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Die parlamentarische Lage in Oesterreich.

- ie n, 27. Juni. Nach den Blättern bat der Ackerbau mckrister Ijeinf mft den Vertretern der Tschechen, Südslauen, Sozialdemo­kraten und Ukrainern gesprochen un£> roird nun bcm Kaiser Berich! örflÄttert. pie Parlamentarier, die gestern Gelegen feit hatten, die Anschauung der maßgebenden Faktoren kennen zu lernen Zade^der Meinung Ausdruck, daß im Vordergrund das Bestreben stehe, den Reichsrat zu einer kurzen Sommertaguna elnzuberufen.

Herr v. Hintze in Berlin.

Kristiania, 27. Mai. (WTB.) Der deutsche Ge­sandte, Admiral v. Hintze, ist gestern morgen nach Ber­lin abgereift.

Der 5ee?mg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 27. Juni. Das unter dem Kommando des Kapitänleutnants I e ß stehende U-Boot hat in der Iri­schen See und deren Zufahrtsstraßen drei besonders wertvolle Dampfer von je 5000 bis 6000 Br.-R.-T. Größe versenkt. Zwei dieser Dampfer wurden aus starken, nach England einlaufenden Geleitszügen herausgeschossen.

Im ganzen nach neu eingegangenen Meldungen unserer U-Boote: 20 000 Br.-R.-T.

Ter Chef des Admiralstabs der Marine.

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Stvckholm. 27. Juni, Laut Stockh. Didn. wurde der schwedische DampferAvance" (2000 BRT.) auf der Reise von Gothenburg nach Hult Versenktt

Haag, 26. Juni. Wie das Korr. Bureau erfährt, erhielt der DampferFrisia", der gestern von Nmuiden nach Nord­amerika abgefahrenmd Heerte mittag auf höheren Befehl nach Dmuiden zurückberufen worden war, heute nachmittag drahtlos ivüder die Erlaubrfts, die Reise fortzusetzen. Nach einem weiteren Bericht erhielt das Schiff die Erlaubnis, nach Bergen zu fahren und dort nähere Weisurrgen abtzuwarten.

Aus dem Reiche.

Fliegerangriff auf Karlsruhe.

Karlsruhe, 27. Juni. Amrliche Meldung. Am 26. Juni pachmittags^gri ff eine größere Anzahl f e i n d l i che r Flieger die offene Stadt Karlsruhe an. Sie ivarfen dabei mehrere Bomben, von denen die meisten in den Wald oder- auf freies Feld fielen. Im übrigen wurde nur leichter Materialschaden verursacht. Menschen wurden nicht verletzt. Ein feindliches Flugzeug wurde zum Absturz gebracht.

Luftangriff auf Ludwigshafen.

Karlsruhe, 27. Juni. Heute nacht wurde Ludwigs- Hafen von feindlichen Fliegern ani^egriffen. Einige Bomben wurde,: geworfen, die jedoch keinen bedeutenden Sach­schaden anrichteten. Leider ist ein Mann getötet worden.

Der Reichskanzler im Großen Hauptquartier.

Berlin, 27. J:mi. Der Reichskanzler Graf H ertling tritt seine Reise nach dem Großen Hauptquartier nächsten Sonntag an und wird dort, wie schon vorher vereinbart war, einige Zeit verweilen.

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Berlin, 27. Juni. (WTB.) In der Sitzung des Bundes- rals Nmrden angenommen: der Entwurf eines Gesetzes über eine Verlängerung der Legislaturperiode des Reichstags, der Ent- tmrrs eines Gesetzes betr. den Landtag für Elsaß-Lothringen, der Gntwrrrf einer Bekamftmachamg betr. die wirtschaftlichen Maß- ,nchmen für die Uebergangswirtschaft auf dem Teptilgebiete, der^ Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Paragraphen 1 Ab­satz 1 des Gesetzes betr. die Bürgschaften des Reiches zur Förderung Äoku Kleinwohnimgen für Reichs- und Mftitärbedienstete vom 10. Juni 1914, der Entwurf eines Gesetzes bett. die Feststellung eines Nachttags zum Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1918.

