Der Vizepräsident des «eich-tagS Dr. Pansche in Sofia.
S^fia. 23. Mai. sWTB.) Zu Ehren des Vizepräsidenten des deutschen MeichSLagos Tr. Paasch« gab die bulgarische Gesellschaft zur Pflege der kulturellen und wirtschaftlichen Be- .Leftungen nrit Teutschlcmt» unter denl Vorsitz des Präsidenten Kallschttv ein Festessen. Unter den Anwesenden befanden sich der deutsche Gesandte Graf Oberndorfs. der Präsident der Kvmmer Watsän-u. viele anacselxne Politiker aller Portteien. Ter Minister- vväsideat und die« Miirister waven durch die gleichzeitige RücKehr LAlnser Karls nach Sofia am Erscheinen verhindert. In .stellt- schewS und Paasck>es Trinksprüchen nnrrde der Wunsch zu weiterer Festigung der Bez-teffnngen beider Völker, sich zu stetig wachsendem gvgenseitigenl Verständnis kennen zu lernen, mrsgcsprochen. Paascl>e betoittr besonders die hochwichtige Stellung Bulgariens nnLerhalb des Bierbu-nOes als Bindeglied von West nach Ost, als kraftvoller Schlitzec der Bundc^sinteressen im nahen Osten. Am Albend findet in der deutschen Gesandtschaft zu Ehren Daasches ein Essen statt, an dein der Ministerpräsident Radosla- wan ujib Pritglbcder des £»fc$ teil nehmen.
Bern, 24 Mai. ^Iourrial d'Jtaüa" meldet, daß in der Frühe des 24. März der italienische Tampser Avais im Atlantischen Ozian durch ein Tauchboot versenk t wurde.
Der Secfrfeg.
Aus dem Reiche.
Die Weinfteucr.
Berlin, 24. Mai. Der Getränkesteueraus- schust des Reichstages hat die geplante Weinsteuer entgegen der Regierungsvorlage von 20 auf 10 Prozent herabzusetzen beschlossen.
*
Leipzig, 24. Mai. (MTB.) Anläßlich des GebUrts- tages des Königs von Sachsen ist dem Barloger der ,^-eip" ziger Neuesten Nachrichten", Edgar Herfurth, der Titel und Rang als Geheimer Hofrat verliehen worden.
Nene Il-Doot-Erftssge.
Berlin, 24. Mai. (WTB. Amtlich.) An der West- küsteEnglands wurden von einem unserer U-Boote verdenkt: Die englischen Dampfer „Princeß Dagmar" (913 Brt.), „Dux" (1350 Brt.) und „Wvlicy" (6000 Brt.). Alle drei Schiffe waren mit Kohlen beladen. Im ganzen wurden tiach den neueingegangenen Meldungen der U-Boote vernichtet: 15 000 Brt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Englische Minen an der schwedischen Westküste.
Stockholm, 24. Mai. Wie hiesige Blätter melden, wurden um der schwedischen Westküste weiterhin englische Minen in wachsender Zahl aufgrsisclst. Gestern ist eine brau: forte Alk ine innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer cm» getroffen worden. Hierzu bemerll „Svenski Tadblaöe-^5 die leiste amtliche Mßtteilmrg beweise, daß eine fremde Macht innerhalb deS schwedische!: (Ztebietes ein Minenfeld gelebt l-at wü> nockr dazu .tln enrcr Tiefe von nur drei Meterm also auf eine für die Schifffahrt äußerst gefährliche Weise. lÄne größere Mißachtung der Rechte der Neutralen, um eine Von d^r britischen Admiralität kürzlich gebrauchte Wendung zu wiederholen, kann schwerlich ge-' dmyt werden, und es sct^eint uns unbedingte Pflicht der Regierung ■M feilt, mit gehöriger Eile Schwedens Interessen zu wahren.
Girre neue eualische Schwindelstattstik über Lchiffsraumvcrtuste.
