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Drr Vizepräsident de- Neichstags Dr. Paafche in Sofia.

Sofia, 22. Mai. (WTB) Meldung der bulgarischen Delvgrsipyinvagentur. Der Vizepräsident des Reichstags Dr. P aas che wurde gestern^ von dem Ministerpräsidenten Rad o s law ow empfangen, mit dein er eine lange Unter­redung hatte. Heute alZend gibt die Gesellschaft für Förde­rung der wirtschaftlichen und kulüirellen Beziehungen zwischen Bulgarien und Deutschlano ein Festessen zu Ehren des Gastes. Morgen wird Dr. Paafche im Saale des Natio- :valtheaters einen Vortrag aber die wirtscli-aftlichen Be- ziehuirgeil zitvischen den Verbündeten halten.

Der Seekrieg.

Neue A-Boot-Erfolge.

Berlin, 23. Mai. (Amtlich) Von unseren U-Booten im Sperrgebiet um England wiederum 15000 BR.T. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet. Die Erfolge wurden vvrwiegerrd an der Ostküste Englands bei starker feindlicher GegenwirLmg erzielt. Zwei Dampfer wurden Zaus (Äeleitszug herausgefchossSN.

Der Chef des Admiralstades der Marine.

Aus dem Reiche.

Zum Fliegerangriff auf Köln.

Aus AnLaß des Fliegerangriffs auf Köln ist dem Ober­bürgermeister folgendes Telegramm des Kaisers zugegan­gen:Seirre ÄLajestät 'der Klarser und Körrig haben mit tiefem Bedauern veririmnren, dach 'die Stadt Köln von feirrdlichrn Fliegern heimgesucht und teure Menschenleben ein Opfer ihrer Geschosse geworden sind. Seine Majestät nehmen an dieser Heimsuchung der von den: kriegerischen Einmll betroffenen Familien herzlichen Anteil und lassen Euer Hochrvohlgedoren ersucherr, den Hinterdliktbenen der tödlich Verunglückten Allerhöchstihre wärmste Teilnahnre an dem Opfer, welclnes ihnen der Krieg auferlegte, auszuspre­chen und den Verwundeten Seiner Majestät auftichtige Wünsche für eine baldige Genesung zu übermitteln. Im Merhvchsten Aufträge: Der Geheime Kabinetts rat v. Berg."

L Köln, 24. Mai. Kardinal von Hartmann hat nach der ,LÜöln. BcLksztg." an die Pfarrer solge^es Schreiben gerichtet: Die Fliegerangriffe, welche gegenwärtig unsere Stadt an- bcr.ienib 1>ed rohen, vettetzen mich in die traurige Notwendigkeit bis auf weiteres anzuordnen, alle Prozessionen sowohl inner­halb trk außerhalb des Gotteshauses zu unterlassen. Damit aber wenigstens b:c große Prov ision am Fronleichnamstng vom hoben Dom aus ungefährdet gehalten werden kann, habe ich den heiligest Vater gedtten. bei unseren Feinden sich zu vanvenden, daß sie wÄhvlvrd der Feier Fliegerangriffe auf Köln unterlassen. E; bleibt dahingestellt, abzuwarten, ob sie den Bitten de? Statthalters Christi Gehör schenken. Erfolgt während des Gottesdienstes Fle-eralarm, so hat der betreffende Geistliche tunlichst von der d'e Gläubi­

gen >'.l bernbigen und sie auizusordern, die nircb- zu verlasse? ::nd 'ich auf die »einliegenden Häuser zu verteilen Der Geistlich:- tnuh ieder:'ells zuletzt die Kirche verlassen.

Karlsruhe, 22. Mai. Heute nacht wurden Lud­st) i g s h a fe n und Pirmasens von stündlichen Fliegern mit Bomben beworfen, die zum größten Teil nur in freies Gelänin fielen und keinen bedeutenden Sachschaden an rich­teten. Personen wurden nicht verletzt. Ein feindliches Flug­zeug mußte m unserem Abwehrfeuer niedergehen. Seine Insassen brei Engländer sind gefangen.

Am Pfingstmontag wurde die offene Stadt Landau von feindlichen Fliegern mit mehreren Bomben beworfen, die zwei Frauen und ein Kind töteten und einigen Häuser- fchaden anrichteten.

