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Ptr prszetz Kfi^iinoHns gegen öfcDeutsche Zeitung"

B erlin, 4. Juli. iWTB.) Heute vormittag begann vor der /^ Strafkammer in Moabit der Prozeß des Staatssekretärs v. V vtmann gegen den verantwortlichen Redakteur derDeut- Kn Zertuns" Max L o h a n und den Redakteur derAlldeutschen Blatter Julius Tumcke. Als Zeugen erschienen Justtzrat Rechts­anwalt El aus Mainz, Generaldirektor Rudolf Nöllen-, bürg, Direktor der Deutschen Dank v. Strauß, Kommerzien- wt Friedrichs aus Potsdam, Direktor Georg Solmsen- Mvxor v. Keßler, Reichstagsabgwrdneter Major Gra ßrfl | ® nt a, Staatssekretär v. Kühl mann. Legationssekretär

Voesch, Vizekanzler v. P a v c r, Legationssekretär Rittmeister Horstmann und die Chauffeure .Knorr, Rademacher und Wiese. Ter Gesandte v. Rosenberg trifft erst am Nachmittag in Berlin ein.

Nach Verlesung der Zeugen richtete der Vorsitzende Landge- rrchtsdrrektor Westermann etwa folgende Worte an die Be- Aagten: Besteht die Möglichkeit, die Sache durch eine loyale Er­klärung aus der Welt zu schaffen? Sie erhielten Kenntnis von den Akten und wissen, worauf es ankommt. Ich weiß nicht, wie der Staatssekretär v. Kühlmann sich dazu stellt. Ich habe keine Fühlung nach oben. Ich möchte vollkommen unbefangen mit Ihnen sprachen, wie ich es stets in Bcleidigungsprozesserr zu tun pflege.

Angellagter Dr. Loh an: Uns liegt nichts daran, hier vor dem feindlichen Auslande schmutzige Wäsche yu. waschen. Vor> allem liegt es uns ganz fern, roie die Herrn v. Kühlmann ergebene Presse behauptete, Bettlakengeheimnisse ccuszuwärmen. Ich glaube aber, daß es im Interesse des Vaterlandes, der Diplomatie und des Auswärtigen Amtes liegt, daß hier die Verhandlung bis zum Ende durchgeführt wird. Ich persönlich würde gern die Hand dazu reichen, daß diese unangenehinen Dinge nicht vor der Oeffentlichkeit verhandelt werden. Der politische Effekt des von mir zu verantwortenden Artikels geht dahin, Herrn v. Kühlmann ats politischen Schädling zu beseitigen. Wenn icb die sichere Gewähr habe, daß Herr v. Küblmann in absehbarer Zeit Hrrücktrrtt, so bür ich gern bereit, dem Privatmann v. Kühlmaun eine Erklärung ab^ugeben, daß mir jede Absicht fern liegt, den Privatmann v. Kühlmann zu beleidigen.

Angellagter Dumcke schließt sich biefen Ausführungen an.

Vorsitzender: Dann dürfte der Versuch gescheitert sein, denn eine solche Erllärung kann der Staatssekretär gewiß nicht abgeben. Deswegen braucht er nicht erst ^gefragt zu werden.

Angellagter Dr. Lohan: Ich bedauere es jm Interesse des Staates und im Interesse der vaterländischen Angelegenheit, die rch zu vertreten habe. Die ganze Aktion wäre aber sinnlos, wenn die Sache durch eine Erllärung beigelegt würde, die nur den Privatmann KüHlmann befriedigen könnte. Der Privatmann läßt sich aber vom Staatsmann nicht ttennen. Was wir dem Staats­sekretär vorwerfen, ist, daß er beides voneinander getrennt hat.

Vorsitze nder: Ich wollte Sie nicht dazu drängen. Daraus beantragt der Staatsanwalt den Ausschluß der Oeffentlichkeit und- Besckstußfassung hierüber in nichtöffent­licher Sitzung.

. Verteidiger Dr. Sch mi dt widerspricht dem und erllärt, beide Telle hätten ein Interesse daran, daß die Sache in voller Oeffent­lichkeit verhandelt werde.

