sWlfdjni dar Knaben von Jena und Wenigemena auf der Saale- vrücke nichts Selteircs. An anderen Orten stürv das «sammeln dadurch überflüssig, das; die Gemeinde nach altem Herkonrmcn das für die Feiler erforderliche Holz aii 3 ihnen: eigenen Walde liefert, was z. B. besonders häufig im Oberelsaß geschieht. In manchen Dörfern des westsälisck>cn Kreises Marburg werden in der Johannis- nacht auch Kerzen auf den Kirchhöfen angezündet. Trotz der Verschiedenheit der Bräuche gib: es auch manches Gemeinschaftliche, tz z-. B. lierrscht ülierall der Glaube v-w, daß man sich durch das Springen durchs Joharmisieuer von Kranshit und kranke:: Stosseil reinige. Besonders vor Fieber und Behexung soll mcn: hierdurch wähnend des laufendst Jahres geschlitzt sein. Häufig wirst man Mich Bckssuß, Rittersporn und andere Kräuter in das Feuer, da mit Linken auch die Gebrechen desjenigen, der sie hLnernwiri't, verbrennen sollen. Im böhmischen Niescngebrrge steckt man Fackelstummeln, sog. ^Statzeln" i\\\ die Felder, damit Getreide, Karwssttn und Flachs besser gadeilien. In anderen Ge^nden wiederum sollen die Fclier den bösen Hagel abwehren. Noch vor nickt allzu langer Zeit pflegte man aus diesen, Grunde in Hessen-Nassau ein mit Stroh umwickeltes Nad, das sogenannte Hagelrad, am Johiunisabend brennend ins Tal hruabzuwälzen. In Ostpreußen schützen sich die abergläubischen Leute, gegen die Hippen durch ein mef Türen oder Fensterladen mit Teer oder -kreide gemaltes Kreuz. Natt'irlich sind auch Tanzen und Trinken für eine regelrechte Johannisseier unerläßlich. Eine eigenartige Feier ivar früher in Passin bei Bützow in Mecklenburg üblich. Die dortigen Pferdejuirgen zogen am Johannistage in, Sonntagsstaat mit Blumen nno Bändern von Hans -u Haus und ttugen eine gereimte Bitte um Grbeni vlor. Dabei tragen sie an einer Stange einen großen Kessel, in den die Frauen Milch gossen, außerdem spendete man ihnen Eier, Wurst und andere heute, märchenhafte.Herrlichkeiten. Der Festwirt mußte Brot, Bier und Branntwein spenden, nick den Abschluß machte natürlich eine übermütige Tanzmusik. In Thüringen sammeln noch heute die Knaben vor Johannis Geld für die Musikanten dessFvhannistagcs ein, und auf ihrem Rundaang tragen sie an einer Stange einen kwnenförmigen Kranz mit allerlei buweM FlittersckMuck. Auch die Jolzannesfestfittil gehen auf germanische und heidnische Brwiche zurück, die ihnen aus dem Lande bewahrte Treue aber erklärt sich in der .Hauptfach.' daraus, daß nnut in Anknüpfung an die Reste alter Opfergebräinb^ die Gesundhät der Familie und den Erfolg der Arbeit sicherzustellen sucht.
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** Am tl iche P ers onal n a ch richt en. Der Großherzog empfing zum Vortrag: den Staatsministtr Dr. von Ewald, den General-Adjutanten General der Kavallerie von Lahn, den Kabineltssekretär Dr. v. ELff, außerdem den k. u. t Oberstleutnant Schulhofs, den Kirchenrat Benemann, den Oberlehrer Dr. Deggau und den Hofopernsänger Joses Mann. — Der Großherzog hat am 22. Juni 1918 den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Zwingenberg Anltsgerichtsrat Dr. Theodor Jäger zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Amtsgerichtsrat Hermann Scotti zum Obcramtsrichter bei dem Amtsgericht Hirschhorn und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ofsenbach Amtsgerichtsrat Dr. Georg Schmuttermaier zum Amtsrichter bei dent Amtsgericht Darmstadt I ernannt.
