Ans Stadt rrnd Canl.
Gießen, den 12. August 1918.
Lebensmittelmarken.
Für die Zeit vom 12. August bis 18. August 1918 haben nach- flehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:
Brotmarken der 33. Woche, gültig vom 12. 8.1918 — 18. 8. 1918
Buttermarken.. 33*., „ .. 12. 8. 1918 - 18. 8. 1918
Fleischmarken . 33. .. .. , 12. 8.1918 - 18. 8. 1918
Kartoffeln,arten, 33. , „ * 12.8.1918 — 18.8. 1918
Seisenmarken für den Monat August.
Ein Nmtansch verfallener Marken findet nicht mehr statt; edeufr» wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.
Neuanmeldnnqen nnd Anmeldung von Neugeborenen haben unter Vorlage der nötige« Ausweise, insbesondere der LebenSmittel-AnSweiSkarle, auf dem Lebensmittel- amt zu erfolgen.
Umzüge innerhalb der Stadt nnd Wegzüge von Gießen find in den zuständigen Bezirken anznmeldcn.
GcschäftSfinndcn des LebcnSmiltelamtcS von 9—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm.
Markenausgabe fi'rr Urlauber:
Sonntags von 19—12 Uhr vormittags.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog ,-n-ffng zum Vortrag: den Staatsminister Dr. v-on Eivald, den Ft.mnzminister Dr. Becker, den Vorstand des Kabinetts Wirklichen Gchffmerat von Röml-eld; außerdem den Generalmajor von
Randow.
** Das Großh. Hess. Regierungsblatt Nr. 19, ausgegeben Darmstadt. - 8. August 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung über den Verkehr mit Getreide. Hülsen- srüchben, Buck)weizen und Hirse aus der Ernte 1918 zu ^aat- :: ecken. — 2 Bekanntmachung, das Verbot des vorzeitigen Erntens von Herbstgemüse und Rüben betreffend. — 3. Bekanntmachung, die „Staffel^Stiftung" in Darmstadt betr. — ,4. Be- kauntmachmrg, die „Wegener-Jubilaumsstiftnng" zu Blitzenrod betr. — 5. Bekanntmachung über die Regelung des Verkehrs mit Käse, Quark, Molkdneiwerß und ähnlichen Erzeugnissen Bekanntmachung über den Vermehr mit Stroh und Häcksel aus der Ernte 1918. — 7. Bekanntmachung über die Walnnßernte. — v Bekanntmachung, den Verkehr mit Wild betr. — 9. Bekannt machang über die Preise für Stroh und Häcksel aus der Ernte 1918.
** Ausgabe von Bienenzncker zur Herbstfütte rung. Tie Ernkaussgesellschaft für das Großherzogtum Hessen m h. H., Mainz, hat soeben die Bezugsscheine für Bienenzucker zur Herbstsritterung an die Bürgermeistereien zur Weitergabe an die Bienenzüchter gesandt. Aus das Volk entfallen 5 Kilogramm Zucker, und zwar rrur versteuerter Zucker, da infolge Arbeiter- nnd ftohleninanggels nnversteirerter (vergällter) ^ Bienenzncker von dem scachtgünstigen benachbarten Fabriken nicht beschafft werden konnte Im Interesse der einzelnen Imker liegt es, sofort ihren Bezugsschein bei ihrer Bürgermeisterei anzu fordern, damit sie die Herbst rüderunq rechtzeitig vornehmen können.