Verteidiger Dr. Jacobson (Hamburg) schließt sich seinem

Vorredner an.

Das Gericht zieht sich darauf zur Beschlußfassung zurück.

Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit verkündet der Vor­sitzende folgenden Beschluß: Die Oeffentlichkeit wird während der ganzen Dauer der Verhandlung ausgeschlossen, weil sie eine Gefährdung der Staatssicherheit besorgen läßt. Die Anwesen­heit soll nur den oder dem Beauftragten des Reichskanzlers ge­stattet werden. Als Vertreter des Reichskanzlers wird nur Geh. Reg.-Rat Schlieben zu-gelassen. Darauf verließen die Zuhörer een Saal. _

Don weiten der Angeklagten wurde ein zwei umfangreiche S^ffm um^ssender Beweisarttrag gestellt. Das Gericht beschloß deshalb, dre Verhandlung zu vertagen und zu dem neu anzu- bevaumenden Verhandlungstermin, außer den zu heute geladenen Personen eine Reihe weiterer Zeugen zu laden. Ter ebenfalls als Zeuge neu genannte frühere rumänische Minffterpräffdent Carp dürfte kommissarisch vernommen werden.

Der Seekrieg.

Neue U-Boot Erfolge.

Berlin, 4. Juli. (Amtlich.) Unsere U-Boote haben auf dem nördlichen Kriegsschauplatz neuerdings 15 500 Brutto-Reg.- Tonnen feindlichen Handelsschiffscau-

mes vernichtet.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Aus dem Reiche.

. Bundesratsbeschlüsfe.

X Erlin, 4. Juli. <WTB.) In der heutigen Sitzung - koundesrats wurden angenommen: 1. der Entwurf ern^ Gesetzes gegen die Unfruchtbarmachung und die Unter­brechung der Schwangerschaft, 2. der Entwurf einer Aen- Bestimmungen über die Bereitstellung von Entschädigung infolge Kohlenmangels MerntEr Arbeiter und Arbeiterinnen kriegswichtiger Be­triebe der Rüftungs- und Ernährungsindustrie, 3. der Ent­wurf einer Verordnung betreffend eine Ergänzung zu Zif­fer 7 der am 16 Januar zu dem Gesetz über die Krieas- i ^ ? eil r Ausführungsbestimmungen vom

«J 876 ' \ der Entwurf einer Verordnung betreffend

^ § 9 ^^tzes über die Kriegsleistun- gen vom 14. Juni 1873.

Die neue Biefflener in Bayern.

w o «?**"$! n '<A 2uli. (WTB.) Im Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten, der heute mit der Be­ratung des Gesetzentwurfes betreffend die neue Bierbe- ft e u e r u n g begonnen hat, beantragte der Abgeordnete Speck im Namen des Zentrums, in die sachliche Beratung des Ge- N^urfts zurzeit nicht einzutreten, weil eine gründliche ^ S- U t/ .d^ Landtag sich, bis zum ^rde, nicht möglich sei. Jm Laufe der De- Balbtecrftarte der Ftnanzminister, daß bei Nichtannahme des Gesetzes mit einem Steuerzuschlag von 50 bis 57 Prozent zu rechnen fti. Eme Stärkung der Staatskasse sei dringend nötig MitRüchicht auf die für die Nachsession geplanten größeren Gefttzesarberten. In der Abstimmung würde gegen die Stimmen der Liberalen beschlossen, in eine sachliche XQtintg des Biersteuergesetzes zurzeit nicht einzutreten

m KriegsgesM^enschast zu gesäten, mit allen zu Gebote stehenden wntteln zur Sette zu stehen. Nach den Erzählungen der Zurück- gekehrten ist ernc gewisse Unruhe nnter der Bevölkerung und den Angehörigen begreiflich. Tie Fürsorge für die Kriegsgefangenen.

