den Von mir Dericmstcn Zugeständnissen bereit sind, welche der Lage entsprechen und den deutschen Lebensnotwsndigkeften Genüge tun. Grus Westarp fahrt fort: „Ich stehe durchaus auf dem Standpunkt, wi-c ihn der Herr Kollege Gröber ausgesprochen.hat: Wie uns unser gutes Schtoert im Osten den Frieden gebracht hat, so wird unser Schgrert auch den Frieden im Westen bringen müssen. Im Osten ist' der Verlauf der gewesen, daiß die Gegner, als sie ein- sayen, daß weiterer Widerstand nutzlos war, die Nassen aus dem Wege des Funkspruchs und die Ukraine auf dem Wege der Deputation nach Brest-Lftvwsk ihre Bereitwillig keil erklärt haben, in die Diskussion einzutreten. „Ich kann, deshalb nicht begreifen, drß der Herr Staatssekretär seiner Erklärung eine Fassung gegeben hat die es vielleicht Aiveifelhvft eifcheinen lassen könnte, ob er auch dieser Meinung gewesen ist, die ich eben ausgesprochen habe." Ich lege den größte?! Wert daraus, zu betonen, daß ich absolut dieser Meinung gewesen bin. Er fährt fort, — und das möchte ich den Herren zu bedenken geben, die eben behaupteten, ich hätte das Stenogramm in sinnentltellender^Weisc redigiert: „Ich kann es mir nicht denken, dach h-- Herr Staatssekretär das flkgenteil hat sagen wollen." Wenn 1 nach nnmirtelbarer Anhörung der Rede, ohne die schriftliche r^r- --mg vor sich zu haben, sich das nicht denken kann, so geht ur w.ich daraus ganz klar hervor, daß er es auch nicht gedacht hat. G- Da'starv fährt fort: „Ich kann es nrir nicht denken, daß der Herr Staatssekretär hat zun- Ans druck bringen wollen, nur Verhandlungen, nicht militäris Ent
scheidungen allein würden uns zum 'Siege sichren." Geg viesen
Punkt der Rede muß ich auf das a l l e r e n t s ch i e d e n st c v rote st ie reu. Graf Westarp sagt, er könne sich nicht denken, daß ich dies hätte zum Ausdruck bringen wollen. Er konnte es sich tatsächlich auch nicht denken. Ter Schluß meiner Rede tvar absolut klar. In dem Einschieben des „nur" liegt eine direkte Umkehrung dessen, was ich gesagt habe. Tic diplomatischen Verhandlungen wurden von mir ganz klar als das Sekundäre, Nachfolgende gekennzeichnet. Hätte ich das gesagt,- was Graf Westarp behauptet, daß ich es zuin Ausdruck hätte bringen wollen, dann, meine .Herren, wäre ihr Angriff vollauf berechtigt gewesen. Ter Verlauf wird immer der sein, wie er von mir Rer kurz gekennzeichnet foiitfbe: M ilitärische Erfolge sind die Voraussetzung und die Grundlage der diplomatischen Verhandlungen. Bei meiner Aufgabe gestern als Diplomat, der von hier von hoher Warte, wie ich gesagt habe, zusammenfassenjd die Ereignisse überblickt, nrußte auch akademisch und theoretisch die ^Mglichkeit erörtert inerden, wie der 'nilitarische Erfolg seinerzeit auf dem Wege der Verhandlung ausgenutzt und gesichert werdest könnte. Dies, meine Herren, ist alles, was ich zu diesem Paragraphen zu sagen habe, der durch die Einfügung >ws „nur", wenn sie berechtigt gewesen wäre, in der Tat den Sinn dessen, was ich gesagt habe, genau in das Gegenteil verkehren würde. G"is Westarp fährt fort: „Ich kann es mir nicht denken, daß das der Sinn seiner Ausführungen gewesen sein soll. Es würde das ja aus unsere: Truppen draußen im Felde eine Wirkung ausüben, die ich nicht näher ausmalen will, und es würde sich auch in starken Gegensatz fetzen zu Kundgebungen anderer .Herren, die wir in letzter Zeit oft genug gehört haben, zu Kundgebungen, die mit vollem Recht darauf hingewiesen haben, daß nur der Sieg unserer deutschen Waffen es sein wird, der uns zum Ziele führen kann." Nachdem Graf Westarp nun sagt, „er kann sich nicht denken", und nacktem ich ihm auf das bestimmteste versichern kann, daß es mir nicht eingefallen ist, zu sagen, was hier durch das „nur" suppouie'rt ist, muß ich auch die Folgerung aufs allerentschiedenste zurückweisen. Kein Wort von dem, was ich gesagt, kann den Siegeswillen unserer! Truppen auch nur um ein Atom beeinträchti^n. Wir vertrauen auf die Siege der Vergangenheft, und wir hoften auf die Siege der Zukunft. An diese Sie^e wird dre diplomatische Arbeit sich anschLießen müssen. (Lebhafter Beifall links und im Zentrum. Zischen rechts.)
