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Ein Besuch des Königs AlfonS in Paris?

- . ^uli. Wie demL. A." aus Genf beachtet NTrrd,

yar Pariser Blattern zisiolge König Alfons in der Vorwoche nr Par7 ^» geweilt, nach einer Angabe wegen einer ärztlichen Be­ratung, nach einer anderen zu politischen Besprechungen.

Wechsel im holländischen Kabinett.

JL Das Korrespondenzbnreau meldet:

rfj- des Morgenbla ttes desNieriwe Rotterdamsche Conr.",

oay das Kabinett morgen der Königin seine Demission adgeben wird, kann bestätigt werden. Das Kabinett ist der.Ansicht datz der Ausgang der Wahlen zur Demissionsfrage nicht ab- gewartet zu werden braucht, da durch die allgemeinen Wahlen, ^ dEute stattsinden, der Zeitraum für das Auftreten eines extroparramentarischen Kabinetts ohnehin abgelaufen ist.

- , 3 Juli. (WTB. i Korrespondenzbureau. Der Minister

des Aeuyern Hot gestern die beratende Kommission für wirk

, nur r f T i ch * Qf-,. f a or,.^r_r .rk .. .

leiftouig liehen, und was gedenkt Gwßh. Regierung gegen solche dre Lebenshaltung des Volkes in bezug auf das wichtigste und ^wendigste Nahrungsmittel, die Milch, verteuernde Einrichtung Es ist bekannt» daß die für die Regelung des Verkehrs mrt Much rn den einzelnen Kreisen tätigen Personen V» Pfennig *"» ^SRLSF^SS* 1 - Dleft Vergütung soll in ihrer Höhe den Betrag von 30 000 Mk. und mehr erreichen und sich in der Regel aus 3 Personen, verteilen. Da die Preise pro Liter Milch fta) stetig gesteigert haben, so wird dadurch die Lebenshal­tung des Volkes ganz unberechtigt verteuert. Hiergegen muß nngeschrrtten werden. Zu detaillierten Angaben bin ich bei einer Besprechung berert. Eine umgeherrde Antwort ist dringend er fmderlrch.

Zur Eirrabgube Hai Abg Wolf-Stadecken fol-rende Anfrage im Landtag einge- o . I i- - t ^ rc Graßh. Regierung Kenrrtnis davon, oaß die Landes-Ererstelle in Mainz bei den zuständigen Staatsanivalt- ;chasten beantragt hat: allgemein für jedes Ei, das zu

schaftliche Aufklärung im Auslände seinem Departemem * ti>Qft?en beantrag t hat: _ _

angegliederl. *** wenig abgelrefert wurde, im Jahre 1917 eine Mark Strafe

. -- anzuietzen? 2. Ist die k' r * ' " ' " -

Die russische Republik und der Schutz der Murmauküstc.

Moskau, 1. JilM»Lch Meldung derKrasnaja Gaseta Jflt Situjieir Qi^Qlii aii iju Murmanbahnlinie und den Nord bahnen gelegenen ^o: ^eis -uif alle. Organi ationen dieser Bahnen solgeMrer.-. T cl e gr a i^m/gerichtet: In Murwan gehen auf­regende Dinge vor sich. -iic Land lt it g fremdländischer i. r .JJ & 71 vnb bte Umgruppierung dieser Kräfte auf verschiedene stellen des Murmans lassen einen UcberfallaufdasMur- man gebiet erwart e n. Vorgehen weißer Garde ist möglich, um sich eventuell mit den Tscheche-SlovascM zu vereinigen. Des­halb bestimmt der Sowjet der VolkskomMssare: Der Schutz aller Stationen und Brücken der Murman- und Nordbahnen ist unverzüglich zu verstäricu. In allen Zügen sind die Passagiere zu koittrvllieren. Alle unter dem Befehl der Sowjetmacht stehenden Streitkräfte sind in Kampfbereirschsit zu setzen. Gegen alle gegen- i-Äwlutionären Elemente, die »nitWen auslÄrdischen Truppen Ver­ständigung suchen, sollen die schärfsten Maßregeln getroffen werden. Heber die getroffenen Maßnahme»» ist sofort Bericht zu erstattest.