Hamburg, 27. Juni. iWTB.) Ter Kaiser hat an den Bürgermeister Predöhl zum heutigen Erinnerungstage seiner vor 25 Jahren erfolgten Wahl ft: den Senat folgendes Telegramm gesandt:

^An dem Tage, an dem Sie auf eine 25jährige Tätigkeit als Mitglied des Hamburger Senats zurückblickeir, eine Zeit, reich an Arbeit und Erfolgen, gedenke ich Ihrer mft den wärmsten Glück- und Segenswünschen. Sie haben an Ihrem Teile mitgewirkt an der vorbildlichen Entwicklung, die in den letzten Jahr­zehnten bis zum Ausbruch des .Krieges die alte Hansasladt Ham­burg zu neuer Blüte geführt hat. Durch zähe Arbeit und gesunden Unternehmungsgeist hatte sich Hamburg eine Bedeutung in der Welt erkämpft, auf welche das ganze deutsche Vaterland stolz war. Möge es Ihnen vergönnt fein, auch in der kommenden Friedens- zeft ihre Kräfte dem Wiederaufbau von Handel und Schiffahrt zu widmen und es erleben, wie die durch de,: Krieg geschlagenen Wunden heilen und überall fick, neues kräftiges Leben reA."

Auch der Reichskanzler sandte ein Glückwunschtelegralnm.

Ans Hes?rn«

Tarmstadt, 27. Juni. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer beriet gestern und heute mit der Regierung. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Morgen beraten beide Finanzaus­schüsse gemeinsam. Daraus werden am Dienstag die Fraktionen Stellung zur Regierungsvorlage nehmen. Erst dann ivird der Finanzausschuß über die Kri-egsteuerungsbeihilftn Beschluß, fassen. Am Dienstag wird auch der Wahtprufungs- und Petitionsausschuß die Mandate der 7 neugewählter: Llbgoordweter: prüfen.

Aus dem Emghrnngsausfchutz des Reichstags.

Berlin, 26. Juni. lPrivattel.> Der Ernährungs-Aus­schuß des Reichstags nahm folgende Entschließung gegen den Schleichhandel an:Für die Erfassung der öffentlich bewirtschafteten Ncchrrmgsmfttel ist eine Bundesratsverorduung zu erlassen, der folgende Richtlinien zugrund? siegen müssen':

1. OefseMich bewirtschaftete Nahrungsmittel dürfen von: Er­zeuger nur an Reichs-, Staats-, Proviu^al- oder Gemeinde­behörden geliefert werden, an andere Empfänger nur, soweit sie zur Annahme vom Kriegsernährmrgsamt ermächtigt sftch; 2. die Absender öffentlich bewirtschafteter Nahrungswittel sind verpflich­tet, alle Sendungen wahrheitsgetreu zu deklarieren: 3. jeder ver­botswidrige Transport solcher Sendungen verfällt dem Kriegs- -ernährungsamt: 4. die Landesbehörden übernehmen die Verpflich­tung zur strengsten Dittchfübrung diese,' Vorschriften."

Zur Preisfrage wurde beschlossen, die Regelmrg der Preise fiür Nahrungsmittel unter Berücksichtigung der Kaufkraft der breiten Masse,: des Voltes ersftkgen zu lassen, den Preisnirder- schied für s aus dem Anslmrd eingeführten Kunstdünger auf die Reichskasse zu übernehmen und hinsichtlich der Preisregelung der lmrdwirtschastlichen Erzeucpnsse so Vorzug elfen, daß 1. in der Preis- Westaltung mehr Beständigkeit und Gleichmäßigkeit herrscht; daß

2. bei der Preisregetung nicht Nrrr auf einen Ausgleich zwischen den landwirtschaftlichen Erzerrgnissen imter sich gesehen, sondern lrouch ans einen Ausgleich zwischen diese-' und den Kosten der land­wirtschaftlichen Erzeug'.mgsmit^l die gebührend^ und uns^ftrgt not­wendige Rücksicht genom:nen wirb, und daß 3. bei der Weiterverar­beitung bcr landwirtschaftlichen. Erzenup isse zu Nährmitteln, Kon- -erven. Trockenerzeugnissen usw. nicht Preise zugebilligt werden, die für den Verbraucher das Enderzsugnis in einem Maße Ver­teilern, das ?yc ber Preisregelimg für das landwirtschaftliche Ur- tzrz^rgms und zu den wirklichen. Verarbeftungskoslen in 'keinem richtigen Verhältnis steht. Zum Zweck der Förderung der Fett- VersorMng soll ein vermehrter Anbau von Raps erfolgen.