Die Aussprache.
Abg. Naumann (Fvrtschr.): Tie Lage für Deutschland ist so günstig, wie nie in diesem Kriege. Unsere Truppen sind ausgewachsen in dem Gerste deutscher Erziehung zur Pflicht. Unser Soldat braucht nur das eine Gefühl: Er muß. Und dieses hat er. Wenn Herr v. Kühlmann sagt, mft militärische Siegen wird dieser Krieg nicht beendet, fo heißt es auch, daß wir uns nicht das verkleinern lassen, daß neben den Waffen der große Sieg der Geister geht- In die Reden der feindlichen Staatsmänner wird überall allerlei hinein gedeutet, bei uns wie bä den Gegnern. In Frankreich nennt man diejenigen, die vom Frieden sprechen, Defaitisten. In England sagt man, die Friedensoffensive ist eine deutsche Er- nndung, um die Bevölkerung irreMfühven. Wer aber tom sagen, ^ß unsere Forderungen unmöglich sind, zumal, wenn man sieht, daß in der Hauptstadt unseres größten Feftrdes schon die Eisenbahn- züge bereftstxhen, um die Bevölkerung fortzubringen, wenn die Glocke ertönt, d. h., wenn die Deutschen kommen. Wir haben immer noch Leute, die über den Krieg hinausdenken, daß Verhandlungen nicht unmöglich sind. Das zeigen vor allem die be- gtnnender^Verhandlnngen über die Gesang nvenfürsorge. Tie Frag«) nach der Schuld des Krieges können wir heute nicht lösen. Es heißt ^ute, der Krieg wird fortgesetzt werden, bis einer der beiden (Gegner — Deutschland oder 'England — tot ist. Was machen wrr aber dann, wenn beide halbtot sind? Man muß sich immer tragen, ob das, was man dabei gewinnen ^kcmn, mehr ist als rabulrstisch Rußland ist so Mammengebrochen, Oesterreich-Ungarn hch sehr gelitten, ebQrfo steht es mft Frankreich und Italien. Mft nnlrtarischen Mitteln ist nichts getan. Daneben soll der Geist der Gedanken und des Gewissens der Bevölkerung sprechen, ivenn die Soldaten wissen, daß dieses vorhanden ist, dann kann man auch aus sie rechnen. (Beifall.)
