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Nr. 182 Zweites Blatt

Gietzerm Anzeiger (Ssneraj-Anzeiger für Gberhchen)

visnstag. 6 . August 19 $

Kriegsbriefe aus dem Westen.

imferent Kriegsberichterstatter.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten!

Großkämpfe zwischen Soissons und Ferr-en-Tardenois.

Großes Hauptquartier, den 2. August.

Der gestrige Tag tvar an einem großen Teile der seindli,chen Angriffs front wieder mit schwersten, immer wiederholten. Angriffen von Jnfauterienrassen augefüllt, die hinter Tankgefchiwade:-: : und unter starkem Fliegers,chutz vergingen. Stellenweise erreichte der Artillerieinsatz des Feindes Unter Versoendung schwerer Kaliber und zahlreicher Gasmnnitivn größte Stärke, aber er bildete nur das Vorspiel zu Jnsantemeschjlack'ten von äußerster Erbitterung. Das Gesamtergebnis war eine neue blutige Niederlage der Verbündeten!. An einer Stelle, bei Serveney. durchbrachen zwar seine Tanks unser Vorfeld, wurden aber dann auf den Höhen nördlich des Ortes von unseren .Batterien gefaßt und vernichtet, und die nachsloßende Infanterie wurde unter schweren Verlusten -Um Hal­ten gebracht. Tagegen scheiterten an anderen Stellen die Angriffe schon vor unseren Linien im Abwehrfeuer der Geschütze und Maschinengewehre, und an mehreren Stellen wurde der Feind im Gegenstöße zurückgeworfen und unsere Infanterie setzte sich im Vorfelde fest. Gegen Abend erlahmten die Angriffe des Geg­ners, ohne daß es ihm auch durch seine gewaltige gestrige Kraft- onspannung gelungen ist, eine Entscheidung Kr erzwingen oder uns Gelände abzuringen.

Bemerkenswert ist, daß der Feind für die gestrige Schlacht zuin Teil wieder ganz frische englische und französische Divisionen herange^ogen hat, während- oie Mwchr von unserer Seite zum Teil von denselben Truppen geführt wird, die den ersten großen Vorstoß ausgehalten haben und seither ununterbrochen in der Abwehrschlacht stehen. ^Das beweist am besten, wie übertrieben die feindlichen Angaben über unsere Verluste sind, und welche Opfer in Wirklichkeit der Feind sich- die Aufrechterhaltung der Fiktiv ifl hat kosten lassen, als habe er vermocht, die Initiative an ikI? zu reißen.

W. S che u e r m a n n , Kriegsberichterstatter.

uinmufiiiii

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, den 6. August 1918.

Berfütterung von Hafer und Gerste.

Durch Verordnung des Staatssekretärs des Kriegsernährungs­amts vom 30. Juli 1918 (R.-G.-Bl. Nr. 103) werden die Men­gen an Hartfutter (Hafer, Gerste intb Gemenge aus beiden) fest­gesetzt, die im kommenden Wirtschjaftsjahr Kur Fütterung der Tiere verwendet werden dürfen.

Wie im vergangenen Jahre konnten im wesentlichen nur die Arbeitstiere und Zuchttiere der Landivirtschaft sowie die in Ge­werbe, Handel und Industrie in kriegswirtschaftlich notwendiger Weise tätigen Arbeitspferde und Maultiere bedacht werden. Da aber die Ernte an Futterßetreide voraussichtlich besser ausfällt als im Vorjahre, so ist es möglich gewesen, einzelne Tiergattungen in höherem Umfange zu bedenken als im letzten Wirtschaftsjahre. Ins­besondere sind die im Vorjahre an die schwerarbeitenden Werde der Landwirtschaft mir für die Zeit der Ernte und der Herbstbestellung vorgesehenen Zulagen and) auf die Zeit der Frühjahrsbestellung und der Ernte des nächsten Sommers ausgedehnt worden. Auch für Zugochsen imd Zngttihe ist eine Futtcrmenge nicht nur für die Zeit der Ernte und Herbstbestellung, sondern auch für die Früh­jahrsbestellung vorgesehen.

