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Air» Stadt und Land.

Gießen, den 25. April 1918.

** Sch«fsch ur und Wollgefalle. Am 25. April 1918 fft cm kleiner NachttW Nr. IV. I. 1771/1 18. K. R. A. zu her B^armtmachmg Nr. w. I. 1771/5. 17. K. R. A. vom 1. Juli 1917 , bettessend Beschlagnahme uind Bestandserhebnng der derck- fchen Schafschur und des WEgi^älles bei den deutschen Gerbe­reien erschienen. Hiernach bleiben die Veräußerung und Lieferung vvn Wolle m ihrem bisherigen Umfange gegen Schluß-s che in er-^ bcrubt. Tie Kriegswvllbcdars-^lktiengesell schüft nimmt jedoch An­gebote nur noch entgegen von Schafhaltern in geschlossenen Mengen vvu mindestens 3000 Wlogramm Rohwolle; von Großhandels - firmen dos deutschen Wollhandels welche als solche von der Kriegs-Rohstvff-Abtettimg dos Königlich Preußisckien Kriegsmini- Zeriums bezeichnt Und im Reichsanzeiger bekanntgegeben sind tu geschossenen Adengen von mindestens 10 000 Kilogramm; sowie endlich von solchen '.Personen oder Finnen, welche die Kri egs - Ro h- stofs-'AbteiliMg als B-ezirksanfkäuser zum Aufkauf beschlagnahmter Wolle aus dem Besitz von Klernzüichern (Schafhaltern von weniger als 30 Schafen) bestellt hat. T-er Wortlaut der Bekanickmachung ist in der heutigen Nummer dieses Blattes einzusehen.

** Vortrag. Auf den Vortrag der Frau Fregattenkapitän Jda Boethke 'überdie Erlebnisse einer deutschen Frau während der Belagerung von Tsingtau" sei hingewiesen. Näheres siehe Anzeige

** Heimatdank für znrückkehrende Kriegs­gefangene. Im Laufe dieses Monats wird unter dem Schutze des Groß Herzogs in ganz Hessen eine Sammlung veranstaltet ans deren Erträgnis den aus der Kriegsgesangenscltaft heim- kehreirden deutschen Brüdern als besck-eidener Dank der Heinrat Liebesgaben zum Willkomm dargebracht werden sollen. Hier in Gießen wird am Samstag den 27. April ein besmrderer Opfertag mit Büchserr- und Listensammlung m den Straßen und Häusern zugunsten des HKmatdauks ftatttinden. Zwei besonders für diesen Tag gezeichnete, künstlerisch ausgeführte Postkarten rverdm zum Verkauf gelangen, ebenso die so fehl' beliebter: Taschenstreicbhölzer. Der eine Lbartenentwurf, von Fräulein Otti JantzEettburg, stellt einen in die Heimat Mrückkehrenden Kriegsgefangenen dar, die Uveite ist ein reizender Scherensckmitt von Fräulein Erika Schenck- Marburg. Der Lagerkommandant Herr Genervl-najor Moyzi- 's ch e w i tz hat gütigst gestattet, daß die Garniso-ickapelle Samstag vormittag von 11 7412V* Uhr in der Süd-Anlage und nach­mittags von 34 Uhr am Liebigdenkmal konzertieren wird. Hoffentlich ist auch dieser Smumlung bei dem bewährten Ops ersinn der Giestener Betzölkerrmg ein schöner Erfolg besckieden.

** Preußisch-Süddeutsche Klassentotterie. ^ie Erneuerung der Lose zur 5. Klasse muß unter' Vorlegung des Vor­klassenloses bis zum 1. Mai, abends 6 Uhr, geschehen. Auch müssen bis zu diesem Ternrin die Freilose geaen Rückgabe der Gewckrnlose in Empfang genommen werdeu. Tre Zichmrg der 5 . Klasse beginnt am 7. Mai und endigt am 3. Juni: es kommen yux Anslosung 174 000 Gewinne und 2 Pränüen mit insgesamt 84 413 160 Mark.

f** Stadttheater. Auf die heute stattfntdende Wieder­holung desVerschwendet" von Raimund, mir der Musik von Konradin Kreutzer, sei auch an dieser Stelle ganz besonders hin-

gewiesen.