Berlin, 23. Mai. (WDB. Der .Hauptausschuß des deutschen Städtetayes fft drrrch seinen Vorsitzenden Obeichürgermeister Werm nth auf Smnstag den 22. Juni nach Berlin ernberufen worden. Auf der Tagesordnurig stehen in der Hauptsachie Nahrungsmittelftagcn, Fragen der Brennstoffversorgung, Angelegenheiten der' Wohnungs- lürsorge und Finanzlagen.

Berlin, 23. Mai. MTB.) DieNorddeutsche All­gemeine Zeitung" schreibt: Der Bundes ratsaus schuß lür auswärtige Angelegenheiten trat gestern nachmittag im Hause des Reichskanzlers unter dem Vorsitz des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. v. D a n d l zu einer Sitzung zusammen. Der Reichskanzler machte Mitteilungen über die gelegentlich des Besuck-es Kaiser Karls im Großen Hauptguartier gepflogenen Besprechungen. Staatssekretär ^.-hlmann gab einen lieberblick über die gesamte lwti- nkäie Lage und erörterte insbesondere Aufgaben, die im Osten bereits gelöst sind und noch der Lösung harren. Daran schloß Nch eme Aussprache, in deren Verlauf der Rcichsleitung Dank und Anerkennung für das bisher Vollbrachte ausgesprochen wuroc.

23. Mai. Me dasTageblatt" erfährt, be­steht dw Krankheit des Reichstags Präsidenten Dr. mp f in schwerer Arterienverkalkung, zu der in den

Der römische Grenzwaü.

Aus Hanau wird uns geschrieben: In der Haupt- der-.ammlvmg! des Hanauer Geschichtsvereins hat Professor Dr. Wvl'' aus Frankfurt c. M., der bekannte Limessorscher, einen Vonrag geyatten über das Ergebnis der in der letzten Zeit in der Umgebung Hanaus vorgenommenen Forschungen über die Vor- iund Frühgeschichte im Zusammenhänge mit den bereits früher ge- rr.adccn Festsrellimgen, die ein fesselndes Bild der Hcimatgeschichte vermittelten.

Während nock) x»cr Zeit der Bildung der Reichs-Limcskom- rmsnon ziemlich allgemein die Ansicht galt, daß der römische Grenz- wall, depen Namen man als gleichbedeutend mit Limes ansah, mit seinen Kastellen und Türmen eine einheitliche, gleichzeitig eut- ftandcue Anlage gewesen sei, wissen wir jetzt, daß der unter To- nrittan -nach dessen Cbattenttieg angelegte Limes, den. Taeitus ^amtte, ein bäum frei er Grenzstreifen mit Hvlztürmen war, an dem tn genügen Zwischenräumen Wachm a»mschäften in Erhschanzen krgen, die durch einen Ltolonnenweg verbunden waren. Tie steile, aus weläAm diese Mannschaften auf Querwegen an die Grenze geschickt wurden, lagen in der Wetterauischen Ebene, und zwar größtenteils in der Linie Kastei, Wiesbaden, Hofheim. Hed­dernheim, Okarben, Friedberg. Butzbach, an der Hauptstraße, die Mainz mit dem icördlichen Ende des »vetteraui scheu Limes verband. Eine andere Kästellreihe: Höchst, Frankfurt-Kesselsladt, hotte zur Basis den Mmnsrrom, der, wie er von Hanau an auiwärts. den Limes ersetzend, die Grenze bildete, von seinem Knie au abwärts meben der ihn begleitenden Straße die natürliche L^bindnng Mer Grenze mrl Mainz, besonders für den Warentranspon, bot. An einen rein defensiven Grenzabschlnß, wie ifyn später die Ha- drianiühe Pollisadenwand und zuletzt der Grenzwall bildete, dachte nmn unmittelbar nach der Annexion der Wctterau noch nicht.

