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lb8. Jahrgang
Donnerstag, 25 . April l 9 l 8
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(WTB.) Großes Hauptquartier. 24. Avril. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Auf dem Schlachtfelde an der Lys und an drr Somme blieb die Gefechtslätiskeit auf örtliche Karnp Handlungen beschränkt. Nordöstlich von Bailleul erstürmten wir die Höhe von Vleugclh.'ek und nahmen hier Franzosen gefangen. Seitlich von Bailleul wiesen wir englische Angriffe ab. Starke Vorstöße des FcinLes nordöstlich von Belhune wurden in Miseren Vorpostenlinien zum Scheitern gebracht. Vorfcld- kärnpfe mr vielen Stellen der übrigen Front brachten Gefabene ein.
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Rittmeister Freiherr von Richthofen ist von der Verfolgung eines Gegners über dem Schlachtserde an der Somme nicht zurückgekchrt. Nach englischen Berichten ist er gefallen.
Oste n.
Finnland: Die unter dem Befehl des Generals von Der G^ltz stehenden Truppen haben die Eisenbahnknotenpunkte Nymngo und Ruschimaeki aer:omn!en und irördlich von Lanti die Verbindrmg mit der finnischen Armee hcrgestelll.
N kraine: In der Krim hrben Truppen des Generals Kosch Simferopol rrreicht.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
Der Abendöericht.
B erlin, 24. April, abends. (WTB. Amtlich.)
Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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Die Beisetzung Mchthosrns.
Paris, 23. April. (WTB.) Der Korrespondent der Agerree Havas an der englischen Front telegraphiert über die Beisetzung Richthofens, daß ihm die mili-
Dnrch amtliche Berliner und Londoner Meldungen erfahren wir heule etwas mehr über den englischen Versuch, unsere See-Kriegführung von Ostende und Zeebrügge aus lahnrzulegen. Er ist iniMückt, „vereitelt" worden, wie unsere Marineleitung sich ausdrückt, die nach der amtlichen Darstellung des Ereignisses noch eine kurze Feststellung erläßt, worin auf die englische Prahlerei erklärt wird, mv- sere Seekriegführung von der flandrischen Küste aus sei in keiner Weise gestört. Uebrigens enthält der Bericht der englischen Admiralität auch nur die Mutmaßung, „daß die Operationen einen ziemlichen Erfolg" hatten. Englische Blätter aber machen großen Jubel damit, und der Marine- nnnister Geddes hat im Ünterhause aus dem mittelmäßigen Manöver des Kommandanten von Dover, der dabei auch französische Torpedojäger zu Hilfe nahm, eine Haupt- und Staatsaktion gemacht. Wie oft hat die deutsche Marine Angriffe auf Calais und Dünkirchen nicht nur, sondern auch auf Küstenplätzc und Städte Englands gemacht, ohne daß sie vor dem Reichstag solches Aufheben davon gemacht hätte, wie das ruhmbedürftige, aber in seinem Ansehen stark ram- ponierte England.
Das englische Unternehmen war, wie der deutsche Beruht zugiüt, „groß angelegt". Sir Geddes teilte ausführlich mit, welche Mittel diese Angrisfsarmada mitnahm und welche Vorsichtsmaßregeln sie getroffen hatte. Wäre es die Hauptabsicht des englischen Admirals gewesen, durch Versenkung alter, mit Beton gefüllter Schiffe den Deutschen die Fahrrinne unbrauchbar zu machen, so hätte es dieses Landungsversuchs und Feuerlärms wohl nicht bedurft. Dann wären die Lastschiffe unter dem Dunkel und Schweigen der Nacht ohne loeitere Begleitmusik versenkt worden. Es war aber offensichtlich aus mehr abgesehen; zur wirklichen Schädigung unseres Verkehrs von Ostende und Zeebrügge aus bedurfte es der Lcnrdung und Vernichtung der zahlreichen starken Hafenanlagen. Das ist den Engländern nun zweifellos gänzlich „daneben" geraten. Nur etwa 40 Mann haben die Viole von Zeebrügge betreten llsirnen, und keiner kam, wie der deutsche Admiralstab meldet, zurück; tot oder lebendig blieben sie in unseren Händen. Außer einer durch Torpedotreffer verursachten Beschädigung der Mole sind, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, „unsere Hasencmlagen und Küstenbatterien völlig unversehrt". Während von unseren See- streitkräften nur ein Torpedoboot ganz leicht beschädigt wurde, haben die Engländer bei ihrem Angriff fünf kleine Kreuzer, drei Zerstörer und zahlreiche Torpedomotorboote verloren. Unsere Küstenbatterien haben nämlich ihre volle Schuldigkeit getan.
