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lL 8 . Jahrgang
Der iticßcricr Anzkign
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richten' AnzeigerGiesjen. 3wi!lmg§runddruck u. Verlag: vrühl'jche Univ.-Vuch- u. Ztemdruckerei R. Lange
Mittwoch, August \%8
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(WTV.) Grotz.es Hauptquartier, 13. August. (Amtlich.)
W c st l i ch c r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupp recht.
Südwtstlich von Ypern am frühen Morgen heftiger Ar- tiUeriekampf. Feindliche Angriffe kamen in unserem Feuer nicht zur Entwicklung. Südlich non MerriS wurden mehrfach wiederholle eng i'che Tcftcwgriffe abg wiesen. Vorfcldkümrfe beiderseits des La Bassöe-Kanals und zwischen Scarye und Anere. An der SchsiMfrmtt ruhiger Vormittag zwischen Anere und Avre. Siidlich der Sotnme griff der Feind am Nachmittag zu beiden Seiten der Römer-Strass Foucan- court—VillerS-Brctoneux an. Er wurde abgrwie'en. Nördlich der Strafte Amiens—Nahe schlugen wir am Abend starke feindliche Angriffe ab. ZwistlM Ab re und Oise tagsüber heftiger Kampf mit teilweise ueueingesrtzten französischen Divisionen.
Starke Kräfte griffen im Morgennebel dicht südlich der Avre sowie zwischen Tillolop und nördlich von Elinconrt au. Sic brachen vor unseren Linien zusammen. An einzelnen Stellen warfen wir sie im Gegenstotz zurück. Zwischen Tilloloy und Eamry westlich und südwestlich von L-assigny setzte der Feind feine Angriffe bis zum späten Abend südlich von Til- loloy bis zu fünf Malen fort. Aus dem Matzgrunde heraus ftiehen ßlfmack-e Kruft? vor. Wir schlugen den Feind zurück^ vielfach blieben seine Angriffe schon in unserem zusammen- gefaßten Artillrriefeuer liefen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nördlich und* östlich FiSnreS hatten örtliche Angriffs- mrrernehuumgen Erfolg und brachten Gefangene ein.
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Gestern wurden 29 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Ndet errang seinen 53.. Hauptmann Berthold seinen 43. und 44., Leutnant Freiherr von Nichthofen seinen 39. und 40., Leutnant Koeuneae seinen 29., Vizeftldwebe! Thom seinen 28.. Leutnant Lau mann feinetv 24., Oberleutnant Freiherr von Bönigk seinen 21., die Vizefellnvebel Dörr und Mm ihren 20. Luftsicg.
Der Erste GeneralMMrtiermeister Ludendorff.
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Der Abendbericht.
Berlin 13. §lug.. abends. (WTB. Amtlich.)
Von der Anere bis zur Avre ruhiger Tag. Zwischen Avre und Oise sind Teilangriffe des Feindes gescheitert.
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 13. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:
An der Tiroler Gebirgsfront führten Sturm- patrouillen des Sä ützenregiments Nr. 27 einen gelungenen, für den Gegirer verlustreichen Ueberfall auf die feindlichen Stellungen auf dem Monte Eorno aus.
Die fortgesetzten Fliegerangriffe mrf den Raum von Feltre fordern unter der italienischen Zivilbevölkerung zahlreiche Opfer.
Auf dem albanischen Kriegsschauplatz nichts von Belang.
Der Chef des Generalstabes.
Im Mittelpunkt der Tagesereignisse stehen auch heute noch die Besprechungen im Großen Hauptquartier, deren deutung inzwischen noch gewachsen ist, da nunmehr auch Kaiser Karl sich mit einem ganzen Stabe von politischen Beratern dorthin begeben hat. Ihn begleiten der Minister des Aeuheren, Graf Burian, der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin, Prinz Gottfried zu Hohenlohe-Schrllmgs- fürst, ferner der deutsche Botschafter in Wien, Graf Wedel und Gesandter v. Bergen, der Referent für Oesterreich-Uw garn im Berliner Auswärtigen Amt. Außer dem Reichskanzler sind dort bereits Staatssekretär v. Hintze, Staats- Minister Dr. Helfserich. unser bisheriger diplomatischer Vertreter in Moskau, ferner der polnische Minister des Aeußeren, Prinz Januß Radziwill, und der Vertreter des.polmsE Staates in Deutschland, Graf Rorritier. Ob damit dw Liste der dort zusammentretendcn politischen Persönlichkeiten abgeschlossen ist, bleibt dahingestellt. Mehrfach wird in den Blättern die Vermutung ausgesprochen, daß auch Vertreter der übrigen östlichen Randstaaten an den Beratungen teilnehmen werden.