Im einzelnen darf für landwirtschaftliche^ Pferde imd Maul­tiere eine Grundration von 3 Pfund für den Tag und daneben für schwerarbeitende Zugpferde mit Genehmigung des Kommunalver­bau des für die Zeit vom 16. August bis zum 15. dcovember 1918, vom 1. März bis zum 31. Mai 1919 und vom 16. Juli bis zum 15. August 1919 eine Zulage bis zu 4 Pfund für den Tag gegeben werden. Für die zur Feldarbeit verwendeten Zugochsen sind

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bis zum 15. November 1918 und vom 1. März bis zum 31. Mai 1919, für zum Sprunge verwendete Zuchtbullen *L Pfund für den Tag vorgesehen. An gedeckte Zuchtsauen darf 1 Zentner für den Wurf verfüttert werden, an zum Sprunge benutzte Eber 1 [ 2 Pfund für den Tag.

Soweit in der Verordnung Tagesmengen festgesetzt sind, ist die Festsetzung durchschnittlich für den Tag erfolgt. Hat der Land­wirt an einzelnen Tagen weniger als die durchschnittliche Tages­menge verfüttere, so darf er an anderen Tagen entsprechend mehr geben Keinesfalls darf er aber insgesamt mehr verfüttern als die auf die ganze zugelassene Verfütterungszeit entfallende Menge. Wenn ein Landwirt also beispielsweise an einen Zugochsen für die Zeit vom 16. August bis zmn 15. November 1918 und vom

1 März bis zum 31. Mai 1919, also für 184 Tage, durchschnittlich H/2 Pfund für den Tag geben darf, so darf er an den Zugochsen insgesamt 276 Pfund verfüttern.

Die Festsetzung der Rationen für das volle Wirtschaftsjahr ermöglicht cs den Landwirten, die gesamte Menge, die sie ver­füttern dürfen, alsbald zu berechnen. Sie können also schon jetzt feststellen, wieviel sie an Futtergetreide für Futterzwecke zurück- behalten dürfen. , > . _ . . . . JP , fi.

Tie in Gewerbe, Handel und Industrie m kriegswirtschaftlich notwendiger Weise tätigen Arbeitspferde und Maultiere werden, mit der bisherigen Ration von 3 Pfund für den Tag bedacht; die Ration wird erst vom 15. Septeniber d. I. ab gewährt werden können. Außerdem erhallen sie die übliche Beisutterration und, wo diese in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 1918 nicht erngehallen werden kann, statt dessen eine Körnerfutterzulage von

2 Pfund für den Tag. Alle übrigen Pferde, insbesondere Luxus-

pferde, d h. solche, die zur Beguemlichkeit oder zu Vergnügungs- zwecken gehalten werden, sind ausdrücklich vorn Bezug von Körner­futter ausgeschlossen worden. ^^ . r _ . ,

Schließlich ermächtigt die Verordnung du Rerchsfuttermrttel- stelle, im Benehmen mit der.Reichsgetreidestelle zu gestatten, daß an Stelle von Hafer oder von Gemenge aus Hjafer und Gerste Gerste verfüttert wird. Von dieser Befugnis wird die Reichsfntter- mittelstelle vor allem dann Gebrauch machen, wenn Landwirte nicht oder nich. genügend Hafer oder Gemenge aus Hafer und Gerste, wohl aber Gerste geerntet haben intb der Kommunalverband nicht im Ausgleichs Wege Hafer oder Gemenge aus Hafer und Gerste zuweisen kann. ^

** Die Haferdruschprämien. Durch Verordnung vom 30. Juli 1918 iReichsgesetzbl. Nr. 103) hat der Staatssekretär des Krregsernährungsamts die Druschprämien für Hafer fest­gesetzt. Die Prämie bettägt für die Tonne Hafer, wenn die ^Ab­lieferung erfolgt vor dem 1. September: 100 Mk vor devi 16. Sep­tember: 80 Mk., vor den: 16. Oktober: 60 9Jn., vor dem 1. De­zember: 40 Mk. Die Fristen und die Staffelung der Prämicnsätze tzvehmen auf die besonderen Verhältnisse der später eins etz enden Hafecerntc, die Bedürfnisse der Heeresversorgung sowie den Um­stand Rücksicht, daß neben der Haferernte der Ausdrusch des Brot­getreides einhergeht und die Haferablieferung die Brotkornabliese- rnng nicht beeinttächtigen darf.