London, 23. ^viai. (Reuter.) Tie Verluste an englischem, oerbüridetem urid neutralein Scft.ffsra.nm durch feindlicl-e Maß- :vahmen unv «Sa.-gefa.l/r während des Monats A.-nl 1918. verglichen mit den vorhergehenden Zertabschlritten, ißrd beule veröffenllui-! iormden. Tie britischm Verluste betragen 220 70J BRT., die der! Alliierten und Neutrale:! 84393 BRT., im ganzen 305 102j BRT. Tie entsprechenden Zahlen für März 1916 waren: britische Verluste 222 549, Verbündete und Neutrale 176 924, insgesamt 399 473 BRT. Tie entsprechenden Zahlen im April 1916: britische Verluste 555 056, Alliierte und .Neutrale 338 821, in: ganzen 893 877 BRT. Ter Schiffsraum der Dampfer von 500 BRT. und darüber, die in den .Häseic des .Vereinigten A»j-nigreichA während des April ein- und Misltejrn, betrug 7 040 309 BRT. gegen 7 295 620 im MLrz 1918. Diese Zusammenstellung umfaßt den gesamten Ueberseehandel, ebenso wie die Schiffahrt an der äÄrste U7Ü> den Kanälen des Verernigten Kömigrehchs. Tie Zahlen, die sich ans 13 Monate von April 1917 bis April 1918 erstreckten« gewähren einen befi^rdiaenden Kommentar zum Seekrieg. Tie lÄettustziffern geben die Gefamtsunüme für alle Teile des .Handels an und sichllteßm alle Seeg iahvar ein, während die Zahlen der ein- und auslaufenden Schffst nur den eigentlichen Ueber fee Handel berücksichtigen. Während die Erw und Ausfahrten im Mürz etwas größer waren als im April 1918, hat der Prozentsatz der Verluste niemals ein so niedriges Verhältnis zur Summe d»aS lleberstr- ton«ngehQltrS gezeigt im tetzten Sldoeutt.
Tos Wvlff-Äureau bemerkt dazu: Die Methode, den krititz- losen, englischen Lesern immer wieder die ZaU der ein- und ausfahrenden Schiffe vorUrführen, um su beweisen, welche aeringe Wirkung der U-BovtEciog auf Englands Handel aus übt, ist hier schon erschöpfend bloßgestelll worden.
Bernerkenswert ist in obigem Schlußsatz der Passus: „Tie Derl ustz i fern geben die Gesamtsunrn« bür alle Teile des Handels an." Hier finden wir nnederum bestätigt, was jcftnr frül-er an dieser Stelle betont worden ist. Tie Handelsschiffe, die in: Dienste der englifchm KriecBstotte und des Kricgsamtes fahre::, gehören nach amtlicher eitglischer Auffa-'ffmg nicht zur Handels- Tonnage, und weil die W«ßbnch-ahlen der Verluste sich nur auf Schiffe beziehen. die dein allgemeinen Handet xur Verfügung stehen, we ich c n sie so we it von den deutschen Der- ^ n l u n g s z i f f e r n ab, in benot selbstverständlich alle ver- senrte vandelssckiiffstvnnLge einbegriffen ist, ganr unabhängig davon, ob das betreffende Schiff Kriegs- oder Handelsgüter an Bord hatte.
Au» Stadt rinS
Gießen, den 25. Mai 1918.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzvg hat am 10. April dem Lehrer Heinrich Goth zu Mainz anläßlich seines 50jährigcn Dienftjubiläums das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des 0)roßmütigen mit der Krone verliehen.
** Oberhessischer Kunftverein. Die für die ^^un:-Ausstellung angemeldeten Kollektionen von Prof Steinhaufen, Prof. Max Fritz, Olga Hasselmann-Kurtz, und dem Münchener Aquarelllsten R. Köselitz sind eingetroffen, !o daß die Eröffnung dieser Ausstellung am 2. Juni erfolgt. Die Gicßener Kunstsammlung im neuen Schloß ist morgen Sonntag unentgeltlich zu besichtigen. Die jetzt ausgestellten Agu-avelle vor: Ritgeit, und die in: Kuchferstichikabinett befindlichen Radierungen werden nächste Woche durch andere ersetzt.
, ** Stadttheater. Am Mittwoch den 29. Mai ffndet
em Gastspiel des Großherzoglill-et: Kurtheaters Bad-Rau- heim statt. Es gelangt an diesem Tage die neue, reifende OperetteE^Drci alte Schachteln", Musik von Walter Kollo, zur Aufführung. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Werner Wossidlo Delosea, sowie die Herren Falken und Goll. Billcttvorbcstcllungen bitter man schriftlich in den Briefkasten des Stadttbcaters legen zu wollen. Der Verlauf beginnt Dienstag vormittag 10 Uhr.
