P sind) bettagen, brr vvn den Dominions geschul- drte 194 Whonm. Jetzt feien bie Skrbirnbcrot 1402 und die Millionen schuldig. Rußland schulde 568, Frank- rerch 4«)2 )r,Uu)nen, Italien 313 mit» tnc Bcuteren verbündeten, Staaten 119 Mülwnen P,und Sterling.
vin neuer Brief Lord Lansdowne«.
--- London, 31. Juli. (MTB.) Lord Lansdowne ver- osfentncht einen neuen Brief, worin er nach einer Uebersicht über dw Darstellungen der Kriegsziele der Alliierten durch ^loyd George, Wilson, Smuts und andere Staatsmänner ^Eart, rn der letzten dieser Darstellungen/ die am 4. Juli l Ir *! ßtwbcn wurde, sei nicht eine Umschreibung der ^NMNsdedrng'ungen, sorrdern eine sehr edle Schilderung der Dinge zu erblicken, für die die alliierten Völker der Well rampften. Lord Lansdowne fordert dann eine klare Dar- Iteilung Nicht aller Einzelbeftimmungcn in dem endgültigen Friedensvertrag, aber der Bestimmungen, aus Grund deren me Entente zu diplomatischen Unterhandlungen bereit sei. Keine Frieden-Verhaudlnngen.
Juli, (WTB.) Reuter-Meldung. Im Unter* S ‘f nI u h r 0b * ont <^inde in der letzten Zeit E Anregung ,oder Vorschläge, in Friedensverhand-
Ä » W«- Balsour airtmortcte:
„Je c i ix, kerne feindliche Regierung ist an uns herangetreten.^
3um Tode o. Eichhorns.
ZE (WTB. Nichtamtlich.) Der Oberbefehls- Leopolö von Bayern hat anläßlich des Gttreralseldmariä>alls von Eichhorn, wie die Baltisch-
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rfrÄEÄSÄS?
^^5lse^mai7ichall von Eichhorn, und sein Achutunt ?• ? re £f er ' ium Opfer «fallen sind, fühle ich das dei-r- Bedinsnis, der genannten .Hceres, 7 nuvpe mein aufnchttge^ zu de m großen Verlust, der sie durch den so hockwew.ihrt'Ni und überall gcschätz.en
rJLJTÄ Prinz von Bayern, lhcneral-
fetdwar schall und Oberlx-s.-ylshaber Ost."
von Eichhorn sank» drr Obrrbt-fMshabrr 2 ft ^ Maenbe x,ratewt!): „®n>. ffirrtloi» spreche ich zu dom so VIMiclM, Hnpckxn^en Ihres Grmohls meine unfrichtiastr imh> wärmste Teilnahme aus. Mit dem ganzen Oscheere ei'süllt mich tiefster Absckren üebr dir nichSoe Tat der Ew Erzellen; Gemab' ! rum Oper gefallen ist. Mit allen Ruh,rses taten der Ostfront wird der Name des in Krieg und Frieden an verantwortungsreichster' ! Stellung erprobtenu nd stets bewährten Führers für alle Isttt-n verbunden bleiben. Gott der Herr schütze und stärke Ew. Ei'gelten; m diesem lrepeu Leid.
Leopold. Pr in; von Bapern, Genrralseldm arschall und Oberbefehlshaber Ost."
haben, das feige Mvrdgefellen an meinem GenrrchlNarsclxrll ?- Gewissenlvsigkeit wert Feinde,
Die zugleich die Fände von Nttche und Ordnung i? d' Ukraine lind, scheut mcht »vr den verderblichsten Mittels /ruck, ihre dunklen plane zu rvrloirklichen. Ich hoffe, daß es /engen wird, die ^.ater^und ihre Hintermänner zur verdientenWrasung zu brrngew ^.em ^Allmächtigen aber möge es gesaen die Opfer xd Nichlosen Auschlaxes am Leben zu erhalten.