An stelle der unregelmäßigen Erdschmzen traten aber noch unter Tom man regelmäßige Erdkastellcl-a, von 90 Meter Länge urrd 80 Meter Breite, die zwar auch noch nur Vorpostenstationen für die großen Kastelle der Ebene bildeten, aber l>creits dauernde De.atzungen hatten, sei es, daß diese von den Men mck> Kohorten» jener abgezweigl ioder durch irreguläre Truppentörper, sogen mimen, gebildet ttmrbeit. Dafür spricht oer Umstand, daß bei mehrer n von ihnen sich gleichzeitig gebaute kleine .Bäder gefun-»

jüngsten Tagen Lungertentzündung hinzugelreten ist. Bis heute mittag war das Befinden des Kranken unverändert. Der Zustand ist rro ch immer bedrohlich. _

Lin konservativer Antrag ;um Lebensmittelhandel.

Berlin, 23. Mai. Ein konservativer Antrag R ö s i ck e im Reick-stag lautet: Die Aus sprach? im Ausschuß hat ergeben, daß eine größere Anzahl von Parteien fid]i her Ueberzeuqung nicht mehr verschließt, daß das gegermrärtige System der Volks Versor­gung. für dessen Eürrührung im Anfänge des Krieges gute Gründe c-olitischor und psychologischer Nattlr bestanden haben, nunnlebr nicht weiter fortgesetzt werden kann und darf. Es ist an der Zeit, gewisse Abänderungen daran vvrzunehmen. Will inan den richtigen Weg zur Abänderung sindeii, so m' man das in erster Linie aus den wirklicheri Vorgängen Mid Verhältnissen eTttnehinen. Tie Regierung suckä gegennmrlig durch Beschlagnahme eine möglichst große Quantität Brotgetreide für die verbrmuhende Bevölkerung sicherKußellen. Diese Maßnahme hat die Llbsickä. den Bedarf der verbrai ckeudcvi Bevölkerung zu gewälTrleisten. Daneben ^hat sich ein anstlmlicher Schleichhandel ^enttv-iLlt. Ten großen Schleich­handel suckit man durch strenge Strafen zu verhindern, dem kleiueil Schleichhandel aber wird me ln oder weniger Duldung g.'währt. Dadurch ent nuckelt sick eitt Markt illegittmer Ware, und sehr habe, im Verborgenen geforderte und gezahlte Marktpreise sind die Folge. i)tus dieseii Vorgängen ist der Schluß zu ziehen, daß es gut getan ist, diesen §)an>del legitim zu machen, dann wird man erleben, daß diese hohen Preise sinken werden. Es gilt eine feste .Greiize zu setzen tfviklxn dm Nahrungsmitteln, die be'chlnguahnit werdeii Schuss Sick-orsteklung. imd denjenigen Nahrungsmitteln, die dein freien Mnrtt überwiesen lverden. .Hier­aus folgt der nachstehende Antrag:

I.

1. Das Reich soll nur 'r' Millionen Tvmren Getreide besckst ig- lrahmen und durch Brotkarten rrur diejenigen Teile der Be­völkerung damit versorgen, die mit dieseiw Quantinn täglich init x-Gramm Brot bei Streckimg des Brotes in der bisher üblickien Form versorgt werden können, mtb zwar zu einem dem bisheritzen! Preis ercts.vreck)enden Preis. .Vettargt nnrd zunächst die Be- völkermkg mit dem niedrigsten Einkommen. Das übrige Brvt- !tetreide ist völlig ftei-zngeben.

II.

Eine zweite Erfahrung, aus der wtt g,tte Lehren ziehen müffen. sind die Vorgänge auf dem Gebiete der Karto ffcl versor- gu n g. Im Fahre 1916 ivurdeu Liefernngsverttäge auf ein be stimm tos Quantum abgeschlossen zu einem Preis, der die Land­wirte durch eigeire Vorteile zur peinlichsten Einhaltung der Liefe­rung bestimmte. Zu diesem Dersahrm gilt es. Uirückzukehren. Es wird wiederirm nur eine begrenzte Qrurntität urngelegt, und zwar zu einem Preis, der den Selbstkosten -uisreichend entspricht. Die Derb rau che rkommunen erhalten die Aufgabe, den minderbennttel- ten Bevölkerungskreisen da-wrch zn helfen, daß sie diesen die Kar­toffeln znm hm?abge,'etzten Preis ausliefern und die Differenz daraufzahlen. Alle übrigen Mengen iverden dem freien Markt und dne fteicn Preisbildung überlasten.