** Erhöhung der Me hl rat io n. Die allgemeine Tages- kopfmenge an Mehl für die Versorgung sberechtigte Bevölkerung ist vom 19. August ab um 40 Gramm erhöht und auf 200 Gramm festgesetzt worden Tie Festsetzung gilt zunächst bis zum 30. Sep- temoer 1918. Eine Zuteilung von Brotstreckimgsmitteln kann vorläuftg nicht erfolgen. Die Zulagen an Schtoer- und Sckflverst- arbeiter bleiben in bisheriger Höhe bestehen. Tie Ausgabe der Reichsreisebrotmarken, von dorren zurzeit vier Stück = 200 Gramm Gebäck für den Tag und Kopf zur Verteilung gelangen, ist vom 19. August ab aiff fünf Stück 250 Gramm Gebäck erhöht worden, so daß di-' Wo t-uiration an Gebäck 1750 Gramm beträgt.

** T i ; V ccs 0 rg u n g von Heer und Marine m i t Dörr 0 b s: eccrch die dafür besttmntten Bettic de muß sichergestellt

werden. Tie Zulassung des freien Verkehrs mit Dörrobst würd" dem Entgegenslehcn. Eine Bekanntmachung der Kriegsgesellschaft fttr Obstkonserven und Marmeladen voni 25. Juli 1918 (Reichs- Anzeiger Nr. 179) untersagt deslialb die gewerbsmäßige Verar­beitung von erworbenem oder selbst erzeugten: Obst zu Dörr- ware imd den Verkauf von 'Dörrobst aus der Ernte 1918 vom ll August ab. Ausnahmen sind raue zugunsten des unmittelbaren Berkehrs von Kleinerzeugern. mit Verbrauchern für deren eigenen E-crrf ziugelassen.

* Sammeln von Bu ch e cke r n. Tie diesjährige Buch- eaernerntc verspricht nach übereinsttmmender Meimmg der Sach^- verstänüigen einen reichen Erttag. BekauMermaßen ist es möglich, aus den Bucheckern ein feines Speiseöl zu gewinnen. Es ist daher angepchts der Schwierigkeiten unserer Fettversorgung im höchsten Maße erwünscht, einen möglichst großen Teil der Bucheckernerntej

Herstellung von Speiseöl zu gewinnen. Zur Förderung dieses Zwecks hat der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts durch ^ne im Reichs-Gesetzbl. Nr. 104 veröffentlichte Verordnung die Bundesregierungen verpflichtet, Vorschriften über das Sammeln von Bucheckern zu treffen. Insbesondere werden Sammelstellen erridstet werden, bei denen die Bucheckern gegen eine Entschädigung abgegeben werden fmuteit. (llnt einen möglichsten Anreiz zum Sammeln und Abliefern von Bucheckern zu schallen,, werden die Lxnnmelstellen einen Preis bezahlen, der zwischen 1,70 Mk. und 1,80 Mk. für das Kilogramm liegen dürfte; das Nähere wird seitens der Landes-Zenttalbehörden bekanntgegeben werden. Als wietterev Anreiz für die Wlieferung gesammelter Bucheckern ist die den Ablieferern zu erteilende Erlaubnis vorgesehen, aus den von ihnen gesammelten Bucheckern bis zur Höhe der von ihnen abgelieferten Menge selbst Oel Herstellen zu lassen, zu welchem Zweck ihnen ein Schlagschein ausgehändigt werden wird. Soweit die Ablieferer fer­tiges Oel beziehen wollen, sind sie berechtigt, statt des Schlage ich eins Speiseöl in einer bestimmten Menge zu verlangen. Um eine mißbräuchliche Ausnutzung der Bucheckernernte zu verhindern! und eine gewisse Gewähr zu schaffen, daß es nicht zu einem Schleich­handel mit Bucheckeriwl kommt, ist das Schlagen von Oel nur in den vom Kriegsaus schuß für pflanzliche und tierisck)e Oele und Fette zugelassenen Oelmühlen gestattet. Ferner ist rede anderweite Verarbeitung von Bucheckern, soweit sie gewerbsnräßig erfolgt, ver­boten. Es ist zu Ooffeit, daß der für du Bucheckern ausgesetzte Preis und die Möglichkeit, fttt den eigenen Haushall Oel zu gewinnen, ein Ansporn für weite Kreise bilden wird, sich in möglichst großem Umfange an der Sammlung zu beteiligen und die gesammelten Mengen den Sammelstellen zuzusühren: dann Wirt) zugleich eine erhebliche Menge von Oel der Allgemeinheit zugute kommen.