schließlich fand zur Frage der Getreideablieferung!

wlgende Entschließung einmütige Zustimmung:Im Wege einer Bundesrcftsverordmrng ist zu bestimme,:, daß das abzuliefernde Ge­treide :rur in gereinigMn Zustand abzuliesern ist und daß den Erzeugern hierbei das Hinterkorn als Llbgang aus dem Getreide z:ir Venoendung in der eigenen Wirtschaft zu entnehmen gestattet :ft, und zwar bei einer Gesaufternte bis 10 Zentner 20 Prozent, bis 100 Zentner 10 Prozent, bis 1000 Zentner 5 Prozent und üi einer Menge von mehr als 1000 Zentnern 3 Prozent der Gesamt­ernte."

Versorgung der Landwirtschaft mit Geschirrledrr.

Vorbemerkung: Das freigegebene Geschirrleder darf aus-' schließlich zur Ausbesserung von landwirtschafckichen und gewerb­lichen Geschirren, nicht zu Neuanfertigungen verwendet ,oerden In jedem Falle wird die Bescheinigung der Orts- oder Polizei­behörde über die Notwendigkeit der Beschaffung verlangt.

1. Mit der Ausbesserung der Geschirre ist eft: fachmännisch ge­leiteter Sattlereibetrieb, in dem das Sattlerhandwerk bereits vor .Kriegsausbruch ausgeübt worden ist, zu beauftragen. Die außer­ordentliche Knappheit l/es Leders läßt es nicht zu, daß Geschirr- auSbesserrmgeu von ungelernten Gutsangestellte,:, krieg s gefangenen Sattlern oder Schuhmachern, die auf dem Gute beschäftigt sind, vorgenommen »oerden. Nur in entern fachmännisch geleiteten Sattlereibetrieb ist die restlose Ausnützung des jetzt so kostbaren Ledern:aterials gewährleistet.

Der Landwirt hat den: von ihm beauftragten Sattler die vor­erwähnte behördliche Bescheinigung 1 über die Dringlichkeit des Lederbedarfs ausAu händigen.

Zun: direkten Bezug von Geschirrleder sind nur diejenigen Landwirte berechtigt, die auf ihren: Gut ständig einen eigenen Sattlereibetrieb unterhalten.

2. Der Sattler wentvt sich unter Vorlage der ihm übergebenen Bescheinigung an diejenige Laderhandlung, von der er früher Ge- chirrleder bezogen hat. Dieser Lederhändler erhält auf Grund der von ihm der Kontrollstelle für freigegebenes Leder gemeldeten Bezugsmenge aus dem Jahre 1913 bzw. aus der Zeit vom 1. Juli 1915 bis 30. Juni 1916 nach Maßgabe der für die jeweilige Ver­teilung zur Verfügung stehenden Margen Geschirrleder zugeteilt.

Den Versand des Leders an die Händler nimmt die Kontroll­stelle für sreig.gbenos Leder nicht selbst vor, sondern bedient sich hierzu der Vermittlung jder Sattlerleder-Gesellschaft m. b. H., Berlin 0. 2, Burgstraße 30 (ab 1.3.18 Leip­ziger Straße 92).

3. Solche Sattlereien, die von ihren seitherigen Lieferanten Ausbesserungsmaterial nicht erhalten können, haben dies unter Namhaftmachung der Lieferantenfirma unter gleichzeitiger Beifügung der (behördlichen Be­scheinigung der Kontrollstelle für freig«gebenes Leder, Berlin W 66, Leipziger Straße 123a, miU zu teilen. Diese wird entweder eine in der Nähe gelegene Leder- Handlung mit der Belieferung beauftragen, oder eine Sonderzu- weisung veranlassen, die sich jedoch nur im engsten Rahmen be­wegen kann.

