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3ur Uolonlalkriegerspende

am \z. und \s. August.

Kreis Wetzlar.

W. A. Wetzlar, 14. Aug. Ein seltener Besuch ist bei unsrer Uicheroffi-ziffrschuff eingetvoffen. Er besteht aus 9 Offizieren des kaiserlich osmanischen Heeres, und zwar 2 Majoren. 6 HauMmten i und einem Oberleutnant. Führer der Abordnung ist der Adjutant des General ftabschefs des türkischen Feldheeres Major Mdormff. Der Zweck ihres Besuck>es ist: die Einrichtungen der hi^ftenj UnteuoffirierschuLe aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Die türkisck>en Herren werden zu diesem Ende mehrere Tage in unserer Stadt verweilen.

Hessrn Nassau.

--BadHvmburgv. d. H.,15. Aug. Nach einer Verfügung des Kriegsministeriums muß die Stadt von ihrer Fülle von Denk­mälern die meisten abliefern. Da das Landgrafendenkmal ein Ge­schenk des Kaisers ist, will mau für die Entfernung dieses Denk­mals die Lnserftckie .Genehmigung erwirken. Auck) der bekannte Sicm-Tempel verfällt der Enteigrurng. Die Stadt erhält für das abzuliefernde Metall eine Entschädigung von 27 497 Mark; sie beschloß übrigens die Anfertigung von Modellen von jedem Denk­mal. Ter langmonatliche Streit zwischen Atadt und K'ur.Tescll- schaft über die Niederlegung des Balnten.hau.ies wurde dahin er­ledigt, daß das Haus abgebrochen wird Und dieA G. Bad Hom­burg" mrf die Kosten ei'ier später v)n der Gesektchaft zu erba:-enben Wandelhalle eine Gritschrift von 10 000 Mk. zugunsten der Stadt leistet. In geheimer Sitzung erklärte sich die Stadtvervrdneten- t«ersantmlung mit der Zuleitung von Mineralwasser für Bäder in KurviÄen, Hotels, Sanatorien usw. grimdsätzlich ein­verstanden, jedocki mit dem Vorbehalt, daß die Akften-Gesellschaft zunächst die Bedingungen nennt, unter welchen sie die Zickeittmg der Wasser übernehmen will.

Bad Hornburg v. d. H., 15. Aug. Heute nachmittag brach in dem Swchenlaz arett auf den Kasernen ackern an der Saal- durgstraße ein Brand aus, der das leicht gezimmerte Gebäude

zerstörte.

Frankfurt a M., 15. Aug. Am Dienstag wurde von der Kriminalr-olizei in dem Bureau der Remington-Schreibma- schmen-Gesfflsch. Goethestr. 25, eine Schiebergeffllschaft auk^e-. hoben, die sich mit Saccharin- und Lebensmittelschmuggel befaßte. Der Bureau! .iter Wilhelm Zopf und einige Genossen wurden festgenommen. Interessant ist, daß die Schieber sich gegen­seitig begaunerten.

-* Frankfurt a. M., 15. Aug. Die Zahl der dem Flieger­angriff am Montag zum Opfer gefallenen Personen hat sich den standesamtlichen Auszügen und Todesanzeigen znfollge auf 16 er- döht. Besonders tragisch ist der Tod des 58jährigen Privatmannes Ludwig S i m o n aus Zwingenberg a. B. Dieser stand kurz vor seiner Wiederverhnratrrng und war am Dffmtag nach hier gefahren, um mit seiner hier wohnenden Verlobten den Ehevertrag notariell festzulegen. Auf dem Woge zum Notar ereilte ihn der Tod. Wie sich jetzt herausgestellt, haben zahlreiche Personen inmitten des hef­tigsten GrcrnatsplitL^rregens keinen Einlaß in die Häuser des West- endviertels finden können, da chren trotz allen Schckffns nirgends geöffnet wurde, obmolL die Hausbewohner zu Hause weilten.

Sport.

Am kommenden Sonntag den 18. d. M. treffen sich die beiden ersten Mannschaffen des Fußballklubs v. 1905 Wetzlar und des Vereins f. Rasenspiele v. 1900 Gießen auf dem Sportplatz an der Hardt £itm letzten Verbands spiel. Ta beide Vereine eine gleichstarke Mannschaft stellen werden, wird ein seft: interessantes Spiel zu erwarten sein. Das Spiel beginnt um 3*/* Uhr.