Dschavid Bey iu Berlin.

Berlin, 3. Juli. (WTB.) Ter türkische Finartzminister Dschavid Bey ttas, von Wien kommend, heute vormittag hier ern.. Zum Empfang fanden sich auf dem Bahnhof der türkische Botfchaster mit den Herren der Botschaft und Graf Rex in Ver­tretung des Staatssekretärs v. K ü h l m a n n ein.

Der Seekrieg.

Neue N-Voot- Erfolge.

Berlin, 4. Juli. (WTB. Amtlich.) Im Sperrgebiet umEngland wurden durch unsere U-Bvote 14 5 0 0 B r.- Reg.- Tonnen versenkt. *

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Ein österreichisch-ungarischer Flottenersolg.

Wien, 3. Juli. Amtlich wird perlautbart: In den Morgen­stunden oes 2. Juli stieß eine kleine Abteilung unserer T o r - pedoeinheiten in der Nordadria auf stark überlegene feindliche Torpedobootsstreitkräfte. Es entwickelte sich ein lebhaftes Feuergefecht auf kurze Distanz, wobei es unteren Einheiten gelang, einen großen feindlichen Zerstörer in Brand zu schießen und einen zweiten schwer zu beschädigen. Der weitst) brach das Gefecht ab und zog sich mit überlegener Ge­schwindigkeit gegen seine Basis zurück. Unsere Einheiten erlitten nur ganz belanglose Schäden: außer einigen Leichtverletzten sind keine Verluste entstanden.

- 3- Juli. (WTB.) Nach einer Reulermeldung

aus Washington versenkte ein deirtsches U-Boot den bel­achen DampferChili er" (2966 Brt.) 1400 Meilen von der Atlcnrttschen Küste am 21. Juni. 25 Ueberlebende wurden am 27. Juni geborgen.

Kopenhagen, 3. Juli.. (WTB.)Politiken" wird aus Mandol gemeldet, daß die Besatzung des dänischen Motorschiffes ,>Ero n din g Thyra" gestern dort eingetroffen ist. Das Schiff wurde am Samstag abend von einem deutschen U-Bvot 20 See­meilen westlich Lindesnaes versenkt. Er war von Göteborg, nach Rouen mit Holzmasse unterwegs.

.^Eockholm, 3. Juli. WieAllehanda" aus Gothenburg erfahrt, ist der schwedische Dampfer Grekland (2756 Brt.' aus der Reife nach London versenkt wottxm.

Aus dem Reiche-

Dem Reichstage

ist ein neuer Kriegskredit zugegangen. Es werden 15 Mil- liarden als Nachtrag zum Reichsetat für 1918 gefordert, die durch Anleihen gedeckt werden sollen.

Die Börsensteuer.

Juli, (WTB.) Gegenüber dem vom Steuer- ausscyutz des Reichstags angenommenen Antrag Gröber wur­den m der heutigen Sitzung des Berliner Börsenvor- und es die Ansichten »me folgt zusammengefaßt:Die jetzt in Aussicht genommenen Steriersätze bedeuten eine unerttägliche Schä digung für den deutschen Börsenverkehr und die mit ihm ver­bundenen »mrtschaftlichen Interessen. Die unausbleibliche Störung ber Fimkttonen der Börse würde das solide Ansagegeschäst ans das empnrtdlichste beemträchtigen, ohne spekulativ Ausschreitungen verhindern zu können. Die ungeheure Erhöhung des Stemels

tze Um^äHi^ert deS^bereits in Wertpapieren angelegten Teiles des deutschen Nationalvermögens außerordentlich ersch»ve ren und damit eme Eirttvertung des Aktienbesitzes zur Folge hiben. Gegenüber ^rBer^utbarung in Nr. 333 derNordd. All^ Jtg- stellt \xx Börsenvorstond fest, daß die im Vorstehenden bekundete Anpassung der .^nmittigen Ueberzeugung aller soliden Krer^. des gesamten deutschen Bank- und Bankieraewerbes ent- spricht. (A ergeht an die gesetzgebenden Körperschaften die drin.- genoe Warnung, durch Irrige Hoffnungen auf Steuererträgniss

r^ uui v^LrutTmraqni c

E rm,Knege so bewahrte Lebenskraft urch Leistungsfähigkeit der Borie aurs Spiel zu fetzen Und sie der Fähigkeit zur Erfüllung der ihrer harrenden Zukunftsaufgaben zu berauben." Die Berliner