Kriegsgefangenen nicht übersehen. Der Postverkehr nach .Rumänien dauerte fünf bis sechs Mhmtte Daher kam es auch, daß die Nachrichten über die Greucltaten so spät hierher kamen, sofort habeir wir uns an Schweden und an die Schweiz gewcuwt, eme Beiichttgrmg der Lager gefordert und auf Abstellung der Mitzjtande gedrungen, sowie bei der rumänffchen Regierung Protest eingelegt. Für den Wegtrarisport unserer Kriegsgefan­genen m Fwank^ich geschieht alles Erforderliche. Schiielle und pNrre DUfe rst übevall gebracht, wo es nottut. Auch vor den härtesten Malmahrnsi haben wir nicht zurückgeschreckt.

Abg. NoSke (Soz.): Die Verträge legen Rumänien schwere rasten auf; es wird pe aber tragen können. Die sozialdemokratische Fraktton wrrd den Verträgen zustimmen. Ein Dynastiewechsel wurde uns nichts genützt haben. Die wirtschaftlichen Abmachungen v'riüch^ar" kür unser Volk gegen den Aushungerungs-

Abg. GotHein (Vpt.): Das Petroleumabkommen ist für Rumamen nicht besonders schmerzhaft. Es wird gut bezahlt und

ohne Risiko. Das Eingreifen werchig^t ^ounsten der rumänischen Juden war eine Not-

..- Alpers (Deutsche Fratt.): Die Interessen der deut-

lchen Kolonisten m Rußland und Rumänien müssen berücksichtigt werden. manien kann sich über diesen Friedensverttag niclü b^llagen Schonung hat es nicht verdient. Es würde uns fteuen wenn Ifflmamen sich aus freiein Entschluß dem Bündnis der Mittelmachte anschließen würde.

h n -Nordhansen (U. Soz.): Wir lehnen die Ver- ob- 2*5 fordern einen Frieden her Verständigung. Dieser ^ie der mit her Ukraine einen wirklicLim ^^Mktand nicht ^rbeiführen. Das Recht der Juden wird U ! n ^ Elserrbahneri verschachert. Dieser Friedens- Ä! om verhüllter wder auch unverhüllter Raub. (Glocke des draffdeMen. Prasweat Fehrenbach: Sie haben sich eines unzülai,igen Msdrmks bedient. Ich bitte Sie, sich M mäßigen)

taffächlich von der Heei'esverwal- ttmg gemackp. Tre Macht des Auswärttgen Amtes geht nicht so deutschen Vormarsch in Rußland verhindern konnte, üae Kram und Sebaltopol gehören nicht zur Ukraine Staatssekretär Drv. Kühl mann: Dem, was gestern der da^ Verhältnis.der obersten Reichsbehörde und der Obersten Heeresleitung gesagt hat, habe ich n i ch t s h i n - ^Lkugen Was dre Besetzung der Krim und Scbastowls bettifft so bildet die Frage der ^emattätionslniie in Aäoskau. Gegenstand der Verhandlungen, deren oerteauliclser Teil bereits bemdet ist. Aus freiem Faktum allein ist zu ersehen, daß mau bestrebt ist,^drese ^rage friedlich und einvernehmlich zu regeln Dip Frage der Schuld am Weltkrieg ist eine historische, ich habe meine UeberzeuMng nicht zuletzt aus Unterredungen mit Russen ge­wonnen, die der Politik des Vorrehners nahestehen.

Damit schließt die Älusstaache über den Friedensvertrag vk-Jk* -^.anötschaten und Kons, late" beschwert sich

Ausland ^ a C lL k l>r Spitzel tum im neutralen

sie Friedensverttäge werden in zweiter und drttter Lesung gegen -die Lttmmen der Unabhängigen Sozialdemokraten anae- nommen. J

Ter Etat des Auswärtigen Amtes wird' bewilligt

Es folgt der

. Etat des Innern.

