IB tnuuu tatcn urrd KrEegSvrschLbigten durch Mt ©enmrngSfMTe 301 GchMtstücke «mgeferligt. Diese betrafen vor allem die Beschaffung der Unterlagen znr Stellung von Anträgen auf Jlwaliden-Rente. Nach Stellung der Anträge wurde, soweit bedürftige Kriegsbe-- schädigte in Frage kamen, bei den Verjicherungsämtern lind Landes- Versicherungsanstalten auf möglichste Beschleunigung des Renten- Verfahrens hingcnnrkt, bzw. um Auszal)iung eines Renten Vorschusses gebeten. Soweit die Berwirndeten durch außerhalb ihres Willen-- liegende Verhältnisse an der rechtzeitigen Geltendmachung ihrer Ansvrüäie gehindert waren, wurde aus nacht-räglicki-e Aus- tzahlung des infolge verspäteter Aartragshellung nicht geUrlZlten DeÜs der Rente hingewirkt.
(Fo rtsetzung folgt.)
Au» Stadt und Land.
Gießen, den 4 . April 1918 .
Die Bewirtschaftung der Kartoffeln.
Neben dem Brot ist die Kartoffel zurzeit das zum Durchspalten wichtigste Lebensmittel. Die Kartoffelernte ist im Grobherzogtum zwar durchgängig eine gute gewesen, gleichwohl steht zu befürchten, daß die Kartoffelvorräte im kommenden Frühjahr knapp sein werden, weil, wie festgestellt werden konnte, gegenwärtig eine große Verschwendung mit den Kartoffeln getrieben wird. Es mache sich daller ein jeder Haushalt klar, daß er mit den ihm zugemessenen Kartoffelrationen auskommen muß.
Die Anforderungen an die Kommunalverbände wegen Ausfuhr von Kartoffeln in Gegenden, in denen die Ernte nicht ausreichend ist, sind groß. Die Marmeladefabriken erhalten große Kartoffelmengen: zur Herstellung von Kar- toffelsabrikaten werden ebenfalls große Lieferungen verlangt und unter Umständen muß auch mit der Freigabe für Futter- zweckc gerechnet werden. Sparsamkeit ist also sehr wohl am Platze irird das altbekannte Mittel, die Bestände durch Erd- kohlraben zu strecken, sollte nicht unberücksichtigt bleiben.
**KochtdieMilchab! Es wird wiederholt die Fest- siÄluug gemacht, daß viele Leute die Milch, die sie z-um Genüsse erhalten, nicht ab kochen, sondern ungekocht verwenden. Da unter den heutigen Umständen dieses Verfahren nur als sck>ädlich bezeichnet werden kann, wird ncrchdrück- ltchst daraus hinaewiesen, die zjum Genüsse bestimmte Rtilch tzleick) nach Empfang cvb^ukochen.
*
** Amtliche Personal Nachrichten. Ter Großherzog empfu,g ’Him Vortrag: den Staats minister Dr. v. Ewald, den Ge- ueraladiukanten (»General der Kavallerie v. Hahn, den Borstand des Kabinetts Wirkt. Gel-eimerat v. Romheld: außerdem den Jntendonzrat Tr. Warner. — In den Ruhestwrd versetzt wurde am 23. Mär- die Lehverin an der Höheren Bürger-(Atädchen-)Schule M Alsfeld Angnstze-Rönrheldauf ihr Rachsuchen wegen geschwächter Gesundheit Mm 1. April 1918 ab. — Am 30. März d. I. wurden die S-ct-reibgelilfen Bernhard Philipp Katzenmaier in Heppenheim, Peter Joseph Jung in Bingen, Georg Jakobi in Gwß-Gerau, Ivsepb Tbcotzor Beike in Seligerrshadt, Philipp Rindsuß in Tarm- stabt. Wilhelm Bvaner in Vtichelsdadt, Jvhcumes Fehl in Tarm- städk, Peter Philipp Weber in Dieburg, z. Z. in der ZivUver- walttmg in Gvojec (P»>le??), Franz Anton Braun in Schotten, Wilhelm Schäfer in Gießen, z. Z. im Felde, jstarl Gröninger in Gießen, Heinrich Sachs in Lcrnterbach, Hermann König in Oppenheim, Friedrich Bernhard Weis in Heppenheim, Johann Friedrich in Wörrstadt, vom 1. April d. I. an zu Finanzamts-^ gehilfen ernannt.