Kreis Friedberg.

# Friedberg, 23.April. Gr'neraLoberarzt Dr. West- vfahl kam als Lazarektdire?.or nach Darmstadt an das dortige sGarnisonlaZcrrett, als Ehefarzit an das Hiesige Lazarett tritt der

^absittz- Dr. Nebel. Rodheim v. ö». H. Zur 8. Anleihe

wurden 165 000 M. gezeickMet, die Schüler zeichneten 3000 ML. Reichel sheftm. Der Hiesige Vorschuß- mid Creditvevem zeiclinett 144 600 M. Gro ßka rben. Das Eiserne Kreuz erlstelt der Wtarst'.efoldat Peter Gan ß auf einem ll-Boot. Nie der-Wöllstadt. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhckit der Dragoner Karl Reibl-ing.

Starkenbure und Nheiüheike«.

I. Darmftadt, 23. April. Am nächsten Somckag rindet im Aoftheater einH e s s e n"-Konzert der Hofmusik statt, zugunsten der Kriegsfürsorge der Großhcrzogin. Bei ihm werden auch einige Kompositionen dies Wro ßher-zo g s, drei Stücke aus der KlaviersuiteDraußen", zur Erstaustührnng gelangen.

R.M. K. Darmstadt, 24. April. Die feierliche Beisetzung des Kommandeurs Hessischen Gendarmeriekorps, Obersten/

Schmidt, der im 68. Lebensjahre verschieden ist, fand heute tunter anßervrdercklich zahlreicher Beteiligung auf dem hiesigent Friedhofe statt. Der Großherzog halte einen Vertreter gesandt^ der Staats minister war selbst anwesend, sein Regiment l-atte eine Abordnung gesandt und alle dienstfreien Angehörigen des Gen­darmeriekorps gaben ihrem verehrten und beliebten Borgejetzters das Geleit aus seinem letzten Gange. Nach der Ansprache des Geistlichen legte der Stabscmarttermeister des Korps Lcachzettel unter herzlichen AbschiedsWorten einen ^strunz am Grabe nieder Wetter wurde der Verblichene noch durch zahlreiche Blumenspenden geehrt.

I Tarmstadt, 24. April. Der Provinzialausschuß Von Starken bürg Hat in seiner heutigen Sitzung« den Ein­spruch der Gemeinden Lenheim und D-ornheim gegen das Ansinnen des Kreisamts Groß-Geran auf Beteiligung an den Kosten für das Pumpwerk zur GntwLsserung des Schwarz- backiigimndes, auf Antrag d-er Mager vertagt, um ihnen (liegen Heck zu geben» durch ein Gutachten den Nachweis zu erbringen, daß die genannten Gemeinde,! keinen Vorteil an dem geplanten Pump­werk haben. Das Gesuch einer Wtrtsehefcau in Offenbach um Erlaubnis zum Betriebe einer Schrnkuckttschaft wird rvegen der vielen Vorstrafen des Mannes kosten f-ttlig abge: liefen.

ch. Frei-Weinhei«, 24. Zlpril. Die Spargelerute hat auch in unserer Gemarkung ihren Anfang gOwmnum, doch ist das Ergebnis bis jetzt nicht bedeutend, weck die Witterung gar zu kühl ist. Immerhin rechnet man .auch in^ diesem Jahre urtt einem stattlichen Ernteergebnis, denn der Spargel loeist einen guten Ansatz wrf. Sehr stark macht sich der Mangel an Arbeitskräfteni geltet. Wie auch im vergangenen Iah . . geht dieses Mal der Spargel wieder zum großen Teile nach Köln. Die Bersandkörbe liegen zu Tausenden hier bereit.

-- Rimbach i. O., 24. April. Ter hiesige Arzt Dr. Gast hat sich im Gemeindewalde erschossen. Ein Nervenleiden, dos sich der beliebte Arzt im Felde zugezogan hatte, dürfte der Grund zur Tat gewesen sein.

I. Trebur, 23. April. In der letzten Nacht nnrrde in der hiesigen Bürgermeisterei eingebrochen, alle Schränke und Schub laden aufgesprengt und durchwühlt und etwa 4000 Mk. gestohlen.