Vom vuMMto Öütibtnn * ' gÄK. »%

Vom preutzischen Landtag

^ ^ lWTL) «tl t C ft « n - « U t f d> » fj

ordneten hau ses trat heute vormittag zu ^ner Besprechung zusanimen. In der morgigen Sitzung des Abaeord- »retenhauws wtrd die 5. Abstimmung über die W a h l r e ch t s- o orla g e st«fttsinde»i. Von der Regierung liegt^ it t

umtem* n 9 ^ ^ ^ ^ 12 ' bis zum 20. Sep-

»

.. Berlin, 3. Juli. (WTB.) Das Herrenhaus besinnt die Etatsberatung am Die nstag den ^9. Juli nachmittags 1 Uhr!

Ämj Hessen.

Utbtr bk Regelung des Verkehrs mit Milch

«bg Re h in der Komm« iolgmdk Anfr-rg-^ Ist r<5 Gr-sth Regrerimr bekmrnt. dch ine für die Milch, und Speise- pitv«r sorgung m den ein^lnen .Komnruuolverböndeu des Großher»ogtumK tätigen Personen ganz erhebliche Ver gütungen beziehen, die in keinem Berhöltnis «>r Arbeit-,.

- Ti Gwßh. Regierung bereit, diesen zu hohen allgnvenken Strafansatz mindestens auf die Hälfte zu ermäßiget? l3Nsbeloi»dere ist sie bereit, dem dariir liegenden allzugroßen «chemattsmus dadurch entgegen zu »virken, daß sie veranlaßt, daß durch die örttichsn Vertrauensmänner vorher der Grund ^ M geringen Eierablieferung durch die Hühnerhalter festgc- ttellt imrd? Ist sie bereit zu verhindern, daß der .Hühnerhalter, dein es^ unmöglich war, die verlangte Zahl von Eiern abzug-eben, genau so bestraft wird, wie derjenige, der in rücksichtsloser Weise dre Dorichriften mißachete?

Die Wohnungsnot noch Hem Kriege.

Abg Dr Osann stellte folgende Anfrage: Welche Maß- ätahnien hat Gwßh. Regierung getroffen, um der nach dein! Kriege drohenden Wohnungsnot!zu begegnen?

^ ^ Fischen an Sonntagen. Das hessische Ministeriuin de-.' ^nnern hat betr. Fischen an Sonntagen folgende Bekamtt- machung erlassen: Für sämtliche offene Fischwässer des Groß- herzvgtums wird bestimmt: Tic wöchentlich Schonzeit für nOc Fpchgattungen mit Ausnahme von Lach und Maisisch wird auf- gehoben 1 bis zum Ende des Jahres 1918 für die Gewässer mit Iruhlahrsschvnzett, 2. bis zum S. Oktober 1918 für den Neckar vie Gewässer mit Winterfchonzeit und mit doppelter jährlicher ^chonzert. ,

Deutscher yeichstag.

182. Sitzung vom 3. Juli.

Am Bnndesratsttsch: v on P a y er , v0 n C a pelle,Wall ras, von Kühl mann.

Bi^präsident D o v e eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 13 Min , Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung des Haushalts in Verbindung mit der zweiten Lesung des Friedensvertrages mit Ru man »en.

^ Abg. Scheidemann (Svz.): Gegen einzelne Punkte des ^nedensvertrages haben »Vir Bedenken, so gegen die Dobrudscha- frage, die Angelegenheit der Fremdftäminigen und gegen die Rege­lung »rnrtschastkicher Tinge. Unsere endgülttge Stellung behalten ichir uns vor Der Krieg muß für Deutschland de:» Charakter als na pönaler Derterdtgungs krieg behalten. Tie Auffassung, die ^taatssclretär von Kühlmann ausgesprochen hat, wird von allen ehemaligen R-elchskabzlern, Staatssekretären und Diplomaten ge­teilt, wenn sie es Mich nicht sagen. Machen wir mit dem ganze»t Lngmtram ein Ende! Wir können es. Lassen »vir an die Stelle

Frved«tsoffensive eine Offensive -der Wahrheit treten. Der Welirrreg kann nicht durch das Schtvert entschieden werdeir. Dies llt nur mogllch durch Umbildurtg des Geistes, durch die Polftik der Tat.

