f * MN kr onen Manu ans, bfe Domintons eine ^^wn^Judren hat einschlteßlich der kleiTien Truppe, die e 3 TrÄ'-r Wlf, nobepi ein Heer txoa einet Million Monn ausgestellt L»At«n ^vgrlff. noch 500 OlX) Manu mistzubringen. Sie bervachen 0 «: (Ärrrgoilg dem Ostteile des Reiches und tuetbat es weiterhin orrt. 'Eser Krieg Wetyrte uns über vieles, aber am schlage-chsten icÜt?^ ^' € ^a.lität der Mücht des brittsckxcn Reichen bewiesen. (Dkisail .i Otylie das Eingreifen des britischen Reiches iniitbe ü^euNcknand das Meer boherrsckien. Das Völteri-vcht ivürde zu Boden S«ceLen^ nvlÄen sein, und der militärische Despotismus in der "Elt wurde triumphiert haben. Der Haß gegen die Ungerechtigkeit mw die Liebe Mir Freiheit haben das britische Reich zu einer Gemeinschaft in Masse ngegen die Taten imi) Pläne des preußischm De,rv a<-mus geeint. Die stärksten Bande iind die Bande der gemeiw Anien Ziele und Ideale. Das Bewußtsein der durch die Einheit te? Reiches Bcfimtbcnrat Gefahr drängt uns zur Festsetzung dieser Ernbeit. Las ist der Grund, weslvegen die Reichs ko nserenz von 1907 zu dem heutigen Reichskabinett entwickelt wurde. (Beifall.) Deswegen haben wir Indien in unseren 9bu berufel». Unsere Aaste sind die ersten einer Reihe von Ratsmügliedern aus ollen Teilen des Reiches, die in den kommenden Zeiten der Geschichte der größten. Bereinigung der Nationen die Welt bestimmen und ihre Macht gattend machen werden.
Japan und England.
London, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Rentermeldung. In D o f i o traf eine Sondergesandtschaft mit bau Printer: Arthur von Eonnanght an der Spitze ein. um dem Kaiser den britischen Feldmarsch all st ab zu überreichen
Besorgnis in Paris.
Bern, 23. Juni. Nach dem „Petit Parisieu" sind die berühmten Fresken von Puvis de Chavennes aus dem Pariser Pantheon mich der Provinz in Sicherheit gebracht worden.
>ie Ern chränkrrng der französischen Presse.
Bern, 23. Juni. Hnmanitß meldet: Ter Borstand der wirt- fchntlichen Interessen der französischen T a g e s p r e s s e
'ich zu zerstreuen, die Gendarmen trieben aber die BersaurmrNen ausnnanlder. Nach einer Viertelstunde erschienen tausend Arbeiter, die inzwischen die Arbeit niedergelegt hatten vor der Kanzlei. Ein Fabriksbeamtet versuchte die Arbeiter zur bewegen, daß sie sich entfernten. Der Major erschien und ermahnte tue Arbeiter, (Gehorsam zu leisten, da sonst schwere Folgen ein- tocten würden. Da ertönte jedock) aus der Menge der Mrs: „Jetzt «nÄn wir erst recht nicht weg!" Die Arbeiter verblieben auf dem Platze, und die Gendarmerie versuchte, sie ohne Wa'rengewalt zu Es wurden aber auf die Gendarmen Eisenstücke ae- Moudert, auch der Major imirde am Kopfe und an der Hand verwi!ndet. Aus den Werkstätten erfolgten zwei Schüsse Augesichts der Vorgänge ordnete der Major den Gebrauch der Sckmßwajfe an, jedoch kommandierte er kerne Salve. Die Gen- Da-nnen schossen auf diejenigen, die sie angriffen und mit Eisen- slucTeu beworien hatten Vier Arteiter wurven getötet und neunzehn venonndet. Infolge der Schü'fe strömten die Arbeiter aus der^ benachbarten Osanzschen Wa'ffmsabrik zusammen und ver- wü iteten die Kanzlei räume. Der Gendarmerie gelang es, die aus- schreltzenden Arbeiter ,&n üertreiben."
