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Englands Krieg gegen die Sowjet-Nepubltt.

Die Engländer haben nun- ?mehr ans den ihnen osftn stehen- 'den Wegen den Vormarsch Hegen die Soivjettruppen in 'Grob-Ruhland angetrctcn.Da- bei ist zu bemerken, daß ihr Hauvtslop sich nicht gegen Petersblirg richtet, sondern auf Kotlatz an der Dwina.

Kotlaß ist nämlich der Mittel­punkt des rus'.schen Balm­netzes im Nordoslen. Die Ein­nahme von Kotlab würde »ihnen den Anschluß an die bei Jekaterinburg tnt Ural /kämpfenden Truppen der ITschecho - Slowaken erinög- 'Ilchen und das ist zunächst das wichtigste Ziel der Eng­länder. Eine britische Truppe ist aut Kanonenbooten und Kränen von Archangelsk auf der Dwina abgefahren. Bei Korbalsk ist es zu einem Ge­fecht mit einer russischen Flot­tille gekommen, die von Scheu- skurSk aus der Waga he ab- qekommen war. Allem An­schein nach ist diese Flottille aber nur noch aus die Rach- Hut der Engländer gestoben und hat zwar einen Kran versenkt und 60 Engländer gefangen genommen. Tie Hauptmasse aber war schon vorbei und nähert sich jetzt der Stadt Krastnobersk wo die Bolschewiki, die aus Solwyt- schegodsk, Kotlaß und Wiliki Ustjng Truvpen zusanimenqe- zogen hatten, den Weg sperren wollen. Inzwischen sind in Archangelsk neue englische Truppen angenommen, die ebenfalls auf "^hlffen die Dwina aufwärts ziehen. Wenn auch hier nicht mit großen Massen des Feindes zu rechnen ist er soll insgesamt noch nicht 4000 Mann zählen. so ist doch die bessere Bewaffnung Nnd vor allem das (Mo, das ihm bisher die Wüg-e geöfsiret hat, Nicht zu Unterschätzen. Die beiden anderen Auktionen gehen zur Sicherung der englischen Stellung auf der Kola-Halbinselnebenher. Einmal gehen die Ercgländn längs der Murmanbahn nach Süden. Sie sollen zur Zeit in der Gegend von Sogossewo angelangt sein, und wollen Pvwjenetz erreichen. Das gleiche Ziel erstrebt die zweite

Eine englische Aeußerung zu den Vorgängen Ln Moskau.

Haag, 5. Sept. Reuter meldet aintlich aits London:

Bolschewistische Truppen plünderten die englische Botschaft in Petersburg und tüteten den englischen Biarinoattacyee Ka­pitän Crommie (TromllM)?). Die Botschaft fürchtet mm, daß ein ähnlicher Uebersall ans.die französische Botschaft gemacht werde, und verlangt, daß die nötigen Borsichts inaßregeln ge­troffen werdim. In das Gebäude, das vbn der französischen Militär­mission besetzt war, drang man ebenfalls gewaltsam ein. Tie Papiere Ware:: jedoch bereits in Sick-erheit gebracht. Einige Fran­zosen wurden gefangen genommen und die Bolschewisten ermutig­ten den Pöbel zum Mord gegen Cngläiider und Franzosen. Dieses gSvalttatige Vorgeiher: kommt durchaus nicht überraschend. Ihm ging eine Aktion voran, welche die britische Regierung verpflichtete, sobch Möglichkeiten in ernste Erwägung Au z'chen. Seit dem 5. August zeigten die Bvlschewibibehordeii eure vollkommene Ver­achtung chrer eigenen ausdrücklichen Zusicherungen für die Alli­ierten und ebensowenig kümmerten sie sich um die Vorschriften der internationale:: Gesetze und Gebräuche. Die Mitglieder der «malischen und ftlmzösischm Konsulate in Moskau wurden ver­haftet, und obgleich die meisten offiziellen PerjönÜäMten durch Vermittlung neutraler Vertreter freigelassen wurden, scheinen einige Untertanen der Alliierten unter Bewachung gehalten zu werden. Die britische Regierung eröffnet« Unterhandlungen Mt dem Bol- schewikivertveter in London Litwinvw. Sie benutzte ebenfalls die Vermittlung neutraler Vertreter in Rußland, wobei sie die gegen-- seitige Zurücffendung per Missionen in ihre Heiinatländer und den Austausch anderer Untertanen der M liierten in Petersburg und Moskau gegen Bolschewik: vorschlug. Tie Tinge wurden in der Hauptsache .gutgchsißen und die Durchreise der alliierten) Missionen durckr Fnml ; rd wurde von den finTnschen Behörden zu­gesichert. Die Bvlsck«wiki forderten darauf die Befreiung der russischen Soldaten in Frankreich als Bedingung für die .Freilassung der nichiboffizieLen. Untertanen der Alliierten in Rußland. Die französische Regierung bewilligte sofort, daß die russischen Soldaten, die zurückzugehen verlangen, dies tun dürfen, und die britische Regierung zeigte Ki-uten Willen, inden: sie 25 Russen, die Lttwinvw auswählen sollte, die Rückkehr nach Ruß- Utib gestattete, bevor noch die formellen Unterhandlungen begonnen hatten. Diese 25 Russen wären heute abgereift, aber infolge der Gewalttaten des letzten Samstags, die strenge Maßregeln not­wendig machten, beschloß das Kabinett, folgendes Telegramm an den Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten zu senden: Wir erhielten den Bericht, daß ein Gewaltangriff auf die eng­lische Botschaft in Petersburg erfolgt ist, daß das Inventar ge­plündert und veemchet wurde, daß der Kapitän Eromie bei der Verttidigimg ermordet und feine Leiche grausam verstümmett wurde. Wrc fordern sofortige E^wigtimng und unverzügliche Be- -strafung aller, die an .dieser abscheulichen (Gewalttat beteiligt waren. Barsäumt die russische Regierung, vollkommene Genugtuung zu geben, oder zu verhindern, daß iveue Gewalttaten gegen britische Untertanen erfolgen, dann wird die englische Regierung die Mit­glieder der Sowietvegieruiig dafür verantwortlich machen und alles tun, um duvchtzusetzei:, daß sie vmr den Regierungei:.jeder zivilisierten Nation als vogelfrei erklärt werderr und daß ihnen *kem Zufluchtsort gegeben wird. Sie sind bereits von Herrn! Litwmow untc 'richtet worden, daß die britisch Regierung be­reit war, alles mögliche zu tun. imt die sofortige Rückkehr der offiziellen Vertreter der britischen Regiermvg mrd der russischen Lowjetoegierung n».ch ihren Ländern M sichern,"

Die Fortsetzung der Moskauer Enthüllungen.

Moskau, 5. Sept. ,Jswestija" berichtet weiter über die engl:sch- französische Verschwörung: Mit Wissen der außerorderttliäxn >Avnrnnsfion» wurde ein ftkttves lettisches Natronalkvmitee gegründet, dos aus Lockharts Wunsch ein- ging, sein GeldangrÄot aber zurückwies. In einer Gcheimsitzunq beim amerikanische).: Konsul Pvd besprach mau die Frage der lettsichen Autonomie. Tie Diplomaten machten kein Hehl ans chrer Verwilderung über die Vertrauensseligkeit der Letten die zu glauben schienen, baß für die Entente jetzt Zeit sei, sich' mit solchen Klermgieiten abzug-eben. Nach der erwähnten Sitzung nahm nn Vertrauensmann. des Komitees 700000 Rubel an, die ihn: van.Lockhart ohne Quittung übergeben wurden, lieferte den Be trag aber an d:e Sichenchntsbehörde üb.

Russischer Pressedienst.

m sWTB.) Unterm 4. September meldet die ,Prawdd d:e Vererrngung der bisherigen PeterSbrrrger Tele- gravhenagentur mW des offtziellen Pressebureaus zur Zentral-, behocve der rwsischen Telegrapilieimgentur. deren Pressetelegramme: mit der BezeichnungRosLa" erscheinen werden.