** Städtischer Ob st verkauf. Es werden bis aus wei. teves die Obstmarken A 11—40 beliefert. Näheres im Anzeigenteile
** Freibank. Dienstag den 13 .August, 2—4 Uhr von Nr. 351—400.
[** Wolleablieferung. Zum Ankauf der Wolle von Schaf haltern mit weniger als 30 Schafen sind Bezirksaufkäufer be stellt worden. Bon den Bezirrsaufkäufern sind Sammelstellen errichtet worden. An diese Sammelstelle sollen die Schashalter ihre Wolle zur Abschätzung durch den Bezirksaufkäufer liefern. Ter Be- «rksaufkäuscr kauft diese Wollen gegen eine Provision für die ftttegswollbedars-Aktiengesellschaft, also nicht für seine Rechnung. Feder Mieserer von Wolle erhält einen Ablieferungsschein. Auf diesem ist genau vermerkt, welches Quantuin Strickgarn zum Preise von 6 Mk. das Pfund er gegen die abgelieferte Wolle von der llriegswolkbedarf-Aktiengesellschnft erhält. Nähere im An- eigenteil. _ , _ . _ _ ^
** Anbau von Sprna t für Herbst undFruhiahr. Air lesen im Reichs-Gemüse- und Obstmarkt: In den Herbst- monaten wird oft frühzeitig mit dem Verbrauch der Wintergemnse begonnen, während man im Spinat ein gutes, dankbares und recht ausgiebiges Herbstgemüse auf den Markt bringen könnte. Svinat läßt sich mit Ausnahme der Monate Juni und Juli fortgesetzt anbauen. Die Aussaaten, die im August vor genommen werden, ergeben die reichste Herhsternte an Spinat. Aecker mit Frühgemüse und Frühiftrrtoffeln eignen sich nach der Aberntung gut zur Spinataussaat. So zeigte nach einem Bericht eine Aussaat 'm August v I. mit 200 Gramm Saatgut aus 24 Quadratmeter Fläche folgendes Ergebnis: Ter Aufgang. war bei der Samenmenge recht dicht. Die ersten kräftigen Pflänzchen wurden bald als Gemüse heraus gezogen. Schon der Herbst brachte 6t> Pfund Ertrag, und im Frühjahr konnten nochmals 55 Pfund Spinat geerntet werden. Dabei war der Boden geringwertiger L>ano, me Borfrucht Gurken: die Düngung bestand in Zufuhr von Jauche. Für Herbstfpinat ist die Drillsaat zu empfehlen, damit das Unkrmtt gut beseitigt werden kann. Eine reiche Sprnatsaat wlft dre Bevölkerung mit einem guten Gemüse versorgen und die Aecker durch tue Zwischenfrucht besser ausnützen. , , .
** Fahrpreisermäßigung oei Fahrten zur Nesselsammlnng. Durch Verfügung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten haben Schulkinder bei der Preusjisckp Hessifchen Staatseisenbahn nur den halben Fahrpreis dritter Klaffe zu zahlen, auch wenn weniger als zehn schulender an der Fahrt teilnehmen. Die erforderlichen Ausweise werden dae Obmänner der N. AG. erteilen. Es ist zu erwcrrten daß diese behördliche Verfügung dam beiträgt, daß die großen Bestände an Brennesseln auch wirklich hererngebracht werden und so
^der Textilnot abgeholfen wird. , , . — - r „ „
** A u f ein g em ei,ngef ahrliches Treiben wacht
das „Mainzer Journal" ar
er Ausnützung der Konjunktur H an dl er.
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Räumen zur -VSl
sind aus diese Weist sehr zahlreiche zmn Bewohnen geeignete; Räume von M öbelspekulanten zu hohen, die brachen Mietpreise ,oeit übersteigenden Preisen gemieler worden, ^er Wohnung polirei bietet sich unseres Erachtens wer eine dankbare Ausgabe — Diese Art Möbelhandel macht sich cot sehr vielen Platzen breit. Nicht nur die Polizei — die kann nicht überall fern! —, Iordern alle Mitglieder der Allgemeinheit sollten das Ihrige dazu, vertragen, diesem nivderncn Wucher ein Ende zu bereiten. .