O. A. R « derklubHassi a". Einen schöneü Erfolg erzielte Hassia" auf der Iubftäumsregatta des Frankfurter Rudersport- Vereins ..Amffitia" mit ihrem Skuller Becker (nicht, wie ge­meldet, Zört), der den Begrüßungs-Einer überlegen gegen Frank­furter R.-G., Borussia amd Fochenhftmer R.-G. gewann. Der Anscmger-Mann»etnft, die noch im Anfänger- und Ermunterungs- Vierer startete, blieb ein Erfolg versagt. Berichtigend sei erwähnt, daß in dem siegreichen Vierer.auf der Fechenheimer Regatta nicht Wisüer, sondern der oben genannte Skuller Becker am Schlag führte.

Gietzeuer Strafkammer.

Der bereits zweimal wegen Diebstahls vorbestrafte Bergmann St. B. Von Carbeuteich jhfth in der Herbergej zju iButzbach dem Arbeiter A. B. den Barbetrag von 340 Mark entwendet. Die Stubentüre hat der Dieb mit einem am Tatort zurückgelassenen Eggenzinken geöffnet. Trotz hartnäckigen Leugnens erachtete das Gericht auf Grnnd der Kugciraussagen den Angeklagten des Diebstahls für Überführt und verurteilte.ihn zu 2 Jahren Zuchthaus.

Ter n*ge»i Diebstahls vorbestrafte jugendliche Tagtöhner F. ZV. St. aus Alten''adt hat aus einem Speicher schrank der in gleichem Hauff wvhrenden Familie E. durch Anwendung eines falschen Schlüffels ein dem im Felde stehenden Ehemann E. ge- Hftriges Militärkoppel entwendet. Ein Stück davon will er zur Ausbesserung d.r Schuhe seirrer Schwester verwmdet haben, der Rest sei ihm abhanden gekommen. Der geständige Angeklagte erhielt 2 Monate Gefängnis.

Der wegen Diebstahls vorbestrafte 18 Jahre alte Taglöhner A. M. von Hungen e.stell wegen Diebstahls in 2 Fällen sowie wegen Entwe-chuirg von NahcungSMitteln eine Gejanitgefängnis- strafe twu 4 Monaten solme 2 Aachen Haft. Ter Angeklagte trieb sich im April d. I. beschäftigimgsb^ in Hungen herum und hat am 10. und 11. April Um un Hungener Cfamcv.ti» wald beschMigtm Arbeitern und Arbeiterinnen die von diesen mffgcnommeuen EHwaren, bestehend aus Butterbroten, Speck, Erern und dergl. «rkwe-n >ck. die er alsbald verzehrt haben will. Fmmr [ ißX er ein Wald Häuschen erbrochen und daraus verschied me Lackmen gesteh! en.

Ter Mel.er H. von Appenzell (Schweiz) und die Melker.E. imd F., die beiden letzten aus Holland gebürtig, haben aus einem Gebende ftft>s der Händlerin L. I. in Burgck^räsenrode gehörige Enten entwendet abgesiftLachtft. Hierbei wurden sic durch die Ei^ei tümccin «stört; sie l zwx die abgeschlachteten Treten, ebnen SaLvSißLorb und effre Handtasche v,x der Nähe des Tatortes zurück mrd Singen flüchtig, später w°crdai sie v-'-chaftet. Dff geftSnöigen. Angcklogffn erhffkffn: H., der rückfällig ist, 1 Vs Jahre, F. ein J«chr und T. 9 Morre te Gefängnis.

Die wegen Diebstahls vorbestraften Jugendlichen Eh. K. irnd H. W. sind angrffagt, gemeinschrfttich zu Gießen einer Frau W. eine filbe«e "Armoandvchr im Werte von 34 Mark und zwei Bre­schen im Werte von 10,50 Mark entwendet zu haben. K. wird ferner beschuldigt, einen Teil des Teppich' einer ArvesthauK- zelle envoendet zu staben in Verbindung mit Sachheschädigamg. K. wurde zu 5 Monaten Getzmgnis verurteilt. W. erzffLte Feei- stvechung.