Kreis Wetzlar

= Wetzlar 24. April. Tie Buderusschen Eisenwerke ftif- teter: für die Ludendorff-Spende 100000 Mark.

ra. Aus der Bürgermeisterei Atzbach-Launs b a ch, 23. April. Die Bürgermeisterei-Versammlung hat die An stellung eines Schulzabuarz-ses für die Bürgerin eistevei A-tzbach- Lannsl-ach besMossen. qttig von dem StaniMmk- aus,^daß der Zahnpflege ider Kinder irni-er den heutigen Zeitverhälttttssen eine erhöhte Aufmerksamkeit zu sckZenknr sei.

ra. lH> 10 che lHerrn/(Krei-Wetzlaw, 23. April. Eine Wanderung durch die Kirschenffuren der Gemeinden im Eleebachtal lohnt sich jetzt, besonders wegen der Herrlichen Mütenpvacht. Die Obstblüte ist in diesem Frühjahr fast 4 Wochen früher.zur Entfaltung gc fommeit als m vorigen Jahr. Die Mdsaawn und Wiesen bieten ebenfalls einen erfveulichen, j kugserwockenden Einblick

Heikeu-Nassalr.

ü Dillenburg, 24. April. Zwei Famllrenväter, die Berg­leute Ernst Stein m,s Obcrvreisixlch und Heinrich n z aus Weilefeld, wurden ans per Grube Eiserne Hardt bei Dchul'bach durch abstürzende Gestemsmas err getötet

Fc. Gersfeld (Rböu>, 24. April. Wildschweine, die früher Hier selten, machen sich in letzter Zeit sehr bemerkbar und werdett m größerer Anzahl zusammen öfters gesehen.

ü Wetter, 24. Aprll. Am Freitag feiern die EHelentc LandN'irl Plstlipv Born ,md Frau in Todenhausen das Fest der goLqnQr Hjochtzeft.

Ein groß-es Spielernest auSgehoVen.

--- Frankfurt a. M., 24. Llprtt. Durch die Kriminalpolizei würde in der Wohniung des 26jährigeu Kellners Albert Sturz Große Gallus strafte 3, ein großes SpElernest ausgehoben. Als cne Bisamten in die Wohimmg -eindrangen, fanden sie nicht weniger als 25 Personen ^vor, die in nachnitter>läckstl idy?v Stunde Die Umsätze bewegten sich in erheblicher Höhe, Einsätze von 100 Mk wjaren ^ teure Seltenheiten. Mehrere Personen, darunter crmge fahnenflüchtige Soldaten und langgesuchle Verbrecher, wurden sest- genommen, die übrigen Spieler nach Feststellung ihrer Personalien freigelassen.

Wiesbaden oder Frankfurt?

= Höchst a. M., 24. Aprtt. Die hiesigen Hmrdelskreise nah­men in einer gubesuchten Versammlung zn der in Aussicht genom­menen Umgestaltung der Handchstainmerbezirke Und der damrt rm Zusammenhänge stehenden Angliederung von Höchst an Frankruri eingehend Stellung. Nach längerer Aussprache, an der sich vor attem die Wiesbadener Händelskammermtt.glreder Syndikus Dr. jp\ t0 und Alb. Sturm beteiligten, wurde einstintmig eine E n t s d, l:e- ßung ^angenommen, in der die weitere Zugehörigkeit der ^taot Höchst zum Kanrmerbezirk Wiesbadm dringend gewünscht imrd zu­mal auch die steuerliche Leistungsfähigkeit und Entwicklung der Wiesbadener Handelskanimer die Gewähr dasür bietet, daß auch in Zukunft die wirtschaftlichen Interessen des Kreises Höchst durch diese Kammer die erforderliche Vertretung ftnden werden. Gegen die bon anderer Sette gewünschte Loslösung des Kreises Höchstvon Wiesbaden wurde schärffter Einspruch erhobeu. übte die Versammlung an den unzulänglichen Verkehrs'oerhÄttnssen auf dem neUerlZauteu, aber gänzlichverlauten" Bahnhof.

Gietzener Straskammer.

Gießen, 23. 91pril 1918.

