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Die Gesamtverluste unserer Gegner seit Beginn der Dunh- ^n<l:ssch!ack>t betragen nunmehr 192 Flugzeuge und elf Ballone Unsere Flugabwehrgeschütze sind daran mit der außerordentlichen Zahl von 46 Flugzeugen beteiligt. Leut­nant Bongarts besiegte 33, Leutnant Kroll 23 Gegner. Wir büßten 32 Flugzeuge ein (davon 10 diesseits) und vier Ballone. >

Schneidige Fliegerangriffe.

Berlin. 3. April. (WTD.) Am Abend deS 1. April schäu­men dicht twr ArraS fünf englische Fesselballons vr der Luft. Nackidem die englischen Flieger durch den Angriff einer deutschen Jaadtzaffel hinter chre Frmtt zurückgesästagen wor den waren, ging Leutnmtt Röth mit seiner Jagdmaschme blitz schnell zum Angriff gegen die Fcs.elballons txor. Schnell hatte er die beiden ersten erledigt, brennend kamen sie herunter. Trotz Mt«rdem Flakseurr stürzte er sich nun auf den dritten und setzte auch diesen durch Nahangriff mit dein Maschinengewehr in Brand. Von den dentsckMr Beobachtungsstellen wurde der Hergang gesehen und frisch zurückgedrahtet. Während nun alles die Rückkehr deS erfolgreichen Fliegers mit höchster Spannung erwartete, schraubt« sich dieser unerwartet mitten in den englischen Spreng wölken nochmals ein Stück in die Hohe, bog seitlich ab und neigte sich erneut zum Stur^ftug gogen den vierten Ballon. Auch dieser ging, in Flammen aus. Gleichzeitig griff Feldwebel Wagner den fünften Ballvn überraschend von oben her an und brachte ihn brennend herunter. Beide Flieger erreichten, vom englischen öe*, fchysthagel vergeblich erfolgt, den Flugplatz, wo sie von den Kameraden uns den höheren .Ammmirdostollen herzlich beglück­wünscht wurden. Die ganze englische BallvnanffiEung in dieser Gegend war danrit birrnen zehn Minuten erledigt.

Die Brutalität der Engländer gegen die französische Bevölkerung.

Berlin, 3. April. (M.B.) Cbeiffo schwer, wie die franzöffsck^e Ürnd belgische ZivilbevölkeruTrg täglich unter der brutalen, zweck­losen Brsch-veftm»g durch Engländer rrnd Franzosen leidet, was erst kürzlich wieder durch den erschreckenden Vorfall in Laon kraß zu Tage trat, muß auch die französische Bevölkerung des von den Engländern besetzten Landes unter bereu Drucke seufzen. In den Dörfern zwischen Ajncre und Avre wurde die Be­völkerung kürz vor dem Eintreffen der Dnrtschen evakuiert: nur Kranke, Greise und hochschwangere Frauen und Mütter Neuge­borener blieben zerrück. Nach ihren Aussagen rvurde die Räumung der Dörfer am 23. und 24. März durchgeführt. Englische Poli­zisten erschienen in den HLusern und forderten die Bewohner zum sofortigen Verlassen rhver Heimstätten auf. Es wurde ihnen weder Zeit gegeben, den Hausrat mitzunehmen. noch ihnen irrendem« Transpottgelegenheit zur Verfügung gestellt. Zu Fuß mutzten sie weinend unb widerstrebend Haus und Hof Hals über Kopf der lassen. Dieses unmenschliche Verfahren steht im schroffen Gegensatz zu der Evakuierung französischer Einwohner im Jahr 1917. wo die Deutschen den ärztlich begleiteter Einwohnern mit reichlichen LÄensmitteln versehene Züge zur Verfügung stellten und besonders dem Abtransport der Kranken und Schwachen weitgehende sanitäre Vorsorge rvidmeten.

Schlechte Stimmung in Volk nud Heer Englands.