Abg. Haa, e (Unabh. Soz.): Die Deharrptung, daß es bei uns Wi^Aegun^b ^ UX 9tbt/ ^ndet in täglichen Vorkommnissen ihre

u« ^^.sekretär Wallras: Dem Deutschtum im Ausland lassen wir rede Forderung zutctt werden. Das Auslandsschiil.oesen 'gehört aber znm Auswärtigen Amt und das Deutsche Auslands- muieum rn Stuttgart zum Reich:wir!schast amt. Ueber die Hand- yabung d^ Zensur hat sich jüngst ein bekannter Sozialist dahin Seauverff daß, wenn em französischer Genosse sich so frei äußern wjnrde, tme es hier der Fall ist, er überhaupt nicht aus beim Ge­fängnis hevauskiommen würde. (Zurus; Wer hat es gesagt?)

Der Etat des Innern loird bewilligt, as- RrichZwirtschaftsamtes beschwert sich der Abg.

Tr. B e l l. (Ztr.) darüber, daß die GerieralLonrinandos sich in die Angelegenheiten der Mietseiiiigungsäntter eimnißchen. Diese An­gelegenheiten sollten rn einer Hand bleiben. Bei der Kleidevab- gabe müjsen alle Härten vacmieben und Rücksicht aus die soziale Wellung des Betroffenen geirouirnen werden. Bei der BEagnahme der Türklinken und Fenstergriffe mü,sen die öffentlichen Gebäude den Prwathauierii Vovangchm. Ebenso nruß die Einschnielzung unzeitgemäßer Teiikniäler vovangehen.

Ottl ): Tie neue Textilverorduung ist eine Probe auf das Cuempel der Uebergangswirtschift. Es'wird auch da viel zu viel organisiert. Und der sreü Handel geht dabei zu Gründe.

Geheimrat v. Simso u: Tie Textilverordnung ist. eine Rab- menverordnung. Es fft nicht gesagt, daß alle vorgesehenen Or- gauisalrouen auch wirklich rns Leben treten .oerden. Das Scheina bvauclü nicht auf andere Branchen übertrageii zu werden

Abg. Ahrens (Deutsche Frakt.): Wir müssen sobald als -uoglicy aus der Zwangswirtschaft hemuskoinul-eii. Die Interessen N.^H'ausbeiitzer dürfen nicht außer Bedacht bleiben Die Ent- sichadlgungQi für die TürklinkÄi müssen so hoch sein, daß es möglich ist. diese Metallreu wen später nneder ju beschaffen Die Ersatz- klrnkeu sind von besonderer Häßlichkeit, ettvas Befferes ioäre zu wünschen gewesen.

, Oberslleutnant Küth: T-cm ersten Tett der vorliegenden Reso- ^^-^^T^^^krmkeiiersatz, tvelcher verlairgl, daß zunächst me offenrlicheii Gebäude herangenvinmen werden sollen, werden tmr erfüllen. Bei der nächsten Tagung wird der- Reichstag auch ichon ff^nen Teil hergegeben haben. Die Denkmäler werden nickt viel Metall hergeben. Sie sind hohl und liefern nur 2500 Tonnen

Die fünfte Lesung der preutz. wahlrechtrvsrlage.

Abgeordneteuhausfitzung vom 4. Juli.

Präsident Graf S ch lv e r i n - L ö w i tz eröffnet die Sitzung um 12*/» Uhr mit der Mitteüung der Trarierbotscl-aft von dem gestern abend erfolgteii Hinscheiden des Kaisers der Osmanen Mehmed V. DaS Haus erhebt sich.

Erster Gegenstand der TageSordimng ist die 5. Beratung des (Gesetzentwurfs über die Aenderung der Berfasfungsurkunde vom 31. Januar 1850. Zunächst findet eine allgemeine Besprechima statt.

Abg. Strobel (Unabh. Soz.): Das Weiche Wahlrecht ist feinen Pfisterling wert, tvenn es mit all den Sicherungen bepackt wird, die die Mehrhett beschlossen hat.

9lbg. Hue (Sr^.): Wir erwarten, daß die Regierung ohne Verzug zur Auflöiung schreitet. Wir fordern das gleiche Wahlrecht ohne Unterscksted des Geichlechts unter Beseitigung aller Vorrechte Wenn das, lvas wir beschlossen haben, Gesetz wird, so bedeutet daS eine Verhöhnung des Volkes, vor allem der Arbeiter, die in den seltensten Fällen die Alterszusatzsttmme erreichen

Die Be,prechung schließt. Auf Anttag des Abg. Dr. Porsch (Ztr. wird über die drei Gesetzentwürfe einzeln en bloc in ein­facher Abstimmung abgestimmt.