** Fa. l s ch ^ Rc i chS ba u kn o te n -u 50 Mark Bff der Rnchsbaj'i.^rr lkosse va ( 9cr!in ist gegen Mttte Avril 1918 eine größere i'i ^.hs von Reichsbccnllchvn zu 50 Mar? irnt dem Datum des 1. April 1910 und mit verschiedenen Nmnntern eingelaufen. die sallch, auf den ersten Blick aber von echten Noten nur ff'te schiver iu inttr. icTTpibnt ,ind. Dns Papier der Fälscknmp-n ist dnu Gefühl nach stärker und :vcick>er als »s echter Nvtm: beim Schütteln des Blattes klrirgt es irriger. Die Ffferi: sind durch eine:: , 7 etb- lbrcmnen Auw ruck ersetzt. Die auf der Rückseite in iveiß auf dun?l<nu Grmid stellende sich vielfach wiederlivlende Umschrift- .Fünfzig Marft ble:bt mff den Falfchstücten an Sclstrrse und Bestimmtheit Irrrrter an Origiwil zurück. Mst> Vorsicht bei der Anna'hne.
- S \Ü s e l st ü efe T ü rLandfturmärzt c. Die mehr- H « 1 deutschen Ärzteschaft gcrotöerte Verleihung der lAchselstücke an landsturmpflichtigr Aerzte ist jetzt verfügt worden Damit wird ein zwar äußerliches, aber im Rahmen des mrlrtänschen Gefüges nicht gleichgültiges Abzeichen geschaffen, das die bisher vielfach unterschiedliche Bewertung -alter, m der Praxis erfahrener, aber »vgedienten Land- sturmarzte, un Gegensatz »u den aktiven, Reserve- und Land- wehr-Mtlllärärzten beseitigen dürfte.
Le i p z i g e r M e s se n. Auf die Anzeige in heutiger Nummer sei besonders verwiesen. Vertreter des MeßamteS ist Herr Karl Gült. Schmidt, Stephanstr. 29, der jede oe- wünschte Auskunft erteilst
Landkreis Utefrm.
Grüningen, 25. Mast Der Masckp-venfckflaffer Mn. Häuser wurde nnt d,'m Eisernen Kreuz 2. Masse ausgezeichnet. Häuser steht feit Tlusbruch des Krieges im Felde -.*' Dolzheim, 24. Mai. Der Ers.-Res. Ernst Engel erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Zm ^Besitz der Hessischen Tapserfotsmedallle nt er bereits.
* ~ jungen 24. Mast OJefr. Ernst Link wustoe mit dem
Heffisa-en Kriegsehoenzeichen ausgezeichnet.
^ PZu 9 Ü-' 3h Ter seit 2*U I^rhron in rufsischrr Gefangemchaft bewrdlrche Ntetervist Richard P letsch von Un ift gestern n-ohrbelMlten wieder in seiner Batcrftadt eingetrvifen Seine. Eltern hatten in den Letzten 6 Ächnoten nichts rwn ihm gehört. '
m Dernbach, 2ll Mai. Der .Komp.-Feldwebel Henirich Zvhaber des Eifer,ren Kreuzes 2. D/iffe, der Hessischen ^apferfeltsniedmlle u:ck> des Hessischen KriegsehrenFcichcns, wurde zum Offizier-Stellvertreter beförderst
St reiö Büdingen.
4r Ober-Ätockstadt, 24. Mai. Das Eiserne KreaZ erhielt der Mi^ketier Friedrich SBetmcnn. — Ranstadt. DaS. Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeüsinedailfo erhiell dev Fahrer Otto Ruppel. — Calbach. Das Eiserne Kieuz erhielL der Reservist Heirmich Grnllvn. — Eckartsborn. Zum Leutnant d. R. besöichert wurde der Lehrer Richard Be chtot d. — Wenings. Das Eiserne Krarz, früher die Hessffche Tapfer- fotSmedarlle, erhielt der Erfatzrefervist Jean Hopp. — Bi nd-- sachsen. Das KriegstehrenK^iä^n in Eisen erhielt der Ersatz- Reservist Karl Ke h m. — Mittel-Gründau. Die Hessische TapferkeitsmeLxrille erhielt der Wehrnra:m Wilhelm Euler. — DüdclSheim. Fürs Vaterland starb der üteankentrager Franß E^oy, Inhaber des Eisernen Kreuzes. — Kefenrod. Infolge säpverer Erkrankung starb der Äcusketier Wilheln: Nagest — 1 Gei ß-N idda. .Fürs Vaterland starb der Musketier Otto Reinhardt.