Berlin, 3. April. (WTB.) Aus erbeuteten Briefen neuesten Datums «und Aussagen gefangener englischer Offiziere und Mann­schaften geht hervor, daß die Rückwirkung der engli schen Niederlage aus die Stinrmung in Volk und Heer sehr stark ist. Lloyd Cieorge, der in Offizierskreisen schon früher wenig geschätzt war, ist jetzt buch bei der Mannschaft verhaßt. Die Truppe ist tübemeuyt, daß die Abberufung des Feldmarschalls Hüig, der sie fv schlecht geführt hat, unvermeidlich ist. Die Un­fähigkeit der FÄhrrmg und die Unordnung hinter der Front lägen so klar zutage, daß die Gerangenen erklärten, ganz off«: darüber sprechen zu können, ohne daß die Deutschen damit etwas Neues erfahren würden.

Trübe Ahnungen derTimes".

ft Köln, 4. April. DieKöln. BolkS-Ztg." meldet aus Basel DieTimes" befürchtet, die augenblickliche Ruhe an der feindlichen Fwnt werde nicht lange andauern. Die Deut­schen erwarteten die Ankunft der schweren Geschütze, die in die vorderen Linien uachrücken sollen. Die Franzosen und Eng­länder würden noch ernste Stunden erfahren.

Die englische Küste im Bereiche der deutschen Geschütze.

Kopenhagen, 4. April. Wie ein Londoner Tele­gramm meldet, beschäftigen sich die englischen Zei­tungen mit der Gefahr einer Beschießung der englischen Küste durch die deutschen weittragenden Geschütze und fordern die Sachverständrgen auf, ähnliche Geschütze herzustellen. Die Blätter führen bei dieser Ge­legenheit ein Telegramm aus Washington an, wonach der amerikanische Marinenrinister bereits den Militärsachver- standigen den Befehl (!) erteilte, Geschütze herzustellen, die Geschosse 105 englische Meilen weit schleudern können.

Oberst Egly über General Fach

i. Köln, 4. April. MeKöln. VolkL-Ztg." meldet aus BaselOberst Egli schreibt über General Fach: Soviel sich aus den letzten Berichten ersehen lasse, habe Foch eine wichtige Auf­fassung von der Abwehr der deutschen Offensive. Nur ein kraftvoller Angrin könne ein günstiges Ergebnis erzielen. So sehe m<m denn an verschisdenen Frontjnllen die Engländer und Franzosen gegen die neuen deutschen Stellungen vorstoßen, .bislang allerdings ohne großen ErsoLg, denn noch fehle die Aktionseinheit. Mit ört­lichen Unternehmungen lasse sich kein größerer Erfolg erreichen. Die Zukunft weide zeigen, ob es Foch gelingt, die ihm unterstellten Kräfte zu einen: Ges-amtha.ft>eln zusammenzusasfen, noch bevor die TeutschÄr emsrc neuen großen Schlag sühtten.

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Aus der französischen Uammer.

Bern 3. April. (WTB.) Ueber die Sitzung der Kammer am vergangenen Freitag berichten Lyoner Blätter: Zuerst wurde iein Antrag angenommen, nach den: die brachliegenden Ländereien- durch die Kommunalverbände bestellt werden müssen. Aus Ersu­chen des Finanzministers wurde sodann ein Antrag. angenonrmen, loonach die Anfuhr von Kapitaliew Fonds und Rententiteln aus Frankreich sowie die Einfuhr ausländischer Werttitel verboten wird. Ferner wurde ein Kredit von 744 Millionen an alliierte und be­freundete Nationen gewährt. Der Deputierte L a f fe n t verlangte, daß der französische Botschafter in ^stnßland auf seinen Posten zu- rückkchren müsse, worauf Finanzmftrister Klotz erwiderte, die Ne­gierung hcche Nonlens bereits entsprechende Instruktionen gegeben. Sedann ging die Kammer jur Erörterung der Vorlage über die Einberufung der Jahresklasse 1919 über. Unter­staalssekretär Abrami erbat namens der Regierung die Zurück­ziehung sämtlicher Zusatzanträge Die Regierung werde das Ver­sprechen aus Freilassung der alten IahreÄlasseu der Familienväter usw. ftobald 4»ie möglich erfüllen. Augenblicklich sei jedoch nicht (barem ziu denken. Verschiedene Depuriette zogen dann auch ihre Zusatzanträge Mrück. ES sei angesichts des deutschen Vormarsches nicht der Augenblick, die Etniberumng zu verzögern.