4. Vom. Heeresdienst zur Ausübung ihres Berufes beurlaubte Sattler habe,: hiervon möglichst schon vor Beginn ihres Urlaubes der Kontrollstelle für freigegebenes Leder unter Beifügung einer Bescheinigung ihres Kompacnrie- usw. Führers Kenntnis zu geben: sie erhalten alsdann im Rahmen der zur Verfügung stehenden Leiermengen eine Sonderzu Weisung von Geschirrleder.

S chl u ß be m e r k u n g: Da vorläufig seitens der Heeresver­waltung nur beschränkte Ledermengen zur Verfügung gestellt werden können, muß Mich seitens ber Landwirtschaft Ersatzmaterial mit­verarbeitet j oerden. Als besor:ders geeignet haben sich G-e schirrtet l'e ans Zellstoff erwiesen. Die Sattlerleder-Gesellschaft m. h. H, Berlin 02, Burgstraße 30 (d> 1. 3. 18 Leipziger Straße 92) ist auf dlirfvage bereit, diesbezüglich ihre Erfahrungen mitzuteilen, Muster zur Verfügung zu stellen sowie Lieferungen 'fn Ersatzmaterial ausTuführen.

Ans «nd Etvnv

Gießen, den 28. Juni 1918.

Legitimationszwang beim Schuhkauf.

Tie Reichsschuhstelle schreibt: Wie vorcmszuseheu, hat die Bekanntenachung der Reichsstelle für Schnhversorgung, durch die für

den Kauf von bedarfsschernpflichtigen: Sckprhwerk im Kleinhandel der Legitimationszwmrg iftngeführt worden ist, in einem Teil der Presse heftige Angriffe gegen diese ^,bureaukratische Bergewalti- grmg des Publikums" hervvrgerufen.

Nottvendig wurde diese Regelung für eine so begehrte Ware, wie es heute Lederschuhwerk ist. Gemeinden und Schuhwaren­händler haben lebhafte Klagen geführt, daß sie machtlos Zusehen müssen, wie ein großer Teil der Schuhwaren von miberechtigten Personen erworben wurde, um dann zu Wucherpreiseu in: ^Schleich­handel ^veiter veräußert zu iverden. .Hverg-egen cinzuschreiten, ist die Reichisstelle im Interesse der Mlgemeinheit verpflichtet. Ge­wiß sind die Mrßstände in den einzelnen Städten -md Gegenden verschieden stark ausgetreten. Eine lokale Regelung verbot sich ober icbon aus dem Grunde, weil dann d-er Schl-eichharchel nur den x «' seiner Betätigung gewechselt hätte. Auch iväve bei einer joItI:«eit Regelung die Einführung des Logitimationszwangs mit Recht als eine Beeiwrächlftgimg der Freizügigkeit der Schuh- bedarsSscheine empfunden wordr-n. Koinmunalverbände, in denen sich der bekämpfte Mißstand noch nicht bemerkbar gemacht hat, haben daher in der Zulassung von Ausweispapierm, die sie zup Legitimation fordern,vollen, freiesten Spielraum nub können jede sachlich begründete "Erleichterung in der Form des .Ausweises ge­währen.

Eine wesentlirbp Besserung der Verhältnisse darf auch davon erwartet werben, daß uamentlfth die ländlichen 9lusfertigungs- stellen bei der Ausfertigu.,ig mm Bdjl' chbedarft )ckchneu mit größerer Strenge verfahren, als es leider bisher vielfach der Fall ist. Bon einer Reihe von Sch,:hwarenHändlern wurde mitgeteilt, daß die Mehrzahl von Sch. chbedarss sckMNM, die in Händen Unberech­tigter betroffen worden sind, von ländlichm Ausfertigungsstellen tzerrührt. Wo mit Strenge darauf gesehen 'wird, daß nur die Person einen Schühb-edarfsschein erhält, die tatsächlich nichts mehr als ein gebrauchsfähiges Paar Stiefel ^oder Schuhe besitzt, wird die (Gefahr, caß die Schuhbedarssschine an andere Personen käuflich ü^v- lassen werden, eine bedeutend geringwe sein, als in Bezirken, wo entgegen den Anordnungen der Reichsstelle mft der Aichgabe von S'chuhbedarfsscheinen iroch recht fteigeoig verfahren nftrd.