Lenins Pefirrden.

Moskau, 4 Seztt. (WTB.) Wie das Wiener K. K. Tele- grLphen-KvrvesrVndenz-Bureau meldet, ift Lenins Zustand

Expedition, die/ von Onega quer durch das Sumpsland unterwegs ist, 'und etwa die Hälfte des Weges zurückgcckegt hat. Ueberall öffnet «khnen Geld und die kostenlose Abgabe von Nahnmgsmitteln die Ortschaften und, wo etwa eine.Sowjetbehörde Widerstand leisten will, wird kurzer Prwzeß gemacht. Gefangenschaft oder eine Kugel beseitigt die ihnen im Wege stehenden Elemente. Daß Powjeuetz ihnen ohne Kampf in die Hände fallen wird, ift zu b^weiseln. Sowjettruppen sind wenigstens von Petrosawodsk aus dorthin unterwegs, und man wird wohl bald von ernstlichen Zusammenstößen hören.

befriedigend. Tie Gefahr von Komplikatiorven sei aber noch nicht ausgeschlossen.

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Die Beschlagnahme der Ernte in Livland und Estland.

Kowno, 4. Sept. (WTB.) Die Anordnung der Be­schlagnahme der gesamten Erntein Livland und Estland soll, wie die Baltisck)-Litauischen Mitteilungen der Revaler Zeitung" entnehmen, dahin eingeschränkt werden, daß die Selbstversorger Pslichtlieferungen zu be-- stinnnten Preisen zu leisten haben, daß der sich außerdem aber ergebende Ernteüberschuß aber frei bleibt.

Englischer Bericht aus Palästina

vom 4. September.

Seit dem 14. August war die Kampftätigkeit hauptsächlich aus Bombenftüge gegen die Stellungen des Feindes an der H e d s ch a s - bahn beschränkt. Patronillengeftchte östlich des Jordans und Streifzüge gegen die vordersten Linien des Feindes. 100 Meilen nördlich von Medina setzten die arabischen Streit- k r ä s t e des Königs von Hedschas ihre Ueberfälle auf die Hvdschas- hahn ^sort. Ein türkischer Angriff auf die arabischen Streftkräfte bei Äsb u Na a m wurde mit einem Verlust für die Feinde ab­geschlagen. 50 Msann des Feindes wurden getötet oder verwundet und zehr: zu Gefangenen gemacht.

Die versasirmgsreform im preutzischen herrenham.

Berlin, 5. Sept. (Amtlicher Bericht.)

In der Fortsetzung der Hauptaussprache erörterte zunächst der Finanzminister die Bedenk«:, die gegen die vorgeschla­gene Durchzählung der in beiden Kammern abgegebenen Stim­men und die völlige Gleichstellung des Herrenhauses mit dem Abgeordnetenhause im Etatsrecht sprächen. Er Srllärte aber die Bereitwilligkeit der Regierung, auf diesem Gebiet den Wüusck>en des Hauses nach Möglichkeit entgegenzukommen, um einen Weg zur Verständigung zu ftzcher:. Sodann kam erneut klar zum Aus­druck, daß die ganze neue Fraktion eürstimmig auf dem Boden des gleichen Wahlrechts steht, allerdings unter dev Bedingung, daß die erforderlichen Sicherheiten gewährt werden.

Auf Anfrage aus der Kommission, ob die Staatsregieruug auch heute :uxl> im Falle einer Ablehnung des gleichen Wahlrechts zur Auflösung des Abgeordnetenhauses schreiten werde, entgegnete der Vizepräsident des Staats- minifteriums, daß er auf die Erllärung, die die Staats­regierung zu dieser Frage im Mgeordnetenhmlse abgegeben habe, verwaise, die noch heute maßgebend sei. Von konservativer Seite wurde die Forderiri:g ausgestellt, daß neben der: (Nche- rungen in der Zusammensetzung des Herrenhauses und der Ev höhnng seines Ernfluffes auch beim Wahlrecht zum Abgeordneten^ Hause Garantten gegen eine zu radikale EnttvicklUng des Staats­lebens gegeben werden müßten. Auch die Sorge um die Erhaltung des Deutschtums im Osten kam zum Ausdruck.

