Berlin, 1. Aug. (WTB.) Der „NeichSanzeiger" veröffentlicht das Bierstcirergesetz, das Gesetz über den Bierzoll und das Gesetz über die Biersteuerausgleichungsbeträge, ferner ein Verzeichnis der approbierten Apotheker und eine Bekanntmachung über die Herstellung und den Absatz von Dörrobst.
Berlin, 1. Aug. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bmidi'srats wurden angenommen: 1. der Entwurf einer Bekanntmachung über die Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben; 2. der Entwurf einer Vckanntm Eichung betreffend die Fristen des Wechsel und Sei-eckrechts für Elsaß-Lothringen; 3. die Aus- führungSbettrmmungen zu § 250 des Gesetzes über das Branntweinmonopol; 4. der Entwurf von Scl)aumweinsteuer- ausführungsbestirnmungen und der Schaumweinnachstcuer- ordnung: 5. der Entwurf einer Verordnung über künstliche Düngemittel; 6. der Entwurf einer Bekanntmachung über SammclhcrzungS- und Warmwafse^versorgungsanlagen in Mielräumen; i. der Entwurf einer Bekanntmachung betreff. dn Außerkurssetzung von 25-Pfg.-Slücken aus Nickel; 8. der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Prägung von 2o-Pfennig-Stücken aus Eisen.
München,1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der jädy suche -staatc-miiiiiter Dr. Deck ist gestern abend von Drcs- ben m München eingetroffen. Er wurde auf dem Hauptbahnbase von deni sächsischen Gesandten von Stieglitz, dem sächsischen Militürattachee Oberstleutnant von Keil und im Aufträge des öatzrisckien Kultusministers von dem Bezirks- amlmann Patzenberger empfangen. Ter Minister wird heute mittag vom König empfangen und zur Frühstückstasel zugezogen werden.
rrrrs Hessen.
** T a r m st a d t, 1. Aug. Der Finanzausschuß der Zweiten Ständckammcr nürd am 6. August zu einer kurzen Tagung zu- samnienteetm, um verschedcue iwch rückständige Angelegenl)eiten, darunter eine Reihe von Vorstellungen, die Gehaltssragen betreffs zu erledige: auch stehen verschiedene Anregungen und Wünsch des Wiegand aui der Tagc^ordirnng. An, nächsten Tage wird der Aus»serß gemeinsam mit verfchiedaren Regierungsmitgliedern eine igiurgSreise in das Strombaugebiet des Rheins zwilchen
Worms und Mainz unternehmen.
- K. Darmstadt. 1. Aug. Der zweiten Kammer ist eine Rsgiermrgsvorlage Angegangen betr. den Euvmrrf eines Gesetzes über d:e W.hi-i zmn 37. Landtag. Danach wird mit Zustimmung des &n l»er.zogs, in Art. 1 des Entwurfs d.'Qntragl, das die schon 1914 notwendig ge:wordenen ordentlichen Erneue- rungswahlen, mmmehr nncder, und z>var auf die zwmte Hälfte des Jahres 1919 verschoben werden. In hen weiteren, Artikeln wird ausgefich,'t, daß für die Kriegs teilirehmcr, Hilss- di^iftmlich igen nsw. de Beüimmvnyen wie seühec gültig sind. In der Begründung wird ansgeführt, daß die Kriegslage die HnmiuEäftepmig der ordentlichen Erneuermrgsrvahien uotwmdig macht.
Xtti §t«dt nnd (anl,
Gießen, den 2. August 1918.
Selbftgebautcr Tabak.
Men denienigrn, die den Versuch machen wollen, sich ihren Rauchtabak auf eignem Boden ziu ziehen, werden einige Hinweise auf die günstige Bodenbeschaffenheit und eine kurze Anleitung -ur BepAanznng des Tabakieldes, wie sie Jakob Wolf in seinenn m der Sammlung „Aus Natur und Geiitesivelt" ersck-ienenlm Bändchen ^,Der Tabak"^ gibt, willkommen, sein. Wolf betont, isifi die Beschaffenheit des Ackerbodens von erheb- li.iknn Einfluß auf die Artung des gcpflcmziten Tabaks ist. Wenig durchlässige Oberschichten v-m toniger Erde oder sumpfige Böden, we1ck>e »ein leichtes Versickern der Feuchtigkeit Verbindern, oder, gar selbst zu naß sind, eignen sich deshalb nicht zum Anbau von Tabak, lvelcher yam Ra uchg eiruß beftüitrut ist; derartige Boden geben der Pflanze zu starken Gehalt an Chlor ab, und dieses bceftrträchftgt gleickierweise die Qualität und die Glimmsähigkeit des Talxrks. Für den Anbau von Tabak konmren deshalb, entsprechend dessen voruehmlicher Verwendung als Rauchmaterial, nur leidste, ans Sano und Lehm gemischte Ackerböden in Betracht.