** Kolonialkrieger spende. Man schreibt uns: Unsere Kolonien sind in Feindeshand. Neu-Deutschlcrnd, das der Heimat köstliche Rohstoffe gab, ward darum eine Beute englischer .Krämer­gier. Bitter fühlbar hat uns dieser Krieg vor Augen geführt, daß unsere gesamte Volkswirtschaft auf Gedeih und Verderb von den - Rohstoffen abhängig ist. Gewiß hat deutscher Erfindergeist es fast überall vermocht, an Stelle der Rohprodutte .Kunstcrzeugnisse zu setzen. Aber die Haltbarkeit z. B. der Papieranzüge und Kleider ist vorläuftg noch ein Problem. Wir wollen es dem obersten Kolo- nialbeamten des Reiches danken, daß er als Leitsatz künftiger Kolonialpolitik die Rückgabe des früheren Kolonialbesitzes vertritt In diesem Zusammenhang ist es zu begrüßen, wenn die amtlich verwaltete ol-onia llriegerspende, deren Reinertrag den schwer geschädigten Deutschen in den Kolonien zuftießt, in der nächsten Woche mit einer Sammlung an 2 Opfertagen hervorttitt, deren Ergebiris die noch unvernarbten Wunden heilen soll, die der Krieg allen Kolonialdeutschen geschlagen hat. Wir wenden uns an unsere Mitbürger mtt der Bitte: Wenn Euch am 17. und 18. August die Sammelbüchsen entgegengestreckt werden. Euer Scherslein auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern, dann spendet reichlich. Die Braveir und auch so U.nglücklichen da drüben um Deutsch­lands Ruhm und Ehre sie haben's hundertfach verdient. Darum die Parole für den Opfertag der Kolonialkriegerspende: ,,Ein treudeutsck>es Herz und eine offene .Hcknd für unsere tapferen Kolonialdeutschen". Die Durchführung des Opsertages hat für das Großherzogttcm Hessen, auf En'uchen des Großh. Ministeriums des Innern, die Kriegerkameradsck-aft Hassia übernommen, und sind die Krügervereine in Stadt und Land bereits rührig bei den Borbereitun gsarbeiten.

Landkreis Gießen.

** Lindenstru t h, 4. August. Der 9Nusketier Ph. M e n z, bei einem Jnf.-Regt. im Westen, erhielt Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Kreis Büdingen.

4^ TZüdingen, 5. Aug. Fürs Vaterland starb nach vier­jähriger ttener Pflichterfüllung per Leutnant d. Res. Hernrann T h ü r i n g, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Effolderbach. Nach vierjähriger treuer Pflichterfüllung starb infolge schwerer Verwundung m einem Feld­lazarett der Gefreite Wilhelm Wagner. Karen ro d. Nach 13monatiger tteuer Pflidterfüllung starb den Heldentod Friedrich Förster. Düdelsheim. Landsturmnrann Karl Roth er­hielt das Hiserne Kreutz. Nidda. Das Bettrienslkreuz für .Kriegshilfe erhielt der .Kreisfeuerwehr-Jnspettor Vetzberg e r.