** Neue Maßnahmen zur Ordnung ui den ju* gen. lieber mangelhafte Ordnung in den Zügm lvird svrtgesc^t ge- klaat Dir Reiseuden setzen sich eigenmächtig über all-, -Vorschriften hinweg Der Minister der ösfentlick>cii Arbeiten hat deshalb die Eisenbiihnhivektionen von, neuem angewiesen, che Ordnung auch in den stark belaftcten Zügen aufrecht zu erhalten Gegen Reil ende, die die vorgeschri ebene Ordnwrg nicht beachten oder sich den Anordnungen der Bedierrsteten nicht rügm, ist höflich, aber mit dem nötigen Nachdruck vorzugehen. Säumige Bedienstete find zur Verantwortung zu ziehen, pflichteifrige durch Belohn,rügen auszu- zeichnen. Das gesamte Zugbegleitpersonal wrrd mit einem Merkblatt ausgerüstet, in dem alles Wichtige kurz zu,ammen- aemfw ist Erst wenn sämtliche Plätze emer Mache besetzt nm>, düist« ?a rgälte auf frei.- Plätze der nächst hohwen K'.a se verwiesen werden. Bei Uebcrfül'inrg find die Plätze über die übliche Zahl za besetze,.. Wenn Reisende eigenmächtig in eurer höheren .Klasse Platz nehmen, so sind sie wie Reifende ohne gültige Fahrkarte zu behandeln, sofern fie sich nicht sofort imaufgefordert melden ufw
** Verordnung über künstliche Düngemittel. Ter Bundesrat har eine nerve Berovdnirng über künstliche Düngemittel erlassen, die in verschiedener Hinsicht die bisher nach ocr Dekm'mtinachung vom 11. Januar 191«. Reichs AR: er. d i geltenden Vorschriften abändert. Ta letzter.- durch
eine Anzäh! späterer Aendecungen erhebt«« an Uebersu» ver
loren hatte, bringt die neue BLvmjmuNig eine vollständige Neufassung des Wortlautes, der unter anderem auch einige Zweifel wegen der Auslegung der bisherigen Bestimmungen über die Kleinhandels- irnd Lagerzuschiläge beseitigen soll. Tie Berechnung des Verdienstes der Writerverkänfer von Düngemitteln und seine Verteilung auf mehrere Weitevveckäufer lviro eingehend festgelegt. Tie gewerbsmäßige Herstellung von Mschbünger ist an die Genehmigung des Reichskanzlers <Kriegsernährungsamts) gebunden. Von besonderer Wichitigkeit sind die Bestimmungen des § 8, die die gelverbsmäßige Herstellung und den Absatz solcher Tüngemittel, deren Preise in der der Berordirung beigefügten Liste eine Festsetzung niM erfahren haben, gleichfalls von eirver Genehnrigung des Reichskanzlers (Kriegsernährimgsamts) abhängig machen. Auf diese Weist ist eine Möglichkeit geschaffen. Tüngeinittel .Aveifelhaften Wertes vom Handel auszuschließen. Tie der Verordnung beigefügte Liste der Düngemittel und Preise bringt eine mit Rücklicht auf die gestiegenen Erzeugungskosten erforderliche Erhöhung der Preise für SücherPhoSphate und fchwefelfaures Ammoniak mit Wirkung vom l. Juni 1918 ab.
** Lichtspielhaus (Bahnlo strafe). Das große Filmwerk „Das Rätsel von Bangalior" kommt demnächst zur AulsührilNg. Siehe Anzeige.
Starkenburg und Rheinhessen.
I Darm st ad t. 10. Aug. Airs einen neuen Schwindeltrick ist ein M.ädck-'M von hier verfallen. In einer Konditorei sah es offenbar ein anderes junges Mädchen sitzen. Es begab sich darauf zu dessen Mutter, richtete einen Gruß aus, die Mritter möchte ihm ein. Paar Stiefel mitgeben. Sie hätte an ihrem einen weißen Stiesel den Absatz verloren, säße nun in der Konditorei und könnte nicht nach 5)ause gehen. Da das Mädchen einen vertrauenerweckenden Eindruck machte, auch die von ihm vorgebracksten Einzelheiten sonst stimmten, faßte die Frau keinen Argwohn und händigte die Stiefel ans, mit 'denen die Botin spurlos verschwand, während die Tochter bald darauf ahnungslos nach Hause kam.