Im N«men der Minder lfestssozialisten gab der Deputierte Pressemane folgende Erklärung ab:Wir verweigerten bis­her die (Einberufung neuer Klassen, werden aber der heutigen Vor­lage zustrmmen. ttidft etwa, weck wir aus unsere Ideen verzichten, sondern weil die Umstände die Einigkeit aller Parteien notwendig machen AlS wir die Einberufung früherer Jahresklaffen veriveiger- ten, satten die Alliierten im Verhältnis zu uns ungenügende Opfer gebracht Wir beschwerten uns über die schlechte Verwertung der BssrLnde. Die allgemeine Kriegführung hatte nicht unser« Billi­gung Damals waren die Fronten noch unverrückbar. heute steht dar Fei'.-d vor unserer Tür. Der AugTnblick für Diskussionen über Krr-giührunq und KriegSziele ist verstrichen. Wir wollen nicht, daß tfojmkjm, d-e Ar den brrrttcküen Imperialismus gegen uns

kämpf an, auch nur kür den Augenblick denken könnten, daß wir auf Grund unserer Spaltungen und Zwistigkeiten kapitulieren müß- ten. Wir bedauern die früher befolgte Politik. 1914 schlossen wir j:ns der Regierungspolitik nur an, weil es sich um einer: Verleid: - gungskrieg handelte, der keinen imperialisttschen Charakter hatte. Unsere Besorgnis begann 1916, als man von einem Ausrot­tungskrieg gegen DeutscUand zu sprechen begann. Wir ver­suchten, unseren: schwachen Protest Gehör zu verschaffen. Hieraus entstand die Mi^erheitsbewegung. Als von Rom und Neuyork Appelle ertönten, antwortete unsere Regierung stets mit einem bru­talen Nein. Wir glaubten an eine einfache Wahn sinnspol itik. Die Veröffentlichung der Geheimverttäge zeigte jedoch, daß die fran­zösische Regierung nicht immer nur eine Defensivpolftik getrieben hatte. Auch imr hatten gewiffe imperialistische Bestrebungen. Un­sere Beunruhigung ist rächt zerstreut. Die russische FormelFrie­den ohne Annexionen und Entschädigungen" wurde von uns nie vorbehaltlos angerwmmen. Me Russen gaben un3 aber mehr als hie Formel hierzu, auch die Woge, nämlich die Annullierung impe­rialistischer Verttäge urü» die Sozialistenkonferenz ön Stockholm. Unsere Regierung aber verneirtte ständig und trieb so Lenin und Trotzki an£ Ruder Rußlands. Die Mayimalisten sind nicht für alle begangenen Fehler allein verantwortlich." Rafsin DugenS erklärte im Namen der Kienthaler, die Stunde sei gekommen, um mit dem Blutbad aufzuhören. Frankreich sei nur ein geographischer Ausdruck und werde eine Beute des Auslandes, wenn die französische Rvgierung nicht nt Friedensverhandlun gen ein trete. Das Resultat der Abstimmung war 490 gegen 7 Stimmen.

Schwarze Amerikaner.

Amsterdam, 3. April. (WTB.) Aus einer Washingtoner Meldung des Reuterschen Bureaus geht lTervor. daß sich imter dev 95000 amerikanischen Soldaten, die in 47 Staaten ausgehobcn worden snrd, 24 000 Neger befinde::.

Brasilianische Truppen in Europa?

Genf, 4 April. (WTB.s Nach einer Meldung des Pettt Journal" aus Rio de Janeiro hat die b r a s i l i a n ft sche Regierung die Entsendung von Truppen nach Europa beschlossen.

Der amerikanische KriegHsekretär Baker in Italien

Bern3. April. (WTB.)Petit Parisien" meldet ausParis: KriegSsekretär Baker hat Frankreich am letzten Donnerstag ver- laff<n: und sich tmch Italien begeben.

Bom italienischen Kriegsschauplatz.

i. Köln, 4. April. MeKöln. Volks-Ztg." meldet aus Basel: Mrs österreichische Kriegsmaterial, das bisher an der russischen Front verwerchel wurde, ist in der italienischeir Kriegszone eingettossen.