Abg. Stresemann lnatl.): Die Rede des Staatssekretärs hat aut meine politischen Freunde geradezu niederschmet- \S ^ d niedcrdrückend gewirkt. ^Stürmische Ruse: <osehsc richchg! bei den Natftmalliberal-en., Wir bedauern auf das 'aUertiesste, daß der Satz ausgesprochen werden konnte: Wer machte den Ostfrieden? Das war Ludendorffs Hammer (Stürmischer Benalr), wie es Llotft, George nannte. Das Land muß fragen, ist denn etwas erngerreten, was zu Ztveifeln 'Anlaß gibt? Wir sind aus den: Stellungskriege heraus. Paris ist wieder in den: Bereich der deutschen Kanonen, da sollte man alles vermeiden, was die rnegeszuversuht des Volkes vermindern kann. Warum müssen wir rn der Frage der Schuld an dem Kriege eine Entlastu ngs- o^sfensive für England unternehmen, wie es gestern der Stocts'ekretär tat? (Sehr richtig.! Tie ganze .ngtische Politik in öct letzten Zett war nichts anderes als die Borbereftung des .Krieges gegen Teutschland. Wenn der Sieg unser ist, müssen ivir rhn benutzen, um die nötigen realen Sicherungen zu erreichen DM Melangen des Rates von Flandern findet hoffentlich die notige Berücksichtigung bei unserer Regierung. Tie harte üciegs- notwendigkeft, die besetzten Gebiete zu den Lasten des Krieges heranzuziehen, wird jede Verwaltung in Mißkredit bringen Eine Nadeftpitzenpolftik dan man nicht treiben. Täe deutsche Hilfeleistung tur Oesterreich-Ungarn findet bei uns volles Verständnis Gegen dre aust«-polnische Lösung haben fetzt auch die Deutschen in Oesterreich schwere Bedenken. Deshalb tut man gut, sich in der polnischen Fmge nicht allzu schnell zu binden. Seit Jahren hört man nichts von einer Reform des Auswärtigen Amtes. Eine solche wrdert ganz besonders unser auswärtiger Handel, der unter deni Versagen unserer Diplomaten so schwer gelitten hat. Nicht die Personen haben versagt, sonderri das System. Wie tvar es möglich daß ein Fürst Lichnowsky Botschafter in London werden konnte? (Sehr richtig., Wir protestieren dagegen, daß das Bürgertum ganz von den besseren diplomatischen Stellungen ausgeschlossen ift. Um auch Unbemfttelten die Laufbahn zu ermöglichen, niüssen die Posten dementsprechend besser bezahlt werden. Deshalb ist es nötig, daß unser dementsprechender Antrag angenommen wird.
Wq. Gröber kZentr. beantragt, den Antrag der National- liberalen dem Hanptans schuß zu Überweisen. Das Hans beschließt demgemäß.
ALg. Haase lAnabh. Soz.): Das Stirnrunzeln der Konservativen und wahrscheinlich bestimmte Depeschen haben den Kanzler YE zur Rede gezwungen. Herr von Kühlmann hat es nicht verstanden, in Schönheit zu sterben Sieger tu '>/r Westarp geblieben Bei uns herrscht eben die Mftitäv- Xkrr Sehr wahr bei den Soz. Gelächter.. Wie oft soll unser
Sieg schon unmittelbar betvrgestandon haben? Der Sieg ftn Osten verbürgt nicht den Sieg im Westen. Rußland war durch und durch zermürbt. Ich vermisse bei uns die Erklärung, daß, wie auch bei lden anderen, die Unversehrtheit ihrer Staatsgebilde gewährleistet niird. Mas wft gestern über Belgien hörten, war ein Rückschritt.
Abg. Werner-Gießen (deutsche Fraktion): Herr von Kühlwann sieht die Friedensvesolution noch immer als ein Dogma an. Mrs versteht er unter den Grenzen, die uns bestimmt sind? Die 'Führer des Volkes sind dcyu berufen, alle großen Taten des Heeres «ansznnutzen und dürfen nicht die Stimmung herabmindern. Die austro-polnische Lösung wird der erste Nagel zum Sarge des deutsch- österreiänsch-en Bündnisses sein.
Die Weiterberatung wird auf Mittwoch, 2 Uhr, vertagt. Außerdem kleine Etats und Gesetzentwürfe. Schluß & l k Uhr.
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Aus dem Hauptausschutz des Reichstags.