Das Gesetz über die Wahlen zum Abgeordnetenhaus wird mit groster Mehrheit nach den Beschlüssen der 4. Lesung en bloc ange­nommen.

Abg. 2ldolf H o f f m a n n ruft: Das ist der Dank des Vater­landes !

Tagegen stimnren einige Zentrumsabgeordnete, ein Teil der Nattonalliberalen, die Bvlkspartei. die Sozialdemokraten, Polen und Tänen.

Vitt der gleien Mehrheit wird das Gesetz über die Zusammen­setzung der Ersten Kammer und das Verfassungsgesetz angenommen.

In der Ge,amtabsttmmung werden, alle drei Gesetzentwürfe ebenfalls Mit derselben Mehrheit angenommen. (Abg. Adolf Hofs­mann riist: Auffösen!) '

Hierauf wird die Beratung des dlntrages Dr. Heß über die Handhabung der Sammlung von gettagenen Kleidern fortges etzt.

Ans Stndt Htifc Cant«

** ar , y m Gießen, den 5. Juli 1918.

** Amtliche Perl ^ na lnach richten. Der Groß­herzig hat dem seitherigen Intendanten des Gvoßlferzoq lrchen Hoftheaters Dr. Paul Eger das Komturkreuz 2. Klasse rmt der Krone des Ordens Stern von Brabant verliehen und dem Oberarzt an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Heppenheim Dr. Rud.ftf Götze den Charakter als Medizi- nalrat erteilt.

0 "F. Wilhelm v. H o f m a n n. In einigen Tagen, ttm 8. Juli, w»ird vor einem geladenen Kreise von Gästen das von der ^iemens-Mng-Gefellschast für den großen Chemiker August Wilhelm v. Hosmann gestiftete Denkmal in der Frankchrter Straße eingeweiht. Beim 100. Gebiirtstag, am 8. April, traben wir be­reits unsere Leser über den bedecttenden Sohn Gießens zu unter­richten versucht. Da aber doch vielfach noch Unklarhett über die überragende Bedeutung v. Hosmanns als Forscher und Lehrer der Wlffenschaft besteht, ergreifen iuir anläßlich der Tenkmalseinweihung nochmals , die Gelegeiiheit, sowohl den große.: Wissenschaftler wie den ücenschen v. Hofmann der jetzigen Generatton seiner Heimat- joaot Gießen näherzubringen. In der morgigen Samstags- nunimer Werder: wir einen AufsatzAugust Wtthelm o/'HofmanuS Lebenswerll veröffeittlichen, dem dann nach der Deukmalseinwei- M'ng.im Latlse der folgenden Woche ein Arttkel folgen wird, der v. Hamanns Bezieh'ungen zu Gießen und feiner Bürgerschaft darlegt.

Tre Deutsche Vaterlandspartei, Landesverttn Oberhenen, hielt, ime man uns schreibt, am 3. Juli auf dep Liebigshohe zu Gießer: eine ihrer nionatlichm Mitgliederverfamm- lilngen ab. Fer Vorsitzende gab einen Ueberblick über die politt- llchen Ereignisse der letzten LÄocheri unter besonderer Berücksichtt- glmg der K ü h l m a^un's che n Reichs ta g s r ede. Nach Mit­teilungen über die ffdeigendeu französischen ErnährungSnöte und über den gutnzenden Fortgarig unseres Dauchä>votkrieges und Taucv- vootbaues, belchloß die Versammlung einmüttg. der, von de« Parteileitung rücksichtlrch der Mhlmann'säion polittsclmr Auffas- lungeri gefaßten^ Entschließung folgenden Inhalts beizutreten:

Eerkffche Vaterlandspartei legt Vernxihrung ein gegen die Ausführungen des Staatssekretärs v. Kr'chlmann im Reichs­tage, die dahin ausgelegt rverden mußten, daß an einer sieg- reicken Durclfführnng deS .Krieges dmch den Erfolg unserer Wapeii Zweistl möglich sffen. solche Zweifel sind unvereinbar nnt der wiederlwlt von S. M. dem Kaiser u. dep Obersten Heeres- Intung knndgegebenen (dewißl^eit des Sieges, einer Gewißhett. die auf Tatiac! en fest gegründet ist.