Ter 17 Jahre alte Metzger Adolf W. von Gießen, der früher bei dem Konrad K. in Meder-Weisel in Pflege war, erttwendete im Februar l. I. seinem Pflegevater 2 Säcke und der Mutter eines Pflegevaters verschiedene Kleidungsstücke solvie 10 Zervelat-j vürste, 4 Blutwürste, einen Schinken mrd eine Specheitt. Tie ge- 'tohlenen Sachen versteckte er in der Scheuer seines Pflegevaters. Am 24. Februar brachte er einen Teil seiner Beute nach Gießen, und als er am folgenden Abend deU Rest des Tiebsguts holeü wollte, wurde er überrascht und verhaftet. Der Angeklagte, der vollauf geständig ist, erhält unter Zubilligung mildernder Um stände eine Gesamtgefängnisstrafe üon 3 Monateir und 3 Tagen, welche Strafe er alsbald anerkannte.

Eine Gesamtgesängnisstrase von 8 Monaten erhielt me be­reits vorbestrafte Arbeiterin Elisabeth R. von Thon ber Nürnberg wegen Rückfalldrebstahls in 3 Fällen. Sie hat einem Schnhmachcr- meister in Butzbach 2 Paar Damenstiefel und 1 Paar Schuylcisten im Werte von 60 Mk, sowie Ovei Dienstmädchen aus deren un verschlossenen Zimmerndes Mansardenstockes 3 weiße Untertanlen eine schwarzseidene Bluse und ein Paar Stiefel entrvendet.

/Freisprechung erzielte der 16 Jahre alte ^renurlehrlmg Johann. W. in Orteiiberg von der Anklage der Vornahme unzüch tiger Handlungen mit einer Person unter 14 Jahreir. .

Drei bereits wegen Diebstahls bzw. Hehlerei vorbestrafte Jugendliche von Gießen begaben sich am 6. v. M. an den Rangier köpf des hiesigen Wterbahnhofs und ewwendeten aus einem Eisen'bahnwagen, dessenPlombeuverschluß sie entfernten, ca. 13Ge- fangenen-Brote, 1 Paar Sohlen, eine Tüte Würfelzucker, I Sack- ck>en Reis und 2 Triittgläscr. Tie Brote teilten sie sich. Die Diebe wurden überrascht. Das Gericht vernrtettte den einen Angeklagten ;u 3 Monaten und die beiden anderen zu je 2 Monaten Gefängnis.

Tie Wäscherin Katharina W. Witwe von Steinfurth ist vom Schöffengericht Bad-Nauheim wegen Diebstahls zweier Taschew-i tücher und einer Nuchtjacke aus einer zum isvaelittschen Frauew- heim zu Bad-Nauheim gehörigen Halle zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Gegerr dieses Urteil verfolgte die Angeklagte! Berufung, um ihre Freisprechung zu erzielen. Sie hatte aber mit ihrem Rechtsmittel keinen Erfolg, denn auf Grund der Beweis­erhebung wurde die Berufung koftenfällig zurückgewiesen.

Ter Arbeiter Kvnvad M. IV. von Altenhain ist vom Schöffen­gericht Lanbach wegen Beleidigiung zu 14 Tagen Gefängnis ver­urteilt worden. Der Angeklagte hat in einer an das General- Pominando des 18. Armeekorps gerichteten anonymen Eingabe u. a. behauptet,Karl H. III., der zurzett als Unteroffizier eingezogen ist. spendiere seinen Vorgesetzter und könne deshalb öfters zu Hause ein". Mgen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte Berufung. Ob­wohl er bestreitet, der Schreiber der fraglichen Eingabe zu sein, erachtet das Gericht dm Angeklagten auf Grund des Gutachtens des

>chleier führte Hedwig Ehrte aus Sämtliche Mrtwrrkenden. m angemessenen szenischen Rahmeic gestellt, wurdeir zugkräftig an­geführt vom Regisseur Strickrodt und hatten schönen Bei­fall. Das W'erk selbst, in vielen Richtungen heule überholt aber vielleicht darum schmr fast klassisch aumutenp, schien beim Dann- städter Publikum weniger WHderHall zu finden. C. H

Univeksitäts-Nachrichten-

= Frankfurt a. M., 23. April. Die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt hat den Professor für tl)eore- tische Physik an der Universität Berlin, Tr. Max Planck, zu settrem 60. Geburtstag den Titel eines Do k to rs der Naturwrlwn- )aften ehrenhallrer verliehen.

vevmZschLe-.