Abg. Ledebour (Unabh. Soz.): ,Bei uns herrscht noch immer die Hof- und Militärkamarilla. Der ReichskaTtzler und die Staat^ekretave haben diese Hintertreppenpolitik rmr in der Oeffcnt- llchkeit zu lngckwnigen. Ich rufe das deutsche Pwletariat von dieser Stelle zur Revolution auf. (Gwßer Lärm bei der Mehr­heit. Glocke des Präsidenten. Ordnungsrufe.)

Vizekanzler Dr. y. Payer:

Ans die Bemerkung des Abg. Ledebour zu ertmdern, brn ich durch den Präsidenten enthoben. Der Abg. Scheideinann hat, »venn ich ihn recht verstanden habe, erllärt, daß die sozialdemokratffche Paatter den Etat ab lehrte n wird. Es ist doch

recht gut, ^ daß das nur eine Demonstration bleiben muß und pvakttsche Folgen nicht hahvi kann (Sehr »vahr rechts.) Durch die lebhafte Beschäftigimg

des Mg. Scherdemann mit der Friedensfrage ft'llWe ich mich nicht veranlaßt, »vrederum eilte pvogrammattsche Erllärung der Regie­rung über die Friedensfrage abzugeben. Wals soll nach den Er- llärungen, die wir jetzt schon so oft abgegeben haben, eine solche Erllärung -nützerr? Die regelmäßige Folge ist zunächst immer ar Ä ^ ^ § ung des Volkes Utch ein Aufeinarlderprallelt der Anschauunge»r innerhalb des Deutschen Reiches gewesen Man sieht M hier und da etwas, was aussieht »vie ein zartes Fünkchen, das d« .Hoffnung auf bessere Einsicht bei unseren Gegner»» aufkom- men läßt. Mnfe lrnks : Auch bei uns), aber das ist sin allgemeinen w schnZach, daß dadurch die Nachteile, die durch solche Erllärungeu rm Auslande herDorgerufen werden, nicht ausgewogen »oerden . döachjLile sind, daß die feindlichen Regierungen »hre Volver auspeitschen, um denj Zusammenhall aufrecht zu erhalten ?wem sie unseren Worten, so ehrlich sie auch gemeint sind, eine k * «v.? D ^ ntung geben, vahm, als ob wir nicht vermögen, den Erreg zu emem siegreichen und unserem B-erlanger» ent- iprechenden Ende zu bringen. Oder, wenn dieses Mittel nlcht zieht erklärte jnan unsere Worte für eine Falle, in die die Völker hinein gelockt werden sollet, um einen Frieden zu schließen, »me sie »hn eigentlich nicht.haben »vollen. Aber der Formulierung unseren oeutschien Friedens ziele, »nie sie Herr Scheide mann gegeben hat Schluß m Ehren und keine Beeintt-ächtigrcng Deutschlands bei de»r "'^^sbedtngungen, ^rnren »vir ohne weiteres zustimmen IM glaube, »v-rr sim» über diese Forrirulievung »msererseits schon hma^gegangen. Das ist die Forirmlimmng, die »edermann unter- (chreiben kann. Nach »»reiner Meinung wird der Friede so ,v-»e dre Tinge sich jetzig gestaltet haben, in dem Augenblick koininen in Anr der Kriegsnnlle und der Bernichtungsiville unserer Fernde gebrochen sein »oerden. Und ich sirrchte, so sehr 'ch das Gegeitterl »vünsche, daß alle Versuche, vorher zum Frieden zu kommen, den wir alle ersehnen, ergebnislos bleiben »oerden Wir müssen warten, bis der Zeitwmtt gekommen sein wird in dem unsere Gegner . sich innerlich »nngewandelt haben. ' Dann kann man ernstlich darüber reden. Zu meinem aufrichtigen"Be­dauern hat der Abg. Scheidemann ein Bild von der Aät und dem Wesen der obersten Heeresleitung gegeben, das nach meiner Ueberzeugwtg falsch ist und in dieser Weise »sicht hätte