K i e kv. 31 .Juli. (WTB.X Der deutsche Bothcker Freiherr m empnng eine Abordnung des ,e/tralaus- schusseS der sozialsöderalistischen % r t e i, die ibrcm Absdf^ urid ihrer Entrüstung über dasgeen den Feld- !"^rschall v. E.ichhorr verübte Attentat aussrack Den gleichen m t 1110 dlbodirung der Ehleboronn ds Vereins der
Grundbesitzer, dem Borshafter gegenüber dludnk. Auch Ra - kowski' der Vor'atzend eder ruffischen Friede sdiegatjon. sprach l ™ ' m ien ^ ck)ewiki sein Bttleid wcs. Zhlfiche Mitglieder Ä ^ arteren, auch der lnkssteheiiden, gäbe aß Zeichen ihrer ^ n ^TN na ^ ^ l ^ rc klirrten bi der deutschen llsair-Delegation ab Detman weist drxch ^ine Botscha' v das ukrainislhe Volk aus txtn großen Verlust hin, den die llkaik erlitten hat, da der ^Ermordete, rmi Vertraklenauf das ukrairstk Volk, mit allen straften für die ^dce dos Nrainischen Stats erngetreteii sei. ^.ie lron ttefer Ueberäeugung getragene Arei d?s Verstorbnen ^-^-5 Ulrame koerde tiefe Sruren in de Jerzen und in der Ge>anchte der Ukranie hirrterlüsrn. Ein 5 nt fei es, daß ein Fremder die ruchlose Tat vollbncht habe
^ CX rr a Xxü ^ C r X J cie y an'Mich des tblebens. des Feld- marschrlls v. Eichhorii in der P^vatkap-'ll des Hetmanyabris wohnten mrrzer dem Hetman, siucr Fan'ili feinem Stabe urid allen ukraiiiiscl^m Ministern Lnnz .id^nra von Bayern, der - p-ckrai^er Frhr. v. stumm mit seinem Stabe, der österreichisch-ungarische und der bulgarische Vertreter, eine M- ordmlng des deutschen Oberlvmt<rndos un der deutsck>e Kommandierende General fonne der Or'wmmmidant bei. Ter
Priester bat den Hel man, dem Rutschen Äiser und dem dent- ^ Entrüjtung und >en Shwrz der ukrainisck>en Geijtlichkeit über das fluchwürdige pttcmtrr us den Feldmarschail zu ubernntbeln. Der Helm an rchtete in seinem Namen und anren der ukrainischen Regrrung rrd des nkraüuschen Volkes ein in den wärmsten dblsdakckcn gi»altenes Beileidstelegramm an den Deritscl-en Kaiser, auf ai der Kaiser herzlich dankend antwortete.
Ein -lufrus des Hetmanns der Ukraine.
Kiew. 2. Aug. Der Hetman der Ukraine h^rt aus Anlaß oes Todr^ des Geiieralfeldniarschalls v. Eichhorn nachftel-endc Bot- ichaft an das ukraiküscl-e Volk gerichtet:
Durch diese Botschrst teile ich dem ukrainiscl^i Volke mit: jnj 1 ^0. Juli 1918, 10 Uhr abends, verschied der Ober- bcsehlshaber der dcutfchm Hveresgruppe in der Ukraine, 0>erlc-ral- iÄdmorichill v. Erchihc'rn, ernnoipet durch die verbreck-eriscl-c Hand der erbitterten ,vwnde.der Ukoaine und ihrer Verbündeten Dem der den entschtafcnen Feldmarsöiall nicht kannte, ist es schwer, m ^meixN' N^lch (rnofjcr und bitteoer Verlust das für die Ukraine Pr. General^'ldmarsa-all v. Eiöchorn war ein aufrichtiger uird Überzeugter 'c'Uchmrger und Frermd des uffwiinschekl Voltes Sein ÜÄ 1M v eines selbständigen ukrainisäien States
Erkennend die wierlchopslickien schöpserißchen Kräfte in unserem Votte, freute er sich der usthnvollen Zukunst, die rlie Ukraine zu mrarteH hat^ und unterstützte mit allen Kräften die Idee eines urvarnpttien Staates selbst denen gegenüber, die Mi sie nicht so r«» glauben wollten. Frieden werde dir, bn großer und herr- lrch^r Krieger! Wie dem Richin als Feldherr nid* sterben wird m den verzerr des deutsdZrn Bolves, so wird auch deine über- ^eugungsvolie Arbeit zum Wohle der Ukraine eine tiefe Spirr Hmtei1ai.cn in uriseren Herzen pnd nie verlösch ,m in den Blätterni ukramiich^ (Schichte. Ter einzige Trost im schweren Leid, da« über uns hcrnngebrod>nl ist, isd der, daß diese sdpnachwolle Missetat nicht von einem Loh re der Ukraine, sondern von ei nein Fremden der Ukrame und ihren Bundesgenossen seiMich Gesinnten, vollbracht worden ist.