** Beförderungen Bizefeldwebel Kirch wurde zum Leutnant d. Res. der Fußartillerie, Vizewachtmeifter Duchardt xum Leutnant d. Res. der Feldartillerie befördert.
** D iebstahl In der Nacht tzum 3. April wurden aus einer hiesige?! Brauerei zwei Treibriemen gestohlen, wovon der eine 9 m lang imi> 17 cm breit und der andere 8,30 m lang und 23 am breit ist. Ta sich in letzter Zeit derartige Diebstähle
mehren, so werden aCIe diejenigen Personen, die Über den Täter und die entwendeten Riemen Auskunft zu geben vermögen, ersucht, dies der hiesigen Kriminalpolizei oder einem Schutzmann mitzuteilen. — Ferner wurden aus einem außerhalb der Stadt gelegenen Wohngebäude mittelst Einbruchs 60 Mk., sowie Herrenhemde??, Damenhemden und Unterhosen entwendet.
** T i e Gold-, und Silberankaufsstelle Gießen ist von Samstag den 6. ds. Mts. ab wie seither Samstag voran, von 10 bis 12V 2 Uhr und Dienstag nachm, von 2 bis 4 Uhr ge- öffnet. Zur Stärkung des Goldschatzes der Reichsbank und damit zur wirtschaftlichen Stärkung unseres Valerlandcs wird dringend um weitere Einlieferung von Goldgegenständen gebeten.
** Kriegsgefangen in England. Wir beginnen in der heutigen dummer unseres Blattes mit dem Abdruck der Erlebnisse des San.-Solbaten Karl Brasch, der, wie wir vor einigen Wochen meldeten, aus englischer Gefangenschaft zurückkehrte. Es gelang n?rs damals, den jungen Mann zu veranlasse??, seine >an interessanten Einzelheiten reichen Erlebnisse niederzuschreiben und uns zrrr Veröffentlichung zu überlassen. Dieselbe?? geben in ihrer mrgcschminkten, ??acktcn Darstellungsweise ein recht anschauliches Bild von englischer Art n??d Handlungsweise gegenüber den deutschen Gefangenen. Die Schilderungen dürften in höchstem Maße das Interesse irnserer Leser ftnden.
** Reichsanleihen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zins scheine aller Reichsanleihen, also aitch der Kriegsanleihen, vom 21. des dein Fälligkeitstage vorhergehenden Monats ab nicht nur bei allen Po st an st alten — einfchl. de^Dostagcnturen —, sondern and ) von den hessischen Staatskassen in Zahlung genommen werden. Die Einlösung der Zinsscheine ist damit den Besitzern der Kriegsanleihe außerordentlich leicht gemacht. Dies wird hoffentlich recht vielen und vor allein auch der Landbevölkerung den Entschluß zu?n Zeick-nen der Kriegsanleihe erleichtern.
** Zur Tageslänge. Tie Sonne steigert im Laufe dieses Monats ihre Mittagshöhe um 10 Grad, was eine sehr bedeutende Verlängerung der Tagesdcruer zur Folge hat. Anfang des Väonats,' beträgt diese fast 13 Stunden und Ende des Monats 14 3 /i Stunden. Tie Zunahme beträgt also annähernd 2 Stunden. Die Untergangszeit der Sonne fallt gegen Anfang des Monats auf ß l 2 / 2 Uhr abends und gegen Ende nach 7 1 /* ll'hr abends. Tie Zeiten des Ausganges sind zi? Anfang 5 l / 2 Uhr und gegen Ende etwas nach 4'/. Uhr. Tie Dän?nrer?mg ist im April verlMnisnräßig kurz, was die Beobachttrng des Tier kreisliches an mondlosen Abenden besonders erleichtert.