Hieraus folgt der nachstel-ende Antrag:

2. Für die Kartoffeln ist das LieferungsPrinzip des Frühjahrs 1916 «nzuwenden. Ter Grundsatz muß sein, daß Hie Kartoffeln^ die durch die Lieferungsverträge für das Reich sichergestellt werden, so doch im Preis stehen, daß der Landwitt, der vielleicht pekuniär' Fnteresten hat, vor allem das stteich !>e- Ittlett. dreien Ausglcüy des Preises zur lülligeren Abgabe an die unbenüttelte Bevölkerung bat das Reick? in geeigneter Weise her- oeizuiühren. Das durch Lieferungsvettröye sestzulegende Quan­tum ist so hoch zu berechnen, daß pro Tag und .Wpf der versor- igungsberechtigten Bevölkerung «n Piund K'arwffetn gesichett ist. Im übrigen bleibt die Kcrttoffel von jeglicher Bewrttschaftmrg frei.

III.

Es ist unbedingt nötig, den Milchpreis auf die Höhe der Selbstkosten zu bringen. Ohnedem muß trotz der Opferfreudigkcit der Landwirte die Erzeugung hinter dem Tadarf zuttükbleiben. Es ist dann allerdings nötig, daß die Wmmunen, um den minder­bemittelten Kreisen die Milch erreichbar zu machen, einen Teil des Preises für diese Volksklassen tragen

heraus folgt der nachstehende Antrag:

3. Ti? Milchpreise sich gemäß den heuttgen Produktionskosten, die bei freiem Markt berechtigten Marktpreisen entsprechen wür­den. zu bemessen. Tie Kommunen haben Einrichtturgen zu treffen, daß die micherbcmittelte Bevölkercmg die Milch zn ernräßigtent Preisen empfängt.

IV. *

Tie Vieh-, Fleisch-, Fett- und Zuckervcrsor- g u n g kann zurzett noch nid# geändert werden.

Hieraus folgt der Antrag:

4. Tic Bewittschaftung des Viehs imd Fettes bleibt zurzeit bestehen.

V.

Obst. Gemüse und Eier bleiben von jeder Bewirtschaftung frei.

vei öen Toten der Schlacht von Neu?chäteau-Sertrir.

,22. August 1914.')

Plan schreibt uns aus dem Felde:

St. N e u f ch 2. t e a u , Mcac 1918.

An' jene ersten Schlachttage im Süden Belgiens, die u. a. auch mit darüber entschieden, welche der beiden Patteien Deutschland oder Belgien-Frankreich für die kommende Zeit das Kampsseid zu stellen hatte. . an diese heute weit zurückliegenden, aber, wie man sieht, außerordeittlich becxwtuugsvollen Tage mit ilrrcrt vielen und heftigen Gefechtm, wurde die Gegenivatt ueuer- dings wieder lebhaft erinnert durch die am vergangenen Samstag erfolgte feierliche Einweihung der Ehrenfriedhöfe

den haben, bei onfbcteri aber nach bat in ihrer Nähe Mlsge- grabcnen HMkaustplatten mit Stenipelu der ftir den Cl-attat- frien zusamma:gezagenen Legionen mit .Sicherheit angenom:uen. werden dürfen.

Die Gräben dieser nach Form und FlLck>enmum ausfallend gleichartigen »Erdkasttllckxnt sind nackfgcwieseu bei den meisten Stationen des Tauinislimes vonr Zugnmudelkastell nach Nord- osrcn, wo sie von den Trümmern 'der jüngeren Limes kastelte be­deckt sind: Skfturint vvn ihnai v>er den zu ilmen gehörigen Bädern haben \vdt ani nordwetterauisckjcn Limes bis Obcrftorstadt ge­funden. Von loa an fehlen sie an den Statünien des Grenzwalles östlich von Hanau ebenst) vollständig wie die Ziegelstempel der erwäl 7 !tt>ea Legionen, während die für das erste Fal/rhundert charakteristisckjien tGcsäßsck/erben, die in ben Gräben icr 5Tb- last-ellchen in Menge geiu^ioar werdet:, an dem erwähnten Ab­schnitte des vstwettcrauischen Psahlgrabens nur ganz vereinzelt vertteten sind.