Ter Mülffr A. F. ist vour Schöffengericht Schlitz wegen Der gehöre Mgen die Reichsgetreidevrdwung zu cirrer Woche Ge­fängnis verurteilt Ivvrdcn. Gegen dieses UrteÜ hat der LugektazH? und die Gr. Staatsanwaltsckrrff Berufung eingelegt. Die Mühle des Augeklegten mmr durch Beschluß des .Kreisamts Lauterbach wegen U'<L 2 kverläfsigkcit am 31. 12. 1917 geschloffen worden; trotzdem hat A. F. noch nach dieser Zeit Getreide zum Mahffw an genommen:. Auf Grund der Berveisarrffrahnre wurden beLe De- vufmchen zurüÄgewffsen; es bleibt somit beim erstinftcu^lichen Urteil.

Unk«hli^« Nachrrchter».

Ifrselrlifchr Religivnogemeiude. Gottesdienst in der Shnam>ge (Süd-Anlage). Samstag 17. Aug. Dorabd.: 8.00: morg.: 8 30; abds.: 8.50 u. 9.30. Israelitisch« ücligion?gcseüschaft. Sabiar- feffr crnr 17. Aua. Freitag abd.: 7.40; Samstag vorm.: 8.30: nachm.: 4.30: Srbbatausg.: 9.30. Wochen gottesd.: Mora 700. abds. 8.00.

Vsrnmrfchtes.

* Berlin, 15. Aua^ (Priv.-Tel.) DasBerl. TM." meldet aus SwitEmüuLde: Im Fsmilieuba'd von Misdroy ist der 21 Jahre alte Tejegrs^h.nr^rlff Erwin Beziersky aus Stettin ertrunken. Der LQ-tnant Lüdewitzvom Pionffrbatai'.üon 24, der ihn zu retten vernähte, ertrank gstnchsalls.

kp. Haßloch (Pfalz), 15. Aug. Einen bkutiaen Ausgang nahm hier ein Streit zun chm zwei Brüdern. Die beide?!, Ludtvig und Emil Rieger, veüdxn in einer Wirtschaft in Wvrtw'chseü Zu Hause wurde der Streit später fortgesetzt, wobei Ludwig Rieger ba3 Messer zog. Das brachte E.nil derart in Harnisch, daß er ff irrem Bruder das Messer entriß und ihn durch einen wuchtigen Stich in den Hals tötete. Ter Täter stellte sich darauf freiwillig dem Ge­richt und gab an, in Notwehr gestrudelt zu haben.

Letztc lla&}tichtcn.

Der neueste Bezieht bcv Heexesleitttirg.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 16. August. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bsrfeld?ämp?e am Kennn:l urrd bei Vieux-Berauin. Stärkere Vorstöße des Feindes südlich der Lys, bei Ayette und südlich der Ancre wurden ab^ wieseu.

Heeresgruppe General ober st vonBoehn. Westlich t*m Reims it r& 'südwestlich von Nopin hefti­ger Feuerkrnmf, dem beDers-eits der Avre. gegen Lssiig 'p ix 'o mtf den Höhn, Mckstiich der Oise feindliche Angrifft Südlich von TMescesrt blretz das Gehöft Atteche irr Händen des Feindes, Weisen stUusm wir seine Angrifft vor unseren Kamp'stellun^n, teilweise im Gegenkaurpf zurück.

Schwere Verluste erlitt der Feind in den Kämpfen um Lafiignp. Hier stürmte er bis zu r^ß Malen vergeblich cm ruD wurde muH -chnstürsdisem erbitterten Kanrpft in seine AuSSMWSstrllmMN zurücks^wr^rfku.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Vesbe imHm die Jerrertätigkeit am Aderrd zu und blieb auch die ddschi hindurch lebhaft.

Wir schcffftn gestern 24 feindlichie Flugzeuge ab. Leutt nant Udet eraang feine« 54. und 55., Oberleutnants Kse«- neue und Loerzer errarWen ihren Leutnant Nickel seine« 22. und 23., Leutnant Roelh sci^-rn 21. Luftsieg.

Der Erste Grueralyrrarttermcister Ludendorff.

* ^

Neue l!°Bo^t-Erfolgr.

Berlin, 16. Aug. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer ver- senffcn unsere U-Boole aus stark gesicherten Geleitzügen 6 wert­volle Dampfer von zusammen rund 22 000 .BRT., darunter einenj voll besetzten TruppcntrMisvorter von mindestens 6000 BRT.

Ter Chef des Admiralstabs der Marine.

*

Abreise des amTrikaristchen Gesandten aus MoMu.