2i Usenborn, 24. Mai. Am Sonntag Trachmittag findet ist der elterlichen Gruft nach feierlicher Ueberführung die Beisetzung des Leuv:m:lS Lucius statt, der als dritter der Söhne des vev- storvenen hiesigen altluthcrischcn Pfarrer« Lucius im Westen den Heldentod fürs Vaterlmid farcd.
Kreis Schotten.
# Rainrod, 24. Mai. Fürs Vaterland starb der Gefreite Wilhelm M a h r, Inhaber des Eisernen Kreuzes. — Schotten. Rach [(teuerer Verwuichnng starb der Jäger Theo U s; n e r, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der .Hessischen Tapferkeitsmedarlle. Kreis Friedberg.
F r i e db e r g - F a u e r b a ch, 24. Mai. Das Eiserne Kriuz erhielt der Gefreite August Roth. — Dorheim. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeitsmedallle, erhielt der Minen- werser Wilhelm Schäfer. — Büdesheim. Das Hessisthe Sanitälskreü;, früher das Eisarne Kreuz, erhielt der Sanitäceo Heinrich Winter. — Groß-Karben. Das Eiserne Kreuz erhielt der Obergefreite Karl Kötter.
B. Z Bu tzbach, 24. Mast Ein Herr, der bis August 1914 in Butzbach tärig war, dann den Krieg vom ersten Tag an mit-' wachste iml) jetzt Konvpanieführer in einem hessischen Regiment tüh schreibt von der Erstürmung des KemmelS: „Es war eine Lnsst Lh’J! Kemme! zu stürmen. Es ist fast unastrubllch, mit welcher Be» Scisteruag, unjere Leute vvrwärtsdräugten. Lre :vare:i nicht zu hallen. Einige Minuten vor festgesetzter Zeit mußte ich die feil schuft laufe:: lassen. Terglcichen habe ich im Feldzug noch irick^ erlebt." — Möckxten doch die Mies- und Flaumacher daheim das recht aufmerksam lesen und beherzigen!
Etürkenburg und Rheinhrsfen.
& Darmstadt. 24. Mast In nächster Wache tagen an §wei aufeinanderfolgenden Tagen zwei große hessische F-anenvereinA« verbände. Am MitVvvch den 29. d. M. findet im Hotel Traube d:e 23. o dickliche M::^fv-bcrv-nffanimlimg des Hessischen Lantus aueuvereins vom A^veuz (Mi^.ffrauenverein) statt, am
folgeirdeu : ag in len kleinen Raumen des Ikummelbrän die Hcn:pt- P^r'i^nrnlUjLg vrj. Verfti'ütes der ev kirchl. Frauenvereine.
^ * Tarmstadt, 24. Mai. fM ö b e l a u s st e l l u n g.) Mit R:cck,icht au: den fortdauernd starten Tlesuch der Ausstellung im . »eiverbernufenm l>at der Landesausschuß zur ge:neinnützigen Be- Ichaifting von ^rbdein besckKossen. die Ausstellung bis z:cm 15. Juni zu verlängern. Es sollen denrnäch,t auch einige EinriclstungM! zirr Lchcm gestellt 'verden, die an sich durchaus geichinackvoll, ab« doch )o einfach iTcarbntrt sind, daß sie das billigste darskellen. was unter den herrtigen Verhältnissen er:>rupt geboten kverden kann. Der Lbusschuß hat sich durch Verrräae die Lieferung einer «Deutender: Anzahl vcor Wopnungsestirichllmgen gesichert und «gft deutet den ersten Bedarf in, Lande lxffriedigen m können.
Offenbe. ch. 24. Ndast Gestern nachmittag wollte der Kud, sch^r des Spediteurs Hoßmann aus Sachsezihausen in der NLba der Gerbermühte die «ar seinem, Wagen befindlichen Pterde risst 15 000 Mark) tränten und firhr, irnbegreiflicherweist ohne dre Werde vorher auszuspttnnrm, r'n den Ria in. Als er zum: Heraus stiftre:: umTvendcri wollte, versank der Wagen in den und zog drc beiden Pferde mit sich Der ZLllscher ardellet-c mtt Lstüh und Vhoi herttus, während bk Pferde cctranten. f£).