Zur Sprache kommen wird vermutlich der ganze Komplex der Ostfragen, unsere Beziehungen zu dem Großrußland der Bolschewiki im allgemeinen und zu den Randstaaten im besonderen. An bevorzugter Stelle wird aber, den Teilnehmern nach zu urteilen, die Lösung der polnischen Frage stehen. Schon bei der letzten Kaiserzusammenkunft hat ein Gedankenaustausch über dieses Problem stattgefunden, der aber zu keinem Abschlüsse führte. Die austropolnische Lösung stieß damals auf Meinungsverschiedenheiten, die nicht restlos behoben werden konnten. Inzwischen sind aber die Wünsche der Polen nach Vollendung des von den Mittelmächten proklamierten selbständigen Königreiches immer dringender geworden, so daß man eine endgültige Lösung nunmehr anzustreben scheint. Von Wichtigkeit hierbei ist die Regelung der Grenzfrage auf eine Weise, die eine Garantie der Dauer in sich trägt. Nach der Ansicht politischer Kreise wird man sich in einem Sinne einigen, der der bisher von Oesterreich-Un
garn angestrebetn Lösung nicht entsprechen wird. Schon glau ben verschiedene Blätter die Zeit gekommen, dem neugeschaffenen polnischen Königsthron einen Herrscher zu geben. Ein österreichischer, bayerischer, sächsischer und bulgarischer Thron kandidat werden genannt und die größten Aussichten dem zweiten Sohne des Königs Ferdinand von Bulgarien gegeben Ob man es überhaupt schon für angebracht halten wird, sich durch die Besetzung von Thronen politisch fest- znlegeii, ist eine unentschiedejne Frage. Neben Polen harrt aber Finnland eines Königs nnd Litauen eines Herzoges, und eine Besetzung dieser Throne mit deutschen Bewerbern wäre für unsere Feinde nur ein neuer Anreiz, die Umstoßung der von uns h-erbe-cheführten Lösung der östlichen Fragen auf ihr Krregsz-ielprogramm m setzen. Wird doch schon in der Verbandsprefse die schnelle Wandlung des republikanischen Finnland zu archgefprochen monarchischer Gesinnung propagandistisch einen: dahingehenden Drucke
Deutschlands zugeschoben, nnd Blätter wie der Vorwärts törtnen es sich nicht verkneifen, in die gleiche Kerbe zu hauen. Nicht verwunderlich ist es, daß das Berliner Tageblatt sich ebenfalls gegen eine weitere Einmischung der deutschen Regierung in östliche Verhältnisse wendet und befürchtet, daß sie sich immer wei ter in das russische Labyrinth hinein verirre. Bei dieser Ge legenheit fordert das Blatt abermals die Einberufung des Hanptausschusses, da der Reichstag das Recht und die Pflicht habe, sich um die Absichten der Regierung zu kümmern und sich man endlich nicht mehr damit begnügen dürfe, „die Unfälle zu beweinen, wenn sie da sind und wirtlich erscheinen".
Die Erfahrungen mancher Reichstagserörterungen lassen es aber wenig angebracht erscheinen, politische Fragen die die Gesamtheit der Mittelmächte angehen, in die Userlosig- keit der Debatten hineinzuziehen, bevor die Regierung einen eigenen festen Standpunkt gewonnen hat. „Nichts ist selbstverständlicher", meint die „Tägliche Rundschau", „als daß jetzt alles vermieden werden muß, was geeignet wäre, neuen Zündstoff in die Massen zu werfen. Auf solche unnötigen Schwierigkeiten würde es aber hinaus laufen, wenn man der Forderung des „B. T." nachküme, den Hauptausschuß ernzuberufen, um dort Gericht zu sitzen über unsere Ostpolitik, über die Ukraine und Finnlandspolitik und um den neuen Staatssekretär auf neue Richtlinien der Mehrheit sestzunageln."
Die Kämpfe im Westen.