Londyn, 15. Aug. (WTB.) Reuter. Der amerikmnsckx 9km* sul in Mos-ru hat d»e Bertreurng der amerikanipchm Jntercssmi dem fävdÄ<:'xu Stxnifiäat übertragen. Er vernichtete sein Ehilftc> buch und ersuchte um FreigclÄ für sich und für andere, wn nach dm Vereinigten 'Staaten zurückzufthren. Ties ist die erste Nachricht, die das Staatsdepartement von ihm erhalten hat, seitdem er am 2. August um Aufklärung bat, ob er sich den alliierten Kon­suln an ffÄ ffßen sollte.

Sermtvr Humbert des Verrats beschuldigt.

Paris, 14. AUg. (WTB.) Ter Reoierim.gskommissar. hat dem MilitärGnSoer:wur von Paris den Bericht eingerercht, der Charles Humbert des CänMnfftändnisses mit dem Feinde bl> schuldigt. Das Gesuck)> um Aushebung der parlamLitarischeu Im­munität wird dem Burvau des Senates am 17. September, dem T<^e des Wffderxcsammentritts. Vorgeleft werden.

Handel S^chi ffvernhr den skandinavischen Ländern.

Haag, 15. 'Äug. (WTB .Nffl-tanttlich.) Das Korrcs^cdenK- bureau meld-et amt!uh: Tie Verhandlungen, die seit einiger Zeit geführt werten, um die Wfftecausnahme der Fahrt rmch den Nandinavischeu Ländern zu er>noglicl»en, führten zu einer Verein- barung, dff die Wiederarchrah.ne des Verkehrs möglich macht. DanrA keine Tehücderirng durch die Krcegführchden eintrrtt, muß die Ladung <m dm holländitchen Uctafectntfli Lvrsigniert werden und muffen dff Schifft mit einem deutsckien Freigcleilschein ausge­rüstet .sein. Es ist dem holländischen Ueberftetrust mit Hilft der Dcgftvmg gvc-lückt, die ursprünglichen Bedenken, die van deut­scher Leite dff Kvnsimrffrung der Ladungen an den hoff

ländischen Ueberseetrrcst geltenc» gemacht wurden, zu beheben. Dann v^rde über dff Hcddig-.'ngen, unter dene:r die deutschen Dchördest bereit sind, Tfteigeleitfflr-üve sÄr die Fahrt nach Skandinamvn

ee^neh-en, Cinstimmhckeit erzielt. Im Zrrsanmnmhcmg mit licser Ve embarung wird mitgeteilt, daß künftig hollLntisckz: Einfnhr- händler keine Waran auf hollmrdifchnr Schiffen aus Schivedcrr,' bd>r- wegnr vter Dänemark einftihven können, ohne daß diese an den Hel Ländischen Ueberftetrust iaibcesftert sind.

Dff Neutralität der Schweiz.

Bern. 15..?bkg. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Schw?kze- rifchm Depefthen-Agentur. Mit Rücksicht auf verschickiene Dor- 'ömrmiffffc teilt der B.mdesrcrt der kantonalen Regierungen mit, daß es cnrrchaus unzulässig ist, daß crnSländifthe Beamte, insbs- . stetere politische Beamte, Konsuln oder sonstige Agenten, in aus­ländischen Strafprozessen selbständig Beweiserhebungen irgend^ welcher Aait vornehmen, da dies eine Verletz?.mg des öffentlich rechtlichen Grirnbsatzes der schweizerischen Gebietshoheit bedeutet. Dff Bundesbehörden werden gegen solche Verletzungen energisch^ Mast' .ahmen ergreifen. Kantonale Behörd-m dürfen dem Bekehren nach Nöch'shckfe in ausländischen Strafvrozeffen nur dann ent­sprechen, wenn fick) dff aus-ländischen Behörden in dem Gesuch um Rechtshilfe ans ausdrückliche Bestimmungen der Sta.rtsver- träge beruftn körmen. Andernfalls sind ausländisch)e Behörden an den Bundesrat zu weisen. Ter Vimdesvrt betont bei diesem Jnlaß, daß die Schwerz mr dem Grirndsatz ftsthält, daß Rechtshilfe in politischen Prozessen nicht gewährt wird.

Besprcchnngen im Hau-tqnartter.