Tie Bepflanzung des Tabakfeldes wird so vor- genonmven, daß die Pflanzen in Abständen von etwa 40 Zentimeter gesetzt werden, und daß Abstände Kwischen je zwei Reihen auf 50 bis 60 Zentimeter vergrößert werden. Danieirtsprechend werden Lif dem Felde mittels eines „Margueur" genannten kräftigen hölzernen Tabakrechens die Pflanzstellen angezeigt' Nachdeni die Obers acht des Saat- bzw. Frei landbeetes ditrch Begießer locker gemacht wuvve, werden die Pfläirzchen aus demselben herausge- »ogen; hierbei ist sehr vorsichtig zu verfahren, damit die Wurzel- fasern, welche kurze Zeit vorher aufgclockert und begossen wurden,
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nicht zerrissen werden. Die markierten Pflantzstcllcn des Feldes wevdm dann mit den Pflänzchen besetzt, indem! man mit eiiver Hand eins leichte Vertiefung macht, in diese mit der anderen Hand die Wurzel und einen Teil des Stengels einbringt imd daran die nasse Ackererde leicht andcückt. Ilm die Bildung einer festen Kruste bei der nassen Erde zu veichindern, wird diese mit ftinev trockener Erde bedeckt, tvabei aber vermieden^ werden muß, daß Erd-krumen auf den Blättchen oder deren Strngelansatz^ liegen bleiben. Das Setzen der Pslän^ck>en soll möglichst bei feuchter Witterung und an trockenen Tagen erst gegen Abend erfolgen; es erfordert große Sorgfalt und einige Hebung. Während der ersten beiden Wochen nach dem Auspstanzen ist genau zu be- olxrchten, ob die Pflanzen im Wochstunr voranschreüen, und Müssen solche, welck-e durch Schädlinge angegriffen wurden oder ans einem anderen Grunde sich nicht entwickeln, entfernt und dlirch Ineue Pflanzen «ersetzt werden, das Feld wird also sozusagen geflickt.
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** Zwei hessische Meifter zu Ehrendoktoren promoviert. Die philosophische F-akul ät der Lcmdesunioersi- tät Gießen hat unter dem 29. Juli 1918 den Schri tst.ckler Alfred Bock in Meßen mrd den Kunstmaler Otto llbbelohde in Goßfelden ehrenhalber zu Doktoren der Philosophie promoviert. Zwei Künstlern unserer hessischen Heimat ist damit die verdieilte Ehrung und Würdigmrg ihres künstlerischen Sck-ap'ens zuteil ge- nvcden. In Alfred Bock a!/rt die Universität den ernsten, zicl- beivnßten Erzähler, der, selber ein Oderhes-e, die beste Kraft l-efti- sckren Baüerntnms, die stillen Werde hessischen Kbündstadtleixars mit schärfster Beobachtung und verständnisvollem Humor bar gestellt hat und dadurch zum künstlerischen E.ttdi'cker des Bolkstnnrs fcirncr Heimat gewcnW.m ist: in Otto Ubb?lo!-de. den Meister der Griffclkunst, den künstlerischeu Entdecker basischer L^ndchait, dessen liebevollem Blick sich ifjrc innersten Reize erschließen, der in seinen Stadtbildern der deutschen Vergangen'-eit neue Lel-en eingehancht rach der mit feinem Empfinden die Gestalten lei deutschen Märchens nachgeschaffen hat. ;— Dir Werke, die wir den beiden Meistern aus dem Gebiete der Heimatkunst verdanke i, w r en als solche unvergeßlich bleib^m. Es sei nur an Bocks innig' Schriften erinnert, wie Hessische Heimainonttme und Novellen, Kind« des Volkes, Kantor Schildköters Haus Ter üuppel!>o', Hess.mlust, Die Pariser, Obenväldec, .Haicke Scholle, oder an Ubbelohdes prächtige, plastische h'ssische Landfcha den und Städte^ildrr, an die kraftvolle Eigenart seiner Radierungen und Zeichnungen, die wir immer nieder bervunderu konnten.
** Auszeieu' un g. Seine Maiestüt der Kaiser Hit dem Grosh. Prcwrn-züü^n-fter Geheimevat Dr. U sing er das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß-sch'.rarzar Bmrde verlirl^i.
