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nföttot täglich, außer Sonntagr. - Beilagen: G1rßenerZamll1e«diS11er; Kte.sbicitt

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168. Jahrgang

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ßreltag, 5. April 1918

pofkfcheckfonto: Zranftnrt a.M. N686

General-Anzeiger für Oberhesjen

vantoerfehr: Gewerdedank Gießen

ZViMngrrvnddrvü u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Lteindruckerei R. Lange. ZchrisHeiwng, Geschäftsstelle u.vnlckrrei: Zchulstr. 7.

Annahme von Lazetge» s. die Tage«nurnrner dis zum Nnchmikttrg vorher ohnejedeBerbindltchkeit Zeilenprelfe: für örtliche Anzeigen 25Pf..für auswärtige 30 Ps., Mir Reklamen Mt. 1.; bei Platzvor- schrist 20°/, Ausschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtSsaal: W. Meyer; Anzelgentell: p. Beck;

sämtlich in Gießen.

Zortsührung der deutschen Angriffe und neue Erfolge

südlich der Somme. '

(WTB.) Trotzes Vauvtauartier, 4. April. Almlllch.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An der Schlachtfronl lebte die Gefechtstätigkeil süd- Nch von der Somme auf. Neberraschend und nach starker Artillerievorbereitung versuchte der Feind am frühen Mor­gen und am Nachmittag viermal vergeblich, die ihm ent­rissenen Höhen südwestlich von Morcuil wieder;u gewinnen. Unter schweren Verlusten brachen seine Angriffe Msammen.

Vor Verdun und im Parrvywalde vielfach lebhafter Heuerkampf.

Osten.

Fm Einvernehmen mit der finnischen Regierung haben Deutsche Truppen aus dem finnischen Festlande Fuß gefaßt.

*

8dm den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguarnermcisler Ludendorfs.

Der «dendvericht.

> Berlin. 4. April, abends. (WTB. Amtlich.)

In Fortfüliruna unserer Angriffe südlich der Somme würden neue Erfolge errungm.

Zur Vergeltung für die seit einigen Tagen anhal­tende Beschießung unserer Unterkünfte in Laon durch die Hrauzoseu haben wir Reims unter Feuer genommen.

genossen liegt. Sonst würde der französische Ministerpräsi­dent nicht so grob und dennoch ausweichend geantwortet haben:Czernin hat gelogen." Es bleibt abzuwarten, was derTiger" beginnen wird, wenn ihm nun der neue weiche Ball des Wiener Diplomaten ins Gesicht fliegt. Für mrs Deutsche, oder vielmehr unsere Regierung, ist dieser Gedankenaustausch Uoischen Paris und Wien vielleicht einmal eine Quelle von Besorg­nissen gewesen aber das ist jetzt vorbei, und das sich zwischen Clemenceau und Czernin entwickelnde Turnier macht uns keinerlei Aufregung. Die großen Würfel sind gefalleir, und aus Hindenburgs neuester Aeußerung, seiner Antwort an die Essener industriellen und kommerziellen Korporationen, ersehen wir, daß sein Optimismus sich nicht auf diplomatische Annahmen und Berechnungen, son­dern nur auf das Gefühl und die Sicherheit der militäri­schen Ueberlegenheit Deutschlands stützt.

Die ersten Sböße der deutschen Offensive haben den Dcisgswillen der Entenv: ntuji