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** A nrtliche Personal Nachrichten. Der Gwßherzog hat am 26. Juni den Oberlehrer an der Schillerschule zu Friedberg Rektor Professor Dr. Reinhard Strecker zum Direktor und den Oberlehrer an derselben Schule Dr. Wilhelm Riedel zum Ober­lehrer cm der höheren Mädchenschule (Schftlerschille) zu Friedberg mit Wirkung vom 1. Jul: 1918 ernannt. Ernannt wurden am 26. Juni die Lehrer an der Schillerschule zu Friedberg Heinrich Meutzer und Georg Friedrich Reinheimer zu Reallehrern an der höheren Mädchenschule (Schillerschule) zu Friedberg imter Ve- lassung in der Kategorie der Vvlkssckprllehrer, die Lehrerinnen an der Schillerschule in Friedberg Hedwig Arendt, Irmgard Birn­baum, Antonie Nwnnann, Emftie Schott zu Lehrerftmen an der höhere,: MÄxhenschnle (Schillerschule) zu Friedberg unter Be- lassung in der Kategorie der Bolksschullehrerinnen, sämtlich mft Wirkung vmn 1. Jifti 1918 ab. Der Grvßherzvg hch am 26. Juni den ordentliche,: Honorarprofesser an der Technischen Hochschicke Dr. Friedrich Gvaese zu Darmstadt auf sein Nachsuche::, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Treue und Eifer geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1918 in den Ruhestand versetzt und ihm den Charakter als Geheimer Hofrat Zerteilt. De-c Großherzog hat am 26. Juni den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alzey Amtsgerichtsvat Dr. Peter Paul Liebing zum Amtsrickster bei dem Amtsgericht Mainz ernannt imd hat dem Oberbrieftrager Heinrich Wallenfels in Allendorf a. d. Lnmda das Llll gemeine Ehreip.eickM mit der InschriftFür langjährige tteue Dienste" verliehen. r

Auszeichnung. Der Kriegsfretwillige, Gefteitn Rudolf Zirbus, im Infanterie-Regiment Nr. 186, wurde mft dem! Eisernen Kreuz 1. .)Aaffe ausgezeichnet.

** Die Auszahlung der Familienunter- st ü tz u n g e n an die Angehörigen der zuin Heeresdienst Ein- ! berufenen für 1.15. Jul: 1918, bzw. für Juui 1918 findet A in den nächsten Tagen statt. Siehe Bekanntmachung.

** B e i der ft ä d t. K l e i n v e r k a u f s ft e l l e für Obst u n d G e m ü s e, Brandplatz 3 (Turmhaus), kommt f täglich, soweit vorhanden, Obst und Gemüse zum Verkauf.

** Freibank. Samstag den 29. Jun: von 24 Uhr von Nr. 391420.

** D i e b ft a h l. In letzter Zeit wurden in hiesiger Stadt sieben 67 Wochen alte Hühner und 24 Flaschen Wein, Marke 1915,Hallgartner-Ziegel", Faß Nr. 38, enttvendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminal­abteilung entgegen.

** Ein Wohnungsschwindler treibt sich zurzeit hier herum. Derselbe kam gestern abend an Hand einer Zeitungsanzeige zu einer hiesigen Frau, die ein Zimmer zu vermreten hatte, gab sich als hier beschäftigter Zivildienstpflichtiger aus, mietete das Zimmer und zahlte einen Leck der Miete im voraus an. Heute morgen war der Gauner verschwunden, uMer Mitnahme eines großen Teils der Zimmereinrichttmg. Ta der Dieb die in der Zeitung angekündigten Adressen von Bernnetern benutzt, sei zur größte,: Vorftcht gemahnt. Vor allem kann nur immer wieder davor ge,van:t werden, an Unbckmmte ohne Ausweispaviere und Ramenbekanntgabe Zimmer zu vermieten. Saäidierckichc Mft- teilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.

** E i n Eisenbahnunglück ereigvete sich diese Nacht im Bahnhof 'Gießen, irftem eine Rangiermasckstne mit einem Gifter- zug zusammenstieß. Hierbei wurde der Hilfsschaffner Schröder zu Tode gedrückt. Wer die Schuld an dem Zusammenstoß trägt, wird durch die Untersuchrmg feltgesteltt werden. Es liegt die Ber- mlutung nahe, daß die Rangiermaschine das Haltezeichen irber- fahren hat.