Dagegen hat sich das typische Erdkasttllchen 8 Klm. hinter dem Pf-ahlgvaben beim Suckien nach der vermulettm älteren Straßen- lgrenze da, tvo deren Linie vom Tale der Nidder gekreuzt wird, in der Mitte zwischen Oberslorstadt und dem Hanauer Mainknie in Heldenbergen gefunden. Tie Eutfernungat des Heldenbergeuer Kastcllchms vor: Oberilorstadt (11 Klm.) und vom Salisberg vor dem Mainknie (11 Klm.) stimmen untereinander und mit den nor- rnalen dlbftänderr je zweier Limes kastelte so na he überein, nfte es bei der gleichzeitigen Rücksichtnahme auf die natura loci möglich ist.

Die Auffindung des Erdkastells von 5xldenbergen dürste als eine durchschlagende Probe aut die Richtigkeit der auf anderer Grundlage schon mehr als ein Jahrzehnt früher cnifgestellten Hypo­these angesehen 'werdm, daß der Limes in seiner ursprünglichen bKstalt von Oberfforstal/ nach dem Mainkrrie von Hanau gezogen sei. Dazu sind im Laufe der beiden letzten Jahrzehnte zahlreiche Ftinde von römischrm Gräbern und Gtttshösen zwcschal den ge­nannten Otten gekcmrmen, in denen westlich vvn de> angenommenen Linie Münzen amb Gefäßscher^en für eine Besiedetttirg in vvr- badrianischer Zeit sprechen, während in dem 6 bis 8 Klm. breiten Streiten ztoischen jaier Litrie und dem jüngerar Oftertzn'all solche Reste fast vollkommen fehlen. Auch von der gesuchten Grenzstraße selbst sind Stücke und Spuren in den Wäldern zwischen Oberilor-

zi» Assenois (KapeNcn-Friedhof), Tournay. Orgeo,

B c r l r i x (HeidefricM>of1 und Iehonville (Kiefern- bzw. Rundfriedhvs - die zufanurien etwa 2000 tote Helden im nun ge- neihten Schoße tragen. .... . . .

Ehe über diese Einweihangsseierlichkeideu bauchtet wird, kurz einiges über die Ebrenftied-höfe in der Provinz Luxemburg, bzw. in Wallonien im allgemeinen, über die Anlage der sechs vorgenannten. Friedhöfe im besonderen und über die Gefechte, in darrn die in jenen sechs Friedhöfen jetzt zum ewigen: ^ Schlummer gebetteten Streiter, vornehmlich, Söhne der Hess i- ; scheu Gauen, dahinsanken.

Am 2 2. August 1914 ,var es, als nach Durchauerung des ruhig geblicbeneu Großherzogtums Luxemburg von der luxem- burgisck>-belgisck)en Grenze her Teile der 4. deutschen Armee

1 8. Ar mce ko rps (General v o n S chen F) und 18. Reserve­korps (General von Ste u ben^ anrückten, um sich an der Maas mit anderen, weiter nördlich (über Lüttich-Namur) vorge>- stoßenen deulsck-en Streilkräften zu vereinigen; aus der anderes Seite war eiligst l>eraugezogeuen Teilen des f r a n z ö s i s che^ 17. Armeekorps die Aufgabe zugewiesen, diesen Vormarsch zu ver­hindern. Bewegung und Gegenbewegung sührlen zu zahlreichen Kämpfen, die sich am schwersten wohl um Bert rix, Ochamps ) und Iehonville herum gestalteten. Beweis dafür tvar die Tatsackze. daß bis zum Abend des Kampftages, dessen Ergebnis dem deuttck)en Vordringen nicht Halt zu gebieten vermochte, et.va 2000 toic Erretter darunter ungefähr 70 Osftziere die Kampf- stätlen deckten; dem Ki:äfteeinsatz entsprechend 1460 Franzosen und 470 Deuttche, die in der Hauptsack-e den Jvf.- bzw. Füsilie» Negiw.entern 80, 81. 87, 88. 91 und 116, Feld-Art.-Reg. 27 und : 63, Filß-Art.-Reg. 3 und Ulanen 6 und U3 (sämtlich im Verband der 21. und 25. Division) angehötten.