Kreis Wetzlar.
xxl. Braunfels, 11. Aug. Tie hiesige Nebenstelle der Kueissparkasfe Wetzlar ist in eine Zweigstelle der Kasse umgewcm- delt 'worden.
Hessen-Nassau.
— Biebrich, 11. Aug. Johannes Montreal, der bekannte Ein- nnd Ausbrecher, wurde am Samstag schwer gefesselt inrter militärischer Begleitung einem norddeutschen Festungsgefäng^ nis zngefühet. Hier hatte man ihn znm siebenten Mal cingefangen.
= Eronberg, 11. Aug. Tie Oberförsterei Cronberg, der nur Gemeindewaldungen von 28 Ortschallen unterstehen, sollte von der Kgl. Regierung ausgelöst nnd die betteffenden Gemeinden benachbarten Obersörstereien zugeteilt werden. Zur Erhaltung der Obersörsterei hatten sich infolgedessen sämtliche Gemeirrden mit einer entsprechenden Eingabe an die Regierung geweirdet, die mmmehr entschieden hat, daß die Oberförsterei erhallen bleiben soll, wenn die Orte für jedes denl Forstrevier unterstellte öeftar eine weitere Berwaltungsgebühr von 1,50 Mk. zahlen. Sänttliche Bürger- nreistereien haben die Forderung bewilligt, so daß die Obersörsterei erhalten bleibt.
N. P. Frankfurt a. M., 11. Aug. In einem hiesigen Hotel am Hauptbahnhoi wurLe ein Schneidermeister aus Bad-Nauheim auf raffinierte Weise um den Betrag von 8000 Mark geprellt. Ter Schneider tourdc nämlich von einer angeblich hochgestellten Person schriftlich in das Hotel befohlen, zur Anfertigung von Anzügen. Als er sich dem hetteffenden Hotelgast vorstellte, bot ihm dieser u. a. auch ein größeres Ouanturm Süßstoff zürn Kaut an: während beide über das Geschäft verhandelten. stürmte plötzlich eine dritte Person in das Zimmer, die sich als Kriminalbeamter «usgab und beide wegen Süßstoff-Schmuggel für verhaftet erllärte. Er ließ sich von beiden ein Pfand geben, dam ft ihm keiner auf dem Transport zur Polizei entweichen! nvrde. Der Schneiderm-eister gab dem angeblichen .Kriminalisten seine Brieftasche mit 8000 Mark. Nun sollte es zium Polizeirevier gehen. Auf der Straße m,ge langt, flüchtete zunächst der, der dem Schneider den Süßstoff zum Kauf angeÜoten hatte, während der angebliche KriMrnalbeantte den Schneider aus der Sttaße warten ließ. Nach langem Warden sah der Schnevber endlich ein, daß er z'wei Schwindlern in die Hände geraten war, die ihn um seine Barschaft von 8000 Mark betrogen hatten.
-- O b e r u r s e l, 12. Aug. Tie Stadttcchirung für das Geschäftsjahr 1917 schließt mit einem Rcftrüberschuß von 45 614 Mk. ab. Das gute Ergebnis ist auf die reichbeschäftigte heimische Industrie zurückzuführen.
--- Fran kfupt a. M., 11. Aug In der Medizinischen Fakultät der Universität hat sich Dr. Franz Jahne l als Privatdozertt für Neurologie und Psychiatrie habllillert. — Die ärztliche Vorprüfung haben Ende des Sonimersemesters 12 Kandidaten, darunter 8 Frauen, bestanden.
st Marburg, 12. Aug. Der ordentliche Professor an der hiesigen Universität, Dr. jur. Martin Wolfs, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Göttingen abgelehnt, um dem gleichzeitig an ihir ergangenen Ruf an die Universität Bonn Folge zu leisten.