Hrfsen.Nassau.
«jr Dillrubvrg. 24. Mai. Unser Nansen mietete
>*v der sttt L^-ber v. I. verwlgte fachrLuflüchtche Fr. ZLlch au- L»'mbach ci-xtk hiesigen Wi 2 ve rm. In ?1dwesenheit per Wirm: stahl er 1700 Diark >^1d und Kleidungsstücke des verstoß ftmen Mannes. Die Frau kehrte früher zurück. bea:e:kte den Dieb^ Itehl und veranlagte noch rechtzeitig die Deihaftung Ter Gauner hatte «is Geld in: Hvfoiboden eingenäht, etim 92 ML fehlten.
Ja. M., 24. Mai Der Mitelrhernische Dev- band Evang. Arbeiterveceiue hielt kürzlich hier seine Delegiertewi 'verfammllrng ab. Nach ernenr Ben äst ibOer die Verbandskasse und Verba:rdsfkttdekasse, durck» Hoffnmm-'Löchst, berichtete Finger-5)öchft ülvr die gcmeimiützigc Volksversicherung, die eine bedeutende (Sm* uRcklung erfahren hat. Sekretär Laustr-Darinstadt lx-richtete über den Sekretärcursus in Erficrt. Bernu'lmung des tglrederbeftvndes, 'tlusbcm der Sekretariate, mit Grürrdmrg eirves Generalstn-e- ttriates und Vereinheitlichung des Pressewesens waren die Grund-« fragen, die «z-ur Verhandlung standen. Der Antrag Darmstadt, die Verbamdssatzunge:: gn ändern und den Vorstand durch Anwahl cnrs anüer-en Vc t l«ndsvereinen außer bem Vorort xu vergrößern.
Mit 5. m. YUfsrriegsfchiff „Gietzen" in Finnland.
Der nacb olgende. an seine Angehörigen gerichtete Brie? oes Assistenzarztes d. Res. Tr. Koester aus Atzbach der an Bvrd des Hilfskriezsschiffs „ssneßen" mc FnuilMrd-Unternehmnna mitmaäste, wcrd auch be: ernenn größeren Leserkreffc sicher außcrordMit- üches Interesse finden.
S. M. Hilsskriegsschiff „Gießen", 26. 4. 18.
Liebe Eltern!
Mschluß und siemfochm Ende somlagen v« rNNmanv-Umenrehmimg rvill ich Euch einen genauen Bericht geben:
Am 23 2. wurde ich von einem Kreilzer zu einem Sondern kommando kommarldrert. Groß war meine Freude, als ich den .'.mnen des Schiffes erfuhr. L M. HÜfskriegsschiff „Gießen", wo ich -.och so viele persönl-.che Beziegunaen durch meine Scyulzeit f'll dem Gymnchrum und dam: der llinversüät m Gießen habe oehört dem Norddeutsch?,! Llvpd. Als :ch in einer Hafenstadt der Nordsee an Bord kam. :var alles in größter Tätig- Munition, Material aller Waffengattuilgen wurden ubergenommen. Balv tour das Schiff seeklar und eS sickert das Ziel unterer Unternehmung durch: Aalandsmseln. Finnlmrd. -i m afra {^ ous der oftlicheu Ostsee und hätte nicht geglaubt, ?reuud dort wteder cmftreren wurde, wo ich vorher negsschiff gefahren In Kiel wurde die lltzte ^usrüiwnsi an Bord genommen, und daun fuhren wir als einziges Hlliskriegsschiff und Transpviier auS AHcI ans. Unter*
^ >crun wir eine wunderschöne bcttten. Dicke F elder ::«ren zu durächrechen. teils locker, Tndllch^<un .> o. nachmittags waren wir n£>*r westlich,ten der größeren Aalandsinicln Auf
J! cc ^ ini l ^„ 10 lagen loCI, lagen zwei schioedische Kriegsschiffe, ^ugekonlmen waren zum Schutz vor den roten Gar- disten. Mit dem ersten SeebcsehlShaber der Schrveden nmrden die nöNgen^Berrinbarungen getrofß-n und die dlbficht unseres »oirk- 'amen --chntzes Nargelegt. Am andern Morgen ffüh :vurde m:s den:
Jtau3 mc deu.» ■ lr.ggr gc hrßt. und es begann die Aus* 'Älnwg des Materials usw. -ch fjabe oben gejagt
„.Jteeo« JÜ03 gIil.nh mu ä^tcht. Denn wie einfach und groß- arttg ,:ch dre regelte davon macht man sich keinen