Tie weiteren Kampfhandlungen, ohne Pause fortgesetzt, ließen nun begreiflicherweise damals keiner der beiden Knmpfpirteien! Zeit, die Gefallenen so zu bestatten, wie es Kameradschaft und Pietät geboren: diese Ehrenpflicht mußte vielmehr ruhigerell Tagen überlassest werden. Uird diese ruhigeren Tage kamen: nachdem sich der Schlachtenlärm in immer iveitere Fernen verzogen hatte und das Laird vvn der okkupierenden Rlacht itt

Verwaltung gawmmen war, kvmtten die Okku-

pattonsarmee und die Verwaltung für Wallonien unter Zuziehung der Gemeinoeu daran gehen, unwr umfangreichen Um bettungsarbeiten die Leichen der roten Helden in E h rensried- Hosen zusammeiczufosseu lind Gräbern und Friedlwfsanlagen: nirnmehr auch das entspreck?endc äußere Gewand zu geben. Eine 2lrbeit. die lich schon in ihrem rein äußeren Umsang an der Tatsack^e erkennen läßt, daß allein in der Provinz Luxem­burg 2 400 Grälvr mit etwa 18 500 Toten in die UmbettungS- arbeiten einzubeziehen waren bzw. cttchubeziehcn sind, bis die insgesamt geplanten etwa 6 0 Ehrensriedhöfe, von denen zur Stunde etwa die Hälfte vollmdet imd estngeiveibt sein dürfte, all die lvren Helden in ihrem Schaße halten »verdat; herew hoher innerer und tiefster Wert aber erst voll in die Erscheinung tritt bei Betrachtung der in Rede stehenden Gräber- u»id Fried- hofsanlagen selber. Denn wie sck-on die Umbettung der Toten mit aller Pietät vollzogen »vird, so sind es auch eine nngemeinS Liebe zur Sack>' und hochstehende Kunst, die sich pann in weiterer Folge der letzten irdischen Ruhestätten der Helden für Freund und Feind ohne irgoidwclche Unterschiede annehmen. So kamen und komme»! denn zumeist an Hand der hervorragend sclwnen und eigmartigen Pläne des Leiters der Hixl'.bauabteilung beim Berwalttingsches für Wallonien (Namur), Leutimu. Pafsen- dorf. in stiller Heide oder im Sckwßc des rausche:weu Waldes, batt an der Sttaße lKxer an einsamer Dorshalde so schlicht-schöne Grablegen zustairde, »vie wir ihrer am vergangenen Se.mstag eine Anzahl zu Gesichte bekamen: Stätten, von denen nach Lag« der Dinge natürlich alles Laute oder Gekünstelte verbannt ist. um so inniger aber in allwätts aufs glücklichste der Umgttnmg ein-» gefügtem Bilde schlichte Haupt-Monumente, einfache Einzel- grabfteine und die als Grabschmuck verwandte Flora der nahen Flur das ohne giwße Pose erfolgte, still-erhabene Hinüberschreiteu der Toten ins andere Land unterstreickwnGEin ttöstlicbes Bewußt­sein sonnt für jave, die einen lieben Angehörigen dahingebent mußten, ihn an solcher Stätte geborgen zu wissen.

Und im Zeichen dieses Versöhnlichen standen denn auch die Einweihungsfeierlichkeiten der eingangs genannten seck>s Ehrenftiedhöfe. deren Zeuge wir am Samstag sein dtirften; im Kreise einer großen Gemeinde, in der sich u. a. befanden der sslcmverneur der Provinz Gras v Geßler: als Bettrtter des Vermalttmgschefs für Wallonien Freiherr v. D u s ch; der Präsident der Zivilvertvaltung der Provinz Luxemburg, Geh. Oberregiernngs^ rat Kaufmann; Vettrettmgen der an den Kämpfen beteiligten deutschen Regimenter; und von belgischer Seite die Bürger»- meister der (^aneinden. in deren Gemarkungen die Gräberfeldes ?!egen. Al'se:ts »vnrd.' die F ie»' einge eitet mit rinem Choral, worauf mit hochgesttmmten Ansprack-e.l die kirchliche Einsegnung der Stätten durch die Militärgeistlichen erfolgte. Sodann übergab der Militärgouver»reur .Generalmajor Gras v. Geßler, die ge- »veihten Stätten zu Händen der Bürgermeister in die Obhut der Gemctnden, indem er beit toten deutscheil Helden den Dank de-l Kaisers, der Armee und der 5>'imat, den gefallenen Gegnern aber die Versicherung höchster Achtung :ruch von feiten des Feindes iür " bis in den Tod entbot. Der beteiligten Zivilvettvaltnng Wallcmiens u> al en. die an der Be.eilst llmrg 1-er herr.ichen t :. hiitöfioirtt. p-ach er den Dant der Heeresverwaltungl