** Feld- und Gartenarbeiten im April. In Feld und Garten gibt es jetzt am meisten zu tun: die Hafersaat wird beendigt, das Feld für die Sommersaat, Kartoffeln usw. wird gepflügt, Kleesamen ??? Hafer- und Gerskmfelder gesät. Fm Garten hole man nach, was im vorigen Monat nicht geschehe?? ist, versetze starke Kraut-, Salat- and Kohlrabi-Pflanze??. Man versäume auch nicht, alles alte Gehölz ans den Boere?rsträuchern noch ??achträglich auszuschneiden, tuo solches bis jetzt noch nicht geschehe?? ist. Dazu ist eine fortgesetzte JauchedünHung für alle Sttäucher zu empfehlen.
Landkreis Sieben.
** Ett ingshausen, 3. Llpril. 'Hier g-ründete sich ei?m landio. Bezugs- mrd AÄatzgc?wssensck)aft e. G. m. b. H. mit 100 Mark .Haftsumme irnd 10 Wext Geschäftsanteil. Der bisher bestehende Bauernverein hat gleichfalls Anschluß an diese Genossenschaft genommen. Die Mitgliedcrzahl beträgt bis jetzt über 30 Lanb.virte. Der Beitritt zur Zentralgcnassenschaft und zum Verband der Hess, landw. Genossenschaft wurde vollzogen:.
0 Watzeckborn-Steinberg, 3. April Die letzten schweren Sturm- und Kcrn?pstage im Westen haben unserer Gemeinde wieder einige schwere Opfer auferlegt. Unteroffizier Otto Häuser aus Steinberg, Inhaber des Eisernen Kre??zes 2. Klasse, der Hess. T^ferkeitsmedarlle ?rnd des Hess. Kriegsehrenzeichens, fiel aM 25. Marz: Offizierstellvertreter Ha?rs Staufenberg, Inhaber des Eisernen Kreuzes. 1. und 2. Klasse und der Hess Tapferkeitsmedaille, wurde am 25. März schwer oertmmbet und erlag seine?? Wunden am 2. Ostertag.
Kreis Büdingen.
# Orleshausen, 3. April. Das KriegsehrnGeichen in Eisen, früher das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeit-- modaille, erhielt der Gefreite Friedrich Schneider. — Wolf. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Heinrich Im Hof. — S tockhe? m. Das Eiserne Kreuz, frül)er die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhielt der Wöhrmann Karl Jüngling. — Altenstadt. Zum Sergeanten befördert wurde der Unteroffizier Wilhelm Meid es, Inhaber der Hessischen Tapserkeitsmedarlle.
Kreis Friedvecg.
# Wvhnbach, 3. April. Zum Sergea??ten befördert nmrdc der Unterofnzier Wolf, Inhaber des Kriegsehrenzeichen- in Eise??. — N?cder-Florftadl Das Kriegsel/renzeichen in Eisen, früher das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhielt der Vizefeldioebel Wilhelm Lehr. — Nie der-Nosbach Die Thüringische Verdienstmedaille, früher das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapfer keitsnuDaille. erhielt der Musketier Georg Stengel. — Ober -M örle??. Das Hessische 5lriegsc-hre?> zcichen in Eisen erhielt der Gefreite Anton Burk, früher die Hessische Tapferkeitsinedaille?mfc das Eiserne Kreuz.
Kreis Schotten.
# Schotten, 3. April. Für die „Schweslernspende" gingen in den Gemei??den des Kreises 3692 Mark ein.
vesseu-Nassa».
Großfeucr.