^ ^ Dawlo Skoropadski, Helman der Ukraine " .?ug. Unmittelbar nach d«m Mordanschlag ans Feldmarsd-cill v. Eichhovn hatte der He t man der Ukraine an den Kaiser nachstehendes Telegramm gesaiidt:
Es sthlen mir die Worte, um Ew. Maicstät der Gefühl meiner tiefsten Empörung ansMdrücken inr Hinblist aus das feige Attentat
auf den General feldmarschall v. Eichhorn von den Feinden Deutschlands und der Ukraine verübt worden ist Das dem Deut- schoi Reiche dankbare ukrainische Volk, bas den Feldmarschall v Eichhorn als den edelsten Beschützer seines entstth..niden Staats- weiens verehrt, bittet den Allmächtigen um die schnelle Wiederherstellung seiner Gesundheit. Ew. Kaiserlichen unb Koniglidien Maiestät wollen mir allergnädigst gestatten, gleichzeitig im Namen der urrainiichm Regierung und des ukrainischen Volkes unserm tiefen Schmerz über dies fluchwürdige Verbwhcar Ausdruck zu geben.
Der Kaiser hat darauf geantwortet:
Ew. Erzellen; danke ich aufrichtig für die Teilnahme, die Sv mir seitens der ukrainiscl-en Regierung und des ukrainischen Volkes anläßlich des sluchn-ürdigen Verbrechens ausgesprochen
Die Lage in Rußind.
M oskau, 80 Juli. (WTB. De ir m ldn. In v b ch t Kusinia ist der FernD im Vorm a r h >?on d^'n Stalione ^ Lu 11 in a und G r o b e w o auf de Stion V i l i u b a Irr vumliüitt Iekaterinburg- Tschclabiusk wurdet An. gciUsoersuct-e des Feindes auf bie litte tanke der Po i ion vor ttosobraddski aligewehrt. Im Alsckwt Schadrinsk zoger lich die Ratetrup.en käm^eiid lwn bc-. Fßlinie Sinara—Barar- ia ‘. ^i c plufstmv Iset zurück DerFeind greift südöstlick auf die Ltatton Smarslaja und östlich >.tr die Siedlung Xra- Nwnsloje (50 Werst Neulich Dolmawv'nn. Im Abschnitt vor Baku verloren die Narr truppen da.^ DorMaraw Bednota). - r^r dnc Kamps gegen die imperialisti^chkEniente-Jnvasion wirt die Bildung hon Franktireural.ttc'b:ni'?nvo g.'schlagen, die in Ruarn des Feindes auillären und Z.'r'u rrg-'n vornehmen sollen Vn die Alttrilungen solllm grundsätzlich mir Freiwillige aitt- gekommen werden. — Die Einnahme ron schistopol durch du Tschechen nnrd dementiert. — Der felehl der vorläufiger lunnrjen Regierung über die Aullösimg aer Llrb.üter-, Bauern- und >tt>lakrnrate ist von solgknrden Ministn unterzeichnet: Mi^ mstorprchidnet und Minffter d-s Aeus,emN o l o g o d s k i. Mi- mster dos Innern Krutowski. FmmzHnster Michallon Justtznnnistcr Patuschinski, Goj'dfäjtsfgrer des LNinistterat- Gins.
Annahme der ungarischen Dahrechtsvorlage.
B u d a p e st, 31. Julü (WTB. )?ütamtlich.) Meldun des ft. Ungarischen Kvrrestwndenzbun^s. Das Magnaten Haus hat die Wahlrcchtsvorlage unvnindert angeiwmmeii
Die AuSftandSgefahr in »er Schweiz.
i. Köln, 2. Aug. Die „MtN. Zw" meldet aus Zürich: I Bern haben in den letzten Tagen zwihen dem Bundesrat uu Verttttern des Schepei^er O'^uerffrfiaftaim der sozialistisd^ Partei und dein eivgeno-ssisthlTN Persnal Besp.vclmng.en stat gefunden. Die Besprerl^nkgen haben ' den widstigsten Frage nod, nicht zur Verständigung gcsühtt md die Gcfahr eines al gemeinen Landesausstondos blnbt bechm. Doch scheint hen fraglich, ob daran das eidgenössische personal, Eisenbahn, Po und Telegraph, teilnimmt.