Tie Deutsche Vaterlaudsvartei hält die pvlittsche Auffas­sung, die in der Rede des Staatssekretärs zutage getreten ist, lur verhängnisvoll und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß sic in lcharftm Gegensatz zu dem unbeirrbaren Diegeswillen der großen Melwhfft des deutschen Volles steht, das nickt rul-en wird, bevor der Bund seiner Gegner durch das deutsche Schwert zum,Nachgeben gezwungen ist und die Notwendigkeiten anerkennt.

- J~ xz M anschließenden musikalischen Darbietungen, welche der gesellige Abend den Mitgliedern der Vaterlandspartei bot, fant«nj reichen Beifall. Für beu 15. Juli steht ein Vortrag des ^'Uhrers der englischnndischen Unabhängigkeitsbewegmi-g in Ans- sicht, um- außerdem für die allernächste Zeit eine Versammlung der Gietzeiier akademischen Gruppe mit emem Vorttag über die Genfer Universttät.

r - Stadtthea 1er. lieberJan der Wunderbare", welcher bekanntlich am kommenden Samstag im hiesigen Stadttheater zur Aufsirhrung gelangt, schreiben dieFrankfutter Nachttchten": Jm Sll)<nffprelhaus wurde gestern herzl-aft gelacht, üachenswerte Welt: Humor deS Volkes, handfeste Komik pttmittver Mensckwn, in denen unbewußt etn Stückchen Poesie schlummert, Rüpelhaftigkeit, der von selbst in einen moralischen Zweck hineinwächst. Kayßler kann daS

Mb. deutscher Reichstag.

(Sitzung Vom 4. Juli.)

Am Bundesratstisch: von Payer, Kttege, Wallraf Der Präsident eröffnete die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten * Gebens des Sultans Mohamed V.

, bm ? lC ^J? r c r men Regenten von staats- --i-d PfüchtMfW bcznchncn können,

der btttrebt war du Monarchie auf pcheren Boden zu stellen ^ drasrdent schließt: Ich habe den: türkischen Boffchaften die

^kes mrd seiner Vertreter

wrochm und lch^ge Ihnen vor, chr das -osnranische Abgeordneten­haus em Beileidstelegramm abzusenden. Sie haben diese Kund­gebung gebilligt, ich stelle dies fest. ' '

. . m ,.Die dritte Lesung des Etats und m Verbindung damit die zlvsite .Lesung de§ FriedmisverttuWS mit Rumänien werden fortgesetzt.

v Fransecky: Dag Kriegsmmisterium hat eS stets als Ehrenpfticht angesehen, den Kameral^n, die daS Unglück hatten.

"'i - v 1 355=^*/ntny u-qau uut ziJöv Tonnen, Verdienst ut Anspruch nehmen, in ernster ^eit für krättiae Komik ^outtt Ebenso viel haben die Blitz- gesorgt zu haben. Ein Stück unseres Volkstums, bodeueckt. grvb- Emschmelzung der Denkmäler würden körnig, derb und knottg, ein Stück, dessen niederdeutsche Art jeden.

fremden Kultureinfluß energisch zurückweist. Das Völkchen auf deö Buhne war von derbster Urwüchsigkeit. Ans dem Jan Beest machte Herr Alexander Eckert eine köstliche Figur, Pallenberg hätte sie nicht grotesker verkörpern können, als Eck^tt es fettig brachte. Herr Impekoven war eine brillante Figur hundSiiemein ver- katmtt, Sprüche kloppend, aber voll Freude an dem niederttächtigens

l AV AV» AiW-zvIi. QlfitOI Alttf A W*M«

dbck große Gefühlswerte vernichtet werden. Die Gisendrücker werden noch geschmackvoller anSgestaitet werden. Die .Hausbesitzer kommen nicht zu kurz weg. Wir haben diese Beschlagnahme nicht leichten! Herzens angeordnet. Die heftigen Angriffe der Hausbesitzer waren nicht berechtigt.