Natürlich werden weitere englische Berichte und Darstellungen mit dieser Ruhmestat Staat zu machen suchen. Der König von England hat bereits Glückwünsche telegraphiert, und wir wissen nicht, ob in London auch wieder eines der berühmten Siegesgeläute ftattgefunden hat. Wie weit in solcher Selbstberauschung der Engländer geht, erfahren wir ja gerade jetzt durch eine Rede unseres alten Freundes Churchill. Er bringt es fertig, die deutsche Offensive im Westen in einen Erfolg Englands umzumünzen, und man denkt dabei unwillkürlich an die gleiche Schwätzerei beim englischen Rückzug von den Dardanellen.
Der öfterrelchisch-mrgarlschs Tagesbericht.
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Wien, 24. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine größeren Kampfhandlungen.
Der Chef des Generalftabes.
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tarischen Ehrungen im vollen Um fange erwiesen wurden. Ein Geistlicher nahm nach dem anglikanischen Ritus die gottesdienstliche Handlung vor. Sechs englische Flieg er- vssizieve trugen den Sarg zur Gruft und (egten Kränze mit den deutschen Farben namens des Hauptquartiers einer Brigade und mehrerer Geschsvadec, darunter eines australischen, nieder. Einer dieser Kränke trug die Inschrift: „Dem tapferen und würdigen Feinde."
London, 23. Wnttl. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Der folgende Bericht über den D o d Richt- hosens ist von dem offiziellen Kriegskorrespondenten bei den australischen Truppen in Frankreich eingegangen:
Richthofen wurde gestern abgeschossen, als er in geringer Höhe diesseits der australischen Front flog. Die Kugel) die ihn traf, ist wahrscheinlich von dem Kanonier Lewis bei einer Batterie der austtalischen Feldarttllerie abgefeuert worden. Richthofen fiel am Ende eines Kampfes zwischen britischen nnd deutschen Geschwadern. Ein britischer Flieger ist der Meinung, daß er Richthofen abgeschossen hat. Richthofen, der einen Dreidecker steuerte, wurde getroffen, als er sehr niedrig über dem Boden flog und als« er selbst den brittschen Aufklärer herunterjagte. Der deutsche Meisterflieger stürmte weder. Das Flugzeug ging krachend in Stticke. Shrc ein« Kugel wurde in Nichthofens Körper gesunden. Sie war in die linke Seite eingedrungen und gerade durch das Herz gegangen. Der Kampf begann, als zwei australische Flugzeuge, die sich ziemlich wert hinter den deutschen Linien befanden, Plötzlich sechs feindliche Flugzeuge über sich bemerkten. Die Deutschen gingen sofort zum Angriff nieder und saßen uns in der Flanke und im Rücken. Die Austtalier machten kehrt und schossen rückwärts. Einer der feindlichen Dreidecker stürzte herunter, ascheinend steuerlos. Die Austtalier selbst gingen fort, um sich gegen einen etwaigen Wiederaufstieg zu sick^ern. Sie befanden sich jetzt außerhalb des Kampfes, der sich über der So-mrue Mischen etwa fiinfzehn Flugzeugen aus jeder Seite abspielte. Das brittsche Gescho-ader von Kampfaufklärern (Jigthtiug Soouts) hatte ein feindliches Geschwader angegriffen und die Austtalier waren anscheinend nur auf einen Teil davon gestoßen. Bis zur Feststellung von Richthofens Tod hatte man nicht erkcurnt, da/ß cs sich um sein berühmtes Flugzeug gehandelt hatte. Die Persönlichst ließ sich nach den Papieren und der Uhr des Getöteten deutlich feststellen.
München, 24. April. Der König von Bayern richtete an den Vater des gefallenen Rittmeisters Manfred Freiherrn v. Richthofen ein heimliches Beileidstelegramm nnd sprach auf gleichem Wege auch dem ®aifer sein Beileid ans.
Der mißglückte englische Angriff ans Gstende
und Zeebrügge.