Khediv und läiser.
Berlin, 1. Aug. (WTB. Mtlich.) S. M. der Kaise empfing gestern Se. Hoheit den Ktdiven Abbas Hilmi II. ii Großen Hauptquartier.
Au§ dem reiche.
Eine Rede des bayrischen Ministerpräsidenten.
München, 31. Juli. (WTB Nichtamtlich.) Kammer dc Abgeordneten. Heute ncichmittag ergiff golegenttidi der Beratun des Antrages Franckenstein, l^trestad Firrsorge für die in ihre wirtsd)aftlid)en Eristenz gefährdete Kriegsteilnehmer der Mi nisterpräsident v. T a n dl das Wottund gab eine längere, wiede, holt von lebhafter Zustimmimg mttcbrodfene Bettachtung der Pc litisdien Lage, wobei er nad) einemlleberblick über die bisherige §kricgsereignisse u. a. sagte: Einzig)asbehend bleibt in ber Krieg-:
gcschichte, was gerade im letzten Sommer an Ansdaner imd Heldenmut von den deutschen Regimentern im Abivehrkamps gegen eine vielfache Ucberle gen heit der Engländer urrd Franzosen geleistetz wurde, bis es enblick) möglich geworden war, durch die Heranziehung der im Osten und Silben sreigeworixmen Armeekorps einem Ausgleich der Kräfte herbei zuführen. Hat auch der letzte Vorstoß nicht alle Hoffnungen erfüllt, so l>at der Verlauf doch gezeigt, daß unsere Heere mid) die unter Aufgebot aller Kräfte entfaltete OKgen- wirkung auszugleidMi vermögen. Voll Vertrauen können wir darauf hoffen, daß die Kraft imd die Stärke der deuffchen Waffen! die Feinde zu der Erkenntnis zu führen vermag, daß nichts, keine Macht der Welt, uns niederzwingen kcmn, und daß eridlich auch die Feinde zu der durch die Siege der deutsdvn Truppen ausge- zwungencn Einsidft kommen werden, daß sie ihren Vernichtungs- nullen ausgeben und sid) deshalb mit uns auf fenem Boden ded Verständigung ftnden müssen, den betteten zu nwllen wir schon lange und schon wiederholt uns bereit erklärt haben. Ter unbeugsame Wille zum Turchhalten beseelt das ganze deutsche Volk an der Front und in der Heimat, und der Himmel hat seine Arbeit gesegnet. Er bringt eine reiche Ernte zur Reife.
Unsere Friedensangebote wurden von unseren Gegnern mit Hohn und Spott zm-ückgervicsen und als Zeichen der Schwädie ausgelcgt. Frankreich will uns deutsäfen Boden entreißen urid das Hauptziel der Engländer ist und bleibt die end-« gültige Erledigung eines von ihm als äußerst gefährlich und im- bequem ompftm denen pv litt schm und Handelskvnkurrenten. Tas Kriegsziel Ei'gnnds ist, planmäßig ganz Europa zu umllammern^ Mle Ltützpunlte, die England im Lause des Kci. ges bcfetzt hat, sind keineswegs Nebenkriegssdiauplätze im politischen Sinne, sondern! ein Hauptkriegsziel des raublusttgen England. Ich bin geiviß kein Annexionist. Ich bin der letzte, der einem Gewaltsricden in irgend weldicr Form das Wott reden würde, aber Englands Verlangen zu erfüllen, daß wir von vornherein vorbehaltlos alles preisgebeni sollen, ohne irgend welchen Schutz gegen die weltpvlittsäien und Europa knechtenden englischen Eroberungsgelüfte zu haben, das loäre ein politischer S e l b st m o r d.