Kiew. 10. Aug. (WTB.) Tie Kiewer Presse meldet, daß die bisherigen höheren Frauenkurse in Jekaterinoslaw zu einer privaten Universität, bestehend aus vier Fakultäten mit russischer Vorttagssprache, umgewandelt werden. Bekannte Lehrkräfte aus Moskau mrd Charkow sind gewonnen.
U««rst Bnft Wissenschaft.
-- Kassel, 11. Aug. Dreißig der kostbarsten Gemälde der Mt-Kölnischen Schule wurden vor einigen Tagen aus dem Kölner Museum in die hiesige Galerie überftihrt. wo sie während des Krieges verbleiben, um vor Zerstörungen durch Fliegerangriffe gesichert zu sein. Auch nrehrere Altäre aus dem späten Mittelalter, die vorn besonderem Werte sftrd, sarrden hier eine sichere .Herm- sdätte. Andere Gemälde des Kölner Museums fcmdeii in Braunschweig Ansnahnve.
— Sofia, 12. Aug. (Meldung der Billgarischen Telegra- phen-Agcntur.) Anfang September wird in Sofia eine Ausstellung bulgarischer Kunst eröffnet werden, für die gegenwättig große Vorbereitungen getroffen werden. Tie von der Berliner Gesellschaft für Teutsche Kunst in Bulgarien veranstaltete Ausstellung wird ungefähr 400 Gemälde urrd 40 Werke der B-ildhckuerkunst der besten deuffchen Künstler aus den lctzren hundert Jahren um fassen: sie wird also an i^ahl und Bedeurung der ausgestellten Werke die größte Veranstaltung dieser Art in Softa fern.
Dorfes wieder zurück. Heftigl' Deitkämpfe zwischen Lihons und der Avre. Südweltlich Ehoulnes griffen wir den Feind an und nahmen Hallu. beiderftits der Straße Amiens— Royc wiesen wir feindliche Angriffe ab. Zwischen Ainiens und Oise dauerten die starken Angriffe des Feiiwes bis zur Dunkelheit an. Sie find völlig gescheitert. Besonders schwere Verluste erlitt der Franzose bei Tilloloy. Durch nahes Heranhalten seiner Artillerie, die den Panzerwagen dichtauf folgte, suckite er den Durchbruch hier zu erzwingen. Infanterie und Artillerie schossen den Feind vor unseren Linien zusammen.
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Gestern wurden 17 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone ab geschossen. Leutnant Udet errang seinen 49., 50., 51. und 52., Leutnant Freiherr von Nichthofen seinen 38., Leutnant Deltfens stinen 26., 27. mÄ 28. Luftsieg.
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Im Juli wurden an den deutschen Fronten 518 feindliche Flugzeuge, davon 69 durch unsere Flieger Ab.vehr- geschütze, und 36 Fcss- '.ballone abgeschossen. Hiervon sind 239 Flugzeuge in unstri i Besitz, der Rest jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgcsttirzt. Wir haben in Kämpfen 129 FlugMtge und 63 Fesselballone verloren.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
vermischtes.
K. P. Mannheim, 11. Ingust. Der vierzig Jahre alte Spengler Georg Schubart aus Munden heim gab cuff seine Frau, die ihn verlassen hatte, mehrere. Schüsse ab, von denen drei ttasen. Tie Schiververletzte wurde ins Allgerneinc' K-ra,rkcnhaus übergeführt: der Täter, dessen Beweggrund Eifersucht war. stellte sich selbst der Polizei.
Cc^tc Nachrichten.
Der neueste Bericht -er Heeresleitung.
<WTB ) Großes Hauptguartier, 12. August (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen Pser und Ancre scheiterten mehrfach Teilvor- stvste des Feindes. 'Nördlich der Lys schlugen wir einen stär keren englischen Angriff zurück.
An der S<hlaäftfront ft'ütttc der Feind am frühen Morgen heftige Angriffe nördlich der Somme und zwischen Somme und Lihons. Sie wurden meist im Feuer, teilweise im Gegenstoß abgewiesen. Bei den Kämpfen um Lihons stieß der Feind üver den Ort hinaus nach Osten vor. Unser Gegenangriff warf ihn bis an den Nord- und Ostrand des
Oberleutnant Loewenhardt f.