Der Wunsch nach einer VerstM:digung wurde aller­seits betont und dabei auf die großen Bedenken hingewiesen, die gegenüber einer etwaigen Lluftösung des Abgevrdnetenhmlses währeiid des Krieges beständen. Ter Vizepräsident des Staatsministeriums führte aus, daß «uch die Regierung diese Bedenken würdige, und daß sie gerade deshalb nach einer VerstmrdiEM.g sttebe. die allerdings das Prinzip des Erlasses vom 11. Jul: 1917 nicht berühren dürfe. Daß eirvs/Parlamentari- fterung der Negierung die event. Folge einer Erweiterung des Wahlrechts sein toerde, glaube er nicht. Die Auswahl der Mi­nister sei das Recht der Krone, so werde es auch in Zukunft bleiben.

Der Seekrieg.

Rotterdam. 4. Sept. (WTB.) Wie derNieuwe Rotterdamsche Courant" erfährt, wurde der hollän­dische DampferMerck" (3024 Brutw-Tonnen), der von der amerikanischen Regierung beschlagnahmt worden War. am 6. August torpediert.

Aus dem Reiche.

Der Helnmn» der Mraine in Deutschland.

B e r l i n. 5. Sept. (WTB. Nichtamtlich..) Der Reichs­kanzler erwiderte heute abend 6 Uhr den Besuch des e t - «ans der Ukraine. Der Hetmmr speiste heute abend Ä,r seiner Abreise zu Sr. Majestät dem Kaiser in kleinem Kreise beim Reichskanzler Grasen v. Hertling. An das Essen schloß such eut Empfang an, zu dem die in Berlin an­

wesenden Staatssekretäre, die Vertreter der verbüvDerrn Mächte, die Mitglieder der ukrainischen Gesandtschaft und eine Reihe anderer offizieller Persönlichkeiten erschienen waren. Der Hetman wird heute abend 11 Uhr zum Besuch des Kaisers nach Wilhelmshöhe abreisen.

Berlin, 5. Sept. (WTB.) LautReichsanzeiger" nmrde dem Unterstaatssekretär im Reichsschatzamt Schisser >er RotL Adlerorden 2. Klasse h:it Eichenlaub und der könig­lichen Krone verliehen.

Türkische Gäste in Breslau.

BreDlau,4. Sept. (WTB.) Die aus Anlaß der Bres- 'auer Messe hier anwesenden Vertreter der türki­schen Regierung von Landwirtschaft, Industrie und Handel folgten heute der Einladung des olwmanischen Gene­ralkonsuls Josef Przedocki zu einem Abendessen im Sa- voy-Hotel.

DerDiplomat" als Freier.

Halbamtlich wird geschrieben:Ende Juli war in perFvank- furter Zeitimg" ein Inserat erschienen, in dem für ,/nnen Ättachs in hoher Position", der u. a. angab, daß .sein Vater Exzellenz sei, eine Lebensgefährtin gesucht wurde,deren Vermögen es gestatte, die Frau eines Mrkünsttgen Botschrfters zu werden," Diel es In­serat hat melTreven deutschen ZettungO: Veranlassung gegebeu, sich gegen die Vertreter, insbesondere den Nachwuchs urrserer Di­plomatie zu wenden. Ueber den' Ausgeber des Inserats sind unter­dessen Ermittlui:gen angestellt worden. Wie nicht anders zu er­warte^ war, hat sich ergeben, daß mtt der ganzen Angelogenheit überhaupt kein deutscher Diplomat etwas zu tun ha t." _

Die Uartrffelversorgung im wirtschastssahr MsA9.