Ministerpräsident v. Dan dl fuhr fort: Es kann nicht deutlich ger'l.i-g auf diese englischien Kriegsziele hingewiesen worden. Es kann nick* laut und nicht oft genug betont werden, daß England nicht um Elfaß-Lochrrngens willen, sondern für eigene Interessen^ um die pvlittsche und Wirtschaft.ick)e Knechttlng Europas kämpft. Tessen sollte sich aud> Frankreich nrit einem Seitenblick auf Calais endlich einmal bewußt werden. Tas mögen sich »euch alle jene vor Augen Hilten, die in Ve:zag-thoit oder Mißaiut ine Vede tung dieses geivalttgen Weltringens verkennen, imd dcMtber den Eindrücken des Augenblicks und den vorübergehenden Schtvan- kungeu, wce sie de^ Krieg nun einmal jnit sich bringt, vergessen, daß der Ausgang des Krieges maßgel>end ist für die ganze Zukunft des deutschen Volkes und für leine gesamten wirtschoftliften Verhältnisse.
Ter Ministerpräsident kmn sodann auf den vom Präsidenten Wilson so nadDrüMch verttctenen Gedanke^i d^es Völkerbundes zu spreche, den England sich als Bund zur Nieder- haltting Deutschlands auslege, darauf ferrdmet, dem deutschen Volke seine polittsche und wirtsckmtliche Zuständigkeit ^i rauben. Weirn Wilson mft seinem Völkerbund das Ziel verfolgt, daß durch ihu unter den Mäckften .eine Welt-Gleick>gewid*slage aus Gruich der Prinzipien des Rechtes, der Verlust nno Billigkeit geschaffen wird, dann werden wir uns ja mit ihm verständigen können. Wir wollen nichts anderes als die Herstellung und Sickerung des Gleichgewicksts der Mächte, Freihc t für die wirt- schrstlickie Entwicklung eines jeden Landes, Freiheit für deir Handel und Fre i Hut für den Verkehr aus dem freien Meer. Ein Völkerbund aus dieser Grundlage iväre die schönste Krönung des Friedenswerkes. Mag Wilson seine Bundesgenossen zu dieser Auffassung beleh.en, dann wird ihm die Verständigung mit »rnsj nichit schwer fallen. Solange aber unsere Feinde im Westen unS deutschen Boden entreißen, unsere wittsck-aftliche Selbständigkeit vernichten, unsere Freiheit zerstören und das Teutsche Reich vernichten wollen, solange können wir nick* von dem Kampfplatz ziirücktreten und nichit Nachlassen in dem Kampfe, der dem Ziele gilt, dem Feinde die Erkenntnis beizubringen, daß er sicl, zu einer Verständigung mit uris h-rbeilassen muß. Mr tirtm in das fünfte Kriegsjahr ein, voll Vertrauen auf irrcfere gerechte Sackte, voll Verttauen zu unserem Volk, zu unserem tapferen Heer und seinen herrlichen Fülpern, die uns einen glücklichen stud segcnbriugcnden Frieden erkänipsen werden.
Gründung einer Arheiterhank.
Köln, 2. Aug. Dem L.-A. wird berichtet, daß in den Verbänden der christlicl>-sozialen Arbeiter und der Konsumvereinsbewegung die Gründung einer Arbeiterbank ernstlicb erwogen wird.
Fliegerangriff auf Stuttgart.
Karlsruhe, 31. Juli. lPrip.-Tel.) Vergangene Nacht wurde Stuttgart von seindlicl^n Fliegern zweimal angegriffen, jedoch nur Gebäudeschaden verursacht. Personen sind nicht verletzt worden. Ter Feind überflog während der Dunkelheft an verschiedenen Stellen die Rheinebene und den Schwarz'vald, und niars auch einige Bomben im Gelnrge ab. Von perschiebenen Seiten wirrden Maschinengen^ehrschü'se beolwckftet. Im attgememen wsT-rden solche Flüge in großer .Höhe ausgeführt. Tie Flieger besitzen dabei Masdnnengewelfrsckx'rsse, um sich gegenseittg Zeichen zu geben. Tie Geschosse der Maschinengervehre, die in solcher Höhe abgesenert worben, haben ftcr die Bevölkerurng keine Gefahr. Tas verhälttnsmäßig leichte Gesck-oß wird nämlick) durch drei Lnst- !widerstand in seiner Gesästvindigkeft nach und nach so gehemmt, baß cs beim Auffallen ans die Erde nicht mehr imstande ist, selbst im Freien beftndlichc Personen erheMch zu verletzcm. Personen, ^ie sich in Gebäuden beffrrden, sind vor Verletzungen durch soldie Maschinengewehrschüsse sicher, ba die Geschosse nictst einmal Dachziegel zu durchschlagen vermögen.