Berlin, 25. Juni. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstags setzte heute die Beratung des rumänischen Friedensvertrages fort. Vor Eintritt in die Tagesordnung regte der Vorsitzende Abg. Ebert an, die Erörterungen kurz zu halten, damit morgen die Verhandlung über den Friedensvertrag abgeschlossen werden kann. Dann soll in dieser Woche noch in erster Lesung das Gesellschafts- steuer- uud das Besitzsteuergesetz erledigt werden. In der übernächsten Woche soll die zweite Lesung möglichst der gesamten Steuergesetze folgen. Der Vorschlag des Vorsitzenden, auf eine weitere allgemeine Aussprache über den Friedensvertrag zu verzichten, die einzelnen Artikel gleich vorzunehmen und sich dabei lediglich auf Anfragen zu beschränken, fand die Zustimmung des Ausschusses. Darauf wurde Kapitel 1 (Wiederherstellung von Frn w und Freundschaft) ohne Erörterung angenommen. Bei dem 2. Kapitel (Demobilisierung der rumänischen Streitkräfte) beantwortete bei Artikel 4 Staatssekretär v. Kühlmann die Anfragen der Abgeordneten Erzberger (Z.) und Müller-Meiningen (Fvrtschr.) über die Lage der Deutschen in Bessarabien.
Die Rämpse im westen.
Berlin, 25. Juni. Branden burgische Landwehr stürmte am 24. Juni im Morgengrauen nach kurzer kräftiger Artillerie- und Minenwerfervorbereitung, von Flammenwerfern und Angehörigen eines Sturmbataillons wirksam unterstützt, die feindlichen Stellungen beiderseits der Straße Bremenil-Badonviller. Glei^eitig drangen Thüringer in das stark besetzte und zäh von Amerikanern und Franzosen verteidigte brennende Dorf Neuviller ein. Nach kurzem Kampfe wurde der Gegner überwältigt. Mehrere stark belegte Unterstände in den Stellungen wurden gesprengt, andere von tom Flammenwerfern ausgeräuchert. Der Gegner ließ 11 Offiziere und über 60 Gefangene sowie 4 Füsilier-Mitrailleurs in unserer Hand und erlitt hohe blutige Verluste, wie die große Zahl von Toten in den genommenen Stellungen beweist. Nach gründlicher Zerstörung der feindlichen Gräben kehrten die Truppen befehlsgemäß in die Ausgangsstellungen zurück.
Englische FLiegeraugriffe.
Haag, 25. Juni. Aus der Lwlländischen Provinz Zeeuwsch Vlaanderen itthält Het Vaderland folgende Meldung: Wie festgestellt, wurde am Sonnabend um 12 Uhr ein Geschwader von sieben englischen Flugmaschi- nen gesichtet, das aus nördlicher Richtung kommend auf Belgien Kurs setzte. Zwei Bomben wurden bei Heille auf m, t e d e r l ä n d i sche s Gebiet geworfen, wobei ein Knabe leicht verletzt wurde. Kurze Zeit darauf, nachdem die Flieger über belgisches Gebiet gekommen waren, trat ein deutsches Abwehrgeschütz in Tätigkeit.
Line Rede Lloyd Georges.