Die Opposition der Tschechen.

Wien 3. April. Ter Slavischen Korrespotwenz zufolge rich­tete der Tschechische Verband an den Obmann des Aus­schlusses pes Aeußern der österreichischen Delegation Baern- reit her ein Schreibe::, in dem unter Himveis aus die jüngste Rede des Ministers des Äineßern Grasen Czernin die wrverzüg- lieft? Einberustmg des ?lusschusses des Aercheri: der österreichischen Delegation verlangt rvird Der Obnmnn des Tschechenverbauües Stanek :md der Geschäfts führ er Tusar erschienen rmchmittags ln'im Min:stei'präsidenteu. um gegen die Abgabe der Erklärung dcs Mft uistrrs des Aeußern über die abgeschlosseiren drei Frieden vor einem viäst kompetenter: Forum zu protestieren und die sofortige Ein- beruftlng des Ausschusses für auswärtige Arrgelegcnhciten der öster­reichischen Delegation zu erbitten.

Der Zeekneg.

Neue U°Boot-Erfolglk

Berlin, 4 April. Im westlichen Mittelmeer versenkten unsere U-Boote 7 Dampfer und 13 Segler von zusammen mindestens 25 000 BRT.

Unter den versenkten ^Dampfern, die gesichert und bewaffnet waren, befand sich der englische Dampfer Elan Macdougall (4710 BRT.), die italienischen Dampfer Ben- gasi (1755 BRT.) und Tripoli (1743 BRT.) sowie der italienische Bewacher Uttecht (1397 BRT.). Me Segler hatten Schivesel, Phosphat, Er- und Kohle geladen. Am 21. März beschoß ein U-Boot die befestigte und für den italienischen Transportverkehr wichttge Hafenstadt Tivi- taucchia mit beobachteter Brandwirkung.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Unter den Granaten der fchlveren englischen Schiffsgeschütze sielat die letzten Trümmer vollends zusammen. Vor dem Torfe E. mack.ten wir Holt. Hier bekamen wir »varmes Essen und Kaff«, welches wir mit dem größten Appetit ncrzehrten. Man tauschte Adressen aus, damir, wenn riner oder der ankere fallen oder ihm sonst etwas zu stoßen würde, der andere feilte Angehörigen benach­richtigen kömtte. Wir trieben noch allerlei Scherbe und waren inimer guten Mutes, trotz des heftigen Trommelfeuers, das vor uns tobte. Um 12 Uhr abe:ü>s erhielten wir den Befehl:Alles fertig mackkn und abrücken." Me Kompanien marschierten in gewissen Abständen nach de:: Kampfstellungen zu. Unterwegs be­gegnete uns ein Lebensmittelwagen, dessen Führer uns mit Fleisch­konserven beglückte, inuistenteils englisch!? Kriegsbeute. Itnmer weiter ging es durch verwüstete französische Ortschaften und Felder hin­durch, und immer naher schlugen die Okanaten bei uns ein. ft» daß ivir schon einige Verluste zu verzeichnen hatten. Man mar- schiert« bereits in Reihen gesetzt recl)ils um. In einem Walde wurden die Kompanien dann mit Handgranaten und anderer Munition versehen.

Zerschossene Batterien und Kolonnen, die auf dem Wege lagen. Zeigten uns, daß sie schon -Schweres hinter sich hatten. Wtr kamen an den Laufgräben an. <Mm: konnte ja eigentlich nicht mehr von Laufgräben reden, denn es waren nur noch Granat-Trichter.- Granaten .und Schrapnells sausten vorüber oder krachte:: in Unserer Nähe. Mvine Kompanie ftatte hier wuriderbarerweise keine Verluste zu verzeichnen. Immer näher kamen wir an den Feind heran. Infanterie- und dRaschi^nengewehrfeuer verkündete,, daß eint hartnäckiger Kamps im^Gange lvar. Wir kamen an die Schrapnell- Mulde. Nur sprungweise und vereinzelt konnte man die gegenüber­liegenden Anhänge jgeimnnen. denn hier wütete das englische Trvn:- melseuer am schlimnffben. Ich selbst überkugelte mich ein paarmal durch ein Schrapnell, da4 direkt über mir platzte. Ich befühlte einmal mckinen Körper, aber es rvar alles rroch l-eil.