** Auszeichnnung. Dem Unteroffizier Ernst Fackiner wurde das Eiserne Kreuz 1 . Klasse verliehen. Er ist bereits Inhaber des Eis. Kr. 2. Kl., der Hess. Tapferkeitsmedaille und des Hanseatenkreuzes.
** Beförderung. Gefreiter Heinrich Becker von hier wurde zum Unteroffizier befördert.
_ ** Arber tsj ubil äu m. Der bei der Firma Gg. Heinr.
Schirmer, Zigarven-Fabriken, beschäftigte Arbeiter August Roden hausen sieht aus eine 40jährige Tätigkeit bei dieser Firma zurück. Die Firma bedachte den Inhaber mit einem reichen Geldgeschenk.
**Hindenbur g-W ett kamp f. Am Samstag nachmittag fand auf der Hardt der diesjährige Wettkampf um den H i n d e n - burg-Schild zwischen den hiesigen Schulen statt, an dem Schüler der Oberrealschule, des Realgymnasiums und des Gymnasiums sich beteiligten. Der Schild, der schon einmal in dem Besitz jeder dieser Schulen gewesen war, fiel diesmal wieder an die Ober real schule, die ihn mit 1419 Punkten errang. Die durchschnittlick)e Gesamtleistung betrug 55V- Punkte. Die beste Leistung unter allen Schülern wies August Walter (Gymnasium) mit 90 Punkten auf. Die besten Leistungen für die einzelnen Stufen waren folgende: Oberstufe (über 16 Jahre, Durchschnitt 56V, Punkte): August Walter (Gymnasium) 90 Punkte, Wilhelm Fiscl>er (O.-R.) 76 Punkte. Mittelstufe (14—16 Jahre, Durchschnitt 53% Punkte): Fritz Sopv lR.-G.) 87 P., Theo Eck iGymn.) 82 P. Unterstufe (unter 14 Jahre, Durchschnitt 56 P.): Wilhelm Seipp (O.-R.) 88 P., Sigurd Lange (Gymn.)- 86 P. Sobald der Schild von einer Schule zum dritten Male erkämpft wird, geht er in den dauernden Besitz dieser Schule über.
** Schleichhändler. Nachdem es vor einigen Tagen der hiesigen Polizei gelungen war, an dem Bahnhof einen Schließkorb mit frisch geschlachleiem Rindfleisch anzuhalten, der von Lich kam und für ein hiesiges Hotel bestimmt war, konnten am Samstag früh um 4 Uhr Schleichhändler aus Cöln abgefaßt werden, in deren Belitz man drei Schließkörbe mit ebenfalls frisch geschlachtetem Rindfleisch vorfand.
** Freibank Bdvrgen, 25. Juni, 2 Uhr mittags, von Nr. 121 — 250.
** Br utei e r. Vielen Landwirten ist es noch unbekannt, daß zur Veräußerung von Bruteiern die Erlaubnis des Kommunalverbandes notwendig ist und daß die Abgabe und der Erwerb von Bruteiern nur aus Grund eines Bezugscheines erfolgen darf. Die Ausstellung des Bezugscheines erfolgt auf Eintrag des Käufers kostenlosdurch die Großh. Bürgermeisterei seines Wohnorts.
** Verein für Luftfahrt, Gießen. Der am 14. Jum in der neuen Aula verunstaltete vaterländische Abend hat ein sehr erfreuliches Ergebnis gehabt. Dank dein Entgegenkommen aller Beteiligten sind die Unkosten gering gewesen, so daß der Ludendorfs- Spercke als Reinertrag 1029 Mark zugeführt werden konnten.
** Lichtbildervortrag. Der erste der drei Vorträge rum Besten des Kunftwifferrfch ittichen Instituts findet Dienstug den 25. Jum, aoends 8 1 /, Uhr, statt. Näheres im Anzeigenteil.
-** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Tie Lichtspieloper »Martha", dre leider nur noch heute zur Aufführung gelangt isielie Lynzerge), ist zweifellos ein Werk, das das Lkino in seiner künstlerischen Bewertung bedeutend hebt. Nicht nur, daß die Illusion durch das Spiel auf dem Film und den Gesang der verdeckt stehenden Sänger wesentlich gesteigert ist, nein, auch die Wirkuir- einer solch abgerun deren, einheitlichen Vorstellung ist eine ganz andere. Aus diesem Wege geht das Kino zweifellos einer gewisser: Vervollkommnung entgegen, die sehr zu begrüßen wäre, besonders, wenn tue volksbildender: ^lesichtspuntte in der Bearbeitung der Stoffe nicht aus dem Auge gelassen werden.
Kreis Kriedöerg.
-- Friebberg ,24. Juni. Die Kurgäste tum Bad-Nauheim liegen ir: ihrer Mehrzahl morgens der vvrgeschricbenen .Kur ob und Nachmittags Hamstern sie auf i>en umliegenden Ortschafterl. Die mit hohen un bM Preisen erkauften Lebensmittel verschicken sie dann an \JW Angehörige:: in der Heimat. Dieser Unsilg hat in den letzten Wochen erneu solchen gewüria«: Umsang angenommen, daß eine pobz.7:lttye Durchsuchung der in Bad-Nauheim aufgege- benen Poitpab'te angeordnet werde» mußte, nobei u
Hcrirptergip
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in gezahltes
„ . a . ftfjfoffjwt&Kumg imterffel. Die Folge dieser »Postsperre :n Bao-Nauherm ist mm. daß die Kurgäste ihre ge- va mj bette u -Waren n:cht mehr in Nau Herrn auf die Post geben, sondern sic dem Frredoerger Postamt zur Weiterbeförderung anver- trauei:. Hier Hai ruwlgebesien das Postpaketamt eine Arbeit zu bewaltcgeu, die iwjncr größeren. Unchmg amü-rnnt. Die Vlw-
fcilü ' 11 Bevölkerung mirt> durch die rücksickftslose
jbamsteve: der Kurgchüe immer schioieriger. ' 1 1
= Bad-Nauheim, 24. Juni. Im Einvernehmen mit
dem Gvoßh. Hessisck-m Ministerien bat das Kreisamt zu Fricd- berg de:: ÄUsentl-alt für Ottsfmnde in Bad-Ncrul-cim auf längstens 4 Wocl>en beschränkt. Kurbedürftige Gäste, die in ärztlick-er Behandlung stel/en, -werden von dieser Einschcänku:^ vorerst nicht betroffen. Tie Bewrdinmrg tritt am 10. Jicki in Koaft.
Y Butzbach, 24. Juni. Am Samstag besichtigte die Großherzogin von Hessen mit Gefolge die hiesigen Reservelazaretta Hessischer Hof, Turnhalle, Schuie Langgasse und Taumishotel. Um V 26 Uhr ttat die Gvoßherzogin die Weiterreise nach Niederweisel und von da nach Lich an.
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Die Geld- und Silberonfoufsjtefle
in den Räumen der Sezirkssparkasse Eieszen ist morgen nachmittag von 3 bis » Uhr geöffnet!
Reichskonferenz der deutschen Eaftstätten.
-- Frankfurt a. M., 24. Juni.
Im Bürgersaal des Frankfurter Rathauses fand an: 22. Juni eine überaus stark besuchte Reichskonserenz der deutschen Gaststätten, Badcverwaltungen, Sanatorien, Fremdenheime und sonstiger beteiligter Berussgruppen statt.