_ ,Der Ministerpräsident erklärte, es werde eine Unter* s u ch n n g eingeleitet werden, ob ein Waffengebrauch notwendig und begründet war.
D.hck^rle sagte, er mache jetzt nicht die verhetzten Massen ver- ^^l»«7tlich, sondern die Orgmiifatoren und Aufwiegler, er wolle ^ -ii!™ ^ l tn n ” t dkn -?lrbeitern lv>htw'Nend imd schonmiosvoll verehren, ledoch könne die Forderung der Arbeiter nicht bewilligt Warden, daß man die Gendarmerie aus den Fabriken entferne Hub "F,, Eewcrkschasten einen entscheidenden Einfluß ausüben lasse.
di« Arbetter dm Streik beendigen, so würden alle ihre geaasten Min?che erfüllt westden, jedenfalls werde die Grenze der Dolmsatze ganz auf dieselbe Höh? gesetzt werden, ttüe in den Privat- fiabribm. fOtear Michael Kvwttzi rief dazwischen: „Man hätte damit aivangen sollen!">
Handelsminister Sterenyi verteidigte sich gegen den Bor- wing Zvarnyis, daß die Lage der Arbeiter in den Staatswerkßälten schlechter sn als in ben Privatbetrieben. Der Öanöclömiuificr iu><Te',t dam daß leider auch im Post -und Telegraphen- weren Zeichen der Unruhe bemerkbar seien. Er habe e- doch erklärt, daß er falls der Eisenbahn- und Postverkehr gestört iverde, mit unerorttlicher Strenge einschreite.
Mb - Deutscher Neichstag.
Dsö neue bulgarische Kabinette
Sofia. 21. Juni. «WTB. Nichtamtlich.) Bulg. Telegr.-Ag. Das neue ü.ivinett setzt, sich wie folgt zusammen: Vorsitz und
....I - I ' * ' * - UHU
Auswärtiges Malinofff Jmreres Tarkoff, Finanzen Lipatscheff, Oeffentlicher Unterrrchst Kostrirkofff Justiz Professor Terolioff,
Ackerbau Vtedj.l off, Oefjcntliche Arbeiten Muchxmofff Eiscrbchn Pro e.'pr Mol!off. Tic meisten Mitgli.dcr des Kabinetts gehören
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6er demokratischen Partei an. Kostrirkoff und Lipalsch.ffs sind aus b:r Radeiv-Partei hervorgegangen. Der Kriegsmin ster war bis jetzt Obetl^sehlshckber der vierten Armee. Tckrkesf. Lipiitscheis, Mnchanoff und f'Noiloff gehörlcu schon dem eifften Kabinett Malino ff an, das vmi 1903 bis 1911 im Amte blieb.
Aücktritt des Kabinetts Zeidler.
W 7 e n , 22. Juni. (WTB.) Der Polenkkubhat einstimmig ein* Entschließung angenommen, in der er sich grundsätzlich bereit Erklärt, die ScaatSnotwendigkeiten zu bewilligen, jedoch dem Mrni- loerrum Seidler seü« Unterstützung versagt.
Arheitrrunrulien in Sudapeft.
Budapest, 22. Juni. (WTB.) Abgeord:wtenhvus. Gras Michael Ka rvly i brachte die Lohnbewegung unter den Arbeitern der Maischinensabrik der Staatsbahneu zur Sprache, die heute zu Unruhen führte. Die Gendarmerie schritt etn. Zusammenstöße zwischen den streikenden Arbeitern imd der Gendarmerie verursachten den Tod von vier Personen. Fünf Personen wurden schwer -und z-völf leicht verletzt. Karolyi bezeichuets die Forderungen der Arbeiter, die schlechter gestellt feien als die A-tbecter der Privatbetriebe, als berechtigt und erklärte, die rückschrittliche Lösung der Wahlres arm frage habe rvesentlich zur Erre- mmg der Sttrmmmg beigettagen. (Großer Lärm. Ruse: Reizen <tie nicht die Massen auf!)