Tie Verluste wäre:: hier schon sehr merklich, und ich Chatte sckvn reichlich zu tun, meine verwundeten .Kameraden zu verbinden. An einem Mbange links lag mein bester Freund, ein Sanitäts-- untcr-osfizier. Leider war er schon tot, als ich ihm Hilfe leisten wollte. Ich brachte ihn :wch an eine einigermaßen geschützt'' Stelle. Ein!:ge Hilferufe mahnte:: mich alsdann wieder zur Pslirl)ss. Ta schon einige Kameraden von der Sa:ritätsmannschaft den Tos fürs Vaterland gefunden hatte::, hatte ich.die Hände vollauf zu tun Wir befanden uns in vorderer .Kampfstellung. Es war am 3. Itck: gegen 6 llhr morgens. Tie bisherigen Angriffe der Engländer, warn: mißlnnge::, und die Gegiter beschränkten sich nur noch auf unaufhörliches Infanterie- und Maschinengewehrseucr. Bald daraus setzte aber die englische Artillerie ein heftiges Feuer aus unsere Gräben ein. welch? dadurch nun volleichs in Granattricküer ver­wandelt wurden. 01-egen 7 Uhr brachen die Engländer wieder au- ibreu Stellluingm hervor, aber immer wieder wurden die Angriff-' abgeschlagen, trotz der großen Verlust« unsererseits. Auch die Verluste des Gegners waren ganz erheblich.

Rechts und links von uns gelang es jedoch den: Englände!' durchgiibrechen. Wir batten nun eine doppelte ?lusqabe. Tie 9. und 11. Kompanie war abgeschnitt-en von der 10. und 12. sbvmpanie. Nach wieder holten Angriffen der Ettglcnwer mußt? sich die 9.^ und 11. Kompcrnie g-egen 9 Uhr nrorgens ergeben. Da ich nickt in Gesangenschjaft wollte, gelang es mir zu entkommen und zwar zu der 10. ^rnd 12. Ktompanie. Auch hier wartete meiner nach viel Arbeit. Ti-e Kamvenien hielten sich, noch immer gegen der: lOOfadi überlegenen Feind Durch die entstandene Lücke gelang es dem Engländer uns direkt int Rücken zu fassen. Von alle:: weiten rnhielten wir Masch-mengewehrstuer. Trotz der großen Ueber- leg-enheit des Feindes brachten wir ihn: durch.Infanterie- und Maschinen ge wehrfeuer ganz bedeutende Verluste bei. 5oand,wanaten hatten wir feilte mehr zur Verfügung. Das kleine Häuflein schmolz immer mehr zusaniMen. Tler einzige vorhandene Unterstand war mit Verwundeten, darunter auch Englärchern, überfüllt: aber noch fwr der Kampf nicht entschieden.

Links :mten im Tale lie^ lern tapferer deutscher Schlitz« sein Maschinengewehr unaufhörlich knattern, trotz dem heftigen gegnerischen Fe::er. Sein Leutnant und der andere Schütze lagen tot daneben, bis auch ihm ehte feindliche Kugel die Schickter zer­schmetterte. Ich verband ihn und brachte ihn in den Unterstand (Später traf ich den Mcrm: in: Sammellager Brokton Sei,re linke Hand war steif, uird er wr:rde mit den: ersten Transport aus- getauscht. Ti« Frerche des Wiedersehens war groß.' Bei einein andere:: Maschinengewehr, welches außer Gefecht gesetzt ,oar. fand :ch den schwervenmrndete:: Leutnant R. von der 12 Kanipauft welcher einen Kopfschuß hatte Ich verband llm und l-w ihn auf meinen Rücken, um ihn nach dein Unterstand zu verbringen. Hier angekommen, konnte ich leider nur noch ^eststellen. daß auch Ir den .Heldentod fürs Vaterland gefmrdei: hatte. Mittags gsge:: 3 Uhr drmrgen die Engländer in rmsere Grabe:: ein. Nach kurzem Handgemenge mußten wir uns ergeben. Ich versuMe nach einmal zu e:ttkommen, aber umsonst. Da ich nicht bei den Schwerver- wundeten bleiben durfte, nahm ick? mir einige Leichwerwundeüe mit und folgte den anderen Kanteraden. (Fottsetzung folgt.)