, Wg. I n n ck (ntlst: Tie Textilvevordnung ist auch für die Friedens zeit bere-cbs«ot. Lie liegt nicht rm Sinne des Ermächttgungs- gesetzes. Dazu müßte ein neues Ermächtigungsgesetz geschaffen werden.

. Gcheimrat von Simson: Die Geltungsdauer des Ermäch­tigungsgesetzes mag strittig fein, die Texttlverordnung ist ober er ft uach Anhörung der zuständigen Stellen erlassen worden m a. Tr. Tooc (Vpt): Es hätten auch die Ausschüsse d-'s Reichstages gehört werden sollen. Die Greiizen deS ErmächtigimgS- gesetzes müssen genau beobachtet werden. Für alle Enngketterß dürfen nicht auf Grund des Ermächtigungsgesetzes Berordmingom erlafsen werden. "

. Mg NoSke (Soz.): Eine Veränderung des Ermächtigungs- ge,etzes für die UebergangÄvirtschaft wäre wohl zu empfehlen Bei der Beschlagna'hnie ist daS besetzte Gebiet sicherlich nicht geschont worden J

Abg. Sosinski (Pole): Die Bergarbetterschast verlangt auch wahrend des Krieges besondere Anfmerffamkeit. Die Zehn- und Z'wölfstundenschichteu, wie sie in Oberschlesien üblich sind, sind zn lang Die PensionSbttmlligungen für die Frauen, deren Männer un Felde gefallen sind, dürften reichlicher bemessen werden.

. Abg. Sachse (Soz.): In Oberschlesien ist eine Verkürzung der Lchvchtdauer unbedingt nötig, zunml die Enrährung in Ober- schleslen recht mangelhaft ist.

or o, . ©emcrftingcn der Abgg. Rießer (natl.) nndt

^ ü r ' lZts.) lvivd der Etat des RÄchk/tvrrffchaftamtes bewilligt.

Darauf wird vertagt.

Nächste Sitzung: vatwig.

Schluß 8Vr Uhr.

Freitag 2 Uhr. Fortschung der EtatÄbe-

wviuuuuvv'-uu, iwzt üou jyxcuut: uu wem mtiTriuuujunvn Spiel, das er angezettelt und voll aufrichtiger Zuneigung für die dralle Antje, die er ihrem auf Abwege geratenen Jan wieder zuführt.

** Lichtspielhaus, Bahn ho fstra ße 34. Bon Sams­tag bis einWießlich Montag steht das große Filimverk ..Tte Geächteten" ^in der Hauptrolle mit Carola Toelle auf dem Spiel- plan. Llußerdem tritt Rita Clermont in ihrem neuesten Liffffpiel Tie Schokoladenbräute" auf. Siehe Anzeige.

Ver'tnischte-.

* Bochum, 5^ Juli. (L.-A.) Hibernia teilt mit, daß die Rettung der vier verschütteten Bergleute auf der ZecheSchamrock" trotz der mit größten Anstrengungen fortgesetzten Nettungsarbeilen noch immer nicht möglich war. Das Unglück ereignete sich am 25. Juni 11 Uhr abends, so daß die vier Knappen bereits acht Tage lang eingeschloffen sind. DieGewerkschast kann über ihr Schicksal keine Angaben machen.

m rc * Bukarest, 3. Juli. (WTB.) In der Moldau und Beffarabren ist der G rego r t a tt i f<§i geführt worden.

Müllersche Badeanstalt

5. Juli 16" R.

le Kalender ein-

Wasserwärme der Lahn am

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da? Wer ihn vom Wiesbadener Sckßvurgericht verhängte Todesurteil die Nichttgkeitsbeschwerde «rgemeldet.