*
Kiinft ttttö H>cf5cnfdhoft*
^, ."7 Die Besiedlung von Kurland. 11ns wird geschrieben: Ein Werk von imgeheurer Größe ist durch die Ver- ordmmg des Gen oral feldmarsckalls von Hindenburg begonnen worden. Der dritte Teil dos Großgrundbesitzes von Kurland ist durch Nebcrttagung auf eine gemeimiützige Landesfesellschaft der Besiedelung mit Bauern erschlossen worden. In Kurland sitzt die Aevölkerwig bisher sehr dünn. Großgrundbesitz, Wälber, Brach- släck-en bilden die Regel. Bei der letzten Zählung gab es in äkur- land nur etwa 0,27 Millionen Einwohner. Es kommen also auf den Quadratttlometer nur 10 Menschen, während in Deutschland nn ^z-ahre 1914 123 Menschen auf dem Ouadratkilometer woh'iten, Dabe: nt der kurländische Boden so sruckitoar, daß er ohne Schioie- ^gkeilen die fünffache, ja vielleidft die zehnfache Zahl der heutigen Bewohner ernähren kann. Tie kurländischen Rittergutsbesitzer müßen letzt nach der HindenburgsdM Verordnung ein Drittel ihres Besitztums rur Siedelung hergeben. Das sind mehr als 300 000 da, also eine Fläche, die für eine umfangreiche Besiedelung Raum bietet. Von der besonderen Bedeutung ist mm. daß die Gutsbesitzer dicse Flächen zum Friedenspreise iwu 1914 abtreten.: Dadurch ist von vornherein eine erfolgreiche Besiedelung gesickiert, die nur aus einem niedrigen Vodenpreis ausgebaut werden kann. Während des .ikrieges sind durch den Ansck>luß Kurlands cm das dcuffche Wirtsck>aftsgebiet infolge der höheren deuffchen Getreidepreise auch die landwirtschaftlichen Bobenvreise schon bedcurtend geittegen. Das große Verdienst der Verordnung ist aber nun, daß d.esc Erhöhung der B-.^npreise, die größere Erttagsähigkeit der kurlSndnchen Lanowirtschast nicht den Gutsbesitzern ziigute kommt -Sie bilden melmehr die Grundlage dafür, daß die künftigen Bauernnediungen ihren Besitzern einen sicheren Erttag bringen. Bei der Besiedlung ist in erster Linie cm die deutschen Rückwanderer au« Mißland gedacht ivorden, die in Rußland ihren ganzen Besitz, die Fruckft der Arbeit von Oiencrattonen, verloren l-aben. Dress früheren .^nitsdren Kolonisten in RußlMid, die für den Anjb«m der ruffischn, Landwirtschaft so viel g-fteistet haben, sollen jetzt dem kurländischen Boden ihre .Arbeitskraft tvidmen,
nachdem sie vom russischen Boden pitrieben smd. Die Ansiedlung wird ihnen sehr leicht gemacht wetten. Große Kaufsummen für Land, für die Beschaffung von Häns'-n und vvn Inventar brauä-en sie nicht auszubringen, da ihnen pmlich hohe Hypotheken ge- währt werden. Sie werden in Fom von Renlenlasten ans die Okrundstücke eingettagen. Das densche .Kulturwerk in Kurland bierct durch seine vernünfttge Orgttisatton die besten Aussichten auf Gelingen. Dies um so mehr, rls die Bestrebungen von der kurländischen Bevölkerung, von der OKusöesitzern sowohl als auch von der anderen Bevölkerung tatkriftig unterstützt iverden. Sck)on fetzt ist vor allem auch den lettt scher Bauern durch Steigerung ihrer landwirffchaftlickwn Erttägnisse, dwch die Perl^esserung des Ver- kehrs, durch Drücken, Bahncii, Lege ein bedeutender Gewinn zugeslossen.