Berlin 13 Aug. Ern dichter Nebelschleier lag über dem Sommegebiet/ als am .frühen Morgen des 8 August kurz nach 5 Uhr cm der ganzen.Front der Armee v, i> «Dtannfc ein mächtiges Trommelfeuer ersetzte und .l 1 /* «stauten ununterbrochen anfcielt Unter dem Schutz einer Mage von Tanks nne sie bis nwt noch nicht eingesetzt worden war, ging bie feindlich^Znfanterre Lim in riesen Wellen zum Angriff vor. An .vielen Ltellen ver- Ätc bS ftdnb M Gelände, Eh auS.Tanks wurden Mbcck- bomben geworfen, so dat; svch der Angriff fast, völlig unserer Sicht entzog Auf dem linken Flügel griffen zwei bis drer eng- liche Tiwnnnen in der Geaeird von Acarlanraurt am südlich von! ihnen rückp' das australische Korps mit vier Drvrsronen. m°d außerdem itev ümadische TivisiE Mi. Alle ^«fega^m als besonders gute Angriffstruppen, ine fett längerer Zert nicht mehr
im Gefeickit gestanden hatten. Auch ist festgesteM, daß Vier fran« zbsische Divisionen an >^n MnPxseir beteiligt gewesen' sind Die neuen cnglijchm Riesentwris, die h er zum ersten Male auige- tteten, sind noch) um einige Fuß länger und besitzen kräftiger^ Motore. Ter moralische Eindruck dieser Massemrngetüme ist für den Verteidiger die Hauptgefahr. Diese Nervenprobe haben unsere Kämpfer glänzend übeustanden. Uebevall da, wo die Tanks in den Bereich unseres Ariallerieseuers kamen, ivurden sie oerniäM. Zu welcher Ticlpc die Engländer mit ihren Tricks angriffcn, a> h-llt daraus, daß ans einem Tivisionsabsch.ritt in einer BverV von 4 Kilometern 43 zerschpssenc Tanks siegen blieben oie alli durch unser Artillerie- mrd Maschurengewchrfeuer Vernich ^ wur- den. Rechnet man hinzu, daß ein großer Teil dieser Tan entkommen ist, so können die Zstnschmräume nickt mehr als 6^—70 Met?r betragen haben. Als p :vpt. inbmd) [Wie für Die Tmkgeclicva- der hatte der Feind die Franke der vor,Dringenden Decke unserer Front gewählt, um in den Rücken unserer Infanterie zu kommen. So stießen z. B. die Tanks nördlich Morerill von Thennes aus vor, wo der Avreabschnitt von ihnen nicht hätte überwunden werden können. Nickt weniger als drei englische Kavalleriedivisionen -- rrnd dies bedeutet die gesamte englische Kavallerie — standen bereu ub griffen später, schüoadronenweise verwendet, in den Kampf ein. Zci diewm Massc-nernsatz von Tanks und Truppen, begünstigt durch die Ungilnst des Wetters, gelang es dem Feinde bekanntlich, in einer beträchtlichen Tiefe einzudringen, stellenweise jedoch unter schweren blutigen Opern. Nördlich der Straße Amiens—Peronne liegen die Toten in mehreren Reihen stellenweise lungemäht Einzelne deutsche Maschiuengewehrnester wehrten sich verzwei'elt und brachten der den Tanks nur langsam folgenden Infanterie die schwersten Verluste bei. Eine leichte Batterie vernichtete allein 10, eine anders 9 Tanks. Ein Kraftwagen-Flak-Geschütz erledigte fünf Tanks, fuhr dann, da es sich verschossen hatte, zurück, um Munition zu holen, !und schoß dann noch zwei weitere Tanks in Brand. Bei Marcel- cave und bei Fvalerville wurden einzelne Schwadronen durch unser Mafchinengewehrfeuer fast vollständig vernichtet lieber alles, Lob erhaben ist der Schneid der deutschen Infanterie, die stellenweise der Trniks ustht achtend, sie hindurchahren ließ und dann die nach folgende Infanterie im Gegenstoß Mifhiekt. Es sind auch Fälle gemeldet in denen die Infanterie allein der,Tanks Herr wurde, in.dem sie an einer Stelle z. B. vfiter Tanks in Brand schoß intb! acht weitere außer Gefecht setzte. Dem Schneid unserer Infanterie mtb der Beweglichkeit unserer lZlrtillerie sowie ihrer Schußleistun^ ist es zu danken, wenn der groß angelegte fciiteiche Angriff sehe bald zum Stehen kam und in den beiden letzten Tagen nicht mehr weiter Raum hat geroinnen können.