Breslau 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die ,Schleskscye Zeitung" meldet: Wie wir erfahren, hat unser erfolgreichster Kampfflieger, der Gegenwart, Oberleutnant Loe wen Hardt den Heldentod gefunden.
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Die Kämpfe im Westen.
Berlin, 11. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der englische Angriff nördlich der Somme sowie beiderseits der Römersttaße wurde am dritten Offensivtag zu einem blutigen Anstürmen, das oen Angreifer neue große Opfer kostete. Did au^^vr- lancourt über die kahle Hochfläche vorgchenden brrttschen Angriffswellen gerieten von Norden her rn das flankierende Schmp- rxllfeuer der auf den Höhen östlich Albert pottierterr deutschen Batterien, während im Süden die in den waldigen Scklnchttn ber steilen Sommeuser versteckten Maschinengewehre brerte LEn in die Reihen der Stürmenden rissen imft fke schlreMch Mr llnv- kehr znxrngev. Nicht besser erging es dem englischen Angriff südlich des Flusses. Tie beiderseits der Römerstraße vorMerwe Äigwche Jnfairterie geriet immer wieder in das flankierende Feuer ichwa- ckier deutscher Abteilungen, die hinter den ,teilen Hcmgen der zur Somiue jäh abfallenden Hochfläche dem englttchen Mlleriefeue-r tuiierrcichbar find. In der Front aber stieß der A^grelf^r beiderseits Propatt ans einen Verteidiger, der in dem äußersten Ans!aufer t-es alten Französischen Betteidigungssystems bereits Deckung fand, während die ins Stocken geratenen englischen Angriffsäiellen aus der kahlen Hochfläche schiitzlos im deutsck>en Feuer lagen. Auf der großeii, schnurgeraden Römersttaße drängten sich mm n-eben ocw zur Lzersolgung bereit gestellten Kavallerieabteilnngeu. und Batterien, Munitionskolonnen 'heranmanchEnde Infanterie rrnd ^ serven sowie Mas chinenge wehrso rnn all onen. In diese kmnpakveMasfe von Menschen rrnd Pferden schlagen die Granatm. des ichweren deutsckkei, Flachfeuers, während Flieger mit ihren Mascknnengeweh- ren die Straßen beschossen. Inmitten gewalttger schwarzer und gelber Rarlmftmtainen z<rsplittetten die alten Chansseebäume sturz- fim Fahrzttlge. fielen Menschen nnd Tiere, und m mrchtbarer V' iwirinng urußt^i die im Vertrauen aus ein raich es iveitereS' Bari ci reiten des Angriffes allzu '.veil vorgeno mnrenen englischen Reserven und Kolonnen weiter zurückgenvmmlen wewen.
Zur Bcrlcgunq der deutfihen Gefirndtststaff twn Moskau muh
Psbow.