ljaRepin f. Ueber 3d>iDeben kommt die erschütternde Nachricht, daß einer der grüßtm modernen Künstler Rußlands, Ilfa (Elias) Repin, in Finnlav Hungers gestorben sei. Repin 1844 geboren, hit also ein Alter von 74 Jahren erreicht. Er enfftammte einem alten Kdsakengesdstech«te, war ded Sohn eines unbemittelten Of'sizicrs zu Tschuguew im Gouverne- ment Eharkow und wuchs in d-rüöendcr Armut aus. Tie Dorfschule t Dttskirche ereilten ihm den ersten Unterricht,
und als er in die militärische Topographenschule ausgenommen worden war, hatte er das Pech daß sie nach kurzem ausgelöst wurde. Ein ländlicher Malermesber namens Bnnakow, der Heili- genlnlder fabrizierte, gab ihm du ersten Kunstunterrichff und ein paar Jahre später war Röpin schon so weit, daß er sick^ durchs .Aalen von Heiligenbildern einen LLbensunterhalt verdienen könnte. Wieder ein paar Jahre nack>l>er aber öffnete sich ihm die Tür ms Freie: er kam nach Päersburg, begann an der Akademie zu studieren, uird nun konnte sich seine Begabimg kraftvoll entfalten. Als er 27 Jahre alt war errang er bei einem akademischen Wettberrerbe über das Ntotiv „Erweckung von Jaitt Töck;itei'lein" einen vollen Erfolg, der ihn eine Medaille und ein Reise- strpendrum einbradite. Repin ging nach Paris und Rom, aber auch rn Italien ^blieb er so ganz und gar ckiusse, daß er dort ern altrussisches Sagyunotiv Mt einem Bilde vcrmandche; ja, er
erwirkte sich die Erlaubnis, iNock vor Mlaus seiner Reise.zeit zurückkehren zu dürfcm. Das Jahr 1873 bedeutet den enffchndendertz Wendepunkt in Repins Küwsfferlaufvah'l. Tarnals erschienen seine „Barkenzieher an der Wolga", ein Gemälde, pwttn er die Unendlichkeit der Mühsal des armen russifch-n Vvlbs, seine Geduld. seine stumpfe Er geben hnt in das Sckitffal mit ebenso ein- sackten wie großen und überzeugenden Mitteln h 'ckst wirku?!ifSvoll zur Darstellung brachite. „Eine Epopöe der ruf?ffchen^Bolksgeiiües" hat Muther treffend diese längst klassisch geioordeue Sckopüng genannt. Aus der so bettetenen Bahei schrftt Repin jtmt ttaftvoll weiter. Fern lag seiner Begabung alles Gefällige. S^ff-neick-elnde, alles Miantasttickv, dafür war ihin aber auch das Gemachte, das Unnmhrc, durchaus fremd. Er wollte imd suckste die istalfrheft, und zwar mit unbegrenzter Rücksichtslosigkeit. Seine Kunst halte den starken sozialen Zug, den die russische Intrllige'i; von allen Künsten verlangt. Ein tiefes Mitgefühl mft dem arkMtenden Volke, nftt den Armen und Elenden erfüllt ferneJÖÜber, die zumeist den Zug eines.ftrüben Pessimismus ttoqen. Sein Schaffen gestaltete sich sehr mannigsalttg. Mbcn zahlreichen Darstellungen mrs dem Volks- und besonders dem Bauernleben hat er eine Reil>e von Gemälden! aus der russisd'ien (beschichte geschaffen. Aeußecst dfaratteristtsch imd lebenstrotzcmd ist die „Spottonttvort der Kosaicn an den Sultan". Als 1885 sein l^rühmtes Bild „Iwan der Grausame an der Leiche seines von ih?n im Jähzorn erschlagenen Solines" aiff der Kimstausstelftmg erschieii, da erregte es durch die erbarmungslose Oftausamkeit der Darstellung Schmrder imd Osfnmackftsan- fälle. Ausgezeichnetes hat er im Bildnisse geleistet, !vo seine Kraft psychologischer Eharakteristik sich enffalten kmntc. Am bekanntesten sind seine Tolstoi-Bildnisse geworden: er hat den Dichter wiederholt, so einmal am Pfluge und einmal cm seinem Schreibe tifche gemalt. Repin ist für Rußland etwa das geworden, wa« Eourbet für Frankreich)! gewesen ist: sein Realismus und sein« moderne 9Aalweise (die hent freilich schon ettvas dick und schwer erscheinen will"> l-aben geradezu bahnbreckzend gewirkt.
— Berlin, 1. Aug. (WTB.) Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Bad Kreuznach gemeldet: Ter Bildhauer Hugo Cauer ist im Aller von 53 Jahren an einem Herzschlag gestorben.