schmerzhafte Gesichtsverzerrungen gegeben, aber alle Or­gane des feindlichen Völkerbundes blasen noch aus dem­selben Horn. Wie sensationell wirkt da die heutige Mitz- teilung derKöln. Ztg.", eine Züricher Zeitschrift,Das neue Europa", habe den Schleier über erner englischen Ministerbesprechung gelüstet, worin ein völliger Umschwung in der Politik unseres Hauptgegners sich angebahnt und crusgedrückt habe.' Wir versteifen auf die Wiedergabe dieser ausfallenden Nachricht in dem vorliegenden Blatte. Möalrch wäre es schon, daß im vertraulichen Kämmerlein Lloyd Goorge und seine Kollegen eine gMndliche Revision ihrer Auffassungen von der Weltlage vornehmen. Daß in der Öffentlichkeit noch eine Weile im allen Tone, mit gewvhni- tem Kriegseifer, sortgeredel wird, ist ja erklärlich. Ein solck-er Wechsel kanrr nicht von heute auf morgen vor- oenonrmen werden. Hoffnungen: auf eine befteiende Wen- dung durch die großerr Schlachtenereignisse des Westes, noch mehr aber wohl Erlvartungen inneren Zwiespalts oder Zerfalls innerhalb der Mittelmächte, lassen die feind­lichen Staatsmänner nach außen hin noch die Zähne zu- sammenb-eißen. Die noch nicht genügend ans volle Tages­licht gelangte, inzwischen wieder abgebrochene Anbahnung eines Meinungsaustausches zwischen Paris und Wien ist pn mindesten ein Beweis dafür, daß die Entente ihr ruhmrediges Verhalten, ihre trotzige Unnachgiebigkett weniger aus der eignen Kraft, als aus der Rechnung mit unseren inneren Schwierigkeiten und Lockerungen nnserer Bündnisverhältnisse herleitet. Nach. Czernins Rede muß aber die Ungeduld in London und Paris sich vergrößern. Englisck-e Blätter sagen nrit gefurchter Stirn neue, schwere Zusammenstöße auf den westlichen Schlachtfeldern voraus. Es wäre natürlich und verständlich, wenn die englischen Geister sich einmal nrit der Frage beschäftigen würden, was entstehen müßte, wenn sich die Ereignisse in der bis­herigen Bahn fortentwickeln. Da wären solche Schluß- ftstgerungen, wie sie imNeuen Europas gezogen werden.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 4. April. (WTB.) Amtlich wird vrrlantbart: An der italienischen G c b i r g ö f r o n t etwas lebhaf- ter Feucrkampf. Der Feind ließ bei Erkundungsvorstößen Gefangene in unserer Hand.

Der Chef des Generalftabes.

Der türkische Bericht.

NvustantLnopel, 3. April. (W.D.) Tagesbericht. Palib- tinafront: Ein Vorstoß der Engländer aus das östliche Io rda n u fe r scheiterte mL» wächst sich zu einer ernsten Nieder-

ffif

drängenden Feinde weitere VttlustL xu. Hartnäckiger des Gegners wurde überall gebrochen. Urtter Führung von Essad Bey wurde von Norden fer der U-cbergarrg Ober deir Wadi Abiad er­kämpft und El Salt wieder genommen und m unaufhalt- ämem Borwättsgehen die Straße El Salt-Iericho er­reicht. Eiligst h-'rairgeführte Verstärkungen des Gegners wurden von unserer ArErie tmrksam gefaßt und von unserer schneidig crngceisenden Kavallerie in die Flucht geschlagen. Auch vomQ ste n her ist die Denvlgung des Gegners in vollem Gange.Mlnsere Bombengeschwcver griffen trotz schwierigsten M. terungsverl'Ä nis- sen feindliche Rrger bei Jericho und am Jordan mit guter Wirkung an. Westlich keö Jordans an ein^-l-nen Sollen lebhafte Attillerie- und Palrouilentgtyiveit. Unsere dickst am Flusse stellenden Truppen griffen erfolMächlnach Süden an. Soirst nichts von Bedeutung.

Der Kampf im Vesten.

Be lin, 4. April. (W.B.) Zwisck-en Anc re und Avre inacht dr Engländer fieberlmfte An streu gimgen, seine Stel­lungen halten und die Deutschen womöglich wieder mrüchu- drang^. Da seine eigenen vollkommen durclinünander geratener, TrupM hlerzn nicht ausreiä-en, hat er australische und neu ee ländliche Kontingente herangebracht rmd in vorderster Linü eingesetzt. Vor allem aber macht er cursgiebigen Gebrauch von«r französischen Hilfe. Auch in t^m Absclmitt znnschen Avr und Somme wurden Franzosen zwischen englisck>e Trlkvpcn eiwsawben, um den deutsclfen Ansturm mifzuhalten und an Stelle stnusgezogener englischer Divisionen die diesen bisher mißlungenen G<en an griffe geae^i die deutschen Stellagen z.u führen. Heftige A.iriffe gegen die deutsche Front beim Aubercourt und l^rseits Marceleaye, die nach kräftiger Anillerievorbereii hg am Abend des 3. April ein setzten, scheitert«: unter hohen stnd Verlusten. Der Engländer fährt fort, die bisher mr^erst orten Mchaften hinter der jetzigen deutschen Front Msammcnsuschicßcn ibert, das von dem dcutsckien Feuer Vett-Ätnisnläßig versckwnt blieben ist, ist nunnrehr ein Trümstmwhaufan. So wird ein weiterer andstrich Frankreichs durch die Engländer völliger Zerstörung rmd Zerwüstimg entgegengefülnt.