Unter dem 2. September 1918 hat der Staatssekretär des KriegsernährimgsaTnts die Anordnungen Aur Durchsühnnmg der Kartosselversvrgun^ im neuen- Wirtschaftsjahr erlassen. (IiGBl. Nr. 118.) Die Bewirtschaftung soll im tvcscnttlichen aus die­selbe Grimdtage gestellt toecbeu, wie im Vorjahr. Dies gilt ins­besondere auch vor: den Forschriften über die Sicherstellung und Lieserung der Kartoffeln, sowe über die Stellung be3 Handels innerhalb der, Kattosfekhewirtschrftung. Besmrdere Beachtung soll der Kartoffeltvocknimg geschenkt werden, um ausreichende Dcengen Trocknungsgutes für den Heeres bedarf soroie für die Vrvtstreckung sicher zu stellen. Es werden daher bereits zu. Beginn der Herbst- kartvfselernt-e auch den geiverolichen Trocknereier: und Stärke­fabriken größere Acengen Frifchssartoffeln zugeführt werden, Tie Lvhntrocknung bleibt vorbel-attlich g-ervisser Ausnahmebennlligungen grmidsätzlich ausgeschlossen, um die Betriebskraft der beteiligten Un- ternehnmngen voll für die Herstellung von Trockenerz»Mnissen für öffentlich, e Verteilung sowie für den Heeresbedarf auszu-

rcutzen. Für schnelle Verarbeitung von Kartoffeln, die dem Ver­derben ausgesetzt sind, wird durch besondere Maßnahmen Sorge getragen werden.

Ta der Ausfall der Ernte und die Gestaltung der Transport­verhältnisse noch nicht zu übersehen sind, mußte tzorecht an dev Wochen kopfmenge für die versorgungsbercchtigte Bevölkerung mit 7 Pfund wie im Vorjahre festgehalten werden.

Die Sa atgntbe s.ch affnng für das Jahr 1919 wird durch die gleichzeitig ergangene Verordnung des Bundesrats vom 2. September geregelt (R.-Ges.-Bl. Nr. 118). Ta sich die vorjäh­rigen Vorschriften im allgemeinen bewälirt haben, werden sie in der neuen Verordnung im wesentlichen beibehalten. Neu ist, dvß auch die landwirtschaftlichen Ber ufsVertretungen znm Saathandel zugelassän werden. Die Vorschriften über die vom Erwerber vorzulegeiüen BedarssbescheinigungenI sowie über die Ausfuhrbewilligung sind mit Rücksicht auf hervor­getretene Mißbräuche cn^gebaut worden. Aus demselben Grunde) erhalten die Kommunalverbände die Ermächtigung^' den Verkauf von Saatkartvffeln auf die Hälfte der in der Wirt- schastskatte errechneten abliefermrgspftichtigen Menge zu beschrän-i ken. Tie Frist zur Einreichung der Saatkartoffelverträge z:rr Ge­nehmigung ift bis zum 25. November verlängert worderi. Für die vom Ausschuß für Pflanzkartoffeln der lmchwirtschaftlichen Kör­perschaften Teittschlands als Original zu chttmaerr oder Sta:,de::-^ auslese (Eigenbau) erklärten Saatkartoffeln sind Ausnahn:evor-i schriften getroffen, um diese, für die Förderung der Karwffel-^ erzeugung >be sonders werwollen Züchtungen vor anderweitiger. Inanspruchnahme zu schützen und chren Absatz zu erleichtern.

Hinsichtlich der Preise behäll es mit geringfügigen Aende- rungen bei der Regelung des Vorjahres sein Beweirden.

Die ueuen Höchstpreise für Grieß und Graupen.