-- Frankfu rl a. M., 3- April. In der Fabrik chemisch- technischer Erzeugnisse von Adler & Ganß .Schönstraße 6, e?tl- stand hmte vormittag ein Brand, per sich infolge der vorhandenen reichen Oelvvrräte rasch im ganzen Gebäude ausbreitete und beim Eintreffen der Feuerwehr bereits den Dachstuhl ergriffen hatte. Die Bekämpfung des Feuers nahm etwa drei Stunden in A??sprnch Ter Sachschaden ist recht erheblich.
Zum Raubmord in Höchst.
--- Frankfurt a. M., 3. April. Die Vernehmm?gen des Raub???örders Renno durch hiesige Kriminalbeamte haben noch zu keinem positiven Ergebnis geführt. Re?r?ro leugnet nach wie vor die Tat u?ch bestreitet auch daß er sich in der Mord??acht in Höchst aaifgehalten habe. Er will Höck-st bereits am Donnerstag verlassen haben. Doch kon??te ihm heute bereits ein Einwohner öm H öchst gegenüber gestellt werden, bei dem er am Samstag nach nckttag gebettelt u??d 30 Pferruig erhalten hat Hierbei hat er dem Herr?? auch seinen Namen ge??annt und sich als Kriegsbeschädigter mit einer Monatsrente von 20 Mark a?!sgegebeu. Diese Angabe ist unnxchr, da Re?rno als ehemaliger Zuchthäusler niemals Heeresdienst getan hat. Ferner hat eine ^??wohnerin der Hamburger Straße So?r??tag f?cklh gegen 3 Uhr einen Mam? in eilige??? Lau? vom Branhans xwtb der Hallptstrahe zu eilen sehen Zex Beschreibung nach kommt hierfür n??r Rarnv in Frage. Auch ist er die PersünlicAeit gewesen, ine Sonntag früh gegen 9 Uhr in der Wirtschaft „Z?rr Stadt Kre??z-nach" in der hiesigen Domi??ikanergasst Unterkunft begehrte, aber abgewiesen wurde Ztwifellos nwlfte der Mörder d??rch den Aufertthalt in der Wirtschaft sein Alibi für die Mordnacht nachzmveisen l^rsuck?en Auf alle Fragen, ?vo er sich in den kritischen Stunden aufgehalten ?md wie ec zu dem blutbespritzten Anzug gekommen ist, vermag er de?? Beamten keine Antwort zu -geben. Auch über den bei ihm vorgeftrndenen Bcrrbetrag t*m 60 Mk. kann er bezüglich der Herkunft nichls angeben. Die fehlende Summe hat er ve-rmutlich wahrend der Feiertage hier durchgebracht. — Die Obduktton, die D?e??stag i?? Höchst statlianb, er-- gab, daß di?rch mehrere mit agroßer Wucht ausgesüh te Schrauben- fchlüsstlschläge der Schädel des Fuchs zertrümmert rvorder? ist Trotzdem l>at dieser noch mehrere Stu??den gelebt, berni als er früh morgens gefu??den nmrde, gab er noch schwache Lebenszeichen von sich. Unter den Händen der Aerzte starb dann der junge Mann Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Fuchs ?roch mehr als 600 ?Nari bei sich geführtz da er schon im Januar über größere Barmittel verfugte, die jetzt auch nicht ai?fWfinden sind
sc. Wiesbaden. 3. April. Wegen Diebstahls sollte heute gegen den Arbeiter Ludwig Re?r?w aus Münster i. Tau?ms, zuletzt in Höchst wohnhaft, verha??delt werden und tvar sei??e polizeiliche ll^yrführung ongwrdnet. Die Berhandbmg m??ßte ausfallen, da Renno, der des Raubn?ordes in Höchst dri?rgend verdächtigt, gestern in'Fvanks?rrt a. M. verhaftet worden ist.
Augu 3 te Löbermann Robert Bischoff Verlobte
Wolfhagen
Ostern 1918.
Lollar
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Ihre Verlobung zeigen ergebenst an
LINA LÜCKEL HEINRICH ROTH
z. Z. in Urlaub. Rödgen, April 1918.
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