Man glaubte nicht an Bord, sonden: auf einer Reede m ir c ungefähr 1 Kilomeler vom Land enlfernt in der Nach'E«-, unserer „d:c?en Schiffe" mitten im Eis drin, in festem Gis Da, fyattn 'V j rrviitergclasfen, und mau ging an
L’' ‘ } 'A aiL / L ' c iT ^ "nd harte festen Booen unter
den Futzen. So gestaltete sich das Löschen denkbar eircfach. Alle
Lasten, die schrversten. wurden einfach durch die Ladebäume aus das E:s gesetzt. H:er standen Schlitten, die in schrfettstem Tempo alle a,' ^aiid brachten. Waren es zuerst nur wenige, so standau bald größter Zahl Mr Verfügung: denn bald nach unserem Ecntrmeu kam zu unserem Führer eine Abordmmg der Bewohner Ken Dank auHuspreä^n für die Hilfe aus der Gefahr der Rotem -anr schlumm Manifeste an, daß wir zum Scüutz gekommen, nichts von den Bewohnern wollten, auch keine bleibende Stätte uns hier gründen, sondern nur im Interesse des Landes seine Leute schützen wollten. Und wie wurde dies anerkannt! Man ging an Land in den Ort Storbh, — überall begeisterte Gesichter, Leuchten in den Auyen. daß Deutsche da waren! — Das Wort „Tyske" foar daS Zwecte, das jeder im Munde l-atte. Sir hatten unter den Rvfoi «»ch lehr zu leide:: gehabt. Diese setzten such zusammen aus Nichts- tuern, Mob. Die höheren Stände, wie Azbrz>te. Pfarrer, .Juristen wurden von ihiien verhaftet, nur gegen Löscgcld freigelassen oder gvDrsam hrngeschlactstct. Dabei „remurierten" sie rücksichtÄos. lebten selbst einen guten Ta^. während di- Bevölkerung Iiungerte Ber un,ere:n Erscheinen veffchwanden sie sofort: unsere Trup^n wurde:: fchleinügit an Land gefefrt und der Vormarsch begann. Bald trafeir »tc ^ul reguläre russis.che Besatzung, d. y. russisches Militär, das hier auf Abtransport gewartet hatte, nicht wach Hause konnte «re wurden ohne Waffen an^iurfeve Landungsstelle gebracht und von hier mit Scknssen nach einem Hafen des Festlandes, um die Front nach HMise entlassen zu wiwd-.'n, da lvir ja mit Rußland Frrüx-n hatten.
Aber bchd machte sich unsere Laiwmrg in anderer Weise bem er k- erschienen die ersten Flüchtlinge aus Rußland, Rentrale, E>olla:chcr. Schweizer, auch deuffche Zivilgefangene. Zu ihrem Unglück Uesen uns auch Eng'äuder und Ämeft'auer in di Hände die Hllu. mit schaoedliu^'n Schiffen de:: 9ioten zu entrinnen. Vor Gingen aber kamen deutsche Militärgesangene, die in Mo .nnnlaru» mrerniert warn: und von dort nach Haufe als
an o??' al5 Invaliden, gebracht rverden sollten: außerdem Freude herrschte, als diese zum ersten Male deutschen Boden betraten! Es loaren Ge farmene von
Anfang des Krieges darunter, ein Offizier seit 5. Mugup 1914 W:e erzählten s:e von ihren Leiden, von ihren Qualen und Reisen Rußlartt, Sibirien usw. und wie fragten sie nach Rachrtchteu von^ zw Hmffe. vom Westen. Süden usw.! Sie hatten alle nur entstellte Nachrichten und waren empört über >rnsere Fl-an- m ^ m ^ u 6 Iani) in den Zeitungen verl^rrlicht wurden Zwe: Namen waren eö vor allen Türgen, die ich wohl nicht zu nennen brauche, die in Rußland begeiltert genmmt wurden, als dte einzig wahren TerUschen, als die. von denen unser Heil ffonr tnc im- auch dahin brächten, daß unser SdaatSgebäude ztssammrnr ,ictc. -° ckte Lumn-m sollten s:ch diele Herren mal merken, mtt dann mal thr .Tmt bedenken! Ich habe Lute aller lftrade gesprochen dre ui gleicher Weise deren untergrabendes Wüülen in der Lete
mat verurteilen, das doch nur den Iw.'ck hatte, daß der Widerstand größer wird, da sie stündlich auf die Revolution bei uns tvarteten.