Polittk betreiben, die »vtt getrieben haben was soll der Wechsel dann nützen? oder Sie »oürden melleicht den Versuch machen, och»e Fühlungnahme mit der Obersten Heeresleitting die äußere und untere Politik zu betreiben. Eure solche Positck müßte im erftert Augenblick scheitern. Oder aber und das ist die Auffassung, »venn »ch recht verstanden habe, von der die Herrey ausgehen es wird der Zustand eintreten, den Sie für den ztveck- mäßigsten Halden »oürden, daß die Oberste Heeresleitung sozusagen iw Nebenaint auch noch die zivile Politik des Reiches leiten »vürde. Dann, so sagen die Herren, wird sich im Augenblick Herausstellen, daß die Oberste Heeresleitung des politischen Ber- Iländnisses entbehrt. Dann »mrd sofott ihre Politik Bankerott machen, und da»rn »st die Oberste Heeresleitung nicht mehr, »vas sie vorher ge»vesen ist. Aber »vas, ineine Herren, könnte zum Nachteil des Vaterlandes passieren, bis diese Probe ganz durch­gemacht wäre, und »vas wäre schließlich durch eine solche Polisik für den Frieden getuoratcu, den Sie wünschen? Was die Polisik im Innern anbelangt, so hat Herr Scheidemann behaufüet. nur hätten kein rechtes Herz für die Not der breitest Massen. Da tut er uns urrrecht. Wir haben in der Tat ein Herz für diese Not der breiten Masse»», nicht »urr für ihre leibliche, sondern auch für ihre .geWge. WiL »visien, daß die Unzufticdeuheit und Mißssinrmung im Volke nicht allein von der Ernährungsfrage herrührt, soildern auch von der inneren Polisik. von der Besäsiäicümg der Bewegungsfteiheit. Ist anderen Ländern Ul es ebenso. Wir müffen aber fragen, ob inan all da: so bchcrndelir kan»», »me es die Herren wünschen, ohne Schaden für das Vater­land und für die Sache. Wir können »sicht zum Sieg und Frittxnr gelangen, »venn ma»r unter Anfhebimg des Belagerungszustandes reden einfach läßt, »me er »nag »»nd nüe er im Frieden' tun kann. Der Abgeordnete Scheidemarrn hat darauf Hingeiviesen, daß imge- Heuer viel auf ldem Spiel steht. Das ist sehr richtig. Für uns alle steht ungeh>2uer viel auf ixrnt Spiel. Deshalb sollten wir es aber auch nicht allzu tragisch nehme»:, wenn »vir uns vorübergehend! ge»visse Freiheite»! versagen müssen. Es geht ja schrsittveise immer vonvärts. ^.ch will nicht bestreiten, daß es laitgsam geht, viel langsamer, als es denen erwünscht ist, die uuter den Beschränkicngen lerde»». Aber es geht vorwärts, u 'ad wir kommen allmählich zu Z iisiänden, die auf diesem Gebiet durchaus als ersprießlich be- zmchnet werden können. Was soll bei solchen Reden heranskonr-> men? Erne Förderung unseres Zusammenarbeilens kann da- ourch nicht herbeigesührt ^»oerden. Wir sollten uns nicht ausetnanderreden, sondern nsir sollten zusannnenar- berten, b»s »mr zium Frieden gekommen sind, mrd bis dahrn alles Tren»rer»de^ nröglichst beseisigen. Wir n»üssen Ihnen ja lllnhe»»,»geben, ob Lie in d»eser Richtung uns helfen »vollen, oder ob ^e, wie es scheint, das Verhältnis von Verhandlung zu Ver­handlung nnmer schroffer gestalten wollen. Darauf habe»» .mr keinen GtNjlus; Tafur müssen wir Ihnen die Bercurttvortung überlassen. Wa^ »insere Aoircht »lt, kann ich Jh»ten mit »oe»nge»t Worten sagen: rT"? n .' tcr >tVTl ' rtnr bisher unseres Weges gegangen sind und ver- ttcht lsilben, es jk> glitt Tülle möglich zu machen, auch weiterhin un* ?*ges gchm, weil wir wissen, daß di^'er Weg »oeder, »vre pre vehaupt-en, zu»n mtlrtärischen Despotismus uns führen tvird noch.zum Erubermrasfrieden. den Sie als unser Ziel chn?ustellen versucht haben, so »»der»» zu einem Frieden der Verständigung, den