Ministerpräsident Dr. Wekerle ergriff danach das Woii Gr druckte zuerst sein tiefes Bedauern über den träumen Vorsack Ms, daß die Polizei zur Herstellung der ösfenttichen Ord'.mng die Warw zu gebvQichen geriötigt gewesen sei, was leider mit Menschen- oweru und vielen Verwundungen verbunden gewesen sei Der Ministerpräsident erklärte, er müsse die Behauvtungen. Ka ckyis in vielen Punkten berichtigen. Zu diesem Behwe rerliest dec Redner den Polizeibencht. Dieser besagt:
„In der Maschinensabuik der Ungarischen Staatsbahnen, beren Arbeiter sett Beginn dieses Mrmats in ein Landsturm- tktltiiknt eingeveiht sind, waren infolge von L>husorderungev Är^itsemstellungen an der Ta/>esvrd-uuq. Die Arbeiter for- Hert.m jtatt 90 Heller 160 Heller. Oberst Danninger erschien ye^ram ui afj Fabrik und erttärte, ec sei für die Lohnfrage mep: zuständig und ermahne die Arbciter, nicht zu streiken! Die Arbeiter fefrp die Arbett fort. Am 19. Juni, 8 Uhr f-üh stellten pe dw Arbeit wieder ein. Um 9ty* Uhr, bei Beginn des Streiks, wollte man flüssiges Eisen d^rch arbeitswillige Hilfsarbeiter aii^ ffie /m lassen, damit die Kessel nicht unbrauchbar werdet Diese Arbeiter wurden jedoch von den Streikenden bedroht. Streitende mrcoen nun zur Vernehmung beordert. Sie kamen iedöch nicht allem, sondern zogen mit 400 Arbeitern vor das Gebäude des Lommanol>z. Major Z s e j o n k a forderte die Versammelte:! ans.
178. Sitzmtg, Sonnabend den 22. Juni, 1 Uhr. Präsides Fel-renbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min Aluf ^der Dagesordnuiig steht die Beratung des allgcnnüm'n peiu'.ons?vnds, dir mit einer al.gemeinen Aussprache über alle Fragen ber Krieg^bcschädigtenfürsorge verbunden wirb. Gleichfalls mttberaten werden die beiden Vorlagen auf Ergänzung des Kapltal- ab^mdungsgesetzes, sonne eine Alisdehulmg des bereitsbeschloffenen Käpitelabsindungsaesetzes für Offiziere.
Gereial von Langermann empfiehlt die beiden Vorlagen zur Annahme. Die Offiziere genau so abzuffn-bcn me die Mairnschiften ist nicht möglich. Die Gefahr, sem^ Kipital zu verlieren, ist für den Offizier größer
lür, >'-h Mann. Der Entwurf sieht daher von einer Abfindung der für Lebenszeit ab, und nimmt dafür einen Zeitraum
von 10 Jahren. Die Pension bleibt davon oollstcntdrg unberiihrt. lieber bic Höhe und den Umstmg der Zulassung kann ich fcute noch fnne Vr*geb?n machen, aber sie wrod ausreicben, die kriegsbeichlangten Offiziere und ^Nannschaffen vor Not zu schützen.
. Abg. Giesbcrts (Ztr.): Das .stapitalabffiümngsges-etz ist infolge der Erschwernisse des .Krieges nicht voll zur Entfaltung gelaulff, wir treten daher für feine Erweiterung ein. Bei bem Kavttalabfindamgsgesetz für Offi-zteve bezweiffe ich. bic Frist von 10 Jahren richtig gervälK ist.
ALg. Bauer ('L>vz.-: Grinidsätzlich sind wir mit beu Borkigen ernveriürnden, wenn wir auch noch weitergehende Wünsche haben. Die letzt gezahlten Renten reichen ni-cht aus.
Em. Regiermigs-Vettr^ u' weist die Behauptung zurück, als vb das Reich mu/t aiterm,. rd für die ^Kriegsbeschädigtem sorge
E i Vertreter der Msdizinakabteilung des Krtegsministerrums gtbt Auskunft über die Bädecfürforgc. Trotz sorgfältiger Auswahl der Kurbedürfttgen lassen sich Verzögerungen bei der Unterbringung nicht vermeiden.
Abg. M e y e r - Herstnt» (Natl.): Wir begrüßen die vorliegenden Enttvürfe mit E'eiiugtuun-g und hofferr, daß sie ebenso segensreich tv:rteit werden, wie das Kapitalabsindungsgesctz.