bricht vom der Hano zu weisen. Aus den bisherigen Beröfsent- Berlin, 4. April. (W.D.) Me Stimmung der englischen lichungen über die franMsch-österreichische UnterhaltuitgS e fan genen hat sich im Vergleich yii früheren Jahren auf- wiss'-n wir auch noch nicht, ob die Anftage Clemenceausauend geändert. Me hochmütrge Haltung ist verschwunden, eine im vollen Gnsmrehmm mit Enqland gestrtlt Morden -«m «S»gUW»ct mtsmofinh= ««brMtWt imb UnrirfwW

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mir das allgemeine Programm im Auge hatte,so Handel er wie ein ehrenwerter auftichtiger Wiierter." Wel letzten Zwecke Gras Ezernin mit seirrerEnthüllung" v' folgt hat, ist auch nach der ergänzenden amtlichen Wre^ Mitteilung noch, nicht *}ii erkennen, die heute durch « Blätter geht. So viel scheint festzustehen, daß das Bekat- werden dieser Angelegenl^eit nicht gerade im Interesse«' knenoeaus und seines Verhältnisses zu seinen Bn^

l ände vertu st.

Me Franzosen fähreri fort, ihre eigenen Kirchen zu zerstören. Mc planlose Beschießung von Noyon durch die Frarizosen dauert an; seit heute ^chchmittag steht die alte große Kirche der Stadt in Flammen.

. Ein bezeichnendes Licht auf die englischen Verhältnisse werfen Brrefe, die bei englischen Gefangenen gefunden wurden. Ein Brief aus dem englischen Etappengebiet enthält die Nackwicht, daß zelM

Protztzut aller englischeU Solbakeu hkE der Fnmk ««-

schlechtskrank sind, und daß dieses Uebel immer erschrerkenoevtz Tnnensmnen annehme. In London jei es ebenso schlinmv.

Berlin, 4. April. (W.B.) Bei den Kämpfen zivischen Somme und Avre wurden auch verschiedentlich Amerikaner, die sehr gegen ihren Willen in die Feuerlinie geritten, gefangen go- nommen. Sie gehören amerikanischen Pionier-'Regrmentern an, die hinter per Front beim Bahnen-, Brücken- oder Weg bau beschäf­tigt waren. Dvese Bauabteilungen wurden in der Not dar Lage vr Abteilungen bis ziu 30 Mann in die Schlacht genwrfen.

Stockholms Dagbladet" vom 2. April schreibt: Zeichen für die sehr empfindlichen englischen Verluste sind die Hilferufe nach Verstärkungen die Lloyd George an die Kolonien und Amerika ergehen läßt. Der Einsatz iruzureichendt Mlsgebildeter Amerikaner zwischen franko! isch-engbi s chcn 'Divisionen dürfte militärisch von geringer Bedeutung sein und ist wohl nur eine Maßnahme zur Hebung der Stimmung.

Bern. 3. April. (W.B.)T e m p s" erklärt in einer Be­trachtung der militäryck-en Lage, daß alle Reserven^ beij Alliierten dem Schlachtfeld? in der Picardie Zuströmen. Zwischen Arras und dep Somme werde der Krieg entschiede^ werden. Alle Kräfte der Alliietten würden sich dott schlagen. Man köime andererseits auch sicher sein, daß die Deutschen alltz verfügbaren Truppen dorthin schicken würden.