B e r l i n, 24. April 1918. In der Nacht rwm 22. zmn 23. Llpril wurde ein groß angelegtes, mit rücksichtslosem Einsatz geplantes Unternehmen gegen unsere flandrischen Stützpunkte vereitelt. Nach heftiger Beschießung von See aus drangen unter dein Schutze eines dichten Schleiers twn künstlichem Nebel kleineKreu- zer. begleitet von zahlreichen Torpedo- mid Motorbooten, bei O st e n d e und Zeebrügge bis unmittelbar an die Küste vor, in der Absicht, die dortigen Schleusen und Hafen- anlagen zu zerstören. Gleichzeitig sollte nach Aussage um Gefangenen eine Abteilirng von 4 Kompagnien Seesoldaten (Royal Marine) die Mole von Zeebrügge haudstteichattig besetzen, um alle au? dieser befindlichen Baulichkeiten,
schütze und Küstengeräte, sowie die im Hqsen befindlichen Fahrzeuge zu vernichten, Nur etwa 49 Mann von ihnen herben die Mole betreten. Diese sind teils tot. teils lebendig in unsere Hand gefallen. Auf der schmalen h-hen Mauer der Mole ist wn beiden Seilen mit äußerster Erbitterung gefochten lvorden. Von den bei dem Angriff beteiligten englischen Seeftreitkrästen wurden die kleinen Kreuzer Jphigenia, Jntrepid, Sirius und zwei andere, leichterer Bauart, deren Namen unbekannt sind, dichtunterderKü st ever senkt. Ferner wirrden 3 Zerstö rer und eine großeAnzahlvon Torpedobooten durch unser Arttller iefeuer z u m S i n - k e n g e b r a ch t. Nur einzelne Leute der Besatzungen konnten voll uns gerettet werden. Außer einer durch Torpedotreffer verursachten Beschädigung der Mole sind unsere Hafenanlagen und Küstenbatterien völlig unversehrt. Von unseren Seestteitttüftcn erlitt nur rin Torpedoboot Beschädigung leichttr Art. Unsere MenMnverluftze sind gering.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
London, 23. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen tonus. Die Admiralität teilt mit: Heute wurde am frühen Morgen von unseren Seestreitkrästen ein Angriff mrf O st e n d e und Zeebrügge, die stwm -Feinde <rls Stützpunkte für seine Zerstörer und U-Boote benutzt wurden^ unternommen. Unsere See- streitkräfte sind jetzt nuf der Heimkehr begriffen. Nach den bisherig« spärlichen ilLachrichten hatte der Angriff einen leidlich guten Erfolg. Mit Ausnahme der DecLrngsschiffe bestand das verwendete Go- schoaüer aus Hilfskriegsschiffen und sechs veralteten K re uze r n , Fünf dieser Kreuzer, die mit. Beton ausgefffflt waren, wurden als Blockverungsschiffe verwendet und gemäß den etteillen Befehlen an Strand gesetzt, von den Mannschaften verlassen und gesprengt. 6uc weiteres Kommunique wird ousger^ben, sobald die Berichte tos den Schiffen, die jetzt muh ihren Stützpunkten zjurückkehow^ kwv - liefen, lieber die Verluste ist noch nichts bekannt.
Frn Unterhaus gab der erste Lord der AdmiralltÄ Sie Eric Geddes folgende Erklärung über die UrrLernehsmLrg gegen Ostende und Zochrügge. Ter Angriff wuLde unter dem Beseht des Vizeadmirals Roger ausgeführt. Zerstörer ans Dover und französische Zerstörer wirkten mit, ebenso nahmen sechs veraltete britische Kreuzer, „Brillianttff „Sirius", Iphigenie", ^nttepid", ,Äs- iis" und „Vindittive", sämtlich 20 bis 30 Fahre alt, an dem Dr- griff teil. Fünf mit Beton gefüllte Boote sollten im Kanal und wenn «möglich.am Eingairy der Häfen versenkt werden. ,Mndictd»e^^ und zwei Hilfsschiffe, rrrsprünglich Liverpool er FährbÄNe^ führtsr Sturm- und Zerstörungsabteilungen zum Sturm auf dre Spitze der Zeebrügger Mole. Der Kreuzer „Vindictiv^" war besonders uiit LausPlanven zur Landung der Stürmerabteckungen versehen mrd Mit FlornTnenwerfern ausgerüstet. Alle beteiligten Leute, .Matrosen und Seesoldaten, waren Freiwillige der großen Flotte. Es Mgte sich ein jgroßer Wxttuifer für die Unteniefrrmmg. Leichte Tecttngsstreitkräfte unter Admiral Tyrwlchtt deckbar die Operationen ürrd eine Abteilung von großen Mjorritoren.und eine Änzahk von Motorfahrzeugen und Küstenmotorbooteir, von welchen die kker- Uen starken Boote die größtnrögliche Besatzurrg führten, nahmen teil. Der Hauptplan war der folgende: Nach einer starken Beichte- ßung von eürstündiger Dauer durch die Monitore aus Zeebrügge sollte der Kreuz-cr „Vindietive" mit zwei Hilfskreuzern langsseits der Mole von Zeebrügge gehen urrd Abtell'ungen zarm Sturm und zlur Zerstörung landen. .Unterdessen söllten drei Blockschiffe, das sirv) die alten Kreuzer, in den Kanal emdringen, arrf Grund laufen irnd in die Äfft gesprengt werden. Zwei alte wertlose Unkerseebvote^ mit Explosivstoffen gefüllt, sollten gegen die Verpfählung anßer- ll)Äb der Mfole an der Küste anrenuen Fn Ostende war die Arbeit einfacher. Tort sollten zwei Blockschiffe an die Küste rennen und mn Eingang zum Hafen gesprengt werden.