Hjga g, 35. Juni. Reuter. Bei der dritten Lesung der (&*t- folidation Fund Bill sprach Lloyd George über die militä- rische Lage. Da fortgesetzt amerikanische Truppen ankämen, so sei es sehr wahrscheinlich, daß die Entente den Deutschen an der Westfront summarisch überlegen sein lverde. Es sei erstaunlich, wie schnell die amerikanischen Streickräfte herankämen. Er könne üine genauen Zahlen nennen, aber er könne sagen, es kämen so viel Amerikaner, daß die Verbündeten dadurch ermutigt, die Feinde aber noch schwer enttäuscht werden würden. Die Deutschen 'seien bei ihren letzten Reserven angelangt, die sie in den nächsten Monaten Würden einsetzon müssen. Sie könnten leine neuen ^Reserven bilden, es sei denn, durch drastische ALaßnahmen, z. B. dadurch, daß sie aus kriegswichtigen Betrieben dienstpflichtige Männer herauszögen, und es scheine, daß sie dazu bereits ihre Zuflucht nähinen, was ein neuer Beweis für ihre schwere,! Verluste während der letzten Monate sei. Die nächsten Monate würden Ursachen zu Besorgnissen geben, aber er dürfe versichern, ohne irgendwie bluffen zu nwllen, daß die Heerführer oertvauensvvll in die Zukunft sähen. Wir stehen am Vorabend großer Ereignisse. Es wird vielleickst in ben nächsten Stunden, sicher aber in den nächsten Tagen eine große Schlacht beginnen, die das gesamte Ergebnis des Krieges entscheidend beeinflussen kann, aber die Verbündeten waren niemals besser vordere stet, den Stoß aufzufangen, als jetzt. Tter letzte Angriff der Deutschen auf die französischen Truppen ist mißglückt. Djer Feind hat sein Ziel nicht erreicht. Er hoffte, bis Compiögne vvrrücken zu können, aber er kam nur bis Dillevs-Cotteirts. Wir haben zu sehr auf die deutschen Erfolge geachtet und zu tvenig naif unsere i-igenen.
.Lloyd George führte dann aus, daß die britischen und ftan- zösrschen Truppen lvährend der letzten Monate iviederholt gesiegt hätten, und manche Siege des Feindes in Wirklichkeit Niederlagen seien. Er äußerte sich hierauf über Rußland.
Rußlend beftnde sich in einem völlig chaotischen Zustande. Jede einzelne ^tabt habe eine unsere Mgieruug, ja beinahe jedes porf- Man könne doch nicht mft irgendeiner beliebigen Kvrporativiy m Rußland Beziehungen anknüpfen. Trotzdem sei es die Pflicht der Verbündeten, Rußland beizustehen, Iwrm es dies wünsche Er habe aus guter Quelle erfahren, daß der Haß: der Russen gegen die DelMchen m der letzten Zeit immer mehr zu genommen lAe, und dre Rüsten (eien immer nrehr geneigt, eure Bewegung zu unterstützen. bce den Zweck habe, die Derschen aus RnUand zu ver- vertrerben. Allerdings sei der Weg iroch Rußland schwierig. Nur Japan verfüge noch über eine direkte Derbürdung.
Lloyd George sprach damr über die Ereigniss e an der italienischen Front. Es .sei nicht nur eine milftärische Niederlage, welch? Oesterreich erlitten habe, sondern eine Niederlage, die wichtige Folge auch auf pvlitischeni Gebiete haben könne.
Line Rundgebung des Rates von Flandern.
Brüssel, 23. Juni. (WTB.) Das zenttalflämische Pressebureau verbreitet in den flämischen Blättern folgende Mitteilung-
Der Rat von Flandern hat in seiner Vollversammlung vom 20 Jum 1918 einstimmig eine Kundgebung beschossen «und dem Herrn Geiieralgvuvernenr übermittelt, aus der folgen de Stellen hervorzuheben sind:
'In Notwehr hat das deutsche Heer den Bodeii unseres Landes als Feind betreten, im Lmfte des Krieges aber haben die Flamen trotz Hätrten, die diese p den Bewohnern des besetzten Gebietes auferlegt, erkannt daß nicht das Deutsche Reich ihr wahrer Feind ist, sondern die belgische Regi eruna. Trotz der schwierigen Berhalkmsst, m denen die besetzende Macht sich befindet, hat cne deutsthe Verwaltung den Flamen die Berwirklicknuig eines großen Teiles ihrer Wünsche auf dem Gebiet der Sprache, 'Schule und Verumltung gebracl. Tie belgische Regierung dagegen hat für
alle Wünsche des flSmischen Volkes stetZ nur ern hochmüttgrS
„Nein" «habt. In vollem Bewußtsein der Verantwortung von unseren! Volk glauben wir daher, daß Flanderns Befreiung von jeder verwelickMiden Macht auch Teutschlands Befreiung von seind- licher Bedrohung im Welten bedeutet. Stammesgemeinschaft, Geschichte und Selbsterhaltung weisen Teutschland und Flandern das gleiche Ziel zu: „Ein freies, selbständiges Flandern"
Die Gegenrevolution in Rutzland.