Auf Einladung, der Kriegs,'chntzstelle des Hansa-Bundes in Frankfurt a. M. !vare» Geh. Ovecregierungsrat von Eynern vom KriegserNLhrvngsamt, die Vertreter des preußischen Handels- ministeriums und des Kriegsminisleriums, Vertreter zahlreicher süddeutscher und thüringischer bundcsstaatlickier Ministerien, mehre.e stellvertretende Än:eralkomma»dos, .Kriegsämter und Kriegswirtschaftsämter sowie el:va 50 Oberbürgermeister und Magiftratsvertreter großer deutsck-er Städte ersctsienen: ebenso waren der Deutsche Handelstag, eine große Reihe von Handcls- und H<u:dwerkskammern, Vertreter der Parlamente und etwa 100 Fack-organisatiouen mit rund 500 Teilnehmern aus allen Teiler: des Reiches anwesend.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Versammlung, Bankier M. Hohcnemser (Frankfurt a. M.) schilderte Generalsekretär R. Baum (Frankfurt a. M.) den Werdegang der Konferenz, welche ihren Ausgangspunkt in den drückenden Bundesrats- bestimmungen betr. Schleichhandel und Fremdenvcrkehrsbeschrän- kung habe.
Als erster Referent führte Stadtverordneter G o l l (Frankfurt a. M.) aus, daß der heutige Zustand der Verpflegung in Gaststätten ein unhaltbarer Zustand sei. Tausende von Menschen, die heute gezwungen siiü>. zu reisen, erhalten aus Grund ihrer rechtmäßigen Lebensmittelkarten eine entsprechende Ver- pslegung in den Hotels und Gaststätte::. Wenn aber der t^stwirt von seiner Behörde für diese Karten die Lebensmittel will, dann bekommt er zur Antwort, daß nicht genügeiü) vorhanden sei. Da gibt es nur zwei Wege zur Lösung. Entweder hat die Regierung den Mut, zu sagen, daß die öffentlichen 0>astftätten nicht mehr aufrecht erhalte: werden können, dann muß sie bestimmen, daß jeder, der aus die Reise geht, sich die Lebcnsnnttel von seinem Wohnort mitnimmt, oder sie muß die Gaststätten ausreichend beliefern.
Herr Oskar Sommer (Franksiltt a. M.) glaubt, daß die Annahme des bekannten Antrags Rösickc eine Verbesserung der Ernahrungsverhältnisse herbeifühjSk:: wird.
Herr Tr. Busch, Direktor Frankfurter siatistisck)en Amtes, tritt für die Einfülwung einer R e i chs ga st h a u s m a r k e ein und bespricht die hiergegen erhobenen Bedenken. Entweder soll die Marke allgeinein für das Reich eingesührt tverden oder, was vielleickü noch besser sein dürfte, die einzelnen Komnumalverbände sollen -das Rocht zur Einführung erhalten.
Sanitätsrat Tr. Pariser (Homburg) beleuchtet die Ver- lhältnisse in den beut schm Badeorten und Sanatorien. Die Mehrbelieferung der Kuwrte von 2 Prozent ist :cngenügend, sie müßte mindestens 10—12 Prozent betrage::. Tic Badeorte muss en als die Lazarette der Zivilbevölkerung betrachtet werden und nicht als die«Wucherer, sondern als die .HöchstbeTouchrrten. Wir sind auf den Sch'eichi-andel angewiesen und stehen daher vor der Mtenraiive: wirtschaftlicher Ruin oder bürgerliche E::t ehrung, wenn die Bestimmungen des Schleichhandelsgefetzes nicht geändert werden. Dir Diskussion eröffnete Geh. Oberregiernngsrat von Eynern vom Kriegsernähnnigscmtt, der einen Ueberblick über die allgemeine Lage gab, der keineswegs erfreulich ist. Der Schleichhandel sei gerade der Grund, warum zu iremsj Lebecis- mittel erfaßt werden können. Die Gaststätten könnten von trau Sch e ichhandels-Bestimmungen nickt ausgenvmmei: werden, wenn nicht das ganze Gesetz hinfällig werden fott. «Widerspruchs Es geht auch nicht an, den Gastlwusen: größere Zuwendungen zu machen, denn sie würden: der Acklgemev:hcit entzöge::. Man darf nicht vergessen, das; heute dic Besserbemiltelten in großem Mnß? die Hotels und 0>asthcrnser füllen, weil die Ration nick: aus- retyfi. Leute, die es sich teifben können, essen eben wochmtlich nvehrnrals auswärts. (Sdl-r richtig!) Es muß unbedingt dsi' Doppelversorgung durch die Gasthausmarke verhindert wer^ de::. Es ist aber zu lv'ürchten, daß die Abgabe der Gasthausmarke teilweise von der Höhe des Trinkgeldes abhängig ist. Den Gästen, denen seither das gute Leben als Hmrptzweck der Reise vor Augen geschvebt hat, mutz heute der Wirt ein non possumus eptgegeu- halten. Die Reisewut muß eingeschräntt werden zu Gunsten des Teiles der Bevölkerung, der wirklich krank und erholungsbedürftig, ist. Viele wissen noch nicht, wie schön es zu Hause ist. (Heiterkeit.)