_ Dbg. v. Winterfeld (tens.) sch ießt sich dem allgemeinen Tank für me Kriegsteilnehmer an und beantragt die Uebenveiffmg der Vorlagen an einen Ausschuß von 28 Mitekiodern.
Abg,. S^i v k ovich (F. Bp.) lEmüßt d e vorliegenden Ge- sefteittwürfe. bringen eine ivünschmstverte VervoUkommnung des Segens des Kchütalabfindmigsstesetzes.
ddttwendig ist eine Vereinfachung des Rentenverfahrens. In deii Beratungssstlstur für Kri<-gsbeschädigte darf kein kleinlicher Pr li zungec st hwrschn
Mg. Behrens (D. F.) begrüßt ebenfalls die Vorlakvn Erfreulich, arbeffet die Bäderabteilung des Roten Kreuzes 3>r Reick)sausschiß für Kriegsbeschädigten fürs« rge sollte amtlich Befugnis erhalten.
Generalmajor v. Langermann erklärt, daß mit all-.w Scho- mmg verfahren werdm solle. Jede Frau, de^en Mmm im F^lde fällt, darf nicht sch echter gestellt werden gls vorher. Tie Verzögerung l'ezt an der Post.
Abg. Werner- Hersfeld (D. F.) bringt Wünsche der Alt- vensr-onäre vor.
Ein. Reglerrmgsverttvter bestreitet, daß das Reichssck)aHMn; Opposition gegen die Ansbesserung der Altpensionäre mach.
Abg. Ryssel (U. Soz.) bringt Eülzelbeschverden vor.
Die Vorlagen gehen an einen besonderen Ausschuß
Montag, 2 Uhr: Auswärtiges Amt.
Schluß nach 7 Uhr.
. ver reemeg.
Das Mai-Ergebnr» des U-Boot-Kriege».
Berlin, 22. Juni. (WTB. Amtlich.) Im Monat Mar sind insgesamt 614 00 0 Br.-R.-T. des für unsere Feinde nutzbaren .Handelsschiffsraumes vernichtet worden^ Der ihnen zur Verfügung stel-ende LSelthandelsschiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen se i t K r ie g s--- beginn um rund 17 7 30 000 Brt.-Ä.-T. verringert worden. Hiervon sind rund 10 828 000 Br.-- Reg.-T. allein Verluste der englischn Handelsflotte. Nach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Monat April außer den seinerzeit bekannt gegebenen Verlusten, feindlicher oder rni Dienste unserer Gegner fahrender Handelsschiffs noch weitere Sck)iffe von rund 56 000 Brt.-R.-T. duüh kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in die feindlichen Häfen eingebracht worden.
Der Cl)ef des Admiralstabs der Marine.
Berlin, 23. Juni. (Amtlich.) Neue U-Boot-Erfolge im Sperrgebiet um England: 16500 Br.-R.-T. Zwei Dampfer lvurden an der Westküste Englands aus stark ge^ sichertem Geleitszuge herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Ein Angriff deutscher Sceftugzeuge auf englische Seestreitträfte.
London, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Reutrr. Admrralltaisberlcht. Ein englisches Geschwader wuwe während einer Erkundung im nördlichen Teil der Ducht von Helgoland am Morgen des 19. Juni von deut- ichen ^eeflugzeugen angegriffen. Es wurden keine Treffer vom Feinde erzielt, dagegen wurde ein feiiid- liches Seeflugzeug heruntergeholt und durch Geschützseuer zerstört.
Zusatz: Hierzu erfahren wir, daß die Begegnung unserer Flugzeuge mit englischen Schiffen etwa 120 Seemeilen nordwe-tlich von .Helgoland stattfand, also weit außerhalb der Helgoländer Bucht. Im Angriff aus die britischen Streid- lräfte wurde von einem unserer Flugzeuge auf einem feindlichen Zerstörer wahrscheinlich ein Treffer erzielt, der sich durch eitie weiße Rauchsäule hinter dem cketzteren Schorn- ftetu keunttich machte. — Aus dänisches Zeitungsmeldun- geii geht l-ervor, daß an demselben Tage ein englisches cklugAeng in Dänemark norlanden mußte. Es ist anz,nnehk- uien, daß^ es durch Beschädigmigen in dem Luftgefeckst mit unseren Flugzeugen hierzu gezzvungen war. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgetehri.