Berlin, 12. Aug. Ueber die Umst.ändi-, die zur Ver l e gu n g der deutschen Gesandtschaft von Moskau nach Pskow ftchtteii. meldet der „Berliner Lokalanzeiger": Es ist zunächst anzuerlemieir. daß die Sowiettegierung duräxlus und dauernd das ehrliche Bestreben betättgt hat, mit Deutschland und seiiuni Berbünotteu aus der Basis des Friedens auszukomm-en, den die BolschQviki in Brest-Lfto:osk in Erlmrntnrs der bittereir Notwendigkeft für das schtverseprüfte Rußland geschlossen hatEii. Tenkg-sgenüber Letzte allmählich mit wachsender Verstärkung die sogenannte links r evol uti on äre B e- wegung ein, die den mrbedingten Terror und den Terror aus Opportunitätsgründen aus chw Fahne geschrieben hat. Die)e Bewegung saud ihren starke-r Rückhalt irnd klug.bewchnete Speisung diwch die Entente einsMießlich Japans, tie sich als Erettl- tivttupven der tsä:i«lV-sl«wakisckien FvnbeMerscharen bedientem Txe Unzuft jeden heit mit den Bolsck^vfti steigette sich schnell und Im den Strom der linken revolutionären Bewegung, in oem natürlich mich zahlreiche Desperados upd lichtscheues Gesindel schwammen. sckK-.ell ansänwelten. Tie erste Folge nmr dre Ermordung des deutschen Gesandten Graten Mirbach die ^veitt ein.gesiandenerniaßen das Attenlltt auf den Generalobertten von Eichhorn. ^Grai Mirbach war vor seiner Ermordung gewarnt worden Seinem Nachsfolger ging es nach seinem Erntveffvn in M oskau ähiilstlq. Die Lage war in rangen Tagen noch bedrohlicher geworben. Die Preise der Sozialrevobittonäre feierte Ovgien des Terrorismus, seitdem das Zentralkomitee der lrnkeii Sozialrrvv- lutionäre den 'Antrag der Frau Msenka, dm die Ermordung des. Grasen Mirbach ausdrüMch guthies.. mit großer Mein heit angenommen hatte. Die Haüpträdelssühver der Reoollrtionäre, wie Frau Spiridorowna un1> Grambkow, konnten von dm Bolschewiki nicht etwa erstißt imb ersckEm werden, i'ortbeni, sie sind, wie es heißt, entkommen. Die Unsicherheit war i.ffolgedffstn. so groß, daß die Mitglieder der deutt'chm GesMdttä-'rft ihr Hotel uicht mehr Verlassen konnten:. Unter diesen Umständen voar den Entschluß, die deuffche .Gesandtschaft in Sicherheit zu Onr^.'it, durchaus g-ebotLU, auch aus der politischeru N-otwendigkeft, die bisherigen' Bezielnmgten zwischnr Deutschland und der Sowjetrepublik nicht einer erareuten schweren Belasttmgstnobe. wie es seinerzeit die Ermordung des Grasen Mirbach war. auszusetzen Die neue Station' dor (i^'autw'chgft. P l e s ka u Pskow), ist lediglich als eine Art Beobachtungshvstem gedackxt. Von der iv-etteren Entwicklung der Tinge in Rußlarid und von den bevorstrhmd«^ Be- ftnockiungen im Großen Hauptguartier wird es abhrngen, ob und ixtm welcher Dauer die Belasfung unserer Gesandtschaft in Ples- k a'll sein uürd. Auckl der Umstand wftd dabei mit entscheidend sein, trie die -Lvwsett-eqierung praktisch ihr'm (heschäftsverkech ;mt dem neuen Sitz der Gesandtschaft gestallen wird.
Das deutfiste brchsandtsttzaftsprrfonal m Mosrav.
Helsinqfors. 12. Aug. Das deuffche. E^esandffchasts- personal mrs Moskau ist am Sonntag morgen 8 Uhr über Petersburg hier angekommen. Tie Weiterreffe nach Reval erfolgt n»ahrschei7Üich alsbald. Bon russischer und von smnffcher Seite wurde beim Passieren der Grenze das größte Entgegenkommen bewiesen.
Helfferich im Hmiptfiuarffer
Berlin. 12. Aug. Wie der ,Berl. Lok.-Anz.^ HStt, chtt sich der deuffche Gffandte bei der Sowjetrepublik, Dr. Helfferich. am Sonntag mit dem Abendzng zum Bottrag ins Große Hau plan artier begeben. Sein Ülusenthalt dvtt ist wii meh- mehrere Tage berechnet.
Zliegerangriff auf Zranffort.
Frankfurt a.M., 12.Aug. (Amtl.Mkldung.> Heute früh gegen 9 Uhr fand ein Flielleraugriff auf Frankfurt am Main statt, der neben Sachfichaden trotz rechtzeitigeil Alarms
auch mehrere Opfer vornehmlich auf der Strastejordette.