Kreis Schotten.

44 Alten ha in, 5. Ajug. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tckpferkeitsnredaille, erhielt der .Fahrer Müller.

e. Ulfa, 5. Mg. Nach, nahetzu vierjählüger Abwesenheit ist der Erfatzreservist Heinrich, B a st jetzt wieder M den Seinen in die Heimat zurückgekehrt.

Kreis Friedberg.

# Friedberg-Fauerbach 5. Aug Fürs Vaterland starb ini 7. Tienstjabre der Sergeant Bernhard! Meyer, In­haber des Eisernen Kreuzes. Bruchenbrücken. Nach vier­jähriger tteuer Pflichterfüllung starb aus dem Felde der Ehre der Musketter Karl Michel, Inhaber des Eisernen Kreuzes, der Hessisch^! Tapferkeftsmedaille und des Hessisd>en Kriegsehren- zeickMrs .in Eisen. Ober-Wöllstadt. Niusketier Jakob Feuerb ach erhielt das Eiserne .Kreuz. Weckes heim. Das Eiserne Kreuz erhiell der' Wehrmann Johann Burbones.

Spielplan der vereinigten §rantfnrter Stadttdeater

Opernhaus.

Mittwoch 7. Mg.. 7;Carmen". Donnerstag 8., 7:Die lustigen Weiber von Windsockß Freitag 9., 7U;Fledermaus". Samstag 10., 7:Figaros Hochzeit" Sonntag 11., 64^2:Mar­garethe".

Zchanfplelhaur.

Mittwoch 7. Aug., 7t .>:Jugent/Ü Donnerstag 8., 7:Ter lebende Leichnam". Freitag 9., 7ffz:Der Snob". Samstag 10., 1%:Kammermusik". Sonntag 11., 77 2 :Alt-Heidelberg".

SochscbrrLnaiHrsebterr.

== Frankfurt a. M., 5. Mg. Nach dem heuce erschienenen Vorlesurrgsverzeichnis für das WiTtterhalbjaht 1918/19 zählt der Lehrkörper der Universität jetzt 53. ordentliche Professoren, 12 or­dentliche Honorarprofessoren, 14 außevordemliche Professoren, 4 außerordentliche Honorarprofessoren, 54 Privatoozerrten, 14 be»- aufttagte Lehrkräfte, 7 Lektoren und 3 Lehrer der .Künste und Fertig ketten. Mgekündigt sind in der Rechtswissenschaftlichen Fa­kultät 43, in der Medizinischen 103, in der Philosophischen 125, in der Naturwissenschaftlichen 83, in der Wirtsckmfts- und Sozial­wissenschaftlichen 44 Vorlesungen imd Uebungcn. außerdem 8 Kurse inKünsten und Fertigkeiten". -Das Winterhalbjahr beginnt dies­mal schon am 16. September und schließt mtt dem 15. Februar. Die Anmeldungen von Studierenden und Gasthörern haben vom 16. Sept. bis zum 6. Ott. im Uwversitätssekretariat zu erfolgent.

Greifswald, 5. Aug. (WTB.) Nachdenr an der hiesigen Universität bereits im Sommer 1917 eine besondere Lehrstelle für die nordische Philologie errichtet war, ist zu Beginn des Sommer- semeslers 1918 von dem BiltusMinisterium ein nordisches Institut gegründet, dessen Zweck es ist, durck) Forschung und Lehre die

Kenntnis von Land, Volk und Kultur der heutigen nordtichc:: Staaten einschließlich Finnlands zu fördern Seine öffentliche Tätigkeit hat das Institut bereits ausgenommen durch einen Lor- Iragsabend, auf dem Professor Lundsttoenr aus Gotheuburg über, me Verbreittmg des schwedisck>en Volkes uiw der schwedischen Sprache berichtete Zu Beginn des Wintersemesters 1918 19 folgt Wittag des bekannten sd)wedifck)en Archäologen O. Mentclius über du Vorfahren der Gernranen.