Großes Hauptquartier,' 15. Aug. (WAV. Amtlich.) Dff erneute Zusammenkunft der Erlauchten Souveräne^ hat daS inrngste Einvernehmen und völlige Ueberrinscimmung in Bezug auf die politischen und militärischen Ausgaben wieder zu Tage treten kffcu, auch dff gleiche und treueste Auslegung des Bund-« rrisses sestp?stellt. Das Zusammensein der Monarchen war von der Herzlul-ffit gettagen, dff ihren persönlichen Be^ff.'ungen^ wie den Interessen ihrer Völker entspricht. Tie lei­tenden StaatsinLnncr und dff militärisck)en Spitzens haben wieder geändiiche und fruchtbare Aussprache gepflogen. Der k. lwnd k. Minister des k. mrd r. Hauses mrd des Ministeriums des Mustern Graf Burian und der Generaloberst Freiherr von Arz sind von S. M. dem Deutschen Kaiser in besonderer Arldienz emp- ftnrgen worden. Tesgleick^r hat S. M. der Kaiser und König Karl den Reichskanzler Grafen Hortlrng und GenevalfeldmärschaU von Hindonburg empfangen.

Urteil gegen Chamberlain.

Frankfurt a. M., 16. Aug. In der Klage derFrank­furter Zeitung" gegen den Schriftsteller Chamberlain wegen Beleidigung (8 186 des Reicktzs-Strafgesetzbuches) wurde der Beklagte zu 1500 Mark Geldstrafe bezw. für je 10 Mark 1 Tag Haft verurteilt. Auf Antrag des Verteidigers des Klägers wird der Urteilssprirch nach Rechtskräftigkeit in einer An za hl deuts-ck>er Zeitung en v eröffentlicht.

Amtlicher Teil.

Bekann trnachnng.

Betr.: Feftfttzung von KlestchwUelshöck^ipreisen für Karwfftlm Unter Bezugnahne auf unsere BebauMmwffmg vom 16. Juli l. I. (Kreisblatt Nr. 84) wird der Klein Handels Höchst­preis für Kartoffeln mit Wirkung vom 1 7. I M. ab aus 1 l Pfennig für das Pfund herabgesetzt.

Dem Oberbürgermeister zu Gießen und den Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises wird empfohlen, vorstehende Bekmrntmachung in ortsüblicher Weift zu veröfffntüchen.

Gießen, den 15. August 1918.

Großherzali «iches Kreisamt Gießen.

Or. U s i n g e r.

2!ttsr?t ttttd LVsssettschaLr.

*Johanna-Beckmann-Ausstellung. Am Sonntag, den 18. August wird nachmittags um 5 Uhr im Schloß in Hungen eine kleine Ausstellung eröffnet werden. Es handelt sich um SUverenschnitte einer unserer hervorragendster Künstlerinnen ouf hffiem (ffbiete. Johanna Beckmann. Sie hat in diesem Jahr? rhven 50. Geburtstag gefeiert. Zum z:veiten Male weilt sie als Gast bei^ der Prinzessin zu Solms-Braunfels in Hungen. Was ihre Scherenschnitte mrszeichnet, ist neben der arriffwrdant- lichen Zartheit der Linienführung die schlichte Walfthaftigffit und das tieic Gemüt, das daraus spricht. Für die Schönheit der sldatur, besonders für die Schmcheit von Pflanzen und Gräsern, von Baumgeäst und Rarrkeruverk, aber auch für die Lieblichkeit von Kinder- und Frauengestalterr öffnet einem Johanna Beckmann erst reckst die Augen. So ist sie dff gegebene Berkörperin deutscher D<ärchi^gstaltei i . Zu den Bildern hat sie selbst Verse geschrieben, in d-.r.-:,! fff uns zugl-effh als Dichterin tfffen Eindruck macht. Aus scheren LrbsnsenahLmgen reifte ihre edle uiw stille Weisheit und wrvch» uns in der doppelt schönen Form von Bild mw Dichtung au. Tr< ,löbliche Welt ganz besonders wird in den Dcnsstoerkan Joh.mna Deckmanns einen unerschöpflichen Born feiner Emv- ftnbaua und edler Okfoanßeit finden. Bei der Eröffmmg der Aus- peldwg. daran Erlös für Krirgstvohlfal-rtszioecke dienen soll, wird vre Künstlerin selbst estriges aus ihren TschtunMri vorlcsen.

Tr. Strecker.