** Universität. Bei der Jahresfeier- der L a n d e s u n i v e r s i t ä t am kommenden Montag sind, wie uns mitgeteilt wird, außer den geladenen Gästerr auch andere Freunde her Universität willkommen; einer be­sonderen Einladungskarte bedarf es nicht. Die Feier in der neuen Aula beginnt 11V* Uhr- pünktlich.

** B edenkliiche Kreditinstitut e. Die Handwer­kerberatungsstelle des Ortsgetverbevlereins Gießen schreibt uns: Vor kurzem erschien in einem Teck der Presse folgendes Inserat;

Kredit b. 2000 M k. an j edermann b. ratenw. Rückza hl. u. Solv. d. Furt her Darlehenskasse, Fürth i. Bap. Beding, kostenlos. Ta wir vermuten, daß es sich im vor­liegenden Falle um ein Schwindelunternehmen handelte, beschaff­ten wir uns diese Bedingungen. Aus dmselben ist zu ersehen, daß von den Tarlchnssuchienden für Jlusttinfteinholung eüie Gebühr von 3 Mk. eingezahlt werden muß: außerdem, falls etwaige Bür­ger: verlangt werden, für jeden derselben 2 Mk. Wird das Gefach abgelehirt, so sind diese Beträge verloren. Ist die vorerwähnte Darlehnskasse zur Gewährrmg des Darlehens bereit, (dies geschieht Nur, rvenn ganz besondere Sicherheiten geboten sinffr, so sind iveiter folgende Bedingungen zu erfüllen: Vor allem muß die Mitglied­schaft bei der Darlehnskasse durch Zahlung einer Aufnahmegebühr von 8 Mk. u,ft> Zeichnung eines Geschäftsanteils von 100 Mk. erivorben werden. Bei Hingabe eines Tarlehe,:s müssen 15% des Darlehens zu diesem Anteil entrechtet und der Rest in monat­lichen Raten von 5 Mk. bezahlt werden. Bei höheren Tarlehirs- summen ist für je 600 Mt. die Erwerbung eines ivefteren Ge- sMstsanteiles irötig. Tie Haftsunnne beträgt für jeden GesckKstsan- teil 200 Mk. Ter Zinsfuß für ein gegebenes Darlehe,: beträgt 6 o/o. Außerdem kommt von der Darlehnssumme eine Wsichluß- proVision von 3 % in Abzug. Bereits im lrnftpm Jahre wurden in ber Presse Darlehensangebote imter den gleickpu Bedinguubgen, jedoch unter anderem 9dan:en gemocht. Die Zentralstelle zur Be­kämpfung der Schwrndelffrme,: in Lübeck hat sich damals mft diesem KLedftinstftut in derGeineftrnützigen Rachtsauskunfft^ be­schäftigt. Sie schrieb:Der Reichelsdorfer Kreditver^ ein e. G. m. b. H. ist in wecken Kreisen wohlbekannt. Wieder­holt wurde Veranlassung genommen, den Geschäftsbetrieb der Genossenschaft näher zu beleuchte,: und vor meiner Verbindung zu warnen. Die Genossenschaft arbeitet in verschiedenen Teckc:: Deutsch­lands mft Agenten, die .sich zahlen lassen, um dann in den meisten Fällen zu einer Aölehrmng des Darlehens zu kommen. Anscheinend ist der Genossenschaft mit der Zeit doch der Boden zu heiß geworden, sie hielt es dälier für cmgebrarft', in: neuen Gewände ihresegensreich" Tätigkeit fortzusetzen. Wie dem deut­schen Reichsanzeiger zu ^entnehmen ist, hat der Reichelsdorfer Kreditverein den Sitz uxrch Nürnberg verlegt und führt dort die FirmaF r ä n k i s ch e Darlehe uskass e, N ü ru­ber g, e. G. m. b. H." Ob die Genossenschaft mft der Finna ihre ^Geschäftspraxis geändert hat, bleibt zu bezweifeln. Sthr wahrscheinlich wird sie als Fränkisch Darlehnskasse, Nürnberg, das gleiche Ziel Verfölge::, rvie als Reichelsdorfer Kreditverein7 Die Ausnutzung der ,virtschfflich: Notlage einzelner Personen für ihre persönlichen Interessen." Es ist. nickft ausgeschlvsse,:, daß die Fürther Darlehenskasse mit den beiden vorher genannte,: Insti­tuten identisch ist; es wird deslMlb den Darlehenssuchenden be­sondere Vorsicht enft>fohlen. Für die Ueberlassrmg vom Material über derartige Firmen.seitens geschädigter Personen wäre die l Handwerkerberatungsstelle des O rtsgewerbevereins' lSprschstunden Mittwoch und Sonntag von IV 22 1 / 2 im Geloerbehaus) dankbar.