Letzte NachrrHren.

Dcr neueste Beliebt der Keereslertung.

(WTB.) Großes Httuptyuartier. 6. August (Amtlich.)

W e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe KronprinzRupprecht.

Lebhafte Erkundungstätigkeit, namentlich im Ancre-unb Avre-Abschnitt und südlich von Montdidier. Am Abend viel­fach anflebeader Feuertampf. Württemberge, erstürmten heute früh nöwlich der Sonrme die vorderen englischen Linien beiderseits der Straße BrayeCorbie und brachten etwa 106 Gefangene ein.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nach erfolgreichen Teilvorstößen ging der Feind gestern mit stärkeren Kräften zum Angriff gegen den Vesle-Abfchnitt beiderstits von Biaisne und nördlich von Jonchrry vor. Aus kleinen Waldstücken auf dem Nordufer des Flusses, in denen er fick; vorübergel/end fefffetzte, warfen wir ihn im Gegenstoß wieder zurück. Einige 100 Gefangene blieben hierbei in un­serer Hand. Im übrigen brach der Angriff des Feindes schon vor Erreichung der Beste in unserem Artillerie- und Mo­schinengewehrfeuer zusammen.

*

Leutnant lldet errrmg seinen 44., Leutnant Bolle seinen 28. Luftsieg.

Der Erste Generalguariiermeister Ludcndorff.

Metzeleien im Murmangebiet.

Berlin. 5. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Zu den Metzeleien die die englischen und frauzösisch-en Landungsttuppeu rm Murman-. gebiet verübt haben, wird aus Petersburg telegraphiert:

Die füsttierten Arbetter werden auf Hunderte und Tausende geschätzt. Tie Mitglieder des Vollzugsausschusses in Shzran nennen von den Mitgliedern .des Sovjets. die getötet wurden, die folgenden Nmnen. ' !Ter Vorsitzende des WirtsckHiftsrotes Skwvrzow wurde Geisel von den Tscheche-Slo.vaken fest- genvmmen, der Arbettsoommissar Berlinstt, der ftühere Kvmmiffar für den Krieg Butlygin, der Kominissar für Post und Tele­graph Arnienskijundzahlreichgandere. T>erWohnmugskommiffürv K r i u k v w wurde vom Pöbel in Sttlcke gerffsen. Tie roten Gar­disten wurden^ in großer Zahl erschossen in Durchführung der für. sic alle getroffenen allgemeinen Mdßnahnre. Tie Hinrichtung faich nach der Entlassung aus dem Gefängnis statt und crfolgte in Trupps von dreißig bis vierzig Mann. Tie Mttglieber des Voll­zugsausschusses in Syzran berickren über die Gpenel im Mur- mangebiet: Tie Konsuln der Alliierten meldeten kürzlich, !> die Nachricht von der .Hinrichtung .mehrerer Sovjetmitglicder ttn Murmangebiet durch die englisch-französisdien Landungstruppen wisch sei und daß nichts dergldichen stattgesunden habe. Tie ZeitungArck-angelskija Jstvesttja" meldet die Rürttehr einer Londer-komunssion aus Archangelsk, die nach, dem Murman- gebict entsandt ^lovrden war, um die Meldung über die Hmrich- tnngen zu prüfen. Tie Kommission bestätigt die Mslvsung der Distrittsovjets und die- .Hinrickitung der .Mitglieder des Vollzugs­ausschusses dieser Sowjets.

Em neuer Luftangriff auf ein deutsches Kiüegskvzarett.