Luftangriffe in Belgien.
Berlin, 23. Juni. (WTB. Amtlich.) In den letzten Tagen pandeu wiederlp.' I: Flu g ze u gan g riffe gegen Brügge, O st ende und Zeebrügge statt. Hierbei ivurde von feind lick-en Fliegern unter 9Ni!,achlung Per vötterrechtlichen Abmachungen auch das Hosvital von Ostende, augegirssen und getrosten. J,i Brügge wurden. 5 Eimvvhner gelötet nnd 11 verletzt. Ein militärischer Schcü-en ist nick:-, entstandetMehrere ^feindliche Flugzeuge wurden abgeschosseu. Leutuaut zur See Sackpenbevg, der Führer unserer dottigen Morineflieger, errang seinen 15. Lustsieg.
Der Chef des Admiralstabes der Marine
Aus dem Aelche.
Berl i n , 22. Juni. Der „Reichsanz^ger" veröfferrtLcht em« Bewttmimg, wonach die Zeitungen vom 1. Jrcki ab zu neuen Ern l cy r ä n k u n g e n gezwurrgen werden, die bei Zeitungen von einer Flache biS 200 Quadratmeter im Jahre 1915 11 Prozent be-
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Tragt und J im ans 44,5 Prozent bei Zeitungen steigert, die ivt Jahre 1915 über 1600 Quadratmeter Fläche eingenommen tyrben Straßburg, 22_. Juni. (WTB.) Wie wir erfahren.
hat sich am letzten Donnerstag die elsaß-lothringische Mittelpartci in Baden-Baden unter dem Vorsitz des Straßburger Rechtsanwalts Steiner und in Gegen-. !vart des Abgeordneten Streseniann in eine national- liberale Landespartei für Elsaß-Lothringen umgewandelt.
Ans Btakt rrnd LtHttd.
Giefjenee StndLthecrter
Gewitter.
Schauspiel von Alexander Zinn.
Alexander Zinns Schauspiel „Gewitter", das gestern, durch Gäste vom Münck>ener Hostheater aulgeführt, über die Gießener Bühne ging, hat seine Urauffülirung am Königlichen Schauspielhause in DreA)en erlebt und ist seitdem rasch beliebt geworden. Es ist die Tragödie des alternden Künstlers. Prolessor Max Birk, ein berühmter- Bmuneister (Albert Steinrück, Kgl. Bayrisck-cr Hoffchauspieler) ist esst 54 Jahre alt. Aber was hat er in den 30 Jahren, seitdein er sich als Künstler gefühlt hat, alles erlebt! Voll von Temperament bis zum Rande, gehetzt von Ehrgeiz, Schöp erwillen und Lebensgier, maßlos bis zur Ras.'.ch i r Arbeit
G i e ß e n, den 24. Juni 1918. JohanniSfest.
' (Zum 24. Jimi.)