^ Der Markustag. Ter Markustag, der 25. Aprtt, ist eigentlich derjenige Tag«, an dem in alter Z>ett in Ostpreußen Marzipan gebacken unL wurde. Ter Ursprung dieses

süßen, leider durch den Krieg auch sehr selten gewordenen Gebäch ist ein recht ttcruriger i er erinnert an hie Leiden, welche einst Ostpreußen zu erdrttden hatte. Ter Somurer 1407 war so kalt und naß, daß manche Erntehofsnung dabei wtal zugrunde ging. Es eittstand eine solche Hungersnot, h^.% die Armen Brot aus Heu und Gras uird Baumrinde aßen. Sajchsen kostete einj Bissen Brot, nicht größer als eine .Hjasclnich, drei Pfemrige, was damals viel Geld war. Und diese flauen teuren Brötchen nannte man zu .Ehren des ^vangÄistenMarkusbrötchen" Ms nun die schwere Lwngersniot überst-anden war, backte nrmr zur heilsamen Errmierimg daran rrnd jum immer neuen Dankseste für Errettung aus jener säpveren Zeit alljährlich am Marfllsta ge (25 . Ltprtt) solche nußförnlige fleüre Brötchen aus Rdandetii mtt> Zucker und fernem Gewürz und nannte sieMärst panis" (Markusbrot).^ Spater wurde damr eine Luxusüäschierei daraus, deren historische Be- deuttmg in Vergessenl-ett geriet. _

Gerichtschemikers Tr. Kopp für überführt und wies seine Ber-uftmg koftenfällig zurück.

Eine 6-es-amtgef-Lngnissttafe von 6 dRonaten erhielt die Ernst F. Wttwe von Weisenau wegen Rücksalldiebstahls in zwei Fällen und Urkundenfälsching. Sie ist geständig, in. Büdingen und Ortenberg in den Wirtschafteir, wo sie übernachtete, bei ihrem Weggange einen Tamastbettüberzug, sowie anderes Weißzerrg und eine Straußen­feder entwendet zu haben. Bei ihrer Einlieferung in das Haftlokal -Ortenberg gab sie bei Eintrag in das Geiaugenbuch einen falschen Namen an,' weshalb sie sich der Urkundenfälschung schuldig machte.

In der Privatflagesache des Hahlmeisterstellvertteters L. von Bingenheim gegen die Herma M. m Friedberg wegen Beleidigung wrr die Angeklagte vom Schöffengericht Friedberg zu einer Geld­strafe von 60 Mark verurteilt worden. Auf die vom Privatktäger gegen dieses Urtctt verfolgte Berufung wurde das erstinst-anzliche Urteil aufgehoben uno die Angeklagte M. zu^14 Tagen Gefängnis verurtettt.

Gevichtrsaat.

1. D a r m st a d t, 23. Aprtt. Die Strafkammer verurteilte einen Landwirt von Groß-Rohrheirn, der sein Kapttalvermögen bei der Deklaration zur Msitz- und Kriegssteuer mit 50 000 Mk. an- gab, während es nach dem Gutachten des Buchsachverständigem 185 000 Mk. betrug, zu 12000 Mk. Geldsttafe. Das Gericht nahm nur wissentlich ungenügende Teklaratton cur, urrd billigte ihm mil­dernde Umstmrde zu. Außer der Strafe hat er 1685 Mk. Besitz­steuer und 30000 Mk. Kriegssteuer mehr zu zahlen.

Kuttft rrnd rvessensehatt.

Salome im Darmstädtcr Hostheater.