Inzwlsäien war der ganze Invalidentransport zu uns ge- kommttn, deutsche. österr7ichiich', bulgarische, türkische Offiziere mit»
Mannschaften. Was sah ick als Arzt hier für Elend! Auf tvelcher Stufe fnüffeu die behändeUcken Leute, Aerzte nenne ich sie nickt gestanden Hab«, die solche Resultate zeitigten. Ich sah eiternW WnEn von Gewehrsckfflssen. die seit 28—30 Monaten behandelt mcckSi. Unglaublick-e Vcg:wahrlvsmrg der Wunden! Und dabei waren die Kranken in Abo 5 Woche,! in geradezu idoaler Weist behandelt worden von ftmrifc(*m Aersten. Aber diese Zeit hatte nicht gewlgt, um die Spuren der früheren Vernachlässigung zu verrmichen. Alle roarm des Lobes übervoll über die AnMabmc »r Finnland Sie hatten dort auf Abtransport gewartet, doch hatte sich dieser verzögert. In Schlitten wurden sie nun zu uns gebracht, um von hier in die Heimat zu kommen. Leider war unter- weyÄ em ojternnch.,cher Unteroffizier gestorben, dessen Leiche mit militärischen EI)ren zu >u.s gebracht wurde, um in TcutsMandi brr gefetzt zu n>erpcn. AllnicHuich rüsteten wir zirr Wfahrt. Dia ZwckÄtzm, außer ben E::glündern und Amerikanern, wurden auf cnnem fch'.vetnlchen Schiss untergebrackt, und setzten ihre Reise über Stockholm fott Vor der Abfahrt machten wir noch eine. Schlitten- Partie in das Land. Wir waren entzückt von der-6^>:d. von der Aufnahme der Leute und schieden in dem Bewußtsein, hier eine edle Tal emgeleitet zu staben. Tie Ueberfahrt wach Deutschland brachte mir viel Arbeit, da ich die sanken untersuchen und so:r- dern mutztetver nach Hause fahren durfte und wer sofort in ein Lazarett sollte.
Als deutsches Land in Sicht kam, standen alle an der Reelina. es, ging eine Stille durch die Reihen der Leute, dte^grrisend Ste, konnten nichts sagen vor GlückS^füdl, endlich m^eutsch^ch ^ ^ q? 1 » L>lc ' ni ^^anöport a '1 Bord hatten, war an Land
^5 gemeldet. Ein Hmrptmann »oar aus der betreffenden §a}frn)labt 'leine Familie stand am Kai, empfing ihn.
Und manch? Träne floß, als alle Leute diese erste richtige enger« Heimatbegrüßung mit ansahen. 0 enoraj
3i r . ff UI ^. aber sing wieder neue Tätigt an. galt es doch, das Schiss wieder klar zu mack-en für weitere Pläne Bon neuem kome-i Artillerie Pferde Gerät. Soldaten an Bord. Jetzt gina^ f ^ tcrTl wurde noch an Bord auf Reed^nn *s^ ll ; n f abgehalten, dann fuhren wir in See. Am 3 Mnik frul) stanoen »mr vor H a n g ö (Finnlaich). Bei unS an Bord hiljrcn mer Wtfcfie öfcrrat mit bie in Berlin flfnX wnbbort tÄ“
Drrha,ü>lm>g<m »um Zweck tvr LrlSsnn» ihwr Landsleute auS den Banden der Roten. Sie nmchfo: uns in interessanten Vorrrägen über Lmid und Leute Finnlocks detchntt und wir Inerten rm Bvitiefühl der kommenden Befreiung eiH
WiUkvmmenssest.
(Schluß folgte