All den zahlreichen Bräuchen, mit denen das Entzünden der Johan nisten er am Vorabend des Johannistages und dos Johannis- fest selbst verknüpft sind, hat das Volk in allen Gegenden Deutschlands stets mit besonderer Zähigkeit sestgechrlten. In früherer Zeit mite die Sitte der Sonnewvendfeier auch in den Großstädten l>ei- misch. Manchmal haben auch Fürsten mit den Bürgern die Lodernden Feuer umtanzt. Die großstädtische Entlvicklung hat aber auch diese Bräuche allntählich verdrängt Nitd auss Land verwiese», wo sie mxf) immer in den mMnigsachsten Formen beobachtet werden. Vielfach ist es gebräuchlich, die Kliaben vorher mit einem gestutzten Baum umher?.iehen und in gesprochenen oder gesmrgeneil Versen für das Johamrisseuer sammeln zu lassen. Dabei wird alles mög- lkche Brennmaterial gesammelt, Holz und Stroh, Latten nnd Kübel, Besen und Teerttmn.en, Späne nnd Werg. Jii Jena und Umgebimg, wo die Lust an der Johannissei er auch in der städttschnr Bevölkerung nock) rüge ist, wachen die Kinder eisersückstig darüber, daß jedes nur in seinem Siadtvi.ertel sammelt, imd daher sind Prügeleien
u-rd Genuß, ist er durck-s Leben gerast, nur an sich ,eloer, seine Künste seine tsZegierde denleud, ein „ungehe,irer Egoist" .großattig
freigebig, wemi es die Gelegenheit gab, aber zu anderen Malen
brutal über alle Widerstände hiwvegschreitend und, wßstn es ihm so geffel, aller sittlick>eu Bedenken sich entschlagend. Tie Frauen, bic feinen Weg gekreuzt haben, hat er, toenn er es vermochte, rücksichtslos seinem Willen gebeugt. Aber Mich, tvenn sie, die er nach seiner Att ^waltsam an sich riß, ihn hassen wollten, lwbm sie ihn doch lieben müssen. Da ist Maria, die einzige, die er wirklich geliebt hat; sie ist mit ihm verl-eiratet geioesen und l-at ihm einen Sohn geboren. Sie war im Charakter sein volles Gegenteil: voll lauterer Hingebung, sauber und b. herrscht in jeder Empsiiiduug, eine fromme, vornehme Natur, eine fromme Christin, für ihn eine Anklage in jedem Blick. Nrtt ihr ist eS gelungm, sich zur rechten Zeit üt: ihm zu trennen. Das fft nun sckwn lange her .Maria ist, wenn der Vorhang aufgeht, längst ge-loroen: die Hoffnung, einst werde er zu ihr heim kehren, hat sie bis zuletzt bewahrt. Ihr Sohn, jetzt erwachsen, tritt im Schauspiel aui (Gert Benosski), das Abbild seiner iRutler, ernst, milde, gerecht, den der Vater, herzlos omug, kalt abznweisen versucht, der sich ober, im geheunZi. d. - ec lwtemd und verstehend und stolz auf seine .fttmst, nicht zurüct,toßen läßt und ihn zum Schluffe zur Liebe für die nie verdiene Mutter zurückfühtt. Während Marias Person also im
Hintergründe bleibt, treten zwei Frauen gestalten in helleres Licht, welche die dämonisck)e Anziehurrgskrafl Bilks auf J-rmienherzen darstellen: die derbere imb leidenschaftlichere Franziska (Else Wedel), die mit ihrem Haß gegen den Zerstörer ihres Lebens den größten Teil der Handlung des Schauspiels in Bewegung setzt, die ihn mit wütender Rachgier verfolgt und ihn doch 'im letzten Grutide niemals aufgehört hat zu lieben. Neben ihr die edlere und reinere Agnes (M<vgda Lena), auch sie von ihm zerstött, die sich von ihm abwendeu möchte und doch mcht von ihm lassen kann.
Das Sckxmspiel zeigt den Nieoerbruch und schließlich die Nm- kehr des seiner Anlage und seinen Leistungen nach großartigen Mannes. Wie Dmmer uiid Blitz — daher der Name des Stückes „(öewitter" — prasseln die Sckstcksasssckiläge auf ihn los. Der
1 erObeiitt, von Franziska gerufen, und klagt stumm alte S «ud büi ihm «in; mirg er ihm unsanft die Türe weisen, eil, h j ;‘i Ä oleibi i feiiter Sfee Der jüngere, treue Mit- «rbeiter ^Ferdinand Alten). Birk vvelleicht ebenbüttig, mit dem er so manches Jahr zusammen geschasst i>at, kündigt ihm, über so vl'l Herzlosigkeit e- i-.-rt, ‘urIxi; und Freundschaft: nnd auch ^bgnos, »eine letzte Geliebte, die seinem Herzen wirklich nahe steht und ihn im ltulen an Marm eciimect, will ihn vecta,jen. Zugteiu) aber gewinnt nicht er, sondern der Jüngere den Preis und die Amvartsck-aft eines großen Baus, woraus Birk selber sick>er ge- rcckmet hatte. Da bricht er zusammen. Ein Schlaqslnß setzt ieiucm Wirken für immer ein Ende. Nun l-eißt es: entsagen. Jetzt aber zeigt sich, wie stark die Bcmde sind, mit denen diese Krastnatur alle, die in seine Kreise kainen, an sich gefesselt hat. Die eben im Begriffe standen, ihm ben Rücken zu kehren, jetzt, in seinem Unglück bleiben sie bei ihm ünb vergessen alle Empffnduiigcn des Hasies und der Erbitterung. Franziska bereut die Taten ihrer )1tack>e Agnes »oird nebst seinem Sohne seine treue Pflegerin unv der glücklich Nebenbuhler wird wieder sein Freund. Aber die bedeutsamste Wandelung ist in dem Erschütterten selber gesck>eh.m - er wendet in Liebe und Reue sein Herz zu der ed.'lften der F-raueii zuruck, die er je gekannt hat, zu der längst entschlafenen Maria; er wird dort wohnen, wo sie geweilt hat. Das „Gewitter" hat ihn zerschlagen und gereinigt.