* Ein vergessener Dranrati ker. (Zum 100. Geburts-' tag von Hans Koester, 16. August.) Dff Mitte des 19. Jahr­hunderts ibrachse in der dramaE^sr Dichtung ^estre Rcii^ von Nach­fahren .hervor, dff sich eng an dff großen Tramendichrr ceir klassißhen Zeit, an Schifter, Kleist, Griltparzer anschlosseu und dff Helden der Wfttge-,«,l-.iffe in volltönenden' Jamben aus eff Bich ne brachdczr. Die lZpigorren«ßck)ter, dir in ihrer Zeit eine lstffng nicht unverdffutze ^lusmerkftmßeit fanden, sind heute vergessen, und höclzstüms ein (ffdenktag bringt die Ermnerung .m diesen urrd jenen herauf, ohne daß an ein WffderleberrdigwLftxn ihver Werke zu denken wäre. Immerhin mag rann sich doch ffeser Gestalten noch einmal erinnern, bevor sie endgültig im Strom der V-m-- gessenhert versstiffn, dam es liegt etwas .Traguches iu solch hnßenr, echt kürMerisclffm Bemübai, das doch nicht von dauerndem Erfolg gekrönt ist. Estu besonders stzmpathische iÄffh-'inro'.-, .mffr diesenGpigonenidvmnatikLrn" ftt Hans iitv'in dess<m l(K). kiff- l^rrtstag auf den 16. August fällt. Ern Leb'-.r. im enftctVn, rein küustlcrrfckffu Ringen um den Lorbeer' d«o' Bülhne verbrachk. rÄr«' Fülle acht diihtecisckicn (ffhalffs. lebenHgochLmdg .m»> keop- voller EharakveriM ist vi ffinen sahtvevtHar Drsmvn und dock) fehl! dff letzte Gsbfttrmg, frfjlft 6rr promktbmfche Fun- fei, der das ckümzc mit der UimriEbarkait des nffrMchen Drtevr-? dug-ck^lühi Kvester, am 16. August 1818 zu Kritzom b?.i Wismar geboren, lebte in imabhüngigen BerlrÄdssftu ,urd schrieb zunäcküt ein paar Schauspiele, die bei der jkriftk grvß«i&ul

Aian rühmte dff Balksizeuen ffrveS 7xmvriWs>SlcüöftboT/ des

ctjam Werkes des rimmdzwanzigjähft gen Tickxers: man fand in der bewegten Handlung seinerMaria Stuart" Schlkersche Züge, zumal er gleichsam alsVorspiel" zu dem Drama Schttreos dff Sck>otffnkönigin aus dem Thron dar)teilte. 'EinKonrvstff" folgte, eine ans dem Aufenthalt in Italien geborene Tragödie Pwlv ünd Fvanoessa", endlich 1844 eine TftlogffHeinrich I V. tLrn Daulfchllmid", dff denselben Stoff behandelt, wie .WstdenbrnchS Kaiser Heinrich und sein Geschlecht". Tffje letzten Dramen wL«fter Erfolg, tmd so zog sich der enttäuschte Dichter rrch 'ftsr«, ganz ans der Welt zurück, bis er dann in den 60er Jahr«: wieder eine Reihe von Dramen veröffenttickKr, dff vielen BftkaL feto; mrd ihm die Bühne eroberten. Er Ivagte sich darwr, tff 5>ffstnlfe: ÄrtlM-s Mid Hermanns des Ehcrusfers zu diamatisieren. Le«: ->fterges TiauerspielUlrich von Hutten" wurt-e au' Oem Weimarer Hoftheater, feilte HistorieDer große Krr'ür'r"

Per Tmirrtex Hofbüch.ie aufgeführt. Besonders das letztere S . ck z -iyt

iis f*wr Ursprung lickten Gestalt eine anschaickichie ' L-rtz-'i der

b.^rakffristik und einen RcickTum an glücklichen/ Züireu. pff

niwii echten Baterlandsgefühl belebt -sind. ?lber m

Werffn reichte dff .Kraft nicket aus: in mühseligen

verdarb ei' viel von dem, was ihm gelungen, und ft kann w«, Srije

beim Durch!eien seiner Stücke den Schiedsspruch der

ihn Krr Vergessenheit verurteilte, nur für gerecht erklären. Nnn-

dff Litenaturgesichichte registriert noch seinen Nau«, atä ta*

topcfteri Epigonen, wff ihn Zeiten efter gvoßo, -

h-wca-bringan.