Mit der Erstaufsühnmg der Stvauß'schsn OperSalons" trug Tarmstadt eine nuntere Schuld an den Müster ab und die Hof­bühne mtt ihrer befriedigenden TunchsfüHrung unter Paul O t t e n - Heiners sorgsamer und hingebender Leitung auch eine Schuld aus Publikum, das für diese Spielzett noch die große Tat zu crwart>sn hatte. Mir die letzte Spielzeit wären es die Klo-mgv-ld^ Einakter, für die vorletzte derRosenkavaliett^ (als ersterSttauß" auf der Hofbühne). Wären die großen Taten, maßvoll, sehr maß­voll verteilt, noch immer nur Opern bisher ttotz des (seit- herigen) ausgesprolchimen ,,Schauspiel^Jtitendauten", so soll dennoch das Gebotene sck>öneii Ruhmes durchaus würdig eraästet werden. Das Orchester vor allem steht aus der Höhe seiner Auf­gaben. Kann das Gesangsmaterial im allgemeinen nun auch ge- staltungskräfttgeren Schwungs, särarserer Hervorhebungen bedürf­tig erscheinen, so ist dock', in jedem Falle lmd im vorliegenden zumal ften ihm gesellten Forderungen Entsprechendes vorhanden. Es sei gern ernxichtt von Elsa W ü H l e r, einer noch ganz Jugendlichen, die als An fangende wach in alles Letzte ihrer Ausgaben zwar erst hnreinwachM muß- wie sic mit der eine volle Reife benötrgendeni Titelpartie sich auseinandersetzte, daß sie vor allem nicht vergaß zu singen bei aller darstellerischen Arbcitsmüst' Singen ist ihr Hauptsache und muß es ihr bleiben. Demi sie hat da ichmr bc- sjonrdere Möglichkeiten. Sie ^bev)ies also, daß auch die Salvttre noch !tttt gesungen werden kann. Ihr gegenüber in scharfer dranrattscher 'Ablstbung staico der Johannaan des Johannes Bischofs, abge kehrt und voll von männlich pathcttschein Trotz seiner hartnäckigen Bußpilicht. Dieser .Konttast gab die beher-rschende Farbe der an­dere Gegenspieler, Herodcs blieb in Globergers Erfaffung viel blasser. Zu n-enneir sind iroch Frau Jakobs (Herodmsft Maria L i e b e l, eirre prächtige junge Mt-Begabung, als Page, der frische Deioor Kühlborn (Naxmboth). Dm Tchtz der

Letzte Nochnchten.

Der neueste Bericht der Heeresleitnng.

(WTB.) Grotzrs Hauptauartier. 25. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Schlachtsetde an der Lys scheiterte ein starker (Gegenangriff der Franzosen gegen die Höhe von Vleugechoek unter schweren Verlusten. Oertliche Kämpfe nordwestlich non Bethune, bei Festubert und zn beiden Seiten der Scarpe. Südlich von der Somme griffen wir Engländer und Fran­zosen bei und südlich von Villers Bretonneux an. In hartem Kampfe bakmte sich unsere Infanterie den Weg durch die Maschinengewehrnester des Feindes, Panzerwagen haben sie hierbei wirksam unterstützt. Wir nahmen den vielumkümpften Ort Hangard. Auf dem Westnftr der Avre trugen wir un­sere Linie an die Höhe uordwestlich vsn Castell vor. Den ganzen Tag über führte der Feind mit seinen auf dem Kampf- fcrd bereitgestellten, von rückwärts herangeholtcn Unter­stützungen heftige Gegenangriffe-, sie brachen blutig zusam­men. Erbitterte .Kämpfe dauerten auf dem gewonnenen Ge­lände die Nacht hindurch an. Mehr als 2000 Gefangene blie­ben in unserer Hand, 4 Geschütze und zahlreiche Maschinen­gewehre wurden erbeutet.

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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Der Kaiser in Zesbrügge.