Moskau, 23. Juni. (WTB.) Die hiesige Presse mel- < bet: Die Flucht des Großfürsten Michael aus Perm erfolgte am 15. Juni nachts. Eine Abteilung angeblicher Roter Gardisten entführte den Großfürsten in einem Kraftwagen unter Vorzeigung eines gefälschten Sowjet-Befehls, wonach er nach Moskau überführt werden sollte.
Im Omsk soll Großfürst Michael an der Spitze der Gegen revolutionäre ein M a u i fe st an das russische Volk erlassen haben, worin er bei seiner Abdankung beharrt und dem einzuberusenden Senmskij Sobor die Entscheidung über die Regierungsgewalt überläßt.
Moskau, 25. Juni. (WTB.) Nach einer Meldung der Presse sollen die tschecho-slow akischeu T rup- ^ pen inIekaterinburg eingedrungen sein. In der Stadt sollen schwere Kämpfe entbrannt sein.
Ein Aufruf der rufsifchen Sowjetregierung.
Stockholm, 24. Juni. (WTB.) In einem Aufruf des Rates der Volksbeaufttagten in Moskau lieißt es: Es ist unmöglich, die Macht der Sowjets oor der Hungersnot kapitulieren -u lassen. Aus £>en Gebieten von Zaritzin, Ton und Kuban werden gemalttge Vorräte an Lebensnütteln in den nächsten Tagen nach der Gegend von Moskau und weiter nördlich geliefert werden. Inzwischen wird der Aufstand in Sibirien erstickt sein. Die Lebensmittel, die sich unterwegs befinden, werden ihre Bestincmung erreichen. Ilm diesen Pla NM verwirklickMi uiw ftlr ftn wer den chaotischen und umstürzle- rischen Beitrebungen des veakttonären Bürgertums ein Ende zu machen, greift das Volk M folgenden Maßnahmen: Teilweise Mobilmachung im Wolga gebiet, ftn Ural und in Sibirien gegen die Aufstände in den benachbarten Gebieten. Alle örtlichen Sowjets üben eine strenge Kontrolle über die Bürger aus, uni jede Verschwörung unbarmherzig zu unterdrücken, ©je- malige Offiziere, die ehrlich an der Wiederherstellung der Sowjet- Armee gearbeitet haben, genießen vollständige Strasloi'igkeft und den Schutz der Sowjetbehörden. Tie Verschwörervfftzrere, die Mft- schuldigeu von Skoropadsky, Krasnoff und des sibirischen Obersten Iwanioss sind, werden ohne Gnade hin gerichtet.
Zar Nikolaus ermordet?
Lugano, 26. Juni. (B. T.) Der Stockholmer Vertreter des „Corriere d'Jtalia" meldet das noch unbestätigte Gerücht von der Ermordung des Zaren Nikolaus. Danach hatte die Sowjetregierung den Behörden von Jekaterinburg besohlen, den Exzaren wegzubefördern. Die Behörden hätten den Befehl mißverstanden un- angeblich den Zaren getötet.
Der §eelrieg.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 25. Juni. (Amtlich.) Neue U-Bvot-Erfolge im Sperrgebiet um England: 18 500 Br.-R.-T. Bon d^n Versenßten Schiffen wurden z-wei bewaffnete Dampfer an der Oftküste Englarrds aus stark gesichertem ^Ge^itszugr herausgeschosftn.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Aus dem Reiche.
Der Kaiser an Oberhofprediger Dryander.