** Frist für Abschluß von Gemüsekieferun gs- Verträgen. Mit Rücksicht darauf, daß das Herbstgenrüse an einen: noch näher zu bestimmenden Zeitpunkte, ,vie l^kannt, der Zwangsbewirtschaftung unterwerfe::,oerden wird, erscheint es w>tig. einen Termin zu bestimmen, an dem die Abschließung von Liefe- rungsverttägw: über Frühgemüse und Herbstgem'üsc ihnen Abschluß finde,: soll. Als dieser Zeitpunkt ist vom Vorsitzenden der Reichs­stelle für Gemüse und Obst der 30. Juni 1918 bestftumt worden. Nach Maus dieses Tages dürfen Lieferungsverträge über Früch gemüse und Herbstgemüse nicht mehr abgesch'lvsser: ,oerden. Ein« Ausnahme besteht lediglick) für solche Verträge, die für die Geschäfts­abteilung der Reichsstelle für Gernüse und Obst getätigt werden. Ebenso dürfen Lieferungsverträge über gelbe Köhlrübe:: auch über den 30. J::n: 1918 hinaus bis auf weiteres abgeschlossen werden.

** Kriegsversehrte im Prvviantamtdienst. Kriegsbeschädigte iverden im Interesse ihrer Versorgung künftig! im beschränkten Umfang auch zur Ausbildung für den PrvviantamL- dienst zugelassen. Jede stellverttetende Jntendauttrr kann einart Kriegsbeschädigten dafür annehmen. In erster Linie gilt dies für kriegsbeschäjdigte Unteroffiziere :md Militäranwärter, die sich schon um die Zulassung l^worben haben >und für geeignet befirrchen ,vur- den. Belverber, die zun: Offiz:ersteffvertreter bestellt ivorden slrrd, dürfe,: nur dam: angenommen werden, ivenn sie zuvor fteiwillig mrd schriftlich auf die Stellung als Offfzierstel(Vertreter verzichten.

Tie Zeit, die die Anwärter während des Krieges als Proviantamts-' Jnspektorenstellvertteter -oder als Hilfsarbeiter bei einer Magazin- verwalttmg mft g'utem Erfolge,z.'vgebracht haben, kann bis zu einem halben Jahr auf die Ausbftdungszeft aiugereckmet iverden.

** Der winterliche Sommer. Statt sommerlicher Wärme brachte der Beginn des Sommers empffudlicku' Mkühlung. Ter 23. Juni mit 9,60 Celsius d-irrchschnittlicher Wärme war nach den Feststellunge,: der meteorologischen Institute der kälteste, d«: mar: seit dem Jahre 1848 beobachtet hat. Nach den Aussagen der Wetterrvarte ist zunächst mir mft einer sehr allmählichen Er­wärmung zu rechuen. Lbuch die Stürme, die namentlich den Fern­sprechleitungen nach dem Westen gefährlich wurden, sollen noch a,:halten. Den Landwirten sind die Regensälle sehr willkommen, die in ganz Deutschland gleichmäßig auftreten. Die frisch gemähten Wesen imd Kleefelder können für den zweiten Schnitt gut ein­setzen. Für die kräftige Ausbildung der Roggen- mtb Weizenkörner kam der Regen sehr gelegen; daß sich die Regeiffchaner allmählich in milder Form, nicht in verheerenden (Gewittern ein stellten, ist besonders zu begrüßen.