Berlin, 13. Aug. (WTB.) Nachdem sich die englische Offensive zwischen Anere und Avre nach den schweren, atfa> reichen und vergeblichen An-grisfen der letzten Tage an der Grenze des alten Sommefchlachtsel^'s feftgclaufen hatte, verhielten^ fick die Engländer am Vormittag des 12. ruhig und setzten erst im Verlauf des Nachmittags und abends zu starken Teckanarifsenj beiderseits der Römer st raße sowie fMich des L u c e - Daches an. Teilweise brachen diese Angriffe bereits in dem deutschen Ab- lvehrfeuer zusammen. Wo die britischen Sturm wellen bis cm die deutschen Linien herankamen, wurden sie im Gegenstoß wieder ge- wvrsen. Dagegen setzten die Franzosen nochmals mehrenj ftische Divisionen ein, um die Stellungen zwischen Avre und Oise, aus die die Deutschen in so geschickter und für die Franzosen so verlustreicher Weise ausgewichen waren, doch noch zu duvckfibrechen Starke Kavalleriemasf'en standen zur Verfolgung bereit. Im Morgendunst griff die französische Infanterie an, allein trotz der schweren Befcksteßuug, die dem Angriff vorangegangen war, empfing ungeschwächtes Mafchinengewehrfeuer die Sturmwellen. In der Ge- Aetzd des Loges -Waldes, von der Matz bis öfllich Res- sons und südlich L'Ecouvillon rannten die Franzosen im- vier wieder vergeblich cm. Die Art, wie sie cm manchen Stellen bis zu fünfmal hintereinander vergeblich stürmten, erinnerte cm die russischen Massenopfer. Die gewaltigen Anstrengungen der ftan- zösischcu Regimenter blieben vergeblich. Wo sie geringe Vorteils errangen, ivurden diese ihnen alsbald wieder durch die Deutscheuj abgeuommen, die im raschen Gegeuftoß die Franzosen aus den genommenen Gräben wieder warfen, den Fliel-enden nacksetzten und ihnen zahlreiche Gefangene avnahmen.
Deutsche Gegenangriffe.
London, 12. Aug. (WTB.) Das Reutersche Bureau erfährt: Tie Deutschen unternehmen mit einer bettächtlichen Zahl von Divisionen und Artillerie starke Gegenangriffe zwischertz der Straße von Rohe und der Somme. Namentlich südwestsich von Rohe ist ihre Ltzgenaktion sehr heftig.
Stockholm, l£. Aug. (WTB.) „Stockholms Dagblad" meint zu der neuen Phase der S ch l a ch t i nt Westen, die Maßnahmen der Alliierten trügen auch da augenfällig defensiven Charakter, wo ihre Operationen offensive Formen mmähmen. Tie Initiative! im Großen läge immer rwch bei den Deutschen.
Die Beteilignng der Tanks.
Berlin, 13. Aug. (Priv.-Tel.) Bei den Angriffen zwischeit Ancre und Avre am 8. August haben die Gegner im yanzen 400 bis 500 GroßtanA gegen unsere Front vorgeworfen. Diese führten- zunächst Kanadier und Ansttalier, dann farbige Franzosen und in der letzten Angriffswelle Amerikaner.
Luftschlacht im Westen.
Haag, 13. Aug. Tie Korrespondenten im brckischen 5)aupt- guartier beschrecken die Luftschlacht, die am Donnerstag und Freitag cm der Somme stattgefunden hat. als die größte, die jemals geliefert wurde. Sie melden: Tie 51 britischen Apparate, die laut .Generalsiubsbericht am Toimerstag verlorengingen, bildeten nur einen kleinen Teil der ausgesandten Flugzeuge. 100 von ihnen stiegen drei- oder viermal am Tage auf.
Deutsche Flieger über Calais.
Calais, 12. Aug. (WTB.) Agence Havas. Feindticüe Flugzeuge überftogen trotz des Sperrfeuers in der Nacht die Stadt, warfen Bomben und schossen aus Maschinengewehren.
Ern Mann der Zeppelin-Besatzung gerettet.
Berlin, 14. Aug. Dem L. A. ans dem Haag zufolge meldet das Hollandsck Nieutoe Bureau: Es Hai sich hevausgestellt, daß noch ein Mann von der Besatzung des bei Amelcmd abgesckoncnrn Zeppelins gerettet imirbe. Er wurde durch ein holländijches Schleppschiff nach Hmuten gebracht.