aus und legte schließlich mit dem Hmweis, daß Freund und fyeind im Tode vereint nunmehr an getveihter, vom Blute dos Opserlodes geheiligter Stätte ruhten, b?n Gemeindevorstehern die pittatvolle Betreuung der Friedhöfe ans Herz. Die Bürgermeister gelobten mit seierlick-em Handschlag für sich, ihre Geineinden und auch ihre Amtsnachfolger, allzeit um die Heilighattung der Stätten in Traien besorgt sei»: zu wollen, »wrauf ein Choral und Kranz- - nieder!egnngen die Feiern beendtten

sttrdt nnd Erbstadt gesunden, und z»var in Verbindung mit Bau- wt-rken, die nach ihrer Beschasfcnhttt u»rd sslröße als beftstigtg Straßenftattonat imgefefjen »verden müssen. Die alte Straße führt oort »wch» harte da: bezeichnondar ''NamenHanauer Straße".^ Nach Süden folgen dann abgesehen von dem Kastell und dem ^großen Evdlager bei .Heldenbergen ähnliche Fm:de bei Win- decken, Mittelbnck-a: und am Kinzigheimerhof Si' liega: alle in einer nordsüdlichen Linie, de re.' Verlängerung ül-ec da: Salisberg auf das Mainknie bei Hmurn hinweist. Tort muß die Grenzlinie mit der Sttaße Fttedberg.Hanau zusammen getroffen sein. Diese erreichte den Väain an der Mündung des Mainkanals, einer alten Kinzigmündung, vcw der im Jahre. 1886 der Endpunkt der römi­sch'»: Brücke festgesteilt u»L> sicba: Jahre später Reste einer Militär­statton nttt den für die domittcrnrffck-e Zeit charakteritt'schai Ziegel- stnnpeln der 22. Legion, zalcheick-e.: MünMn und sonstigen diirch ihre gute Erhaltung sich auszeichnaiden. Metättsachen ausgebaggett chvurden. Selten ist tvohl eme ehemalige römische Medcttassima bei ilirer ersten Enldecknng mtt einem so reichen und charakterii'ttschen Fundmaterial l>ervorgetteten, wie damals diese erste Fundstätte auf dem engeren Gebiete der Stadt Harum.

Viele Taffackun: wiesen mit zunehmender Bestimmtheit darauf hin. daß ans bem Salisberg dw Endstation des nvrdmainischett Stückes des älteren Li»nes $m »urtien sei. Seine füblict>e Fort­setzung hat von Kleiir-Steinham bis Wötth der Fluß selbst mtt der ihn begleitenden Sttaße gebildet, wie der jüngere Pfahlgrabai auf der Sttccke Großkrotzenburg-Miltenberg gleich'alls durch das ent- spreck>ende Sttomstück ersetzt nnirde. Auf dem Abschnitte Groß- krotzenburg-Seligenstadt-Wörth mußten, wie auf dem Tauu:»^ die ältere und die jüngere Linie zusammenfallen. D»»rt haben siS dam auch tatsächlich unter nnd »wben den jüngeren LimcskastellS Reste ältera- Anlagen gefunden. beso»:ders reichlich bei dem am eingehendsten untersuchten Kastell Stockstad!, gegenüber Asctrasfen- burg. »vo neben dem jüngeren Limeskastffl sogar x-ei Erdkastcllc mit Scherben aus trajanisä-a- und wahrsch^irllich auch domitinni- sckwr Zeit geftmdat sind. Ein solckZes Erdkastell, sei es der typisä^n kleineren Art oder mit Nüch'icht aus die Bedeutung des Platz«.-- ein größeres, müssen wir also, »nenn die Annahme bezüglich deS Verlaufes einer älteren Grenzlinie richtig ist. m»ch auf dem SaliS- bevg bei Hanau zu finden erwarten. (Schluß folgt.)