Das Drama ist sicherlich ein Stück voll von echtem Theaterblut. Ome, ganze Fülle fesselnder Gestalten und Vorgänge werden vor- «geführt. Taboi folgen Schlag auf Schlag aufeinander, so daß der Zuschauer keinen Augenblick loskommt. Wenn das Ganze aber dennpck> keinen voll befriedigenden Enrdruck macht, so liegt das! erstens darmi, daß ihm trotz aller weise angebra!-.hten „Perzahnungen" die svünschenswerte Einhettlichteit fehlt: Ter Umschtvung ist auf zwei verschiedene Grimt>?notive, die rasende Eifersucht Franziskas und ihre Machenschäften und zugleich auf das Mißlingen der Preisbewerbung aufgebaut, lind auch die Tarstellmrg des seelischen Umschtvuiigs des Baumeisters ist nicht ohne Einwand. Demi daß ein el-emals kraffvoller Mciisch, den ein Schlagslnß jäh nieder- getvorfen hat, sich in seiner jammervollen Schwäche zu reinereil und edleren Gedanken wendet, das mag menschlich genug sein imd airck^ die es erleben, versöh-uen, ist aber, weil es atlzumenschlich ist, kein! wckhrhast künstlerisch's Msotiv. Auf hölrerer Stufe würde das Kunstwerk stehen, wenn es uns zeigeii könnte, wie der Mann, ohne Krankheit, rein aus seinem inneren Erleben hercms, das Verfehlt« seines bisherigen Lebens erkennt. Ter Dichiter hat sich hier also! ein Ziel gesteckt, für das, wie es sck-eint, seine Gestaltungskraft noch nicht völlig zure,chtc. Immerhin, es ist ein sehr ernsthaftes Streben^ das sich in diesem geistreichen Schauspiel ausspricht. Am höckissen steht es im ersten Akt. wo es den Baumeister ans der Hölle seinep Kraft und Menschenniißhaiidlung zeigt, wobei es der Dichter an leisen Spuren des Medergangs nicht hat sehlM lassen.
Die AufNlhrilng des gestrigen Abends durch die Müncheiiev Gäste bot so Vollendetes, lvie wir Gicßelier cS nattlrgemaß nnü
»I, ffw» tv.iv» fR? i.,».- .. ... » (. rtl_r. r. _ . f i fi...
selten zu^ehen lbekoinnien. 'Es !var einHahwr'Genu'ßH"u beö'bachteiH cs imtcr Albert S t e i n r ü ck s rstfftäud-
ivie die Worte des Dichters IM muvu Lu»mu» uisvoller Spielleitung Leben und Farbe erhiclle.i. Besonders nürd Steinrücks Spiel selber den Zuschauer noch lange im Gedäckü- nis blkibeii. Auch die übrigen Schcuispielec kamen ihren Ausgaben vorttesslich nach. Wir heben besonders l)ervor die beiden Damen und das kleine Kabinettstück eines jovialen „BcuUömen" (?llbett Florath), den Assisteittcn Berginann würden wir uns nicht so lauernd, sondern herzlicher, als einen Allen, genrütvvürn Mrn> sck-en gedacht haben. L-V»-.