Berlin, 5. Mgust. -MTB. Nichtamtlich Am 1. August machte ein aus mehreren feindlichen Fkugz-eugen bestehendes Dom- 'hengeschwoder einen Angriff auf das deutsche .Kriegslazavett Labrv bei Eonflanz. dem zwei Tote und 67 Verwundete, darunter 13 Schwerverwundete, zinn Opfer sieten. Diese verabschniungswürdige Tat kommt nicht überraschend, da die Enrentc seit langem ihre Mißerfolge und Niederlagen im offenen ehrlichen Kampfe durch heimtückische Lüftangriffe auf deutsch? Lazarette auszuglcichen sucht. Der jüngsteErfolg" verdient aber deswegen in aller Welt bebauntgenrnchi zu werben, -veil er mit bewußter Absicht und voller Ueberlegung ausgeführt wurde. Tie örcliche Lage des Laza­retts IäBt_ keinerlei Entschuldigungen oder Msflüchtc zu. Das Lazarett ist in einer von den Franzosen kua^ vor dein Ausbruch des Krieges neuerbaitten Kaserne umergebracht. die abseits des Dorfes Labry liegt. In der U'.ngebung befinden sich keinerlei militärische Bettiebe, von denen der Feind behaupten könnte, daß ne das Zieß seiner Angriffe gewesen seien. Zudem farü> der Abwurf der Bomben am hÄlichten Tage statt. Riesengroße Rot»-Kreuz-Abzeichen auf dem .Hose und auf den Dächern kennzeichne: di-, Gebäude und Baracken und^ machen selbst aus mehreren Tausend Meter Höhe ersichtlich, daß sie unter den: Schutz der Genfer Konvention ste'he::. Dieser neue Völkerveck-tsbruch ist ein würdiges Seiten stück zu der schinachvollen Gcfangcnenbeyandlung und. den Meiuaten, «und Mordversuchen, deren sich die Entente schuldig mackste. Gerade in den Tagen, in denen/vor vier Ja'hren die Entente zum Kampfe für die gereckite Sache der Humanität und Kultur gegen deutsche Barbarei und Unmoral aufrief, inntet dieser Ast einer immn# lichen Grausanlkeit und einer gemeinen Gesinnung seltsam an, beleuchtet aber treffend, was wir von den heuchlerffchen Phrasen und frömmelnden Reden zu halten haben.

Emr Sffrmne der Vernunft.

i. Köln, 6. Mg. DieKöln. Volks-Ztg." meldet aus Basel: In einer VerstrmmlUng von Mitgliedern des Oberhauses wurde guck) der letzte Brief ßort) Lansdowns besprochen. Wie dieDaily NLws'" vom 1. Mgust erfährt, sagte Lord Buck-marter: Der Krieg hätte schon lange mrfgehött, wenn nicht in der englischen lR-egierimg gewisse Mißbränche sich eingenistet harten. indem sie versäumte, Ansichten, die in den weitesten Volksschichten Wider­hall fanden, mtt Kvasc und Autorität zur Gelttrng M bringen. Wenn jemals von deutscher Seite aus ein Friedens vors chlag ge­macht worden sei, so sei er stets von England verworfen worden, was durchaus verkehrt sei. Es werde immer gesagt, um den Krieg zu beenden, müsse Deutschland nicdergerungen werden: aber das Beispiel von Irland zeige, wie es Großbritannien nich .nöglicb sei, diese kleine in sich starke Nation zu vergewaltigen Das Ziel, wofür England in den Kanipf eingetveten sei. sei nicht mehr ärs gleiche. Man nrüffe fvöh sein, wenn sich die Aussicht biete, den .Kampf abtzükürzen.

Die tnrnssplvanischc Legion.

Paris, 4. Aug. (WTB.) Havas-Meldung. Wie die Zeittmgen melden, wird General I liefen, ehemaliger Oberbefehlshaber, der rnmäniscben Armee, an der französi­schen Front das Kommando über die transsylvanische Legion übernehmen.

Das Kllegsendc.

Genf, 5. Aug. «WTBstPetit Journal" melde! aus London: Lloyd E^eorge wüte am Freitag beim Empfang der Hafenarbeiter von Liverpool mtt, daß der Krieg innerhalb Jahresfrist zu Ende gek>e. Ter konmrende Wimerfeldzug sei der letzte, den die leidende Mensckcheir zu überstehen habe.