** Amtliche Person alnachrichten Der Gros.herzog hat am 19. Juni bnn Bürgermeistzr, Ortsgerichtsvorstebcr und Standesbeamten Johann Georg Volk zu He?stahl das Silberne Kreuz des Verdienstvrl>ens Phüipps de^ Großmütigen verliehen. Ter Großherzog hat am 31. Juli den Gerichsschreiber-Afpiranten i Christoph Feick zu Darmstadt zum Ministerialregiftrator in der Registratur des Mirnfteriums des Innern mnrannt. Ferner hat der Großherzog am 31. Jrcki d. I. den Hnip.staueramtsaffistrnten bei den: H3np7steneramt Mainz Jakob Müller junt VezirkAassier der Bezirkslasfe Niedcr-Olm, den Haup steueramtsassistenten bei dem Haupfftencramt Offenbach Georg Stork zum Bezirkskassier der Bezirksbrsse Ul riebst ein, den Haupt stn lera mtsass fftenten bei dem Haupffteueramt Main- August Wen-cl, zurzeit in Groß-Gerau, zum Steuereinnehmer des Steikeranits G:ch;-Gerau, die Finanzaspiranten August Brenner aus Glvß-Umstadt, Karl Lange aus Borken (zurzeit im Felde), Christoph Hepl mcs Crmmstadt (zurzeit im Feldes, August Stein aus Sümpertenrod, Heinrich Wittmann aus Gericsheim (zurzeit im Heeresdienste). Wilhelm Habicht aus Tarmstadt, Heinrich Görlich aus Büttel vorn (zurzeft im Felde) Philipp Ddarguardt Elmshausen imd Georg Bausch aus Groß-Umstadt zu Hmlptsteveranrtsassiftenten ernannt.
Diebstahl. In letzter Zeit sind in hiesiger Stadt auS einem Garten in den Eichgärten l A / 2 Zeütner Zwiebeln, und von einer Bleiche an den Bahnhöfen 6—8 weiße Hjerrenhemde:^ 3 weiße Frauen hem den mit Achselschftrß, 1 weißer Tifchläufer, 1 weiße Sftchreibluse, 3 weiße Ibrtertaillen, 6 weiße Taschen* tück^er, 6 weiße Handtücher, 1 weiße Tisch>eckie, 1 weises Tuch, 1 n«eißer Stickerei kragen, 4 weißleinene Jäckchen. 3 Drao<ml>em- den, 1 blaugestreiste Tamenhose, 3 weiße Vorlxmden, 4 .i?ra>gen und 1 Stickereiurrterrock gestohlen worden. Sachdienlich Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei erttgegen. — Trotz wiederlwlter Warnung, Wäsch über Nacht zum Trocknen nicht liegen zu lassen, findet immer noch nich genügend Beachtung, was der vorliegende Fall beweist, weshalb nochmals ivachrücklichst darcnis hingewiesen wird.
** Srädni scher Obstverkauf. Es weiden bis auf weiteres die Obstmarken A3 und 4 beliefert. Die Nummern der gültigen Obftmarken werden reweiks am Stadthaus, Güßeuer zeiger, Kauftnaim Driesch, Seltcrsw?g u.rd an der Verkaufsstelle Brandplatz bekanntgeaebe^u Gegenwärtig gelten die 9iummern 1 bis 20. Siehe Anzeigenteil.
** Leben smittelkarten-Ausgabe. Die Ausgabe der Brot-, Fleisch mrd Kartoffrlmarkcn erfolgt am Samstag den 3. d. M. Näheres im Anzeigenteil.
. ** Preußisch- Süddeutsche -Klassen- Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß unter Vorlegung des
Vorllassenloses bis zium 7. Augnsk, abersds 6 Uhr, ^geschchrR.
Auch müssen bis -u diesem! Ternrin die Freilose.gegen Rückgabe der Gewinnlose in Einpfang gerrvmtnen werden.
** K r i e g s b e s.ch ä d i g t e. Am Sonrrtag den 4. August, nachmittags, findet im „PostHeller" die Monatsvcrsammlung statt. Näheres siehe Anzeige.
