Reichskommissar unter dem Gouvenreur Freiherrn von Soden, war dann eine Zeitlang im Auslvärtigen Amte tätig und sollte 1895 als Landeshculptmann in das Gebiet des TanganikrseeS gehen, lehnte die Süelluuig aber, da er glaubtt, eine höhere bacrwi pruchen zu dürfen, ab und wurde darauf zur Disposition gesdelltt Nachträglich sah er sich heftigen Angriffen wogen angeblicher Uebergriffe und Grausamkeiten ausgesetzt. Tie Disziplin«rver- ähren andete mit der Dienstentlassung des Angellagtcn »vegen Dienstvergehens. In dm letzten Jahren bezog er eine Pension auS dem taiserlickLn Dispositionsfonds. Das /nag ihm ein Twst cm einem Lebensabend gewesen sein.

Ans Stadt und Cnnft.

Gießen, den 14. September 1918.

Borficht bei Verbreitung von Gerüchten.

Im Anschluß an die Mitteilung, daß der Oberbefehlshaber tif den Marken eine Verordnung erlassen habe, wonach die Berbreitungj uirnahrer Gerüchte auf Grund des Gesetzes über den Belagerungs­zustand unter Sttafe gestellt wird, sei darauf hingetviesen, daß vom Stellvertretenden Generalkommando des 18. Arnleekvrps eine solche Bevordrrung bereits am,31. August 1917 erlassen worden ist. Zur Warnung sei sie nochmals mätgetellt. Sie lautet dahin, daß mit Gefängnis bis &u einem Jahre, beim Dor- liegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark besttast wird:

1. jede deutschfeindliche Kundgebung durch Worte oder Schrift, insbesondere auch durch.Herausgabe und Verbreitung von Flug­schriften,

2. das Ausstrersen und Verbreiten falscher Gerüchte, die geeignet sind, die Bevölkerung zu beunruhigcir.

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** Amtliche Person alnach richten. Der GrvßherHog hat zum 2. September dcnn! Bürgermeister, OrtsgerichtSvorsteher und Standesbeamten Johannes Schäfer lss. Zu Dortelweil das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen! verliehen. Am 7. Septem^ber 1918 wurde der Regierungsban- fülwer des Hochdaufnchs Fritz Brvckmann aus Offenbach a. M» zum Ncgieruugsbaumeister ernannt.

** Karl Neurath, der eliemalige Feuilletonredakteur des Osseßener ^lnzeigws, jetzt F^euilletmulZfl der Weserzeitung in Bremen, zuletzt Osssziersbellvertier im Res.^Fnf.-Rvgt. 116, wurds mit denc Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

** Gewerbeschule Gießen. Empfindliche Lücken Hab der Krieg in den Reihen der selbständigen Handrverker gerissen^ Mül-i größere Lücken aber zeige:c die Reihen unserer Gesellen und groß ist bk Zahl derjenigen, die mit verminderter Arlxälskraft zu ihrem Beruf zurückkehren. Nach Beendigung des Krieges werden ganz besonders tüchtige, gesckiulte Bmchandwerker gesucht sein und lolyienden Erwerb finden. Wir machnr darum Ettern und Lehr- nvcister auf den Boginn des Unterrichts in der Gewerbeschnb: mss- merksanr, wo jungen Banhandwerkern Gelegenheit gc^bottn ist, im Winter sich eine gründliche Ausbildung für ihren Beruf anzueignen. Näheres im Anzeigenteil,

Stadt t he ater. Es sei auch an dieser Stelle noch­mals nachdrücklichft darauf hingewiesen, daß die vorjährigen Abonnenten, die ihre alten Plätze auch für die diesjährige Spielzeit beizubehcllten wünschen, dies bis zum 21. Septem-- der .Mitteilen müssen, da nach dieser Zeit der starken Nach­frage wegen anderweitig über diese Plätze verfügt werdest muß. Ferner muß bei allen Abonnementsbestellungcn, die an dieBürgermeisterei" zu richten sind, angegeben werden, ob Dienstag- oder Freitag-Abonnement gewünscht wird. Auf das nwrgige Gastspiel der Tanzkünsllerin Sylvia Herzig sei letztmalig aufnrerksam gemacht.

** A n la gemusik findet Sotmtog, den 15. September, vorm. II 1 /? Uhr in der Dild-Anlage (der brünstiger Witterung^ mit folgender Spiel folge stxttt: Iub^<-Ouvertuve, von Ehr. Bach: Ava Maria, von ftr*. Schubert: Pvtpmrri a. d. OperetteGraf von Luxemburg", von Frz. Lehär: Auftug der Slodtwache, Charas terstück, aus .dex Biederineierzett, von L. Fessel;Prinz-EittL- Friodcuch-Nftttsch", van Blankenbicrg.

** Schwarz-Weiß-Lichtspiele, SellerSweg 81. Mogelis Enger, Siby Smolowa treten von heute ab in ihrem umefUni Film werkTer Sonne entgegew' auf. Außerdem steht daZ Lustspiel ,,Wer memals einen Rausch gehabtt' mit Melita Petri, Herbert PaulmMer und Leo Peukert in den Hauptrollen auf dem Spielpbrn. Siehe Anzeige.

** Schluß der Sommerzeit. GS wird amttrch daran erinnert, daß laut Buivl-eSratsbeMuß vom 7. März d. I. dir diesjährige Sommerzeit mir 16. September also am nächsten Montag vormittags 3 llhr endet. Die öffentlich.^ Uhren sind demgenräß am 16. Sepitcnrber vormittags 3 Uhr' auf 2 Uhr zu- rückzustellen.

Landkreis Gießen.

Kleiu-Linden 13. Sept. Unter dem Prvtlcktvrat deS Lmchtagsabgeochneben mrd Stadtverordneten Prof. Dr. U r stobt in Gießen, findet in der Zeit vom 12. bis 14. Oktober im Saal« der DeutfckM Eicch die 6. Oberhessische PwvinzüüvttbandSkmiin», cl-erssckml statt. Tenr Verbände gehöreu 24 Vereine uftt ilahezu 800 Züchtern an. Zahlwich Bcttb,rnds^El)ren^ wrd Fürslen-Ehreu- prcise stehen zur Versüßung der Preisrichter. AlMieldeschbuß 25. September. Siehe Anzerge.

^ VeLter-hain, 12.Sept. MnSLÄa Lxirrr. SL4?«r.