Der sroie fHandcl hat, das sage ich jedem ins Gesicht, in diesen: Kriege versagt, wie nur irgend etwas versagt haben kann. Als wir zu Beginn des Krieges noch im Ueberfluß schwannnen, war nichts riu bekommen.. Das gilt für das Getreide, für bic Kartoffeln und il'jc das Vieh. Wir ständen heute vor dem absoluten Nichts, wenn Ufte dci: freien Handel beibehalten hätten, und deswegen wird sich in Deutschland im vierten Kriegsjahr kein Staatsmann finden, der zum freien Handel zurürkkchrt. Wem: wir die Schichnmuerrr niederreißen, daun geht es uns, wie es jetzt de': Oestec'reichern geht. WA hoffe::, daß uns bald die Befreiimg kommt, bis dahin schützen Sie uns vor ungerechten Angriffe::. (Beifall.)
Herr Tr. Wörner als Vertreter des Bayrischm Staats- ministeriums des Innern erklärt, daß sich Badern nie geioeigert habe, seine Berpstichttmgei: gegenüber dem Reich zu erfülle::. Die Vorwürfe gegen Bayern muss«: mit Entschiedenheit zurückgciviesen werden. Der :merlaubte Auskauf muß verhindert werden, damit die Kvmm::nalverbä::de ihren Verpflichtungen Nachkommen körmen.
Herr H o y e r (Köln) .als Vorsitzender des Verbandes der Hotelbesitzer Deutschlands glaubt, daß der Vertreter des KriegsernähnrnssamteS sich nicht genügend in die Materie vertieft hot. Warum fwlm: lediglich die Berliner Hotelbesitzev größere Zuweisungen erhalten?
Direktor Schumacher (Leipzig) (Bund deutscher Verkehrs vereine) fordert für die Lebensunttelbelieser'.mg Gltsichst'cllwlg der Ortseingesessenen mit den Ortsfremden, stärkere Juwcksimg van Nährmitteln und 20pv-ozentt'ge Fleisck)izulage für Gasthäuser. Tie Einführung von Gastl-ausmarke:: sei so lange wertlos, solange der Gastwirt nick:' die entsprechmde Fleischmenge dafür erhalte.
Magistrotsrat Dr. Erich Simm (Berlin) warnt ebenfalls vor der Einführung einer Reüchsgasthausmarke, die nur eine neue Beunruhigung in das Gastwirtsgewerbe bringe.
Verkehrsdirektor Weber (Kassel) besürivortet einen Sach- ver st ändigen -Aus schu ß beim K ieg:en:ähnk:gsgmt.
Herr Baum vom Hansabund betont, daß es nicht damit getan ist, immer wieder auf die knappen Vorräte hlu^uweisev. Er
vermißt einen Lichtpunkt, den die Vertreter des (Gaststättengerver-
bes mit nach Hause nehmen können. T-er Ruin des Gastwirtgeiverbes würde eine schwere Erschütterung des deutschen WirtschaftslebenL herbeiführen. (Beifall.)