^venn nicht alle, »0 doch jedenfalls iir der wiitaus übenviegenden .Reiirlsitt d»e»es Hauses und irrnerhalb der Regierung gemeinsam sin streben. (Beifall.) Wir bitten Sie um Ihren Beistand. Wir weichen »ncht aufhören. diesen Weg »vsiter zu gehen, bis wir zum Sieg und z»nn Frieden gekommen sind. (Beifall.)

- ..Graf Westarp >kons.): Herr Schridemann hat, als er von ttestter .Not ^des Volkes ..und Knechtscl>aft gesp-rochen hot, »veit übertrieben. Tie Regierung darf nich,t angesehen werden als Dott^ zugsaus schuß des Parlaments und besortders der Soziald emo Er asi e.

Abg. Tr. Thvma (ntl.): Unsere Fesiude wollen keinen Frie- den, aus dem DeutsckLand in Ehren hervvrgeht. Was deirtsch war, muß deusi'ch bleiben. Wir »vollen verständnisvolles Zusamnienavi be»ten bis zum Schluß in Ehren. -

Abg. Scheidemann ^Soz.): Wer hindert die Auffösunst ^?^E>awrdnetenhauses! Wer- hält den Belmgeümgszustand au^ recht? Wer nmcht den Schutz des Schutzhaftgesetzes Musvrisch? Wer Hat Ine Wiederkehr der litmsischen Uborünung nack». Berlin Vorboten? Wer hat die Rede Kühlmcmns zensiert? Alles die Oberste .Heeresleittmg! Zur Verständnisvollen Zusammenarbeit mft der Re-- grerung ist volle Klarheit in .der Friedensfrage »uotwendig.

Abg. Ledebour (U. Soz^: Wer hat das Unsiedlungsn»e»7k m Kurland kommandiett? Tie Oberste Heeresleitung. Das ist ein Eingriff m die Selbstverwaltung. Helfen kann allein ein allge^ me»»»er Massenstreik.

Damit schließt die Eieneraldebatte. *

In der Spezialdebatte wird der Etat des Reichstages ohne Aussprache bennlligt.

Bei»»t Etat des Reichskanzlers fordert Abg. Dr. von L a s - ze»vski CPvle) Berücksichtigung der Wünsche des polinschest Volkes ber der Neugestaltung Pölerts.

Beim Etat des Nuswärsigen Amtes wird der Friedens­vertrag mit Rumänien mitverhandelt.

Abg. Freiherr von Richthofen erstattet den Bericht des Ausschusses und empfiehlt unverändette Annahme der Vorschlag , mg. Graf Praschma (Zentr.): Tie Mrechnung »nit den Kriegshetzern können wir fetzt Rumänien selbst^ überlassen. Für stn.s muß jetzt die Wahrung des eigenen Interesses maßgebews sein. Wir stimmen den Verträgen zu.

Abg Thoma (ntl.) wendet sich scharf gegen die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen in Rumänien und verlangt sttengste! ^ühne.

Abg. Tr. R ö s i ck e (k.): Wir müssen Sühne verlm»gen für diese Greueltaten, um auch auf die übrigen seindlickM Staaten ab- chreckend zu wirken.

Ministerialdirektor Dr. Kriege: Beide Forderungen Ent- chadrgung und Sühne werden erreicht. Die Entschädigung steht bevor Bezüglich der Sühne hatte die rumänische Regierurrg be- re»1s Schritte unternoinmen, als wir vorstellig ivurden. Wi^ gegen Rrnnämen, so werden wir gegebenenfalls auch gegen andere feind­liche Lander Vorgehen, eventuell gegen Frantteich. (Beifall.)