Die bekarrntgewvrdenm Ergebnisse sind: Fn Ostende liefen zwei Blockschiffe an die Küste urrd w.irden nach der Sprengung verlassen. In, Zeebrügge erreichten z:vei vor: den drei Blockschiffen ihr Ziel, wurden versenkt urrd am Eingang des Kanals gesprengt; das dritte lief in der Durchfahrt auf den Grund. Ein gewisser Gesamtschaden wurde durch das Artilleriefeuer und Tor- pedvschüsse aus seiEck^e Zerstörer und andere Scksiffe längs der Mole verursacht. Ein Küfteumotorboot meldet die Torpedierung eines feindlichen Zerstörers, der zu entkommen suchte. Eines der beiden alten Unterseeboote erreichte seine Ziele. Es wurde ge- sprmgt und zerstörte dabei die Berpfählurrg nahe der Mole. Sturmabteilungen vom „Dindivtivi" rmd von den Hüfskreuzern „Iris" und „Daffondil" gingm zum Angriff vor und kän:pften mit größtmöglicher Tapferkeit, indem sie die Stellungen längs der Mole über eine Stunde hielten mrd bettächtlichen ^Schaden und Verluste den feirrdlichen Stteitkrästen zusügtrn, die die Mi>le, die Zerstörerbatterie, die UnterfeebootSdepots und die große Waffen- flugzeugbasis auf dieser hielten. Der Angriff hatte vor allem den Zweck, die Aufmerksamkeit der Besatzung der Mole auf sich zu ziehen, während die Blockschiffe in den Hafen eindrangen, und erreichte diesen Zweck. Nachdem die Landungsabteilungen wieder eingeschifft waren, ttaten „Vindietive", „Iris" und „Daffoudll" mit Erfolg den Rückzug an. „Vindicttve" ist, wie gemeldet, nach dem Ausgangsort zanückgekehtt, die beider! anderen sind auf dem Wege dahin. Tu im ganzen bisher genuldeten brittschen Schiffe Verluste betragen: ein Zerstörer, der durch Geschützseuer von der Mole zum Sinken gebracht wurde, zwei Küstemnotvrboote und zivei Motorfahrzeuge, die vermißt lverdeu. Die Wmiralität glaubt dem Vizeadmiral in Dover «nb allen Offizieren und Mamv- schaffen den größten Dank für ihr äußerst tapfer^ Unternehmen schuldig xu sein. Es liegt genügende Wahrscheinlichkeit vor, daß der Eingang zum Brüggekanal möglicherrveise wirksam block«rt ist und daß bettächtlicher Materialsckxrden verursacht wurde ^Berlin. 24. April. (Amtlich.) Aus der vorn Ersten Lord der mglrschen Admiralttät Sir E. Geddes im Unterhause gegebenen Erklärung über die Untecnehimmg gegen Ostende und s^-ebrügge saunnt man herauslesen .zu sollen, daß soivohl in Osteirde, q<rnL beiorckers aber in Zeebrügge das beabsichtigte Ziel — schließnng der Häfen — erreich worden sei. Demgegenüber wird hrermrt ausdrücklich festgestellt, daß die Seekrieg Ssühruna von der flandrischen Küste aus durch die englisch Untri> nehmung in keiner.Weise gestört ist.