Berlin, 4. Aprck. Wie in der Nacht zmN 3. April, st» halten auch am 4. wiederholte feindliche Gegenstöße die Wiederervberung der südwestlich Moreuil gelegenen Höhen zmn Ziel. Tie Angriffe wurden sämtlich nach starker Artillerievor^ bereitung angesetzt und in dichten Massen vorgetragen. Unter den schwersten Fttndvttlusten sind sie restlos gescheitert. Tte wichtigen Bahnhöfe Compieg^ne und AmienH wurden m& Erfolg beschossen und auch mit Bomben belogt.

Beschießung von Reim».

Berlin. 5. April. Tie Beschießung Lärms durch die Fran­zosen. Die Beschießung von Laon dauett mwernrindert an, D« Opfer in der unglücklichen Stadt mehren ^ich Als Entgelt für diese Beschi eßun g Laons wurde nnnnrehr Rerins von der deurmm Artillerie unrer Feutt

Die Beschießung von Koetvijr.

Berlin, 5. April. M.e Ostende. Dftmuidan, Rveselare!, Meenen und viele andere kleine Städte, ist jetzt auch das blühende Kvrtrijk dem Tode durch britische Kanonen geweiht. Anscheinend leben Franzosen imd Engländer in dein Wahn, durch wahllose Beschießung der Orte hinter unserer Front die deutsche Gefechtskraft zu lähmen. Me Leidtragenden sind lediglich die unglücklichen Bewohner dieser Orte, Franzosen und Blamen, die ihre Heimat nickst verlassen wollen, wälzend der Soldat in denj beschul senen Städten einfach die überall mrgelegten llnterständ« auffucht. Frauen, Kinder und Greise sind jedoch dem Feuer ihrer eigenen Landsleute oder deren Verbünde!en sch itzlos prersgegeben, weil sie ntcift ihre Wohnungen weder verlassen können noch wollen- mich llwen Geschäften Nachkommen müssen. Wer mit ansehen mußte wie die zerfetzten Frauen- und KinderleickffTN auf den Straßen herumliegen oder aus dem Schmutz ziy'ammengestürzter Häuser hervorgeholt werben müssen, persteht die Wut und den Haß der unglücklichen Zivilbevölkerung gegen die englischen Urheber all ihres unsäglickien Unglücks. Bei der tBeschrewmg von Kortrijk wrttde kein militärischer Sck»aden an- gei ustet. ^amtliche Sckxüsse trafen engbelvohnte ^Vrivatbäuser oder deren Umgebung. Unter den Opfern befinden sich ünmer wieder vrele Kinder. Hunderte ariner Leute sitzen gelähmt vom Schreck und frieren in ihren fensterlosen Stuben öder dimklen Keller« rmd toarten zitternd auf die rrächsten Lagen englisch-französische/ Granaten, die ihr Leben und Eigerrtum vernichten.

Eine neue Mahnung Hindcuburg».

Essen, 4. April. (WTB.) Auf eine unter denk 26. März an Hindenburg und Ludendorff gerichtete gemein­same Adresse ging dem Bergbanverein Essen und der Handelskammer für die Kreise Essen, Mühlheim-Ruhr und Oberhausen in Essen nachstehende Antwort zu:

Großes Hauptquartier, den 31. März.

Für das Schreiben vom 26. März danke ich in meinem' und des Herrn Ersten Generalquartiermeisters Namen. Es gab Zeitspannen in diesem Kriege, worin der Sieg unsicher schien; da schieden sich die Meinungen. Die einen verzweifelt ten am Erfolg und setzten ihre Hoffnung auf den Bersöh- nungswillen unserer Gegner, die anderen glaubten nicht an ein Einlenken unserer Feinde und sahen die Rettung Deutsch­lands nur in der harten entschlossenen Weiterführung des lkrieges; sie verloren nickst die Hoffnung auf einen siegreichen Ausgang. DerErfolggabdenletzterenRecht. Die Ereignisse der letzten Monate belveiscn uns, daßderSieg uns sticht entrissen werden kann, dessen wir für Deutschlands politische und wirtschaftliche Zukunft bedürfen. Wir werden ihn umso ausgesprochener erringen, je ge-

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hast noch Gchd genug, das Ou Deinem Vaierlande leihen kannst. Leder zurückgehaliene Pfennig verlängert den Krieg. Jede Stunde Krieg bedeutet weitere Opfer an Gut uud Blut. Zögere nicht, zeichne!