Eine Verordnung des Staatssekretärs des Kriegsernährungs-« amts vom 29. August d. I. (RGBl. 97r. 117) setzt neue Höchst- preise für.Grieß und Graupen fest. Tie Herstellerpreise iverden wie seither durch die Grundsätze des Direktoriums der Reichsgetteide- slelle über die Zulassung und Belieferung der Betriebe und die jLi-eserungsbedingungen der Reichsgetreidestelle gervgelt; sie sind durch die Vorschriften der Reichsgetreideordnung straftechtlich ge­schützt- Sie betragen bei Graupen 63 Mk., bei Grieß 67,20 Mk. für den Doppelzentner. Die Großhandelspreise werden durch die Verorinrung bei.Grieß aus 76 Mk., bei Graupen auf 71 Mk. für den D^oppelzentner festgesetzt. Tie Lieferung hat zu diesen Prei­sen frachtfrei Station (Bahn oder Schiff) des Empfängers zu erfolgen. Neu ist die Vorschrift, foafc, falls sich die gewerbliche Niederlassung des Großhändlers und die Verkaufsstelle des Klein- Händlers in demselben Gemeindebezirke besinden, die Lieserimg durch den Gwßhändler fvei Verkaufsstelle des WeiühäNdlers zu erfolgen hat, und daß die neun: Preise für Reing«oicht gelten, d:e scttherige Brutto- für Nettv-Bere>chnung also in Wegfall lomntt. Tie neuen Kleinhandelspreise sind bei Grieß 48 Psg-, bei Grauperl 44 Pfg. für das Pfund. Als Großhandel gilt nach wie vor jader Verkauf an den Klenrhändler; als Ktenrhändel jeder Verkauf an den Verbraucher. *

Tie Erhöhung der Preise ist verursacht teils durch die erhöhten Getreidepreise, die sich bei Grieß infolge der geringe: Ausbeute bei der Herstellung besonders fühlbar macht, hauptsächlich abeq dadurch, daß die seitherigen Handelsspannen sich als unzulänglich erwiesen haben und^ den berechtigten Forderungen des Handels entsprechend wesentlich erweitert werden mußten. Es ist die§ ins­besondere darin begrü:ü)et, daß das Einkommen des Kolonial- Warenhandels infolge des verringerten Umsatzes wesentlich geringes geworden ift, andererseits seine Spesen sich durch erhöhte Fuhrlöhne und Verpackungskosten nicht unerheblich gesteigert haben. Die Landeszeittralbehörden sind jedoch befugt, da, wo hierzu:mch dent örtlichen Verhältnissen Veranlassung vorliegen sollte, den fest­gesetzten Groß- oder Kleinhandelspreis herabzusetzn:. Die wen eit Preise treten am 1. September 1918 in Geltung.

Die Weinpreise für 1918.

K. P Karlsruhe, 5. Sept. Das badische Kriegswrccher-, amt teilt folgendes mit: Tie Verhandlungen zwischen den Kriegs- Wucherämtern der Weinbau treibenden Staaten in Süddk^tsch- land über ein geineinsamos Vorgehen bei der Regelung der Wein­preise für den Herbst 1918 sind nun mähr zum Abschluß gekomnren. Es wurde in allen grmcklegcnden Frager: eine Einigung erzielt. Tie iteuen Weinpreis« dürften in nächster Zeit in der: emzelnen, Bundesßaattn bekanntgvgeben werden. &dm jetzt aber werden d:e beteiligten Kreis« von den: badischen KriegÄmichevamt daraus hin gewiesen, daß die Preise für den .Herbst 1918 unter keirun! Umständen höher sein werden, als die von dem Kriegskoacheranft :m Herbst 1917 festgesetzten Richtpreise. Das KrkegSnnlckK-rmnt wird auch im kommenden Herbst durch strenge Ueberwachiingsmo ßnahmen für genaue Einhaltung der iveuen Preise Sorge tragen intb in allen Zuwwerhandlungsfällen die ganze Streike des Gesetzes gegen den schuldigen in dbmoeichung bringen. Es ist dem Käogswuckrr- amt m letzter Zeit zirr Keruttnis gekommen, daß schon jetzt Kons- Verträge über Trauben Stock und mm: Wem abgeschlossen Kriegswuch.ranft macht daraus ausinerksam. daß der Abschluß solcher Verträge vor Beginn der Lese nm» letzten Jahre, so auch in diesem Jahve tmchec verböte:: uich unter Ltrafe gestalt ist. Verträge dieser Art sind nichtig