Stadtvevordneter Gol l (Frankfurt a. M.) bittet durch ieit Verlauf der Versammlung sich nicht zum Pessimismus hinreißen zu lassen. Wir wollen keine Bevorzugung, aber wir wollen von dem Zucksthansparagraphen befreit werden, denn wir sind nicht für die Zustände verantwortlich zu mache::, die heute bestehen. Man .darf von dem Gastwirt nichts Unmögliches verlangen. Leider ist der Vertreter des Kriegsernührungsamtes aus den Hauptpunkt nicht eingegangen, der darin liegt, daß der <^ast- wirt für die abgelieferten auswärtigen Fleftchniarkei: fast nichts bekomntt. Dann soll man doch auch von der Regieruugsseite den Mut haben, das Essen in den Gasthäusern zu verbieten. Die Schleichversorgung der Privctthausl)alte ist erlaubt, warum stempelt man den Gastwitt, der Schleichhandelsware an Gäste abgibt, zum Verbrecher? Wir verlangen dringend, daß diese Bestimmung geändert wird. (Lebhafter Beifall.)
Der Vorsitzende des Franksutter Gastwittevereins, Herr Schreiber, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Anregungen, die die Konferenz brachte, bei den maßgebenden Stellen auf fruchtbaren Boden fallen möchten.
Zum Schlüsse fand ein Antrag Strauß auf Gründung eines Sachverständigen-Ausschusses einstimmige Annahme: Herr Hoyer (Köln) übernahm den vorläuftgen Vorsitz dieses Ausschusses.
Mit Watten des Dankes schloß hieraus Herr Hohenemser die Tagung.
vermischtes
-- Bad-Brückenau, 22. Juni. Die Krvnpttnzefsrn des D^eutschen Reiches und von Preußen ist heute zu mehrwöchigem Kuraufenthalt im Kgl. bayttschxn Mineralbad Bad-Bruckeuau ein- getroffen und hat in den Kgl. Kurhäusern Wohirung ge::ommen.
Chicago, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.; Reuter. Be: Hammond in Jndiania emgnctc sich infolge eines Zusammenstoßes ein schweres Eisenbahnunglück. Nach d-m ersten Nach richten wurden zahlreiche Personen getötet und verwundet. Vie. Waggons wurden -ettrü:nmett.
Aus dem Ernchrungsausschuh des Reichstags.
Berlin, 22. Juni (WTB. Nichtamtlich.) Ter Ernähr rungsaus schuß des Reichstags befaßte sich am Samstag zunächst mit der Getreibenotlage in Oesterreich und ihrer Ab- bilje. .Hierzu führte der UnterstaatH'ekretär Tr. Müller aus: Oesterreich-Ungarn hat zur Aushilfe rn seiner gegenwättige:: außer- ordentlichen Notlage 9iahr:mgsmittel aus beit Beständen für die Zivil Versorgung Vom Kriegsernährungsamt nicht erhalten. Dagegen hat die Oberste Heeresleitung im Einvernehmen mit dem Kttegsernährungsamt lediglich aus ihren Bestünden eine verhältnismäßig^ geringe Menge 0'Ttreide geliesett. Diese Menge muß der Obersten.Heeresleftung von Oesterreich zurückgeliesert werden, so daß also eine Jnanspruch.mhme der für die Zivübevolkemmg beslimmten Menge Brotgetreide oder sonstiger Lebensmittel aus der laufenden Ernte in keiner Weise in Frage kömmt. Diese Erstattung aus der österreichischen Ernte wird voraussichtlich bald erfolgen können, weil ja di» Ernte dott in einigen Tagen einsetzt. Tie Verkürzung unserer Brotration hat mir d?n ö'"terreichiscken. Ernährungsschvierigkeitew kniäfts zu um. Sodann wurde die Flcijck>oersorgung erörtert. Hierzu erklärte der Unterstaatssekretär Tr. Müller: Eine .Vermehrung der Fleischration im gegemvättb gei: Augenblicke ist leider nicht möglich, weil durch die oermehtte Abs.chlack!ltung des Rindviehs, aus dem bei dem Schveinemangtt allein die Fleisckpersorgung erfolgt, unsere ganze Milch, wittchast und Fettversorgung, die sich in einer äußerst gewannten Lage befindet, versagen müßte. Andererseits soll eiuc Verkürzung der Fleischration bis zur Versorguw: aus der neuen Ernte mft Brot vermieden werden. Darüber, ob irach dem Beginn her neuen Ernte imd der dann wieder gegebenen vollen Bro' ration imb reichlicheren Belieferung mit Kattoss.ckn, Gemüse uno anderen Lebensmitteln vorübergehend die Fleischration entweder gett'wzt oder aber fleischlose Bocken für einzelne Teile oder bic gesamte Bevölkerung eingeführt werden sollen, schweben zur Zeit Beralmigcn. Zunächst muß das.Ergebnis der letzten Zwischenvieb zählm:g vom 1. Juni abaewatttt werden. Biiwende Beschlüsse liegen asio zur Zeit nock^ nicht vor. Zfir Zeit geschieht all?« um die ^-chveiiwzucht zu fördern.