** AenderungbeiderPoftam 1. August. Eine Aerrde- rrttrg trüt bei der Post am 1. August insofern ein, als Druckschriften nach dem Arisland nur noch von Firmen geschickt werden dürfenh die zur Arrslreserimg bei bestimmten Postämtern zugelaffen sind. Trucker körrnen für die von ihnen hergestcllten Druckscküftften zib- gelassen werden. Verleger für die von ihnen verlegten Bück-er, Buch Händler für die Werke, die sie ihrem Lager entnehmen oder im Bnchl-andel beziel)en, eingetragene Firmerc für ihre geschäftliches Drucksachen. Die Zulassung geschieht durch den Militärbefehlshaber. Er bestimmt muh das Postamt, ivo die Sendungen anfzuliefern sind. Privatpersonen kömren Druckschriften rrach dem Ausland und den besetzten Gebieten nicht mit der Post versä-icken, noch auch deni Versendungsbercchtigten zum Versand übergeben. Tie Post gibt die Sendimgen dem Absender zrrrück. Tie Militärbefehlshaber könnenl Ausnahmen bewilligerr. L>on der Briefpost gmlz ausgeschlossen sind Ansichtskarten mit bildlichen Darstellungen sowie aufgezogene Photographien imb photographisch belichtete Dildkcuften.
** Lichtspielhaus. Das le'zte Gastftnel der Lichtspiel- Oper „Martha" sind et bestiTmnt heute statt. Liel)c Anzeige.
** I m Kriegsgcfangeuenverkchr mit der Ukraine sind fortan gewöhnliäZe offene Briefe und Postkarten! zngclassen.
Landkreis Gießen.
** Lang-Göns, 1. Aug. Sanitäcksrat Jvsckph Reiff Vvit hier wurde als erskr zum Ehrenbürger unswer Gemeinde ernannt. Der Ehrenbrief wurde ihm iü einer kunstvollen Mapve üoerrriü^t.
)( Mainzlar, 1. Aug. Heute sind es 25 Jahre, daß der hiesige Schlosser Daniel P a n z e r bei der Firma Vogt 6c Haeffner in Frankfurt a. Dt. beschäftigt ist. Die Firma ehrte den Jrlbilar durch ein Anerkennungsschreiben inrd ein Geldgcschmk.
** Nieder-Bessingen, 1. Aug. In körperlicher und aeistiger Frische feiert am 5. August der 80jährige Georg Pein sein 50jähriges Tienstjubiläum alS Gemeinde- und Kirck-enrcchner.
Vermiete».
Ter Eisenbahnunsall bei Gurkow.
Berlin, 1. August, lieber die Ursache des Eisenbahnunfalls zwischen Gurkow und Zantoch sind mehrfach nicht garrz z-utveffende Darstellungen verbreitet worden. Der Unfall ereignete sich aus folgende Weise: Der v-Zug 22 Bresc-Litowsk— V^rliir entgleiste anr 30. Juli um! 9 Uln 14 vormittags während dar Fahrt auf der freien Strecke zwischen den oben genannden> Stalronen, als er an dem ihm! begegnenden Güterzug 6641 vvrüberftchr. Wenige Augenblicke vor der Begegnung >var die linke Kolbenstange der Güderzuglokomotive im Krenzkops gebrochen. Durch den Dampfdruck in dein Zylinder nach von getrieben, dnrch'chlug der Kolben mit der Kolbenstange lxm ZhlinderdeckÄ. Dadurch wurde die Kolben stände mit dem Kolben von der Lokomotive losgelöst urld bei der Weiterbewegnug der Güter.zslglokv- -motive Ooisck-en dieser und der NLl-etiegenden Schiene des Nochbar- gleises derart eingeklemmt, dakß Krtrt sehr starker Druck ans das Naächcrrgleis ausgeübt wurde. Diesem Drircke konnte das Gleis nicht stani'rhalten. Es wurde so beschädigt, daß die Lokomotive des V-Znges, der an dieser Stelle eftttraf, als die Borüberfahrt des Güterzuges noch nicht benrdat war, zur Entgleisimg gebracht und gegen darr letzten Wagen des Güterzuges geschleudert wurde. Die V-Zuglvagen bohrten sich ineinander, fingen später Feuer mrd verbrannten zum Teil. Nach den lnsherigcn Meldungen wurden bei dem Unfall 42 Per-sonen getötet, 21 schwer und 4 leicht verletzt. Auhaltspimkle für ein Versehen oder Verschulden von Eiseubahnbedienfteteu oder für mangelhaftes Material infolge des Kriegszustandes haben sich nicht er-geben. Der beklagerrswer« Unfall muß aus die gesästlderten, incht vorherzusehcnden außergewöhnlichen Umstände zurückgeführt werden.
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Höchste Temperatur am I. bis 2. August 1918 = -f- <X 14,4* Niedrigste . . . . . , 1918 = + C. 7,8'
Niederchlaq 0,0 mm.
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