Berlin, 24. Aprtt. Der Berichterstatter des BerlinerLokab- anzeigers" Karl Rvsner berichtet aus Zeebrügge: 9lm frühen Morgen htttte der Kaiser die erste Nachiricht von dem im Laufe der Nacht erfolgten Handstreich der Engländ-er auf die Mole und deir .Kanal von Zeebrügge erhalten. Nach dem Borttag begab sich der Kaiser ruf die Mole, wo er sich davon überzeugte, daß der durch die Sprengung der Eisenbrücke verursachte scha­den seine vorläufige Behebung schon gefunden! hat und daß eine e^rdgültige Ueberbrückung der Lücke in wenigen Tagen erfolgt sein kann. Ebenso überzeugte er sich von dem voll­kommen guten Zustande aller unserer Anlagen und Einrichtungen auf dem äußereii, dem Angriff als Ziel gesteckten Mvlenteil. Als der gefangene englische Marine-Jnfanterie-Ka- pitän eben vvrübergeführt würbe, ließ der Kaiser ihn zu sich fonmteit, irtni auch die Darstellung des Kampfes von einer gegneri- scknen Seite zu hören. Der Hauptmarm gab zu, daß die Vernichtung rufferer Einrichttrirgen aus der ÜNole und die Abkteinmnng imserev U-Boote von der Ausfallstellung in Zeebrügge und Osterrde das Ziel des lange'vordereittten und mit großen Mitteln ausgesührtenj Unternehmens war. Der Uebersall war bereits viermal angesetzt und eingeleitet gewesen, jedoch jedesmal an der Wachsamkeit unserer Borpostenboote gescheitert. Erst ftr dieser vergangenen Nacht hätten die dstchten Nebel denNaid" ermöglicht, leider ohne daß ihm der ersttebte Erfolg beschieden gewesen wäre.

Der Gesun-Hkitszustaud -es deutschen Heeres.

Berlin, 24. April. (WTB. Nichtamtlich.) Im Hauptaus- schriß 'des Reichstages äußerte sich Generalarzt Schnitzen über den Gesundheitszustand hes Heeres. Trotz der be- dauerlick^n SchlSdigrmgml rer Gesiardheit infolge des Krieges ist der allgemeine Gesundheitszustrand der Truppen sehr gilt- Gegenüber denr cwsten Kriegsjahr g^ngerr die Krankheitszngänge um 25:5 Prozntt zurück. Die Gerüchte über eine Mehrung der venerischen Krankheiten sind übertrieben. Im Feldheer hielten sie sich rmrd einige Proz>mt niedriger, als in den letzten fünf Jahren des Friedens. Im letzten Jahre nahmen sie weiter ab, ebenso im Lwimatcheer, bei dem sie um geringen Prozenffatz höher sind als im .Frieden. Die DuLerkulche-^Erkranflingen sind im Heimatheer etwas höher als im Feldheere, alvr meist niobriger, als im Durch- Mritt der letzten fünf Jahre des Friedens. Wir entließen wogens Tuberflttose-Erkrankungen etlvas über 37 000: die Franzoseir da- gegeir haben Im gleitt'ien Zeittauin 88 000 Mtt wir entlassen. Die durch Gas erkrankten leiden zmrächst urrttr etwa zwei Monate dau­ernden Nachwirkungen, dagegen tritt eine dauernde Gesundheits- sichädigirng selteir ein. Tie aus den Lazaretten Eiitlassenen wurden rund zrr 90 Prozent wieder kriegsverwendungs fähig, darunter 70 Prozenr wieder frvntdienst'fLhig. Bon den Eiitlassenen starben etwa 1 Prozent. Tie Selbstmorde nahmen im Heere bedeutend ab. Im ganzen zeigt die Truppe große körperliche und seelische Wiiderstcmdsfä higkeit.

Kriegserklärimg Aurerikas an die Türkei und Bulgarien?

Washington, 24 ?lprtt. (WTB. Nichtamtlich.) Rerrttr- Meldung. Iw Senat entwickelte sich eine leidenschaftliche De­batte über Hie Kriegserklärung der Bereinigten Staaten an die .Türkei und Bulgarien Senator Brandeyas brachte eine Resolutton em, in der das Senatskonntee für auswärtige Angeleyenhetten aufgefordert Witt», rechtzeitig den Antrag des Senators Km>r über die Kriegserflärung in 'Erwägung zu ziehem Ein anderer Senator brachte eine zwecke Resolution ein, in der i"orgesÄagm wird. Willen auttusordern, int Senat, falls es mtt dem Staatsinttreffe vereinbar sei, Mittettung zu machen, ob irgendwelche Gründe gegen die K'-ie^serflärung bestünderr. Beide Resvlntionen wurden bis 24. Aprck verschoberr. Brandegas, der Mitglied des Senats konnten- für auswärtige Angelegenheiten ich. erklärte, es würde lächerlich mrd tragisch zugleich fürstAmerika sein, einem Lande deil Krieg zu erkläreir und gleickt;eittg in freund«! schastlich-en Beziehmrgen zu einem mrdaren zu steheir, das mtt dem erstexw verbündet sei.