Letzte Aachrichten.
D e rresreste ßccreileitona.
(WTB.) G rotzcs Hauptquartier. 24. Juni (Amtlick.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverärrdert.
Au der Ancre und Avre blieb die Gefechrstätigkeit tag.' über gesteigert. Am Ai^nd lebte sie auch in anderen Abschnitten der Kampffront auf. Wahrend der Nackt rege Erkundungstätigkeit.
Oestüch von Badonvillers drangen Sturmtrupps in amerikanisch-französische Gräben ein. fügten dem Feind: schwere Verlustt' zu und brachten 4tt Gesangene zurück.
Lcutilant lwet errang seinen Zl. und 32.. Oberleutnant Gokring seinen 20. und 21. Luftsieg.
Der Erste Genrralauartiermeister Ludendorff.
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Telegrarmmvvchfel zwischen .Kaiser Wilhelm und - König Ferdinand.
Berlin, 23. Juni. (WTB. Nichjttnulich Wüäßlich des Wechsels des bulgarischen Mini ste rprä si d: ii m s hat Müschen Kaiser Wilheln: und dem König Ferdinand exr. Telegrammweckiel stattgefunden. Zar Ferdinand bat dem Kaiser mitgeteilt, daß er Tr. Radoslawow, der einer der stärksten Träger des Bi'mdnisgedankens gewesen sei, nur schweren Herzeus -ans nrnerpolitischer: Gründen von seinem Posten scheide:: setze. Er brauche aber '.vöhl nicht zu versick)er::, daß burä> die Ernemnma Malinoivs zum Nachfolger Radosia:vow die Au ß e n v o l i tik Bulgariens keine AenderUng erfahre, daß diese sich auch ferneren in den Bahnen weittrb:uv^ 7 en werde, die Bßckgarien aus tnc jetzige Höhe gcsühtt mW mit der es mit Gottes HÜ je und kraft sesiies segensreichen Büuduisscs seine gerechten Ziel, zu erreichen ho sie.
Die tmtt Biersteuer in Bayern
München. 23. Jmsi. (WTB. Nichtamtliche Der neue bayerische Biersteuergesetzentwurf ist der . Mm wer der 9n*Teorbnetm zugcgangen. Er sieht, icke in der norddeutschen Drausteuergemesisichaft die Falwikatsveuer lvreckurtt awcden ist. einer: Gesamterttag aus den Einnalnneu der Biersteuern und Ucbergmrgsabgaben von 161038 292 Mark vor. Rach dem iW-ug der an die Reichskasse abzuführende:: Ausgleich^abgaben wird als Renwttrag für die ba:^risck»e Siaatskassi eine Höle von 110 420043 angenommen. Die bisherigen Reüwinnahmen im Durchschnitte der Jahre 1912 urck 1913 betrugen 35 726 506 Mark, so daß dlnsiig der sch ergebe:ü>e MLhoettr<vg aus 74.69 MÜIiomm Matt iv veranschlagen ist.
Rücktritt drs Kabinetts von S<idlrr.
Wien, 23. Juni. Ter heutige Mvristerrat bechloü du- Ge samtdeinisfwn des Kabinetts