Berlin, 25. Juni. (WTB.) Ter Kaiser ließ dem' Ober- hofprediger D. Dryander nachstehendes allerhöchstes Handschreiben zugehen:
Vkein üeber v. Dryander? In dankbarer Anerkennung der hervorragenden Verdienste, welche Sie sich als langjähriger geistlicher Vizepräsident des Evangelischen ,Oberkrrchenrates um die Leitting unserer teuren evangelischen Kirche erworben haben, fti warmem Gedenken Ihrer mir und meinem Hause als mein Ober- hofprcdiger und Schloßpfarrer bisher geleistereir treuen Dienste gereicht es mir zur besonderen Freude, Ihnen am heutigen Tagt? ■ meines dreißigjährigen Regierungsjubiläunls den Hohen Orden vom Schwarzen Adler nebst dem en sautoir zu tragenden! Großkreuze des Roten Äblerordens mit Eichenlaub zu verleihen. Ich lasse Ihnen die Ordensabzeichen hierneben zugehen und gebe zugleich dem innigen Wunsche Llusdruck. daß Gottes Gnade Jhneq Kraft und Segen zu weiterem erfolgreichen Mrken durch Wott ! und Schrift schenken möge, zur Erbauung und Freude der iTroßQl Schar Ihrer treuen Verehrer, denen ich mich mft den Meüren vor ganzem Herzen zugeselle. Ihr ivohlgeneigter König.
Ans Hessen.
Die TeuerungsbeihiLfe für die Beamte».
I Tarmstadt, 25. Juni. ^Der.Finanzausschuß der Z!veiten K-ammer beriet l^eute die Regierungsvorkage betteffend die neuen Teuer ungs bei hrl fen. Wie verläüvet. war teilweft'c Stimmung dafür, die Sätze gegenüber dem Regie- iungsvorschlag zu erhöhen, währerrd auf der andern Sefte die Ansicht dahin ging, es bei tven vorgeschlagenen Sätzen zu blassen. Auf jeden Fall fand die Regierungsvorlage eine gute Aufnahme. Einzelheiten lassen sich vor der Besprechung der Vorlage mit der Regierung, die morgen mti) übermorgen ftcrttfinbct, nutzt sage«, da keine Beschlüsse gefaßt wurden. Am Freitag ftndet gemeinsame Sitzung der Finanzausschüsse beider .Kammern statt. Tie Vollversammlung des Landtags wird Dienstag den 9. Jük zusammen berufen werden.
Aus uud Cant.
Gießen, den 26. Juni 1918.
** Auszeichnung. Tem Wehrunmn Friedrich Ernst wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
** Freibank. 27. Juni 1918 von Nr. 251—390.
** Sammlung der Obstkerne. Ti-e Zeft des Obstes ist wieder da. Es gilt jetzt die Obstkerne zu sammelt!, um imfea knappen Fettvorräte zu vermehren. Sachgemäß MsammewWbvachtr Obstkerne ergeben ein gutes Speiseöl.
** Neugestaltung der Reisebrotmarken. Technische Schwierigkefteu. insbesondere die Beschaffung der Numerier- j werke, machen es erforderlich, die 10-<^vamm-Abschnitte der auf insgesamt 50 Gramm brütenden ReichB-Reifebvo-tniarken tvegsallsi zu taffen. Dadurch wird eine Umgestaltung der Rdrrken bedm<ft: Ter kleine schtvarze Reicki-sadler erscheint am lftrken :Rande Die Wertangabe unter dem Worte „Reise-Bvotmarke" nftrd anstatt „40 Gramm Gchack" künftig „Fünfzig Gramm Gebäck" lauten. Endlich werden mc oO-Gvamin-M arken-Bo gen um einen Zentimeter schmäler gel-alten tverden. Tie in Bayern und Wüi'ttemberg zur Ausgabe gelangenden 50-Gramm-Marcken w rden sich von den«! in den übrigen Bundesstaaten nicht mehr unterscheiden. Durch die Umlgttstalttmg wird die Ga'iMgSeftsdouer der bisherigen, mft 10- Gramm-Abschnftten versehenen MUVtmmm «ßUaten nicht berührt, ste bleiben also neben den Marken ohne lO Giunm^Aiff^Ätte dauernd gültig.