Darauf üLrd die Weiterbervtung aus Dmrnerstag, 2 Uhr, vertagt.

Schluß gegen 81/2 Uhr.

L ft l e ' ^ cfe Scknldcnung ist falsch. Es zeigt auch ein geringes Maß vvn Tankbarkett für »msere .'Oberste Heeresleitung, »venir man m dieser Werse über ihr Wesen nnd ihre Leistungen spricht Wir halten es mcht ftrr angebracht, daß der Mg. Scheideman»i uns den lreundschaftltchen Rat gibt, daß nur uns möglichst bald zuruckzrehen sollen, wenn es uns »sicht gelingt, ein Verhältnis Elchen der Obersten Heeresleitung zu schassen, wie es ihm vor- schwebt Merneit Sre, emer von uns sitze zum Vergnügen hier aus dtffen Stühlen? Snck Ste irch nicht cn»ch darüber klar, daß die Lchwierrgketten, die wir gegenüber unseren Feinden und nach allen Rtchtungen durchKukämpfen habe»», so schwer sind, daß wir oft all unseren Mul zusammensassen müssen, un» all dies zu eine»n guten Ende zu führen? Ein Persönliches Opfer wäre E für kernen von uns, seinem Rate zu folgen Handelt es sich dem» um unsere Person? Dir sind dock hrer dazu da, den» Vaterhurde zu di»ven in der schwersten Zeit, dre es \t durchlebt hat. Da halten »vir es für unsere Pflicke auszuharren und nicht m»f jeden beliebigen Rat von irgendeiner ^cite hrn die Flmte rns Korn zu »versen. Was würde dabei heraus- lonunen wenn nur de», sttai des .Herr»» Sck>eidenraun besolgm, »vurder»? Dann sähen »mr mrdere kommen, die entrvedec dieselbe

A«s Si«rdt nud Land.

Gießen, den 4. Juli 1918.

** Amtliche Pers 0 nalrrachrichten Der Großhn-zog einpsing zum Vortrag: den Staats»nsilister Dr. von Ln>ald, den Minister des Innern Tr. von Hourbergk zu B<u1g dv >1 l^enmal- adjutanteil G^reral der Kavallerie von Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirktw Geh. Rat von Röncheld, der» Obe»jägerme»stev Frhr. van der Hoop, außerdenr, den Dr. Eorwegh. Leipzig. Ter Grvßherzog hat am 3. Juli .den Direktor der Realsck>icke z»r Oppenheim Kär'l Hensing zun» Direktor der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Osfenbach und den Oberlehrer an dem Real- gßmnasimn zu Gießen Prof. Dr. Otto Knauß zum Dir.cktor der Realschule zu Oppenheim, beide nsit Wirkung pom 1. Auanst 1918 ab, den Direktor der Realschule und des Prvg»>muasiums zu Alzey Tr. Karl Zulauf zum Direktor dös Realgymnasiums zu Mainz und den Oberlehrer an der Realschule imd den» Pwgym'tasi- um zu Alzey Pwf. Dr. .Karl Becker zum Direktor dieser Schule, beide mit Wirkung vom 1. Oktober 1918 ab, ernannt.

** Ans öem Militär-Wochenblatt. Befördert zum Oberstabsarzt Stabsarzt Dr. Ktßner (Gießen : den Charakter als Oberstäbsarzt hat erhalten: Stabsa^t der Reserve a D Dr Büchner (Giesst); zu Oberärzten befördert: die Assistenzärttr 's lcf ? n) S^?r länger, Julius

der Assistenzarzt der Landwehr 1. Aufgebots: Dr Kalbflnsch. Wilhelm (I Darmstc^tst^uin Assistenzarzt der Reserve besörde»?: Unterarzt Traudt, Ludwig (I Darmstadl): für die Dauer ihre« Berweirdimg in» Krie^sa»silätsdienst zu Feldhilftärzten ernaimt: du, »t,ckMp»>re>b lftitw-arzte (Jeldunterärzte): Spitznagel, Zeulrech^ lGwß^''. ^aft^emrech (I Tarnistadt), Becker, Ftstix

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