Aus Hessen.

Landtagswahl in Nieder-Olm

Gonsen­

heim. Im 7. rheinischen Lcrndtagswahftkreis ist die Wahl (Ersatzwahl für Kommerzienrat Mvlthan-Mainz) aus den 28. Mai 1918 anberaumt. Der Kreis umflaßt die Orte: Bretzenheim, Budenheim, Ebersheirn, Kleirv-Winternheim, Marienborn, Nieder-?Olm, Sörgenloch und Zornheim. Me Offenlegung der Wählerlisten beginnt am 22. April. Das Zentrum, dem der Wahlkreis ohne Wahlkampf verbleibt, sat den Lehrer Schorn in Mainz aufgestellt.

lkriegsgesangen in Erfand.

Eigene Erlebnisse des Sanitätssoldaten Karl Brasch während seiner 19mv:mtigen Gefan^genschpft.

(Nachdruck verboten.)

Du: 2. Juli 1916 murschietten wir vom Torfe F. am der Svntme ab nach der Fwnt zu. und ^war gegen 5 Uhr nachmittags. ! kleinere und größere TriwPs englffcher Gefangener, die begleitet waren von deutsche:: Kavalleristen, zöge:: an uns vorüber. Ein vnderbares Oöefühl erwackte in uns. Wir fragten uns, ob es uns vielleicht auch einmal so ginge. Wir w::ßten ja zwar. :vas uns bevorstand, aber an Gefangenschaft badete trotzdem keiner von uns. Die Straßen ivareu belebt von flüchtende:: ftanzösischen Zivilisteni welch« meistenrs aus der sttickwmg von P. kanren. Krankenwagen nick) Kraukercautos, welche mit Verwundeten über- üllt waren, sahen Wir an unts vorüberfahre::. Unaufhörlich rolt-^ en Attcklerie^Munitiions^p'lonnen und andere Bagagen in ge­trecktem Galopp^nach der Front zu. Me umliegenden Dörfer stan­den in Brand. Selbst das schöne Städtchen P., :oelches kurz vor^ lzer noch unversehrt daslmrd, war nur noch ein rauchender Trümmer­haufen. Unterwegs, mrz vor dem Dorfe F.. kmmten wir mach ein feiten schönes Schauspiel beobachten. Ern englischer Ein­decker umkreuzte einen deuts-chn: Fesselballon, doch der Engländer ollte kern 6nück habe::. >Em deutscher Doppeldecker vertrie!> dcuj Feind alSbald. In diesen: Artzpenblicke geioahrte er u: und

richtete sein MafckZnmigewehcfeuer auf uns. Wir fufttcvi Schutz m den Getreidefeldern. Da tauchte plötzlich eine deuffche ,svgger^ Maschine aus: woher sie kam, konnten wir nicht feststellei:. Sie nahmIofvtt den Kampf mit ihrem Gegner aus und chou nach eini­gen Schüssen der Fogger-Maschine rvar der feindliche Eindecker m Flammen gehüllt. Ein Insasse stürzte au - schwindelnder Höbe mit blitzartiger Geschwindigkett in die Tiefe und war nur nvch >als eine dunkle Mvssse ertemtbar. Twtzdem der feindliche Apparat brannte, versucht« er domvoch zu entkommen, was ihm aber :richt gelang. Er ttzürzte ab und deittsche Kavalleristen nahmen ikn in Empfang. Tie Fogger-Maschine umkreiste ihren erlegten Gegner nvch, eimae Male und flog dann weiter, um andere Opfer zu suchen. Ter Fesselballvi: stand :wch an demselben. Platze und hatte sich durch den Engländer nicht beirren lassen.

M»ir marschierten roeiter nach bent Dorfe F. zu. und 'wiederum sahei: uftr Verwundet« an :ms vvr überziehe::, darunter auch Eng­länder. Etwa 1 Kilometer rechts von uns lag das Städtchen P.

Kriegsarbeit In Gießen.

xxxm

Gemeinnützige Rechtsberatung 1917

Wer einmal versucht hat, sich emgeheitd mit c«n Aufgaben der in alten größeren Städten besteheichen gemeinnützigen Rechtsausku nfts stellen zu be­schäftigen, wird sich bald davon überzeugt haben, daß die Tätigkeit dieser sozialen Institute besonders jetzt im Kriege außerordentlich segensreich ist. Abgeselwn davon, daß die amtlichen Stellen meist nicht in der Lage such, sich so eingcftnch mit den persönlichen Angelegenheiteir der Ratsuchmden zu beschäftigen, tvie dies seitens der gemeinnützigen Rechtsberatungsstellen möglich ist, tragen die letzt'eren auch wesentlich dvM bei, daß di« minder bemittelten Ratsuchenden nicht von unberufmter Seite übervorteilt Norden. War schon vor dem Kriege den gemeinnützigen Recbtsaus-- kunft-sstellen ein weites Feld zur Betättgung auf sozialen: Gebiete gegeben, so ttat infolge des Krieges eineStiells durch die Kriegs-« versorgmlgsgesetze. andererseits durch die eingetredenen Aenderung-en und Erneuerungen der gesetzliche:: Bestimmungen eine außewrdent liche Errveiterung der Llllfgab-e ein.

Auch in Gieße:: bestehen seit vielen Jahr«: derartige gemcv: nützige Einrichtungen, deren Zahl sich wahrend des Krieges wesen: lich vermedtt hat. Hierbei sei in erster Linie die im J':mi 1916 durch den Aiusschuß für Verwundetenunterricht errichtete Verwundetenberatungsstelle erwähnt, di« allen Verwundeten der hiesig«: zahlreiche:: Lazarette, sowie d«r Kriegsbeschädigten in allen sozialen Angelegenbecken uu entgeltlich zur Verfügung steht. Wie sehr diese Änrichttmg einet:: dringenden Bedürfnis entspricht, geht daraus hervor, daß die Be ratungsstcllc im Jahre 1917 von 419 Personen in 515 Falten in Anspruch genommen tvurde. Don den Ratsuck^enden wurden 322 in der Sprechsfttnd«, 55 in den Lazaretten und 42 schriftlich beraten Auf die einzelnen Lazarette usw. verteilen sich die Ralsuck>enden tvie folgt: Stadtknabenschule 101, Mte.Klinik 31. Katholisches Bereinshaus und Sckyvesternhaus 9, Chirurgisckpe Klinik 15, Medi zinische Klinik 1, Alugenllinik 3, Ohrenklini^k 2, Hautklinik 1. Psvchiattische Klinik 9, Steiüs Gatten 13, ev. Schwesternhaus 23. Sieckx'nhaus 15, Heit- u:ch Pftegecurstalt 10. Garnisoulazarett 4. Windhof 6, auswattige Lazarette 2. Ersatz Ball. 32, Landsturn:- Batl. 20, bereits entlassene Kriegsbeschädigte 93. sonstige Heeces- angehörige 29. Bon den bereits entlass«:«: Kriegsbeschädigten waren 23 von Gießen, die übrigen aus den Orte:: Mci: darf a. d. äLa., Angersbach, Altenschlirf, Atzbach. Beuernj, Climbach. Endbach, Großen-Buseck. Großen-Li:ck>en, Helpersl>arn, Holz heim. Inheiden, Lang Göns. Launsbach, Lollar. Lmnda. Mimster. Naun- lreim, NcnHeck. Oberbrehl, P-ohl.<ftöns, Oueckborn^ Rvdltz'in:, Saasen^. Staufei:berg, Walzenbvrn-Steinbcrg, Wein dach :md Wieseck. Bon den erteilten 7huSkünften bettaftm Arbeiterversick-erimg 315 (Krankenversick^erung 41, Unfallversicherung 5, Invalide^versickp-- rung 269) Angestelltenversichenmg 9, KriegSver.vrguug 31. Löl>> nungsfragen 7. An gehörigen Unterstützung 38, persönliche Ange- legenheften 28, Sonstiges 37. Außer der Erteckung von Rat und Aiuskunft, die 458 Konferenzen notlvord-ig machte, wurden für dir